Aus privaten Sammlungen: Muster zu 1000 Rials des Iran von 1934

Nach dem Sieg der Konstitutionellen Revolution und der Einführung einer westlich orientierten Verfassung endete 1906 der Absolutismus im ehemaligen Persien.

Das Land kam jedoch nicht zur Ruhe und es herrschte Bürgerkrieg.

1908 hatten Briten und Russen den Iran untereinander in Einflusszonen eingeteilt.

Der Plan der Briten, das gesamte Land zum britischen "Protektorat" zu machen, scheiterte jedoch.

Während des Ersten Weltkriegs kam es trotz Neutralität des Iran zu heftigen Gefechten zwischen Russen, Briten und Osmanen auf iranischem Gebiet.


Der auf dem vorgestellten Geldschein porträtierte Rezah Schah Pahlavi wurde am 15. März 1878 als Reza Khan geboren. Seine militärische Laufbahn führte ihn vom einfachen Soldaten der persischen Kosakenbrigade bis zum Oberkommandierenden.

Von 1917 bis 1921 starben über 2 Millionen Menschen im Iran (damals ein Viertel der Landbevölkerung) an den Folgen von Krieg, Hunger und Seuchen. Der Staat drohte zu zerfallen und nach einem Putsch der Kosaken wurde Rezah Khan 1921 Verteidigungsminister und 1923 Premierminister. Nachdem seine Pläne zur Abschaffung der Monarchie und zum Aufbau einer iranischen Republik gescheitert waren, er aber erfolgreich einen iranischen Nationalstaat schuf, beschloss das Parlament am 31. Oktober 1925 die Absetzung der Kadscharen-Dynastie. Am 25. April 1926 wurde Reza Kahn als Reza Schah Pahlavi zum neuen Kaiser gekrönt.


Vor dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland der größte Handelspartner des Iran. Bei Kriegsausbruch erklärte der Schah Irans Neutralität und lehnte deshalb auch später eine alliierte Nachschublinie durch den "Persischen Korridor" in die Sowjetunion ab.

Im Krieg wuchs aber die strategische Bedeutung des iranischen Erdöls. Im August 1941 marschierten deshalb britische und sowjetische Truppen in den Iran ein, ohne dass es einen internationalen Aufschrei der Empörung gegeben hätte. Die Besatzer zwangen den Schah zur Abdankung zugunsten seines Sohnes, da er sein Volk angeblich schlecht regiert und sich bereichert hätte. Tatsächlich, war dieser Einmarsch ein Neutralitätsbruch und Rezah Schah Pahlavi der erste Führer des Iran seit langem, der echte Reformen angegangen war. U.a. wurden ein modernes Bildungs- und Justizsystem sowie westliche Kleidung eingeführt. Es wurden Straßen und Eisenbahnlinien gebaut. Die Verschleierung der Frauen wurde verboten, ausländische Banken wurden verstaatlicht und der Ausbau des Zentralstaats vorangetrieben, der den Einfluss der lokalen Machthaber beschränkte.


Rezah Schah Pahlavi starb am 26. Juli 1944 im Exil in Südafrika. Der alten philosophische Lehre von Ursache und Wirkung folgend, führte die nach dem Zweiten Weltkrieg anhaltende sowjetische Besetzung zur "Irankrise" und zum "Kalten Krieg".


Aus der Sammlung Josef Gerber:


Kaiserreich Iran, Bank Markazi Iran: Muster einer Banknote zu 1000 Rials anno Hegira 1313 (1934)


Vorderseite: Links: König Dareios tötet ein Ungeheuer mit einem Messer (Szene von einem Stein-Relief aus der historischen persischen Hauptstadt Persopolis); Rechts: Porträt von Rezah Schah Pahlavi (1878–1944) in Uniform.

Rückseite: Wappen: Löwe mit Schwert, Krone und Sonne; Mitte: Mythische Figur "Faravahar" mit Schwingen.

Wasserzeichen: ohne

Druck: American Bank Note Company

Format: 190 x 111 mm

Muster: KN "00000", zwei Entwertungs-Lochungen.


Katalogreferenzen:

IRN-30s (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues)


Hans-Ludwig Grabowski


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