Aus privaten Sammlungen: Post-Schein der Königlich Sächsischen Post-Expedition von 1829

Aktualisiert: 27. Nov 2020

Wer intensiv historische Geldscheine sammelt, wird hin und wieder auch papierne Belege in die Hand bekommen, die zwar keine richtige Geldscheine sind, aber über Geldbeträge lauten und deshalb unter der Rubrik "Rund ums Geld" zusammengefasst werden können und interessante geldgeschichtliche Belege darstellen. Dazu gehören z.B. Schecks, Wechsel, Gutscheine, Spendenbelege, Bezugscheine, Ein- und Auszahlungsbelege und Geldüberweisungen. Letztere gab es nicht erst seit der Einführung telegrafischer Übermittlung, sondern bereits lange davor.

Die Anfänge bargeldlosen Zahlungsverkehrs reichen bis ins alte Babylon zurück.

Die 1619 gegründete Hamburger Bank war die erste deutsche Bank, die ausschließlich für den Giroverkehr entstand und erst 1876 von der Reichsbank übernommen wurde.

Wer Geld verschicken wollte, konnte aber auch die Dienste der Post in Anspruch nehmen. Der Einlieferer zahlte den Betrag am Postschalter ein und der Empfänger erhielt einen Abholschein, mit dem er sich das Bargeld am Schalter seiner Bank vor Ort auszahlen lassen konnte. Dass das auch schon im Jahr 1829 funktionierte, beweist der vorgestellte Post-Schein der Königlich Sächsischen Post-Expedition.



Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski:

Deutscher Bund, Sachsen, Königreich, Königl. Sächsische Post-Expedition: Post-Schein über 1 Thaler, 9 Groschen und 9 Pfennig vom 21. Juli 1829


Vorderseite: Links unten königlich sächsisches Wappen als Siegel im Oval.

Text: Post-Schein 233, Ein Brief angeblich mit 1 Thaler, 9 Groschen, 9 Pfennig (Lt. steht für Laubtaler, französische Ecus, die einen großen Teil des deutschen Münzumlaufs ausmachten, deshalb die gesonderte Angabe) nach Chemnitz gerichtet an den wohllöblichen Stadtrath ist heute in hiesiger Postexpedition zur Bestellung übergeben und darüber gegenwärtiger, auf Ein Jahr gültiger, Schein ertheilet worden. Schwarzenberg, den 11 ten July 1829. Königl. Sächsische Post-Expedition. Hand-Unterschriften, Hand-Stempel.

Rückseite: Druck einseitig

Wasserzeichen: ohne

Katalogreferenzen: ohne


Hans-Ludwig Grabowski


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