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Aus privaten Sammlungen: Unfertiger Druck einer 50-Złotych-Banknote mit Datum von 1936

Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen. Noch während sich die polnische Armee zur Wehr setzte, übergab am 6. September 1939 die staatliche Wertpapierdruckerei in Warschau (Polską Wytwórnię Papierów Wartościowych S.A.) 2000 fertige Banknoten – verpackt in zwei Pakete zu jeweils 1000 Scheinen – an die polnische Notenbank, die sie in ihrem Tresor in der Bielanska 10 unterbrachte. Bei den Scheinen handelte es sich um eine neue, bisher nicht emittierte 50-Złotych-Banknote mit dem Ausgabedatum 11. November 1936.


Die Noten zeigen auf der Vorderseite General Jan Henryk Dąbrowski,[1] während die Rückseite eine Gruppe von fünf Personen abbildet, die Landwirtschaft, Schiffsbau, Luftfahrt, Industrie und Kunst symbolisieren. Die Note ist im typischen Design der damaligen polnischen Geldscheine ausgeführt. Bekannt sind Scheine mit den Serienbezeichnungen AA, AB, AD, AE, AH, AM, AN, AO und AW.


Am 1. August 1944 erhob sich in Warschau die Polnische Heimatarmee (Armia Krajoa, kurz AK) gegen die deutsche Besatzungsmacht. Während der Kämpfe wurde Warschau von deutschen Truppen fast vollkommen dem Erdboden gleichgemacht. Nach 63 Tagen gaben die polnischen Kämpfer am 2. Oktober den aussichtslosen Kampf auf und kapitulierten.


Auch das Gebäude der Wertpapierdruckerei wurde bei den Kämpfen stark beschädigt.

Durch Artilleriebeschuss waren an vielen Stellen die Decken und Gewölbe eingestürzt und die meisten Räume nicht mehr begehbar. Das ausgebrochene Feuer tat sein Übriges.

Unter dem schwelenden Schutt und den Trümmern befanden sich verschiedene ganz oder teilweise verbrannte Dokumente, fertige Banknoten, unbenutzte Lebensmittelmarken, Formulare usw., die nun in alle Winde verstreut wurden.


Unter den wenigen Papierrelikten aus der Druckerei, die gerettet werden konnten, befanden sich u.a. leere, druckfertige Bögen von Banknotenpapier aus der Papierfabrik in Mokotów und auch unfertige Druckbögen der oben beschriebenen 50-Złotych-Banknote, bei denen die Rückseite vollständig gedruckt waren, während die Vorderseite nur den Unterdruck und die rote Serienbezeichnung und siebenstellig Kontrollnummer (AB, AD, AE, AG, AM, AN, AO, AS und AY) aufweisen. Die meisten Bögen waren wohl beschädigt und angebrannt. Aus dem wenigen erhalten Material wurden Scheine von Hand ausgeschnitten, sodass die vorkommenden Exemplare fast immer unterschiedliche Größen und einen ungleichmäßigen Beschnitt aufweisen.


Abb. 3: Vorderseite der vollständig gedruckten Banknote. Quelle: <https://www.worldbanknotescoins.com/2015/04/poland-50-zloty-banknote-1936-polish-general-jan-henryk-dabrowski.html> (02.05.2024)


Diese scheinbar bedeutungslosen Papierschnipsel erinnern an den Freiheitskampf polnischer Männer und Frauen während des Warschauer Aufstandes.


 
 

Objekttyp: Unfertige Banknote (Makulatur)

Sammlung: Uwe Bronnert

Authentizität: Original

 

Land/Region/Ort: Polen

Emittent: Bank Polski

Nominal: 50 Złotych 

Datierung: 11. November 1936

Vorderseite: Nur Unterdruck und rote siebenstellige Kontrollnummer mit zwei vorangesetzten Serienbuchstaben.

Bei vollständig gedruckten Banknoten: Bildnis des Generals Jan Henryk

Dąbrowski.

Rückseite: Allegorische Darstellungen von Landwirtschaft, Schiffsbau, Luftfahrt,

Industrie und Kunst.

Unterschriften: Bei vollständig gedruckten Banknoten: Władysław Byrka (Bankpräsident),

                                   Leon Barański (Generaldirektor) und Stanisław Orczykowskin

(Schatzmeister).

Material: weißes Papier mit Wasserzeichen Brustbild General Jan Henryk

Dąbrowski

Entwurf: Wacław Borowski, Stich der Druckplatten von Włodzimierz Vacek.

Druck: Polską Wytwórnię Papierów Wartościowych S.A., Warszawa (PWPW S.A.)

Format: ca. 180 mm x 96 mm

Nummerierung: AE3823690

Umlauf: Offiziell nicht ausgegeben!

Zitate:

  • 77 (Miłczak: banknoty polskie i wzory, Tom I 1794 – 1941, Warszawa 2012, S. 404)

 

Uwe Bronnert


Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.


Literatur

  • Zygmunt K. Jagodziński: Historia Polskiej Wytwórni Papierów Wartościowych S.A. Sztuką Szlachetnego Znaku Wodnego Pisana 1919 – 2019 / The History of Polish Security Printing Works written with fine Watermarks 1919 – 2019, Warszawa 2020.

  • Czesław Miłczak: banknoty polskie i wzory, Tom I 1794 – 1941, Warszawa 2012.


Anmerkungen:

[1] Jan Henryk Dąbrowski [ˈjan ˈxɛnrɨk dɔmˈbrɔfskʲi] (auch Johann Heinrich Dombrowski;

* 29. August 1755 in Pierzchów, nahe Krakau; † 6. Juni 1818 in Winna Góra, Gemeinde Środa Wielkopolska, Großherzogtum Posen) war ein polnischer General. Er wird als polnischer Nationalheld verehrt. Dąbrowski wuchs in Hoyerswerda als Sohn des kursächsischen Obersten Johann Michael Dąbrowski (Dombrowski) auf und diente von 1772 bis 1792 in der sächsischen Armee, nahm dann auf der Seite Polens unter Stanislaus Poniatowski am Russisch-Polnischen Krieg von 1792 teil, gegen die russische Invasion in Polen-Litauen und die Konföderation von Targowica.

 

Während eines nationalen Aufstands unter der Führung von Tadeusz Kościuszko gegen die Zweite Teilung Polens und die politische Entmündigung durch das Russische Reich war Dąbrowski Kommandierender General. Am 2. Oktober 1794 besetzte er Bromberg, nachdem er in der Schlacht bei Bromberg ein preußisches Korps geschlagen hatte. Mit dem Zusammenbrechen des Aufstandes zog Dąbrowski sich nach Großpolen zurück. Preußen gestattete ihm nicht, mit den Resten seiner Truppe nach Frankreich zu ziehen.

 

Nach 1795 schloss er sich der politischen Vereinigung Agencja an. 1796 folgte Dąbrowski dem Ruf Józef Wybickis nach Frankreich und organisierte 1797 militärische Verbände von polnischen Freiwilligen zum Schutz der neu gegründeten Cisalpinischen Republik. Diese Legion stellte sich wie die Donau-Legion des Generals Karol Kniaziewicz in den Dienst der Französischen Republik. Das Ziel der polnischen Generäle war es, mit Hilfe des Revolutionären Frankreichs in ehemals polnische Gebiete zu marschieren und sie zu befreien. Die Teilungen Polens durch Österreich, Preußen und Russland sollten rückgängig gemacht werden und Polen wiederauferstehen. In der Realität benutzte die Französische Republik die Polnische Legion als Fremdenregimenter für eigene Zwecke, so in Napoléons Italienfeldzug.

 

Dąbrowski wurde in Italien Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Loge gehörte dem Grande Oriente d’Italia an. Am 8. Januar 1808 war er ein Gründungsmitglied der Loge Français et Anglais Réunis in Posen. Zudem war er Ehrenmitglied der Logen Piast in Posen und Zum bekränzten Kubus in Gnesen.

 

In der Armee des neuen Herzogtums Warschau führte er das Kommando und nahm am Russlandfeldzug 1812 sowie an den Feldzügen 1813 in Deutschland teil. Zunächst Kommandant einer polnischen Division, wurde er nach Poniatowskis Tod Oberbefehlshaber des gesamten polnischen Heeres.

 

Nach dem Ende des Herzogtums durch den Wiener Kongress organisierte er als General der Kavallerie unter Zar Alexander I., dem neuen König von Kongresspolen, die neue polnische Armee. Im Jahr 1816 quittierte er seinen Dienst.

 

Dąbrowski spielt die Hauptrolle im Text der heutigen polnischen Nationalhymne. Die Hymne schrieb der ebenfalls nach Italien gegangene Józef Wybicki als Lied der polnischen Legionen in Italien. Sie gibt dem Verlangen Ausdruck, dass Dąbrowski sie zurück nach Polen führt und mit ihnen das Vaterland wiederauferstehen lässt. (Wikipedia)


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