Banknotenatlas: Philippinen


Bangko Sentral ng Pilipinas: 50 Piso von 2010.

Die Vorderseite zeigt ein Porträt von Sergio Osmeña (1878 – 1961, Politiker und ehemaliger Präsident der Philippinen), die Sitzung des ersten Parlaments 1907 sowie US-General Douglas McArthur bei der 1944 erfolgten Landung im Golf von Leyte.

Die Rückseite zeigt ein Landschaftsmotiv (Taal-See in Batangas), zwei Stachelmakrelen und die Umrisskarte der Philippinen.

1 Philippinischer Peso (PHP) entsprechen derzeit etwa 0,02 Euro.

Fläche: 343.448 qkm

Einwohner: 106.512.000 (2018)

Hauptstadt: Manila

Staatsform: Republik

Amtssprachen: Filipino/Englisch

Währung: 1 Piso = 100 Centavos


Die Gebiet der heutigen Philippinen ist bereits seit 10.000 v.u.Z. ständig besiedelt. Einwanderer kamen vor allem vom asiatischen Festland. Infolge einer großen Einwanderungswelle Mitte des 15. Jahrhunderts aus dem malaiischen Raum breitete sich der Islam aus. Heute umfasst die Bevölkerung mehr als 50 ethnische Gruppen mit rund 100 Sprachen.

Am 16. März 1521 landete der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan (Fernão de Magalhães) auf seiner Weltumseglung in spanischen Diensten im Golf von Leyte und nahm die Inseln für Spanien in Besitz. Nur einen Monat später wurde er im Kampf gegen die einheimische Bevölkerung bei Cebu getötet. 1543 gaben die Spanier einer Inselgruppen nach dem späteren spanischen König Phillip II. den Namen „Islas las Felipinas“, der dann ab 1571 für die gesamten heutigen Philippinen galt. Bereits 1565 hatten sie die gesamte Inselgruppe als spanische Kolonie beansprucht. Wegen der feindlich gesinnten Bevölkerung und der ständigen Gefahr portugiesischer Überfälle, verlegten die Spanier den Verwaltungssitz von Cebu nach Manila.

Die katholische Kirche spielte eine bedeutende Rolle bei der Eroberung des Landes. Durch rücksichtslose Missionierung und Landverteilung an den spanischen Adel und wenige Stammeshäuptlinge, wurde der große Teil der Einheimischen zu Leibeigenen auf riesigen Gütern. Die Ausbeutung der Menschen führte zu zahlreichen blutigen Aufständen. Benachteiligt und diskriminiert schlossen sich immer mehr Filipinos der Freiheitsbewegung an. Die Aufstände führten 1896 in die Revolution und zur Ausrufung der Republik der Philippinen am 12. Juni 1898. Als 1898 der Spanisch-Amerikanische Krieg ausbrach, unterstützten die Filipinos die USA, die ihrerseits dafür die Unabhängigkeit der Philippinen versprachen. Kriegsziel der USA war die Kontrolle der spanischen Überseegebiete und der Zugang zu den asiatischen Märkten über die Philippinen. Die veraltete spanische Armada hatte der modernen US-Kriegsmarine nichts entgegen zu setzen. Die USA holten nach den nörd­lichen mexikanischen Provinzen nun auch noch die letzten bedeutenden überseeischen Kolonien Spaniens (Kuba, Puerto Rico, Guam und die Philippinen). Natürlich blieb die Zusage der USA ein leeres Versprechen, das nur der Stärkung der USA auf ihrem Weg zur Weltmacht diente. Spanien musste die Philippinen an die USA abtreten. Als die die versprochene Unabhängigkeit nicht gewährten und selbst Kolonialmacht wurden, ging der Freiheitskampf ab 1899 weiter, musste aber 1901 aufgegeben werden. Auch die US-Amerikaner konzentrierten den Landbesitz in wenigen Händen und verhinderten den industriellen Aufbau, was in den 1920er und 1930er Jahren erneut zu Aufständen führte.

1941 landeten japanische Besatzungstruppen auf den Philippinen und 1943 errichteten die Japaner eine „unabhängige“ Republik, die mit der Niederlage Japans endete. Mit den USA kooperierende Großgrundbesitzer wollten gleich 1945 wieder die Macht übernehmen, oft auch mittels Terror. Am 4. Juli 1946 mussten die USA das Land schließlich in die Unabhängigkeit entlassen und 1949 wurde ein kommunistischer Aufstand mit US-Militär niedergeschlagen. Wahre Demokratie hat das dem Land nicht gebracht, Korruption und Terror halten bis heute an.

Am 1. August 1851 war der „El Banco Español Filipino des Isabel II“ mit exklusivem Notenrecht gegründet worden. Die US-Amerikaner änderten den Namen der Bank.

Im Zweiten Weltkrieg waren japanische Besatzungsausgaben in Umlauf. In dieser Zeit gab es auch zahlreiches regionales Notgeld (sog. Partisanenausgaben). Nach dem Krieg kursierten Schatzscheine mit einem „V“ für Victory (Sieg).


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

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