Das Aus für den 500-Euro-Schein



Am 26. April 2019 endete die Ausgabe von 500-Euro-Scheinen bei der Deutschen Bundesbank und der Oesterreichischen Nationalbank. Eine erhöhte Nachfrage nach dem höchsten Nominal der Europäischen Zentralbank (EZB) war in den letzten Wochen nicht zu verzeichnen, seit Jahresbeginn war diese in Deutschland stabil.

Die anderen 17 nationalen Zentralbanken des Euro-Systems hatten die Ausgabe des Fünfhunderters bereits am 26. Januar 2019 eingestellt. Die Deutschen und Österreicher hatten die meisten 500-Euro-Scheine in Umlauf gegeben, darum lief die Frist in unseren beiden Ländern auch erst Ende April aus. Neue Fünfhunderter wird es nicht geben.

Die "Europa"-Serie der EZB wird dann am 28. Mai 2019 durch die Ausgabe neuer 100- und 200-Euro-Noten vervollständigt.

Grund für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins war die Annahme, man könne damit Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit verhindern. Wie so oft bei politischen Entscheidungen, kann man sich auch hier keineswegs sicher sein, ob das in der Praxis auch funktioniert. Die Bundesbank selbst äußerte sich kritisch zur Abschaffung hoher Nominale oder zu Obergrenzen bei Bargeldzahlungen, denn es fehle einfach an einem Nachweis, dass solche Maßnahme tatsächlich zur Vermeidung von Steuerhinterziehungen oder anderen kriminellen Aktivitäten beitragen könnten.

Die Bundesbank stellte eine Modellrechnung auf, wonach Bargeld nur zu einem geringen Teil in der sog. "Schattenwirtschaft" genutzt wird. Diese umfasst mit Schwarzarbeit, Schmuggel und Drogenhandel aber immerhin rund 17% des Bruttoinlandprodukts (BIP).

Wichtig ist: Die in Umlauf befindlichen Fünfhunderter bleiben weiterhin gesetzliche Zahlungsmittel und sollen unbegrenzt umgetauscht werden.


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Battenberg Gietl Verlag, www.battenberg-gietl.de

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