Die Exil-Serie der Bank Polski von 1939

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatte die Bank Polski den Druck neuer Banknoten in Großbritannien und in den USA in Auftrag gegeben. Wegen der Besetzung Polens und der Flucht der polnischen Regierung ins Exil nach England, die neben dem Staatsschatz auch sämtliche Druckplatten für die polnischen Banknoten mitgenommen hatte, konnten die neuen Scheine nicht mehr ausgegeben werden.

Bis auf den 20-Zlotych-Schein vom 15. August 1939 (POL-83) sind alle restlichen Werte der sog. Exil-Serie jetzt im Nachverkauf des Auktionshauses Gärtner zu haben.

Die deutsche Besatzungsmacht musste im sog. Generalgouvernement bald eine eigene Notenbank gründen.

Auch nach Kriegsende wurden die Scheine der Exil-Serie nicht mehr ausgegeben, sondern nach Behelfsausgaben von 1945 folgten 1947 neue Banknoten, die den propagandistischen Ansprüchen an die junge sozialistische Volksrepublik besser entsprechen sollten.


POL-79: Bank Polski, 1 Zloty vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-79: Bank Polski, 1 Zloty vom 15. August 1939, Rückseite.

Die erste Serie mit Datum vom 15. August 1939 umfasste Nennwerte von 1 Zloty, 2 Zlote sowie 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Zlotych. Die niedrigen Werte zu 1 Zloty, 2 Zlote und 5 Zlotych wurden von der englischen Druckerei Bradbury, Wilkinson & Co. hergestellt.


POL-80: Bank Polski, 2 Zlote vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-80: Bank Polski, 2 Zlote vom 15. August 1939, Rückseite.

POL-81: Bank Polski, 5 Zlotych vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-81: Bank Polski, 5 Zlotych vom 15. August 1939, Rückseite.

Während die beiden kleinsten Werte nur Ornamente zeigen, ist auf der Vorderseite des Fünfers eine Frau in Tracht abgebildet.


POL-82: Bank Polski, 10 Zlotych vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-82: Bank Polski, 10 Zlotych vom 15. August 1939, Rückseite.

Die restlichen Werte der Serie mit Datum vom 15. August 1939 wurden bei Thomas De La Rue in London gedruckt.

Der Zehner zeigt auf der Vorderseite das Porträt einer jungen Frau mit Kopfbedeckung aus der Gegend von Warschau (nach Fotografien von Karola Beyera) und auf der Rückseite den Tumskie-Hügel an der Weichsel in Plock mit Schloss-Kathedrale und Turm.


POL-84: Bank Polski, 50 Zlotych vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-84: Bank Polski, 50 Zlotych vom 15. August 1939, Rückseite.

Der Fünziger vom 15. August 1939 zeigt auf der Vorderseite rechts das Porträt eines Goralen in Tracht aus der Gegend von Zakopane und auf der Rückseite die Berglandschaft der Hohen Tatra mit dem sog. Meeresauge.


POL-85: Bank Polski, 100 Zlotych vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-85: Bank Polski, 100 Zlotych vom 15. August 1939, Rückseite.

Auf der Vorderseite des Hunderters findet sich auf der rechten Seite das Porträt eines Masuren aus der Nähe von Warschau und auf der Rückseite eine Landschaft bei Tyniec an der Weichsel.


POL-86: Bank Polski, 500 Zlotych vom 15. August 1939, Vorderseite.

POL-86: Bank Polski, 500 Zlotych vom 15. August 1939, Rückseite.

Die Vorderseite des höchsten Wertes zu 500 Zloty zeigt das Porträt eines kaschubischen Fischers und auf der Rückseite den Hafen von Gdynia (Gdingen, 1939–1945 Gotenhafen).


Zusätzlich zu den Noten der Serie vom 15. August 1939 ließ die Bank Polski noch Werte zu 20 und 50 Zlotych mit Datum vom 20. August 1939 bei der American Bank Note Company drucken, die ebenfalls nicht mehr ausgegeben wurden.


POL-87: Bank Polski, 20 Zlotych vom 20. August 1939, Vorderseite.

POL-87: Bank Polski, 20 Zlotych vom 20. August 1939, Rückseite.

Der in den USA gedruckte Zwanziger zeigt auf der Vorderseite das Porträt einer jungen Frau im Brautkleid und auf der Rückseite die Holzkirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Leszczyny.


POL-88: Bank Polski, 50 Zlotych vom 20. August 1939, Vorderseite.

POL-88: Bank Polski, 50 Zlotych vom 20. August 1939, Rückseite.

Der letzte Schein der sog. Exil-Serie ist der in den USA gedruckte Fünfziger. Er zeigt auf der Vorderseite das Porträt einer jungen Bäuerin mit Sichel und Getreide sowie auf der Rückseite eine Berglandschaft am Fluss Dunajec.


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Auktionshaus Gärtner, www.auktionen-gaertner.de

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