Eisenbahn-Cassen-Scheine der Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahngesellschaft 1846 – 1856

Aktualisiert: März 26

Bernburg 1846 und Cöthen 1850 – 1856


Der Bau von Eisenbahnstrecken im 19. Jahrhundert war eng mit der industriellen Revolution verbunden und erforderte Investitionen in bis dahin unbekannten Ausmaßen. Da keiner der anhaltischen Staaten über genügend Mittel verfügte, um den Bau einer anhaltischen Bahn voranzutreiben, erteilte man der Anhalt-

Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft das Recht zur Emission von Papiergeld, das an allen Kassen des Unternehmens aber auch an allen staatlichen Kassen angenommen wurde.

GK-18 (P/R A15, SCWPM: GER-S126): Eisenbahn-Cassen-Schein der Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft über 1 Thaler, Bernburg, den 2. März 1846; Vorderseite (Abb. Künker).

GK-18 (P/R A15, SCWPM: GER-S126): Eisenbahn-Cassen-Schein der Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft über 1 Thaler, Bernburg, den 2. März 1846; Rückseite (Abb. Künker).


Der Deckungsbetrag für die erste Ausgabe war bei der Herzoglichen Landesregierung in Bernburg deponiert.

Die Einnahmen des laufenden Bahnunternehmens deckten nicht einmal die Betriebskosten und von einem Verkauf der Bahn waren keine Gewinne zu erhoffen.

So erwirkte die Direktion der Gesellschaft die Ausgabe neuer Kassenscheine über 500.000 Reichsthaler im Herzogtum Anhalt-Cöthen. Das Unternehmen wollte so seine Aktionäre vor finanziellen Verlusten schützen und die Regierung in Cöthen erhoffte sich eine mögliche Umwandlung in eine Staatsbahn, was dann auch mit Vertrag vom 20. März 1850 erfolgte.


GK-19a (P/R A16, SCWPM: GER-S127): Eisenbahn-Cassen-Schein der Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft über 1 Thaler, Cöthen, den 20. Februar 1850; Vorderseite (Abb. Sammlung Beerenwinkel).

GK-19a (P/R A16, SCWPM: GER-S127): Eisenbahn-Cassen-Schein der Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft über 1 Thaler, Cöthen, den 20. Februar 1850; Rückseite (Abb. Sammlung Beerenwinkel).


Da sich die Regierung in Bernburg weigerte die Druckplatten der ersten Ausgabe herauszugeben, weil sie nicht für die neue Ausgabe haftbar gemacht werden wollte, musste man das Klischee der Kassenscheine der Anhalt-Cöthenschen Staatsschulden-Commission verwenden. Von den 500.000 Thalern erhielt die Gesellschaft 100.000 und musste dafür die Bahn dem Cöthener Staat überlassen, der für die restlichen 400.000 Thaler Eisenbahn-Obligationen hinterlegte.

1856 wurden dann noch einmal Eisenbahn-Kassenscheine über 500.000 Thaler hergestellt, um die 1850 ausgegebenen Scheine einwechseln zu können.


Hans-Ludwig Grabowski


Literaturhinweis:

Das gesamte Papiergeld der sog. altdeutschen Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs findet man in dem aktuellen Katalog


Grabowski/Kranz:

Das Papiergeld der altdeutschen Staaten


1. Auflage 2020

durchgehend farbig bebildert

344 Seiten, Hardcover

Format 17 x 24 cm

ISBN: 978-3-86646-188-8

Preis: 69,00 Euro

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