Gedenkbanknote zum Unabhängigkeits-Jubiläum Haitis 2004




Auf diesem 2004 von der Banque de la République d’HaÏti emittierten und in Deutschland hergestellten 250-Gourdes-Schein wird Haitis 200-jährige Unabhängigkeit von Frankreich gefeiert. Die 1804 endende Revolution war der einzige erfolgreiche Sklavenaufstand, der eine Gründung eines unabhängigen Staates zur Folge hatte.

Auf der Vorderseite links ist der erste Generalgouverneur des unabhängigen Haitis, Jean-Jacques Dessalines (1758–1806), dargestellt, sowie, rechts hinter ihm, eine Szene der Ausrufung der Unabhängigkeit am 1. Januar 1804 vor einer feiernden Menschenmenge in GonaÏves.

Auf der Rückseite befindet sich eine Abbildung der Ruine der Festung Décidé, die einen Teil eines Netzwerks von insgesamt sechs Festungen bildete, die in der nach der Unabhängigkeit gegründeten Stadt Marchand-Dessalines zur Abwehr von europäischen Angriffen erbaut wurden. Dessalines Regierungszeit war kurz und wechselvoll, wie die Geschichte Haitis in den darauffolgenden Jahrhunderten. Er erklärte sich noch im Jahr der Unabhängigkeit zum Kaiser, womit er das kurzlebige erste Kaiserreich Haiti installierte. 1805 proklamierte er als Jacques I. eine Verfassung, nach der eine Wahlmonarchie eingeführt wurde – der Kaiser selbst traf allerdings die Wahl seines Nachfolgers. Bald formte sich Widerstand gegen Dessalines und 1806 wurde er von Henri Christophe und Alexandre Pétions ermordet; beide ehemalige Wegbegleiter der Haitianischen Revolution und Generäle Jacques I. Was daraufhin folgte, war ein Krieg zwischen den eben genannten Generälen um die Vorherrschaft und eine damit einhergehende Teilung des Landes in ein nördliches und ein südliches Haiti.


Sylvia Karges

Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

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