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Leserpost: Kostenpflichtige Premium-Beiträge


Sehr geehrter Herr Grabowski,

mit Unmut habe ich Ihr Angebot der kostenpflichtigen Premium-Beiträge gelesen.

Ich habe Ihre Zeitschrift "Münzen & Sammeln" mit dem Teilheft "Der Geldscheinsammler" seit vielen Jahren abonniert. Die Abogebühren kosten inzwischen auch fast 100 € pro Jahr.

Ich meine, dass die Premium-Beiträge in Ihrem Newsletter für Abonnenten kostenfrei sein sollten, da es wenig Sinn macht, für teilweise im Heft veröffentliche Beiträge nochmals zu zahlen. 

Mit freundlichen Grüßen

J. Braungart




Antwort der Redaktion

Hallo Herr Braungart,

mit dem Unmut ist das so eine Sache, die kenne ich auch zur Genüge und sie überkommt mich zum Beispiel immer dann, wenn ich bedenke, welchen Aufwand wir seit fast sechs Jahren mit dem Online-Magazin "Geldscheine-Online" betreiben, wie viel Engagement seitens der Autoren und von mir als Redakteur in diesem Blog steckt und wie wenig Menschen bereit sind, für qualifizierte Informationen im Internet zu bezahlen. Selbst auf ein Dankeschön für einen beantworteten Leserbrief wartet man zu 99,9% vergeblich.

 

Der Geldschein-Blog und „Der Geldscheinsammler“ in der Zeitschrift „Münzen & Sammeln“ sind inhaltlich nicht deckungsgleich. Längst nicht alle Beiträge aus dem Geldschein-Blog können und sollen auch in der Zeitschrift erscheinen, allein schon aus Platzgründen und weil die Zeitschrift nur elfmal im Jahr erscheint, der Blog-Newsletter aber wöchentlich.

 

Als seriöser Verlag zahlen wir seit dem Start von "Geldscheine-Online" im Juni 2018 auch Autorenhonorare für Online-Beiträge. Selbst wenn ich den redaktionellen Aufwand, der mittlerweile einen Großteil meiner Arbeitszeit in Anspruch nimmt, völlig außer Acht lasse, summieren sich diese Honorare bereits beträchtlich. Es wäre schön, wenn die Premium-Mitgliedschaft dazu beitragen könnte, auch weiterhin Autorenhonorare bezahlen zu können. Ohne professionelle Autoren gibt es keine hochwertigen Publikationen.

 

Ich verstehe, dass Sie als langjähriger Abonnent nicht zweimal für den gleichen Beitrag zahlen wollen. Das müssen Sie natürlich auch nicht. Man kann das Online-Angebot nutzen oder auch nicht.

 

Am Ende kann der Anteil der Premium-Beiträge leider noch deutlich steigen, wenn unter den gegebenen Bedingungen zu wenige Online-Abonnements zustande kommen.


Viele Verlage haben genau die gleichen Probleme. Während die Printmedien weiter sterben, zahlt im Internet niemand für Informationen und redaktionelle Inhalte. Kein Wunder, dass Fake News und Influencer die Welt erobern.

 

Wir wollen unseren Autoren auch in Zukunft Honorare zahlen können. Jeder sollte für seine Arbeit bezahlt werden, das ist auch für diejenigen selbstverständlich, die zwar im Internet bei Amazon, ebay & Co. einkaufen, aber für Fachjournalismus und andere Inhalte nichts bezahlen wollen.

 

Wenn es nicht gelingt, solche Online-Angebote zumindest teilweise über Abonnements zu finanzieren, wird es sie in Zukunft leider nicht mehr geben. Leider wissen viele Menschen Dinge erst dann zu schätzen, wenn es sie nicht mehr gibt.

 

Wir können nicht über eine technische Schnittstelle sicherstellen, dass Zeitschriftenabonnenten automatisch freien Zugang zu Online-Premiumangeboten haben. Dazu müsste jede IP-Adresse jedes Abonnenten bekannt sein, was schon aus Datenschutzgründen nicht möglich ist.

 

Wir könnten den Abonnenten der Zeitschrift einen Rabatt auf die Nutzung der Premium-Mitgliedschaft anbieten. Das wäre technisch machbar. Allerdings müsste dann sichergestellt werden, dass der Rabatt-Code nicht weitergegeben wird und automatisch verfällt, wenn auch das Zeitschriftenabonnement gekündigt wird. Das ist bei diesen geringen Beträgen, die dann monatlich anfallen würden, ein viel zu hoher Aufwand. Wer soll das kontrollieren?

 

Eine hundertprozentige Rabattierung ist schon deshalb nicht möglich, weil die internationalen Zahlungsdienstleister (von PayPal über Kreditkartenunternehmen bis hin zum Bezahldienst des Internetproviders) Geld verdienen wollen. Bei uns kommen also nicht 4,90 Euro pro Monat an.

 

Natürlich darf man nicht vergessen, dass sich das Magazin zu einem großen Teil mit dem Thema Münzen beschäftigt. Zeitschrift und Blog sind letztlich zwei verschiedene Produkte.

  

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und wünsche Ihnen noch viel Freude bei Ihrem Hobby!


Hans-Ludwig Grabowski


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