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Lexikon: Fingerabdrücke als Fälschungsschutz

Für die während der deutschen Inflation von 1923 ausgegebenen Notgeldscheine fehlte es oft an einem Papier, das einen gewissen Fälschungsschutz gewährte. Einige Ausgabestellen kamen deshalb auf den Gedanken, Fingerabdrücke als Echtheitsmerkmale zu verwenden.


Folgende Scheine dieser Art wurden bekannt:

  • Aurich (Provinz Hannover), Kreis: 10, 50 und 100 Milliarden sowie 1 Billion Mark;

  • Haßlinghausen (Provinz Westfalen), Amt: 1, 10, 20, 50, 200 und 500 Milliarden Mark;

  • Hildburghausen (Thüringen), Kreis: 100 und 500 Millionen Mark;

  • Mohrungen (Provinz Ostpreußen), Stadt: 5, 20, 50 und 100 Milliarden Mark;

  • Münster (Provinz Westfalen), Stadt: 5 Millionen Mark;

  • Olpe (Provinz Westfalen), Kreis: 20 Milliarden bis 2 Billionen Mark.


Amt Haßlinghausen (Prov. Hannover): Gutschein über 200 Milliarden Mark vom 26. Oktober 1923 mit Fingerabdruck. Abb. GAP-Weltbanknoten, www.gap-banknoten.de.


Stadt Mohrungen (Prov. Ostpreußen): Geldersatzschein über 5 Milliarden Mark vom 25. Oktober 1923 mit Fingerabdruck. Abb. Sammlung Klaus-Jürgen Karpinski.


Stadt Münster (Prov. Westfalen): Notgeldschein zu 5 Millionen Mark vom 11. August 1923 mit Fingerabdruck. Abb. GAP-Weltbanknoten, www.gap-banknoten.de.



Auch in den USA zirkulierten in der Zeit der Wirtschaftsdepression von 1933 einige solcher "Depression Scrips" mit Fingerabdrücken. Beispiel: Wenatchee (Washington), Daily World Publishing Co.: 25 und 50 Cents sowie 1 US-Dollar.


Lesen Sie auch den Artikel zum Notgeld von Mohrungen:


Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

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