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Rekord-Auktionsergebnisse in den USA

Aktualisiert: 10. Nov. 2023

Am 30. April 2021 wurde hier auf Geldscheine-Online von Rekordpreisen zu einigen USA-Banknoten berichtet. Vorgestellt wurde eine 10.000-Dollars-Note der FED (Ausgabe 1928 Kansas City, Friedberg-Nr. 2230-J), die bei Heritage Auctions im April 2021 ein Verkaufsergebnis von 456.000 US-Dollars (Schätzpreis 250.000 US-Dollars) erreichte.

Von den einst 480 gedruckten Scheinen sind wahrscheinlich nur noch 10 Exemplare vorhanden.

Auch weitere der sog. Small Size Notes wurden aufgeführt, die allesamt sehr selten sind und hohe Ergebnisse brachten – beispielsweise:

  • 5.000 $ 1934 (Friedberg 2221-H, 2.400 Expl. gedruckt) = 168.000 US-Dollars

  • 5.000 $ 1934 (Friedberg 2221-K, 2.400 Expl. gedruckt) = 144.000 US-Dollars

Abb. 1: 500 Dollars 1869, Vs., Friedberg 184.

Von den sog. Large Size Notes – den großformatigen und ab 1929 zurückgezogenen Geldscheinen der USA – sind weit höhere Auktionsergebnisse bekannt. Unvorstellbare Preise in Millionenhöhe wurden in den vergangenen Jahren erzielt:

der als „Rainbow“-Note bekannte 500-Dollars-Schein (Legal Tender Note, Friedberg 184) mit dem Porträt des 6. US-Präsidenten John Quincy Adams erreichte bei der Auktion von Stack’s Bowers unglaubliche 1.440.000 US-Dollars! Es sollen noch vier Exemplare vorhanden sein.


Abb. 2: 1.000 Dollars 1869, Vs., Friedberg 186f.

Auch der 1.000-Dollars-Schein (Legal Tender Note, Friedberg 186-f) brachte beim selben Auktionshaus ebenfalls 1.440.000 US-Dollars. Es ist das angeblich einzige verfügbare Exemplar – ein zweiter bekannter Schein mit der Kontrollnummer Z51324H liegt in den Tresoren der Federal Reserve Bank in Chicago.


Abb. 3: 1.000 Dollars 1890, Vs., Friedberg 379a.
Abb. 4: 1.000 Dollars 1890, Vs., Friedberg 379b.
Abb. 5: 1.000 Dollars 1890, Rs., Friedberg 379. – die Bezeichnung „The Grand Watermelon“ beruht auf der Rückseitengestaltung der drei großen Nullen, die wie Wassermelonen aussehen; an der Gestaltung der Rückseite waren W. H. Douglas, E. M. Hall, G. U. Rose Jr. und D. M. Russel beteiligt.

Mehr als das Doppelte solcher Summen erreichte die berühmteste aller US-Geldscheine: die sog. „Grand Watermelon“ – eine 1.000-Dollars-Treasury-Note von 1890. Der Schein wurde am 10. Januar 2014 bei Heritage Auctions für 3.290.000 US-Dollars ersteigert – nach einem Ausruf von 2 Millionen US-Dollars. Es sind noch sieben Scheine beider Varianten mit unterschiedlichen Unterschriften bekannt.

  • 5 Expl. mit William S. Rosecrans/James N. Huston, 1889–1891, bekannt sind: A3055H, A10895H, A11623H, A13341H, A13343H

  • 2 Expl. mit William S. Rosecrans/Enos H. Nebeker, 1891–1893, bekannt sind: A27170H, A27183H


Abb. 6: 1.000 Dollars 1891, Vs., Friedberg 379c/379d; das Porträt von dem in Spanien geborenen Nordstaaten-General George G. Meade wurden von Charles Burt gestochen.

Nicht zu verwechseln sind diese beiden Ausgaben mit denen von 1891, die zwar die selbe Vorderseite zeigen, aber eine andere Rückseite haben und ebenfalls in zwei Unterschriftsvarianten vorliegen. Zwei B-Scheine von insgesamt 32.000 gedruckten Noten haben überlebt:


Alle diese als Treasury Notes bzw. Coin Notes bekannten Scheine waren staatliche Schatzanweisungen und wurden aufgrund des Sherman Silver Purchase Act vom 14. Juli 1890 an Einzelpersonen bis 1893 ausgegeben. Durch dieses Bundesgesetz war das US-Finanzministerium verpflichtet, monatlich mindestens 4,5 Mio. Unzen in Silber aufzukaufen. Und es verhinderte die unbegrenzte Schürfung von Silber sowie die Ausprägung von Silbermünzen, die von Anhängern der Free-Silver-Bewegung bis dahin gefordert wurde.

Seit 1873 waren Silberdollars keine gesetzlichen Zahlungsmittel mehr. Aber schon 1878 wurde der Silberdollar durch den sog. Bland Allison Act wieder zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Minenbesitzer in den westlichen Bundesstaaten hatten große Mengen Silber gefördert und es entstand ein riesiges Überangebot, das den Silberpreis fallen ließ. Der Silberpreis sank im Jahr 1890 auf 1,16 Dollar je Unze. Bis zum Jahresende war er auf 69 Cents gefallen und sank bis Dezember 1894 weiter bis auf 60 Cents. Am 1. November 1895 wurde die Prägung von Silbermünzen mit der Schließung der Carson City Mint in Nevada eingestellt. Tatsächlich sind die Mengen der ausgeprägten silbernen Morgan-Dollars der Jahrgänge 1893 und 1895 weitaus seltener.


Abb. 7: 1 Dollar 1895, Vs./Rs., Prägestätte New Orleans, geprägte Exemplare: 450.000 Stück (1889: 34,65 Mio.; 1890: 38,0 Mio., 1891: 23,56 Mio. – dagegen 1892: 6,3 Mio.;1893: 1,45 Mio.; 1894: 3,09 Mio.; 1895: 0,86 Mio.)

Zwischen 1878 und 1921 wurden die nach dem in England geborenen Medailleur George T. Morgan genannten silberne Dollar-Münzen in den Münzstätten Philadelphia, Carson City, San Francisco, New Orleans und Denver in einer Gesamtmenge von 270 Mio. Dollars ausgeprägt.

Der Ursprung des Begriffs ,Münzschein‘ zur Beschreibung des Geldscheins ist unklar – er kann sich entweder auf die Münze beziehen, gegen die er eingetauscht werden könnte, oder auf die Tatsache, dass er ausgegeben wurde, um Silber zu bezahlen, das später in Münzen umgewandelt werden sollte.“[1]


Von den insgesamt 28.000 gedruckten Noten wurden bis heute nach dem Martin Gengerke Census 25 Stück noch nicht eingelöst, sind also ausstehend. Im Jahr 1905 waren es lt. dem Treasury Report noch 8.975 Scheine.


Jeweilige Ergebnisse bzw. Besitzstand, gedruckt von A1H bis A16000H mit großem Schatzamtssiegel, braun:


  • A3055H im Juni 1983 für 44.000 Dollars bei der J. Melnick Auktion in Baltimore versteigert

  • A10895H befindet sich in der Sammlung der Federal Reserve Bank in San Francisco

  • A11623H befindet sich seit 1978 in der Sammlung der Smithsonian Institution, in jenem Jahr wurde er vom US-Finanzministerium an das Museum in Washington[2] übergeben

  • A13341H befindet sich in der Sammlung der Federal Reserve Bank in Chicago

  • A13343H im Oktober 2005 für 1.092.500 Dollars bei Lyn Knight versteigert

Gedruckt von A16001H bis A28000H, mit kleinem Schatzamtssiegel, rot:


  • A27170H im Januar 2014 für 3.290.000 Dollars (Schätzpreis 2,0 Mio. Dollar) bei Heritage Auctions in Orlando versteigert – (das Auktionshaus teilte mit: der neue Besitzer des teuren Scheins wolle anonym bleiben.[3] Der Schein stammte aus der berühmten Sammlung von Albert A. Grinnell und erreichte damals bei der Barney Bluestone Auktion im November 1944 die Summe von 1.230 Dollars und wechselte später an folgende Sammler, Händler oder Katalogautoren: Robert Friedberg, danach an Amon Carter, Jr., dann an Jim Thompson, dann an Dean Oakes, dann an das Ehepaar Dr. Edward und Joanne Dauer ... 1970 hatte der Schein für 11.000 Dollars wiederum den Besitzer gewechselt, bis er im März 2006 für 2.255.000 Dollars und dann im April 2013 für 2.585.000 Dollars (von Heritage Auctions in Chicago) versteigert wurde.

  • A27183H befindet sich in der Sammlung der Federal Reserve Bank in San Francisco


Aber auch die anderen Nachfolgescheine der Schatzscheine über 1.000 Dollars sind ebenso selten – nur zwei Exemplare beider Varianten sind als Einzelstücke bekannt:

Gedruckt von B1H bis B8000H, mit kleinem Schatzamtssiegel, rot:


Von dieser 1891er Variante Rosecrans/Nebeker, ist berichtet worden, sie ist aber bis heute nicht belegt. Es soll sich ein Schein in Privatbesitz befinden.[4]


Gedruckt von B8001H bis B32000H, mit kleinem Schatzamtssiegel, rot:


  • B23792H es wurde von einem privaten Verkauf über 2,1 Mio. Dollars im Jahr 2006 berichtet, heute in der Sammlung der Federal Reserve Bank in San Francisco (Unterschriften-Kombination: James F. Tillman/Daniel N. Morgan, gedruckt während der kurzen Amtszeit zwischen Januar bis Juni 1893)

  • B31973H in der Sammlung der Smithsonian Institution Washington


Abb. 8: 1.000 Dollars 1891, Rs.,[5] Friedberg 379c/379d, Gestaltung: D. M. Cooper, W. H. Douglas, E. M. Hall, A. L. Helm und G. U. Rose Jr..

Auch die „kleine Wassermelone“, die Treasury Notes zu 100 Dollars von 1890 sind nicht häufig. Es wird geschätzt, dass von den 120.000 gedruckten Scheinen lt. Track & Price noch 35 Exemplare vorhanden sind. Es gibt sie nur mit der Unterschrifts-Kombination Rosecrans/Huston.


Abb. 9: 100 Dollars 1890, Vs., Porträt von David G. Farragut, Marineoffizier der Nordstaaten (im Dezember 1864 von US-Präsident Lincoln zum Vizeadmiral befördert).
Abb. 10: 100 Dollars 1890, Rs., die Gestaltung des Scheins besorgten Ch. Schlecht (Vs.) sowie W. A. Copenhaver, W. H. Dougal, G. U. Rose Jr. und J. A. Rueff (Rs.).

Die erzielten Auktionspreise lagen in den letzten Jahren zwischen 150.000 bis 200.000 US-Dollars und werden zukünftig mit Sicherheit höhere Wertsteigerungen erreichen. 1996 wurden z.B. „nur“ 13.200 US-Dollars für einen 100-Dollars-Schein von 1891 bezahlt.


Abb.11: 500 Dollars 1891, Proof Vs., mit dem Porträt von William T. Sheridan, nach dem amerikanischen Bürgerkrieg wurde er 1866 zum Generalleutnant befördert.
Abb. 12: 500 Dollars 1891, Proof Rs., diese Wertstufe wurde nie ausgegeben.

Alle diese Scheine wurden in Washington bei der Bundesdruckerei BEP gedruckt – auch der 500-Dollars-Musterschein[6]. Davon sind Scheine ohne Kontrollnummer mit den Unterschriften von Rosecrans/Nebeker und solche mit Null-Nummerierung B00000H mit den Unterschriften von Blanche K. Bruce/Ellis H. Roberts aus den Jahren 1897/98 bekannt.


Michael H. Schöne


Quellen:

[1] https://hmongwiki.de

[2] https://americanhistory.si.edu/national-numismatic-collection

[3] https://www.ha.com

[4] Q. D. Bowers „Whitman Encyclopedia of U.S. Paper Money“, 2009

[5] https://www.wikiwand.com/en

[6] https://commons.wikimedia.orgM. Cooper, W. H. Douglas, E. M. Hall, A. L. Helm und G. U. Rose Jr.

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