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Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.3.2 – León

Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen – Kleingeld Asturien und León, Teil 2

Die Kleingeldausgaben der Consejo de Asturias y León


Der gleiche Mangel, der an Geldzeichen ab 5 Peseten herrschte, war auch beim Kleingeld zu spüren. Um den Zahlungsverkehr aufrechterhalten zu können, gaben nicht nur Gemeinden, sondern auch Gewerkschaften und Unternehmen Notgeld über kleine Beträge aus.


Um einheitliche Geldverhältnisse zu schaffen, ordnete die Regierung von Asturien und León (Consejo de Asturias y León) die Herstellung von Münzen zu 50 Céntimos sowie einer und zwei Peseten an. Jedoch bereitete nicht nur die Beschaffung des Metalls Schwierigkeiten, sondern auch die hohen Kosten warfen Probleme auf. Von den Münzen wurden je 50.000 Stück der Nominale zu 50 Céntimos und 1 Pesete sowie 100.000 Münzen zu 2 Pesetas geprägt; und zwar 50 Centimos (Ø 21,5 mm/2,8 g) und 2 Peseten (Ø 27 mm/8 g) in Kupfer-Nickel und 1 Pesete (Ø 23 mm/4,75 g) in Kupfer. Die Stücke in Kupfer-Nickel wurden in Gijón und die in Kupfer in Guernica geprägt.


Abb. 1.1/2: Consejo de Asturias y León, 1937, 50 Céntimos, Vorder- und Rückseite.


Abb. 2.1/2: Consejo de Asturias y León, 1937, 2 Pesetas, Vorder- und Rückseite.


Weder hätte man den Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln mit der geringen Menge an Münzen decken, noch das Verbot der privaten und kommunalen Gutscheine durchsetzen können.


In der Zeitung „El Noroeste“ vom 6. Dezember 1936 gab der Generaldirektor der Finanzabteilung, Rafael Fernández, bekannt, dass die Regierung die Ausgabe von „Silber-Geldscheinen“ (papel plata) über 0,50, einer und zwei Peseten beschlossen habe.

Am 12. Januar 1937 meldete man dann, dass die Prägestempel im Baskenland hergestellt und die Münzen zunächst in Guernica und später in Asturien geprägt würden. Bereits am 3. Januar war dann in der Zeitung „Advance“ zu lesen, dass ab 1. Februar die Kleingeldscheine in Umlauf gesetzt würden. Fünf Tage später wiederholte man die Meldung dahin gehend, dass sowohl „Billetes de certificado de plata“ wie auch Münzen gleichen Wertes ausgegeben würden.


Trotz des dringenden Bedarfs verstrich viel Zeit, bis am 18. August 1937 „Advance“ meldete, dass wohl Ende des Monats Geldscheine zu 25, 40 und 50 Céntimos sowie einer und zwei Peseten kommen würden und dass der Schein zu 2 Peseten etwa die Größe der 10 Peseten-Banknote habe. Die Scheine seien von Germán Horacio entworfenen und von Control de Litografía auf gutem Papier gedruckt worden. Am 1. September 1937 schließlich war es so weit, die Kleingeld-Gutscheine wurden in Umlauf gesetzt. In den nächsten Tagen erschienen dann Anzeigen der Gewerkschaften, die ihre Gutscheine aufriefen.


Die Vorderseiten der Céntimos-Nominale sind bei unterschiedlicher Größe und Farbe bildgleich: die blauen 25 Céntimos haben die Maße 80 x 40 mm, die grünen 40 Céntimos

92 x 45 mm und die blau-violetten 50 Céntimos 92 x 45 mm. Die Scheine sind überschrieben im Band mit „CONSEJO DE ASTURIAS Y LEÓN“, darunter kleiner – ESPAÑA –; in der Mitte

in einer Verzierung der Wert, links und rechts davon im Unterdruck das mit der Volkskrone gekrönte Wappen von Asturien (Kreuz) bzw. von León (Löwe). Auf dem linken Wappen die Unterschrift des Generalgouverneurs des Rates, Belarmino Tomás, und auf der rechten Seite die Unterschrift des Finanzministers Rafael Fernández. Am unteren Rand wird bis auf dem Schein zu 25 Céntimos die Druckerei genannt. Die Vorderseiten der Peseten-Werte zeigen auf der linken Seite eine Allegorie der Republik: eine sitzende Matrone mit einem Löwen zu ihren Füßen. Die beiden Wappen bilden hier den Unterdruck auf der rechten Seite.

Die Hauptfarbe des Peseten-Scheins ist Rot und Orange, Größe 97 x 50 mm, der Wert zu

2 Peseten in Grau und Braun hat die Größe 106 x 51 mm. Da die Kleingeldscheine von der Banco de España nicht genehmigt waren, fehlt hier auch ein entsprechender Vermerk.


Die Rückseiten zeigen Darstellungen aus Region. Der niedrigste Wert zwei Fischer, das Nominal zu 40 Céntimos die Entladung eines Schiffes, der 50er einen Arbeiter mit Hammer am Amboss, der Schein zu einer Pesete Bauern auf dem Feld und der höchste Wert einen sägenden Arbeiter. Zusätzlich steht auf allen Nominalen der Wahlspruch „PAZ Y TRABAJO“ (Friede und Arbeit).


Abb. 3.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 25 Céntimos, Vorderseite.

Abb. 3.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 25 Céntimos, Rückseite.


Abb. 4.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 40 Céntimos, Vorderseite.

Abb. 4.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 40 Céntimos, Rückseite.


Abb. 5.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 50 Céntimos, Vorderseite.

Abb. 5.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 50 Céntimos, Rückseite.


Abb. 6.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 1 Peseta, Vorderseite.

Abb. 6.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 1 Peseta, Rückseite.


Abb. 7.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 2 Pesetas, Vorderseite.

Abb. 7.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 2 Pesetas, Rückseite.


Die Kleingeldscheine sind auch heute noch relativ leicht zu bekommen. Eine Ausnahme macht nur der Wert zu 50 Céntimos, der verhältnismäßig selten ist.


Uwe Bronnert

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