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- Lexikon: National Commercial Bank of Scotland Ltd.
Die National Commercial Bank of Scotland war eine schottische Notenbank. Sie war 1959 aus der National Bank of Scotland (gegründet 1825) und der Commercial Bank of Scotland (gegründet 1810) entstanden. Schottland, National Commercial Bank of Scotland Ltd.: Banknote zu 5 Pfund vom 2. Januar 1963 (Pick 272), Druck: Bradbury, Wilkinson & Co., England, Vorderseite mit Wappen. Schottland, National Commercial Bank of Scotland Ltd.: Banknote zu 5 Pfund vom 2. Januar 1963 (Pick 272), Druck: Bradbury, Wilkinson & Co., Rückseite mit dem Edinburgh Castle und dem Bankgebäude der National Commercial Bank of Scotland in Edinburgh. Die Bank gab zwischen 1959 und 1968 in verschiedenen Serien Banknoten in den Nennwerten zu 1, 5, 10, 20 und 100 Pfund aus. 1969 erfolgte der Zusammenschluss mit der Royal Bank of Scotland. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Detlef Hilmer†, München.
- Aus dem Archiv: Banknotenfälscher
Der Kampf an der Falschgeldfront vor dem "Mauerbau" im "Kalten Krieg" – Ein Lehrstück zur Falschgeldbekämpfung in der frühen DDR. Das Herstellen von Falschgeld ist ein schweres Verbrechen, das in hohem Grade gesellschaftsgefährlich ist, und deshalb unsere größte Aufmerksamkeit erfordert. Die Analyse derartiger Straftaten zeigt, daß der Herstellung von Falschgeld im wesentlichen zwei Tatmotive zugrunde liegen. Einmal handelt es sich bei den Tätern um Menschen, die diese Verbrechen zum Zwecke persönlicher Bereicherung durchführen, und zum anderen um solche, die im Auftrage der Feinde unseres Arbeiter- und-Bauern-Staates versuchen, unseren sozialistischen Aufbau zu hemmen. So wurde z. B. im Prozeß gegen den Agenten Burianek u. a. im Jahre 1952 durch das Oberste Gericht nachgewiesen, daß diese Gruppe zur Finanzierung ihrer Untergrundorganisation über eine Million DM Falschgeld herstellen und in unsere Republik einschleusen wollte. Im Gegensatz zu den sozialistischen Staaten stellen in den Ländern des Kapitalismus, also auch in der deutschen Bundesrepublik, Fälschungen von Zahlungsmitteln besonders typische Verbrechen dar. Diese Tatsache liegt im kapitalistischen Wirtschaftssystem begründet, weil die dort herrschenden Verhältnisse manche Menschen veranlassen, raffinierte Verbrechen zu begehen, was auch in der Herstellung von Falschgeld seinen Ausdruck findet. Besonders charakteristisch für diese Feststellung ist folgender Fall: Der Fotografengehilfe W. Berg, wohnhaft in einer westberliner Laubenkolonie, konnte als Hersteller und Verbreiter mehrerer Nachbildungen von Mark der westdeutschen Bank Deutscher Länder und der Deutschen Notenbank (DDR) festgenommen werden. B. besaß in Westberlin eine Fälscherwerkstatt, in der fast alle seine Familienangehörigen mit der Herstellung und Verbreitung von Falschgeld beschäftigt waren. Die Lebensbedingungen dieser Familie waren erbärmlich. Infolge langjähriger Arbeitslosigkeit mehrerer Familienangehöriger, die während dieser Zeit auch keine Unterstützung bekamen, war die Familie bei Geschäftsleuten arg in Schulden geraten. Ws wurden die ärmlichsten Verhältnisse festgestellt. Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, hatte diese Fälschergruppe in primitiver Art und mit wenigen Mitteln Falschgeld hergestellt. Die kapitalistischen Wirtschaftsverhältnisse führten sie auf die Bahn des Verbrechens. In Westdeutschland kommen auf je 100 000 Einwohner allein im Jahr 1955 insgesamt 12 Fälle von Falschgeldverbreitung. Auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik wurden seit 1948 insgesamt siebenundzwanzig verschiedene Nachbildungen von West-Mark mit über 600 Banknoten und bei Münzfälschungen 81 Fälschungsklassen mit über 1800 Falsifikaten registriert. Auf Grund einer übergroßen Zahl von Nachahmungen sah sich die Bank Deutscher Länder bereits 1949/50 gezwungen, mehrere Notenserien von 50-, 20- und 5-Mark-Scheinen außer Kurs zu setzen, die erst im Jahre 1948 in umlauf gebracht worden waren. Aber auch die neu herausgegebenen Werte wurden wiederum gefälscht. Im Juni 1956 mußten außerdem verschiedene Notenserien von Hundertmarkscheinen aus dem Verkehr gezogen werden, da diese "Blüten" in großer Anzahl vornehmlich in Westberlin kursierten. Anfang des Jahres 1955 gelang es der westdeutschen Kriminalpolizei, einen Fälscherring auszuheben. Die Täter hatten "50-Mark-Blüten" hergestellt, die echten Banknoten kaum nachstanden. Der Fälscher hatte zusammen mit weiteren Tätern vier Jahre lang Banknoten der Bank Deutscher Länder hergestellt und für über 50 000 Westmark Falsifikate verbreitet. Im Gegensatz zur Bonner Bundesrepublik gibt es bei uns auf diesem Gebiet nur eine geringe Kriminalität. Abgesehen von wenigen, nur als Einzelexemplare aufgetretenen Handzeichnungen, die aufgrund ihrer Primitivität nicht erwähnenswert sind, wurden seit 1948 13 Fälle von Fälschungen der Mark der Deutschen Notenbank festgestellt. Einen der gefährlichsten Banknotenfälscher gelang es im Jahre 1952 festzunehmen. Er hatte eine in jahrelanger Arbeit entwickelte und hinsichtlich der Qualität äußerst gefährliche Nachbildung in Umlauf gebracht. Dem Fälscher war es geglückt, innerhalb von 14 Tagen 3000 Falsifikate von 20-DM-Noten umzusetzen. Dieser Fall zeigte, daß es bei auftretenden Fälschungen notwendig ist, unverzüglich mit der Verbrechensbekämpfung zu beginnen, auch wenn nur eine geringe Verbreitung erfolgt oder die Nachahmung sehr plump erscheint. Jeder Fälscher ist bestrebt, seine Falsifikate fortlaufend zu verbessern, um eine Fälschung zu schaffen, die den echten Noten sehr nahe kommt und im allgemeinen für den Laien als Falsifikat nicht erkennbar ist. Das gelingt allerdings nur in den wenigsten Fällen. Kaum ein anderer Verbrecher kalkuliert in seine Straftaten die Unachtsamkeit oder Gleichgültigkeit der Mitmenschen in solche starkem Maße ein wie der Banknotenfälscher. Er weiß, daß er bei der Verbreitung des Falschgeldes ständig der Gefahr ausgesetzt ist, daß seine Fälschungen erkannt werden. Deshalb ist er auch bestrebt, die ihm durch die Herstellung entstandenen Unkosten schnell zu decken und darüber hinaus einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Er bringt daher meist erst dann größere Mengen Falschgeld in Umlauf, wenn er eine einigermaßen gute Fälschung geschaffen hat. Banknotenfälscher Berg in seiner Werkstatt. Die Fälscherwerkstatt und die vom Täter verwendeten Werkzeuge beseitigen alle Zweifel darüber, daß an jedem beliebigen Ort falsche Banknoten hergestellt werden können. Dem Verbrecher gelang es, mit relativ einfachen Mitteln gute Falsifikate anzufertigen. Schnelle kriminalistische Aufklärungsarbeit erforderlich Große Mengen in Umlauf gesetzter Fälschungen bedeuten für unsere Wirtschaft eine nicht unerhebliche Gefährdung, die auch zu schwerwiegenden politischen Folgen führen kann. Wenn trotz aller seitens der Notenbank und der Volkspolizei eingeleiteten Maßnahmen der Täter nicht ergriffen wird, müssen eventuell bestimmte Notenserien aus dem Verkehr genommen werden. Der Neudruck von Banknoten ist jedoch stets mit der Beschaffung hochwertiger Rohstoffe und mit erheblichen Kosten verbunden, die für unseren Aufbau zweckmäßiger verwendet werden können. Bei Geldfälschern und -verbreitern handelt es sich fast ausschließlich um reisende Täter. Das macht die Bekämpfung dieser Verbrechen besonders schwierig. Wie die Erfahrungen zeigen, handeln Fälscher äußerst geschickt und raffiniert. In der Regel arbeiten sie ausnahmslos außerhalb ihres ständigen Wohnbereiches unter möglichst schnellem Wechsel der Verbreitungsorte. Beispielsweise suchen sie oft erst wochenlang einzelne Geschäfte auf, um zu beobachten, wo sich infolge der Gleichgültigkeit des Verkaufspersonals die besten Absatzmöglichkeiten für die Falsifikate bieten. Fast sämtliche verbreiteten Falsifikate werden erst von der Deutschen Notenbank, von Sparkassen oder anderen Kreditinstituten als Fälschung erkannt. Dadurch vergeht meist eine gewisse Zeit bis zur Feststellung der Falsifikate, so daß es schwerfällt, den letzten Verausgeber zu ermitteln. Oft hat der Verbrecher nur einen falschen Schein mitgenommen, während der sich in der Nähe aufhaltende Mittäter eine größere Anzahl bei sich trägt. Das geschieht aus Sicherheitsgründen, Beobachtet der Komplice beispielsweise, daß die Falschgeldverbreitung mißlingt, d. h. daß der Verkäufer Verdacht geschöpft hat, dann muß er schnellstens sämtliche Spuren, die auf eine Falschgeldherstellung schließen lassen, verwischen. Deshalb ist bei Feststellung eines Verbreitens unbedingt notwendig, daß dessen Wohnung gesichert wird, um vorzubeugen, daß sachliche Beweise beiseite geschafft werden können. Nach einer sofortigen Ergreifung des Falschgeldverbreiters erfolgte schlagartig eine gründliche Wohnungsdurchsuchung. Es konnten mehrere solche Koffer, die Falschgeld enthielten, beschlagnahmt werden. Der Verbrecher hatte 20-DM-Noten en gros hergestellt. In der Regel versucht ein Fälscher oder Falschgeldverbreiter für die verausgabten Falsifikate eine möglichst große Summe echten Geldes zurückzubekommen. Daher kauft er fast ausnahmslos Gegenstände von geringem Wert, beispielsweise Zigaretten, Seife, Kämme, Filme u. a. Diese Waren befinden sich meist in größeren Mengen in seiner Wohnung. So konnten bei einem Fälscher, der seine Falsifikate selbst umsetzte, für einige tausend Mark Münzen im Werte von zehn und fünfzig Pfennig, die er als Wechselgeld empfangen hatte, beschlagnahmt werden. Bei der Durchsuchung von Wohnungen, Werkstätten und anderen Räumen muß auf die unscheinbarsten Dinge geachtet werden. Die zur Herstellung von Falschgeld verwendeten Materialien – beispielsweise Bildwerfer, Fotoapparate, Vergrößerungsgeräte, Flaschen mit Säuren, Metallteile, entsprechende Fachliteratur – sind stets gut versteckt. Eine Fälscherwerkstatt kann in jeder Wohnung, sei es in der Stadt oder auf dem Lande, in einer einfachen Wohnlaube oder in Geschäfts- oder Lagerräumen eingerichtet sein. Es ist notwendig, jede Person, die mit einem Falsifikat angetroffen wird, der örtlichen VP-Dienststelle zuzuführen und durch die Kriminalpolizei feststellen zu lassen, ob es sich um eine wissentliche oder eine gutgläubige Verbreitung handelt. Das Schwergewicht der vorbeugenden Tätigkeit bei Falschgelddelikten liegt in einer wirksamen Zusammenarbeit mit dem Handel oder anderen Institutionen, bei denen wiederholt Falsifikate aufgetaucht sind. Dazu können auch Informationen in mündlicher oder schriftlicher Form, beispielsweise durch Handzettel, erteilt werden. Wenn sich jedoch Anhaltspunkte ergeben, die eine Ergreifung des Täters möglich machen, oder wenn die Verbreitung noch keinen großen Umfang angenommen hat, muß von einer Veröffentlichung zweckmäßigerweise Abstand genommen werden. Erhält der Fälscher irgendwie Kenntnis durch die Presse oder durch andere Umstände, so wird er meist seine Tätigkeit vorübergehend einstellen, das Falsifikat verbessern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Verbreiter – oft mit besseren Fälschungen – in Erscheinung treten. Es gibt auch Fälscher, die nur alle Wochen oder Monate einzelne Falsifikate umsetzen. Am häufigsten wurden bisher 20-DM-Noten gefälscht. Die Täter gingen dabei von der Tatsache aus, daß bei diesen gebräuchlichen Zahlungsmitteln vom Verkaufspersonal kaum eine Prüfung erfolgt. Meist haben sich Banknotenfälscher ihr Wissen durch ein ausgiebiges, oft Jahre dauerndes Selbststudium angeeignet. Voraussetzung ist jedoch, daß der Fälscher gründliche Kenntnisse über den gesamten Druckvorgang sowie technische Fertigkeiten besitzt. Falsch ist, anzunehmen, daß Fälscher vorzugsweise aus dem grafischen Gewerbe kommen, Kunstmaler sind, Fotograf oder ähnliche Berufe erlernt haben. Es gibt Beispiele, wo Elektriker, Bäcker, Musiker oder Personen anderer Berufsarten qualitativ gute Fälschungen produzieren. Ein Vergleich des echten Wasserzeichens [links] mit dem Wasserzeichen des Falsifikats [rechts] läßt die Fälschung klar erkennen. Wie erkennt man falsche Banknoten? Echte Banknoten sind gegen Fälschungen durch Spezialpapier, Wasserzeichen, Faserstreifen sowie durch die Zeichnung des Notenbildes und andere Sicherheiten geschützt. Es ist bisher kaum einem Fälscher gelungen, die Wasserzeichen oder die Faserstreifen naturgetreu nachzubilden. Falsifikate ohne diese Sicherheiten sind bei einem Vergleich mit einer echten Note sofort zu erkennen. So bieten Wasserzeichen und Faserstreifen einen besonderen Schutz. Das Wasserzeichen bei einer echten Note entsteht im Produktionsprozeß. Fälscher versuchen durch Verdünnung des Papiers an der entsprechenden Stelle oder mittels Fettaufdruck u. ä. das Wasserzeichen nachzuahmen. Der Faserstreifen ist in das Papier eingewirkt und die Fäserchen sind mit dem Papierstoff verfilzt (außer bei 0,50-DM-Scheinen). Die Fälscher versuchen meist, diese Fasern aufzukleben oder aufzuzeichnen. Fast ausnahmslos ist das gesamte Notenbild einer Fälschung verschwommen, matt getönt und unscharf wiedergegeben; dagegen zeigt das Notenbild der echten Note eine satte Färbung, einen sauberen, deutlichen und klaren Druck. Die mit Tintenstift vorgetäuschten Faserstreifen (links) haben einen ganz anderen Charakter als die Faserstreifen echter Banknoten (rechts). Beide Ausschnitte wurden 300fach vergrößert. Die Bekämpfung eines Schwerpunktes hat auf Grund der Schwierigkeiten bei der Ermittlung meist nur dann Erfolg, wenn eine Einsatzgruppe die zentrale Bearbeitung durchführt. Dieser Einsatzgruppe erwächst die Aufgabe, eine systematische und wirksame Bekämpfung zu organisieren. sie muß sich vorerst über die Lage informieren und entsprechende Unterlagen schaffen. Der Erfolg der Bekämpfung von Falschgelddelikten ist häufig davon abhängig, im welchem Maße außer der Abteilung zum Schutze des Volkseigentums auch andere Dienstzweige von dem Vorhandensein und über die Merkmale der Fälschung informiert werden. Die Zusammenarbeit der einzelnen Dienstzweige darf keinen zufälligen Charakter tragen, sondern alle Maßnahmen müssen systematisch vorbereitet und durchgeführt werden. Die Volkspolizei hat zur Aufklärung dieser Delikte verschiedene Möglichkeiten. Es können beispielsweise Druckereien, Klischeeanstalten und ähnliche Betriebe durch die Abteilungen Erlaubniswesen nach bestimmten Hinweisen überprüft werden. Das kann wiederum Ermittlungen über Personen nach sich ziehen. Dazu müssen besonders die Abschnittsbevollmächtigten herangezogen werden, da sie in ihrem örtlichen Zuständigkeitsbereich die besten Möglichkeiten haben, Auskünfte über diese Menschen zu erlangen. Ähnlich verhält es sich mit der Überprüfung von Personen, die wegen ähnlicher Verbrechen bereits vorbestraft sind. Bisher wurde es oft nicht verstanden, individuell solche Überprüfungen vorzunehmen und genaue Informationen einzuholen. Manchmal ist es auch notwendig, Überprüfungen von Einzelpersonen und von Personengruppen vorzunehmen, die sich zum Zeitpunkt des Anfalls in Hotels oder anderen Übernachtungsstätten aufgehalten haben. Hier ist eine gute Zusammenarbeit mit der Fahndung erforderlich, die über den Schwerpunkt und die eingeleiteten Maßnahmen informiert werden muß. Rudi Augustiniok Herzlichen Dank unserem Leser Stephan Ziegler für die Bereitstellung des historischen Artikels!
- Wie lassen sich die notwendigen Devisen beschaffen?
Anmerkungen zu den Wertscheinen der (Inter-)hotels Der DDR-Außenhandel beschränkte sich in den 1950er und 1960er Jahren zu 95 Prozent auf die im „Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (RGW) zusammengeschlossenen Staaten.[1] Zwischen ihnen wurde seit 1963 der Handel ausschließlich in Transferrubel abgewickelt.[2] Diese konnten bei Zahlungen außerhalb des RWG nicht verwendet werden. Die rohstoffarme DDR musste jedoch für ihre Industrieproduktion zunehmend Waren auf dem Weltmarkt gegen harte Währung einkaufen. Die Devisenknappheit des Arbeiter- und Bauernstaats war sprichwörtlich. Daher entstand 1964 im Ost-Berliner Ministerium für Außenhandel der Bereich „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo) unter der Leitung von Staatssekretär Alexander Schalk-Golodkowski mit dem obersten Ziel der Devisen-Beschaffung. Um diese zu erwirtschaften, waren Exporte ins nichtsozialistische Ausland notwendig. Das führte dazu, dass Waren (z. B. Kleidung, Möbel) zum Teil unter den Herstellungskosten an Versandhäuser und Kaufhäuser in Westdeutschland verkauft wurden. Anfang der 1970er Jahre bemühte sich die DDR-Führung, die Akzeptanz der Bevölkerung für den Sozialismus durch eine spürbare Verbesserung des Lebensstandards zu steigern. Die notwendigen Güter (z. B. Kaffee, Kakao, Südfrüchte usw.) waren auf dem Weltmarkt ebenfalls nur gegen harte Valuta erhältlich. Um die benötigten Devisen zu erhalten, war die DDR-Führung auch bereit, fragwürdige Wege zu gehen. Zwischen Ende 1962 bis 1989 zahlte die Bundesregierung über 3,44 Milliarden DM an die DDR, um etwa 33.000 politische Gefangene und 250.000 Ausreisewillige freizukaufen. Außerdem erhielt die DDR aufgrund des Transitabkommens seit 1971 jährlich DM-Zahlungen. So flossen z. B. 1974: 234 Millionen DM, 1978: 400 Millionen DM und 1989: 525 Millionen DM in die Staatskasse der DDR. Da die Mark der DDR eine reine Binnenwährung[3] war, spielte sie im internationalen Zahlungsverkehr keine Rolle. In der DDR betrug der offizielle Umtauschkurs zur D-Mark 1:1. Er galt auch beim Mindestumtausch (sog. „Zwangsumtausch“)[4] für Bürger der Bundesrepublik und West-Berlins bei DDR-Besuchen oder bei der Bereitstellung des Reisegelds von 15 DM für DDR-Bürger, die ins westliche Ausland fahren durften. Der übliche Schwarzmarkt-Kurs lag meist bei 1:4, d. h. für eine DM erhielt man vier Mark der DDR, zeitweise auch mehr. Im Besitz der Bevölkerung der DDR befanden sich beträchtliche Mengen an Devisen, insbesondere DM-Zahlungsmittel waren vorhanden, obwohl der Besitz und Handel mit "Westgeld" offiziell stark reglementiert war. Das Geld stammte aus Sendungen von Verwandten aus der Bundesrepublik, Einnahmen aus Reisen in den Westen, Verkauf von Antiquitäten oder Kunst an westliche Käufer und natürlich Schwarzmarkt-Geschäften. Über den Umfang der begehrten DM-Zahlungsmitteln liegen natürlich keine konkreten Zahlen vor, Schätzungen aus den 1980er Jahren gehen aber davon aus, dass private Haushalte in der DDR über mehrere Milliarden DM verfügten. Seit 1962 verkauften Intershop-Läden Westprodukte und sonst nicht zu erhaltende hochwertige Waren aus DDR-Produktion gegen Zahlung in Devisen. Um schneller an die gehorteten Westzahlungsmittel der Bevölkerung zu kommen, regelte man die Zahlung in den Intershops neu. Mit Einführung der Forumschecks am 16. April 1979, durften DDR-Bürger dort nicht mehr mit frei konvertierbaren Währungen zahlen. Diese mussten zuvor bei den Bankinstituten der DDR oder den Filialen der Staatsbank der DDR gegen sog. Forumschecks umgetauscht werden. Die Intershops waren mit einer Rendite von bis zu 70 Prozent enorm gewinnträchtig. Zwischen 1971 und 1989 trugen allein sie mit 14,3 Milliarden DM zur Staatssanierung bei. Weitere Devisen sollten von Touristen und Geschäftsreisenden aus dem westlichen Ausland und der BRD generiert werden. 1963 setzte Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Heinz Siegert ein, die zu diesem Zweck ein Netz gehobener Hotels schaffen sollten. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit war es am 1. Januar 1965 so weit. Zwölf Hotels in Berlin, Erfurt, Jena, Magdeburg, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Leipzig öffneten unter dem Markenzeichen „Interhotel“ die Pforten, zu ihnen gehörten in Ost-Berlin das Hotel Stadt Berlin, das Hotel Berolina und das Hotel Unter den Linden, in Erfurt der Erfurter Hof, in Weimar das Hotel Elephant, in Leipzig das Hotel Astoria und in Karl-Marx-Stadt der Chemnitzer Hof. Bis 1989 wuchs die Hotelkette auf 34 Häuser mit rund 20.000 Betten an.[5] Die Interhotels[6] wandten sich mit ihrer gehobenen Ausstattung und einer gepflegten, internationalen Küche an ausländische Gäste. Die sogenannten „Devisenhotels“, Fünf-Sterne-Häuser, standen nahezu ausschließlich Besuchern aus dem „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ (NSW) offen.[7] Bezahlt wurde hier in frei konvertierbaren Währungen, also DM, US-Dollar usw. Die Hotels waren zentral organisiert und unterhielten auch Intershops. Als Folge der neuen wirtschaftspolitischen Ausrichtung nach dem VIII. Parteitag der SED (15. – 19. Juni 1971) wurden einige Luxusherbergen auch den DDR-Bürgern geöffnet. „1971/72 waren in sechs von der Vereinigung Interhotel sowie der HO und der Mitropa betriebenen Hotels (in Oberhof, Dresden, Warnemünde, Potsdam, Schwerin und Saßnitz) insgesamt 2.000 Betten dem FDGB[-Feriendienst] zugeteilt worden, sodass wohl jährlich 30.000 bis 40.000 Urlauber diesen Luxus zum Spottpreis von 310 Ostmark für zwei Wochen genießen konnten.“[8] Zu Beginn lag der Übernachtungspreis für ein Zweibettzimmer ohne Frühstück in Vier-Sterne-Hotels bei 40 bis 60 Mark, in Fünf-Sterne-Hotels bei 45 bis 75 Mark. Ein DDR-Ehepaar mit Ferienscheck zahlte inklusive Verpflegung nur 52 Mark pro Tag. Bei ausländischen Gästen lag der Preis höher, allerdings wurde nicht mehr verlangt als in vergleichbaren westlichen Hotels. Das Flaggschiff der Interhotelkette – das „Grand Hotel“ in der Friedrichstraße – wurde 1987 im Beisein Honeckers eröffnet. Die Übernachtungspreise reichten von 275 DM für ein Einzelzimmer bis mindestens 3.600 DM für eine Suite.[9] Das war „Weltniveau“. Warnemünde, HO-Hotel "Neptun", Strandkörbe ADN-ZB Junge 21.4.1972 Bez. Rostock: Neue gastronomische Perle des Ostseebeirkes. Das neue unmittelbar hinter den Dünen der Ostsee gelegene HO-Hotel "Neptun" in Rostock - Warnemünde eröffnete am 7.6.1971 seine Pforten. Abb. Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, Bundesarchiv Bild 183-L0424-306. Es ist kein Geheimnis, dass die Interhotels von der Stasi überwacht wurden. Hinter den Kulissen werkelten Abhörspezialisten. Im Hotel „Neptun“ in Warnemünde kam in den Zimmern ausgefeilte Mikrofon- und Videotechnik zum Einsatz – und selbst die Restauranttische waren verwanzt. Obwohl laut § 249 Strafgesetzbuch Prostitution als „asoziales Verhalten“ verboten war, boten manche Häuser auch den diskreten Service, ein Call-Girl zu bestellen, an. Die DDR unternahm große Anstrengungen, den Gästen aus dem westlichen Ausland einen Aufenthalt auf internationalem Niveau zu bieten. Dazu gehörten besondere, exklusive Speisen und Getränke im Hotelrestaurant, die allerdings mit harter Währung bezahlt werden mussten. In einigen Häusern, die auch für DDR-Bürger zugänglich waren, begegnete man nicht nur ausländischen Gästen, sondern auch besonderen Wertscheinen zu 50 Pf(ennig), 1, 2, 5, 10, 20 und 50 M(ark), wobei nicht alle Werte für jeden Emittenten hergestellt wurden. Die Scheine haben die Größe 140 mm x 75 mm und unterscheiden sich bei der Farbgebung bei den einzelnen Hotels, sind aber sonst weitgehend gleich gestaltet. Auf der Vorderseite wird in einem Schmuckrahmen im mittleren Teil auf einer Guilloche die Bezeichnung „Wertschein“ oder „Storeticket“ und darüber das ausgebende Hotel (z. B. Hotel Neptun Warnemünde; Interhotel Panorama Oberhof) genannt. Unten am Rand heißt es dann „hat nur Gültigkeit im Hotel …“ oder auch in Englisch „only for payment in the hotel …“. Rechts von diesen Angaben in einer Guilloche eine große Wertzahl und darunter kleiner ein „M“ für Mark, darüber eine sechsstellige Kennziffer mit vorgesetzter „Nr“ bzw. „No“. Der rechte weiße Schaurand ist bedruckt mit „Wertschein / über / Wertzahl (groß) / M / Name des ausgebenden Hotels mit einem entsprechenden Logo“. Die Rückseiten sind bei den Ausgaben der verschiedenen Emittenten individueller gestaltet: Firmensignet oder Abbildung des Hotelgebäudes im Unterdruck sowie Angabe des Hotelnamens. Am unteren Rand „Nur gültig zur Bezahlung von Speisen und Getränken“, manchmal auch zusätzlich am oberen Rand „As payment only for meals and drinks“. Da die Scheine undatiert sind, kann das Druckjahr nur am Druckvermerk in der unteren linken Scheinecke abgelesen werden, z. B. „C 439 75 III 18 185“; die 75 gibt dabei das Druckjahr (1975) an. Die Wertscheine dürften in Leipzig bei „VEB Wertpapierdruckerei der DDR“ gedruckt worden sein. Es wurden mehrere Wasserzeichenpapiere verwendet. Die Wertscheine mussten von den Reisenden aus dem kapitalistischen Ausland gegen Devisen erworben werden, um damit exklusive Waren (z. B. hochwertige Speisen, Alkohol, Importprodukte) im Hotel zu bezahlen. Somit war der Zugang zu diesen Waren nur bestimmten Gästegruppen möglich und verhinderte einen „Ausverkauf“ an DDR-Bürger. Die Verwendung der Wertscheine hatten ferner den Vorteil, dass Hotelangestellte nicht in den Besitz der begehrten Valuta gelangten. Damit auch verdiente Werktätige der DDR die Vorzüge einer Unterkunft und Verpflegung in den Luxushäusern in Anspruch nehmen konnten, erhielten Sie vom FDGB-Feriendienst einen gewissen Tagessatz in Form der Wertscheine. Abb. 1.1: Ahrenshoop, Ostseehotel, o. D. (1982), 10 M, Vorderseite. Abb. 1.2: Ahrenshoop, Ostseehotel, o. D. (1982), 10 M, Rückseite. Abb. 2.1: Dresden, Hotel Bastei, o. D. (1986), 10 M, Vorderseite. Abb. 2.2: Dresden, Hotel Bastei, o. D. (1986), 10 M, Rückseite. Abb. 3.1: Oberhof, Interhotel Panorama, o. D. (1984), 2 M, Vorderseite. Abb. 3.2: Oberhof, Interhotel Panorama, o. D. (1984), 2 M, Rückseite. Abb. 4.1: Oberhof, Hotel Panorama, o. D. (1986), 5 M, Vorderseite. Abb. 4.2: Oberhof, Hotel Panorama, o. D. (1986), 5 M, Rückseite. Abb. 5.1: Saßnitz, MITROPA Rügen-Hotel, o. d. (1987), 20 M, Vorderseite. Abb. 5.2: Saßnitz, MITROPA Rügen-Hotel, o. d. (1987), 20 M, Rückseite. Abb. 6.1: Warnemünde, Hotel Neptun, o. d. (1975), 1 M, Vorderseite. Abb. 6.2: Warnemünde, Hotel Neptun, o. d. (1975), 1 M, Rückseite. Von den einheitlichen Wertscheinen sind die Verzehrbons des Interhotels „International“ in Magdeburg zu unterscheiden. Abb. 7: Magdeburg, Interhotel International, Café Wien, o. d, (1979), 10 M. Vorderseite. Außerdem sind von den beschriebenen Wertzeichen die undatierten Wertscheine des Frankfurter Hofs in Frankfurt (Oder), des Schloss- und Parkhotels Reinhardsbrunn in Friedrichroda, des Hotels Ernst Thälmann in Oberhof und des Ringberghauses in Suhl zu unterscheiden. Die Storetickets des Frankfurter Hofs fallen dabei vollkommen aus dem Rahmen, lauten sie doch auf DM. Somit dürfte ihre Ausgabe erst für die Zeit nach der Währungsumstellung geplant gewesen sein. Da sich für ihre Nutzung kein plausibler Grund mehr fand, wurde sie wohl nie ausgegeben. Abb. 8.1: Frankfurt (Oder), Hotel Stadt Frankfurt, o. D. (1990), 5 DM, Vorderseite. Abb. 8.2: Frankfurt (Oder), Hotel Stadt Frankfurt, o. D. (1990), 5 DM, Rückseite. Die Scheine des Schloss- und Parkhotels Reinhardsbrunn dürften am ehesten vergleichbar mit den Einheitsausgaben gewesen sein, denn das Hotel wurde sowohl von DDR-Bürgern wie Touristen aus der Bundesrepublik besucht. Abb. 9.1: Friedrichroda, Schloss- und Parkhotel Reinhardsbrunn, o. D., 50 Pfennig, Vorderseite. Abb. 9.2: Friedrichroda, Schloss- und Parkhotel Reinhardsbrunn, o. D., 50 Pfennig, Rückseite. Das Hotel Ernst Thälmann in Oberhof war ein Konsum-Erholungsheim und Haus des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund), in dem wahrscheinlich nur DDR-Bürger Urlaub machten. Abb. 10.1: Oberhof, Hotel Ernst Thälmann, o. D., 50 Mark, Vorderseite. Abb. 10.2: Oberhof, Hotel Ernst Thälmann, o. D., 50 Mark, Rückseite. Abb. 11.1: Suhl, Ringberghaus, o. D., 5 Mark, Vorderseite. Abb. 11.2: Suhl, Ringberghaus, o. D., 5 Mark, Rückseite. Das "Ringberghaus" in Suhl gehörte dem Bauernverband der DDR (VdgB = Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe), wo Landwirte aus der gesamten Republik ihren Urlaub verbrachten. Die Scheine dürften als internes Verrechnungsgeld gegolten haben, wie wir es z. B. von den Speisetalons des Reisebüros der DDR in Zinnowitz auf Usedom kennen. Sie wurden aber auch von verschiedenen Geschäften in der Stadt Suhl angenommen, so z.B. von dem auf der Rückseite abgebildeten CENTRUM-Warenhaus Suhl. Suhl blickt auf eine jahrhundertelange Tradition in der Waffenherstellung zurück. Heute produzieren vor allem zwei traditionsreiche Unternehmen hier: Merkel Jagd- und Sportwaffen GmbH sowie C. G. Haenel. In der DDR-Zeit kamen die Waffen vom VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Suhl, wo auch Sportwaffen hergestellt wurden. Suhl war als international anerkanntes Schießsportzentrum regelmäßig Gastgeber internationaler Trainingslager und Vergleichswettkämpfe. 1986 fand hier die 44. Weltmeisterschaft im Sportschießen statt. Teilnehmer sowie Vertreter der internationale Presse waren u. a. in dem zu diesem Anlass neu erbauten Hotel Stadt Suhl untergebracht, das zur WM auch eigenes Hotelgeld ausgab. Abb. 12.1: Zinnowitz, Hotel Zinnowitz (Reisebüro der DDR), 1985, 1 Mark, Vorderseite. Abb. 12.2: Zinnowitz, Hotel Zinnowitz (Reisebüro der DDR), 1985, 1 Mark, Rückseite. Nach der Wiedervereinigung wurden zahlreiche Häuser des Reisebüros der DDR sowie die Interhotels von der Treuhandanstalt verwaltet. 1991 übernahm die Klingbeil-Gruppe fast alle Häuser und im Dezember 2006 wurden die verbliebenen Hotels der Deutschen Interhotel AG an die Blackstone Group für ca. 750 Mio. € verkauft. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) war eine internationale Organisation sozialistischer Staaten. Er wurde am 25. Januar 1949 als Antwort auf den US-amerikanischen "Marshall-Plan" gegründet und sollte die wirtschaftliche Planung der Mitgliedstaaten koordinieren, um eine unabhängige sozialistische Wirtschaft zu schaffen, ferner den Handel zwischen den Mitgliedstaaten und der Bereitstellung gegenseitiger Kredite fördern. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Sowjetunion, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei. Am 23. Februar 1949 trat Albanien (ab 1961 ruhte die Mitgliedschaft) dem Bündnis bei und am 29. September 1950 folgte die DDR. Ab 1962 wurde der RGW für nicht-europäische Staaten geöffnet und international ausgebaut. Neue Mitglieder wurden die Mongolei (1962), Kuba (1972) und Vietnam (1978). Am 17. September 1964 trat Jugoslawien einigen Organen des RGW bei. China (bis 1961) und Nordkorea erhielten Beobachterstatus. Am 16. Mai 1973 unterzeichnete Finnland ein Kooperationsabkommen mit dem RGW, 1975 folgten dann der Irak und Mexiko, Angola 1976, Nicaragua 1984, Mosambik 1985. Im November 1986 nahmen Delegierte aus der Demokratischen Republik Afghanistan, Äthiopien, der Demokratischen Volksrepublik Jemen (Südjemen) und Laos als Beobachter an einem Treffen teil. Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa und den politischen Veränderungen ab 1989 wurde der RGW am 28. Juni 1991 offiziell aufgelöst. [2] Dabei galt 1 Transferrubel 4,67 Ost-Mark. [3] Zahlungsmittel der DDR durften weder ein- noch ausgeführt werden. [4] Der Mindestumtausch wurde am 2. Dezember 1964 eingeführt und nach der "Wende" am 24. Dezember 1989 abgeschafft. Insgesamt erzielte die DDR-Regierung mit dieser Maßnahme Einnahmen in Höhe von 4,5 Milliarden DM. [5] Hasso Spode, Urlaub macht Geschichte, Reisen und Tourismus in der DDR, Bonn 2023, S. 148. [6] Nahezu alle Hotels der gehobenen Klasse in der DDR waren Interhotels; bekannte Ausnahmen stellten das HO-Hotel Neptun in Warnemünde und das dem Reisebüro der DDR gehörende Hotel Cecilienhof in Potsdam dar. [7] 1978 waren es etwa 9,5 Millionen Gäste aus dem kapitalistischen Ausland. [8] Hasso Spode, S. 149. [9] Ebenda, S. 156.
- São Tomé und Príncipe feiert 50 Jahre Unabhängigkeit
Am 26. August 2026 gab São Tomé und Príncipe eine 50-Dobras-Gedenkbanknote aus, um den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes zu feiern. Diese Sonderausgabe würdigt die historische Unabhängigkeitserklärung vom 12. Juli 1975 und feiert die Erfolge der Nation in den vergangenen fünf Jahrzehnten. An der öffentlichen Zeremonie nahmen der Premierminister und Regierungschef Américo Ramos sowie weitere hochrangige Staatsvertreter teil, darunter der Generalstaatsanwalt der Republik, Carlos Stok, die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Richterin Euridice Dias, und ehemalige Gouverneure der Zentralbank von São Tomé und Príncipe, die die Zeremonie ausrichtete. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen des offiziellen Programms der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit und zum institutionellen Werdegang der Währungsbehörde, die vor 34 Jahren gegründet wurde. Fotos der Zeremonie zur Vorstellung der neuen Gedenkbanknote. Auf der Vorderseite der Banknote sind zwei symbolträchtige Vogelarten der Inseln prominent abgebildet: links der Wanderfalke (und rechts der Graupapagei, die sich vor der Cascata Mioba (Wasserfall) in Praia Pesqueira im Süden von São Tomé befinden. Die tropische Landschaft aus Wasser, Farnen und Waldlaub unterstreicht den außergewöhnlichen Naturreichtum des Archipels. Ein Porträt des Nationalhelden Rei Amador oben rechts, das Staatswappen unten in der Mitte und ein Kaffeeblatt rechts schmücken zusätzlich die Vorderseite der Banknote. Das transparente Fenster unten rechts zeigt eine irisierende Kakaoschote. Die irisierende Kakaoschote wurde in das Polymersubtrat zum Zeitpunkt seiner Herstellung eingearbeitet. Das Kakaomotiv würdigt die langjährige landwirtschaftliche Tradition des Landes und dessen historische Rolle in der Volkswirtschaft. Der Nennwert oben rechts ist mit optisch variabler Druckfarbe (OVI) gedruckt, deren Farbe von Gold zu Grün wechselt. Das Kaffeeblatt besteht ausschließlich aus dem sich wiederholenden Mikrotext „BANCOCENTRALDESÃOTOMÉEPRÍNCIPECINQUENTADOBRAS“ in hellen und dunklen Schattierungen. Der Wanderfalke (links) und der Graupapagei (rechts). Der Cascata Mioba (Wasserfall) in Praia Pesqueira. Das Kaffeeblatt aus sich wiederholendem Mikrotext „BANCOCENTRALDESÃOTOMÉEPRÍNCIPECINQUENTADOBRAS“. Die Rückseite hebt die einzigartige Lage von São Tomé und Príncipe am Äquator hervor und zeigt eine Umrisskarte von Amerika und Afrika, auf der der Äquator deutlich als „EQUADOR“ gekennzeichnet ist. Über die Weltkarte ist eine Luftaufnahme der Inseln gelegt, auf der der Äquator bei Ilhéu das Rolas (Rolas-Inselchen) zu sehen ist. Das Denkmal „Marco do Equador“ auf Ilhéu das Rolas ist unten rechts in der Mitte abgebildet, zusammen mit einem Hinweis auf die geodätischen und astronomischen Arbeiten von Gago Coutinho zwischen 1916 und 1918, über einer Umrisszeichnung des Globus. Coutinho bestätigte, dass der Äquator direkt durch Ilhéu das Rolas verläuft. Eine Inselszene mit Meer und Palmen ziert den unteren mittleren und rechten Bereich der Banknote im Hintergrund. Das Denkmal „Marco do Equador“ auf Ilhéu das Rolas. Die Banknote ist in Grün- und Goldtönen gehalten, die Fruchtbarkeit, Sonnenlicht und Wohlstand symbolisieren, und verbindet Tradition mit moderner Gedenk-Ästhetik. Sie misst 145 x 67 mm. Das Projekt zur Herstellung dieser Gedenkbanknoten wurde von Authentix in dessen Werk „Royal Joh. Enschedé“ (RJE) in Haarlem, Niederlande, umgesetzt. Dies ist in der Tat eine spannende Entwicklung, die die Rückkehr des renommierten niederländischen Sicherheitsdruckers in das Geschäft mit dem Druck hochsicherer Banknoten signalisiert. RJE wurde 1703 als kleine Buchdruckerei und Schreibwarenhandlung in Haarlem, Niederlande, von Izaak Enschedé gegründet. Das Unternehmen stieg in den Hochsicherheitsdruck ein und produzierte ab 1814 neben internationalen Banknoten und Briefmarken auch die offiziellen Banknoten für die niederländische Zentralbank. Die neue Gedenkbanknote wurde auf dem PolySecure®-Polymersubstrat von Q&T Hi-Tech Polymer gedruckt, einem Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Hanoi, Vietnam. PolySecure® basiert auf einem firmeneigenen Polymerkern mit kontrollierter Opazifizierung, Oberflächenbehandlung und transparenten Fensterbereichen. Die Architektur ist so konzipiert, dass sie offensichtliche optische Merkmale, verdeckte maschinenlesbare Elemente und bestehende Arbeitsabläufe in der Banknotenproduktion unterstützt. Erfahren Sie HIER mehr über dieses neue Polymersubstrat. Diese Gedenkbanknote ist weltweit die fünfte im Umlauf befindliche Banknote, die auf PolySecure® gedruckt wurde. Bei den anderen vier handelt es sich um die vier vietnamesischen Polymerbanknoten mit niedrigem Nennwert aus den Jahren (20)24 und (20)25. Die Banknote wurde im Neun-Farben-Offsetdruck mit mehreren Iris-Übergängen gedruckt, kombiniert mit einem Zweifarben-Tiefdruck für das beim Banknotendruck typische taktile Relief. Optisch variable Druckfarbe, die im Siebdruckverfahren aufgetragen wurde, wechselt die Farbe, wenn die Banknote gekippt wird. Die Farne auf der Vorderseite links leuchten unter UV-Licht. Mit dieser Banknote führt die RJE zudem erstmals ein vollständig digitales Nummerierungsverfahren ein. Anstelle fester Nummerierwerke wird jede Nummer digital aufgebracht, was eine eindeutige Identifizierung der Banknoten und zusätzliche Fälschungsschutzmaßnahmen ermöglicht. Die Gedenkbanknote ist derzeit nicht für den allgemeinen Umlauf bestimmt, könnte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt in kleinen Mengen in Umlauf gebracht werden. Mit ihrer Ausgabe soll die monetäre Identität des Landes mit der Bewahrung des nationalen Gedächtnisses verknüpft werden, wobei die Numismatik als Instrument zur Würdigung von Ereignissen und Institutionen dient, die die jüngste Geschichte von São Tomé und Príncipe geprägt haben. Sie wurde gemäß Dekret Nr. 09/2025 ausgegeben und von Gareth Haddad do Espírito Santo Guadalupe, dem Staatsminister für Wirtschaft und Finanzen, sowie Agostinho Quaresma dos Santos Afonso Fernandes, dem Gouverneur der Zentralbank, unterzeichnet. Die Gedenkbanknote wurde mit den Präfixen A (gefolgt von einer fünfstelligen Kontrollnummer) und STP (gefolgt von einer vierstelligen Kontrollnummer) gedruckt: Präfix A mit den Seriennummern A 00001–55000, A 56101–57000 und A 58101–59000, 56.800 Stück. Präfix STP mit den Seriennummern STP 0001–0100, 100 Stück. Nur in einer VIP-Mappe erhältlich. Präfix STP mit den Seriennummern STP 0101–1000, 900 Stück. Nur in einer Sammlermappe erhältlich. Präfix A mit der Seriennummer A 00000, nummeriert von 001 bis 100, mit dem Aufdruck „ESPÉCIME“ (MUSTER) auf Vorder- und Rückseite, 100 Stück. Die exklusive VIP-Mappe mit Präfix STP. Die Sammlermappe mit Präfix A. Die Zentralbank von São Tomé und Príncipe genehmigte den Vorverkauf der Banknote ab Freitag, dem 21. August 2026, auf der HICC-Münz-und-Banknotenbörse in Hongkong; das offizielle Ausgabedatum war jedoch der 26. August 2026. Donald Ludwig (polymernotes.com)
- Uruguay: Neue 200-Pesos-Banknote mit modernisiertem Sicherheitsfaden
Die Zentralbank von Uruguay hat ihre 200-Pesos-Banknote der Serie H 2025 mit einem neuen, 3 mm breiten, gefensterten, animierten mikrooptischen Sicherheitsstreifen namens ANIMA™ SIGN ausgestattet, der im Rahmen der Banknotenproduktion von Oberthur Fiduciaire geliefert wurde. Es ist die erste Banknote, bei der Anima™ SIGN zum Einsatz kommt, und kombiniert die beeindruckenden dynamischen Effekte eines Sicherheitsstreifens mit Mikrolinsen mit magnetischer Maschinenlesbarkeit. Der Streifen erzeugt beim Kippen der Banknote eine sichtbare Bewegung, bei der sich die Aufschriften „200“ und „BCU“ abwechseln, während seine integrierte magnetische Funktionalität eine zuverlässige Erkennung durch Geldbearbeitungsgeräte ermöglicht. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein in der Sicherheitsstreifen-Technologie dar, da hier die öffentliche Authentifizierung der Stufe 1 und die maschinenlesbare Funktionalität in einem einzigen animierten mikrooptischen Merkmal vereint werden. Erfahren Sie mehr über diesen neuen Sicherheitsstreifen und sehen Sie sich HIER das Video an. Donald Ludwig
- Lexikon: National Bank Notes
Als National Bank Notes werden die von den einzelnen National Banks der USA seit 1863 ausgegebene Banknoten bezeichnet. Die National Banks wurden durch den National Currency Act vom 25. Februar 1863 geschaffen und ihre Scheine tragen deshalb auch die Bezeichnung "National Currency". Sie waren private Depositenbanken, die bis zum Jahr 1935 Noten ausgeben durften. Es gab insgesamt einige Tausend dieser Banken, die Noten in den Werten zu 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Dollars mit Daten von 1875, 1882, 1902 und 1929 ausgaben. Die Notentypen sind für alle Banken gleich und unterscheiden sich nur durch den Banknamen und die Unterschriften. Nur die Ausgabe von 1929 hat das kleinere Format der sog. "Small Size Notes", alle anderen Ausgaben sind sog. "Large Size Notes". USA, First National Bank of Reed City, Michigan: National Bank Note über 20 Dollars der Serie 1929, Vorderseite. USA, First National Bank of Reed City, Michigan: National Bank Note über 100 Dollars, Rückseite. Die National Bank Notes verloren im Laufe der Zeit an Beliebtheit und Bedeutung im Zahlungsverkehr der USA. Die letzten Noten wurden 1935 ausgegeben. Nach 1935 waren die Federal Reserve Banks alleinige Notenbanken in den USA. Alle National Banks sind dem Federal Reserve System angeschlossen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Philatelie und Ansichtskarten Detlef Hilmer†, München
- Leserpost: "Buschnoten" von Deutsch-Ostafrika mit Druckfehler "Daressalan"
Hallo Herr Besler, mir ist bei den "Buschnoten" zu einer Rupie von Deutsch-Ostafrika ein Schreibfehler aufgefallen. In der Anlage sind Bilder des Druckfehlers "n" statt "m" in "Daressalam" wie zuvor beschrieben und klar erkennbar bei DOA-38b und c. Ich besitze die Scheine nur einmal und kann über die Häufigkeit keine Aussage machen. Viele Grüße R. Schwalier Antwort der Redaktion Die "Interims-Banknoten" der Deutsch-Ostafrikanischen Bank aus der Zeit des Ersten Weltkriegs inkl. der sog. "Buschnoten" sind wegen ihrer Geschichte und der Vielfalt an Ausführungen und Varianten ein besonders interessantes Sammelgebiet, in dem man immer wieder neue Entdeckungen machen kann. Besonders früh und intensiv hat sich damit Dr. Arnold Keller beschäftigt, von dem sein Katalog "Das Papiergeld der deutschen Kolonien" in mehreren Auflagen erschien. Bereits 1925 erschien in der Zeitschrift "Das Notgeld" von ihm ein Artikel unter dem Titel "Das Kriegsnotgeld von Deutsch-Ostafrika". Sein Buch "Das Papiergeld der deutschen Kolonien", das 1952 in kleiner Auflage im Eigenverlag erchien, bezeichnete er als Neubearbeitung dieses Aufsatzes. Der Katalog erschien dann nochmals 1962 im Eigenverlag und 1967 im Numismatischen Verlag Dombrowski. In seiner Arbeit geht Dr. Keller akribisch auf alle von ihm festgestellten Unterschiede bei den "Interims-Banknoten" ein, weshalb diese – wie auch bei vielen deutschen Notgeldscheinen – bis heute eine unverzichtbare Quelle ist. In seinem Buch von 1967 schreibt er im Zusammenhang mit den "Buschnoten" der Deutsch-Ostafrikanischen Bank und dem "verstümmelten" Ortsnamen u.a.: "Buschnoten Mit diesem Namen bezeichnet man die primitiv in der Wildnis hergestellten Noten zu 1, 5, 10 und 50 Rupien, die das Datum des 1. Juli 1917 tragen. Nach dreijährigem Kampf waren die Verteidiger Ostafrikas von der englischen Übermacht schließlich nach dem Süden der Kolonie abgedrängt worden. Der Bedarf an Papiergeld dauerte fort, um so mehr, als die in der Eisenbahnwerkstatt Tabora begonnene Ausprägung von Münzen wieder hatte eingestellt werden müssen. Es bestand aber keine Möglichkeit mehr, Scheine durch Druck herzustellen. Man mußte sich also auf ganz primitive Art helfen. Schon im Mai 1917 hatte man die Herstellung der Buschnoten vorbereitet, jedoch von Metalltypen. Man findet auch wirklich Noten mit scharfem rückseitigem Durchdruck des Satzes auf der Vorderseite, der also nicht von einem Gummistempel stammen kann. Gegen Mitte 1917 gingen die gedruckten Interimsnoten zu Ende. Mit Hilfe einer Gummitypen-Kinderdruckerei, die man als Spielzeug von Farmerkindern gefunden hatte (Schnee S. 286), stellte man nun die Buschnoten […] her." Zu den 1-Rupien-Scheinen schreibt Keller weiter: "Der Abdruck dieser Notenstempel ist fast immer unscharf und verschwommen […]. Typenunterschiede finden sich zwar auch, sind aber durch stärkeren oder schwächeren Druck und entsprechende Breitquetschung der Buchstaben leicht zu erklären und daher belanglos. Doch scheint der Ortsname bei dem abgeschrägten Stempel, wenigstens teilweise "Daressalan" (mit n am Ende) zu lauten." Von einem "Druckfehler" kann man eigentlich nicht sprechen, weil die Scheine nicht gedruckt, sondern gestempelt wurden. Evtl. hat sich das "n" am Ende der Ortsbezeichnung "Daressalem" mit der Zeit so abgenutzt, dass es nur noch als "n" zu lesen war. Es kann aber auch sein, dass es überhaupt nicht mehr nutzbar war und durch ein "n" ersetzt wurde, weil kein "m" mehr in der Kinderdruckerei vorhanden war. Fakt ist, dass ich selbst so ein Stück noch nicht in der Hand hatte. Auch in der sehr umfangreichen Sammlung Reichert, die als Basis für meine Neu-Katalogisierung des Sammelgebiets diente, war keine Buschnote mit "Daressalan" vorhanden. Ich kann gern in der Neuauflage meines Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871", die im Oktober 2026 erscheinen wird, auf diese Besonderheit hinweisen. Ein höherer Preis ist hier sicher gerechtfertigt. ich wollte eben eine Anmerkung in die Neuauflage des Katalogs zu den deutschen Banknoten ab 1871 (ehem. „Rosenberg“) aufnehmen und habe deshalb meine eigene Sammlung angeschaut. Tatsächlich habe ich auch Exemplare mit „Daressalan“ (DOA-38b und 38f). Meine DOA-38b ist sogar im Katalog abgebildet. Vielleicht haben wir (Herr Reichert und ich) damals bei der Neu-Katalogisierung von DOA auch nicht darauf geachtet. Mir ist es bisher auch nicht aufgefallen gewesen! Ich nehme die Ausführung mit „Daressalan“ als DOA-38F2 mit Aufpreis + 50 EUR auf! Wenn es mir bisher nicht aufgefallen ist, obwohl ich selbst solche Scheine in der Sammlung habe, dann schlummern sicher noch viel mehr davon in Sammlungen … Das ist gleichzeitig ein Aufruf an alle Sammler, selbst mal ihre DOA-Bestände zu sichten! Zusätzlicher Hinweis: Man kann allerdings in einem Standardkatalog nicht auf alle Besonderheiten eingehen. Das Buch ist ja ohnehin unter meiner Bearbeitung und Autorenschaft schon zu einem beachtlichen Umfang angewachsen. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026 Vorbestellung per Email
- Ein Gang durch den Bundesbankbunker in Cochem an der Mosel
Der Bundesbankbunker in Cochem-Cond gehört zu den geheimsten und zugleich faszinierendsten Relikten des "Kalten Krieges" in der Bundesrepublik Deutschland. Abb. 1: Zugang zum Gelände des Bundesbankbunkers am Ende einer Sackgasse. Zwischen 1964 und 1988 lagerte die Deutsche Bundesbank dort bis zu 15 Milliarden D‑Mark einer streng geheimen Ersatzwährung, der sogenannten BBk‑II‑Serie, die im Kriegs- oder Krisenfall die wirtschaftliche Stabilität der Bundesrepublik sichern sollte. Abb. 2: Die Noten der BBk-II-Serie für Westdeutschland. In den 1960er Jahren war die Bundesrepublik Deutschland aufgrund ihrer geografischen Lage besonders exponiert: Als NATO-Mitglied und Grenzstaat zum Warschauer Pakt galt sie als potenzielles Hauptziel politischer und wirtschaftlicher Sabotage. Zu den befürchteten Szenarien gehörte insbesondere die massenhafte Einschleusung von Falschgeld durch den Ostblock, die das Vertrauen in die D‑Mark zerstört hätte. Um diesem Risiko zu begegnen, ließ die Bundesbank eine geheime Ersatzwährung drucken, die im Ernstfall sofort ausgegeben werden sollte. Parallel entstanden Schutzbauten wie der Regierungsbunker in Ahrweiler, sowie ein eigener Bunker für die Lagerung der Ersatzwährung. Der Bunker wurde zwischen 1962 und 1964 errichtet, rund 30 Meter unter der Erdoberfläche. Der Standort war strategisch günstig gewählt; nicht weit von der Metropole Frankfurt am Main, dem Sitz der Deutschen Bundesbank, dennoch sicher hinter dem natürlichen „Bollwerk“ Rhein. Darüber hinaus meinte man, dass die geologische Beschaffenheit des Tals – Schiefergestein und die natürliche Abschirmung durch die umliegenden Höhenzüge – ideale Voraussetzungen für einen Schutzbau bieten würde, der selbst Druckwellen eines nuklearen Angriffs widerstehen könnte. Über dem unterirdischen Komplex standen zwei unscheinbare Wohnhäuser, die als Schulungszentrum der Bundesbank dienten. Tatsächlich verbargen sie die Zugänge zu einer 1.500 Quadratmeter großen Bunkeranlage mit Tresorräumen und Versorgungseinrichtungen. In den zwölf Tresorboxen lagerten in Geldsäcken und Geldkisten bis zu 15 Milliarden D‑Mark der geheimen Ersatzwährung, die zum Glück nie in Umlauf gesetzt werden musste. Nur wenige Prüfer der Bundesbank durften den Bunker betreten; sie kontrollierten den Bestand regelmäßig stichprobenartig. Mit dem Ende des "Kalten Kriegs" verlor die Notstandswährung ihre Bedeutung. 1988 wurde sie vernichtet, der Bunker stand zunächst leer. 1994 ging die Anlage an die Volksbank Cochem über, die Teile des Tresors für eine Schließfachanlage nutzte. Der Großteil des Bunkers blieb jedoch unangetastet. 2014 wurde der gesamte Komplex an einen Unternehmer aus Treis‑Karden verkauft und anschließend restauriert. Seit 2016 ist er als Dokumentationsstätte öffentlich zugänglich. Besucher gewinnen bei den Führungen einen einzigartigen Einblick in die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik. Die Häuser des Schulungszentrums wurden zu einem Hotel umgebaut. Abb. 3: Lageplan des Bunkers. Der Besuchereingang zum Bunker befindet sich in der umgebauten ehemaligen Garagen-Einfahrt. Hier wurden die angelieferten Banknoten mit einem Lastenaufzug zur Tresoranlage gebracht. Die Besucher begeben sich allerdings auf einer Treppe hinab in die Bunkeranlage, deren Wände aus bis zu 1,20 Meter starkem Stahlbeton besteht, der gegen Explosionen, Strahlung und mechanische Angriffe ausgelegt war. Ein langer Gang – durch verschiedene Bunkertüren in verschiedene Schleusen unterteilt – führt zum Tresorraum. Die kleinen Räume rechts des Ganges mit Duschen usw. dienten dazu, Personen, die mit atomaren oder mit biologisch verseuchten Stoffen in Berührung gekommen waren, zu dekontaminieren. Abb. 4: Gang zum Tresor. Abb. 5: Toilettenraum. Abb. 6: Tresortür. Der Tresor wird durch eine massive, tonnenschwere Stahltür gesichert. Sie verfügt über mechanische Zahlenschlösser, elektrische Sperren sowie Zeitverzögerungsmechanismen. Zusätzlich sind drei Schlüssel zum Öffnen nötig. Da diese verschiedenen Personen anvertraut waren, konnten sie nur gemeinsam die Tür öffnen. Die Anlage war so konzipiert, dass selbst bei gewaltsamem Eindringen die inneren Tresorräume nicht ohne weiteres geöffnet werden konnten. Links und rechts des langen Tresors befinden sich „Drahtkäfige“ (Tresorboxen). Hier lagerten die Milliarden D-Mark in Säcken, Kisten und Kartons. Abb. 7: Gang im Tresor mit den Gitterboxen. Abb. 8: Gitterbox mit Kartons für die Ersatz-Banknoten. Abb. 9: Bundesbank-Säcke für die Ersatz-Banknoten. Abb.10: Gekennzeichneter Sack (Wert 2 Millionen DM). Abb. 11: Karton mit 100-DM-Noten = 2 Millionen DM. Am Ende führte eine Treppe in den darüber liegenden Bunkerbereich. Hier waren die Arbeitsräume der 26 Bankmitarbeiter, die am Tag X die Scheine der BBk-I-Serie gegen Noten der BBk-II-Serie austauschen sollten. Ferner waren auf dieser Ebene die Schlafräume, der Aufenthaltsraum und die Küche untergebracht. Bleibt noch anzumerken, dass sich auf dieser Ebene auch ein Notausstieg befindet. Abb. 12: Raum mit Arbeitsplätzen. Abb. 13: Schlafraum. Abb. 14: Krankenstation. Abb. 15: Notausstieg. Der Bunker war für einen autarken Betrieb von mindestens 14 Tagen ausgelegt. Dazu gehörten: ein Diesel-Notstromaggregat, ein eigener Kraftstoffvorrat und redundante Stromkreise. Das Aggregat konnte die gesamte Anlage inklusive Lüftung, Beleuchtung und Sicherheitstechnik versorgen. Die Lüftungsanlage war ein technisches Kernstück: mehrstufige Filter (Staub, Aktivkohle, Feinstaub), Schutz gegen chemische und biologische Kampfstoffe und Überdrucksystem zur Verhinderung des Eindringens kontaminierter Luft. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit mussten stabil gehalten werden, um die Banknoten der BBk‑II‑Serie langfristig zu schützen. Das Kommunikationssystem des Bunkers verfügte über interne Telefonleitungen, eine gesicherte Verbindung zur Bundesbankzentrale und Notfallfunkgeräte. Die Systeme waren gegen äußere Störungen abgeschirmt und konnten auch bei Ausfall des öffentlichen Netzes betrieben werden. Abb. 16: Fernschreiber. Am Ende des Rundgangs kommt man noch an dem Tresorraum vorbei, in dem die Volksbank ca. 500 Schließfächer anbringen ließ. Sollten Sie nach Cochem kommen, dann gehört ein Besuch der Bunkeranlage zum Pflichtprogramm. Täglich finden mehrere Führungen statt. Da die Anlage in einer Sackgasse liegt und dort keine Parkplätze zur Verfügung stehen, ist es ratsam entweder dorthin zu laufen oder den Bus zu nehmen, der alle 20 Minuten fährt. Nähere Informationen unter https://www.bundesbank-bunker.de/ Uwe Bronnert Abb: Alle Fotos vom Autor!
- In eigener Sache: Der Mitgliedsbereich wurde vorübergehend gesperrt!
Seit etwa zwei Wochen erhält Geldscheine-Online eine ungewöhnlich hohe Zahl an Neuanmeldungen für den Mitgliedsbereich mit verdächtig ähnlich lautenden Email-Adressen. Inzwischen sind Hunderte neuer Anmeldungen innerhalb weniger Tage eingegangen, die noch nicht freigegeben wurden und täglich werden es mehr. Die Redaktion geht von Fake-Anmeldungen aus. Wir haben uns dazu entschlossen den Mitgliedsbereich – wenigstens vorübergehend – zu sperren. Das heißt, dass man sich ab sofort nicht mehr für den Mitgliedsbereich neu anmelden oder einloggen kann. Der Mitgliedsbereich ermöglichte den Zugriff auf zusätzliche Informationen und die Abgabe von Kommentaren zu den veröffentlichten Blog-Beiträgen. Diese Maßnahme erfolgt auch, um einer zu erwartenden Flut von Fake-Kommentaren vorzubeugen. Auch ohne sich für den Mitgliedsbereich anzumelden oder sich in diesem einzuloggen, können Sie wie gewohnt alle Beiträge im Blog kostenlos lesen! Wir bitten unsere Leser um Verständnis für diese Maßnahme, die bei gegebener Zeit wieder zurückgenommen werden kann. Mit besten Grüßen und noch viel Spaß beim Hobby Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Die neue 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote der Salomonen
Am 18. Juni 2026 gab die Zentralbank der Salomonen (Central Bank of Solomon Islands, CBSI) eine neue 50-Dollars-Gedenkbanknote heraus, um ihr 50-jähriges Bestehen und ihren Dienst für den Inselstaat zu feiern. Über diese Neuausgabe wurde HIER im Blog berichtet. Die neue 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote (Vorder- und Rückseite). Zusätzlich zu den 1.000.000 Banknoten, die für den Umlauf gedruckt wurden, wurden auch 500 Musterscheine gedruckt, worauf der rote Aufdruck SPECIMEN auf der Vorder- und Rückseite erscheint. Auf der Vorderseite unten links findet man die Specimen-Nummer. Der Musterschein der neuen 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote (Vorder- und Rückseite). Das Serien-Präfix für diese Gedenkausgabe lautet A/17. Das Präfix für Austauschnoten (Replacement Notes) lautet X/I. Die Austauschnote der neuen 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote (Vorderseite). Donald Ludwig (polymernotes.com)
- Neue Weltbanknoten-Varianten: August 2026, Teil 2
Cayman Islands, Dominikanische Republik, Kuba, Namibia, Polen, Ungarn BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Cayman Islands 50 Dollars von 2024 BNB B222d: wie BNB B222c (SCWPM 42), aber mit neuen Unterschriften (Scotland/O’Connor-Connolly) und neuem Jahr. Dominikanische Republik 2000 Pesos Dominicanos von 2025 BNB B732g: wie BNB B732f (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Kuba 100 Pesos von 2026 BNB B912.5b: wie BNB B912.5a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Delgado) und neuem Jahr. Namibia 10 Namibia Dollars von 2026 BNB B220b: wie BNB B220a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Polen 200 Złotych vom 26.04.2026 BNB B863c: wie BNB B863b (SCWPM 189), aber mit neuem Datum (26 KWIETNIA 2026). Ungarn 5000 Forint von 2026 BNB B590e: wie BNB B590d (SCWPM 205), aber mit neuen Unterschriften (Péter Benő Banai/Mihaly Varga/Zoltan Kurali) und neuem Jahr. Donald Ludwig (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book)
- Dag Hammarskjöld: Der erfolgreichste Generalsekretär der Vereinten Nationen
Nach dem Scheitern des Völkerbunds, der auch den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern konnte, gründeten Vertreter von 50 Staaten am 26. Juni 1945 auf der Konferenz von San Francisco die Organisation der Vereinten Nationen (UNO/UN). In ihrer Charta stand die Wahrung des Weltfriedens an erster Stelle. Der norwegische Jurist Trygve Lie wurde am 1. Februar 1946 zum ersten Generalsekretär gewählt. Trotz sowjetischen Einspruchs wurde Trygve Lie am 1. November 1950 von der UNO-Vollversammlung als Generalsekretär wiedergewählt – durch die Wahlblockade der Sowjetunion wurde seine Präsidentschaft jedoch nur verlängert. Von seiner Aufgabe desillusioniert trat er am 10. November 1952 von seinem Amt zurück. Seinen Nachfolger Dag Hammarskjöld begrüßte er am 9. April 1953 am Flughafen in New York mit den Worten „Willkommen in New York und bei den Vereinten Nationen. Sie übernehmen hier den unmöglichsten Job der Erde.“ Im März 1953 war der UNO-Sicherheitsrat zusammengetroffen und nominierte den vom französischen Botschafter Henri Hoppenot vorgeschlagenen Hammarskjöld. Im geheimen Wahlgang wurde er am 31. März mit zehn Stimmen nominiert – bei Enthaltung Chinas. Dag Hammarskjöld wusste nichts von seiner Nominierung als neuer Generalsekretär. Am 7. April 1953 stimmte die Generalversammlung in geheimer Wahl mit 57 Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung für ihn. Abb. 1: Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld (29. Juli 1905 – 18. September 1961). Der schwedische Politiker, Diplomat, Ökonom und Wirtschaftswissenschaftler war Vorsitzender des Generalrats der schwedischen Reichsbank und Statssekretär im Finansdepartementet des schwedischen Finanzministeriums von 1936 bis 1945 und wechselte 1946 ins Außenministerium Schwedens; von 1949 bis 1951 war er dort Staatssekretär und von 1951 bis 1953 Minister ohne Geschäftsbereich. Hammarskjöld war wie sein Vater ebenfalls parteilos – dieser war während des Ersten Weltkriegs schwedischer Ministerpräsident (Foto: © UN/DPI). Der Sicherheitsrat formulierte in seiner 617. Sitzung: „Angesichts der immensen Bedeutung dieses Postens, insbesondere in der gegenwärtigen Situation, bringen die Mitglieder des Sicherheitsrates die dringende Hoffnung zum Ausdruck, dass Sie die Ernennung annehmen werden, falls diese, wie sie hoffen und glauben, in Kürze von der Generalversammlung vorgenommen wird.“ Seinen Amtseid leistete Dag Hammarskjöld am 10. April 1953 für eine fünfjährige Amtszeit. Laut der einer UN-Pressemitteilung sagte Hammarskjöld: „...Unsere Arbeit für den Frieden muss in der privaten Welt eines jeden von uns beginnen. Um für die Menschen eine Welt ohne Furcht zu schaffen, müssen wir selbst frei von Furcht sein. Um eine Welt der Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir gerecht sein. Und wie können wir für die Freiheit eintreten, wenn wir nicht im eigenen Geiste frei sind? Wie können wir von anderen Opferbereitschaft verlangen, wenn wir selbst nicht dazu bereit sind? ... Nur durch die wahrhaftige Hingabe an das Wohl aller können wir jene Stärke und Unabhängigkeit, jene Einmütigkeit des Wollens und jene Unvoreingenommenheit des Urteils gewinnen, die notwendig sind, um unserer Pflicht gegenüber der Zukunft gerecht zu werden – als Menschen einer Generation, der die Chance gegeben wurde, rechtzeitig eine Welt des Friedens zu schaffen.“ Mit großer Hingabe, Beharrlichkeit und Ausdauer ging er anstehende Probleme des gefährdeten Weltfriedens an und gegen geopolitischem Machtansprüche in der Welt vor. Seine größten Verdienste waren seine hartnäckigen Verhandlungen mit China während des Korea-Kriegs über die Freilassung der auf Seiten Südkoreas, mit UN-Mandat ausgestattet, gefangengenommenen US- und anderer alliierten Soldaten. Etwa 7.000 US-Soldaten gerieten bis 1953 in nordkoreanisch-chinesische Gefangenschaft. Durch Vermittlung Hammarskjölds kam es nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 27. Juli 1953 zum Gefangenenaustausch bei den Operationen „Little Switch“ und „Big Switch“ im August/September 1953 – 33.746 US-amerikanische Soldaten wurden an die UN-Truppen übergeben und konnten in die USA zurückkehren. Etwa 2.700 US-Gefangene starben während ihrer Internierung in den Lagern. Abb. 2: Vorderseite (ca. 180 x 100 mm) eines zweiseitig gedruckten Flugblatts als Passierschein der UN-Streitkräfte im Korea-Krieg, unterschrieben von James A. VanFleet, kommandierender 4-Sterne-General der 8. US-Armee (EUSAK) – insgesamt machten die UN-Truppen 171.494 chinesische und nordkoreanische Gefangene; die Vereinten Nationen forderten, dass kein Gefangener gegen seinen Willen nach Nordkorea oder China zurückgebracht wird, am 21. Juli teilte das UNC den Chinesen und Nordkoreanern mit, dass 69.000 Koreaner und 5.000 Chinesen in ihren Machtbereich zurückkehren würden, am 24. Juli gab das UN-Kommando die Zahl derjenigen, die nicht repatriiert werden wollten, mit 14.500 Chinesen und 7.800 Nordkoreanern an – China und Nordkorea erklärten ihrerseits, sie würden neben weiteren US- auch 8.186 südkoreanische Soldaten übergeben – bis zum 1. Februar 1954 wurden alle ehemaligen Gefangenen, die sich entschieden, nicht in ihre kommunistischen Heimatländer zurückzukehren als freie Zivilisten entlassen. Hammarskjöld bemühte sich 1956 leider vergebens, beim Volksaufstand in Ungarn und dem Eingreifen und der Niederschlagung durch sowjetische Truppen verhandeln zu können. Die ungarische Revolution begann am 23. Oktober 1956 mit einer Großdemonstration in Budapest gegen die sowjetische Unterdrückung und mit einer Solidaritätsbekundung für die während des Arbeiteraufstand in Poznań (Posen) getöteten über 70 Demonstranten und etwa 600 Verletzten. Der Generalstreik begann am 28. Juni 1956 in den Stalin-Werken und wurde von der kommunistischen Staatsmacht blutig niedergeschlagen. Wegen des Vetorechts der UdSSR im UN-Sicherheitsrat blieben Hammarskjölds diplomatischen Möglichkeiten stark eingeschränkt und letztendlich erfolglos. Beim ungarischen Volksaufstand im Jahr 1956 starben schätzungsweise 2.500 bis 3.000 Menschen und über 700 sowjetische Soldaten. Abb. 3: 500 Forint 2006, 154 × 70 mm, Rs., Gedenkbanknote zum 50. Jahrestag der Revolution, von der Magyar Nemzeti Bank am 20. Oktober 2006 ausgegeben und bis 31. Oktober 2019 gültig. Der ägyptische Staatspräsident Gamal Abdel Nasser ließ am 26. Juli 1956 die Suezkanal-Gesellschaft (Compagnie universelle du canal maritime de Suez) verstaatlichen. Die Gesellschaft war in französischen Besitz und zusammen mit den Briten wollten diese den Suezkanal militärisch wieder unter ihre Kontrolle bringen. Daraus resultierte die Suez-Krise. Frankreich und Großbritannien vereinbarten mit Israel im Protokoll von Sèvres im Oktober 1956 eine abgestimmte Militäraktion: Am 29. Oktober 1956 marschierten israelische Truppen auf der Sinai-Halbinsel ein. Die USA und die UdSSR riefen den UN-Sicherheitsrat an und Hammarskjöld vermittelte zwischen den Konfliktparteien; er entschärfte innerhalb von 48 Stunden den Konflikt mit der Aufstellung einer 6000 Soldaten starken internationalen Blauhelm-Truppe. Abb. 4: 100 Francs o. D., 116 × 75 mm, Vs., Schatzschein mit Überdruck des Trésor Français; das Besatzungsgeld von 1947 für die französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich wurde geschwärzt (TERRITOIRES OCCUPÉ / CE BILLET A COURS UNIQUEMENT DANS LES TERRITOIRES OCCUPÉ) und erhielten den zusätzlichen Aufdruck FORCES FRANÇAISES EN MÉDITERRANNÉE ORIENTALE; die nachverwendeten Scheine zu 50, 100 und 1000 Francs kursierten für kurze Zeit während des Suez-Kriegs auf Zypern. Als das begische Königreich seine afrikanische Kolonie Belgisch-Kongo am 30. Juni 1960 in die Unabhängigkeit entließ, konnte die neue Staatsführung unter Staatspräsident Joseph Kasavubu und Ministerpräsident Patrice Lumumba das Land nicht konsolidieren; es spaltete sich die rohstoffreiche Provinz Katanga als unabhängiger Staat ab, der international jedoch nicht anerkannt wurde. Putsche, Gegenregierungen und ein Verfall der staatlichen Ordnung im verbliebenen Restkongo bewegten die UNO, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und das abtrünnige Katanga zur Rückkehr in den Kongo zu bewegen. Lumumba wurde von Separatisten festgenommen, nach Katanga ausgeliefert und am 17. Januar 1961 auf Befehl von Moïse Tschombé erschossen. Abb. 5: 1000 Francs 26. Januar 1962 , 156 × 75 mm, Vs., Banknote der Nationalbank von Katanga, gedruckt bei Johan Enschede en Zonen in Haarlem/Niederlande; alle Katanga-Francs-Scheine wurden durch die Wiedereingliederung der Provinz im Januar 1963 ungültig. Seine Mission zur Beilegung der Kongo-Krise konnte Dag Hammarskjöld nicht beenden: er starb am 18. September 1961 beim Absturz einer für die UNO betriebene Douglas DC-6B im Grenzgebiet zwischen Katanga und Nordrhodesien. Mit ihm kamen zehn Passagiere und die fünfköpfige Besatzung ums Leben. Über die Absturzursache gab es jahrelang viele Spekulationen. Im Oktober 2017 wurde ein Untersuchungsbericht vom amtierenden UN-Generalsekretär António Guterres veröffentlicht, in dem „ein Angriff oder eine Bedrohung von außen“ als „plausibel“ eingestuft wurde. 2019 wurde vermutet, dass der belgische Pilot Jan van Risseghem, ein Legionär im Auftrag der Katanga-Rebellen, Hammarskjölds Flugzeug abgeschossen hat. Die Sveriges Riksbank ehrte 2014 den 2. UNO-Generalsekretär Hammarskjöld mit seinem Porträt auf der werthöchsten Banknote des Landes. Vorausgegangen war ein am 24. April 2012 ausgerufener Wettbewerb zur Gestaltung einer neuen schwedischen Banknotenserie aufgrund eines Memorandums zur Erneuerung der Banknoten- und Münzserien vom 23. März 2010. Eine Jury von Mitgliedern des Generalrats unter dem Vorsitz von Peter Egardt und den Künstlern Jordi Arkö und Karin Granqvist entschieden. Das Jury-Mitglied Karin Granqvist (Mitglied der Königlichen Schwedischen Akademie der Schönen Künste) hatte gegen die Entscheidung für die Serie „Kulturresan“ als Gewinner zu nominieren, Widerspruch eingelegt. Der Grafikdesigner Göran Österlund erhielt für seine Serie „Kulturreise“ den Siegerpreis. Abb. 6: 1000 Kronor o. D. (2014), Vs., 154 × 66 mm, Porträt Dag Hammarskjöld; Wasserzeichen: Porträt Dag Hammarskjöld, Unterschriftenkombination: Johan Gernandt und Stefan Ingves – die Serienbuchstaben geben das Druckjahr der Banknote an (A = 2013, B = 2014 usw.) und die ersten beiden Ziffern stehen für die Position der Banknote auf dem Druckbogen; in Mikroschrift ist zu lesen: „ALLAMÄNNISKORÄRFÖDDAFRIAOCHLIKAIVÄRDEOCH RÄTTIGHETERDEHARUTRUSTATSMEDFÖRNUFTOCH SAMVETEOCHBÖRHANDLAGENTEMOTVARANDRAIEN ANDAAVGEMENSKAPFNSALLMÄNNAFÖRKLARINGOM DEMÄNSKLIGARÄTTIGHETERNAARTIKEL1“ (= Alle Menschen sind frei und gleich an Wert und Rechten geboren, mit Vernunft und Gewissen begabt und dazu bestimmt, mit anderen und der Menschheitsgemeinschaft zu verhandeln. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1) sowie am kurzen Rand, mehrmals wiederholt: „SVERIGESRIKSBANK SVERIGESRIKSBANK SVERIGESRIKSBANK ...“; abgebildet sind außerdem das Emblem der UNO und das Gebäude der UNO in New York. Abb. 7: 1000 Kronor 2014, Rs., mit Text an den Berghängen: „Mät aldrig bergets höjd förrän du nått toppen. Då ska du se hur lågt det var. Dag Hammarskjöld“ (= Miss niemals die Höhe eines Berges, bevor du seinen Gipfel erreicht hast. Dann wirst du sehen, wie niedrig er war. Dag Hammarskjöld) und lappländische Gebirgszügen sowie Landkarte Schwedens. Alle Banknoten wurden im Herbst 2012 mit modifizierten Porträts leicht verändert, mit mehreren Sicherheitsmerkmalen [1] versehen; die Porträts gravierte Gunnar Nehls, während die endgültige grafische Ausarbeitung das Designteam von Crane AB unter Leitung von Karin Mörck Hamilton ausführte. Gedruckt wurden die Banknoten in der schwedischen Tumba Bruk und Crane AB ab 2013 (2001 verkaufte die Reichsbank ihre Münzherstellung nach Finnland, die Druckerei ging ein Jahr später an das US-amerikanische Unternehmen Crane Currency). Ab 1. Oktober 2015 wurden die neuen Banknoten in Umlauf gegeben – die früheren 1000-Kroner-Noten verloren spätestens am 1. Juli 2017 ihre Gültigkeit. Weitere Entwürfe [2] wurden von Göran Dalhov und Teams mit Lars Arrhenius und Martina Müntzing, Ali Tabatabai und Mads Quistgaard, Gustav Granström und Oscar Laufersweiler sowie Ritator AB und Peter Johansson vorgelegt (ohne Abb.). Abb. 8: Vorderseiten-Gestaltung einer 1000-Kronor-Banknote mit dem Porträt Dag Hammarskjölds aus der Serie „Älskade Aktörer“ (Beliebte Schauspieler) von Hans Cogne, Clara Terne und Lars Sjööblom – das Team wurde 2. Preisträger. Abb. 9: Vorderseiten-Gestaltung einer 1000-Kronor-Banknote mit dem Porträt Dag Hammarskjölds aus der Serie „Inspiration 2012“ von Sirje Papp and Vince Reichardt. Abb. 10: Vorderseiten-Gestaltung einer 1000-Kronor-Banknote mit dem Porträt Dag Hammarskjölds aus der Serie „Det avlånga landet“ (Das langgestreckte Land – Schweden von Norden nach Süden) vom Team Stockholm Design Lab AB, Björn Kussofsky, Per Carlsson und Martin Mörck. Als UN-Generalsekretär pflegte Hammarskjöld frühzeitig eine Strategie der „stillen Diplomatie“; nach seinem Tod folgte der birmanische Informationsminister und Ministerpräsident Sithu U Thant am 3. November 1961 zunächst als Interims-Nachfolger und am 30. November 1962 als 3. UNO-Generalsekretär. Die Bedeutung und heutige Einschätzung der UNO mit ihren derzeitig 193 Mitgliedsstaaten ist stark zwiegespalten: Sie gilt einerseits als unverzichtbares Forum für den globalen Dialog und humanitäre Hilfe, wird aber andererseits oft wegen ständiger Blockaden im Sicherheitsrat und mangelnder Durchsetzungskraft bei Großkonflikten als handlungsarm kritisiert. Michael H. Schöne Anmerkungen und Quellen: [1] offizielle Beschreibung der 1000-Kronor-Banknote unter https://www.riksbank.se/sv/betalningar--kontanter/sedlar--mynt/sedlar/giltiga-sedlar/1000-kronorssedel/ [2] Sveriges Riksbank: „Competition for the design of the new Swedish banknote series“ Stockholm 2012 Friedman, Herbert A.: „Propaganda Currency“ IBNS Journal 1984 Nr. 23/1 Göttel, Hans: „Diplomatie und Mystik“ Wiener Zeitung“ vom 17. September 2017 https://austria-forum.org https://banknotenews.com https://botkyrkavaxer.se https://numista.com https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov https://web.archive.org https://www.fhs.se https://www.itsnicethat.com https://www.riksbank.se https://www.un.org https://www.itsnicethat.com












