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2843 Ergebnisse gefunden für „“

  • Banknoten mit König Charles III. kommen ab Juni 2024

    Die Bank of England gab am 21. Februar 2024, bekannt, dass Banknoten mit dem Porträt von König Charles III. erstmals am 5. Juni 2024 ausgegeben werden. Das Porträt des Königs wird auf den bestehenden Motiven aller vier Banknoten (£5, £10, £20 und £50) erscheinen, ohne dass weitere Änderungen an den bestehenden Motiven vorgenommen werden. Die neuen Banknoten werden sowohl auf dem Safeguard®-Polymersubstrat (hergestellt von De La Rue) als auch auf dem Guardian™-Polymersubstrat (hergestellt von CCL Secure) gedruckt. Es wurde nicht bekannt gegeben, welche Stückelungen und welche Nummernbereiche auf welchem Substrat gedruckt werden, und dies wird wahrscheinlich auch nicht bekannt gegeben. Bei den Polymerbanknoten mit Königin Elisabeth II. wurde dies ebenfalls nicht bekannt gegeben – es war Sache der Sammler, das herauszufinden. Die Polymerbanknoten mit dem Porträt von Königin Elisabeth II. bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und werden neben den Banknoten mit König Charles III. in Umlauf gebracht. Die neuen Banknoten werden nur gedruckt, um die abgenutzten Banknoten zu ersetzen und eine etwaig steigende Gesamtnachfrage nach Banknoten zu decken. Das Vorgehen der Bank steht im Einklang mit den Vorgaben des Königshauses, um die ökologischen und finanziellen Auswirkungen dieser Umstellung zu minimieren. Das bedeutet, dass die Öffentlichkeit die neuen Banknoten mit König Charles III. erst nach und nach zu Gesicht bekommen wird. Und wie alle anderen von der Bank of England ausgegebenen Polymerbanknoten werden auch die neuen Scheine nach Ablauf ihrer Lebensdauer recycelt, weshalb diese Banknoten besonders nachhaltig sind. Zu den weiteren Vorteilen gehören eine höhere Fälschungssicherheit und eine längere Haltbarkeit im Bargeldkreislauf. Ab dem 5. Juni 2024 kann die Öffentlichkeit über die Bank of England für kurze Zeit eine begrenzte Anzahl von Banknoten der aktuellen oder alten Serie gegen neue Noten mit König Charles III. eintauschen. Im Laufe des Sommers werden bei Spink & Son eine Reihe von Wohltätigkeitsauktionen für Banknoten mit niedriger Kontrollnummer stattfinden. Zusätzlich zu den Versteigerungen kann die Öffentlichkeit an einer Lotterie teilnehmen, um einen Satz Banknoten zu erwerben. Das eingenommene Geld wird für wohltätige Zwecke gespendet. Donald Ludwig (polymernotes.org)

  • Aus privaten Sammlungen: 200 Manat von Aserbaidschan aus dem Jahr 2018

    Die Republik Aserbaidschan ist ein transkontinentales Land an der Grenze zwischen Osteuropa und Westasien. Sie gehört zum Südkaukasus und grenzt im Osten an das Kaspische Meer, im Norden an Russland (Republik Dagestan), im Nordwesten an Georgien, im Westen an Armenien und die Türkei und im Süden an den Iran. Hauptstadt und größte Stadt ist Baku. Aserbaidschan war vom 28. Mai 1918 bis zum 28. April 1920 eine unabhängige Republik (Aserbaidschanische Demokratische Republik, ADR). Die ADR war die erste moderne parlamentarische Republik in der islamischen Welt. Eine der wichtigsten Errungenschaften des Parlaments war die Ausweitung des Wahlrechts auf Frauen, wodurch Aserbaidschan zum ersten muslimischen Land wurde, das Frauen die gleichen politischen Rechte wie Männern gewährte. Im März 1920 war klar, dass Sowjetrussland das Land angreifen würde. Lenin hielt die Invasion für gerechtfertigt, da Sowjetrussland ohne das Öl aus Baku nicht überleben könne. Die Unabhängigkeit Aserbaidschans währte nur 23 Monate, bis die bolschewistische 11. Rote Sowjetarmee einmarschierte und am 28. April 1920 die Aserbaidschanische Sozialistische Sowjetrepublik (SSR) ausrief. Im Zuge der von Gorbatschow eingeleiteten Glasnost-Politik kam es in verschiedenen Regionen der Sowjetunion zu Unruhen und ethnischen Konflikten, darunter auch in Berg-Karabach, einer autonomen Region der Aserbaidschanischen SSR. Die Unruhen in Aserbaidschan führten als Reaktion auf die Gleichgültigkeit Moskaus gegenüber dem sich bereits zuspitzenden Konflikt zu Forderungen nach Unabhängigkeit und Sezession, die in den Ereignissen des "Schwarzen Januar" in Baku gipfelten. Später im Jahr 1990 strich der Oberste Rat der Aserbaidschanischen SSR die Bezeichnung "Sozialistische Sowjetrepublik" aus seinem Titel, verabschiedete die "Erklärung der Souveränität der Aserbaidschanischen Republik" und führte die Flagge der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik als Staatsflagge wieder ein. Nach dem gescheiterten sowjetischen Putschversuch in Moskau 1991 verabschiedete der Oberste Rat Aserbaidschans am 18. Oktober 1991 eine Unabhängigkeitserklärung, die im Dezember 1991 durch ein landesweites Referendum bestätigt wurde, während die Sowjetunion am 26. Dezember 1991 offiziell aufhörte zu existieren. Heute feiert Aserbaidschan am 18. Oktober seinen Unabhängigkeitstag. Die Währung von Aserbaidschan ist der Manat (₼) (AZN). Am 24. Mai 2018 brachte die Zentralbank von Aserbaidschan eine neue 200-Manat-Banknote in Umlauf, die zu diesem Zeitpunkt den höchsten Nennwert aufwies (eine 500-Manat-Banknote ist erst drei Jahre später ausgegeben worden). Auf der blauen 200-Manat-Note ist prominent das Heydar-Aliyev-Zentrum abgebildet. Das Heydar-Aliyev-Zentrum (Heydər Əliyev Mərkəzi) ist ein 57.500 Quadratmeter großer Gebäudekomplex in Baku, der von der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid entworfen wurde und für seine unverwechselbare Architektur und seinen fließenden, geschwungenen Stil bekannt ist. Das Zentrum ist nach Heydar Aliyev (1923-2003) benannt, dem ersten Sekretär der Aserbaidschanischen Sowjetrepublik von 1969 bis 1982 und anschließendem Präsidenten der Republik Aserbaidschan von Oktober 1993 bis Oktober 2003. Das Heydar-Aliyev-Zentrum wurde am 10. Mai 2012 vom aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, dem Sohn von Heydar Aliyev, feierlich eröffnet. Im Zentrum fanden und finden zahlreiche Ausstellungen statt. Eine davon, die Mini-Aserbaidschan-Ausstellung im zweiten Stock, zeigt Modelle von 24 historischen und modernen Gebäuden. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Donald Ludwig Authentizität: Original Land/Region/Ort: Aserbaidschan Emittent: Azərbaycan Mərkəzi Bankı (Zentralbank von Aserbaidschan) Nominal: 200 Manat ("İKİ YÜZ MANAT" = "ZWEIHUNDERT MANAT") Datierung: 2018, ausgegeben am 24. Mai 2018 Vorderseite: "200" in den Ecken oben rechts und unten links, das Heydar-Aliyev- Zentrum in der Mitte, ein vertikaler Sicherheitsstreifen links, Spark® Live Sicherheitsmerkmale, taktile Markierungen rechts und links am Rande, Text in Aserbaidschanisch. Rückseite: "200" in den Ecken oben links und unten rechts und unten in der Mitte, eine Umrisskarte des Landes in der Mitte und ein kleiner Umriss von Europa unten links. Traditionelles aserbaidschanisches Teppichmuster im Hintergrund. Ein vertikaler, gefensterter, grün-blauer RollingStar® Sicherheitsfaden mit entmetallisiertem AMB 200 in der Mitte. Die Rückseite ähnelt die Rückseiten der anderen Nennwerte im Umlauf. Unterschrift: Dr. Elman Siraj Rustamov (Gouverneur, Zentralbank von Aserbaidschan) Material: Papier mit Wasserzeichen (Aserbaidschanisches Wappen und Wertzahl) Druck: Giesecke+Devrient, Deutschland Format: 160 mm x 70 mm Nummerierung: A00638001 (UV-Image: A01447814) Zitate: 37 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III – Modern Issues) B407 (The Banknote Book: Azerbaijan, Owen W. Linzmayer) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Autogramme auf Banknoten: Interessant und Mehrwert oder nicht?

    Unter Autogrammsammeln versteht man das Sammeln von Autogrammen/Autographen berühmter Personen. Zu den beliebtesten Kategorien gehören Autogramme von Filmstars, Musikern, Künstlern, Sportlern, Wissenschaftlern, Politikern, Astronauten und Schriftstellern. Autogramme können sich auf fast allem befinden, von einer Autogrammkarte oder einem einfachen Stück Papier bis hin zu einem Kleidungsstück oder einem Fußball. Es gibt sogar Autogramme auf Banknoten. Dabei kann es sich um Autogramme von jedermann oder von Personen handeln, die mit der Banknote in Verbindung stehen, was sie für Sammler besonders attraktiv macht. Hier zwei Beispiele von Autogrammen, beide aus der letzten Serie (BBk III) der Deutschen Bundesbank. Diese 10-DM-Banknote wurde von Ernst Welteke, Präsident der Deutschen Bundesbank vom 01.09.1999 bis 14.04.2004, persönlich signiert und datiert. 10-DM-Banknote 1999 von Ernst Welteke signiert und datiert. Ernst Welteke, gelernter Landmaschinenmechaniker, erwarb über den zweiten Bildungsweg das Abitur am Hessenkolleg in Wiesbaden und studierte anschließend Volkswirtschaftslehre in Marburg und an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seine politische Laufbahn begann der Diplom-Volkswirt in der Kommunalpolitik (als Kreistagsabgeordneter und SPD-Kreisvorsitzender im Hochtaunuskreis) und ab 1972 als Mitarbeiter des Hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald. 1974 wurde er Mitglied des Hessischen Landtags, dem er bis 1995 angehörte. 1995 wurde Welteke auf Vorschlag seines langjährigen politischen Weggefährten Eichel zum Präsidenten der Landeszentralbank in Hessen ernannt. Am 1. September 1999 wurde Welteke - wiederum auf Vorschlag von Hans Eichel, der inzwischen Bundesfinanzminister geworden war - als Nachfolger von Hans Tietmeyer Präsident der Deutschen Bundesbank. Diese 10-DM-Banknote ist die einzige, die Weltekes gedruckte Faksimile-Unterschrift trägt. Der 1000-DM-Schein wurde von José Lopez persönlich signiert, der von 1955 bis zu seiner Pensionierung als Graveur bei Giesecke & Devrient arbeitete. Neben einer Reihe ausländischer Banknoten gravierte Lopez auch die 20-, 100- und 1000-DM-Scheine der D-Mark-Serien BBk I und BBk III. 1000-DM-Banknote 1993 von José Lopez signiert. Der Graveur José Lopez wurde am 7. April 1925 in Madrid geboren, wo sein Vater als Graveur und Bildhauer arbeitete. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1941 trat er als Lehrling in die Fábrica Nacional de Moneda y Timbre, Madrid, die staatliche Banknotendruckerei, ein, um Kupferstich, Stahlstich und andere Arbeiten im Bereich der Herstellung von Originalplatten zu erlernen. Sein Lehrmeister war Professor Sánchez-Toda, der sich besonders dem Stechen von Briefmarken widmete. Nach Abschluss seiner Lehre besuchte er von 1944 bis 1946 die Escuela de Artes y Oficios in Madrid, um seine künstlerische Ausbildung, insbesondere im Zeichnen, Malen und Kupferstechen, zu vervollkommnen. Bis 1953 arbeitete er in der staatlichen Banknotendruckerei und machte sich dann als Grafiker und Kupferstecher in Madrid selbstständig. Zwei Jahre später trat er als Kupferstecher in die Firma Giesecke & Devrient in München ein. Bis zu seiner Pensionierung um 1990 blieb er bei Giesecke & Devrient und verstarb am 6. August 2018 in München. Was sagen Sie dazu? Sammeln Sie auch Banknoten mit Autogrammen oder haben Sie welche in Ihrer Sammlung? Würden Sie eine Banknote mit Autogramm für Ihre Sammlung kaufen? Gerne stelle wir Ihre Geldscheine mit Autogramm hier im Blog vor! Donald Ludwig

  • Die Slowakische Republik – ein Staat von Hitlers Gnaden

    Ende Oktober 1918 befand sich Österreich-Ungarn in Auflösung. Die Völker der k. und k. Monarchie strebten nach Unabhängigkeit. Prag proklamierte am 28. Oktober 1918 seine Unabhängigkeit, zwei Tage später erklärten die Slowaken ihren Anschluss an die neue Tschechoslowakische Republik, die nun aus den zuvor zu Österreich gehörenden Gebieten Böhmen und Mähren sowie aus den zu Ungarn gehörenden Gebieten Slowakei und Karpatenrussland (Karpato-Ukraine) bestand. Der neue Staat war sowohl bevölkerungsmäßig als auch konfessionell ein heterogenes Gebilde. Nach der Volkszählung von 1921 setzte sich die Bevölkerung zu 51,5 % aus Tschechen, 14 % Slowaken, 23,4 % Deutschen, 5,6 % Ungarn, 3,5 % Ruthenen bzw. Ukrainern sowie weiteren kleineren Volksgruppen (Polen, Rumänen, Kroaten und Roma) zusammen. Wegen der tschechischen Minderheiten-Politik kam es in den 1920/30er-Jahren wiederholt zu ethnischen Spannungen, die im Herbst 1938 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten und im Münchener Abkommen zur Abtretung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich führten. Dadurch ermutigt, erzwang Polen die "Rückgabe" des Olsagebiets, und Ungarn erhielt durch den Wiener Schiedsspruch die südliche Slowakei. Hitler gab sein ursprüngliches Ziel, die Zerschlagung der Tschechoslowakei, nicht auf und schürte die Gegensätze zwischen Prag und der slowakischen Regierung. Die Slowakei hatte erst am 8. Oktober 1938 die bereits seit dem 30. Juni 1918 zugesagte Autonomie erhalten, sodass am 27. Januar 1939 aus der Tschechoslowakei die Tschecho-Slowakei und aus der Tschechoslowakischen Nationalbank die Tschecho-Slowakische Nationalbank wurde. Die Währungsbezeichnung wechselte von Kč in K. Als am 2. März 1939 Ministerpräsident Beran von seinem slowakischen Amtskollegen Tiso unter anderem eine Loyalitätserklärung zur tschecho-slowakischen Staatsidee, das Ende der eingeleiteten Bewaffnung einer slowakischen Parteiarmee und den Verbleib tschechischer Offiziere in der Slowakei forderte, lehnte dies die autonome Regierung in Bratislava (Preßburg) ab. Daraufhin erklärte die Zentralregierung in Prag diese am 10. März für abgesetzt. Die Karpato-Ukraine, seit 8. Oktober 1938 ebenfalls autonom, war mit Prag auch in Auseinandersetzungen verwickelt. Sie erklärte am 13. März ihre Selbstständigkeit. Am gleichen Tag empfing Hitler Tiso. Ermutigt durch Hitler, erklärte der slowakische Landtag nur einen Tag später einstimmig die unabhängige Slowakische Republik. Gleichzeitig gab Hitler Ungarn grünes Licht für die Annexion der Karpato-Ukraine. In dieser Situation wandte sich der Prager Außenminister Chvalkovský an die Reichsregierung, Präsident Dr. Hácha noch am gleichen Abend in Berlin zu empfangen. In der Nacht des 15. März kam es zu dem folgenschweren Treffen zwischen Hitler und Dr. Hácha. Statt zu vermitteln, bot Hitler an, die Tschechei unter den "Schutz" des Reiches zu nehmen. Hitler drohte dem Präsidenten für den Fall der Weigerung, Prag durch die Luftwaffe dem Erdboden gleichzumachen. Dem Präsidenten blieb nichts anderes übrig, als "das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches [zu legen]." Am nächsten Morgen überschritt die deutsche Wehrmacht kampflos die Grenze. Die sog. "Rest-Tschechei" wurde zum "Protektorat Böhmen und Mähren“ und die Reichsmark neben der Krone zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. § 1 der "Verordnung über das Währungsverhältnis im Protektorat Böhmen und Mähren" vom 21. März 1939 legte den Wert der Krone ab dem folgenden Tag auf zehn Reichspfennig fest. Die Kursfestsetzung bedeutete eine bewusste Abwertung der Krone gegenüber der Reichsmark, da der Wechselkurs in den letzten Jahren bei 7,40 K gelegen hatte. Bei Berücksichtigung von Kaufkraft und Preisniveau hätte der Kurs bei 6 bis 7 Kronen festgelegt werden müssen. Eine Verordnung der Protektoratsregierung beschränkte die Tätigkeit der Tschecho-Slowakischen Nationalbank auf das Gebiet des Protektorats und am 31. März wurde der Name in Nationalbank für Böhmen und Mähren in Prag – Národní Banka pro Čechy a Moravu v Praze geändert. Allerdings liefen im Protektorat und in der Slowakei die gleichen Banknoten und Münzen um und eine Neuordnung des Währungswesens war daher unumgänglich. Am 13. März 1939 entfielen auf: Während die umlaufenden Münzen, Staatsnoten und Banknoten im Protektorat teilweise bis Ende Januar 1945 gesetzliche Zahlungsmittel blieben, sah die slowakische Regierung eine ihrer vorrangigen Aufgaben darin, eigene Geldzeichen auszugeben. Zu diesem Zweck wurden die umlaufenden tschechoslowakischen Banknoten zu 500, 1000 und 5000 Kronen (Kč) innerhalb von zwei Tagen (26. – 27. April 1939) eingezogen. An ihre Stelle traten Scheine mit dem Aufdruck „SLOVENSKÝ ŠTAT“, wobei Noten zu 5000 Kronen (Ks) nicht wieder ausgegeben wurden. Am 6. – 7. Juni 1939 folgte dann der Umtausch der 100-Kč-Staatsnoten gegen überdruckte Noten. SLOVENSKÝ ŠTAT, o. D. (1939), 500 Kronen, Vorder- und Rückseite. Bereits am 16. März 1939 hatte das slowakische Finanzministerium die Befugnisse einer Emissionsanstalt auf die Hauptanstalt der Tschecho-Slowakischen Nationalbank in Bratislava übertragen, ohne ihr allerdings das Notenausgaberecht zu verleihen. Am 20. März reiste eine Delegation nach Berlin, um eine wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reich zu vereinbaren. Es wurde eine Beteiligung des Deutschen Reichs an der slowakischen Notenbank sowie die Entsendung eines Vertreters der Deutschen Reichsbank vereinbart. Als Währung sollte die Slowakei die Slowakische Krone (Ks), unterteilt in 100 Heller, einführen. Mit Gesetz Nr. 44/1939 vom 4. April 1939 wurde dann die slowakische Notenbank, die Slovenská Národná Banka v Bratislave (SNB), aus der Taufe gehoben. Das Grundkapital der privilegierten Aktiengesellschaft wurde auf 100 Millionen Ks – etwa 8,6 Millionen RM – festgelegt, eingeteilt in Aktien zu 1000 Ks. 40 % des Grundkapitals übernahm die Deutsche Golddiskontbank in Berlin. Nach § 2 der Regierungsverordnung über die Slowakische Nationalbank vom 14 März 1939 erhielt die Bank das ausschließliche Recht, Banknoten auszugeben, während über die staatliche Münzausgabe einvernehmlich entschieden werden sollte. Neben den Staatsgoldmünzen – die nie geprägt wurden – waren die Banknoten das einzige unbeschränkte Zahlungsmittel. § 3 legte den Wert der slowakischen Krone auf 31,21 mg Feingold fest. An der Spitze der Bank stand der Gouverneur[1], der die Bank rechtlich vertrat. Er und sein Stellvertreter wurden vom Staatspräsidenten für sechs Jahre bestellt und konnten von ihm auch abberufen werden. Zur Unterstützung und Beratung wurden aus Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und dem Bankwesen acht Bankratsmitglieder von der slowakischen Regierung ernannt. Ferner gehört dem Bankrat ein Vertreter der Reichsbank an. Bis zum Herbst 1944 war dies Dr. Richard Buzzi, Direktor bei der Reichsbankhauptstelle Wien. Einmal im Jahr trat die Aktionärsversammlung zusammen. Für Beschlüsse in der Hauptversammlung war eine Dreiviertelmehrheit notwendig. Der Besitz von 10 Aktien gewährte eine Stimme. Die Hauptversammlung bestellte für fünf Jahre fünf Revisionsausschussmitglieder, die mindestens zweimal pro Jahr zusammentraten. Sie überwachten die Arbeit der Bank und prüften Jahresbilanz und Gewinn- und Verlust-Rechnung. Der Vorsitzende des Ausschusses berichtete dem Finanzminister, Gouverneur, Bankratsmitgliedern und der Hauptversammlung über das Prüfungsergebnis. Neben diesen Organen, die das Bankstatut vorschrieb, trat einmal pro Woche das Exekutivorgan der Nationalbank – das Direktorat – zusammen. Zu seinen Mitgliedern gehörten die Vorsitzenden und Stellvertreter der Abteilungen (Administrations-, Kredit-, Devisen-, Revisions- und Konjunkturforschungsabteilung) sowie der Gouverneur. Neben der Hauptanstalt in Bratislava (Preßburg) unterhielt die Bank Zweiganstalten in Banská Bystrica (Neusohl), Ružomberok (Rosenberg), Nitra (Neutra), Prešov (Eperies, 1938-1945: Preschau) und Žilina (Sillein bzw. Silein). Daneben bestanden noch weitere 17 Nebenstellen. Laut § 4 der bereits erwähnten Verordnung mussten die Banknoten durch Gold, Devisen oder ausländische Wertpapiere sowie durch Schuldscheine, Schecks, inländische Wertpapieren oder Darlehen gedeckt sein. Zwar hatte die Slowakische Nationalbank gegenüber der ehemaligen Tschecho-Slowakischen Nationalbank einen Anspruch auf 341,6 Millionen Kronen in Gold, aber wenige Tage vor Kriegsausbruch hatte die Reichsbank das Golddepot der Tschecho-Slowakischen Nationalbank in Bern übernommen. Sie stellte nun der SNB nur 100 Millionen davon zur Verfügung; den Restbetrag glich die Reichsbank mit der Übergabe von 20.611.100 RM in 4 ½ %igen Schuldscheinen des Deutschen Reiches aus. Daher war das Management der SNB bemüht, den Goldbestand zu erhöhen. Unternehmen und Bürger wurden aufgefordert, Bargeld, Edelmetall und andere Wertsachen zu spenden. Jeder Spender, der mindestens einen Betrag von 100 Ks leistete, erhielt einen Ring mit einer Aufschrift, die übersetzt „Der Slowakische Staat bedankt sich!“ lautet. Insgesamt kamen mehr als 7 Tonnen Gold zusammen. Nachdem Ende Oktober 1939 die neugedruckten Staatsnoten zu 10 und 20 Ks ausgeliefert waren, erfolgte bis zum Jahresende der Einzug des restlichen noch umlaufenden tschechoslowakischen Papiergelds der Wertstufen zu 10, 20 und 50 K. Im Zeitraum von 1940 bis 1945 folgten eine Reihe weiterer Ausgaben slowakischer Staatsnoten sowie Banknoten der Slowakischen Nationalbank zu 50, 100, 500 und 1000 Ks. Eine bereits gedruckte Note zu 5000 Ks wurde nicht mehr ausgegeben. Mit Ausnahme der Überdruckprovisorien zu 100 und 1000 Ks blieben alle vom slowakischen Staat emittierten Noten bis zum 31. Oktober 1945 in der Slowakei gesetzliche Zahlungsmittel. Republika Slovenská, 15. September 1939, 10 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, 15. September 1939, 20 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 7. Oktober 1940, 100 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 7. Oktober 1940, 100 Kronen, II. Auflage, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 15. Oktober 1940, 100 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 25. November 1940, 1000 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 12. Juli 1941, 500 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, 11. September 1942, 20 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, 20. Juli 1943, 10 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 18. Dezember 1944, 5000 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, o. D. (1945), 5 Kronen, Vorder- und Rückseite. Die in den Sammlungen vorkommenden Scheine sind meist durch die Lochschrift „SPECIMEN“ gekennzeichnet. Diese Scheine wurden, nachdem sie ihre Gültigkeit verloren, von der Tschechoslowakischen Notenbank an Sammler abgeben. Mit der Münzstätte Kremnica (Kremnitz) verfügte die Slowakei über die technischen Voraussetzungen zur Herstellung von Münzen. Bevor eigene Münzen emittiert wurden, ließ das Finanzministerium 1939 noch tschechoslowakische Münzen zu 5 und 10 Heller mit den Matrizen des letzten Prägejahrgangs 1938 herstellen. Für das Protektorat galt dies sogar für alle Werte bis 1940. Bereits im Juni 1939 wurde mit der Prägung der ersten slowakischen Umlaufmünze im Nennwert von 5 Kronen begonnen. Bis 1945 wurden insgesamt zwölf verschiedene Münzen geprägt. Die Münzen blieben teilweise bis 1948 gültig. Für Repräsentationszwecke wurden in Kremnica alle Werte der tschechoslowakischen Gold-Dukaten nachgeprägt. Slovenská Republika, 1942, 5 Heller, Zink, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1939, 10 Heller, Kupfer, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1940, 20 Heller, Kupfer, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1942, 20 Heller, Aluminium, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1941, 50 Heller, Kupfer-Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1943, 50 Heller, Aluminium, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1941, 1 Krone, Kupfer-Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1939, 5 Kronen, Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1944, 10 Kronen, Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1939, 20 Kronen, Silber, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1941, 20 Kronen, Silber, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1944 50 Kronen, Silber, Vorder- und Rückseite. Die Höhe des Geldumlaufs änderte sich in den ersten Jahren nur geringfügig und die Banknotenausgaben entsprachen dem Preisniveau. Dies änderte sich 1944. Der Kriegsverlauf und der Slowakische Volksaufstand zwangen die Nationalbank mehr Geld in den Umlauf zu geben. Immer höhere Geldbeträge mussten aufgebracht werden, um das Clearing-Defizit des wichtigsten Handelspartners auszugleichen. Nach Deutschland und dem Protektorat gingen 80 % der Exporte (Zucker, Holz, Petroleum, Erdölprodukte u.a.), während die Möglichkeit deutscher Importe (Textilien, Getreide u.a.) begrenzt war, sodass es häufiger zum Einfrieren der deutschen Clearingkonten und zur Erhöhung der Clearingspitzen kam.[2] Das größte Problem stellte die Bewertung der Reichsmark dar. Seit 1939 wurde auf den Clearingkonto die RM mit 11,28 Ks gerechnet, was einer Überbewertung um etwa 50 % entsprach. Auf dem Schwarzmarkt lag der Kurs der RM zwischen 6 bis 8 Ks und nach zwei Kriegsjahren sank er bis auf 4 Ks. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Die SNB hatte drei Gouverneure: Der erste war Imrich Karvaš. Nach seiner Verhaftung und bis zur Ernennung eines Nachfolgers wurde Anton Mederly, ein ehemaliges Mitglied des Bankrates, für 22 Tage zum Gouverneur ernannt (23. September – 15. Oktober 1944). Am 23. Oktober wurde der Direktor der Tatra Bank Rudolf Kubiš Gouverneur. Im Fall der Abwesenheit des Gouverneurs vertrat in der Vizegouverneur. Vom 14. März 1939 – 14. März 1945 übte dieses Amt Jozef Fundárek aus, der von Ján Balko ersetzt wurde. [2] Der deutsche Außenhandel erfolgte währen der NS-Zeit in der Regel durch bilaterale Handelsabkommen statt. Diese Abkommen sahen eine Verrechnung der gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten vor. Die Verträge legten bestimmte Höchstgrenzen für die Schuldsalden fest. Ende 1944 betrug die slowakische Forderung gegenüber dem Deutschen Reich 7 Milliarden Ks.

  • Eine neu entdeckte Polymer-Testnote aus Brasilien

    Anfang 1997 startete die brasilianische Zentralbank Banco Central do Brasil (BCB) ein internes Evaluierungsprojekt über die mögliche Einführung von Polymerbanknoten, möglicherweise zeitgleich mit der Einführung der ersten Serie brasilianischer Reais-Banknoten aus Papier, die im Juli 1994 ausgegeben wurde und sich zu diesem Zeitpunkt also bereits im Umlauf befand. Aufgrund dieses Interesses wurde die offizielle brasilianische Banknotendruckerei Casa da Moeda do Brasil (CMB) beauftragt, Polymerbanknoten und die für ihren Druck erforderlichen Verfahren zu untersuchen und zu bewerten. Die Evaluierungsphase begann mit der Beschaffung eines Polymersubstrats. Zwischen 1997 und 1998 erhielt das CMB von Securency International Pty Ltd (Securency), dem damals einzigen Anbieter von Polymersubstraten, Bögen des Guardian™-Polymersubstrats. (Anmerkung: Securency war ein australisches Unternehmen, das 1996 als 50:50 Joint Venture zwischen der Reserve Bank of Australia und UCB Films, einem belgischen Mischkonzern, der Polymerfolien herstellte, gegründet wurde. Securency ist jetzt CCL Secure und UCB Films ist jetzt Innovia Films, ein Geschäftsbereich von CCL Industries.) Eine kleine Anzahl von Guardian™ Polymerbögen wurde nach Brasilien versandt. Diese Bögen wurden opak gemacht (mit einer weißen, druckfertigen Schicht auf der klaren Polymerfolie) und enthielten das Securency-Wasserzeichen (auf Polymersubstraten korrekt als "klares Bild" ["clear image"] bezeichnet) in der weißen Opazitätsschicht. Anschließend führte das CMB eine Reihe von Drucktests durch, bei denen die Originalplatten für den Entwurf der 10-Reais-Papierbanknoten der ersten brasilianischen Reais-Serie (SCWPM 245 und 245A) sowie die erworbenen Guardian™-Folien verwendet wurden. Es wurden zwei verschiedene Varianten gedruckt: Variante 1 (1997): mit Unterschriften von Pedro Sampaio Malan (Finanzminister) und Gustavo Jorge Laboissière Loyola (Präsident der Zentralbank im Jahr 1997). Variante 2 (1998): mit Unterschriften von Pedro Sampaio Malan (Finanzminister) und Gustavo Henrique de Barroso Franco (Präsident der Zentralbank im Jahr 1998). Sie wurden jedoch auf das Guardian™-Polymersubstrat gedruckt und enthielten keinen magnetischen Sicherheitsfaden, kein brasilianisches Wasserzeichen (die brasilianische Flagge) und keine farbigen/lumineszierenden Fasern. Alle anderen neun Sicherheitsmerkmale der ursprünglichen Papierbanknote wurden reproduziert: (a) Chalkographischer Druck - Die Abbildung der Republik und des Aras, die Aufschriften "BANCO CENTRAL DO BRASIL" und "DEZ REAIS", der Streifen mit dem Wort "REAIS" und die Ziffern des Nennwerts der Banknote (10) sind geprägt und mit den Fingern ertastbar. (b) Spezieller Hintergrund - Besteht aus extrem feinen, geraden und geschwungenen Linien, die der gesamten Banknote Farbe verleihen. (c) Mikrodruck - Mit einer Lupe kann man die sehr kleinen Buchstaben "B" und "C" in dem hellen Streifen neben dem Bildnis (Vorderseite) und innerhalb der Zahl 10 (Vorder- und Rückseite) erkennen. (d) Koinzidenzdruck - Betrachtet man die Banknote im Gegenlicht, so stimmt das auf der Vorderseite der Banknote aufgedruckte Staatswappen genau mit dem ergänzenden Motiv auf der Rückseite der Banknote überein. (e) Kontrollnummerierung - Dies sind die Buchstaben und Zahlen, die eine Banknote eindeutig identifizieren. Ausgegebene Banknoten können nicht die gleiche Nummer haben. (f) Latentes Bild - Betrachtet man die Vorderseite der Banknote von der linken unteren Ecke aus in Augenhöhe und in waagerechter Position bei starkem, natürlichem Licht, sind die Buchstaben "B" und "C" (für Banco Central) sichtbar. (g) Taktile Markierungen - Aufgedruckte, reliefartige Markierungen, die Sehbehinderten helfen, eine Banknote zu erkennen. Jede Banknote hat ihre eigenen taktilen Markierungen. Die 10-Reais-Note hat zwei horizontal angeordnete Ellipsen. (h) Unterschriften - Jede Banknote trägt zwei Unterschriften: die des Finanzministers und die des Präsidenten der Zentralbank von Brasilien. Die Unterschriften verleihen einer brasilianischen Banknote ihren Wert als gesetzliches Zahlungsmittel. (i) Multidirektionale Linien - Gerade und parallele Linien, die sehr fein und dicht beieinander liegen, erwecken den Eindruck, als ob der Druck in einem bestimmten Bereich ununterbrochen wäre. Sie bedecken fast die gesamte Banknote, sind aber auf der linken Seite der Rückseite (einem weniger bedruckten Bereich), wo sich das Wasserzeichen auf der Papierbanknote befindet, am deutlichsten sichtbar. Auf der Rückseite bilden vertikale Linien innerhalb horizontaler Linien 8 mm hohe Buchstaben, die das Wort "FALSA" bilden, was "falsch" bedeutet. Dieses Sicherheitsmerkmal verhindert die Vervielfältigung durch Kopiergeräte, die nur in eine Lichtrichtung kopieren, und die Ergebnisse der Vervielfältigung erzeugen das sichtbare Wort "FALSA". Während des Druckvorgangs gibt es immer einige Noten, die nicht perfekt sind. Die Maschinen müssen eingerichtet und in Betrieb genommen werden, und während des Prozesses kommt es zu Unterbrechungen und Anpassungen. Außerdem gibt es Dinge, die nach dem Druck passieren, z. B. in der Art und Weise, wie die Bögen und Scheine behandelt und weiterverarbeitet werden. Höchstwahrscheinlich aus einem oder mehreren der oben genannten Gründe weisen die für die Variante 2 (Unterschriften von Pedro S. Malan / Gustavo H. B. Franco) gedruckten Noten einige Probleme mit "verschmierter Druckfarbe" auf, wie oben zu sehen ist. Um sicherzustellen, dass niemand diese Testscheine fälschlicherweise für gesetzliche Banknoten hält, wurden die Scheine auf der Vorderseite mit SEM VALOR ("kein Wert") in schwarzer Druckfarbe überdruckt. Und wie bereits erwähnt, enthalten alle Scheine das Securency-Logo in der weißen Trübungsschicht der Polymerfolie. Securency-Logo im Offset der Polymerfolie Interessant ist, dass für diesen Test die originalen 10-Reais-Papierbanknoten verwendet wurden und dass aufgrund der unterschiedlichen Farbabsorptionsraten von Papier- und Polymersubstrat (höhere Absorptionsrate bei Papiersubstraten) die geprägten Reliefs auf der 10-Reais-Polymer-Testbanknote viel stärker sind. Er "glänzt" auch stärker als sein Gegenstück aus Papier. Es ist nicht bekannt, ob diese Drucktests von der BCB mit dem Ziel durchgeführt wurden, diese Banknoten für den öffentlichen Gebrauch in Umlauf zu bringen, oder ob es sich lediglich um erste Polymerdrucke in Vorbereitung auf die Ausgabe einer Polymer-Gedenkbanknote handelte. Im Jahr 2000 gab die BCB dank der Geschäftsbeziehung mit Securency und der Verbesserung des Know-hows im Bereich des Polymer-Banknotendrucks eine Polymer-Banknote auf dem Guardian™-Substrat heraus, die an das 500-jährige Jubiläum der Entdeckung Brasiliens erinnerte. Die Banknote zeigt Pedro Álvares Cabral, den Entdecker Brasiliens im Jahr 1500. Die 1997/1998 durchgeführten Tests der 10-Rais-Polymer-Ara-Note wurden vom BCB und CMB vertraulich behandelt, und die gesamte Produktion dieser Polymer-Testnoten hätte vernichtet werden müssen. Einige wurden nicht vernichtet, sondern von einem oder mehreren BCB/CMB-Beamten aufbewahrt (genaue Angaben sind nicht bekannt), und Ende 2023, etwa 25 Jahre später, tauchte eine kleine Menge davon auf dem numismatischen Markt auf. Es wird angenommen, dass nicht mehr als zweihundert Banknoten überlebt haben, von denen etwa 75 % der Serie 1 und 25 % der Serie 2 angehören. Diese Testbanknoten sind selten und werden sowohl von brasilianischen als auch von ausländischen Banknotensammlern sehr geschätzt. Miguel Singer, Ruy Peretti und Donald Ludwig (polymernotes.org)

  • Lexikon: Hudson's Bay Company

    Die Hudson's Bay Company ist eine 1670 gegründete britische Handelsgesellschaft mit Handels-, Jagd- und Fischereimonopol in einem großen Gebiet um die Hudson Bay in Kanada. Das nach dem ersten Direktor der Gesellschaft, Ruprecht von der Pfalz, auch "Rupertsland" genannte Territorium umfasste mit 3,9 Millionen Quadratkilometern mehr als ein Drittel des heutigen Kanadas und reichte bis in den heutigen nördlichen Mittleren Westen der USA. Hudson's Bay Company: 1 Pfund vom Juni 1821. Abb. North Shore Numismatic Society. Hudson's Bay Company: Buch mit 100 Scheinen zu 5 Shilling von 1820. Abb. North Shore Numismatic Society. Als die neuen Siedler in der Siedlung am Red River Bargeld benötigten, wurden im Mai 1820 in der York Factory die ersten Schuldscheine der Hudson's Bay Company in Büchern zu je 100 Stück ausgestellt. Da der damalige Gouverneur Simpson befürchtete, dass sie von den Siedlern gehortet werden könnten, wurden sie nicht sofort ausgegeben. Ab 1823/24 wurden sie nach und nach in Umlauf gebracht und um weitere Stückelungen ergänzt. Die Scheine wurden von einem großen Teil der Bevölkerung den Banknoten der oft unsicheren Privatbanken vorgezogen. 1869 verkaufte die Hudson's Bay Company ihre Rechte an den Staat. 1870 übernahm das Dominion of Canada das riesige Gebiet, das damit zum Kernland einer neuen Nation wurde. Die Scheine dienten als Zahlungsmittel, bis das Dominion of Canada das Gebiet der Gesellschaft übernahm. Unbenutzte Scheine und einige Bücher aus der ursprünglichen Lieferung wurden 1920 in der York Factory gefunden. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Argentinien: Details zu den neuen Banknoten 2024

    Die argentinische Zentralbank Banco Central de la República Argentina (BCRA) hat Mitte Januar 2024 neue Informationen und Details zu den Banknoten veröffentlicht, die im Juni 2024 in Umlauf kommen sollen. Die Nennwerte werden 10.000 Pesos (derzeit ca. 11 Euro) und 20.000 Pesos (derzeit ca. 22 Euro) betragen und nicht, wie noch vor einigen Wochen angekündigt, 20.000 und 50.000 Pesos (derzeit ca. 55 Euro). Offensichtlich konnte die BCRA nachweisen, dass ein nominaler Sprung von 2.000 auf 20.000 Pesos für den Umgang mit Bargeld im Alltag zu groß ist. Um Kosten zu sparen und die Produktionszeit zu verkürzen, hat der Vorstand der BCRA beschlossen, das bestehende Design der aktuellen Banknotenfamilie "Heldinnen und Helden des Vaterlandes" zu verwenden. Details zum Design der neuen Nennwerte Auf der Vorderseite der neuen 10.000-Pesos-Banknote sind die Porträts von Manuel Belgrano und María Remedios del Valle abgebildet. Das Porträt von Belgrano basiert auf einem Gemälde, das dem französischen Künstler François Casimir Carbonnier zugeschrieben wird. Belgrano war Wirtschaftswissenschaftler, Anwalt, Journalist, Politiker und General. Er wird in Argentinien als einer der Gründerväter des Landes verehrt. Das Porträt von María Remedios del Valle basiert auf dem Gemälde "La Capitana" der argentinischen Künstlerin Gisela Banzer. María Remedios wurde 1766 im damaligen Vizekönigreich Río de la Plata geboren und war afrikanischer Abstammung. Sie wurde von General Manuel Belgrano persönlich zum Hauptmann seiner Armee ernannt, um ihren Mut und ihre Tapferkeit auf dem Schlachtfeld während der Unabhängigkeitskriege zu würdigen. Das Hauptmotiv auf der Rückseite ist eine künstlerische Nachbildung der Szene des ersten Hissens der von Belgrano entworfenen argentinischen Flagge am 27. Februar 1812. Die neue 10.000-Pesos-Banknote wird offensichtlich große Ähnlichkeit mit der 500-Pesos-Note der nur teilweise realisierten Banknotenserie haben, die hier im Blog am 25. Mai 2022 vorgestellt wurde. https://www.geldscheine-online.com/post/argentinien-neue-banknotenfamilie-vorgestellt Auf der Vorderseite der neuen 20.000-Pesos-Banknote ist das Porträt von Juan Bautista Alberdi abgebildet, der die argentinische Verfassung von 1853 inspiriert hat. Alberdi ist eine der historischen Persönlichkeiten, die der derzeitige argentinische Präsident Javier Milei am meisten bewundert. Das Porträt von Alberdi war bereits auf einer früheren Banknote der BCRA zu sehen, nämlich auf der "5000 Pesos argentinos"-Note von 1984. Es war auch auf den Notanleihen, den ''Letras de Cancelación de Obligaciones Provinciales'', abgebildet, die die Regierung 2001 und 2002 nach dem Zusammenbruch der Konvertibilität des argentinischen Peso ausgab. Das zentrale Bild auf der Rückseite ist eine Nachbildung des Geburtshauses des Juristen, Diplomaten, Ökonomen, Schriftstellers, Philosophen, Journalisten und Politikers. Die neuen Banknoten werden das Format der im Umlauf befindlichen Banknoten (155 x 65 mm) beibehalten, auf Baumwollpapier gedruckt und mit den traditionellen Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen und Sicherheitsfaden versehen. Zusätzlich werden weitere Sicherheitsmerkmale eingeführt. Eine maschinelle Erkennung der Banknoten wird möglich sein. Außerdem wurde bekannt, dass die argentinische Regierung plant, folgende Peso-Banknoten bzw. Stückelungen aus dem Verkehr zu ziehen: 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Pesos. Lediglich die bisherigen Banknoten zu 1000 und 2000 Pesos könnten im Umlauf bleiben, wenn die beiden neuen Nennwerte in Umlauf sind. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Ralf Faust Quellen: https://www.baenegocios.com/sociedad/Nuevos-billetes-de-10.000-y-20.000-que-billetes-dejaran-de-circular-20240214-0044.html https://www.infobae.com/economia/2024/01/12/como-son-los-billetes-de-10000-y-20000-que-prepara-la-casa-de-la-moneda/

  • EWK-109: Echter oder falscher persischer Überdruck

    Guten Tag Hr. Grabowski! Ich habe im Banknotenforum über die Fälschung der EWK-109 (100 Mark/25 Toman) gelesen. Bin auch im Besitz einer solchen Banknote, die sich aber wesentlich zu der im Forum beschriebenen unterscheidet. Die arabischen Buchstaben haben nicht den starken Farbauftrag an den Rändern. In Bildern mit höherer Auflösung sieht man den fließenden Übergang in die Papierstruktur, was das Ganze dunkler wirken lässt. Im Gegenlicht sehen Vorder- und Rückseite sehr symmetrisch aus. Freihändig das so hinzubekommen, wäre sicher nicht einfach. Leichter Glanz der Farbe, aber nicht so knallig rot. Farbspritzer oder dergleichen nicht sichtbar. Für mich ein zeitgenössischer Beleg, ob Fälschung oder nicht. Habe Ihnen ein paar Fotos mitgesendet. Mit freundlichen Grüßen aus Österreich W. Deutsch Antwort der Redaktion: Der Schein liegt mir zwar nicht physisch vor, aber von der Abbildung schließe ich auf eine Manipulation mit roter Tinte. Wie alt die ist, ist schwer zu sagen. Mir liegen etliche Manipulationen vor, die sich auch voneinander unterscheiden. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn sie sozusagen aus verschiedenen „Werkstätten“ kommen. Es gibt sogar Manipulationen mit grüner statt roter Tinte. Ich habe darüber im Geldschein-Blog auch schon geschrieben: https://www.geldscheine-online.com/post/falsche-persische-%C3%BCberdrucke Ein Zeitbeleg ist der Schein natürlich trotzdem sogar in doppelter Hinsicht. Vom Grundschein her natürlich für das Kaiserreich und von der Manipulation her für unsere Zeit, in der Fälscher und Betrüger versuchen, Profit mit arglosen Sammlern zu machen. Ich habe mir die Mühe gemacht, und den vermeintlichen „Überdruck“ bei Ihrem Schein über den persischen Original-Überdruck gelegt (mit 50 % Durchsicht). Das Ergebnis ist eindeutig und man sieht die vielfältigen Abweichungen, die aus der Handzeichnung resultieren. Die dunklere deutliche Schrift ist der Druck! Trotzdem viel Spaß mit dem Stück. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm, Hardcover Abbildungen: durchgehend farbig Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 EUR Zur Leseprobe Mehr lesen

  • Land Thüringen: Goldmark-Schatzanweisungen von 1923

    Als in der Hyperinflation der Jahre 1923 die deutsche Markwährung zusammenbrach, suchten auch die Länder des Reichs nach kreativen Lösungen zur Schaffung von Kreditkapital und wertbeständigem Notgeld. Eine aus der Not geborene Finanzinnovation waren zu dieser Zeit sogenannte „wertbeständige Anleihen“. So begab das Land Thüringen 1923 Schatzanweisungen auf Goldmarkbasis. Anfang Dezember 1923 beschloss die Thüringische Regierung „Zinslose Schatzanweisungen des Landes Thüringen“ über 1, 2, 5, 10 und 20 Mark Gold mit Valutaklausel (Basis: 1 Mark Gold = 10/42 Dollar) mit einem Aufgeld bis zu einem Gesamtbetrag von 25 Mio. Mark Gold auszugeben. Bei dieser kleinen Stückelung ist anzunehmen, dass hier neben dem Hauptzweck der Kapitalbeschaffung die Absicht verfolgt wurde, die bisher in Thüringen umlaufende, offensichtlich zu geringe Menge wertbeständigen Notgeldes zu vermehren. Thüringische Staatsbank: Wertbeständiges Notgeld über 1 Goldmark vom 20. November 1923, Vorder- und Rückseite. Die Ausgabekonditionen der „Schatzanweisungen des Landes Thüringen“ lauteten, hier beispielsweise für den Nominalwert von 2 Mark Gold: „Gegen diese Schatzanweisung zahlt die Thüringische Landeshauptkasse in Weimar an den Inhaber am 2. Januar 1927 den Nennwert von 2 Mark Gold zuzüglich 30 Pfennig Gold Aufgeld in der am Fälligkeitstag gültigen Währung. Die staatlichen Kassen nehmen bei Zahlung in Gold die Schatzanweisungen zum Nennwert an Zahlungsstatt an. Für diese Schatzanweisungen haftet der gesamte Besitz des Landes Thüringen an Wäldern, Gütern, staatlichen Gewerbebetrieben u.s.w. Der Anspruch aus der Schatzanweisung erlischt, wenn sie nicht binnen vier Jahren nach Fälligkeit zur Einlösung vorgelegt wird.“ Der tatsächliche Emissionsbetrag, der mit dem Datum vom 20. Dezember 1923 versehenen und noch im Dezember durch das Thüringische Finanzministerium zur Ausgabe gelangten Stücke ist nicht bekannt. Damit geriet das Land Thüringen in Konflikt mit den Bestimmungen der Reichsregierung vom 26. Oktober 1923 über die Ausgabe wertbeständigen Notgeldes, da die Genehmigung des Reichsministers der Finanzen (RMF) nicht eingeholt worden war. Der Finanzminister veranlasste daher den Aufruf und die Einlösung der kleineren Stücke bis Ende Februar 1924. Schatzanweisungen des Landes Thüringen, Schatzanweisung über 2 Mark Gold, ausgegeben in Weimar am 20. Dezember 1923. Die größeren Nennwerte liefen als Kapitalmarktpapiere weiter im Verkehr um und wurden erst am 21. November 1924 wie folgt aufgerufen: „Mit Rücksicht auf die neuere Gesetzgebung im Münz- und Bankwesen und auf die Verpflichtungen, die das Reich dem Ausland gegenüber auf Grund der Londoner Abmachungen eingegangen ist, wird es nötig, dass die Thüringischen Schatzanweisungen – ausgestellt unterm 20. Dezember 1923 – ihres Charakters als umlaufende Zahlungsmittel entkleidet werden. Der Reichsfinanzminister hat infolgedessen die Reichskassen angewiesen, die Schatzanweisungen nur noch bis zum 15. Dezember 1924 in Zahlung zu nehmen. Auch wir beabsichtigen, die Scheine nicht länger im Verkehr zu belassen und ersuchen sie nach Möglichkeit bis zum 31. Dezember 1924, an unsere Landeshauptkasse, die Rentämter oder die Thüringische Staatsbank abzuführen und gegen umlaufsfähiges Geld einzutauschen“. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Aus privaten Sammlungen: Totentanz – Die Schweizer 1000-Frankennote der 5. Emission

    Anfang Oktober 1957 begann die Schweizerische Nationalbank (SNB) damit, die seit September 1911 unverändert umlaufende, vom Schweizer Maler Eugène Burnand entworfen Banknote zu 1000 Franken der 2. Emission durch eine neu gestaltete Banknote zu ersetzen. Der Schein von Eugène Burnand war seit 46 Jahren im Umlauf und hatte zwei Weltkriege, die schwere wirtschaftliche Depression der 1930er-Jahre sowie diverse Regierungen unverändert überstanden. Obwohl auch der Schweizerfranken in diesem Zeitraum an Kaufkraft verloren hatte, war sein Wert im Vergleich zu allen anderen Währungen der Welt sehr stabil geblieben. Zur Ausgabe kam ein Entwurf des Schweizer Grafikers und Malers Pierre Gauchat, geboren am 5. Januar 1902 in Zürich, der auf einen bereits 1948 von der SNB gestalteten künstlerischen Wettbewerb zurückgeht, aus dem er als Sieger für die Notenwerte von 50 bis 1000 Franken hervorging. Da er bereits im Februar 1956 verstorben war, erlebte Pierre Gauchat die Ausgabe der von ihm gestalteten Noten nicht mehr. Der eindrucksvoll großformatige – in Blau und dunklem Violett gehaltene – Schein zeigt auf der Rückseite das Motiv eines Totentanzes. Bei genauerem hinsehen tritt der Tod in dreierlei Gestalt auf: Als Sensenmann mit Totenschädel, der ein junges Kind auf dem Arm hält, sodann als geflügelter Totenengel, der einem älteren Mann die Augen schließt, dessen Lebenszeit abgelaufen ist. Man erkennt es an der heruntergefallenen, neben dem Mann liegenden Sanduhr. Und schließlich als Totenengel, der eine junge Frau im Tanz umschließt. Die Gesichter der beiden Totenengel erkennt man nicht, sie sind durch wallende Umhänge verdeckt. Dieses Motiv kommt uns heute zumindest befremdlich vor. Welche Notenbank würde schon den Tod auf eigenen Geldscheinen abbilden? Insbesondere der Sensenmann, der ein Kind auf dem Arm hält, wirkt verstörend. Man stelle sich vor, diese Banknote würde heute zirkulieren: Dürfte sie ob vielleicht verschreckender Abbildungen überhaupt an Minderjährige abgegeben werden? Müssten Bankkunden vor Auszahlung schriftlich zustimmen, dass ihnen verstörende Bilder gezeigt werden, die seelische Schäden hervorrufen können? Totentanz bedeutet insofern nicht, dass Tote auferstehen (wie das Gegenstand vieler Horrorfilme ist), sondern dass Menschen mit dem Tod konfrontiert werden, der ihnen in Personengestalt begegnet. Der Mensch erkennt, dass er sterblich und sein Leben auf Erden endlich ist. Im Totentanz begegnet der personifizierte Tod den Menschen ohne Ansehen ihres Alters oder gesellschaftlichen Standes in gleicher Weise. Er nimmt Jüngere zu sich (das Kind auf dem Arm des Sensenmannes) genau wie Personen in der Blüte ihres Lebens (die junge, im Tanz umschlungene Frau) und Ältere nach einer erfüllten Lebenszeit. Motive des Totentanzes kommen in der Kunst im späten Mittelalter auf. In der Schweiz bekannt ist etwa die Abbildung eines Totentanzes an der Friedhofsmauer der Predigerkirche in Basel, die 1439/40 entstand, oder die Darstellung eines Totentanzes von Kaspar Meglinger auf der bekannten hölzernen Spreuerbrücke in Luzern, die zwischen 1626 und 1632 entstanden ist. Auch in den folgenden Jahrhunderten haben sich Künstler immer wieder mit diesem Motiv beschäftigt. Der Totentanz als Motiv für Geldscheine? Aus dem Zusammenhang der Zeit betrachtet – ja. Die Zeitung "Berner Tagwacht" etwa lobt in ihrer Ausgabe vom 12. Juni 1957 ausdrücklich die „künstlerische Kühnheit“ der Gestaltung des Scheins. Ein entrüsteter Aufschrei ob des Motivs, die Forderung nach Jugendschutz, der Wunsch, Unangenehmes zu verdrängen –Fehlanzeige. Demut aus der Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit war jedenfalls Ende der 1940er-Jahre kein Grund für gesellschaftliche Verstörung. Die Entscheidung der SNB, dieses Motiv auf den höchsten Nominalwert der umlaufenden Banknoten zu setzen, konnte von einer bestehenden gesellschaftlichen Akzeptanz des Themas Tod ausgehen. Die Zeiten mögen sich gewandelt haben. Das Motiv des Totentanzes auf Papiergeld hat sich meines Wissens nicht wiederholt. Außer bei Notgeldscheinen sind mir keine weiteren Geldscheine bekannt, die ausdrücklich den Tod als Motiv aufweisen. Die 1000-Frankennote mit dem Totentanz als rückseitigem Motiv blieb bis Ende April 1980 im Umlauf. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Schweizer Eidgenossenschaft Emittent: Schweizerische Nationalbank Nominal: 1000 Franken Datierung: 4. Oktober 1957 Vorderseite: Guillochen, Bankname, Wertangabe, Bildnis einer jungen Frau Rückseite: Guillochen, Wertangabe, Bild eines Totentanzes Material: Papier ohne Wasserzeichen, mit Sicherheitsstreifen Unterschriften:  Dr. Alfred Müller, Dr. Otto Kunz, Dr. Walter Schwegler Entwurf: Pierre Gauchat Druck: Kupfertiefdruck und Offsetdruck durch Thomas de la Rue, London Format: 227 mm x 125 mm Nummerierung: 2C 43345 Auflage: 1,5 Millionen Stück (mit diesem Datum) Gültigkeit: 14. Juni 1957 – 1. Mai 1980, wertlos seit 1. Mai 2000 Zitate: CH 4d (Richter/Kunzmann: Die Banknoten der Schweiz) CHE-52 (Standard Catalog of World Paper Money) B336 (Linzmayer: The Banknote Book – Switzerland) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Quellen Jürg Richter, Ruedi Kunzmann: Die Banknoten der Schweiz, Gietl-Verlag Regenstauf 2003 www.Wikipedia.de "Berner Tagwacht", Ausgabe vom 12.6.1957 – abgerufen unter www.e-newspaperarchives.ch

  • Das Notgeld der Stadt Limburg/Lahn

    Im Ersten Weltkrieg entdeckte die Kriegswirtschaft die Nickel- und Kupfermünzen als wertvolle Rohstoffreserve. Ihre Prägung wurde daher eingestellt und die Münzen von der Reichsbank aus dem Verkehr gezogen. Zudem flossen große Mengen an Zahlungsmitteln in die von deutschen Truppen besetzten Gebiete, und die Bevölkerung hortete die Silbermünzen wegen ihres Metallwertes. Da die staatlichen Münzanstalten mit der Produktion der Ersatzmünzen aus Eisen, Zink und Aluminium nicht nachkamen, machte sich ab Sommer 1916 ein spürbarer Mangel an Wechselgeld bemerkbar. Auch die Stadt Limburg/Lahn war davon betroffen. Der Mangel zwang die Verantwortlichen zum Handeln. Im Protokollbuch des Magistrats findet sich auf Seite 531 unter dem Datum des 24. Juli 1917 folgender Beratungspunkt: „Verhandlung mit der Firma Du Mont Schauberg in Köln a/Rh., betr. Die Herstellung von Kriegsnotgeld“ und folgender Beschluss: „Auf der Unterschrift des Bürgermeisters im Namenszug und der Herstellung ... Klischees wird bestanden; die [Übernahme] der Kosten der Herstellung der Klischees auf die Stadt wird indessen abgelehnt“. Die Formulierung lässt vermuten, dass Industrielle und Kaufleute die Ausgabe von Notgeld gefordert hatten, die sparsamen Stadtväter aber die Kosten abwälzen wollten. Die Zustände scheinen sich in den folgenden Tagen zugespitzt zu haben, denn am 9. August 1917 stimmten die Stadtverordneten einem Vorschlag des Magistrats vom 6. des Monats zu, bei der Druckerei M. Du Mont Schauberg in "Cöln" Papiernotgeld zu bestellen. Dafür wurde ein Betrag von 850 Mark bzw. 875 Mark genehmigt. Zur Ausgabe gelangten Scheine zu 10, 25 und 50 Pfennig, gedruckt auf Papier mit dem Wasserzeichen „Kölner Waben“ (75). Dieses Papier wurde von Poensgen & Co. in Bergisch Gladbach für M. Du Mont Schauberg hergestellt. Keller beschreibt es wie folgt: „Helle Linien bilden regelmässige Sechsecke von 8 mm Seitenlänge. An diesem genau geometrischen Muster ist die seitliche Verzerrung des Wasserzeichens bisweilen deutlich zu beobachten.“[1] Die Scheine kommen sowohl mit fünf- wie auch sechsstelliger Kontrollnummer vor. Die drei Werte datieren vom 20. Juli 1917 und sind einheitlich gestaltet. Am oberen Rand „Stadt Limburg (Lahn). Darunter links groß die Wertzahl, daneben dreizeilig „GUTSCHEIN / über / Pfennig“ und die Kontrollnummer auf einem Radter aus zwölf Strichen. Darunter dreizeilig. „Dieser Gutschein behält seine Gültigkeit bis drei Monate / nach öffentlicher Aufkündigung in den Limburger Tages- / zeitungen. Die Scheine werden von der Stadtlasse eingelöst.“ Am unteren Rand „Der Magistrat:“, gedruckte faksimilierte Unterschrift (Philipp) Haerten [* 12. Dezember 1869 in Rotterdam; † 4. April 1942 in Münster] und „Bürgermeister“. Der gesamte Text ist eingefasst in einem Zierrahmen. Im Unterdruck in der Mitte der Gutscheine in einem achteckigen Medaillon eine Abbildung des Limburger Doms, der auch auf der Rückseite abgebildet wird. Der Schein zu 10 Pfennig ist orange/gelb und 72 x 50 mm groß, der zu 25 Pfennig ist rosa/rot und hat die gleichen Masse und der Schein zu 50 Pfennig ist blau und 82 x 55 mm groß. Abb. 1.1/2: Stadt Limburg, 20. Juli 1917, 10 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 2.1/2: Stadt Limburg, 20. Juli 1917, 25 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.1/2: Stadt Limburg, 20. Juli 1917, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 4: Wasserzeichen „75 Kölner Waben“[2] Im Herbst 1918 zeichnete sich die Niederlage der Mittelmächte ab und das Vertrauen in die künftige Gestaltung des politischen und wirtschaftlichen Lebens schwand. Am 28. Oktober 1918 war im „Nassauer Boten“ das Folgende zu lesen: „In den letzten Wochen gibt sich das Publikum einer Hamsterei in Banknoten hin, die in volkswirtschaftlichen Belangen unerwünscht ist und ungünstig wirken muß. Von maßgebender Stelle wird auf das Verhängnisvolle dieser Hamsterei aufmerksam gemacht und ihr zu steuern versucht.“ Die Reichsbank gab notgedrungen ihre Reservebestände an Banknoten und die vorhandenen Vorräte an Reichssilbermünzen in den Umlauf. Gleichzeitig erteilte sie weiter Druckaufträge an die Reichsdruckerei, die jedoch die bestellten Mengen nicht annähernd erfüllen konnte, da in den vorhergehenden Wochen eine größere Anzahl ihrer Arbeiter zum Heeresdienst eingezogen worden waren und mehrere Hundert wegen der Erkrankung an der Spanischen Grippe ausfielen. [3] In ihrer Not erteilte die Bankleitung Druckaufträge an mehrere Privatdruckereien. Sie sollten eine neue Reichsbanknote zu 50 Mark im Buchdruckverfahren herstellten. Ferner forderte die Reichsbank die Kommunen auf, die Ausgabe von Notgeldscheinen bis zur Höhe von 20 Mark – später bis zu 50 Mark – mit "möglichster Beschleunigung" vorzubereiten. Sie erklärte sich bereit, die Hälfte der Herstellungskosten zu übernehmen und für mögliche Verluste durch Fälschungen aufzukommen. Zusätzlich wurden durch Bundesratsverordnung vom 22. Oktober 1918 (R.G.Bl. S. 1257) die am 2. Januar 1919 fälligen Zinsscheine der 5%igen Kriegsanleihen bis zu ihrem Fälligkeitstag zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Man erhoffte sich von dieser Maßnahme eine sofortige Entlastung, da die Anleihen gleichmäßig über das ganze Land gezeichnet worden waren. Ferner propagierte die Reichsbank den bargeldlosen Zahlungsverkehr. [4] Auch die Stadtverordneten der Stadt Limburg müssen sich der Problematik bewusst gewesen sein. Denn das Protokollbuch der Stadt führt unter dem Datum vom 9. November 1918 auf, dass die Firma Schleicher & Schüll, Düren, ein Angebot abgegeben habe, betreffend die Herstellung von Papiernotgeld zu 20, 10 und 5 Mark, das von der Finanzkommission nun geprüft werden sollte. Zwischenzeitlich lag auch ein Angebot der Firma C. Naumann’s Druckerei in Frankfurt/Main vor. Danach sollte der Druck der Nominale 3.680 Mark kosten, das vom Magistrat am 18. November 1918 angenommen wurde. Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits am 15. November 1918 die Übernahme der Druckkosten bewilligt. Abb. 5.1/2: Stadt Limburg, 20. November 1918, 5 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: Stadt Limburg, 20. November 1918, 10 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: Stadt Limburg, 20. November 1918, 20 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 8: Wasserzeichen „73 Radmuster“, auch Naumann-Rad-Muster.[5] Die drei Nominale sind einheitlich gestaltet und unterscheiden sich nur in Format und Farbe: Der 5-Mark-Schein in Blau hat das Format 115 x 80 mm, der 10-Mark-Schein in Grün ist 130 x 90 mm und der 20-Mark-Schein in Rotbraun 130 x 90 mm groß. Gedruckt wurden sie auf Wertzeichenpapier mit dem Wasserzeichen „Rad-Muster“. Keller beschreibt das Wasserzeichen wie folgt: „C. Naumanns Muster, aus hellen Linien gebildet, stellt vierteilige Räder dar, deren Drehung durch leichte Biegung der Viertelstücke ausgedrückt wird, welche die Speichen andeuten. Die Speichen sind jeweils durch drei Linien dargestellt, von denen die mittlere als leicht gebogene Wellenlinie von einem Rad zum benachbarten übergeht und dort in der Mitte des Rades in einem kleinen Haken endet. Die äusseren Linien, Innenkanten der Speichen und Innenkranz des Rades darstellend, bilden sphärische Dreiecke. Der äussere Radkranz ist an der Berührungsstelle mit dem Nachbarrad unterbrochen; seine Linie geht in die des Nachbarrades über und bildet mit zwei weiteren Radkanten ein verzogenes Viereck, in dem ein Buchstabe N abwechselnd steht oder liegt. Die Räder sind seitlich etwas zusammengedrückt, also nicht kreisrund.“[5] Die Vorderseite der Notgeldscheine wird von einem Jugendstil-Zierrahmen eingefasst, in deren Ecken jeweils die Wertzahl in Ziffern angeben wird. Der linke Rahmen zeigt in ovalen Medaillons untereinander „L“, „I“, „M“, „B“ und auf der anderen Seite „U“, „R“, „G“ und „L“. Im oberen Rahmen „STADT LIMBURG A. D. L.“ Im Rahmen in der rechten oberen Ecke „No“ fünfstellige rote Kontrollnummer. Der neunzeilige Test lautet: „Gutschein / über / Wert Mark / Obigen Betrag zahlt unsere Stadtkasse dem Inhaber bei / Rückgabe innerhalb der öffentlich bekannt gemachten / Einlösungsfrist, mit deren Ablauf der Gutschein verfällt. / Der Magistrat: / gedruckte faksimilierte Unterschrift des Bürgermeisters Haerten“. In der Mitte unter dem Rahmen „C. Naumann‘ Druckerei, Frankfurt a./M.“ In der Scheinmitte im Unterdruck in einem runden Medaillon das Stadtwappen.[6] Die übrige Fläche wird mit Jugendstil-Ornamenten ausgefüllt. Die Rückseite ist mit einem schlichteren Rahmen im Jugendstil eingefasst; in den Ecken die jeweilige Wertzahl mit „Mk“. Während der Unterdruck zarte Jugendstil-Ornamenten zeigt, steht auf der linken Scheinseite die Darstellung St. Georgs hoch zu Ross den Drachen tötend im Vordergrund, während auf der rechten Seite die auf einem Kalkfelsen thronende Burg und der Dom abgebildet ist. Die Darstellung ist eine Homage an den sieben-türmigen Limburger Dom (damit hat er mehr Türme als jede andere Kirche in Deutschland), der seit 1827 nach seinem Schutzpatron St. Georg auch Georgsdom genannt wird. Leider finden sich in den Akten keine Angaben über die Auflagenhöhe. Aufgrund der Seltenheit der Scheine ist anzunehmen, dass ihre Auflage nicht allzu hoch war. Bereits am 15. November 1918 sprachen sich die Stadtverordneten auch einstimmig dafür aus, weitere 100.000 Kriegs-Notgeldscheine in Stücken zu 10, 25 und 50 Pfennig drucken zu lassen. Diese Scheine datieren vom 1. November 1918 und wurden ebenfalls von der Firma C. Naumann’s Druckerei in Frankfurt/Main auf Papier mit dem Wasserzeichen „Radmuster“ gedruckt. Die drei Werte unterscheiden sich nur in ihrer Farbe und haben die gleiche Größe wie die Scheine aus dem Jahr 1917. Während ihre Rückseite den Scheinen des bereits beschriebenen Großgeldes entspricht (allerdings erscheint hier am unteren Rand der Name der Druckerei), wurde die Vorderseite neu gestaltet. Eingerahmt in einem schmalen Zierrahmen mit Jugendstil-Ornamenten finden sich in der oberen Hälfte drei große Zeilen. In der 1. Zeile heißt es: „Stadt – drei Schmucksymbole – Stadtwappen – Limburg . a. d. Lahn“, in der 2 Zeile „Wertangabe in Ziffern . Pfennig . Wertangabe in Ziffern“ und in der 3. Zeile „No Kennziffer“ fünf oder sechsstellig. In der unteren Hälfte folgt der folgende fünfzeilige Text: „Dieser Gutschein behält seine Gültigkeit bis 3 Monate nach / öffentlicher Aufkündigungen in den Limburger Tageszeitungen. / Die Scheine werden von der Stadtkasse eingelöst. / Limburg (ohne Komma) den 1. November 1918, / DER MAGISTRAT: gedruckte faksimilierte Unterschrift (Haerten) Bürgermeister.“ Abb. 9.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 10 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite ohne Künstlersignatur. Abb. 10.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 25 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite ohne Künstlersignatur. Abb. 11.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite ohne Künstlersignatur. Abb. 12.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 10 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Abb. 13.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 25 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Abb. 14.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Abb. 15.1: Stadt Limburg, 1. November 1918, 25 Pfennig, Kennnummer „A No xxxxxx A“, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Nach einer Meldung des Landrates vom 20. Oktober 1920 an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden waren nach dem 1. April 1919 Notgeldscheine im Wert von 70.000 Mark zu 50 Pfennig, 96.750 Mark zu 25 Pfennig und 41.000 Mark zu 10 Pfennig ausgegeben worden.[7] „Obwohl das Reichsfinanzministerium die Münzstätten veranlasst hatte bis zur äußersten Grenze ihrer Leistungsfähigkeit 5-, 10- und 50-Pfennigstücke aus Metall zu prägen“, bestand namentlich in der ersten Hälfte des Jahres 1920 ein Mangel an Kleingeld. „Im Laufe des zweiten Halbjahres ließ sich die Ausprägung von 50-Pfennigstücken aus Aluminium so weit fördern, daß die Nachfrage des Verkehrs im allgemeinen befriedigt und sogar an die allmähliche Einziehung der noch im Umlauf befindlichen kommunalen Notgeldscheine zu 50 und 25 Pfennig herangetreten werde konnte. Die Herstellung von 10- und 5-Pfennigstücken war indes leider trotz ihrer sehr erheblichen Steigerung in einer dem Bedarf genügenden Menge bisher nicht möglich.“ [8] Am 14. Januar 1921 wandte sich der Magistrat in einem Schreiben an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden mit der Bitte, die Umlauffrist für Ersatzwertzeichen der Stadt Limburg zu verlängern, denn eine preußische Verfügung vom 16. Dezember 1920 sah derer Einziehung vor. Der Magistrat begründete dies so: „Zur Behebung des Kleingeldmangels hat die Stadt Gutscheine zu 10, 25 und 50 Pf. in den Verkehr gebracht. Sie hat sich dazu erst entschlossen, als die Lage bei der hiesigen Geschäftswelt, bei den öffentlichen Kassen und im privaten Verkehr unhaltbar geworden war und man infolgedessen zur Briefmarke und zum privaten Gutschein als Behelfsmittel gegriffen hatte. Bis jetzt hat die Stadt an Gutscheinen ausgegeben: 520.000 Stück je 10 Pf.- 52.000,-- M 437.000 Stück je 25 Pf .- 109.250,-- M 180.000 Stück je 50 Pf.- 90.000,-- M Zus. 251.200,-- M Von dieser Summe sind abzurechnen die inzwischen eingelösten, nicht mehr kursfähigen Gutscheine im Gesamtwert von rund 20.000,-- M. Wie gross der Mangel an kleinen Zahlungsmitteln am hiesigen Platze zur Zeit noch ist, geht schon daraus hervor, dass die letzte Lieferung der Gutscheine vom September v. Js. von 30.000 Stücken schon nach kurzer Zeit vollständig vergriffen war. Die hiesige Eisenbahnstationskasse forderte sogar eine grössere Menge von Gutscheine zu 10 Pf. an, als die Stadt überhaupt in Bestellung gegeben hatte. Die hiesige Reichsbanknebenstelle erklärte auf Anfrage, dass die von ihr verausgabten kleinen Münzen in nennenswerten Mengen nicht zurückfliessen, und sie sei deshalb nicht in der Lage, den Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln zu decken. Der grosse Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln am hiesigen Platze erklärt sich aus der Bedeutung der Stadt als Geschäftsplatz infolge seiner günstigen Eisenbahnverbindungen und seiner guten Lage in Mittelnassau. Sie ist ausserdem der Sitz zahlreicher Behörden, Banken und Sparkassen. Dazu kommt noch, dass von den kreisangehörigen Gemeinden ausser Limburg nur die Stadt Camberg Ersatzwertzeichen in geringen Mengen ausgegeben hat. Der Kreis Limburg hat Ersatzwertzeichen nicht ausgegeben. Die Stadt Limburg hat deshalb, ohne es ursprünglich beabsichtigt zu haben, einen grösseren Umkreis mit kleinen Zahlungsmitteln versorgt. Die täglichen Anforderungen von diesen kleinen Zahlungsmitteln bei unserer Stadtkasse beweisen am besten dass für sie zur Zeit noch ein dringendes Bedürfnis besteht. Im Hinblick auf die angeführten Umstände bitten wir die Umlauffrist der Ersatzwertzeichen der Stadt Limburg zu 10, 25 und 50 Pf. weiterverlängern zu wollen.“[9] Dem Wunsch muss entsprochen worden sein, denn am 24. November 1921 beantragte der Magistrat eine weitere Verlängerung der Umlauffrist. In dem Schreiben nimmt man Stellung zu dem Erlass des Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. Mai 1921. „Der Erlass geht davon aus, dass ein Bedürfnis zur Duldung des weiteren Umlaufs von Ersatzwertzeichen nicht mehr anerkannt werden könne, da die Reichsbankanstalten in der Lage seien, den an sie gestellten Anforderungen an gesetzlichen Zahlungsmitteln zu entsprechen. Es ist zuzugeben, dass von den Reichsbankanstalten grössere Mengen Kleingeld in den Verkehr gebracht werden. Nach unseren Feststellungen kann aber trotzdem noch nicht die Rede davon sein, dass der Kleingeldmangel behoben ist; immerfort werden noch Klagen aus der Industrie und der Geschäftswelt laut. Dass trotz stärkster Steigerung der Münzenprägungen nicht genügend Zahlungsmittel im Verkehr bleiben, kann nur so erklärt werden, dass die Münzen von einem Teil der Bevölkerung immer noch zurückgehalten werden. Es ergibt sich also die Notwendigkeit die systematische Belehrung der Bevölkerung über die Zwecklosigkeit und Schädlichkeit der Kleingeldhamsterei weiter fortzusetzen. Solange aber der Kleingeldmangel tatsächlich noch besteht, halten wir die Einziehung des städt. Notgeldes für bedenklich. Wir bitten zugleich im Namen der Städte Diez, Bad Ems, Niederlahnstein, Westerburg, Hachenburg, Montabaur und Langenschwalbach beim Herrn Minister für Handel und Gewerbe um Verlängerung der Umlauffrist der von diesen Städten ausgegebenen Ersatzwertzeichen unter 1 M zunächst für ein halbes Jahr zu beantragen. Nach Ablauf dieser Frist kann die Einziehung des Notgeldes unverzüglich erfolgen, wenn sich zeigt, dass durch die fortgesetzte Belehrung der Bevölkerung die Kleingeldhamsterei unterbleibt.“[10] Die Akten geben keine Auskunft darüber, ob dem Antrag stattgegeben wurde und auch nicht darüber, wann die Kleingeldscheine endgültig eingezogen wurden. Vergleicht man die Zahlen über die ausgegebenen Kleingeldscheine, so wird deutlich, dass sie in mehreren Auflagen gedruckt wurden. Hierauf sind wohl auch die Farbunterschiede zurückzuführen. Unabhängig davon lassen sich zwei deutliche Emissionen unterscheiden. Zum einen wird der Name des Künstlers „P. ASSMANN“ auf der Rückseite genannt und zum anderen wird er fortgelassen. Peter Assmann war Zeichenlehrer am Limburger Gymnasium. Er wurde 1862 in Meudt geboren und starb 1939 in Limburg. Seine Werke zeigen eine Vielzahl heimatlicher Motive. Bleibt noch anzumerken, dass auch die Limburger Großgeldscheine von ihm entworfen wurden. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Dr. Arnold Keller, Deutsche Wertpapierwasserzeichen, Die Wasserzeichenpapiere des deutschen Notgeldes 1914 – 1948, Abbildungen gezeichnet von Kurt Lehrke, Berlin-Wittenau 1955, S. 30. [2] Ebenda, Tafel 4. [3] Wie viele Opfer die Spanische Grippe insgesamt forderte, ist nicht leicht zu beziffern. „Die höchsten Schätzungen gehen von 20 bis 30 Millionen Toten aus – zwei- bis dreimal mehr, als Soldaten im Ersten Weltkrieg fielen. Allein in Europa zählte man 2,3 Millionen Todesfälle, davon 250.000 in Deutschland.“ Bruno Cabanes und Anne Duménil (Hrsg.), Der Erste Weltkrieg, Eine europäische Katastrophe, Darmstadt 1913, S. 357. [4] Vgl. Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1918, Vorgelegt in der Generalversammlung am 31. März 1919. S. 4 f. [5] Ebenda, S. 30. [6] Die Stadt Limburg führt seit 1908 das folgende Wappen: „Blasonierung: In Blau eine silberne Burg mit drei Zinnentürmen: der Mittelturm belegt mit einem blauen Schild, darin zweireihig von Rot und Silber geschachter Balken, begleitet oben von sieben, unten von sechs waagerechten goldenen Schindeln. Wappenbegründung: Das Wappen zeigt den Mauerring einer Burg mit zwei äußeren Türmen und einem mittleren Torturm, an dem unterhalb der Wehrplattform das Wappen der Herren von Isenburg-Limburg angebracht ist.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Limburg_an_der_Lahn (30.12.2023). [7] Hess. HStA Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6099, Bl. 52. [8] Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1920, Vorgelegt in der Generalversammlung am 31. März 1921. S. 5 f. [9] Hess. HStA Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6099, Bl. 115. [10] Ebenda, Bl. 226.

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