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  • Thailand: König Rama X. feiert seinen 6. zyklischen Geburtstag

    Anlässlich des 6. zyklischen Geburtstags von König Rama X. (Vajiralongkorn, 6 x 12 Jahre = 72) wird die Bank of Thailand am 23. Juli 2024 eine 100-Baht-Polymer-Gedenkbanknote ausgeben. Die Vorderseite der Banknote zeigt ein Porträt des Königs in vollem Ornat mit der Brustkette des Ritters Grand Cordon (Sonderklasse) des Most Illustrious Order of Chula Chom Klao. Die Rückseite der Banknote zeigt ein Porträt in vollem Ornat mit dem alten und verheißungsvollen Orden der neun Edelsteine, der Brustkette des Ritters Grand Cordon (Sonderklasse) des Erlauchtesten Ordens von Chula Chom Klao und einem Schwert. Die Polymerbanknote ist vertikal ausgerichtet und misst 89 mm x 163 mm. Es werden 10 Millionen Stück ausgegeben. Zusätzlich zu der Banknote wird ein Gedenkfolder (2 Millionen Stück) zum Preis von 10 Baht erhältlich sein. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es, dass "der gesamte Erlös in aller Bescheidenheit in das Ermessen Seiner Majestät des Königs gestellt wird". Die Bank von Thailand hat diese zusätzlichen Informationen über die Gedenkbanknote veröffentlicht: Das Porträt von König Rama X. ist auf einem goldenen, schillernden Hintergrund intagliert. Das königliche Emblem ist in dunkelbrauner Farbe aufgedruckt, während die Zahlen des Nennwerts von 100 (in westarabischer und thailändischer Schrift) in Rot und Dunkelbraun aufgedruckt sind. Das durchsichtige Fenster ist mit goldener Spezialdruckfarbe bedruckt und zeigt ein weißes Garuda-Bild im Inneren. Eine vierblättrige, quadratische Blume unten links ist auf beiden Seiten an der gleichen Stelle aufgedruckt und kann im Gegenlicht gesehen werden (Registrierungsmerkmal). Auf beiden Seiten ist ein achteckiges durchsichtiges Fenster mit einer winzigen, geprägten Blume aus Kugelbaumholz für Blinde zu fühlen. Ein Schattenbild, ähnlich einem Wasserzeichen, des königlichen Monogramms "ว.ป.ร." unter der Großen Siegeskrone ist auf beiden Seiten deutlich zu erkennen, wenn man die Banknote gegen das Licht betrachtet. Der thailändische Nennwert "๑๐๐" ist quer mit den vier transparenten, erhabenen Linien für Blinde gedruckt. Auf dem rautenförmigen thailändischen Ornament-Klarsichtfenster unten rechts ist in der Mitte ein Teilmuster einer gelben Sternblume mit Spezialdruckfarbe aufgedruckt. Kippt man den Schein, entsteht ein Bewegungseffekt des Kreismusters und ein Farbwechsel von Gold zu Grün (Spark®). Die diagonal aufgedruckten gelben und rosafarbenen Streifen am linken und rechten unteren Rand der Banknote enthalten winzige Wörter "ทรงพระเจริญ", die mit einer Lupe sichtbar sind (Mikrotext). Unter ultraviolettem Licht fluoreszieren das Porträt des Königs, das traditionelle thailändische Design unterhalb des königlichen Emblems und andere Komponenten (z. B. spezielles Design, Pflanzen, gelbe Sternblüten und gelber Streifen mit "ทรงพระเจริญ") gelb. Die Banknoten können zum Nennwert bei allen kommerziellen und staatlichen Banken erworben werden, darunter die Government Savings Bank, die Government Housing Bank, die Bank of Agriculture and Agricultural Cooperatives und die Islamic Bank of Thailand. Donald Ludwig ( polymernotes.org )

  • Billion jenseits von Inflation

    1924: Ein Jahr, in dem Deutschland – wertbeständig – mit Billionen zahlte Am 20. November 1923 erreichte die Inflation in Deutschland ihren im Dezember 1923 dann auch offiziell bestätigten Schlusskurs. Ausländische Börsen und das besetzte Rheinland ließen die Papiermark-Inflation vorübergehend wohl noch um ein Mehrfaches anwachsen, fanden aber bis Ende 1923 bzw. Anfang 1924 immer wieder zum besagten Zielkurs zurück. Dieser erwies sich mit exakt einer Billion Mark für eine Gold- bzw. Rentenmark und einem Wechselkurs von 4,2 Billionen Mark  für einen US-Dollar als außerordentlich pragmatisch – ein zugegeben glücklicher Zufall (?). Gestutzt mittels  „Zwölf-Nullen-Streich“ überquert die gebändigte Mark nach ihrem Inflationsgalopp exakt zum Vorkriegsniveau von 1914 die Ziellinie. Final glänzt Deutschland entlang dieser Dekade mit einer der niedrigsten Geldentwertungen weltweit – explizit auch im Vergleich zu den USA ...   Schon wieder ein Beitrag über die deutsche Hyperinflation? Was lässt sich eigentlich nach der Vielzahl der im Vorjahr 2023 erschienenen Artikel zu diesem Jahrhundertgedenken an die Geldentwertungs-Tragödie der "Weimarer Republik" noch Wissenswertes beitragen, wird man sich fragen. Nichts, naja, fast nichts, außer vielleicht einer Petitesse von einer "Billion Fußnoten". Dieser Beitrag widmet sich dem eigentlichen Phänomen der deutschen Inflation, das sich in Folge der Geldentwertung wohl allein hier einstellte. Sicher war es nicht ihre Dimension, in welche sich die Inflation emporschwang. Historisch eingeordnet erscheint diese mit ihrem höchsten im Umlauf befindlichen Nominal von 100 Billionen Mark eher "moderat". DEU-170: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 15. Februar 1924, Vorderseite. DEU-171: Deutsche Reichsbank, Musterabdruck der Reichsdruckerei zu einer nie ausgegebenen Reichsbanknote über 1000 Billionen Mark vom 20. Februar 1924, Vorderseite. Die zweihundert Billionen aus Krefeld kamen nicht zur Ausgabe. Auch die Duderstädter Billiarde mag eher als ein gern präsentierter "Scherzschein" gelten. [1]   Letztlich verblieben auch die 1000 Billionen der Reichsbank von 1924 nur im Entwurfsstadium. Ungarische Fantastililliarden Lieblich unauffälliger Gigant in der Banknotengeschichte (höchster Pengö-Wert im Umlauf): Ungarische Nominalbezeichnung und ein verschämtes „B-“ vereinen sich am 3. Juni 1946 zu 100 Millionen Billionen, 100.000.000.000.000.000.000 bzw. 100 Trillionen Pengö (eine 10 mit 20 Nullen!). Was war die deutsche Papiermark-Entwertung schon im Vergleich zur ungarischen Pengö-Hyperinflation nach 1945?  Hier tauchte sogar erst bei der 10.000 Billionen-Note die B-Pengö-Kennzeichnung für Billionen Pengö auf. Im Umlauf war schließlich bei 100 Millionen Billionen Pengö (100 Trillionen) Schluss; die Milliarde Billion blieb fertig gedruckt dem Umlauf vorenthalten. Bei den 100 Billionen [2] der deutschen Inflation hantierten die ungarischen Scheine noch mit der „M-Vorwahl“ für Tausend (100 Millionen Tausend Pengö).  Ganz inkognito. Wer vermutet schon den Inflations-Superlativ hinter dieser Banknote vom 31. Juli 1946? Der Ado-Pengö (Steuer-Pengö) steht schließlich für 2 Trilliarden Pengö, und das multipliziert mit hundert Millionen ergibt 200.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Pengö (200 Quadrilliarden Pengö, in der späteren Währungsreform immerhin noch ein halber Forint). Ab Mitte 1946 behalf man sich mit dem Steuer-Pengö (Adópengö) als einem Versuch zur Schaffung eines wertstabileren Zahlungsmittels, welcher abschließend mit etwa zwei Trilliarden Pengö (10 mit 21 Nullen) pro Einheit umzurechnen war. Auch der Adópengö fiel der Inflation zum Opfer und endete solidarisch bei 100.000.000 Millionen. Interpretiert in der zugrundeliegenden Pengö-Währung war das mit 200 Quadrilliarden (2 x 10 mit 29 Nullen) das höchste Nominal der Währungsgeschichte. Zwei dieser Scheine summierten sich dann zuletzt zur neuen Währungseinheit Ungarns, dem Forint. [3] Passend zum Format in der Philatelie "handlichere" Werte und wohl trotzdem Weltrekord: Freimarke vom 13. Juli 1946 zu 500 Billiarden (500.000.000.000.000.000) Pengö. Die Billion als neue Währungseinheit Die wirkliche Primäre der Weimarer Geldentwertung von 1923 erschien erst im Nachspiel der Inflation in Form der postinflationären Billion auf der währungspolitischen Bühne. Jedoch wird dieser Aspekt im überwiegenden Teil der einschlägigen Betrachtungen oft nur zur Randnotiz degradiert und ist damit einer breiteren Öffentlichkeit eher unbekannt. Wider Erwarten war das Billionen-Nominal die wenigste Zeit – kaum einen Monat lang – von seiner ca. einjährigen Präsenz inflationär. Diese Währungseinheit mit ihrem ‚Pfennig‘ zu zehn Milliarden ist in der Zeit bis zur Einführung der Reichsmark am 1. November 1924 das einzige gesetzliche Zahlungsmittel – ein Status, welcher der viel gepriesenen Rentenmark hingegen verwehrt blieb. Denn alleinige legitime Instanz zur Ausgabe von reichsgültiger Währung war die Deutsche Reichsbank und die emittierte exklusiv die inflationsgebeutelte sog.  "Papiermark". [4] DEU-153a: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923, Vorderseite.   Bereits Ende Oktober 1923 brachte die Reichsbank voller „Optimismus“ im Hinblick auf die weitere Inflationsentwicklung als erstes Billionen-Nominal eine 100-Billionen-Mark-Note heraus. DEU-168: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 20 Billionen Mark vom 5. Februar 1924, Vorderseite.   DEU-172: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 5 Billionen Mark vom 15. März 1924, Vorderseite.   Interessanter war jedoch die Emission einer neuen Billionen-Serie von März bis April 1924  (5 – 100 Billionen Mark), die dann als wertstabile Währung umlief. Die Papiermark in Billionenform war bis zur Einführung der Reichsmark im November 1924 keineswegs ein verschmähtes, sondern neben der explizit auf Zahlungsbelegen 1924 fast ausschließlich verwendeten Goldmarkrechnung [5] sowie der Rentenmark ein durchaus gebräuchliches Zahlungsmittel. Repräsentativ  sollen Dokumente aus einer kleinen Sammlung einschlägiger Zeitzeugnisse im Rahmen einer kommentierten, billionenschwangeren Bildergeschichte versuchen, die Belege selbst „zu Wort kommen“ zu lassen. Am Ende steht eine Biographie der Billion im Geld- und Zahlungsverkehr von der späten Inflationszeit bis in die Reichsmark-Ära. Das dokumentierte Spektrum der Billionen-Präsenz reicht von den obligatorischen Geldscheinen über Transaktionen des täglichen Geschäftslebens inklusive Gebühren-, Porto sowie Steuerzahlungen bis hin zu, den Zahlungsmitteln noch sehr nahestehenden Wechseln. Darin spiegeln sich recht frühe Signale der Billion bis hin zu ihrem vielleicht finalen Auftritt. Im Vergleich zur exklusiven „Scheinheiligkeit“ bietet sich in diesem vielfältigen Milieu einiges Überraschendes. Gelegentlich prahlt die Terra-Währung im Zahlungsverkehr auch mit ihrer billiarden-schweren Schwester Peta-Mark. Dem vorherrschenden Erhaltungsfetischismus ignorieren zahlreiche Exponate leger. Als Einzelstücke, sich ihrer grundsätzlichen Einmaligkeit "bewusst", muss man sie nehmen, wie sie kommen, wenn sie sich überhaupt die "Ehre" geben. Abseits des engagierten Sammlerinteresses schlummern die Preise für die Billionenbelege, „Ratten“ hin oder her, eher im Keller. Das kaum erschlossene Gebiet birgt zudem noch viel Potenzial für spektakuläre Funde – von dreizehnstelligen „Frühgeburten“ bis zu billiarden-beflügelten Rekordmarken. Auf schwindendem Schein: Poetisches zur Billionen-Inflation "Wertbeständiger" Neujahrswunsch 1924: Von der Inflation blieb ein billiger "Papierersatz" als millionenschwere Grundlage für einen lyrischen Abriss durch die 1923iger-Geldentwertung bis zum Billionär sowie einem gold-soliden Hoffnungsschimmer für 1924. Die Rückseite der Bamberger Billion vom November 1923 reimt sich klagend durch den inflationären Sumpf einer schließlich dreizehnstelligen "Pilzvergiftung". Randerscheinungen des deutschen Billionenphänomens Einzige münzgeschichtliche Zeitzeugin der Billionen-Epoche von 1923: als Notgeld der Provinz Westfalen repräsentiert diese Münze die „Mark“ der Billionenwährung. Nicht nur vom Nominal her, sondern auch mit sechs Zentimetern Durchmesser die größte geprägte deutsche "Währungseinheit" überhaupt, sieht man einmal von Abschlägen anderer Münzen ab, die nicht für den Umlauf bestimmt waren. Die Ausgabe erinnert an ein ganzes Jahr Inflation und läutet gleichzeitig auch das Ende der Billionenära ein. (Hier vorliegend, vielleicht als beredter „Trümmerfrauenfund“, der zwei Jahrzehnte später schicksalhaft vom Tiefpunkt des Deutschen Reichs „gebrandmarkt“ wurde.) Zwar nur ein ordinärer US-Dollar von 1923, aber Ende diesen Jahres schließlich offiziell 4,2 Billionen Mark wert (auf internationalem Parkett notierte die US-Währung Anfang 1924 sogar noch kurz bei zwölf Billionen Mark). Simpel, sparsam, schnell: Der Billionenschein 1923/24 Ganz schön schief, die Billion vom 1. Novemer 1923 (DEU-155): Viel Sorgfalt verwendete man nicht mehr für die Produktion von Reichsbanknoten; einfach, schnell, Hauptsache Masse. Standard-Folklore: Fünf Billionen Mark der Reichsbank vom 01. November 1923 (Firmendruck, DEU-156), einfacher einseitiger Druck aber immerhin mit Einfärbung, Wilcox-Fasereinlage und auf Wasserzeichenpapier. Soviel Inflation lässt selbst eine Reichsbanknote schon mal erblassen: Eine Billion Mark vom 05. November 1923 (DEU-162) mit – weitgehend(?) – eingespartem violetten Farbunterdruck. Ein echter Millionär unter den Billionen: 50 Billionen Mark aus Duisburg. Wäre das aufgedruckte Datum vom 25. September 1923 identisch mit dem Ausgabetag, hätte das Nominal einen Gegenwert von 420.000 US-$ oder 1,68 Millionen Goldmark gehabt. Aus Sparsamkeit war wohl stets dasselbe Unterdruckklischee im Einsatz und gelegentlich knauserte man mit Druckerschwärze (siehe z. B. fehlendes „A“ und Abschläge beim „T“ - beides im Wort „STADT“). Schöner "Schein"; eine Billion in Goldmark!? Übliches Recycling: Billion-Überdruck auf 100 Milliarden Mark auf dem Notgeldschein der Zuckerfabrik AG Ottmachau vom November 1923; als seltener Fall einer "wertbeständigen Billion". Notgeldschecks, als eiliger Geldscheinersatz: Firmennotgeld über 10 Billionen Mark vom 23. November 1923. Es war nicht nur ein leicht fabrizierter Geldersatz sondern auch nach dem Verbot der Notgeldausgabe Ende November 1923 die letzte diesbezügliche Option (Unterscheidungsmerkmal zum normalen Scheck: kein namentlicher Überbringer). Zu spät: 20 Billionen Mark aus Duderstadt vom 29. November 1923, einer der letzten Notgeldausgaben der Inflation; eigentlich bereits untersagt und deshalb wohl nicht mehr in Umlauf gebracht. Auch als wertstabile Billion 1924 musste es mit dem Drucken offenbar schnell gehen: 10 Billionen vom 01. Februar 1924 (DEU-167), fehlerhaft zentriert – dekoriert mit 20iger-Banderole für das großformatigere Inflationsnominal 10 Billionen (DEU158/159). Dieses erste Mitglied der Billionenfamilie 1924, die die Werte von 5, 10, 20, 50 und 100 Billionen umfasst (DEU-167 -171 vom 01. Februar – 15. März 1924), stellt den offensichtlichen Beweis dafür dar, dass sich die Billionen Papiermark auch 1924, Monate nach der Rentenmark-Einführung zum 15. November 1923, als ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel verstand. Nur mehr als „schüchterne Fußnote“ zur Währungseinheit (ähnlich dem „B“ beim Pengö) tritt die „Billion“ auf den Banknoten in Erscheinung. Einziger seiner Art: 100 Billionen Mark aus Düsseldorf vom 10. November 1923, vorgeblich einziger "HuBi", der es als Notgeld bis in den Umlauf schaffte – und ein echtes Sonderangebot im Vergleich zu den ebenfalls verausgabten Hundert-Billionen-Reichsbanknoten von 1923 bzw. 1924. Exkurs: "Reichsschätze" degradiert das Billionenregime zu "Pfennigbeträgen" Ähnlich den Briefmarken (s. u.) ist für Schatzanweisungen bei 50 Milliarden Mark Schluss. Obiges Beispiel vom 20. August 1923, Ausgabe K, repräsentiert mit zehn Milliarden Mark gerade einmal den Pfennig der Billionen-Währung. Rechnungen in Höhe eines Nationalprodukts Frühreife Oktoberbillion für den lieb und wirklich teuren Kaffee-Klatsch (inkl. Waschextrakt): Rechnung vom 30. Oktober 1923 in Höhe von 2.384.580.000.000 Mark über Kolonialwaren. Federweiche Billionen: Rechnung über 25,253 Billionen Mark, vom 10. November 1923‚ sicherheitshalber gestrichen: Zahlungsziel und 3%-Skontoklausel. Noch ein Einkauf beim obigen Kolonialwarenhändler: Rechnung über 391,72 GM vom 14. November 1923 umgerechnet zum aktuellen Kurs: 300 Mrd. Papiermark gleich eine Goldmark macht insgesamt 117,516 Billionen Mark. Rauchende Billionen: Rechnung über 22,68 Billionen Mark vom 19. November 1923 für 15 Pakete Rolltabak. Rechnung vom 13. Dezember 1923 über 28,27 Billionen Mark. Im Dezember 1923 übersetzte man die später dominante Goldmark noch in Billionen; Notiz zum bis heute populären Schlusskurs des US-Dollars von rund 4,2 Billionen Mark. Der gelbe "Post-it-Zettel" war in der Inflationszeit noch adäquat in Warnrot: Rechnungen waren in 1923/24 gerne von einem solchen Appendix begleitet: eine umfängliche Listung der damals akzeptierten, vorwiegend wertbeständigen Zahlungsmittel und- modalitäten. Alltags-Billionen Fiskus in einer vielstelligen Schlemmerorgie: Steuerzahlungsbeleg für Wildbret vom Forsthaus Ruhpolding 1922/23 (Gesamtsteuerschuld 1923: 32,293 Billionen Mark). Ein Posteinlieferungsabschnitt aus einer Reihe dieser Belege über die Summe von 2,645 Billionen Mark (2,65 GM) vom 23. November 1923 bevor ab dem 22. Dezember 1923 die Zahlung in Rentenmark erfolgte – zu deren Annahme staatliche Stellen im Gegensatz zur Privatwirtschaft verpflichtet waren. Bestätigung über eine Postscheck-Zahlung zwischen zwei Kreditinstituten. Am 29. Oktober 1923 firmiert die Billion als 1.000.000.000 Tausend-Mark (T-M), ca. 66 GM. Kohle verwandelt sich von einer Papierflut zur Goldmine: Gutschrift einer Zahlung von 120 Billionen umgerechnet in 120 Goldmark vom 23. November 1923. Glück und Glas, wie leicht bricht das – in billionen Scherben: Neuberechnung der Prämie einer Glasversicherung zum 30. November 1924. Säuberlich korrekt wurde die aktuelle Versicherungsprämie von 11,34 Billionen Mark, um die bereits geleisteten 1.800.000 Mark  (0,00018 Gold-/Rentenpfennig) reduziert. Unbeeindruckt bleiben weiterhin, kaufmännisch gerundet, 11,34 Billionen offen. Zum Ausstellungszeitpunkt der Rechnung am 30. November 1923 relativiert sich das auf 11,34 Gold- bzw. Rentenmark. Die neue Prämie von 8.810.000 MM (Millionen Mark) bleibt damit wohl erträglich. Musikalisches Multibillionen-Ensemble weit jenseits aller Fischer-Chöre: Rechnung über 29.059.800 Millionen Mark (rund 29 Billionen) vom 13. November 1923. Nur der Tod ist umsonst und auch der kostet Billionen: Quittung für eine Beisetzung vom 28. November 1923 über 57.558.000.000.000 Mark. Aktien-Verkaufsbeleg vom 23. November 1923, die heute zehn größten Investmentfonds der Welt schaffen es nominell nicht einmal auf die Hälfte: Immerhin garantiert die Papiermarkrechnung auch mehr als eine Woche nach Einführung der Rentenmark noch einen imponierenden Verkaufserlös von über 20 Billionen Mark anstelle von ernüchternden 20 Gold- oder Rentenmark. Am 22. November 1923 vom selben Bankhaus die Bestätigung für die Restbetragsüberweisung aus einem Aktiengeschäft (D.N.B.: Darmstädter und Nationale Bank) von 25.075.000 M-Mark (Millionen-Mark). Miet-Quittungen im Dezember 1923: Die Mieten in München waren auch schon mal "höher" … aktuell würde fast die niedrigste der obigen Monatsmieten ausreichen, um den Gesamtimmobilienbestand Deutschlands zu erwerben – wenn man Dank fehlender Währungsbezeichnung gleich in Euro fantasiert. Bellende Billion; wahrlich ein dicker Hund: Aufforderung zur Steuernachzahlung vom 10. November 1923 für den treuesten und nun auch teuersten Freund des Menschen. Keine Zeitungs-Ente: Quittung für den einwöchigen Bezug einer Tageszeitung vom 23. – 29. November 1923. Im Dezember 1923 waren die Billionen schließlich schulreif: Quittung über Schulgeld von vier Billionen Mark. Nun schlägt es auch bei Schecks dreizehn(stellig) Trotz Rentenmark-Option lebt die Billion (im Vergleich zum Notgeldscheck mit namentlichen Überbringer). Verrechnungsscheck der Eisenacher Bank über 75 Billionen (75.000.000. M[illionen] M[ark]) vom 31. Dezember 1923. Ausgezahlter Barscheck der Radevormwalder Volksbank über neun Billionen Mark vom 24. Februar 1924. Frankierte Billionen Dank Sprachhürde vermag die Inflation schon früh die Billionenschwelle zu überwinden: Bereits im August 1923 grüßen die ersten US-Billionen aus Berlin: „Today we are Billionaire (in Marks)“ Aufgrund US-amerikanischer Zahlenakrobatik, die anstelle von Milliarden gleich in Billionen rechnet, waren US-Amerikaner bereits Anfang August 1923 mit „nur“ einem „grand buks“ – sprich 1.000 US-Dollars – Multi-Billionär. Gemäß Postkarten-Kurs lag die Parität bei fünf Millionen Mark zu einem US-Dollar  (am 8. August 1923 ca. 4.860.000 Mark pro US-Dollar) und demzufolge summieren sich tausend davon zu fünf Milliarden oder eben fünf US-Billionen Mark. Aber auch mit ihrem inflationsbereinigten Wert von 4.200 Goldmark wird diese Reisekasse (?) dem US-amerikanischen Traum des reichen "Uncle Sam" gerecht. Immerhin entsprach deren Wert dem dreieinhalbfachen Jahreslohn eines einfachen Arbeiters. (Porto-Paradox der Inflation: die Auslandspostkarte war mit 2.000 Mark, also gerade mal etwa 0,2 Goldpfennig, freigemacht.) Wertbrief und Geldsendung zu je 200 Billionen Mark, am 5. bzw. 24. Dezember 1923 mit je 1,2 Rentenmark frankiert. Einmal "bierselige" Löwenbräu-Billionen und passend zum Datum befindet sich im zweiten ggf. das obligatorische Weihnachtsgeld von einem multi-billionen-bepackten Weihnachtsmann. Eine der wenigen Möglichkeiten als Philatelist den Billionenwert als Aufdruck zu erleben: Die Bogensummen der Milliardenwerte (gleich hundert Marken) – hier Markenstreifen Das 50-Milliarden-Nominals markiert den inflationären Schlusspunkt deutscher Postwertzeichen. Wertbrief zu vier Billionen Mark vom 28. November 1923 mit einem billionenschweren Missverständnis: Aus eins mach zwei: Vor dem Hintergrund der Gewinnoptimierung in der früheren Hochzeit der Philatelie ist obiges Fragment einer Ganzsache offenbar Ergebnis einer „Schlachtung“ geworden, welcher der rechte Markenstreifen zum Opfer fiel. In dem Zeitraum vom 25. bis zum 30. November 1923 – vor Einführung der Rentenmark-Werte am 01. Dezember 1923 – galt die 24. Portostufe, welche den Markenwert vervierfachte. (Mit dann einem Schlusswert von 200 Milliarden Mark erreichte die höchste deutsche Inflationsmarkte immerhin eine Fünftel-Billion.)  Für den obigen Brief war eine offizielle Frankatur von 372 Milliarden Mark erforderlich, so dass gemäß der 24. Postwertstufe lediglich 93 Milliarden hätten geklebt werden müssen. Dies lässt einen Rückschluss auf die ursprüngliche Gesamtfrankatur zu: Die für Inflationsnominale erstmals erlebte Aufwertung wurde offensichtlich intuitiv umgekehrt gedeutet und statt eines Viertels des erforderlichen Portos das Vierfache verklebt. Demnach wären 1.488 Milliarden bzw. wahrscheinlich der Einfachheit halber aufgerundet 1.500 Milliarden frankiert worden. Angesichts der 23 noch vorhandenen Werte (1,15 Billionen Mark) hätte der fehlende Markenstreifen dann sieben Briefmarken (350 Milliarden Mark) umfasst. Damit übersteigt der tatsächliche Portowert mit sechs Billionen die vier Billionen Mark des Wertbriefs um fünfzig Prozent. Billionen "wechseln" von Hand zu Hand Da bei besagter Sammlung von Billionen-Belegen ein Schwerpunkt auf Wechseln liegt, dokumentieren diese den Zeitraum von Ende Oktober 1923 bis Einführung der Reichsmark zum 01. November 1924 noch am kontinuierlichsten. Mit diesem privatwirtschaftlichen Zahlungsmittel konnten Rechnungen auch auf Ziel bezahlt werden – damals gern mit Rentenmark und eben Billionen. Als Aussteller (Vermerk rechts unten) zieht man einen Wechsel auf den Schuldner, der als Bezogener vermerkt ist (Mitte, unten) und den Wechsel durch seine Unterschrift akzeptiert (links horizontal). Oben findet sich der Begünstigte (Wechselnehmer/Remittent), welchem der Bezogene den Wechselbetrag zu zahlen hat, um schließlich den Anspruch des Gläubigers zu befriedigen. Der Auszahlungsort ist meist mit einem Bankinstitut spezifiziert. Die an den Staat fließende, zu entrichtende Stempel- bzw. Wechselsteuer betrug im fraglichen Zeitraum zwei Promille für jede angefangenen 100 Mark. Diskontfähige Wechsel können vor Fälligkeitsdatum an Bankinstitute reduziert auf den Barwert bis Fälligkeit abgegeben werden. Mit zur Geldentwertung relativ niedrigen Zinssätzen – der Diskontsatz lag bei 90 % – half die Inflation kräftig bei der Schuldentilgung und damit zugleich bei der staatlichen Entschuldung. Als jedoch die nur als deutsche Binnenwährung umlaufende Papiermark im Frühjahr 1924 noch mal im Kontext internationaler Notierungen unter Druck geriet und den Dollarkurs auf zwölf Billionen klettern ließ, fror die Reichsbank den Wechselankauf auf das aktuelle Niveau ein, um durch diese Verknappung des Bargeldumlaufs schließlich den Kurs wieder auf 4,2 Billionen Mark pro US-Dollar zu stabilisieren. Der Wechsel war über viele Jahrhunderte in der privaten Kreditwirtschaft ein wesentlicher Faktor zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung. Besondere Bedeutung hatte neben dem Lombardsatz der mit dem Wechsel verbundene Diskontsatz als ein dominierendes Zinssteuerungsinstrument der zentralbanklichen Geldpolitik in Deutschland. Dieses verstummte allmählich mit dem schleichenden Niedergang des Wechselgeschäfts ab den 1980iger Jahren bis zur Einführung des Euros 1999 als europäische Einheitswährung im Buch- bzw. Giralgeldwesen. An seine Stelle trat daraufhin der Basiszins. Früher Wechsel über zwei Billionen (2000.000.000 T[ausend] M[ark]), bereits am 24. Oktober 1923 ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Betrag etwa 130 GM, bei Fälligkeit zum 07. November 1923 waren es dann nur noch gut 14 GM. Rückseite: Zuerst ist die Wechselsteuer über vier Milliarden nur schriftlich fixiert worden, dann fanden sich offensichtlich doch regelgerecht acht Steuermarken zu 500.000.000 Mark. Dies weist bereits darauf hin, dass entsprechend nominalisierte Marken zu dieser Zeit Mangelware waren, weshalb häufig auf das Kleben verzichtet und der fällige Steuerbetrag nur schriftlich dokumentiert wurde. Weiter ist die Einreichung und Auszahlung des Wechsels bei einem Bankinstitut vermerkt. Wechsel vom 07. November 1923 über 400 Billionen Mark mit Allonge sowie die abgerechneten Wechselsteuern in Höhe von 1,2 Billionen Mark (hier anscheinend ein Satz von 0,3% anstelle der üblichen 0,2 %?) und der Einreichung bei der Reichsbank Hauptstelle Leipzig am 09. November 1923. Wert bei Ausstellung am 07. November 1923: ca. 2.662 Goldmark; Wert bei Fälligkeit am16. November 1923: ca. 467 Goldmark. "Süßer" Wechsel über 900 Billionen an die Lübetta-Schokoladen-Fabrik vom 23. November 1923 mit einer Fälligkeit zum 03. Dezember 1923 und einer handschriftlichen Ausweisung der Wechselsteuer von 1,8 Billionen. Maggi-gewürzter Wechsel über knapp 71 Billionen Mark vom 26. November 1923 (Fälligkeit 07. Dezember 1923) mit „markiger“ Allonge. Diese macht – neben der Auszahlung durch die Reichsbankhauptstelle Stuttgart zum 26. November 1923 – deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt angemessen nominalisierte Steuermarken selbst für die Reichsbank eine Herausforderung darstellten: 26 Marken á fünf Mrd. Mark + 12 Marken á eine Mrd. Mark (anscheinend gingen die 5-Mrd.-Marken aus) für gesamt 142 Mrd. Mark (ca. 0,2% der Wechselsumme). "Zu-spät-Geburt": Wechselsteuermarke über eine Billion Mark für eine Wechselsumme von 500 Billionen Mark, entwerte zum 2. Januar 1924. Diese Steuermarke hätte das Wechselsteuerwesen vereinfacht. Doch in Anbetracht der hier präsentierten Wechsel kam sie wohl nicht mehr rechtzeitig genug, so dass die Goldmark dann ihre Karriere schnell beendete. Wechsel über säuberlich getippte 244,5 Billionen Mark vom Juni 1924. Nicht jeder Wechsel wurde akzeptiert und blieb damit zwar ein unvollendeter Zahlungsakt, doch als Zeitdokument belegt dieser, dass das Wechselgeschäft statt auf "Rente" durchaus noch auf die zwischenzeitlich solide gewordene Papiermark setzte. Wohl einer der letzten seiner Art: Wechsel über 376 Billionen Mark vom 25. Oktober 1924 mit dem Zahlungsziel jenseits der Reichsmarkeinführung (01. November 1924) zum 15. Dezember 1924; Wechselsteuer in der im Jahr 1924 Jahr üblichen Goldrechnung: 80 Goldpfennig. Steuerbillionen 1923 Ungeliebte Steuer! Man merkt es an der traurigen Erhaltung der Belege … Damals als monatlich in Steuermarken zu begleichender Betrag lag der von der Einkommenshöhe unabhängige Steuersatz pauschal bei zehn Prozent. Ein noch reduziertes Auftreten der Billionen-Steuermarke: Einkommensteuern im Nominalwert der Höhe eines ausgewachsenen Bruttosozialprodukts. Fragment einer Einkommensteuererklärung mit Zahlungen zum 31. Oktober und 30. November 1923 für die Monate August bis Oktober 1923 von insgesamt 5,38 Billionen Mark (verklebte Steuermarken im Wert von 10, 50, 100 Milliarden sowie 1 Billion Mark, der Steuermarke mit dem höchsten Nennwert). Einkommensteuer vom 31. Dezember 1923 über 21,4 Billionen, 18 x Marken zu einer Billion und vier Marken zu 100 Milliarden (bei 10 % Steuersatz lässt das auf ein monatliches Einkommen von 214 Billionen Mark – 214 Gold-/Rentenmark – schließen). Astronomische Gebühren Die Entrichtung amtlicher Gebühren bzw. deren Nachweis erfolgte früher bis in die Zeit der Bundesrepublik hinein in Form von Gebührenmarken. Diese konnten es wertmäßig ohne weiteres mit den im Umlauf befindlichen Banknoten und Notgeldern aufnehmen. Das Erstaunliche an diesem Zahlungsmittel ist, dass hier die Papiermarkzeit und damit explizit die der Billion weit in die Reichsmarkgeschichte reicht. Entwertete Gebührenmarke über 10 Billionen Mark von Preußen. Gebührenmarken Hessen über 1, 2, 5, 10 und 20 Billionen Mark. Die lesbar jüngste Klebung erfolgte für die 20 Billionen noch am 24. April 1925. Gebührenmarken Baden über 1, 5, 20, 50 und 100 Billionen Mark. Der höchste hier nachgewiesene Markenwert beläuft sich auf  200 Billionen Mark. "Billionen-Sanktion" für cineastisches Ansinnen: Erlaubnisschein für einen Kinobesuch vom hessischen Kreisamt Offenbach vom 13. Dezember 1923 mit Gebührenmarken über 2,2 Billionen Mark. Handelserlaubnis des Badischen Amtsgerichts Messkirch mit Mischbeklebung über 10 Goldmark, 5 Billionen und zweimal 50 Milliarden Mark (15,10 Gold- bzw. Rentenmark) vom 07. April 1924. Braunschweiger Gebührenmarken in Höhe von einer Billionen und 500 Milliarden Papiermark, als Substitut für 1,5 Goldmark bzw. Reichsmark zum 26. April 1926, für eine notarielle Dienstleistung. Obwohl auch bei Gebührenmarken schon längst die Goldmark bzw. dann die Reichsmark Einzug gehalten hatte, sorgten offenbar Restbestände dafür, dass in der Gebührenabrechnung die Billion auch noch nach dem endgültigen Außerkurssetzen und der Entwertung der Papiermark zum 6. Juli 1925 als "gültiges" Zahlungsmittel fungierte. Von Terra zu Peta: kleine Vorsilbe, große Zahlen – Zielfoto des Schlussspurts der galoppierenden Inflation Zahlungsinformation vom 19. November 1923 über einen Betrag von 2.000.000.000.000.000 Mark (zwei Milliarden Millionen Mark [MM] = zwei Billiarden Mark) zu einem Wechselkurs vom 17. November 1923 von 600.000.000.000 Papiermark pro Goldmark, gesamt 3333,33 GM. Zahlungsinformation vom 20. November 1923 über einen Betrag von 4.000.000.000.000.000 Mark (vier Milliarden Millionen Mark [MM] = vier Billiarden Mark) zu einem Wechselkurs vom gleichen Tag in Höhe von einer Billion Papiermark pro Goldmark bzw. 4,2 Billionen Papiermark pro US-Dollar, gesamt 4.000 GM. Dies dokumentiert den berühmt-berüchtigten Schlusskurs der Inflation exakt zum Zeitpunkt seines erstmaligen Auftretens. In einem Monat zum Billiardär Fragment einer Steuererklärung von 05. Januar 1924 für ein Einkommen von 1,5 Billiarden Mark für Dezember 1923, Seite 2 mit Zwischensumme von 100 Billionen Mark und 50 Steuermarken zu je einer Billion Mark + Gesamtsumme der 10%igen Einkommensteuer auf Seite 3, 150 Billionen Mark. Quittierte Billionen Quittung zu einer Gutschrift von 1.200 Bill M[ark] (1,2 Billiarden) vom 2. Juni 1924. Glatte Wechsel-Billiarde Wechsel über 1.000 Billionen Mark vom 29. November 1923 (Fälligkeit: 9. Dezember 1923) mit rückseitig handschriftlicher Quittierung des zuständigen Finanzamts über die fälligen zwei Billionen Mark Wechselsteuer sowie Einreichungsvermerk bei der Reichsbank Ulm/Stadtsparkasse Memmingen. Kein Notgeld-Vorstoß in die sechzehnstellige Dimension Scheck über 2000.000.000.000.000 Mark (zwei Billiarden) der Stadthauptkasse Limbach (Sachsen) vom 29. November 1923 an das dortige Unterstützungsamt bzw. Überbringer (Aus diesem Kontext ist auch noch ein Nominal über 2,5 Billiarden Mark von Ende Dezember 1923 bekannt.) Zum Vergleich: Notgeldscheck – da ohne Überbringer – der Gemeinde Herold über eine halbe Billion Mark vom 10. November 23 auf gleichem Formular. Zwar fanden ähnliche Scheckformulare auch als Notgeld Verwendung (s. o.). Aber weder ist das Nominal für Notgeld plausibel – für ein Unterstützungsamt allerdings adäquat – noch blieb das für die Einstufung als Geldzeichen nach Dr. Arnold Keller erforderliche Empfängerfeld frei – auch wenn die Ergänzung „oder Überbringer“ jeden Einreicher legitimierte. Immerhin liegt das Ausstellungsdatum vom 29. November 1923 noch in der Verwendungszeit von Notgeldschecks und stellt in Summe zwar kein allgemeines aber immerhin ein gültiges Zahlungsmittel dar. Billiarden "wechseln sich" unbeirrt von "Rente" und "Gold" bis ins Jahr 1924 Wechsel über 3.000 Billionen Mark vom 22. Februar 1924, fällig zum 22. März 1924, prolongiert auf den 22. April 1924; rückseitig Steuermarken zu ein und fünf Goldmark (und Einreichungsvermerk). Wormser "Doppel-Wumms": Mitte 1924 erreichte „Peta“ im Rahmen der vorgestellten Belegstücke bereits ihren wertmäßigen Höhepunkt Wechsel über 14.446 Billionen Mark vom 23. Mai 1924, fällig am 03. Juli 1924 und rückseitig 29 GM Wechselsteuer und Einreichungsvermerk. Wechsel über 14 Billiarden Mark (14.000 Billionen) vom 11. Juni 1924, fällig am 27. Juli 1924 und rückseitig 28 GM Wechselsteuer und Einreichungsvermerk. Oliver Harder Anmerkungen  [1]  Dieses bisher nur als Einzelstück ohne Kontrollnummer bekannte Schein kann wohl angesichts der Gestaltung, der Bleistiftunterschrift des Ex-Bürgermeisters, welcher nie Duderstadt-Billionen legitimierte, sowie dem Ausgabedatum vom 28. november 1923 mit dem wenig plausiblen Wert von einer Billiarde (umgerechnet zum 20. November 1923: 1000 Gold- bzw. Rentenmark), kaum als authentisches "Notgeld", denn eher als Gefälligkeitsdruck bezeichnet werden. Gebrauchspuren zeugen dann von einem Dasein als stolz präsentierter "Scherzschein". [2]   Ebenfalls die höchste Banknote der historisch weltweit letzten Billionen-Hyperinflation in Simbabwe, welche allerdings imponierend in der US-amerikanischen Interpretation als 100-Trillionen-Dollars-Note nominalisiert. Aktuell führt Simbabwe gerade wieder eine neue, mit Gold- und Devisenreserven der Nationalbank besicherte, Währung ein. [3]  Umrechnung gemäß Angaben in Wikipedia. [4] Für das Privileg der Reichsbank, Ende 1924 die Reichsmark emittieren zu dürfen, war unter anderem die Übernahme und Auszahlung der Dollarschatzanweisung vom März 1923 Voraussetzung, welche als erster Versuch in der "Weimarer Republik" gelten darf, der Inflation mittels wertbeständiger Zahlungsmittel zu begegnen. [5] Die sog. Goldmark fungierte als eine fiktive, künstliche Hilfswährungseinheit, welche selten durch das Metall selbst fundiert war, sondern eher auf wertbeständigen Gütern und Dienstleistungen (z. B. Nahrungsmittel) oder als überwiegend unechte Valutaschuld gern auf den US-Dollar (als Basis für hinterlegte Schatzanweisungen) gründete.

  • Münzen Gut-Lynt, Ergebnisse der 17. Auktion: Banknoten aus aller Welt vom 29. Juni 2024 – Nachverkauf läuft

    Die Münzen Gut-Lynt-Auktion 17 mit 3.300 Losen fand am Wochenende des 29. und 30. Juni 2024 unter großer Beteiligung nationaler und internationaler Sammler statt. Wie üblich, gab es Lose bereits ab einem Startpreis von 20 Euro, aber auch bis zu 20.000 Euro, die teils extrem hohe Steigerungen erfuhren. Gefragt waren Scheine unter anderem aus dem Nahen Osten, Osteuropa, Asien und den Golfstaaten. Eine Auswahl der Top-Zuschläge sei hier vorgestellt. Ein Blick in den Onlinekatalog lohnt sich, da zudem unverkaufte Lose noch bis zum 7. Juli zum Startpreis zzgl. Aufgeld und Porto erworben werden können.    Auswahl an Auktionsergebnissen: Los 550: Ägyptische Arabische Republik, National Bank of Egypt, National Bank of Egypt . 100 Pounds 29.10.1952 Pick 34. II-III / Very fine-Extremely fine. 2x Nadellöcher / 2x pin holes. Schätzpreis: 400 EUR Zuschlag: 725 EUR Los 675: Hulunpeierh Official Currency Bureau. 25 Dollars 1919 Pick S1892L. Selten / Rare. IV- / About Fine. Schätzpreis: 200 EUR Zuschlag: 975 EUR Los 676: Hulunpeierh Official Currency Bureau. 3 Yuan 1919 Red serial & black serial. (Low number). 2x Exemplare. Pick S1892Ia, b. Selten / Rare. V - IV+ / Very good - better than fine. (2x) Schätzpreis: 150 EUR Zuschlag: 625 EUR Los 706: Stadtgemeinde/Magistrat der Stadt Danzig. 5 Millionen Mark 08.08.1923. Grabowski DAN-25. Pick 23. I/I- / AU/UNC. PMG 64 EPQ. Schätzpreis: 500 EUR Zuschlag: 1.400 EUR Los 707:  Stadtgemeinde/Magistrat der Stadt Danzig. 1 Million Mark 08.08.1923. Grabowski DAN-24. Pick 21. I / Uncirculated. PMG 66 EPQ. Schätzpreis: 500 EUR Zuschlag: 1.350 EUR Los 710: Geldscheine der altdeutschen Staaten Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum. 50 Taler 28.7.1866 Rostocker Bank. Quasi druckfrisches Exemplar mit doppeltem Entwertungsvermerk. 1 x datiert Rostock 22.2.79. Grabowski/Kranz 200. Von größter Seltenheit / Of highest rarity. Im Grabowski/Kranz nur als Schwarz-Weiß Abbildung ohne Preis. Schätzpreis: 9.000 EUR Zuschlag: 11.000 EUR Los 711: Geldscheine der altdeutschen Staaten Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum.  100 Mark 1.1.1874 Rostocker Bank. Lit. A. 08226. Kaum merklicher Einriß (2 mm) über rechter Wertzahl 1(00) auf der Vorderseite, 2 minimale Bräunungsstellen auf der Rückseite mittig unten, sonst weit überdurchschnittliche Erhaltung. Grabowski MSW-1. II / Extremely fine. Schätzpreis: 1.500 EUR Zuschlag: 3.500 EUR Los 712: Geldscheine der altdeutschen Staaten Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum.  100 Mark 1.1.1874 Rostocker Bank. Lit. A. 00000. Muster ohne Perforation. Wenig störender Mittelbug, an beiden Rändern leicht knittrig, Bleistift auf der Vorderseite. Grabowski MSW-1 M2. III+ / Good very fine. Schätzpreis: 1.200 EUR Zuschlag: 3.900 EUR Los 722: Deutsche Auslandbanken, Mexiko, Deutsch-Südamerikanische Bank. 5 Pesos 7.10.1913 Ausgabe des Banco de Londres y México, Filiale Torreón, auf die Deutsch-Südamerikanische Bank (Berlin). Seriennummer handschriftlich rechts und Ovalstempel mit Ausgabedatum auf Revers. Grabowski DAB-79b. Pick S603 (Mexico). Selten / Rare. III / Very fine. Schätzpreis: 400 EUR Zuschlag: 2.900 EUR Los 723: Deutsche Auslandbanken, China, Filiale Peking 1907-1914 China, Filiale Peking 1907-1914. 5 Tael 1.3.1907 KN 10276. Grabowski DAB-36. Rosenberg 1034. III+ / Good very fine. Schätzpreis: 6.000 EUR Zuschlag: 9.500 EUR Los 856: Notgeld der Deutschen Inflation, Memel. 1/2 Mark o. J. (1921) Tieste 4490.05.01. I- / About Uncirculated. Schätzpreis: 30 EUR Zuschlag: 300 EUR Los 975: Islamische Republik, Iran Bank Markazi Iran. 5000 Rials N.D. (1979) Arabesque design overprint on Shah Mohammad Reza Pahlavi. Pick 126b. I / Uncirculated. Schätzpreis: 30 EUR Zuschlag: 440 EUR Los 1083: Republik Banque de Syrie et du Liban 10 Livres 1.12.1945 Specimen ohne Überdruck. KN 0.00 000. Pick 50s. Sehr selten / Very rare. I- / About Uncirculated. Kleinste Randunregelmässigkeit / Minor errors. Schätzpreis: 2.000 EUR Zuschlag: 2.800 EUR Los 1239: Republik, Oesterreichische Nationalbank 1925 Ministerpräsentbuch für die erste Serie in Schilling vom 2.1.1925. Komplette Serie: 5, 10, 20, 100 und die extrem seltene 1000 Schilling Banknote. Ausgegeben von der Österreichischen Nationalbank im roten Ledereinband. Die innenliegende Scheine sind sämntlichts 4-seitig fein eingeklebt / The inside notes are all finely glued in on 4 sides. Im Originalschuber. Pick 88, 89, 90, 91, 92. Kodnar/Künstner 178a, 179a, 180a, 181a, 182a. Sehr selten / Very rare. I / Uncirculated. (5x) Schätzpreis: 12.000 EUR Zuschlag: 12.000 EUR Los 1341: Banca Nazionale Somala 5 Scellini / Somali Shillings 1971 Pick 13a. I / Uncirculated. Schätzpreis: 90 EUR Zuschlag: 400 EUR Los 1413: Republik, Národná Banka Ceskoslovenská. 10 Korun 2.1.1927 2x Exemplare. S. R 001. Aufeinanderfolgende KN. Pick 20a. II-III / Very fine-Extremely fine. Mittelknick. (2x) Schätzpreis: 25 EUR Zuschlag: 1.550 EUR Los 1450: Ottomanisches Reich, Dette Publique Ottomane. 5 Piastres 1915 (AH 1331) Specimen von Giesecke & Devrient. Perforation. A 000000. V / Very Good. Loch, stark gebraucht / Hole, heavy used. Schätzpreis: 50 EUR Zuschlag: 340 EUR Los 1457: United Arab Emirates Currency Board. 10 Dirhams N.D. (1973) Pick 3a. I / Uncirculated. Schätzpreis: 120 EUR Zuschlag: 350 EUR Bei Fragen rund um die Gut-Lynt Auktion wenden Sie sich einfach an  info@gut-lynt.de

  • Lexikon: Kinsatsu

    Kinsatsu (japanisch Kin = Gold, satsu = Schein) sind nach 1868 vom japanischen Staat an die Daimyos (Territorialherren, Landesfürsten, Shogune im feudalen Japan) ausgeliehenes Papiergeld, das die bis dahin genutzten Hansatsu ersetzen sollte. Japanische Kinsatsu (Dajokan Satsu der Meiji-Zeit) von 1868 über 1 Shu, 1 Bu und 1 Ryo Gold aus dem Jahr 1868, Vorderseiten. Abb. Erwin Dietrich AG. Die Kinsatsu sollten bis 1873 (ursprünglich bis 1881) eingelöst werden. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Grabowski / Mehlhausen: Handbuch Geldscheinsammeln Ein Leitfaden für Geldscheinsammler und solche, die es werden wollen – Tipps, Tricks und Infos vom Fachmann Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-249-6 Auflage: Aktualisierte 2. Auflage 2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 224 Preis:  19,90 EUR Leseprobe Zum Shop

  • Auktion im Warschauer Schloss

    Es gibt heute eine Vielzahl von Auktionen für numismatisches Material in Europa, so beispielsweise „Dauerauktionen“, bei denen Privatverkäufer und Firmen Ware einstellen, ebenso wie öffentliche Versteigerungen professioneller Verkäufer im Saal. Eine Mail erinnert interessierte Internetnutzer stets an die wöchentlich anstehenden Auktionen. Münz- und Banknotenfreunde kaufen dort gern und lassen eigenes Material versteigern, aber auch viele Nachlässe kommen bei Versteigerungen „unter den Hammer“. Das Prozedere einer Auktion ist bei den europäischen Firmen meist gleich oder zumindest sehr ähnlich. Dennoch gibt es Unterschiede, was Ausstattung, Dauer und vor allem das angebotene Material angeht. Beachtliche Unterschiede gibt es natürlich auch, was die Wahl des Versteigerungslokals angeht. Warschau: Der Hintereingang des Königsschlosses war auch der Eingang zur Auktion, Foto: Ingrid Mehlhausen. Berichtet werden soll über eine besondere Versteigerung in unserem Nachbarland Polen. Die Firma Marciniak sp.k., Warschau, gegründet 2003 führte am 8. Juni 2024 bereits ihre 23. Auktion durch, die schon am 3. Juni mit Sitzung 1 startete und mit Sitzung 11 am 13. Juni endete. Insgesamt waren 7.751 Positionen im Angebot. 10 Sitzungen wurden im Internet und in den eigenen Räumen der Firma in Warschau abgearbeitet, aber ein Höhepunkt war die 6. Sitzung, die am 8. Juni 2024 im wieder erbauten Königlichen Schloss Warschau stattfand. Der letzte König Polens Stanislaus August Poniatowski war bekanntlich selbst Münzenliebhaber. Zu dieser Versteigerung in einem sehr ansprechend hergerichteten und gut geeigneten Saal des Königsschlosses wurden für diesem Tag die herausragendensten Stücke von Münzen, Phaleristik und Banknoten ausgesucht. Für sie gab es einen gedruckten Katalog, der bei der Position 6.001 begann und mit 6.350 endete. Der Katalog für alle anderen Sitzungen war im Internet vor- und nach der Auktion einzusehen. Die Internet-Präsentation ist ausgezeichnet, ähnlich wie bei anderen großen Versteigerungen. Im Saal sind hinter dem Versteigerer die zum Verkauf aufgerufenen Artikel immer mit Vor- und Rückseite abgebildet, dazu ist sehr gut der aktuelle Bieterstand in Zloty ebenso wie in Euro und US-Dollar zu finden. Parallel dazu gibt es rechts vom Versteigerer noch einen zweiten Bildschirm, auf dem das Objekt in der Hand gedreht gezeigt wird. Dort kann man hervorragend die Qualität eines Stückes oder auch seine Fehler sehen und erkennen. Bei teuren Exponaten können aber auch Internet-Besucher bei ausgewählten Positionen kleine Filme vorab ansehen, um alle Details richtig beurteilen zu können. Der Versteigerer nahm sich in dem dunkelrot beleuchteten Raum die notwendige Zeit, nochmals auf Besonderheiten hinzuweisen und gab die Chance, über die höchste Gebotsabgabe im Saal nachzudenken, wobei sich niemand gedrängt fühlen musste. Geboten wurde bei dieser Sektion übrigens im Saal, im Netz und dazu auch noch am Telefon. Ausgewählte Artikel im Schloss Der absolute Höhepunkt der Versteigerung im Schloss war die „Aukcja Wieczoru“, die „Auktion am Abend“ vom 8. Juni 2024, die schon gleich mit Geldscheinen von 1794 begann. Neben den Münzen nahm Papiergeld einen recht beachtlichen Raum ein. Eine 5-Zloty-Note (Los 6.268) aus dem Jahr 1824, auch Erhaltung 5 (rückseitig geklebt) wurde mit nur 5.000 PLN geschätzt, aber erbrachte stolze 8.000 € (34.000 PLN). Zwei weitere Noten dieser Zeit (6.283: 3 Rubel 1841 und 6.284: 1 Rubel 1853 wurden mit 19.588 und 8.412 Euro verkauft. Sehr viel Geld zahlen die polnischen Sammler für gute Erhaltungen der Zwischenkriegszeit. Eine 10-Zloty-Note 1919 mit violettem Kreis in 1/1- (Los 6.294) wurde erst bei 6.588 € zugeschlagen, um nur ein Beispiel zu nennen. Geldscheine waren auch bei den anderen Sitzungen im Angebot und fanden sehr guten Absatz. Unverkauft blieb nichts, alles erfuhr teilweise recht hohe Zuschläge, ausgerufene Zloty-Preise erreichten sehr häufig beim Zuschlag gleich hohe Euro-Preise und gelegentlich auch mehr. Sehr viel Geld gab es auch wieder für die Noten, die vor dem Zweiten Weltkrieg in England gedruckt, aber nie ausgegeben wurden. Die ganze Serie als Muster war die letzte bei der Rubrik Geldscheine (Los 6.340) und startete mit 80.000 Zloty und wurde für 86.000 PlLN zugeschlagen (20.235 €), aber es handelte sich hier um WZÓR = Musterscheine. Zwei „echte“, also nicht als Muster gekennzeichte Scheine zu 2 und 10 Zloty 1939 in dürftiger Erhaltung (4-4+) verkaufte man für 2.235 und 2.118 €. Niemand vermag zu erklären, wie die nie ausgegebenen Scheine so stark zerknittert sein können wie alte, lange im Verkehr umgelaufene Noten. Drei Raritäten bei Münzen, Banknoten und Orden Drei Spitzenstücke erzielten beachtliche Preise. Bei den Münzen war die Nr. 6.346, ein Zehnfachdukat Sigismund III. von Danzig, das mit mit 500.000 PLN getaxt war und bei 590.000 PLN *) (138.824 €) zugeschlagen wurde. Bei der Phaleristik war ein Unikat im Angebot: ein Kommandeurskreuz des Ordens Virtuti Militari, das das Militärmuseum für 92.000 PLN ( 21.647 €) im Saal erwarb, was zugleich das letzte Los im Saal war. Ein drittes Superangebot gab es beim Papiergeld. Dies war die Position 6.347: eine 10 Silber-Rubel-Note von 1847 (Erhaltung 5). Sie wurde mit höchster Seltenheitsstufe (R8) bezeichnet und war nach bisherigen Kenntnissen nur zweimal: 1993 und 2012 zum Verkauf angeboten worden. Geschätzt wurde der Schein mit 40.000 PLN und ging aber erst bei 140.000 PLN (32.941 €) an einen neuen Besitzer. Eine weitere Banknote dieser Epoche: ebenfalls 10 Silberrubel von 1844 erwies sich als Fälschung, weil das Wasserzeichen fehlte, aber dieses „Falschgeld“ war sehr gut gemacht, wurde aber damals nicht erkannt und lief lange Zeit um, wie die starke Abnutzung bewies und stellt ein durchaus sammelwürdiges Unikat dar. Entsprechend hoch war auch der erzielte Preis für Los-Nr.6.348: geschätzt: 20.000 PLN, vekauft für 35.000 PLN (8.235 €). Fazit für Geldscheinsammler: hohe Preise Recht gut verkauft wurden eigentlich alle Scheine, auch die der Volksrepublik Polen, bei denen es auch fast keine Rücklose gab, aber durchweg gute Preise. Das spricht dafür, dass es noch immer „Sammlernachwuchs“ gibt, denen auch viele noch günstig zu bekommende Banknoten fehlen. Wenn selbst noch umlauffähige frühe Banknoten der Republik Polen mit etwas Glück mit der Qualität und niedrigen Kontrollnummern gutes Geld bringen, wird den Banknotenliebhabern signalisiert, dass Ausgaben für die Sammlung gute Rendite bringen können. Münzsammlungen ohne Geldscheine: Torso? Allgemein ist festzustellen, dass in Polen sehr viel mehr Münzensammler zugleich auch Geldscheine sammeln. Bei uns sind die Papiergeldfreunde eine kleinere „Gemeinde“ bei der Numismatik. Es ist schwer zu erraten, warum dies so ist. Tatsache ist aber, dass in Polen sehr viele Papiergeldsammler anzutreffen sind.  Gesammelt werden die Notenbankausgaben, aber auch das viele Not- und Ersatzgeld aus polnischer wie deutscher Zeit. Vielfach werden Sammlungen ohne Papiergeld als „Torso“ bezeichnet. Großen Wert legen die polnischen Sammler bei den Notenbankausgaben auf die Serienbuchstaben und Nummern. Gibt es ein- und zweistellige Buchstaben, so werden auch diese gesammelt, sogar bei dem derzeit umlaufenden Geld. Wer also irgendwann mal Scheine einer A-Serie weggelegt hat, kann sie zu unter Umständen einem Vielfachen des Nennwertes verkaufen. Hier erzielt man „Traumpreise“, wenn es Zahlenkombinationen mit 12345… gibt, oder ganz niedrige Kontrollnummern wie B 00001234. Erfreulich ist, dass es gute Literatur für Sammler polnischer Banknoten gibt. Die Ausgabe eines 2024er Banknotenkatalog von Parchimowicz ist noch nicht entschieden, aber frühere Werke müssen hinsichtlich der Preise unbedingt aktualisiert werden. Sahnebonbons mit Geldscheinverpackung In den Räumen des Schlosses vor dem eigentlichen Bietersaal gab es übrigens auch nicht nur Kaffe, Tee und sonstige Getränke, sondern auch Häppchen und Kuchen sowie Dinge zum Knabbern, was bei Versteigerungen wahrlich nicht die Regel ist. Nach der „Abendsitzung“ am 8. Juni 2024, wo die teuersten Raritäten versteigert wurden, wurde sogar ein hervorragendes warmes Abendessen serviert. Eine wirklich ansprechende Idee war es, Sahnebonbons anzubieten, die in Papier gewickelt waren, auf denen einige der versteigerten Raritäten, so auch der beschriebene 10-Silberrubel-Schein 1844 abgebildet waren. Reklame oder Werbung kann also auch heute noch Freude und Spaß machen, was wahrlich nicht immer der Fall ist, denken wir nur an die vielen unerwünschten Offerten auf dem Handy oder im Briefkasten, die keiner braucht und keiner will. Blick ins Netz – kein Problem Im Internetzeitalter kann man nicht nur diese 23. Auktion immer noch im Internet aufrufen, auch frühere Versteigerungen sind dort zu finden, ebenso wie die Preise und sehr gute Bilder. Der Inhaber der Firma Damian Marciniak ist im Netz ständig präsent mit kleinen Filmen zu verschiedenen Sachen. Er beschreibt das Reinigen von Münzen und zeigt auch viele andere Dinge, die mit Scheinen und Geldstücken zusammenhängen, in polnischer Sprache. Informationen zu den aktuellen und vergangenen Auktionen erhält man stets unter: https://marciniak.onebid.pl/pl/auction Man kann auch im Archiv nachforschen, ob eine Banknote oder Münze schon einmal verkauft oder angeboten worden ist und wie die Verkaufspreise waren. Das alles macht viele Recherchen heute sehr einfach. Die Adresse der Auktionsfirma lautet: MARCINIAK sp.k. Al. Jerozolimskie 65/79 oA.02 PL-00-697 Warszawa POLSKA-POLEN Wolfgang J. Mehlhausen -------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bemerkung: *) Alle Preise: Zuschlagpreise in Zlotly (PLN) ohne Aufgeld, Kurs (Durchschnitt) zum Euro am Versteigerungstag

  • Aus privaten Sammlungen: Der Sozialismus erobert das Dorf – Wertschein der LPG Vippachedelhausen

    Das Verrechnungsgeld landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften in der DDR Seit den 1950er Jahren blieb die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in der DDR deutlich hinter dem der Bundesrepublik zurück. Mit dem Abschluss der Kollektivierung der Landwirtschaft im Sommer 1960 sank zudem die landwirtschaftliche Produktion, was zu einer Versorgungskrise bei Grundnahrungsmitteln führte. Wege wurden gesucht, die Leistung der staatlichen Planwirtschaft in der DDR zu steigern. Mit dem durch den Staatsrat der DDR 1963 beschlossenen neuen ökonomischen System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL) setzte man darauf, dass im Rahmen der Planwirtschaft eigenverantwortliches Handeln in den Betrieben wieder stärker gefördert werden sollte, etwa durch Schaffung von Gewinnanreizen. Das betraf auch die Landwirtschaft. 1964 wurde die sogenannte "Wertscheinmethode" vorgestellt, die 1963 durch eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern des Finanzministeriums der DDR, der Deutschen Bauernbank sowie einzelner Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) – erarbeitet worden war. Diese funktionierte im Kern so, dass die Ein- und Ausgaben jeder Kostenstelle in einer LPG zu Beginn jeden Jahres geplant, und die Kostenstellen dann mit Wertscheinen in Höhe der geplanten Kosten ausgestattet wurden. Mit diesen Wertscheinen waren die Ausgaben gegenüber anderen Kostenstellen zu bezahlen. Blieben am Jahresende auf einer Kostenstelle Wertscheine übrig, zeigte sich, dass weniger ausgegeben wurde als geplant, also Einsparungen erzielt worden waren. Nicht ausgegebene Wertgutscheine konnten dann durch die Mitarbeiter der entsprechenden Kostenstellen in Geldprämien umgewandelt werden, wozu zuweilen besondere, als Prämiengeld bezeichnete Wertschecks ausgegeben wurden. Hierin lag ein gewünschter und gewollter ökonomischer Anreiz, effizient zu wirtschaften. Das Wertscheinsystem (es gab auch Münzen und vereinzelt wurden Schecks verwendet) wurde sehr unterschiedlich und wohl auch wegen des hohen Verwaltungs- und Abrechnungsaufwandes nur selten flächendeckend eingesetzt. Es blieb ein rein innerbetriebliches Verrechnungssystem – Berichte, dass z.B. Wertscheine als Zahlungsmittel gegenüber Dritten verwendet wurden, sind Legende. Während sich viele LPG von mehreren Druckereien erstellter einfacher Vordrucke bedienten (zu einer geplanten einheitlichen Ausgabe für die DDR kam es nie) und diese nach Bedarf abstempelten, kommen auch Scheine vor, die grafisch durchaus ansprechend gemacht sind. Dazu zählt der vorliegende Wertschein der LPG "Vereinte Kraft" aus dem thüringischen Vippachedelhausen bei Weimar. Aus ihm wird auch die Eigenschaft als Verrechnungsgeld deutlich, da er ein Konto aufweist, zu dessen Lasten er abzurechnen ist. Das kommt nur bei wenigen Scheinen vor. Das Ausgabedatum dürfte um 1965 gelegen haben; leider fehlt die Währungsbezeichnung, die „MDN“ lauten müsste. Mit dem Ende der NÖSPL und einer wieder stärkeren Zentralsteuerung der Staatswirtschaft endete die Wertscheinmethode um 1970. Vorhandene Bestände an Wertscheinen wurden durch die Betriebe entsorgt oder später zuweilen als Gutscheine oder Wertmarken etwa bei Betriebsfesten verwendet. Es sind in Sammlerkreisen Wertscheine (seltener auch Münzen) von etwa 180 Ausgabestellen bekannt geworden. Regionale Schwerpunkte der Ausgabe waren die damaligen Bezirke Halle und Erfurt; Wertscheine kommen aber auch aus anderen Teilen der DDR vor. Es handelt sich bei dem Verrechnungsgeld landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften um ein abgeschlossenes Sammelgebiet mit historischem Bezug, zu dem es einige Veröffentlichungen gibt, wobei solche Wertscheine auch für Heimatsammler von Interesse sind. LPG Vippachedelhausen: Mähdrescher bei der Getreideernte. Bundesarchiv, Bild 183-1984-0822-016, Foto: Ludwig, Jürgen, 22. August 1984. Vippachedelhausen liegt etwa 30 km nordöstlich von Erfurt im Bundesland Thüringen. Die LPG „Vereinte Kraft“ wurde dort bereits 1952 gegründet und konzentrierte sich auf die Pflanzenproduktion. Angebaut wurden vor allem Getreide, Mais, Zuckerrüben sowie Futtergras und Luzerne. Daneben wurde Schafzucht betrieben. Mit einer bewirtschafteten Fläche von über 5000 Hektar zählte sie in den 1970er und 1980er Jahren zu den größeren LPG und galt als sozialistischer Musterbetrieb. Nach Auflösung der LPG 1991 wurde von ehemaligen Mitgliedern die Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG gegründet, die Teile der Flächen und Geräte der vormaligen LPG übernahm. Von den Wertscheinen der LPG Vippachedelhausen sind heute nur noch wenige Stücke bekannt. Objekttyp: Wertschein (Innerbetriebliches Verrechnungsgeld) Sammlung: Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsche Demokratische Republik, Bezirk Erfurt Emittent: LPG „Vereinte Kraft“ Vippachedelhausen Nominal: 2 (MDN) Datierung: ohne Datum (um 1965) Vorderseite: Stilisierte Abbildung von Pflanzen und Gebäuden, Bezeichnung Wertschein, Betragsangabe. Benutzung für Hilfsmaterial (Konto 3114), ohne Unterschriften. Druck Schwarz und Blau. Rückseite: Druck einseitig. Material: Farbiges Papier ohne Wasserzeichen. Druck: Kein Druckvermerk, vermutlich Druckhaus Weimar. Auflage: Unbekannt. Format: 104 mm x 65 mm Nummerierung: 445 Umlauf: Um 1965 bis spätestens 1970. Zitate: Katalogisiert bei Lindmann/Strunz, LPG-Geld Teil I, und Fernau, Betriebsgeld der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR. Eine Aufstellung bekannter Scheine und Ausgabestellen findet sich auch unter:  https://www.moneypedia.de/index.php/LPG-Geld Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Juni 2024, Teil 2

    Argentinien, Dominikanische Republik, Indien, Kolumbien, Mauritius, Nigeria, Pakistan, Singapur, Rumänien, Südsudan, Uganda, Vereinigte Arabische Emirate, Westafrikanische Staaten (Benin, Burkino Faso, Togo) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Argentinien 2000 Pesos, neue Auflage BNB B428b: wie B428a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Bausili/Menem). Dominikanische Republik 1000 Pesos Dominicanos von 2023 BNB B731e: wie BNB B731d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 2000 Pesos Dominicanos von 2023 BNB B732e: wie BNB B732d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Indien 50 Rupees von 2024 BNB B300h: wie B300g3 (SCWPM 111), aber mit neuem Jahr. Kolumbien 20.000 Pesos vom 27.07.2021 BNB B996h: wie BNB B996g (SCWPM 461), aber mit neuem Datum (27 DE JULIO DE 2021). Mauritius 2000 Rupees von 2024 BNB B436c: wie BNB B436b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Nigeria 20 Naira von 2024 BNB B232y: wie BNB B232x (SCWPM 34), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Solaja) und neuem Jahr. 200 Naira von 2024 BNB B244e: wie BNB B244d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Pakistan 20 Rupees von 2024 BNB B233x: wie B233w (SCWPM 55), aber mit neuem Jahr. Rumänien 50 Lei von 2024 BNB B289d: wie BNB B289c (SCWPM 120), aber mit neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Singapur 50 Dollars, neue Auflage BNB B205l: wie BNB B205k (SCWPM 49), aber mit zwei gefüllten Häusern unter "ARTS" auf der Rückseite. Südsudan 1000 South Sudan Pounds von 2024 BNB B118a: wie BNB B117c (SCWPM nicht gelistet), aber mit der Währung angegeben als "South Sudan Pounds" und nicht mehr "South Sudanese Pounds", auch mit neuem Jahr. Uganda 1000 Shillings von 2024 BNB B154h: wie BNB B154g (SCWPM 49), aber mit neuem Jahr. 20.000 Shillings von 2024 BNB B158h: wie BNB B158g (SCWPM 53), aber mit neuem Jahr. Vereinigte Arabische Emirate 5 Dirhams von 2024 BNB B246c: wie B246b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr (1445/2024). 10 Dirhams von 2024 BNB B247c: wie B247b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr (1445/2024). Westafrikanische Staaten (Benin) 500 Francs CFA von 2024 BNB B120Bm: wie B120Bl (SCWPM 219B), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 1000 Francs CFA von 2024 BNB B121Bx: wie B121Bw (SCWPM 215B), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. Westafrikanische Staaten (Burkino Faso) 500 Francs CFA von 2024 BNB B120Cm: wie B120Cl (SCWPM 319C), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkino Faso. 5000 Francs CFA von 2024 BNB B123Cx: wie B123Cw (SCWPM 317C), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe C = Burkino Faso. Westafrikanische Staaten (Togo) 500 Francs CFA von 2024 BNB B120Tm: wie B120Tl (SCWPM 819T), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe T = Togo. 1000 Francs CFA von 2024 BNB B121Tx: wie B121Tw (SCWPM 815T), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe T = Togo. Donald Ludwig (polymernotes.org) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book und Stane Straus, polymernotes.org )

  • G+D Geldscheinsammlung: Neue Ausstellung "Sport auf Banknoten"

    Das Jahr 2024 steht in Europa ganz im Zeichen des Sports: In Deutschland freuen wir uns auf ein neues „Sommermärchen“ im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft und in Paris laufen die letzten Vorbereitungen für die diesjährigen Olympischen Sommerspiele. Passend zu diesen sportlichen Großereignissen haben wir unsere Bestände durchforstet und sind dabei auf zahlreiche Geldscheine aus dem 20. und 21. Jahrhundert gestoßen, die das Thema „Sport“ in unterschiedlichster Form darstellen. Eine Auswahl unserer besonderen Fundstücke präsentieren wir dieses Jahr in der Ausstellung „Sport auf Banknoten“ . Laufen, Tennis, Fußball, Segeln, Schwimmen – Board of Commissioners of Currency Singapore, 10 Dollars, 1999. Um die Vielfalt unserer Bestände auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, geben wir Ihnen hier und auf unserem Instagram-Kanal einen Einblick in die verschiedenen Motive aus der Welt des Sports auf den Banknoten unserer Sammlung. Eine Gemeinsamkeit von Sport und Banknoten sticht dabei besonders ins Auge: Sportmotive auf Geldscheinen sind Ausdruck der jeweiligen nationalen Identität und der Geschichte eines Landes. Denn sowohl Sport als auch Zahlungsmittel wie Banknoten sind fester Bestandteil des täglichen Lebens und fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl von Nationen und spielen eine wichtige Rolle für die Identifikation und Verbundenheit mit einem Land. Fast jede Nation betreibt Sport in irgendeiner Form, und jedes Land hat mindestens eine Sportart, die entweder als Teil seiner Tradition, seines kulturellen Erbes oder sogar als Nationalsportart betrachtet wird. Während sich Sportarten wie Fußball, Baseball, Rugby oder Leichtathletik auf der ganzen Welt großer Beliebtheit erfreuen, gibt es auch Sportarten ohne Wettkampfcharakter, die beispielsweise im südostasiatischen Kulturraum zu finden sind und dementsprechend auch auf Banknoten der jeweiligen Länder abgebildet sind. Insbesondere sportliche Erfolge von Sportlerinnen und Sportlern eines Landes oder Siege von Nationalmannschaften bei internationalen Wettkämpfen stärken das nationale Selbstbewusstsein und tragen zu einer positiven Assoziation mit der nationalen Identität bei, was sich auch auf einzelnen Banknoten widerspiegelt. Das Team der fidschianischer Rugby-Sevens-Mannschaft – Reserve Bank of Fiji Republic, 7 Dollars, 2017. Heute fiebern Millionen von Menschen bei sportlichen Großereignissen wie Fußball-Weltmeisterschaften, den Olympischen Spielen oder dem Super Bowl mit. Im Zuge der seit Beginn des 21. Jahrhunderts gestiegenen medialen Aufmerksamkeit, auch in den sozialen Medien, sind sie zu globalen Mega-Events geworden. Anlässlich dieser Ereignisse wurden auffallend viele Gedenkbanknoten gedruckt, die auch die Architektur der eigens dafür errichteten Stadien als Motiv abbilden. Und auch auf einigen Scheinen unserer umfangreichen Notgeldsammlung aus der Inflationszeit der Weimarer Republik finden sich verschiedene Motive, die die aufblühende Sportbegeisterung und den vorherrschenden Zeitgeist eines ausgeprägten Körperbewusstseins widerspiegeln. Denn bereits in den 1920er-Jahren entwickelte sich der Sport in Deutschland zu einer Massenbewegung, die im Hinblick auf die Sportbegeisterung der Deutschen – insbesondere für den Fußball – bis heute anhält. Fußball – Männerturnverein 1875, Bremen, Gutschein über 1 Mark. Wir haben die ausgewählten Geldscheine in fünf Themenkomplexe gegliedert. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden pdf-Dokumenten: Sport als Ausdruck nationaler Identität Andere Kulturen | andere SPORTarten SPORTliche Einzel- und Mannschaftserfolge SPORT-Events im 21. Jahrhundert SPORT auf Notgeld Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Entdecken und Erforschen der Welt des Sports auf Banknoten! Pressemitteilung G+D Stiftung Geldscheinsammlung https://www.geldscheinsammlung.de/

  • Abklatsch – einmal ganz anders

    Das Abliegen von Druckfarbe und der sog. Abklatsch auf Geldscheinen sind gewissermaßen Kinder aus einer Familie: Fehldrucke. Albert Pick schrieb in seinem Lexikon 1) darüber: „Abklatsch, nochmaliger richtigstehender oder spiegelverkehrter Abdruck auf der gleichen oder auf der Rückseite, oft nur als abgeschwächter Druck erscheinend. Entsteht durch Übertrag des Druckes auf den Druckzylinder bei aussetzender Papierzufuhr oder durch Abdruck der frisch gedruckten Bogen beim Aufeinanderliegen.“ Und Arnold Keller beschreibt solche Makulatur-Scheine in der Anmerkung „Druckunregelmäßigkeiten“ in einem seiner Kataloge 2) „Ein anderer, nicht seltener, Fehler ist der Abklatsch des Drucks ... Als Ursache ist anzunehmen, dass die Maschine einmal leer lief (ohne eingelegten Druckbogen) und dadurch die Farbe der Vorderseitenplatte ... übertragen wurde.“ Der Begriff „Makulatur“ stammt aus dem Lateinischen („maculatura“ – „beflecktes Ding“ – von „macula“ = „Fleck“) und meint nutzlos gewordenes, in der Regel schon bedrucktes Papier. Abb. 1: 5 Millionen Mark 20. August 1923, Rs. mit Abklatsch des Schwarzdrucks der Vorderseite auf dem einseitig gedruckten Schein (Firmendruck, KN: V 13 i 017486) Abb. 2: 100 Mark 1944, Rs. mit abgelegener Farbe des Vorderseitendrucks (Druck: Goznak in Kramatorsk, KN: –54 589854) Abb. 3: 50 D-Mark 1. Juni 1977, Vs. mit Abklatsch der Rückseite auf der Vorderseite (Druck: Bundesdruckerei Berlin) Nochmals A. Keller: „... Es könnte auch sein dass Farbe zu stark aufgetragen wurde und dadurch zu langsam trocknete ...“. Dann spricht man jedoch vom „Abliegen“. Besonders im früheren Buchdruck, aber auch im Offset gedruckte Geldscheine waren davon durch zu starkes Farbauftragen betroffen – weniger die im hochwertigeren Stichtiefdruck heute hergestellten Banknoten. Alle diese Bezeichnungen sind bei Sammlern negativ besetzt. Bei einem Kriminalfall vor über 150 Jahren erwies sich so ein Abliegen jedoch als „Kommissar Zufall“: Unter der Überschrift „Verrath.“ schrieb A. Henze 3) über einen Münzen-Diebstahl von 1867: Abb. 4: „Illustrirter Anzeiger“, Titelseite vom 1. September 1870 „Dem Kaufmann J. W. Heise in Neuhof waren 700 Thaler gestohlen worden. Alle Nachforschungen nach dem Diebe waren erfolglos und ergaben nicht einmal Spuren zu dessen Entdeckung. Unter den gestohlenen Geldern befanden sich drei Goldmünzen, welche für den Bestohlenen theure Andenken waren und über deren Verlust er sich lange nicht beruhigen konnte. Es war bereits ein Jahr verflossen – der Dieb war aber noch nicht entdeckt. Auch Heise fing an, nach und nach den Verlust zu vergessen. Nur jene Andenken von seiner Mutter konnte er nicht verschmerzen. Er wolle gerne, äusserte er sich oftmals, die 700 Thaler einbüssen, wenn er nur die drei Goldstücke wieder erhalten könne. Diese Resignation sowohl als auch der Hintergedanke, dass er durch irgend eine Kundgebung von Seiten des Diebes, vielleicht durch die Handschrift, dem Thäter auf die Spur kommen könne, veranlasste ihn denn auch, eines Tage in den dortigen Local-Blättern folgende Annonce abdrucken zu lassen: ,Ich gebe hiermit dem Besitzer derjenigen 700 Thaler, welche mir derselbe am 7. Decbr. 1867 entwendet hat, die Versicherung, dass ich ihm diese Summe, wenn es nun einmal nicht anders sein kann, schenken will. Aber um Eins möchte ich ihn bitten, nämlich um die Gefälligkeit, mir wenigstens zu schreiben, ob und wie ich jene drei Goldstücke, welche in einem besonderen Etuis mit der Aufschrift: »Andenken von meiner Mutter« befindlich waren, wieder erhalten kann. Neuhof, a. 1. Decbr. 1868 H. W. Heise‘ Drei Tage später erhielt Heise untenstehenden Brief. Dieser Briefinhalt war nicht geschrieben, sondern, da sich der schlaue Autor des Briefes nicht durch die Handschrift verrathen wollte, aus gedruckten Buchstaben, die aus irgendeinem gedruckten Blatte herausgeschnitten waren, zusammengestellt. Ich lasse ein Facsimile von diesem Brief folgen: Abb. 5: „Illustrirter Anzeiger“, Beilage 5, Seite 37 Die auf einem Couvert befindliche Adresse zu diesem Brief sah so aus: Abb. 6: „Illustrirter Anzeiger“, Beilage 5, Seite 38 So hatte denn der schlaue Briefschreiber wirklich die grösste Vorsicht gebraucht, um sich nicht durch die Schrift zu verrathen. Aber der Mensch denkt und Gott lenkt! Obgleich eigentlich keine Handschrift vorhanden war, wandte sich doch Heise, den das frivole Raffinement des Briefschreibers gar zu sehr ärgerte, persönlich an einen bekannten Schriftvergleicher mit der Anfrage, ob man vielleicht aus der aufgeklebten Druckschrift auf den Urheber schliessen könne. ,Nein, eine aufgeklebte Druckschrift bietet auch gar keine Anhaltepunkte zur Entdeckung des Urhebers. Ich kann Ihnen wohl sagen, welcher Stempelschneider die Schrift geschnitten, auch vielleicht, in welcher Schriftgiesserei die Lettern gegossen sind, nicht aber, wer diese Buchstaben aus irgendeinem Druckwerke herausgeschnitten hat. ... Erlauben Sie mir aber, dass ich mir den Brief und die Adresse etwas genauer ansehe. ...‘ Der Sachverständige wurde plötzlich nachdenklich und aufmerksam ... seine Mienen drückten eine freudige Ueberraschung aus ... offenbar beschäftigte ihn eine Entdeckung, welche ihn wegen ihrer Neuheit in Erstaunen versetzte ... er besah die Adresse nach allen Seiten, um für diese neue Erscheinung die aufklärenden Gründe zu finden ... ,Kennen Sie vielleicht‘ , unterbrach der Sachverständige die Stille, ,einen Herrn Vahle in Hof?‘ ,Ich kenne ihn nicht persönlich, wohl aber hat mir mein Freund, der Kaufmann Ahlemann, von einem Herrn Vahle oft erzählt. Ahlemann und Vahle stehen im geschäftlichen Verkehr und bezieht Ersterer von Letzterem Waaren. Erlauben Sie mir aber die Frage, wie Sie bei dieser Schriftvergleichung auf Vahle kommen?‘ Der Schriftvergleicher umging absichtlich die Antwort auf die Frage und fuhr fort: ,Ich glaube Ihrem Diebe auf der Spur zu sein, wünschen Sie, dass ich diese Spur weiter verfolge?‘ ,Ich bitte sogar darum!‘ ,Dann müssen Sie mir aber versprechen, unsere heutige Besprechung geheim zu halten, selbst Ihrem Freunde Ahlemann gegenüber.‘ ,Ich verspreche Ihnen das.‘ Herr Heise hatte kaum das Zimmer verlassen, als der Sachverständige schon dem Bahnhof zueilte, um mit dem nächsten Zuge nach Hof zu fahren. In Hof erkundigte sich der Sachverständige zuerst an competenter Stelle nach Vahle. Herr Vahle wurde als ein ehrenwerther und reicher Mann geschildert, welcher die allgemeine Achtung seiner Mitbürger genoss. Zehn Minuten später stellte sich der Sachverständige Herrn Vahle vor. ,Herr Vahle, Sie stehen mit Herrn Ahlemann in Neuhof in Geschäftsverbindung?‘ ,Ja, derselbe bezieht von Zeit zu Zeit von mir Waaren.‘ ,Haben Sie von demselben am 4. d. M. einen Brief erhalten?‘ ,Ahlemann hat allerdings vor ein paar Tagen an mich geschrieben, wohl möglich, dass es am 4. d. M. war. Der Brief enthält übrigens gleichgiltige Nachrichten und kann ich Ihnen denselben vorlegen.‘ ,Der Brief selbst hat für mich kein Interesse, ich bitte nur um die Adresse.‘ Der Fabrikant legte den Brief nebst Adresse vor. Derselbe war wirklich vom 4. d. M. datirt. Abb. 7: „Illustrirter Anzeiger“, Beilage 5, Seite 39 Des Sachverständigen prüfender Blick sprach sofort die höchste Ueberraschung aus, eine Ueberraschung, die weniger Erstaunen als freudiges Zutreffen anzeigte. ,Erlauben Sie mir, dass ich mir von dieser Adresse eine Copie machen darf?‘ ,Recht gern!‘ Nachdem nun noch der Sachverständige mit der dortigen Staatsanwaltschaft diejenigen Massregeln, welche in solchen Fällen die Vorsicht empfiehlt, besprochen, reiste er nach Neuhof zurück. Einige Stunden später trat auch der bereits mittels Telegramm gerufene Bestohlene bei dem Sachverständigen ein. ,Herr Heise, ich komme eben aus Hof von Herrn Vahle und habe Ihnen wichtige und erfreuliche Mittheilungen zu machen. Zunächst muss ich vorausschicken, dass ich in Hof war, um von dem Fabrikanten Vahle zu erfahren, ob er an demselben Tage, an welchem bei Ihnen der anonyme Brief einging, auch einen Brief aus Neuhof empfangen, und, wenn dies der Fall, von dem Äusseren der Adresse zu diesem Brief Einsicht zu nehmen. Vahle bestätigte, dass er allerdings von demselben einen Brief aus Neuhof erhalten habe. Der Absender und Schreiber dieses Briefes, den mir Herr Vahle vorlegte, ist der Ihnen bekannte Kaufmann Ahlemann von Neuhof. Nun zur Aufklärung meiner Reise und der Sache selbst. Als ich die Reise auf dem Ihnen zugegangenen anonymen ohne Zweifel von dem Diebe ausgegangenen Brief ansah, bemerkte ich auf der linken Seite den Abklatsch einer noch nass gewesenen Schrift. Es war mir als erfahrener Schriftkenner sofort klar, dass diese verkehrte Schrift, die aussah, als ob zufällig auf der Post oder sonstwie Tinten-Verwischungen vorgekommen, nur dadurch entstanden sein konnte, dass eine eben geschriebene Adresse noch frisch und noch mit nasser Tinte auf den bereits fertigen an Sie gerichteten Brief aufgelegt worden war. Diese verkehrte Schrift konnte nur von derselben Person herrühren, welche den an Sie gerichteten Brief zusammengesetzt hatte. Bitte, halten Sie einmal den verkehrten Schriftabklatsch vor einen Spiegel! Nicht wahr, Sie lesen ganz deutlich: Vahle Hof. Nun lag mir daran, zu wissen, ob dieser Herr Vahle an jenem Tage einen Brief erhalten und von wem er ihn erhalten, und dann, ob jene Adresse mit dem auf Ihrem Briefe ersichtlichen verkehrten Schriftabklatsche identisch war. Ich kann Ihnen nun auf Grund der von mir angestellten sorgfältigen Untersuchungen die Versicherung geben, dass der auf Ihrem Briefe befindliche verkehrte Schriftabklatsch mit grösster Bestimmtheit von der Adresse, welche mir Herr Vahle vorlegte, herrührt. Da nun aber ebenso bestimmt feststeht, dass der Kaufmann Ahlemann den an Vahle gerichteten Brief nebst Adresse geschrieben hat, so ist auch mit Bestimmtheit anzunehmen, dass auch der an Sie übersandte aus Druckschrift bestehende Brief von Ahlemann ausgeht. Und hieraus folgt nun wieder, dass wir bei Ahlemann die Ihnen gestohlenen 700 Thaler zu suchen haben und hoffentlich bald finden werden. Und nun gehen Sie sofort zur Staatsanwaltschaft und tragen derselben unter Bezugnahme auf meine Mittheilungen den ganzen Sachverhalt vor.‘ Fünf Monate später sass der Kaufmann Ahlemann aus Neuhof auf der Bank der Angeklagten. Die Geschworenen sprachen das Schuldig aus und der Gerichtshof verurtheilte ihn zu 2 Jahren Zuchthaus. Die gestohlenen 700 Thaler wurden bis auf 150 Thaler bei ihm noch vorgefunden.“ Abb. 8: 5 Thaler 1746, unter Markgraf Friedrich III. geprägt Abb. 9: Vereinstaler 1766, unter Markgraf Friedrich Christian geprägt Abb. 10: 1 Thaler 1802, unter König Friedrich Wilhelm III. geprägt Wir wissen leider nicht, welche Talermünzen seinerzeit gestohlen wurden – und ob vielleicht auch Talerscheine zum Diebesgut gehörten. Da es sich nachweislich aber um Taler handelte, könnten es frühere brandenburgisch/preußische Ausgaben gewesen sein. Die Stadt Hof gehörte bis 1792 zum Fürstentum Bayreuth (auch als Markgraftum Brandenburg-Bayreuth bezeichnet) – im selben Jahr dann zum Königreich Preußen. Die Stadt wurde 1806 von französischen Truppen besetzt und vier Jahre später durch den Verkauf des Fürstentums Bayreuth mit der Stadt Hof an das Königreich Bayern verkauft. Dort bezahlte man jedoch mit Gulden. Michael H. Schöne Anmerkungen Pick, Albert: Papiergeld Lexikon, München 1978; ebenfalls zitiert bei geldscheine-online.com, Newsletter vom 18. November 2019 Keller, Dr. Arnold: Das Papiergeld des Deutschen Reiches 1874–1945, Westberlin 1956 Henze, Adolf: Illustrirter Anzeiger über gefälschtes Papiergeld und unächte Münzen, Nr. 5, Leipzig 1870

  • Ägypten: Neue 20-Pfund-Polymernote ist im Umlauf

    Am 20. Juni 2023 kam die bereits angekündigte neue 20-Pfund-Note der Zentralbank von Ägypten aus Polymer-Kunststoff in Umlauf. Vorderseite: Arabischer Text und Muhammad-Ali-Pascha-Moschee (auch Alabaster-Moschee genannt) in Kairo. Rückseite: Englischer Text; Ramses II. mit Pfeil und Bogen im Kriegswagen; Große Pyramide; Statue der Königin Kleopatra. Kein Sicherheitsfaden und kein Wasserzeichen. Druck: Zentralbank von Ägypten. Bei der Vorstellung des Entwurfs hatte es 2021 eine Kontroverse wegen der in Regenbogenfarben schimmernden Moschee im Sicherheitsmerkmal gegeben. Ganz offensichtlich wurde das nun bei der tatsächlich ausgegebenen Note geändert. Hier schimmert die silberne Moschee beim Kippen leicht Blau. Hans-Ludwig Grabowski

  • Zahlen im Unterdruck von Reichsbanknoten

    Eine Sensation ist es nicht – eine interessante Entdeckung aber schon: die auf den neun Reichsbanknoten der Ausgaben von 1924 bis 1935 gefundenen Zahlen innerhalb des verschiedenartigen Linienunterdrucks auf den Vorderseiten. Schon in den Beschreibungen zu den Ausgaben der Reichsbanknoten schrieb die Deutsche Reichsbank ab 1930, dass neben dem Kopfwasserzeichen im Schaurand der Vorderseiten „im bedruckten Teile die große Wertzahl ...“ zu sehen ist. Abb. 1: 20 RM 1929, Vs., Darstellung des Wasserzeichen „20“ über große Teile des Drucks (die Zahl „20“ in Vierfachlinien ca. 85 x 40 mm); in der Durchsicht erkennbar, wenn man die Platzierung des Wasserzeichens kennt. Neben den verschiedenen Sicherheitsmerkmalen wie den Kopfwasserzeichen, der Kombination von Unterdruck- und Serienbuchstaben, der Nummerierung auf Vorder- und Rückseiten, Fasereinlagen, dem Irisdruck sowie der Blindprägung im Schaurand und dem Trockenstempel wurde die Fälschungssicherheit durch die Zahlen im Linienunterdruck ergänzt. Auf den Banknoten von 1924 sind neben den sichtbaren Zahlen auch kleinere, mit und teilweise auch ohne eine Lupe gut erkennbare und sich wiederholende Zahlen und das Wort „REICHSMARK“ im Halbkreis vorhanden. Abb. 2: Ausschnitt 1000 RM 1924, Vs., mit leicht schräg stehenden Wertzahlen „1000“ (zur Kenntlichmachung rot unterstrichen). Abb. 3: Ausschnitt 100 RM 1924, Vs., die Zahlen „100“ und „REICHSMARK“ im Halbkreis (zur Kenntlichmachung in roten Rechtecken). Das trifft auf alle Reichsbanknoten aus dem Jahr 1924 zu. Anders bei den Serien 1929/1933/1935. Dort sind die kürzlich entdeckten Zahlen für die einzelnen Wertstufen nicht einheitlich und auch nicht mit bloßem Auge erkennbar. Beim Zehner ist es das fast 4 mm hohe Zahlwort „ZEHN“, das jeweils schräg zueinander angeordnet ist und sich über die ganze bedruckte Fläche der Vorderseite wiederholt. Auch mit einer guten Lupe oder den sog. Fadenzählern sind die Worte schwer zu finden. Abb. 4.a/b: Ausschnitte 10 RM 1929, Vs., mit schräg stehenden Worten „ZEHN“ im Unterdruck (zur Kenntlichmachung weiß und kopfstehend rot unterstrichen) sowie in der Prägung um die Zahl „10“. Die Grafiker der Reichsbanknoten entschieden sich beim Zwanziger für ein Netz von fortlaufenden Linienziffern „20“, die etwa 2 mm hoch sind, wobei die Nullen zur Zwei hochgestellt, also kleiner sind. Gruppiert wurden die Zahlen in 12 x 13 Reihen und einer senkrechten Leiste von 13 Zahlen. Abb. 5: Ausschnitt 20 RM 1929, Vs., mit fortlaufenden Zahlen „20“ (zur Kenntlichmachung rot unterstrichen). Bei den 50-RM-Banknoten hingegen wurde die Zahl „50“ wiederholt und in Treppenstufen angeordnet; auch hier sind die Ziffern schlecht auszumachen und ebenfalls 2 mm hoch. Die Zahl „50“ kommt im grünen und versetzt auch im rotbraunen Unterdruck vor. Abb. 6: Ausschnitt 50 RM 1933, Vs., mit fortlaufenden und versetzten Zahlen „50“ (zur Kenntlichmachung schwarz unterstrichen). Die Anordnung der Zahlen bei den Hundertern ist völlig anders: auch in Linien wiederkehrend und zwischen den Zeilen der ganzen Reihen erscheint immer wieder das Kürzel „RM“ – zusätzlich kopfstehend. Abb. 7: Ausschnitt 100 RM 1935, Vs., mit fortlaufenden Zahlen „100“ (zur Kenntlichmachung rot unterstrichen) – dazwischen immer das Kürzel „RM“ für „Reichsmark“ (grün unterstrichen); die kopfstehend angeordnete Kennzeichnung ist weiß unterstrichen. Leider lassen sich die Farben nicht separieren, um die Zahlen und Ziffern besser zu erkennen. Wahrscheinlich wollte die Reichsdruckerei die Fälschungssicherheit verstärken, indem sie unterschiedliche Schriftstile verwendete. Tatsächlich sind wenige Fälschungen von Reichsbanknote der Scheine ab 1929 bekannt. Lediglich die Verfälschungen von 1945 kommen ab und zu vor. Auch bei den sog. Kriegsdrucken (Ornament- statt Kopfwasserzeichen, nur einseitige Nummerierung, nur Irisdruck und fehlende Trocken-Kontrollstempel) wurde der Druck der Zahlen im Unterdruck nicht verändert und dadurch fortgeführt. Lediglich die oben beschriebenen großflächigen Wasserzeichen der Zahlen (Abb. 1) waren im veränderten Wasserzeichenpapier nicht mehr vorhanden. Bei den unfertigen Drucken, die es vor allem vom 20-RM-Schein gibt, fehlen hingegen die fortlaufenden 20-er-Zahlen. Abb. 8: Ausschnitt 20 RM 1929, Vs., oben: vereinfachter Druck mit fortlaufenden Zahlen „20“, Farbverlauf von Grün nach Rotbraun (zur Kenntlichmachung rot unterstrichen) – unten: Makulaturschein ohne jegliche Zahlen im Unterdruck. Weshalb sich die Reichsbank bzw. die Reichsdruckerei für die Scheine von 1929 bis 1935 zum Fälschungsschutz mit unterschiedlichen Zahl-Formen entschied, weiß man nicht. Aufwendiger sind diese im Unterschied zu den Banknoten von 1924 vor allen durch die Unterschiedlichkeit der Unterdruck-Zahlen. Auf den Banknoten zu 10, 20, 50, 100 und 1000 Reichsmark aller Ausgaben sind die Zahlen hoch- und tiefgeprägt und mit bloßem Auge gut sichtbar. Der Zehner zeigt außerdem die Worte „ZEHN“ – wieder schrägstehend und versetzt. Bei der 1000-RM-Banknote von 1936 sucht man vergeblich nach Zahlen und Ziffern oder anderen Kennzeichnungen im Unterdruck; da verzichtete die Reichsbank/ Reichsdruckerei wohl bewusst auf solch einen zusätzlichen Fälschungsschutz. Abb. 9: Ausschnitt 1000 RM 1936, Vs., ohne jegliche Zahlen oder Worte im Unterdruck. Das Wissen um die Zahlen und Zahlworte im Unterdruck hat auf die Bewertung der einzelnen Banknoten keinerlei Einfluss; alle Scheine sind noch heute leicht zu finden. Bedingt durch die Außerkurssetzung des Zehners zum 1. März 1934 und des Zwanzigers zum 1. Juli 1935 erzielen diese 1924er-Noten zu 10 und 20 Reichsmark dreistellige Preise und sind in bankfrischer Erhaltung sehr selten. Michael H. Schöne

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Piastres der Nationalbank von Ägypten vom 1. Januar 1899

    1517 wurde Ägypten von den Osmanen erobert. Unter dem Gouverneur Muhammad Ali Pascha erlangte die Provinz Ägypten ab 1805 eine gewisse Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich; ab 1867 nahmen die Statthalter den Titel Khedive an. 1882 besetzten die Briten das strategisch wichtige Gebiet, das am 14. Dezember 1914 offiziell zu einem britischen Protektorat umgewandelt wurde. Während bis dahin osmanisches Papiergeld in Ägypten zirkulierte, gründete der Khedive Abbas Hilmi II. per Dekret vom 25. Juni 1898 die Nationalbank von Ägypten, die mit dem exklusiven Notenprivileg ausgestattet wurde. Ab 3. April 1899 erfolgte die Emission der ersten Noten der Bank. Die Legenden sind sowohl in arabischer als auch in englischer Sprache ausgeführt; seit 1898 war Englisch die alleinige Verwaltungssprache in Ägypten. Bis 1914 konnten diese Scheine in Gold eingelöst werden. Aus der Sammlung Josef Gerber: Osmanisches Reich – Khedivat Ägypten, Nationalbank von Ägypten: Banknote zu 50 Piastres vom 1. Januar 1899 Vorderseite: der Große Sphinx vor den Pyramiden von Gizeh. Rückseite: Bankname in arabischer Schrift; Ornamente. Wasserzeichen: – Druckerei: Bradbury, Wilkinson & Compy. Ltd., London Format: 130 mm x 69 mm Katalogreferenzen: EGY-1a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

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