top of page

2843 Ergebnisse gefunden für „“

  • Faszination „Geldschein“

    Alte Geldscheine sind papierne Zeugen unserer Kultur – einstmals begehrt, hart verdient, geschätzt, gespart, gestohlen und gefälscht. Kaum ein anderes Stück Papier war jemals dem Menschen so wertvoll wie ein Geldschein. Kaum ein anderes Stück Papier atmet so viel Geschichte und Geschichten. Kaum ein anderes Stück Papier ging so oft von Hand zu Hand und trägt die Spuren seiner Nutzung so selbstlos. Als Wertpapier mit höchsten Druckqualitäten unerreicht, ist der Geldschein immer auch Spiegel seiner Zeit – künstlerisch zur Vollendung geführt, aber auch politisch missbraucht. Der Wert alter Geldscheine liegt im Wert ihres Wesens und ihrer Geschichte als Kunstwerk und Wertpapier zugleich. Wer alte Geldscheine bewahrt und sie der Nachwelt erhält, bewahrt ein wichtiges Stück unserer eigenen Kultur vor dem Untergang. Hans-Ludwig Grabowski Abbildung: Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv

  • Zur Geschichte des Geldes: Von der Kaurimuschel über Münzen zum Handwechsel

    Tauschhandel und Geld In grauer Vorzeit begann die Arbeitsteilung bei den Menschen, man jagte oder sammelte mehr als man brauchte und tauschte Ware gegen Ware oder Leistung. Lange kamen die Menschen ohne Geld, einem allgemeinen Tauschäquivalent aus. Das Geld wurde nicht „erfunden“ wie die Dampfmaschine, die Briefmarke oder das Fahrrad, es entstand in einem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess in verschiedenen Teilen der Erde. Es wird angenommen, dass die ersten Münzen im 7. Jahrhundert v. Chr. in Lydien (Kleinansien) aus Klümpchen von Elektron, einer natürlich vorkommenden Silber-Gold-Legierung, mit einer Prägung des Königs Kroisos entstanden. Die alten Griechen hatten schon ein hervorragendes Geldwesen. Die Ausdehnung des Handels brachte auch die Verbreitung des Münzgeldes als Tauschobjekt, und so schufen die Römer nicht nur ein Weltreich, sondern verfügten auch über ein ausgezeichnetes Währungssystem. Geld, Gold und Münzen Als man gelernt hatte, Metalle zu gewinnen und zu schmelzen, entstanden bald Barren und Stäbchen, von denen man zum Bezahlen gewisse Stücken abschneiden oder besser „abhacken" konnte. So ist der Währungsname Rubel auf das russische Wort „rubic"(schlagen, hacken) zurückzuführen. Im alten Griechenland wurden Braten-Spieße als Geld verwendet, sie nannte man Obole. Eine Handvoll dieser Spieße wurden als Drachmai bezeichnet. Die „Drachme“ blieb als Währungsname bis in die heutige Zeit erhalten. Ziel der Münzprägung war es, genormte Metallmengen in den Verkehr zu geben. Es sollte nicht mehr dem Zufall überlassen bleiben, wieviel Metall man von einer Stange „abhackte", auch ein aufwendiges Wiegen des Metalls war nicht mehr notwendig, wenn man an die Redlichkeit des Münzherren glaubte. Eine Münze verkörperte einen bestimmten Wert, bedingt durch ihren Materialwert. Schließlich wurden Gold und Silber zum Geld an sich und das blieb über viele Jahrhunderte so. Das Herstellen von Geld, das Prägen von Münzen wurde bald Staatsangelegenheit. Die Münzhoheit, also das Recht, Münzen zu prägen, war ein Ausdruck souveräner Machtvollkommenheit eines Herrschers oder eines Staates. Der „Münzherr" legte fest, welche Metallart, welchen Metallgehalt und welches Gewicht die Münzen haben mussten. Die Ausprägung der Münzen hatte nach einem bestimmten „Münzfuß.“ zu erfolgen. Dieser schreibt vor, wie viele Münzen aus einer festgelegten Menge Edelmetall gefertigt werden dürfen. Die Einhaltung der erlassenen Münzgesetze wurde streng kontrolliert und Falschmünzer, die es wahrscheinlich schon so lange gibt wie das Geld selbst, erwarteten drastische Strafen. Schon bald wurden Gold und Silber Wertmaßstab für das Geld selbst. Belassen wir es bei diesem kleinen Ausflug in die „Frühgeschichte des Geldwesens“, viel gäbe es noch zu berichten über vormünzliche Geldformen, über Münzfuß., Schrot und Korn, über das Gold als „Weltgeld“ aber auch über private und staatliche Falschmünzer. An dieser Stelle gleich ein Literaturtip, in dem Sie mehr über die Geschichte der Münze erfahren können: Mehlhausen: Handbuch Münzensammeln – ein Leitfaden für Münzensammler und solche, die es werden wollen Bargeldlose Zahlung – keine Erfindung der Neuzeit Mit dem Geld als anerkanntes Tauschobjekt in Form von Münzen wuchs auch der weltweite Handel. Als im Laufe der Jahrhunderte der Transport der schweren Münzen, welche die Händler auf ihren teils sehr weiten und nicht ungefährlichen Wegen durch verschiedene Länder mit sich führten, immer schwieriger wurde, entstanden die ersten Frühformen des Papiergelds. Reiche Kaufleute, denen ihr Geld auf Reisen zu schwer wurde und die es nicht an Räuberbanden und Wegelagerer abgeben wollten, ersannen schon früh eine Art bargeldlosen Zahlungsverkehr. Man führte statt barer Münze Wachs- und Tontafeln, aber auch Pergament- oder Papierdokumente bei sich, die Zahlungsversprechen auf den Inhaber waren. Mit solchen Dingen konnte ein Räuber nichts anfangen. Das „echte Geld“ lag unterdessen wohl verwahrt in den Kellergewölben eines Kaufmanns oder einer Bank. Aus ersten unscheinbaren Zetteln, die hingekritzelte Informationen aufwiesen, wurden bald stattliche Dokumente, die mit Siegeln und Unterschriften versehen waren und auf bestimmte Geldsummen lauteten. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Banken. Schon 1587 entstanden in Venedig sogenannte „Girobanken“, weitere folgten 1609 in Amsterdam und 1619 in Hamburg. Binnen kurzer Zeit gab es überall derartige Institutionen, von Nürnberg über Rotterdam bis nach Stockholm, Leipzig und Wien. Die von diesen Banken ausgegebenen Überweisungszettel liefen schon bald wie Geld um. Giro ist ein lateinisches Wort und bedeutet wörtlich „Kreislauf“. Das Geld wanderte im Kreis von einem Kaufmann zum anderen, nur durch die Bücher, ohne z. B. selbst von Amsterdam nach Leipzig und dann nach Wien gebracht zu werden. Sogenannte „Handelswechsel“ kursierten wie Geld selbst. Derartige Zahlungsversprechen konnten bei Bedarf „vor Ort“, also fast in ganz Europa in Bargeld umgetauscht werden. Dies ist zugleich die Geburtsstunde des Vorläufers der Banknote, wie wir sie bis heute benutzen. Wolfgang J. Mehlhausen/Hans-Ludwig Grabowski Handbuch Geldscheinsammeln Abbildungen: Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv

  • Wanderndes Klischee beim "Tirolerschein" von 1939

    Für den sog. "Tirolerschein" vom 16. Juni 1939 (DEU-215, Ro. 178, GER-185) wurden nach dem Anschluss Österreichs die Motive der österreichischen Banknote zu 100 Schilling vom 2. Januar 1936 (AUT-101) verwendet. Die Vorderseite zeigt das Brustbild einer Österreicherin mit Edelweiß im Gebirge und im Unterdruck ein Hakenkreuz (Swastika). Auf der Rückseite sieht man den Gosausee vor dem Dachstein. Bei der Reichsbanknote von 1939 wurde zusätzlich ein Holzfäller und ein Sämann ergänzt. Bei der Verwendung gleicher Motive für Geldscheine unterschiedlicher Emittenten (Ausgabestellen wie Notenbanken oder Schatzämter) spricht man von einem "Wandernden Klischee". Wie die nachfolgend abgebildete Bekanntmachung des Reichsbankdirektoriums vom 15. Februar 1945 belegt, wurde der "Tirolerschein" über 20 Reichsmark aber nicht 1939, sondern tatsächlich erst im Februar 1945 ausgegeben. Hans-Ludwig Grabowski Abbildungen: Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Dr. Robert Havenstein (1857–1923)

    Dr. Rudolf Havenstein (geb. 10. März 1857 in Meseritz/Pr. Posen, gest. 20. November 1923 in Berlin) war von 1900 bis 1908 Präsident der Seehandlung (Preußische Staatsbank) und von 1908 bis 1923 Präsident der Deutschen Reichsbank. Seine Unterschrift findet man deshalb auf den deutschen Reichsbanknoten von 1908 bis 1923. In seiner Amtszeit führte er zu Beginn des Ersten Weltkriegs die Darlehnskassenscheine ein und er war maßgeblich an der Ausgabe von Kriegsanleihen beteiligt. Er starb auf dem Höhepunkt der Hyper-Inflation. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abbildung: Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv #Lexikon #Personen #Europa #Deutschland #Grabowski

  • Kartoffelgutschein des WHW 1935/1936

    Bislang unedierter Kartoffelgutschein des Winterhilfswerks des Deutschen Volkes 1935/1936 zum Bezug von einem Zentner Kartoffeln "gegen eine Anerkennungsgebühr". Der Bezugschein des WHW Rheinland trägt das Ausgabedatum vom 20. Oktober 1935 und wurde vom Amt für Volkswohlfahrt der NSDAP, Ortsgruppe Düsseldorf-Grafenberg abgestempelt. Empfänger war nach handschriftlichem Eintrag ein Paul Schmidt in der Lindenbergerstr. 19. Bevor das Winhterhilfswerk (WHW) 1936 dazu überging Gutscheine über Geldbeträge zu nutzen und dann mit Ausbruch des Kriegs ab 1939 einheitliche und reichsweit gültige Wertscheine zur Bezahlung von Lebensmitteln, Kleidung, Miete, Kohle, Strom und Gas einführte (siehe auch mein Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871", in dem diese Wertscheine aufgeführt sind), nutzte man vor allem Sachspenden und Bezugscheine (vor allem über Lebensmittel und Braunkohlebriketts, aber auch Brot) zur Unterstützung von Bedürftigen. AHans-Ludwig Grabowski Abbildung: Hans-Ludwig Grabowski #Bezugscheine #Europa #Deutschland #Grabowski

  • Banderole zu 1 Million Mark vom 2. Juli 1923

    Banderole für 20 Stück Noten der Deutschen Reichsbank (Hilfsbanknoten der Inflation) über je 50.000 Mark – insgesamt 1 Million Mark – vom 2. Juli 1923. Die 50.000-Mark-Scheine tragen das Datum vom 9. August 1923 und wurden auch erst im August 1923 ausgegeben. Es kann sich also nur um eine Banderole der Reichsbank in Berlin handeln, die aus der Vorbereitungszeit der Ausgabe dieses Werts stammt. Hans-Ludwig Grabowski Abbildung: Hans-Ludwig Grabowski

  • Westfront 1915: Gutschein über die Lieferung von Eichenholz

    In den von der I. Armee besetzten Gebieten Frankreichs nutzten man im Ersten Weltkrieg Gutscheine, mit denen Lieferungen französischer Gemeinden, Firmen oder Einwohner an das deutsche Heer quittiert wurden, wenn keine Barzahlung erfolgte. Gleichzeitig wurden in der I. Armee sog. Lohnbons verwendet, mit denen Arbeitsleistungen für das deutsche Heer verrechnet wurden. Der abgebildete Schein der Etappen-Kommandantur 16 in Tergnier vom 21. August 1915 bestätigt die Lieferung von 1,25 Kubikmeter Eichenholz durch eine Privatperson (Julien-Salomon). Hans-Ludwig Grabowski Abbildung: Hans-Ludwig Grabowski

  • Der amtliche Dollarkurs 1919 bis 1924

    Merkblatt der Briefumschlag- und Papierwarenfabrik G. Knapp & Co in Pfullingen über die amtlichen Dollarkurse vom 3. Januar 1919 bis zum 1. Januar 1924. Er startet nach dem Ersten Weltkrieg bei 8,02 Mark für 1 US-Dollar und steigt durch die Hyper-Inflation auf seinen amtlichen Endstand zu Mark am 23. November 1923 bei 4.210.500.000.000 Mark (4 Billionen, 210 Milliarden und 500 Milionen Mark). Durch Einführung der Rentenmark  Ende 1923 und der Reichsmark 1924 konnte die Inflation beendet werden. Hans-Ludwig Grabowski Abbildungen: Hans-Ludwig Grabowski

  • Separatistische Propaganda – Die 500-Mark-Banknote vom 7. Juli 1922 diente als Vorlage

    Im Schutz der alliierten Besatzungsmächte, die nach dem Ersten Weltkrieg das Rheinland und die Pfalz besetzten, bildete sich eine separatistische Bewegung, die einen eigenständigen Rheinstaat anstrebte. Am 21. Oktober 1923 riefen sie in Aachen die Rheinische Republik aus. Bis Anfang November 1923 breiteten sich die Separatisten bis in die Pfalz aus. Allerdings gelang es ihnen nicht, die Mehrheit der Bevölkerung für ihre Ideen zu gewinnen, sodass der Putsch zusammenbrach. Die 500-Mark-Banknote vom 7. Juli 1922 diente als Vorlage für eine Propagandanote der rheinischen Separatisten. Der Text nimmt auf den passiven Widerstand im Ruhrgebiet Bezug und auf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Der achtzeilige Text des Flugblattes lautet: „Reichsbanknot / Fünfhundert Mal / hat die Regierungssippschaft in Berlin / gegen die Staatsmoral verstossen / Vom 11. Januar 1923 ab ist deshalb das Ruhrgebiet gepfändet und wird nur unter / Umtausch gegen andere vollgültige Zahlungsmittel wieder freigegeben werden. / Ruhrland , den 1. April 1923 / Vollstreckungsdirektorium“. Die verballhornten Unterschriften spielen auf Persönlichkeiten des damaligen öffentlichen Lebens an: Cuno v. Dalles (Reichskanzler Cuno), Macker, Stinkes (Großindustrieller Stinnes), v. Pleite, Dudendorff (General Ludendorff), Strebemann (Reichsaußenminister und Reichskanzler Stresemann), Burg v. Kohlen (Großindustrieller Krupp von Bohlen und Halbach). Anstelle des Strafsatzes heißt es: „Wer ehrlich und redlich für eine Verständigung eintritt oder den / Blödsinn der Widerstandspolitik erkennt, wird mit Zuchthaus nicht / unter zwei Jahren bestraft“, rechts auf dem Schaurand die grüne Kennziffer „Z.3005028“. Im linken Stempel wurde der Kopf des Reichsadlers durch ein Hakenkreuz ersetzt. Die Umschrift lautet „In hoc signo capores“ – in diesem Zeichen kaputt. Dabei wurde Latein und rheinische Mundart vermischt. Im rechten Stempel bildet die phrygische Mütze, das Symbol der Französischen Republik, den Kopf des Reichsadlers. Die Umschrift lautet hier „In hoc signo vinces“ – in diesem Zeichen wirst Du siegen. Dies ist eine Anspielung auf das Feldzeichen des römischen Kaisers Konstantin in der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahre 312. Das Flugblatt weicht in der Größe (180 x 79 mm) geringfügig von der Vorlage ab. Uwe Bronnert Abbildung: Uwe Bronnert

  • Die 500-Mark-Banknote vom 7. Juli 1922 – ein Dokument der Trostlosigkeit

    Bereits während des Ersten Weltkrieges wurde ein großer Teil der Banknoten in Buchdruck hergestellt. Im Sommer 1922 nahm der Wertverfall der Mark so dramatische Formen an, dass sich die Reichsbank genötigt sah, in kürzester Zeit eine Hilfsbanknote zu 500 Mark herstellen zu lassen. Die benötigte Banknotenmenge ließ sich nur durch die Buchdruckschnellpressen und Rotationsmaschinen bewerkstelligen. Das benötigte Papier wurde nur noch in Rollen mit Faserstreifen, Wasserzeichen und zum Teil auch mit farbigem Stoffauflauf auf der Papiermaschine hergestellt. Für die Buchdruckschnellpresse wurde es dann zu Bogen geschnitten. Die als Massendrucksachen und mit größter Beschleunigung in ununterbrochener Folge hergestellten Noten konnten naturgemäß in keiner Weise den Ansprüchen genügen, die an gute Zahlungsmittel gestellt werden. Vielfach bildete das Wasserzeichenpapier mit farbigem Stoffauflauf und Faserstreifen die einzige Sicherung gegen Fälschungen. Mit Datum vom 7. Juli 1922 gelangte ab 4. August 1922 die neue Banknote in Umlauf. Ihr Design bricht mit allen bisherigen Konventionen. Die Banknote ist einseitig, im gewöhnlichen schwarzen Buchdruck ohne irgendwelche drucktechnischen Sicherungsmittel hergestellt. Der achtzeilige Text lautet: „Reichsbanknote / Fünfhundert Mark / zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin / gegen diese Banknote dem Einlieferer / Vom 1. Januar 1923 ab kann diese Banknote aufgerufen und unter / Umtausch gegen andere gesetzliche Zahlungsmittel eingezogen werden / Berlin, den 7. Juli 1922 / Reichsbankdirektorium“. Links und rechts neben den Unterschriften der Reichsbankdirektoren die Kontrollstempel mit dem Reichsadler und der Umschrift „Reichsbankdirektorium * 500 *“. Am linken Rand quer nach innen dreizeilig der Strafsatz, rechts quer die rote siebenstellige Kennziffer mit einem vorgesetzten Großbuchstaben (A – F). Der einzige Fälschungsschutz besteht aus dem himmelblau eingefärbten rechten Schaurand der Banknote. Hier sind dunkelrote Faserstreifen eingewirkt – nicht aufgedruckt! Ferner wird hier ein hell und dunkel schimmerndes Wasserzeichen sichtbar, das aus zwei seilartig verschlungenen Bändern besteht, von denen das mit dunkler Randbezeichnung die helle Wertzahl „500 Mk“, das mit heller Randbezeichnung die dunkle Inschrift „500 Mk“ zeigt. Die Maße des Scheines sind 90 x 174 mm. Gleichzeitig wurde eine gleichartige Hilfsbanknote mit dem veränderten Aufrufdatum „1. April 1923“ und einer grünen sieben- bzw. achtstelligen Kennziffer mit vorgesetztem Großbuchstaben (jeweils A – Z) ausgegeben. Das Hamburger Fremdenblatt (Nr. 377) vom 15. August 1922 schrieb: „Bei dieser Gelegenheit sei noch ein Wort über diese 500 Mk.-Note selbst gesagt, die ein Dokument der Trostlosigkeit ist. War es nötig, der Welt schon durch die äussere Aufmachung zu zeigen, wie wertlos uns selbst unser Geld erscheint? Es ist, als sollte mit der Herstellung dieser Banknote ein Billigkeitsrekord in der Fabrikation eines Geldmittels aufgestellt werden. Jeder kleine Drucker kann diese Banknote, wenn er das Papier hat, herstellen, so wenig Wert ist auf die Ausstattung der Banknote verwendet worden. Die Rückseite ist sogar unbedruckt, und in Ermangelung eines anderen Blattes kann man sie also für Notizen verwenden. So hat denn das Ausland den erfreulichen Eindruck, dass in Deutschland einseitig bedruckte Notizblätter – auch Reichsbanknoten sein können.“ Der Autor dieser Zeilen konnte nicht ahnen, dass im Laufe des nächsten Jahres noch so manche Banknote in dieser einfachen Gestaltung folgen würde. Am 1. September 1922 erschien dann eine seit Monaten vorbereitete neue 500-Mark-Banknote mit dem Ausgabedatum vom 27. März 1922, die „die trübselige Interimsausgabe“ ablöste. Uwe Bronnert Abbildungen: Uwe Bronnert

  • Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz: 10 Mio. Mark 1923

    Notgeldschein der Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz in Bonn über 10 Millionen Mark vom 20. August 1923 (ohne Wasserzeichen). Rückseite mit Darstellung eines Bauern bei der Mahd und Wahlspruch "Arbeiten und nicht Verzweifeln" um das Wappen der damals preußischen Rheinprovinz. sowie mit Wein- und Eichenlaub. Die Landwirtschaftskammer gab in der Zeit der Inflation Gutscheine in Nennwerten zu 1, 5 und 10 Millionen, 100 und 500 Milliarden sowie zu 1, 5 und 10 Billionen Mark aus, die durch Goldwerte und gesetzliche Steuerpflicht der gesamten rheinischen Landwirtschaft gegenüber der Landwirtschaftskammer gedeckt waren. Hans-Ludwig Grabowski Abbildungen: Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälschung: 10.000 Griechische Drachmen von 1995

    Fast so lange wie es Geld gibt, wird es auch gefälscht. Das war früher bei Münzen so und ist es bis heute auch bei Geldscheinen. Die Hersteller von Geldscheinen, in der Regel hoch spezialisierte Wertpapierdruckereien, liefern sich einen ständigen Wettlauf mit den Fälschern um immer neue Sicherheitsmerkmale. Besonders viele sog. "Blüten" kamen und kommen aus dem südlichen Europa. Die Note der Bank von Griechenland über 10.000 Drachmen vom 16. Januar 1995 war das höchste Nominal seit der Ausgabe 1949/1950 gewesen. Damals gab es wegen der Inflation sogar einen Schein zu 50.000 Drachmen. Entsprechend begehrt war der Zehntausender bei Fälschern. Im Vergleich wird oben eine angehaltene Fälschung mit Lochentwertungen und Abstempelungen (ΠΛΑΣΤΟ) einer Originalbanknote unten gegenüber gestellt. Deutlich sichtbar sind die Unterschiede des einfachen Offset-Drucks gegenüber dem Tiefdruck des Originals. Das sieht man besonders an den feinen Linien in den Unterdruckmustern und am Porträt. Natürlich sind Fälschungen auch interessante Belege der Zeit- und Geldgeschichte und werden deshalb auch gern mit in die Sammlung aufgenommen, so man sie den bekommen kann. Die meisten angehaltenen Fälschungen werden aber vernichtet bzw. in Polizei-Archiven verwahrt. Hans-Ludwig Grabowski Abbildungen: Hans-Ludwig Grabowski

bottom of page