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  • Indien: Neue 100-Rupien-Note

    Laut einer Pressemitteilung vom 19. Juli 2018 will die Reserve Bank of India in Kürze eine neue 100-Rupien-Note passend zu den bereits erschienen Scheinen der neuen Serie über 10, 50, 200, 500 und 2000 Rupien einführen. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com #Nachrichten #Weltbanknoten #Asien #Indien #Rupee #Grabowski

  • 10 DM von 1970: Ersatznote mit höherer Kontrollnummer

    Für die Bundesbanknote zu 10 DM vom 2. Januar 1970 war als sog. Ersatznote mit der Serie YE (siehe den aktuellen Katalog: "Die deutschen Banknoten ab 1871" unter BRD-14d) ein Nummernkreis bis YE 5321801 A angegeben. Der abgebildete Schein, dessen Abbildung uns freundlicherweise Herr Marcus Züche aus Metzingen zur Verfügung gestellt hat, belegt eine deutlich höhere Kontrollnummer. Es müssen also rund 32.000 Ersatznoten mehr, als bisher angenommen, in Umlauf gekommen sein. Der Katalog wird entsprechend korrigiert. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Marcus Züche #Weltbanknoten #Europa #Deutschland #BRD #DM #Grabowski

  • Wismar: 50 Pfennig des Sanitätshundevereins ohne Kontrollnummer belegt

    Die Serienscheine der Ortsgruppe Wismar des Sanitätshundevereins sind in den Katalogen "Deutsches Notgeld, Band 1,2: Deutsche Serienscheine 1918 – 1922" unter Nr. 1438.1 aufgeführt. Es gibt sie mit und ohne Kontrollnummer (KN Vorderseite unten in einem Kästchen). Ohne KN ist im Katalog nur der Wert zu 95 Pfennig aufgeführt. Alle anderen Werte der Serie (10, 25, 50 und 75 Pfennig) waren bislang ohne KN nicht belegt. Nun konnte auch der Wert zu 50 Pfennig ohne KN nachgewiesen werden. Hierfür danken wir Herrn Sven Adelt aus Berlin. Wahrscheinlich hat es einst alle Werte nicht nur mit, sondern auch – wenn nur in kleiner Zahl – ohne KN gegeben. Dass es sich um Serienscheine handelt, die damals schon für die Alben von Sammlern hergestellt wurden, belegt das Ablaufdatum der Gültigkeit, der 31.12.1921. Tatsächlich ausgegeben wurden die Scheine erst 1922, damit sie nicht mehr eingelöst werden konnten. Eine Vorgehensweise, die wir auch vom Mecklenburger "Reutergeld" kennen. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Sven Adelt #Serienscheine #Europa #Deutschland #Wismar #Pfennig #Grabowski

  • Gibraltar: Gedenkbanknote – 300 Jahre britische Eroberung von Gibraltar

    Vorderseite: Porträt der englischen Königin Elisabeth II., Blume, Vögel, Wappen und eine Kanone vor dem Felsen von Gibraltar. Rückseite: Links Berber-Affe, Möwen und ein Schlüsselbund mit den Jahreszahlen 1704 – 2004, Mitte: John Macintosh Square in Gibraltar und rechts eine historische Straßenszene zum Einzug der Briten mit Menschen verschiedener Rassen sowie Hinweise zum Gedenkanlass: „tercentenary issue“ und rechts von oben nach unten in Kästchen: „tercentenary“. Wasserzeichen: Porträt von Königin Elisabeth II. Format: 149 mm x 80 mm Gibraltar wurde am 4.8.1704 durch Prinz Georg von Hessen-Darmstadt mit einer englisch-holländischen Flotte im Spanischen Erbfolgekrieg erobert. 1713 wurde die Südspitze der Iberischen Halbinsel im Vertrag von Utrecht den Briten zugesprochen, die Gibraltar 1830 zur Kronkolonie machten. Hans-Ludwig Grabowski #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Europa #Gibraltar #Spanien #Pound #Grabowski

  • Gutscheine der Langenwerke A.G. – Raritäten aus einem Nebenlager von Buchenwald

    Als der alliierte Bombenterror über Deutschland fast alle größeren Städte und Industrieanlagen traf, wurde kriegswichtige Produktion dezentralisiert und darüber hinaus auch vorsorglich Untertage verlagert. Dabei kamen immer mehr Häftlinge aus Konzentrationslagern zum Einsatz, die sowohl beim Bau von Anlagen und Lagern, als auch in der Produk­tion selbst eingesetzt wurden. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist der Kohnstein bei Nordhausen, in den ein gewaltiges Tunnelsystem gebaut wurde, in dem Zivilbeschäftigte und Häftlinge aus dem Lager „Dora“ Raketenwaffen (sog. V1 und V2) produzierten. Ende 1943 wurde die Teilverlagerung der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG, die ihren Hauptsitz im anhaltischen Dessau hatte, in das thüringische Langensalza beschlossen. Tarnbezeichnung des neuen Betriebs war Langenwerke AG. In Langensalza und im angeschlossenen Betriebsteil Niederorschel wurden Tragflächen für ein Jagdflugzeug von Focke-Wulf gefertigt. Unter dem Decknamen „Julius“ war bereits im Frühjahr 1943 ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken in Schönebeck an der Elbe entstanden. Wegen des akuten Arbeitskräftemangels durch den massenhaften Kriegseinsatz der deutschen Männer, hatte die Firma einen Vertrag mit dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS (WVHA) zum Einsatz von Häftlingen in der Produktion von Bauteilen für Flugzeuge abgeschlossen. Zirka 1.800 Häftlinge arbeiteten hier neben 1.200 deutschen Zivilarbeitern und 1.500 Fremdarbeitern. Die Bedingungen im Lager „Julius“ waren viel besser als anderenorts. Im März 1944 wurden hier Gutscheine eingeführt, mit denen Waren in der Lagerkantine gekauft werden konnten und die sicher auch als Prämien auf der Basis der Prämien-Vorschrift der SS vom 15. Mai 1943 und deren Nachtrag vom 14. Februar 1944 genutzt wurden. In meinem Buch „Das Geld des Terrors“ konnten 2008 nur die Werte zu 1 und 5 Reichsmark belegt werden, obwohl ich damals schon davon ausging, dass es auch die Wertstufen zu 0,50 und 2 Reichsmark gegeben haben muss. Im April 2018 hatten zwei Angebotslose für die 89. Auktion der Leipziger Münzhandlung Höhn für Aufmerksamkeit gesorgt. Die vier Scheine der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke Schönebeck/Elbe (Lager „Julius“) belegen nicht nur alle vier Nennwerte der Serie, sondern sie sind auch äußerst seltene Zeitdokumente für die geplante Ausgabe von Gutscheinen in der Bereichsleitung III Niederorschel der Langenwerke AG, wo über 700 Häftlinge Tragflächen produzierten und Fahrwerke einbauten. Die Schönebecker Scheine wurden quasi als Vorlage für eine eigene Ausgabe in Niederorschel genutzt. Bei allen vier Werten wurden jeweils das Logo gestrichen sowie „Muster“, eine geplante Stückzahl sowie eine Druckgenehmigungsnummer für die Langenwerke handschriftlich ergänzt. Die Druckvermerke der Original-Umlaufstücke belegen darüber hinaus, daß von jedem Nennwert der Schönebecker Scheine im März 1944 eine Auflage von 36000 Stück genehmigt worden war. Interessant sind natürlich die auf diesen Scheinen vermerkten Stückzahlen für eine eigenständige Ausgabe für die Langenwerke und die erwarteten Druckgenehmigungs-Nummern. Handschriftlich begannen diese mit „LW 751“ für 0,50 RM und endeten mit „LW 754“ für 5 RM. Das „LW“ steht für Langenwerke statt dem „FZS“ für Flugzeug- und Morenwerke Schönebeck/Elbe. Tatsächlich wurde der Druck eigener Scheine für die Bereichsleitung Niederorschel dann im Oktober 1944 unter einer einzigen Druckgenehmigungsnummer „Lw 751“ für alle vier Werte bestätigt. Für den Gutschein über 0,50 RM war auf der Schönebecker Vorlage eine Auflage in Höhe von 20.000 Stück für Niederorschel vorgesehen, die auch laut Druckvermerk genehmigt wurde. Für die beiden Gutscheine zu 1 und 2 RM hatte man ursprünglich je 10.000 Stück vorgesehen gehabt. Laut Druckvermerk vom Oktober 1944 wurden auch hier je 20.000 Scheine genehmigt. Für den höchsten Wert zu 5 RM hatte man handschriftlich auf der Vorlage 5.000 Stück notiert, die dann auch in dieser Höhe laut Druckvermerk auf den Langenwerke-Scheinen so genehmigt worden waren. Es ist übrigens erst die zweite vollständige Serie von Gutscheinen der Langenwerke, die jemals angeboten wurde, beide durch die Leipziger Münzhandlung Höhn. Die Prüfung beider Serien lässt keinen Zweifel zu. Erstens besteht kein Zweifel an der Echtheit, womit die vollständige Gutscheinausgabe vom März 1944 für das Lager „Julius“ in Schönebeck/Elbe mit allen vier Nominalen bestätigt ist. Zweitens liegen mit den zu „Mustern“ umfunktionierten Scheinen von Schönebeck die Vorlagen für die Gutscheinausgabe der Bereichsleitung III der Langenwerke AG vom Oktober 1944 vor. Bleibt nachzutragen, dass die in der Belei III der Langenwerke in Niederorschel beschäftigten rund 700 Häftlinge meist Juden und die Sterblichkeitsrate trotz mangelhafter Ernährung hier sehr niedrig waren. Die Häftlinge bekamen die Gutscheine als Prämien für gute Arbeit und konnten dafür in der Lagerkantine zusätzliche Waren einkaufen – ganz so, wie dies die erwähnte Dienstvorschrift für die Gewährung von Vergünstigungen an Häftlinge (Prämien-Vorschrift) des Chefs des SS-Wirtschafts-verwaltungshauptamts, Oswald Pohl, vorgesehen hatte. Die Gewährung von Prämien sollte vor allem der Motivierung zu höheren Arbeitsleistungen im „Totalen Krieg“ dienen. In diesem Zusammenhang wurden nicht nur Prämienscheine in den Konzentrations­lagern eingeführt, sondern sogar Häftlingsbordelle betrieben. Über die Angebote in den Lagerkantinen gab es unterschiedliche Erinnerungsberichte: von Toilettenartikeln über Schreibwaren bis hin zu Konserven, Fisch, Salz und Bier. Anfang 1945 war mit über 700.000 Häftlingen in deutschen Konzentrationslagern der Höhepunkt des Arbeitseinsatzes in der Kriegswirtschaft erreicht und das Kriegsende absehbar. Die von Historikern unermüdlich gedroschene Phrase von der „Vernichtung durch Arbeit“ machte in diesem historischen Kontext kaum noch Sinn, da jede Arbeitskraft zählte. So scheint es befremdlich, entspricht aber den Tatsachen, dass ausgerechnet der Lagerkommandant von Auschwitz in seinem Kommandanturbefehl 4/44 schrieb: „In einem Außenlager ist es vorgekommen, dass Häftlinge von Zivilisten, mit denen sie auf einer gleichen Arbeitsstelle beschäftigt waren, geschlagen und z.T. misshandelt wurden... In den Fällen, in denen ein Zusammenarbeiten mit Zivilisten unvermeidlich ist, sind mir die Lagerführer für Ordnung verantwortlich und haben die Zivilisten nochmals durch das Werk über den Umgang mit Häftlingen belehren zu lassen. Andererseits ist mir jede Misshandlung eines Häftlings durch einen Zivilisten umgehend zu melden. Bei dieser Gelegenheit mache ich nochmals ausdrücklich auf den bestehenden Befehl aufmerksam, dass kein SS-Mann Hand an einen Häftling legen darf. Im 5. Kriegsjahr ist alles daran zu setzen die Arbeitskraft der Häftlinge zu erhalten.“ Mit „Häftlingen“ meinte der Lagerkommandant hier natürlich nur die zum Arbeitseinsatz eingeteilten Häftlinge, die als solche im Lager aufgenommen worden waren, und nicht die unglücklichen Menschen aus ganz Europa, die nach ihrer Ankunft und der Selektion auf der sog. Rampe der „Sonderbehandlung“ zugeführt und so im Rahmen der bereits im Januar 1942 beschlossenen „Endlösung der Judenfrage“ ermordet wurden. Durch den für Deutschland zunehmend ungünstigen Kriegsverlauf und den wachsenden Arbeitskräftemangel wurden nicht nur immer mehr Fremdarbeiter angeworben oder zwangsweise eingesetzt, sondern es wurden trotz „Endlösung“ auch wieder mehr und mehr Juden im Arbeitseinsatz für die Rüstungsindustrie beschäftigt, wie dies auch in Niederorschel der Fall war. Die unmenschlichen Arbeitsbedingen in Stollen und Untertage waren nicht zuletzt den alliierten Bombenangriffen geschuldet, die auch vor der Bombardierung von Konzentrationslagern kein Halt machten. So kam etwa der ehemalige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Reichstag, Rudolf Breitscheid, der als prominenter Häftling mit eigenen Bediensteten im „Sonderlager Fichtenhain“ in Buchenwald untergebracht war, an den Folgen eines US-amerikanischen Bombenangriffs vom 24. August 1944 ums Leben. Anfang April 1945 traten die letzten Häftlinge von Niederorschel ihren Marsch in das Stammlager Buchenwald an. Sie erreichten das Lager nur einen Tag vor dessen Befreiung. Die beiden abgebildeten Serien bilden zusammen einmalige Zeitdokumente zur Geldgeschichte in einem Außenlager in der Zeit des massenhaften Einsatzes von Häftlingen für die deutsche Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg. Die Münzhandlung Höhn hat reagiert und die beiden seltenen Serien aus der 89. Auktion Ende Mai zurückgezogen. Sie sollen dann ausführlich beschrieben in der 90. Auktion im Oktober 2018 angeboten werden. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Leipziger Münzhandlung Höhn, https://www.leipziger-muenzhandlung.de

  • Blütenträume – Werbe- und Juxnoten gestern und heute

    Im Publikum und damit auch in den meisten Fernseh- und Kinoproduktionen werden falsche Banknoten meist als „Blüten“ bezeichnet. Selbst waschechte Kriminalbeamte benutzen umgangssprachlich ab und an diesen Ausdruck. Dieser Begriff hat sich seit Jahrzehnten durchgesetzt und eingebürgert, ist aber eigentlich nicht richtig. Denn offiziell steht der Begriff „Blüten“ nicht für Falschgeld, das zum Zweck des Betrugs im Zahlungsverkehr verausgabt wird, um unrechtmäßig einen geldwerten Vorteil zu erlangen. Vielmehr wird die Bezeichnung „Blüten“ im Zentralbankbereich und bei den Ermittlungsbehörden für banknotenähnliche Drucke gebraucht, die für Werbezwecke oder einfach nur als Juxscheine hergestellt werden. Dies ist an sich auch nicht verboten, wenn man sich an die Abbildungsvorschriften der Bundesbank, respektive der Europäischen Zentralbank hält. Diese Vorgaben sollen verhindern, dass ursprünglich zu harmlosen Zwecken hergestellte Banknoten-Nachbildungen zweckentfremdet den Weg in den Zahlungsverkehr finden. Die Scheine müssen sich daher im Papier oder in den Abmessungen bzw. in der grafischen Gestaltung der Darstellungen deutlich von echtem Geld unterscheiden, so dass auch der weniger Kundige nicht getäuscht wird. Der guten Absicht steht hier aber oftmals die Realität gegenüber. Die wenigsten Geldbenutzer schauen sich erhaltene Banknoten genauer an. Genau damit rechnen auch die Verbreiter falscher oder verfälschter Scheine, und auch vorstehend beschriebene Blüten gelangen so häufig in den Geldkreislauf. Ein sehr bekannter Falschgeldexperte eines Landeskriminalamts hat einmal gesagt: „Alles, was auch nur halbwegs wie eine Banknote aussieht, wird angenommen – von der schlechtesten Farbkopie bis hin zur kolorierten Handzeichnung!“ Dafür schauen wir uns nun nachfolgend einige Blüten etwas genauer an, beginnend in den 1950er Jahren bis in unsere Tage. Den Anfang macht eine Blüte der 10-DM-Banknote der Bank deutscher Länder, Ausgabe BdL II. Obwohl sich ihr Format mit 164 mm x 76 mm deutlich von demjenigen der echten Note unterschied (letztere maß 141 mm x 67 mm), die Vorderseite ein einfarbiges, eher blasses Graublau und die Rückseite nur Text aufwies, gelangten doch einige Dutzend dieses Nachdrucks in den Umlauf. Hergestellt und als Wahlwerbung verteilt worden waren diese Scheine durch die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), die sich im Wahlkampf des Jahres 1953 durch die Anprangerung der Entwertung der DM und damit einhergehender Verteuerung der Waren einen Vorteil vor den etablierten Parteien zu sichern suchte. Opfer dieser als echt in den Verkehr gebrachten Drucke waren seinerzeit hauptsächlich Volksfest-Kellnerinnen, Taxifahrer, Imbissbuden-Betreiber oder andere Personen, die ihr Gewerbe auch bei Dunkelheit ausüben. Mit dem Nachdruck der Vorderseite einer 100-Dollars-Note versuchte in den 1990er Jahren eine Missionsgesellschaft, Menschen weg vom schnöden Mammon hin zu höheren, geistigen Werten zu bekehren. Zwar nur einfarbig in einem dunklen Grünton gehalten, gefaltet und mit einem Text auf den Innenseiten versehen, waren die Scheine aber nahezu in Originalgröße gedruckt worden. Dies und die Gefahr, dass die Herstellungsmittel möglicherweise zu weiteren, gefährlicheren Fälschungen missbraucht werden würden, bewog die Deutsche Bundesbank seinerzeit dazu, Herstellung und Verteilung zu verbieten und die Druckunterlagen einzuziehen. Mit einer 100-DM-Note der Ausgabe BBk IIIA als Nachdruck machte gegen Ende der 1990er Jahre eine Werbefirma auf sich aufmerksam. Rückseitig fand sich die individuelle Werbung von Kunden dieser Firma. Ebenfalls nahezu im Originalformat hergestellt und nur durch die Bedruckung des Schaurands vom echten Geldschein auf den ersten Blick zu unterscheiden, beendete auch hier die Bundesbank Herstellung und Verwendung. Denn bei schummriger Beleuchtung und in gefaltetem Zustand schien eine betrügerische Verausgabung durchaus realistisch. Dagegen barg die als Eintrittskarte für den „Besuch der alten Dame“ 1994 konzipierte Blüte der Landesbühnen Sachsen keine Gefahr. Auf sehr dickem Papier gedruckt, vorder- und rückseitig entsprechend verfremdet und mit entsprechenden Aufdrucken versehen, konnte man zwar als Ursprungsmotiv, ebenfalls den Hunderter der Bundesbankausgabe III, erkennen. Eine Annahme als echt im Zahlungsverkehr aber war nur bei extremer Unachtsamkeit denkbar. Mit einer „60-Euro-Note“ versprach eine Versicherung die staatliche Förderung in Höhe dieses Betrags pro Jahr beim Abschluss einer Pflegeversicherung. Auch diese Blüte hat Überformat und auf der Rückseite einen entsprechenden Werbetext, so dass eine missbräuchliche Verwendung unwahrscheinlich ist. Der andere „Sechziger“ diente als Werbeträger eines Verkehrsverbunds. Eben diese 60 Euro sollte derjenige als Prämie erhalten, der eine andere Person als Dauerkarteninhaber für mindestens ein Jahr warb. Der kleinformatige Schein hat mit der Abbildung verschiedener Verkehrsmittel auf der Vorderseite nur noch entfernt Ähnlichkeit mit einer Banknote, rückseitig ebenfalls eine Textbedruckung und ist daher harmlos. Weitaus gefährlicher und daher bereits in den Bereich Geldfälschung einzuordnen waren die sogenannten Facsimile-Noten aus den 1980er bzw. 1990er Jahren. Wohlhabende Geschäftsleute wurden mit solchen Machwerken geködert, in dem ihnen versprochen wurde, dass sie eine große Summe sogenannten Schwarzgelds zu einem weitaus geringeren Betrag erwerben könnten. Dazu wurde ein Treffen in einem Luxushotel meist im europäischen Ausland vereinbart. Die „Verkäufer“, die der sogenannten Nigeria-Connection zuzuordnen sind, und weltweit tätige Betrügerbanden aus eben diesem afrikanischen Land, bewirteten zunächst das spätere Opfer fürstlich und zeigten einen Koffer mit den angeblich vielen Millionen Dollars oder DM vor. Der Käufer, bei dem spätestens in diesem Moment der Faktor „Gier frisst Hirn“ einsetzte, übergab den mitgebrachten Kaufpreis, der in der Regel nur ein Bruchteil des versprochenen Wertes ausmachte, aber meist dennoch stattliche Summen von mehreren Hunderttausend DM repräsentierte. Er merkte jedoch erst später, dass er wertlosen Nachdrucken, eben diesen sogenannten Facsimile-Fälschungen, aufgesessen war. Die Gauner hatten zu diesem Zeitpunkt bereits das Weite gesucht und waren über alle Berge. Diese Betrugsmasche gibt es mit Euro-Facsimiles noch immer, so fallen allein in Deutschland jedes Jahr einige Dutzend Leichtgläubige darauf herein. Karlheinz Walz Abb. Karlheinz Walz

  • Geldscheine der Hyperinflation – Langweilig?

    Eigentlich ist die Geschichte ja bestens bekannt und aufgearbeitet, und jeder kennt die berühmten Bilder vom Herbst 1923, wo Kinder mit Banknotenbündeln Pyramiden bauen oder jemand seine Zimmerwand mit Millionen tapeziert. Am 28. Juli 1923 meldete das Berliner Tagblatt, dass in New York 1 Million Mark gerade nur noch einen Dollar wert sei. Und es ging noch weiter! Banknoten, bei denen man mit der Ausgabe nicht nachgekommen war, wurden mit Aufdrucken bis 500 Milliarden versehen. Eine Feinunze Gold kostete bald beinahe 100 Billionen Mark. Am 15. November 1923 machte die Regierung dem Spuk mit der Einführung der Rentenmark ein Ende. Kurs: 1 Billion Mark galt nun 1 Rentenmark (später Reichsmark). Nun, was soll da spannend sein, wenn die Druckmaschinen täglich abertausende Banknoten, die nichts wert waren, ausspuckten? Diese Noten sind heutzutage noch in riesigen Mengen im Handel zu günstigen Preisen zu finden. Aber, es gibt sie doch, die kleinen spannenden Stories, und da sind zwei solche Noten-Geschichtchen aus dieser Zeit. Abgeschickt am 23. September 1923 und frankiert mit Briefmarken über 750.000 Mark „missbrauchte“ ein Carl, dessen Nachnamen wir nicht kennen, einen Stadtkassenschein der Stadtpflege Stuttgart als Postkarte und sendete ihn an einen Bäcker Carl Feuchte nach St. Gallen in die Schweiz, wo sie auch wirklich ankam. Er schrieb: „Bin glücklich im Lande der Millionen, Milliarden & Billionen angekommen. Näheres folgt. Herzl. Gruss Carl“ . Ein zweiter Notgeldschein erzählt eher eine ganz andere Geschichte, und auch in diesem Fall ging der zur Postkarte umfunktionierte Schein in die Schweiz. Sie war an einen Herrn Dolder gerichtet, und der Absender, dessen Namen wir nicht klar entziffern können, schrieb: „Ich warte sehnsüchtig auf Erledigung meines Visums. Besten Dank für Ihre Bemühungen. Empfehlungen an Ihre Frau Gemahlin / Herzl. Grüsse. (Unterschrift) / Berlin 16/12/23“. In diesem Fall ist der Schritt zur Rentenmark bei der Briefmarke getan – wir befinden uns ja bereits im Dezember 1923 – und die Frankatur zeigt eine Dauermarke zu 20 Pfennig, der man unter den Philatelisten den Übernamen „Korbdeckel“ gegeben hat. Inflationsgeld kann also doch interessant sein! Ruedi Kunzmann Abb. Sincona AG, Zürich, www.sincona.com #Notgeld #Inflation #Europa #Deutschland #Mark #Kunzmann

  • Ein Besuch im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank

    Die abertausende Objekte umfassende Sammlung des Geldmuseums der Oesterreichischen Nationalbank enthält die wahrscheinlich bedeutendste Sammlung österreichischer Banknoten weltweit. Michael Grundner vom Geldmuseum stand uns Rede und Antwort und wir erfuhren von ihm zahlreiche sehr interessante Details zur Sammlung. Was sind die Tätigkeiten des Geldmuseums? Welche Ziele werden damit verfolgt? Das Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ist ein Wissens- und Kulturbetrieb mit dem Ziel, die Öffentlichkeit zu den Themenbereichen Geld, Währung und Wirtschaft zeitgemäß und multidisziplinär entsprechend den Zielen und Leitwerten der OeNB zu informieren. Das Museum versucht dabei historische und aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich gleichermaßen zu berücksichtigen und den Besuchern anhand von Originalobjekten näher zu bringen. Es leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu den Finanzbildungsaktivitäten der OeNB. Wie bei jedem anderen Museum gehören die Gestaltung von Ausstellungen, die (Weiter)Entwicklung von Vermittlungsprogrammen, die Bearbeitung von Anfragen und natürlich die Betreuung der umfangreichen Sammlungen zum Alltagsgeschäft. Ausführliche Informationen zu unseren vielfältigen Aufgaben, Sammlungen und Vermittlungsprogrammen bietet auch unsere Website www.geldmuseum.at Seit wann gibt es das Geldmuseum? Im Rahmen der Präsentation der 500-Schilling-Banknote „Otto Wagner“ erfolgte 1986 auch die feierliche Eröffnung des ersten Geldmuseums in der OeNB. Dieses hatte allerdings eher den Charakter eines exklusiven Schauraums, dessen Besichtigung nur einmal in der Woche möglich war. In seiner heutigen Form mit regelmäßigen Öffnungszeiten (Di-Mi 9:30-15:30, Do 9:30-17:30, Fr 9:30-13:30), einem breiten Angebot an Führungen, Workshops und anderen Events (Kinderuni, Teilnahme an der Langen Nacht der Museen …) sowie wissenschaftlich ausgebildetem Personal, existiert das Museum seit 2003. Wie viele Menschen besuchen das Geldmuseum jährlich? Im Geldmuseum begrüßen wir jährlich rund 12.000 Besucher. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Schulklassen und anderen Gruppen. Gegen Voranmeldung werden kostenlose Führungen für Gruppen ab 10 Personen angeboten. Für Kinder gibt es u.a. spezielle Hands-on-Führungen und Workshops. Über welche Sammlungen verfügt das Geldmuseum? Das Geldmuseum verfügt über zwei historisch unterschiedlich gewachsene Sammlungszweige. Das sogenannte Kunstarchiv ist aus der hauseigenen Banknotenproduktion (Banknoten, Druckplatten, Entwürfe …) hervorgegangen und bildet einen einzigartigen technik- und kulturgeschichtlichen Bestand. Aber auch Wertpapiere, Briefmarken und 3-D-Objekte gehören zu diesem Sammlungsteil. Ein neuer Sammlungsschwerpunkt in diesem Bereich liegt auf österreichischer Bankengeschichte. Den zweiten großen Block bildet die Münzensammlung. Mit ihr wurde erst in den 1950er Jahren begonnen. Bis Anfang der 1990er Jahre erfolgte hier ein umfangreicher, auf Jahrgänge und Raritäten abzielender Ankauf, so dass die Sammlung heute sicher zu den wichtigsten numismatischen Sammlungen des Landes zählt. Zeitlich reichen die Objekte der geldhistorischen Sammlungen von der Gegenwart bis in die Bronzezeit zurück. Wie umfangreich ist die Sammlung im Bereich Papiergeld? Wie teilen sich diese Stückzahlen auf die verschiedenen Themenbereiche (Banknoten, Notgeld, Banknotenfälschungen) auf? Was sind herausragende Stücke der Sammlung? Der Papiergeldbestand umfasst ca. 16.000 Objekte, davon sind 56% österreichische Banknoten und 2% historische Fälschungen. Die übrigen 42% entfallen auf ausländische Banknoten, Banknotenvorläufer, Notgeld und papiergeldähnliche Wertpapiere. Zu den Glanzstücken zählen sicherlich die Banknoten zu 1.000.000 Kronen von 1924 oder die Banknote zu 100 Gulden von 1847. Spannend sind aber auch die 10 Gulden von 1880 mit den illegalen Kennzeichnungen aus Böhmen. Kulturhistorisch bedeutender als die eigentlichen Geldscheine sind die zahlreichen Druckplatten und Entwürfe, die eigene Teilsammlungen bilden. Wie wurde diese Sammlung aufgebaut? Wurden die Banknoten bereits zu Umlaufzeiten bei Seite gelegt oder wurden diese aktiv von der OeNB erworben? Der Bereich an österreichischen Banknoten entstammt nahezu zur Gänze der hauseigenen Produktion. Hier besteht eine beinahe vollständige Typensammlung seit 1816, wobei aber nicht unbedingt alle Detailvarianten und manche Stücke nur mit Musteraufdrucken in die Sammlung gekommen sind. Ergänzt werden die Banknoten durch Entwürfe, Druckplatten, Musternoten, Testdrucke – hier besteht aber keine Vollständigkeit, da die Überlieferung eher den betrieblichen Notwendigkeiten und Zufällen unterlag als einer systematischen Sammlung. Dennoch handelt es sich um den größten und wahrscheinlich einzigen derartigen Bestand zum österreichischen Papiergeld. Vorläufer, wie die Wiener-Stadt-Banco-Zettel, wurden ergänzend erworben. Außerdem gibt es noch unsystematische Bestände an ausländischen Banknoten, die Großteils über den Tausch mit anderen Notenbanken zusammengekommen sind. Erwirbt das Geldmuseum aktiv weitere Papiergeld-Exponate oder ist die Sammlung abgeschlossen? Wenn ja, welches Budget steht dafür in etwa jährlich zur Verfügung? An welchen Exponaten besteht Interesse? Anlassbezogen kommt es gelegentlich zu Ankäufen historisch oder technisch interessanter Stücke. Über ein Ankaufsbudget und genaue Sammlungsstrategien kann aber keine Auskunft erteilt werden. Ist das gesamte vorhandene Papiergeld bereits aufgearbeitet oder könnten in den Archiven des Geldmuseums noch weitere bisher unbekannte Schätze schlummern? Das Gros der Sammlung wurde bereits EDV-mäßig inventarisiert. Bei den eigentlichen Banknoten ist daher nicht mehr mit Überraschungen zu rechnen. Hinzu kommt, dass das österreichische Papiergeld auch schon sehr gut durch Kataloge erschlossen ist. Im Bereich der Banknotenentwürfe gibt es jedenfalls Stücke, die bisher noch nie ausgestellt oder publiziert wurden. Inwieweit erfolgt eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Sammlungsbestandes? Sind Publikationen geplant bzw. bereits erschienen? Im Rahmen unserer Ausstellungskataloge wird versucht, eine breite Auswahl an Objekten der Öffentlichkeit vorzustellen. Eine eigene wissenschaftliche Publikationsreihe oder echte Forschungsarbeit gibt es jedoch aus Kapazitätsgründen leider nicht. Gegen Voranmeldung ist es Interessierten jedoch möglich, für konkrete Forschungsvorhaben, wie z.B. Hochschularbeiten oder Buchprojekte, Einblick in die Sammlung zu nehmen oder, bei geringeren Stückzahlen, Arbeitsfotos anzufordern. So wurden Teilbestände der Münzensammlung, wie die Sammlung Leypold oder der Fund vom Schwarzen Meer (Sinope), bereits im Rahmen universitärer Forschungsprojekte aufgearbeitet und publiziert. Zurzeit befindet sich ein weiterer Münzhort zur Bearbeitung an der Universität Innsbruck. Auch unser Bestand an historischen Wasserzeichensieben wurde bereits im Rahmen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit an der Universität Linz gewürdigt. Außerdem sind Objekte des Geldmuseums immer wieder als Leihgaben in anderen Museen zu bewundern und finden so auch Eingang in die zugehörigen Ausstellungskataloge. Wie groß ist die Sammlung an historischen Banknotenfälschungen? Welche Ziele verfolgte man mit der Sammlung dieser Fälschungen zu ihrer Zeit? Inwieweit sind diese Objekte bereits aufgearbeitet und stehen diese für öffentliche Besichtigungen zur Verfügung? Heute wie früher werden von den Notenbanken Banknotenfälschungen zur Beweissicherung, Dokumentation und Analyse aufbewahrt. Dies dient u.a. der Falschgelderkennung. In erster Linie werden jedoch daraus Lehren für die zukünftige Sicherheitsausstattung von neuen Banknotenserien gezogen. Sieht man von einigen sogenannten „Toplitzssee-Fälschungen“ ab, befinden sich im Bestand des Museums nur historische Banknotenfälschungen, die vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Der Bestand umfasst rund 260 Inventarnummern. Dahinter verbergen sich allerdings deutlich mehr Fälschungen, da die Bestände aus dem 19. Jahrhundert in Fälschungsbüchern zusammengefasst wurden. Diese Bücher sind hochinteressante Zeitdokumente, zeigen sie doch den Einfallsreichtum und die Techniken der damaligen Fälscher. Sofern die Täter gefasst werden konnten, wurden darin auch ihre Namen und Strafen vermerkt. Der berühmteste unter ihnen ist sicher Peter Ritter von Bohr. Vor einigen Jahren hatten wir zu diesem Thema bereits eine Ausstellung, und bei begründetem Interesse steht auch dieser Bestand für Forschungen zur Verfügung. Zeitgenössische Fälschungen liegen jedoch in der Zuständigkeit des National Counterfeit Centre – National Analysis Centre in der OeNB und können aus Sicherheitsgründen nicht eingesehen werden. Wie viele Entwürfe von Banknoten befinden sich im Besitz des Geldmuseums? Wie kam man zu diesen Entwürfen? Die Sammlung an Entwürfen stammt zum überwiegenden Teil aus der hauseigenen Banknotenproduktion in der ehemaligen Druckerei für Wertpapiere bzw. aus unserer Tochtergesellschaft OeBS. Die Entwürfe waren entweder Auftragswerke oder Wettbewerbseinreichungen externer Künstler oder sind – wie die Mehrheit – Werke hauseigener Designer. Der Bestand umfasst nicht ganz 3.000 Objekte. Highlights sind in jedem Fall die beiden nicht umgesetzten Entwürfe von Gustav Klimt und die Banknotentwürfe von Koloman Moser. Ein kleiner Teil der Sammlung des Geldmuseums steht der Öffentlichkeit im Internet bereits zum Abruf zur Verfügung. Ist hier an eine Ausweitung gedacht? Welche Objekte sollen dazukommen? Eine online-Bilddatenbank, wie sie andere Museen anbieten, ist bei uns aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich. Im Zuge unserer neuen Serie „Das besondere Objekt“ sollen aber in Zukunft immer wieder Objekte mit interessantem Hintergrund vorgestellt werden. Welche Papiergeldobjekte werden derzeit in den Räumlichkeiten des Geldmuseums ausgestellt? Sind hier für die nächste Zukunft Änderungen geplant? Die im Rahmen von Sonderausstellungen gezeigten Exponate wechseln jährlich. Je nach Thema kommen dabei auch Banknoten zum Einsatz. In der derzeitigen Dauerausstellung ist ein kleiner Überblick über die österreichischen Geldscheine vom Banco-Zettel bis zur neuen 50-Euro-Banknote zu sehen. Im Lauf des nächsten Jahres soll die Dauerausstellung jedoch neu gestaltet und vergrößert werden. Mehr wollen wir derzeit aber noch nicht verraten. Gibt es Kooperationen des Geldmuseums mit Papiergeldsammlern? Inwieweit findet hier bisher ein Wissensaustausch statt? Ist dieser gewünscht? Fachliche Anfragen werden gerne entgegengenommen und, soweit möglich, beantwortet. Bei konkreten Forschungs- und Publikationsvorhaben sind wir ebenfalls gerne behilflich. Besonders regen Austausch diesbezüglich gibt es u.a. mit dem bekannten Banknotenspezialisten Rudolf Richter. Wir bitten die Sammlergemeinde aber um Verständnis, dass eine Einsichtnahme in unsere Bestände zu reinen Vergleichszwecken aus Ressourcengründen leider nicht möglich ist. In Sammlerkreisen tauchen von Zeit zu Zeit Mappen mit darin montierten Banknoten auf, die angeblich als Honorierung an verdiente Mitarbeiter der OeNB ausgegeben wurden. Sind Hintergründe zu diesen Ausgaben bekannt? An wen wurden die Mappen ausgegeben und wie oft? Werden auch heute noch solche Mappen ausgegeben? Ohne die erwähnten Mappen gesehen zu haben ist es schwierig, etwas dazu zu sagen. Was es allerdings gegeben hat, sind Mustermappen für Schulungs- und Anschauungszwecke. Wieweit derartige Mappen auch zu Geschenkzwecken gedient haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Heute sind derartige Geldgeschenke an Mitarbeitende und Geschäftspartner jedenfalls nicht mehr üblich. Hinzu kommt, dass die der Vernichtung entgangenen, noch existierenden kleinen Restbestände an historischen Banknoten heute Teil der Museumssammlungen sind und, abgesehen von den gesetzlichen Rahmenbedingungen, daher gar keine Mappen mehr angefertigt werden könnten. Johann Kodnar Abb. OeNB, Geldmuseum

  • Reichsbanknote 100 Mark vom 1.11.1920 – Polnische Fälschung!

    Vom Hunderter der Deutschen Reichsbank mit Datum 1. November 1920 (DEU-75, Ro. 67) ist eine zeitgenössische polnische Fälschung bekannt. Sie wurde damals in der Filiale der polnischen Landesdarlehnskasse (Polska Krajowa Kasa Pozyczkowa) in Piotrków Trybunalski südlich von Lodz erkannt und als Falsifikat gekennzeichnet. Zu dieser Zeit war die Inflation in Polen noch größer als in der jungen "Weimarer Republik" und der Hunderter war, abgesehen von den nachgedruckten braunen Tausendern, der höchste Banknotenwert seit Kriegsende. Die Fälschung stammt wohl aus dem ersten Halbjahr 1921, denn Anfang 1922 kamen dann schon 10.000-Mark-Scheine in Umlauf. Die Faserein­lagen wurden durch aufgeleimte Pinselborsten nachgeahmt. Deutlich erkennt man die Fälschung in einfachem Offset-Druck am Kopf des Bamberger Reiters. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski

  • Die ersten Banknoten Europas kamen aus Skandinavien

    Die ersten europäischen Banknoten gab es in Schweden. Wenn wir von Banknoten sprechen, so handelt es sich, wie der Name schon sagt, immer um Noten einer Bank. Die bereits erwähnten und noch älteren Papiergeld-Ausgaben (Alhambra) aus Spanien und den Niederlanden (Leiden und Middelburg) waren aber Notgeld und keine Banknoten. Schweden war im Dreißigjährigen Krieg erschöpft und 1644 führte man Kupfer als Währungsmetall ein. Tischgroße Kupferplatten ersetzten Silbertaler, doch praktisch war diese Währung natürlich nicht. So war eine einzige 10-Daler-Platte 30 x 70 cm groß, weil der Kupfergehalt der Platten dem angegebenen Wert (Nominal- oder Nennwert) des Geldes entsprechen musste. Bereits 1652 schlug deshalb der aus Riga stammende Kaufmann Johann Palmstruch die Einführung von Papiergeld vor, nachdem das sog. Kupferplattengeld immer mehr entwertet wurde. 1656 erhielt die von ihm gegründete Königliche Wechselbank in Stockholm das Recht, Zettel auf bestimmte Talerbeträge auszustellen. 1661 gab „Stockholms banco“ dann ihre ersten sogenannten „Kreditivsedlar“ (Kreditivzettel oder auch Vertrauensscheine) auf Daler-Silbermünze oder Daler-Kupfermünze aus, von denen aber leider kein Schein erhalten blieb. In Ermangelung von „richtigem Geld“ sollten sie im gan­zen Königreich gültig sein und kursierten bald als einziges Zahlungsmittel im Lande. Weitere Ausgaben folgten dann 1666 in verschiedenen Wertstufen auf Daler-Silbermünze lautend. Der anfängliche Erfolg des Papiergelds ließ jedoch schnell nach, da die Scheine ohne gesicherte Edelmetalldeckung in viel zu großen Mengen ausgegeben wurden. Palmstruch wurde haftbar gemacht und vor Gericht gestellt. Die für ihn beantragte Todesstrafe wurde jedoch in Gefängnishaft abgeändert. Im Jahre 1670 aus dem Gefängnis entlassen, starb er bereits ein Jahr später. 1695 wagte der Kaufmann und Reedereibesitzer Jürgen thor Mohlen aus Bergen den Versuch der Einführung von Papiergeld in der seinerzeit dänischen Provinz Norwegen. Durch die Pacht der damals zu Dänemark gehörenden westindischen Insel St. Thomas und durch Schiffsverluste geriet er in große Zahlungsschwierigkeiten und erhielt deshalb 1695 vom dänischen König Chri­stian V. die Erlaubnis zur Ausgabe von zinslosen Geldscheinen mit der Auflage, diese spätestens nach fünf Jahren wieder einzulösen. Die Bevölkerung miss­traute jedoch diesen Scheinen so sehr, dass sie gleich zur Einlösung präsentiert werden mussten und daher kaum in Umlauf waren. Bereits ein Jahr später verbot man Mohlen die Ausstellung seiner Scheine, so dass er auch seine alten nicht mehr einlösen konnte. Er starb 1709 völlig verarmt in Dänemark. Hans-Ludwig Grabowski Handbuch Geldscheinsammeln

  • Not macht erfinderisch – Frühes europäisches Papiergeld

    In Europa gab es das erste Papiergeld im 15. Jahrhundert. Es entstand aus einer Notlage heraus. Immer wieder wurden Kriege geführt, Festungen belagert und oft wurden Kirchenglocken oder Messgeschirr eingeschmolzen und dann vermünzt, weil es an Geld fehlte. Sogenannte Belagerungsmünzen sind ein eigenständiges Sammelgebiet bei den Numismatikern. 1483 gaben die Spanier in Alhambra in Ermangelung von Metall das erste euro­päische Papiergeld aus, als die Stadt von den Mauren belagert wurde. Um den Sold der spanischen Truppen bezahlen zu können, wurden im Namen des Königs Scheine in Umlauf gebracht, zu deren Annahme er die Bürger der Stadt unter Garantie der späteren Einlösung in Gold und Silber nach Ende der Belagerung verpflichtete. Leider ist heute kein einziger dieser Scheine mehr erhalten und so können wir uns nur auf die Überlieferungen aus jener Zeit verlassen. Europas ältestes erhaltenes Geld aus Papier: Pappmünze der Stadt Leyden über 20 Stuiver aus dem Jahr 1574 mit einer Einfassung als Anhänger getragen. Das älteste Papiergeld auf ehemals deutschem Reichsgebiet und zugleich das älteste erhaltene Papiergeld Europas sind die Pappmünzen der niederländischen Städte Leyden und Middelburg aus den Jahren 1573/1574. Auch sie waren Notgeld. Sie entstanden während der spanischen Belagerung der Städte, als kein Silber mehr für Münzprägungen zur Verfügung stand, aus Buchdeckeln katholischer Kirchenbücher. Mehr dazu in unserem Beitrag "Notausgaben im Spanisch- Niederländischen Krieg 1568 – 1648". Der Dreißigjährige Krieg 1618 – 1648 brachte eine Vielfalt von handgeschriebenen und gedruckten Notgeldscheinen, welche meist als Truppen- oder Heeresgutscheine bzw. als Belagerungsgeld genutzt wurden. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag "Schwedische Truppengutscheine aus dem Dreißigjährigen Krieg". Mit der Gründung von Giro-Banken in ganz Europa im 16. und 17. Jahrhundert kam es zur wesentlichen Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Für deponierte Edelmetalle gewährten die Banken Guthaben, über die mittels Anweisungen verfügt werden konnte. Hans-Ludwig Grabowski Handbuch Geldscheinsammeln Abb. HVB Stiftung Geldscheinsammlung, München

  • Die neuen Seiten des Battenberg Gietl Verlags

    Seit letzter Woche wurde auf den neuen Seiten des Battenberg Gietl Verlags www.battenberg-gietl.de nun auch der neue Shop freigeschalten, nachdem der rund vier Wochen nicht online verfügbar war. Jetzt steht den Nutzern eine moderne und komfortable Shop-Software zur Verfügung, um aus dem Sortiment des Verlags für Sammler oder Bavarica zu wählen. Hier geht es direkt zur Rubrik mit Literatur für Geldscheinsammler im neuen Online-Shop! Hans-Ludwig Grabowski #Nachrichten

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