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  • Rekordpreis für eine kleinformatige US-Banknote erzielt

    Bei der Long Beach Expo US Currency Signature® Auktion 3596 von Heritage Auctions, die vom 11. bis 13. September 2024 in Long Beach, Kalifornien, stattfand, wurde ein neuer Rekord für eine kleinformatige US-Banknote erzielt: Los 22313 : 5000 USD, Jahr 1928, Richmond (E) Federal Reserve District, PMG-gegradet 65EPQ, verkauft für 780.000 USD (einschließlich Aufgeld). Drei weitere 5000-USD-Banknoten wurden in derselben Auktion angeboten: Los 22314 : $5000, Jahr 1928, Kansas City (J) Federal Reserve District, PMG-gegradet 40, verkauft für 228.000 USD (einschließlich Aufgeld). Los 22315 : $5000, Jahr 1934, New York (B) Federal Reserve District, PMG-gegradet 40, verkauft für USD 192.000 (einschließlich Aufgeld). Los 22316 : $5000, Jahr 1934, St. Louis (H) Federal Reserve District, PMG-gegradet 25, verkauft für USD 120.000 (einschließlich Aufgeld). In derselben Auktion wurde auch eine 10.000-USD-Banknote verkauft: Los 22317 : $10.000, Jahr 1928, Richmond (E) Federal Reserve District, PMG-gegradet 53, verkauft für 384.000 USD (einschließlich Aufgeld). Donald Ludwig

  • Alles Makulatur?

    Einige Sammler legen sich Papiergeldscheine ausschließlich in absolut bankfrischer Erhaltung in ihre Alben. Sie verschließen sich dadurch möglicherweise der Bedeutung von allerlei Abarten bei der Papiergeld-Herstellung. Solche Abarten – keine Varianten – sind bspw. Probedrucke, Farbmuster, Specimen-Scheine, Austauschscheine, Fehldrucke/Fehlschnitte und Fälschungen/Verfälschungen sowie ... Ausschussscheine. Was sind also Makulatur-Scheine? Das sind die Ausschussscheine! Unterscheiden muss man dabei, dass es sich a) um gewollten, b) um nicht beabsichtigten und c) um illegal beschafften Ausschuss handeln kann. Vereinzelt tauchen ganze Druckbogen auf, die zum Einrichten und den gewünschten Stand der Druckformen und Nummerierwerke dienen – auch Teile und Einzelscheine sind bekannt. Abb. 1: 500.000 Mark, Rs., 17. August 1923, Beispiel eines aus einem Druckbogen herausgeschnittenen Scheins – gut zu erkennen, dass der Einrichtebogen mehrmals bedruckt wurde, bis die Nummerierwerke an richtiger Stelle platziert waren (Druckerei: Stengel & Co. GmbH Dresden). Im Hauptstaatsarchiv Dresden/Sächsisches Staatsarchiv befinden sich sog. Einrichtebogen mit 42 Nutzen der 50-RM-Notgeldscheine von 1945. In der Niedersedlitzer Druckerei verwendete man unfertige Bogen mit Karton-Rückseiten von Reklame-Drucken. Ungewollte Makulatur sind alle Scheine, die mit unterschiedlichen Fehlern gedruckt wurden, also alle Fehldrucke. Ein gutes Beispiel sind die hohen Ausschuss-Mengen bei der Herstellung der 5-DM-Banknoten (Europa auf dem Stier). Abb. 2: 5 D-Mark, 9. Dezember 1948, Vs., Fehldruck einer BdL-II-Note, mit sog. Abklatsch, Teile der Rückseite, 1959 hergestellt, nicht entdeckt und in Umlauf gegeben (Bundesdruckerei Westberlin). Abb. 3: Schreiben der Direktion der Bundesdruckerei vom 3. September 1956 über die Verbrennung von 5-DM-Banknoten in einer Menge von 5.036.975 Stück – innerhalb einer Gesamtauflage von 41,0 Mio. Stück (!). In einem Vernichtungsprotokoll von 1961 wird ein Druckausschuss beim Druck der Serie 12 SBst. A...V von weiteren 1.639.800 Stück genannt (!). Abb. 4: Bescheinigung der Direktion der Bundesdruckerei über die Verbrennung von 5-DM-Banknoten in einer Menge von 2.099.880 Stück – innerhalb einer Gesamtauflage von 20,0 Mio. Stück (!). Die hohen Ausschuss-Quoten beim Druck der 5-DM-Banknoten BdL II bei der Bundesdruckerei in den 1950er Jahren ist bemerkenswert. Wie hoch die Menge beim Banknotendruck anderer Firmen war, lässt sich weder schätzen noch genau bestimmen. Nur aus der Registrierung der Kontrollnummern von Austauschscheinen kann man auf dortige, aber ungenaue Ausschussmengen schließen. Fehlerhafte Scheine wurden gefunden: bei den 1-Militärmark-Scheinen 1944 wurden bei einer Auflage von 41,0 Mio. Stück nur 0,4 Mio. Stück Austauschscheine gedruckt; bei den 132,5 Mio. von 2-DM-Banknoten 1948 waren es über 2,0 Mio. fehlerhafte Scheine. Abb. 5: 1 Mark 1944, Vs., Fehldruck ohne Kontrollnummer (Druckerei: Forbes Lith. Mfg. Co.). Abb. 6: 2 D-Mark 1948, Vs., Fehldruck, die Rückseite wurde korrekt gedruckt = falsch platzierte Vorderseiten (Druckerei: Tudor Press Co.). Nach dem kompletten Druck von Banknoten mit entsprechender Nummerierung werden die Bogen und nach dem Zuschnitt nochmals die Einzelscheine auf Druckfehler kontrolliert, entsprechend ausgesondert und durch Austauschscheine ersetzt. Bei aller Gewissenhaftigkeit werden nicht alle Fehldrucke als solche erkannt ... und gelangen somit in den Umlauf. Peinlich sind dann solche Beispiele eines 1-Militärmark-Scheins von 1944 oder eines 5-Mark-Scheins der DDR von 1975. Abb. 7: 1 Mark 1944, Vs., fehlerhafter Herausschnitt eines Austauschscheins (Druckerei: Forbes Lith. Mfg. Co.). Abb. 8: Mark 1975, Vs., fehlerhafte Nummerierung = hängengebliebenes Nummerierwerk (Druckerei: Staatsdruckerei der DDR). Makulatur sind nicht nur schadhafte Druckbogen sondern auch unbrauchbare Einzelscheine. Der Begriff „Makulatur“ bezeichnete ursprünglich ein „beflecktes Papier“ (= lat. „macula“ = dtsch. „Fleck“). Dieser Abfall ist demnach Altpapier im weitesten Sinne, wird aber von Sammlern gern in die Alben genommen – vor allem, wenn er außergewöhnlich ist. Abb. 9: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., mit „entwertet“ gestempelte fehlerhafte Banknote mit zeitgenössischer Perforation und (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Abb. 10: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., ausgesonderter Fehldruck mit farbschwachem Unterdruck (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 11: 1 Rentenmark 30. Januar 1937, Rs., Serie H, Ausschussschein durch umgeschlagenem Bogenteil (Druckerei: Otto Elsner KG Berlin). Abb. 12: 2 Rentenmark 30. Januar 1937 und 5 Reichsmark 1. August 1942, Vs., Teilbogen aus der letzten Lieferung Mitte März 1945 (Druckerei: Albert Fritsch Berlin). Abb. 13: 10 Reichsmark 22. Januar 1929, Rs. mit Übergröße, einseitiger Unterdruck-Abklatsch mit Teilen der Vorderseite (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 14: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., einseitiger Unterdruck-Abklatsch mit Teilen der Rückseite (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 15: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., seitenverkehrter Hauptdruck-Abklatsch auf der Vorderseite (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Eine Besonderheit sind die oft vorkommenden unfertigen Banknoten und Teilbogen, die nach dem Krieg von Leuten mitgenommen wurden, die sie dann von Hand zuschnitten und manchmal mit Kontrollnummern versahen. Herbert Seemer [1] ist ein Zitat zuzuschreiben, dass sich das so im brandenburgischen Spechthausen zugetragen hat. „Im zweiten Weltkrieg wurden die Druckmaschinen für Banknoten von Berlin in die Papierfabrik nach Spechthausen ausgelagert. Jetzt wurden die Banknoten auch in Spechthausen gedruckt.“ Und Karin Friese schieb darüber: „Als am 22. April 1945 die sowjetischen Truppen einrückten, hätten ungeschnittene Bogen für Briefmarken und Papiergeld, aber auch halbfertige und fertige Scheine, allerdings ohne Kontrollnummer, im Ort verstreut gelegen.“ Auch von Diebstählen in der Berliner Reichsdruckerei zu Kriegsende wurde berichtet, wo ebenfalls ganze Bogen geplündert wurden. Einige Veröffentlichungen berichteten davon: „Amtsblatt der Reichsbahndirektion Erfurt“, 15. September 1945; „Sächsische Volkszeitung“, Dresden 13. Dezember 1945; „Amtliche Bekanntmachungen für das Bundesland Sachsen“, Dresden 18. März 1946. Eine Berliner Tageszeitung schrieb 1945: „Wer durch Einfügen von Nummern oder anderen Druckteilen versucht, den wertlosen Drucken den Anschein von gültigen Reichsbanknoten zu geben, macht sich des Münzverbrechens schuldig, worauf heute, je nach Schwere der Tat, u. U. auch die Todesstrafe verhängt werden kann.“ [2] Abb. 16: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., unfertiger Schein aus Druckbogen mit Hand ausgeschnitten und handschriftlich ergänzter Kontrollnummer (Druckerei: „Reichsdruckerei“ Spechthausen). Abb. 17: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., unfertiger Schein aus Druckbogen (Druckerei: „Reichsdruckerei“ Spechthausen). Abb. 18: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., Teilbogen mit Z(eile) 1, auch unnummerierte Bogenteile mit Z. 4 bekannt (Druckerei: Ernst Steininger Berlin). Abb. 19: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., angehaltener unfertiger Schein, mit Stempel „wertlos“ (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Der Journalist Raymond Daniell kabelte an die „New York Times“ von einem Ereignis, von dem am 4. August 1945 unter der Überschrift „Berliner Fälscherring zerschlagen: US-Soldaten entdecken Betrug“ berichtet wurde: „45 Deutsche sitzen seit heute in Haft. Sie werden beschuldigt, eine riesige Fälscherwerkstatt betrieben zu haben und Reichsmarknoten im Wert von über 100.000 US-Dollar hergestellt zu haben. ... Soldaten der US 2nd Armored Division machten auf Hinweis eines deutschen Zivilisten die Werkstatt im Keller eines Hauses in Berlin-Neukölln ausfindig. ... Dort stellten sie sechs Männer, die von Originalplatten 10- und 20-RM-Banknoten druckten. Die Druckplatten hatten sie offenbar in den chaotischen Tagen nach dem Einmarsch der Roten Armee gestohlen. Sie besaßen auch verschiedene Bogen des Wasserzeichen-Papiers. ... Das Falschgeld wurde noch nicht gezählt, es wird geschätzt, dass bei der Razzia etwa 4 bis 5 Millionen Reichsmark in unfertigen Druckbogen gefunden wurden. ... 29 weitere Personen waren an den Fälschungsaktionen beteiligt. ...“ Bemerkenswert und selten vorkommend sind unfertige oder fertige Druckbogen von Fälschungen, da sie kaum in die Öffentlichkeit gelangen und meist in den Asservatenkammern der zuständigen Behörden liegen. Abb. 20: 20 D-Mark 1948, Vs., Makulatur-Bogenteil von 20-DM-Fälschungen = Plattennummer 31 auf jedem Schein und oberer Schein mit unterschiedlichen Kontrollnummern. Michael H. Schöne Quellen [1] Friese, K.: „Papierfabriken im Finowtal“, S. 242, Eberswalde 2000 [2] Schöne, M. H.: „Berlin 1945: Gestohlene Druckbogen von Reichsmark-Banknoten“, „Der Geldscheinsammler“ Nr. 4, Regenstauf 1991

  • Polen: Neue Gedenkbanknote zum "Wunder an der Weichsel"

    Dem erst kürzlich veröffentlichten Emissionsplan der Nationalbank Polens für das kommende Jahr 2020 ist zu entnehmen, dass für den August nächsten Jahres die Ausgabe einer neuen Gedenkbanknote vorgesehen ist: Der 20-Zloty-Schein soll in einer Auflage von bis zu 50.000 Exemplaren an die Schlacht von Warschau im Polnisch-Sowjetischen Krieg erinnern, die sich 2020 zum 100. Mal jährt. Das Design der Gedenkbanknote ist noch nicht bekannt. Kana Totsuka Literaturempfehlung: In diesem Zusammenhang sei auf das gerade erst neu erschienene Buch von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt "Der vergessene Sieg" zum Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 verwiesen. Ein Krieg, der heute kaum noch thematisiert wird, aber entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung Europas hatte. Link zum Buch Hans-Ludwig Grabowski #Nachrichten #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Europa #Polen #Totsuka #Grabowski

  • Die Heimschaffung, Teil 2

    Wie die Versorgung der Schweiz mit Banknoten während des Zweiten Weltkriegs gelang Fortsetzung von Teil 1 Zunächst war überlegt worden, dass ein Mitglied der Schweizer Gesandtschaft in London die Scheine bei seiner nächsten Reise zurück nach Bern einfach im Kuriergepäck mitnehmen könne. Angesichts der Mengen an Banknoten, die in 20 hölzernen Kisten verpackt auf die Reise in die Schweiz warteten und die insgesamt 2.500 kg wog, erwies sich dieser Vorschlag als völlig unpraktikabel. Die Suche nach einem anderen Transportweg ging weiter. Schließlich verfiel man seitens der SNB im Februar 1941 auf die Idee, die Banco de Portugal und die Bank von England einzuschalten und anzufragen, die Scheine von London zunächst in das neutrale Portugal in die Tresore der Banco de Portugal zu schaffen. Von dort sollten sie per Schiff nach Genua in Italien und weiter per Bahn in die Schweiz reisen. Entsprechend wurde dann auch die Banca d’Italia angeschrieben. Alle angeschriebenen Notenbanken sagten der SNB ihre Unterstützung zu; die Schweizer Gesandtschaften in London, Lissabon und Genua wurden über die Pläne informiert. Die Vorbereitungen zum Versand konnten beginnen. Gebäude der Banco de Portugal in Lissabon, um 1950. Quelle: https://restosdecoleccao.blogspot.com/2010/05/banco-de-portugal.html Auf dem englischen Dampfer „City of Lancaster“, gebaut 1924, traten die Notenformulare den ersten Teil der Reise von Liverpool nach Portugal an. Quelle: https://www.tynebuiltships.co.uk/C-Ships/cityoflancaster1924.html Die Banknoten wurden am 11. Februar 1941 in Gegenwart eines Vertreters der Schweizer Gesandtschaft in London bei Waterlow & Sons verpackt [1]  und machten sich am 25. Februar auf die gefährliche Reise zunächst per Zug nach Liverpool und weiter per Schiff „City of Lancaster“ nach Lissabon, wo sie am 10. April 1941 – das Schiff hatte deutliche Verspätung – eintrafen und vom Schweizer Gesandten im Empfang genommen wurden. Von dort ging es am 28. April 1941 in einem verschlossenen Gepäckabteil weiter mit dem portugiesischen Dampfer „Villa Franca“ Richtung Genua; auch hier nahm der Schweizer Gesandte die Sendung in Empfang und begleitete die Zwischenlagerung in die Tresore der örtlichen Filiale der Banca d’Italia. Von Genua aus traten die Noten am 8. Mai 1941 schließlich den letzten Teil ihrer Reise per Zug in die Schweiz an, wo sie am 10. Mai 1941 in Bern eintrafen und als Expressgut an die SNB ausgeliefert wurden. Der Transport hatte 2 ½ Monate gedauert, die Schweizer Gesandschaften in Lissabon und Genua erheblich beschäftigt, und war unverschämt teuer gewesen – die Transport- und Versicherungskosten betrugen 2,7 Rappen je Schein, gut ein Drittel der Druckkosten. Doch immerhin war die erste Notenlieferung aus London seit Mai 1940 sicher in der Schweiz eingetroffen. Zeugnis eines abenteuerlichen Transportes: Frachtbrief für die Beförderung der Noten von Genua per Bahn nach Bern. Quelle: Archiv der Schweizerischen Nationalbank. Der Transportweg über das ebenfalls neutrale Portugal war zwar umständlich und teuer, hatte sich aber grundsätzlich bewährt. Eine Zwischenstation im Krieg führenden Italien wollte die SNB jedoch aus Sicherheitsgründen zukünftig vermeiden. Auch schienen angesichts der Entwicklung der Kriegsverhältnisse die Risiken eines Seetransportes von England nach Portugal zu hoch. Für den folgenden Transport im Mai 1942 [2]  wurde daher an der Transportroute über Lissabon festgehalten, allerdings wurden die Scheine nunmehr per Luftfracht von England nach Lissabon verschickt. Der Weitertransport der Scheine von Lissabon nach Bern erfolgte nunmehr bei LKW quer durch das neutrale Spanien sowie durch Südfrankreich. Der Transport verlief reibungslos; die Scheine trafen schließlich am 10. Juni 1942 in Bern ein. Doch auch dieser Transport kam mit Kosten von rund 3,4 Rappen pro Schein insbesondere wegen der Luftfrachtkosten und der hohen Versicherungsprämien der SNB sehr teuer. Nachdem sich dieser Transportweg als belastbar herausgestellt hatte, wurden 1942 weitere Druckaufträge an Waterlow & Sons erteilt, obwohl Bedenken bestanden, dass die Transporte wegen der Kriegsentwicklung zukünftig schwieriger durchzuführen und mit höheren Risiken behaftet sein könnten. Alternativen gab es für die SNB allerdings keine, da man auch in der Folgezeit auf die von Waterlow & Sons gelieferten Noten insbesondere der Wertstufen zu 50 und 100 Franken nicht verzichten konnte, weil sich die Anfertigung einer 50-Frankennote in der Schweiz verzögerte [3] . Diverse weitere Transporte über Lissabon erfolgen ab Juli 1942. Reservenote zu 50 Franken mit Datum 15. März 1945, gedruckt bei Orell Füssli in Zürich. Entwürfe zu diesem Schein lagen ab Ende 1943 vor. Die Note wurde nie ausgegeben. Im April 1943 teilte Waterlow & Sons der SNB mit, dass Luftfrachtkapazitäten nach Lissabon nicht zur Verfügung ständen und nur noch Transporte per Schiff möglich seien, worauf – wegen der Risiken des U-Boot-Krieges – der Versand von Noten aus London erneut unterbrochen wurde. Anfang Oktober 1943 konnten Transporte per Luftfracht von London bis Lissabon wieder aufgenommen werden; sie wurden bis Februar 1944 fortgesetzt. Die Landung alliierter Truppen in Frankreich am 20. Juni 1944 und die dadurch entstehende Westfront mit Kampfhandlungen in Frankreich unterbrachen den Notentransport erneut. Ein Landtransport von Notenformularen durch Frankreich in die Schweiz schien jetzt völlig ausgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt lagerten in Lissabon noch 100.000 Noten zu 1000 sowie 700.000 Noten zu 100 Franken in insgesamt 40 Transportkisten und warteten auf ihren Abtransport in die Schweiz. Wieder wurde bei der SNB überlegt, wie man unter den sich veränderten Kriegsverhältnissen in Westeuropa nunmehr einen sicheren Transport würde bewerkstelligen können. Überlegt wurde, einzelne Kisten per Flugzeug aus Lissabon in die Schweiz bringen zu lassen. Die SNB fragte daraufhin die Swissair an, die unverzüglich ein Angebot unterbreitete. Der Haken daran war: Swissair bediente nicht die Route aus der Schweiz direkt nach Lissabon. Daher schlug Swissair vor, die Notenformulare zunächst auf der von der Deutschen Lufthansa noch bedienten Strecke von Lissabon nach Stuttgart mitnehmen zu lassen, und sie von dort auf der von der Swissair bedienten Route nach Zürich in die Schweiz weiterzubefördern – ein Angebot, dass die SNB angesichts der Kriegsverhältnisse im Sommer 1944 nicht annahm. Man konnte in Bern aktuell nichts weiter tun, als die Entwicklung abzuwarten. Wenige Monate später war Frankreich von deutschen Truppen befreit, dennoch dauerte es, bis sich wieder Transportmöglichkeiten ergaben.   Erst Ende März 1945 gelangte ein weiterer Transport von 3,1 Millionen Notenformularen zu 100 Franken, verpackt in 80 Transportkisten von Lissabon nach Bern. Es dürfte sich um große Teile der Serien 12Q bis 13Z mit Ausgabedatum 23. März 1944 gehandelt haben. Obwohl der Transport nur eine Woche dauerte, waren die Transportwege abenteuerlich. Organisiert wurde er erneut von der englischen Firma Machinery & Technical Transport; wieder verlief er auf der Vorkriegsroute mit dem Zug von London bis zur englischen Küste und weiter per Schiff über den Ärmelkanal bis in den französischen Hafen von Dieppe. Das Risiko eines Angriffs durch deutsche U-Boote auf dem Transport über den Ärmelkanal konnte inzwischen vernachlässigt werden, weil deutsche U-Boote keine Bedrohung der Schifffahrt im Kanal mehr darstellten. Nun mussten die Scheine noch von Dieppe nach Bern gelangen. Die verfügbaren Landtransportkapazitäten in Frankreich waren knapp. Es gelang – wohl auch auf Fürsprache der Bank von England – zwei in Dieppe stehende Packwagen mit den Noten zu beladen und an einen für Paris bestimmten Zug des Roten Kreuzes anhängen zu lassen. In Paris wurden die Noten dann auf einen Güterzug in Richtung Bern umgeladen. Die Scheine reisten also als Gast des Roten Kreuzes, und das – wie den Akten der SNB zu entnehmen ist – sogar noch besonders preiswert: Je Serie zu 100.000 Noten betrugen die Transportkosten auf dieser Reise 500 bis 650 Franken, während für die vorherigen Transporte allein bis Lissabon pro Serie Kosten in Höhe von 2.700 bis 2.800 Franken angefallen waren. Reiste mit einem Zug der Roten Kreuzes quer durch Frankreich in die Schweiz: 100-Franken-Note mit Ausgabedatum 23. März 1944, Kontrollnummer 13D 096046. Am 8 Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Die Schweiz hatte ihre politische Neutralität bewahren und die SNB die Banknotenversorgung aufrechterhalten können, ohne dazu auf Scheine aus der Notenreserve zurückgreifen zu müssen. Die Transportwege aus London in die Schweiz begannen sich zu normalisieren, auch wenn Frachtraum zunächst weiter knapp blieb. Die SNB blieb Waterlow & Sons als Notendruckerei treu. Auch den Druck der höheren Wertstufen der ab 1957 ausgegeben 5. Serie vertraute man englischen Druckereien an. Erst seit der Ausgabe der 7. Emission ab Oktober 1976 werden alle Schweizer Banknoten von Orell Füssli in der Schweiz gedruckt. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Es handelte sich laut Packliste um die 50-Frankennoten der Serien 9T bis 9V und die 100-Frankennoten der Serien 9P bis 9R. [2]  50-Frankennoten der Serien 9W bis 10A. [3]  Richter/Kunzmann RS9, Pick 42. Im Dezember 1942 dachte das I. Department der SNB sogar über die Einführung einer im Offsetdruck hergestellten 50-Frankennote nach, um eine ausreichende Notenreserve verfügbar zu haben. Da Orell Füssli mit einem Entwurf auf sich warten ließ, zog man man die Beauftragung einer anderen Druckerei in Betracht und schloss dabei auch nicht aus, die Noten in Deutschland drucken zu lassen, was nach Einspruch des II. Departments wieder verworfen wurde. Tatsächlich konnte ein erster Entwurf von Hans Erni erst im November 1943 vorgelegt werden.

  • Lexikon: Konsortialnoten

    Durch Gesetz vom 30. April 1874 (Konsortialgesetz) wurde in Italien die Ausgabe von privatem Papiergeld verboten und dieses Recht auf die bestehenden sechs Notenbanken beschränkt. Diese Banken, die Banca Nazionale nel Regno Banca Nazionale Toscana Banca Romana Banca Toscana die Credito Banca di Napoli Bonco di Sicilia bildeten ein Konsortium, das einheitliche Noten, die sog. Konsortionalnoten (Biglietti Consorziali), in den Werten ½, 1, 2, 5, 10, 20, 100, 250 und 1000 Lire ausgab. Italien-1: Biglietto Consorziale über 50 Centisimi vom 40. April 1874, Vorder- und Rückseite, Abb. GAP-Weltbanknoten. Über den Gesamtbetrag, den diese Noten ausmachten (1000 Millionen Lire), stellte das Konsortium dem italienischen Staat ein Darlehen zur Verfügung. Die einzelnen Banken durften weiterhin bei Berücksichtigung der Deckungsvorschriften ihre eigenen Noten ausgeben. Am 30. Juni 1881 wurde das Konsortium aufgelöst; die Konsortialnoten wurden zu Staatsnoten erklärt. Der größte Teil dieser Scheine wurde durch Gold- und Silbermünzen ersetzt. Die restlichen Konsortialnoten wurden gegen neue Noten umgetauscht, die die Bezeichnung "Biglietto già consorziale" (ehemalige Konsortialnote) trugen. Die Einlösung der Noten gegen Münzen und Staatspapiergeld erfolgte bis zum 12. April 1888. Danach wurden sie nicht mehr an den öffentlichen Kassen angenommen, jedoch noch bis zum 13. April 1893 bei den Schatzämtern in Metallgeld eingelöst. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Geldscheinporträts: Justus von Liebig – Chemie für die Menschen

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Justus Liebig Zur Person: Chemiker ​Nationalität: Deutsch ​Lebensdaten: 12. Mai 1803 – 18. April 1873 ​Geburtsort: Darmstadt ​Sterbeort: München Justus von Liebig. Ölgemälde von Wilhelm Trautschold (1815-1877), circa 1846. Seine Erfindungen sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Bereits der morgendliche Blick in den Spiegel hat mit Justus Liebig zu tun: Er entwickelte ein Verfahren zum Versilbern von Spiegeln, das die Verwendung des giftigen Quecksilbers ersparte. Begibt man sich zum Frühstück in die Küche, wird man erneut viele Erfindungen Justus Liebigs finden. Auf der Suche nach einem Ersatz für die verderbliche Hefe erfand er das Backpulver, das später von August Oetker erfolgreich vermarktet wurde. „Liebigs Fleischextrakt“, der ursprünglich als Nährmittel für Arme und Kranke gedacht war und Sammlern natürlich auch durch die "Liebig-Sammelbilder" ein fester Begriff ist, wurde zum Vorläufer der noch heute beliebten Speisewürzen wie „Maggi“ oder „Knorr“. Justus Liebig wurde 1803 in Darmstadt geboren. Als Sohn eines Drogisten experimentierte er bereits als Kind in der Werkstatt seines Vaters. Mit 16 Jahren begann er ein Chemiestudium in Bonn und wurde schon vier Jahre später, 1823, promoviert. In seiner Dissertation untersuchte er die Verbindung von Mineral- und Pflanzenchemie. Bereits dort legte er den Grundstein für seine späteren Forschungen zu Mineraldüngern. In seinen Studienjahren wurde ihm ein Forschungsaufenthalt an der Pariser Sorbonne ermöglicht. Er kehrte schwer beeindruckt zurück. Nicht nur die theoretische Herangehensweise seiner Lehrer dort faszinierte ihn, sondern auch der „experimentelle Unterricht“. Diese Methoden der Wissensvermittlung baute er auch in seinen eigenen Unterricht ein: Bereits mit 21 Jahren wurde Liebig – auf Empfehlung Alexander von Humboldts– zum Professor in Gießen berufen. Anfangs hatte er dort einen schweren Stand. Er war nicht habilitiert, seine Dissertation erlangte er „in absentia“ und er wurde ohne Zustimmung der anderen Professoren berufen. Dementsprechend gering war seine anfängliche Ausstattung. Justus Liebig musste große Teile seiner Forschung selbst finanzieren. Sein lebendiger Unterricht zog jedoch neue Schüler in Scharen an, und bald kamen auch zahlreiche ausländische Studenten nach Gießen, um Liebigs Vorlesungen zu hören. Das ermöglichte ihm bald erste Großversuche zu seiner „Agrikulturchemie“. Und seine Versuche, die zunächst scheiterten, zahlten sich aus: 1856 waren die ersten Mineralstoffe fertig für den Dünge-Einsatz. Mineraldünger sind noch heute unerlässlich für die Welternährung. Liebig war allerdings auch klar, dass die Lagerstätten an mineralischen Düngestoffen erschöpflich sind und machte sich Gedanken dazu, wie Nährstoffkreisläufe geschlossen werden können und das Prinzip des Düngens auf Dauer funktionieren soll. Deutsche Reichsbank: 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935 (DEU-211, in Umlauf vom 30. Mai 1936 bis zur Währungsreform 1948), gestaltet von Paul Scheurich (1883–1945). Vorderseite: Porträt von Justus von Liebig rechts im Medaillon, Hakenkreuz im Unterdruck. Liebig legte großen Wert darauf, sein Wissen weiterzuvermitteln, sowohl an seine zahlreichen Schüler als auch an die Öffentlichkeit. So gab er beispielsweise die populärwissenschaftlichen „Chemischen Briefe“ heraus, die regelmäßig in der Augsburger Allgemeinen Zeitung erschienen. Auch als Lehrer war er äußerst erfolgreich. Die Blütezeit der Chemie am Ende des 19. Jahrhunderts geht sicherlich zu einem bedeutenden Teil auf Liebig zurück. Unter den ersten 60 Nobelpreisträgern der Chemie waren 42 der Geehrten Nachfolger seiner Schüler. Auch der Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner war Student Liebigs. In dessen Werk hatte Liebig allerdings eine eher unrühmliche Rolle: Angeblich war Justus Liebig Vorbild für den experimentierenden Doktor in Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, der eine strikte Erbsen-Diät verschrieb. Liebig führte derartige Experimente 1833 tatsächlich durch. Er wollte herausfinden, ob sich tierisches Eiweiß nur durch den Verzehr von Hülsenfrüchten ersetzen lässt. Im Jahr 1845 wurde Liebig durch Großherzog  Ludwig II. von Hessen  für seine Verdienste mit dem Freiherren-Titel geadelt. Vom bayerischen König Maximilian II. nach München berufen, lehrte er hier ab 1852 als Professor für Chemie. Am 18. April 1873 starb Justus von Liebig in München an einer Lungenentzündung. Elias Heindl Literatur/Quellen: Siegfried Schindler (2023): Justus von Liebig. Chemistry, 5 (2), S. 1046-1059 https://de.wikipedia.org/wiki/Justus_von_Liebig Ulrich Thimm (1998): Reformator der Welternährung. Informationsdienst Wissenschaft , Nr. 27, 16.04.1998 Udo Pollmer (2013): Im Erbsenwahn. Deutschlandfunk Kultur , 26.10.2023

  • Aus privaten Sammlungen: Majulah Singapura – Die erste 100-Dollars-Note des Stadtstaates Singapur

    Am 1. September 1963 erlangte Singapur seine Unabhängigkeit von Großbritannien und schloss sich kurz darauf mit dem bereits seit 1957 unabhängigen Malaysia zusammen. Wegen politischer Spannungen verließ Singapur die Föderation jedoch am 9. August 1965 wieder und ist seitdem ein eigener Stadtstaat. Der Staat Singapur besteht aus einer Hauptinsel, die von Malaysia durch die Straße von Johor getrennt und durch eine Brücke mit Malaysia verbunden ist, sowie einigen kleineren Inseln. Mit nur 729 qkm ist Singapur der flächenmäßig kleinste Staat Südostasiens. Mit dem Auseinanderfallen der Föderation von Singapur und Malaysia endete am 12. Juni 1967 auch die Währungsunion zwischen beiden Staaten. Bis dahin waren auf Dollar lautende Banknoten im Umlauf, die durch das 1954 gegründete Board of Commissioners of Currency, Malaya and British Borneo mit Sitz in Kuala Lumpur ausgegeben worden waren. Am 7. April 1967 gründete Singapur formell das Board of Commissioners of Currency Singapore (BCCS) und begann ab dem 12. Juni 1967 später mit der Ausgabe eigener, auf Dollar lautender Banknoten, deren Gestaltung ab 1965 vorbereitet worden war und deren Druck in England erfolgte. Beibehalten wurde mit Malaysia bis zum 8. Mai 1973 eine Vereinbarung, die umlaufenden Zahlungsmittel gegenseitig im Verhältnis 1:1 anzuerkennen. Eine solche Vereinbarung besteht bis heute zwischen Singapur und Brunei, daher sind Banknoten aus Brunei auch in Singapur im Umlauf zu finden und umgekehrt. Bis 1967 war der Singapur-Dollar zudem in einem festen Verhältnis an das britische Pfund und den US-Dollar gebunden; die Bindung an den US-Dollar (1 US-Dollar = 3,06 Singapur-Dollar) endete 1973. Die Erstausgabe der Banknoten von Singapur in den Wertstufen 1, 5, 10, 50, 100, 500, 1.000 und 10.000 Dollars (später kam ein Nominal zu 25 Dollars hinzu) zeigt auf der Vorderseite Blüten verschiedener Orchideen, die als Nationalpflanzen Singapurs gelten und im feucht-heissen Klima gut gedeihen. Wer Singapur bereist, sollte sich Zeit nehmen für einen Besuch im Nationalen Orchideengarten mit seinen Gewächs- und Kühlhäusern, in dem über 2.000 verschiedene Orchideenarten zu sehen sind. Auf der Rückseite der ersten Banknotenserie sind Szenen aus Singapore zu sehen, die symbolisch für den Stadtstaat stehen sollen.   Entsprechend ist auf der Vorderseite neben dem Staatswappen links die Blüte einer Orchidee aus der Familie der Cattleya abgebildet, von der es über 100 Arten gibt und die ursprünglich in Südamerika beheimatet ist. Benannt ist sie nach dem britischen Orchideengärtner William Cattley (1788–1835). Sie wird seit den 1930er Jahren in Kulturen auch in Singapur gezüchtet. Die Rückseite zeigt zwei vor Anker liegende Segelschiffe vor einer idealisierten Darstellung des historischen Hafenbeckens "National Waterfront". Zu erkennen ist ganz rechts die Dachkuppel das Nationalmuseum. Das Bild symbolisiert Singapur als Hafenstadt. Schon zum Ausgabezeitpunkt der Banknote 1967 war die Hafenkulisse allerdings deutlich höher bebaut als auf der Banknote zu sehen ist. Ein aktuelles Bild zeigt, wie Singapur sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat.   Die Skyline von Singapur heute (Quelle: Pixabay).   Ursprünglich ein strategisch günstig gelegener, unter Seeleuten als langweilig verschriener Hafen, verfügt Singapur neben einem modernen Hafen, der im Containerumschlag 2022 an zweiter Stelle weltweit lag, über das größte Finanzzentrum in Südostasien. Aufgrund der geografischen Lage, des hohen Sicherheitsstandards und einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur zieht die Stadt jedes Jahr außerdem Millionen von Touristen an. All das macht sich in einem hohen Preisniveau bemerkbar. Alle seit 1967 ausgegeben Banknoten von Singapur sind gesetzliche Zahlungsmittel, was die Seltenheit der höheren Nennwerte gerade der ersten Banknotenserien von Singapur erklärt. Das Sammeln von Banknoten ist in Singapur ein beliebtes Hobby. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Singapur Emittent: Board of Commissioners of Currency Singapore Nominal: 100 Dollars Datierung: ohne (1967) Vorderseite: Wertangabe, Staatswappen, Blüte einer Orchidee aus der Familie der Cattleya. Rückseite: Wertangabe, zwei im Hafen von Singapur vor Anker liegende Segelschiffe. Unterschriften: Lim Kim Sam, Finanzminister von Singapur vom 09.08.1965 bis zum 16.08.1967 Material: Papier mit Wasserzeichen Löwenkopf Format: 160 mm x 95 mm Druck: Bradbury, Wilkinson & Co, New Malden, England Nummerierung: A/1 919747 Umlauf: Ab dem 12. Juni 1967, ab dem 1. Februar 1977 durch die 100-Dollars-Note der Nachfolgeserie „Vögel“ ersetzt Zitate : SCWPM 6 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues) B106 (Linzmayer: The Banknote Book – Singapore) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • DGW-Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2024-2

    DGW (verschiedene Autoren): Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2024-2 44 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Berlin 2024. Preis: 9,80 Euro (für Vereinsmitglieder kostenlos). Jährlich gibt der Verein Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler (DGW) zwei Informationshefte heraus. Diese sind für Vereinsmitglieder kostenlos, können aber darüber hinaus auch von Sammlern und Interessenten bezogen werden. Schwerpunktthema: Titel- und Schwerpunktthema des neuen DGW-Heftes ist ein Beitrag von Uwe Bronnert zu Briefmarken als universellem Kleingeld. Der Autor spannt den Bogen von Briefmarken bis hin zu Briefmarkenkapselgeld. Weitere Themen sind: Dr. Sven Gerhard: "Geldwechselgeschäfte auf der Leipziger Messe 1952" Rainer Geike: "Lebensmittelkarten und Währungsreform im Juni 1948" Jos F. M. Eijsermans: "Geldscheine im Krieg!" zu ukrainischen Propagandascheinen Siegfried Seipold: "Banderolen für Banknoten aus verschiedenen Ländern und Kontinenten" Rainer Geike: "Unterschriften auf Geldscheinen IX – Kuriositäten" Jos F. M. Eijsermans: "Summertime, summertime …" rund um deutsche Serienscheine und den Sommer Thomas Krause: "Unbekannte Scheckausgabe aus Freienwalde/Oder, heute Bad Freienwalde im Barnim" Thomas Krause: "Unbekannte nicht katalogisierte Ausgabe zu 100.000 Mark aus Stettin vom 11.8.1923" Wolfgang Schubert: "Was erzählt uns diese Banknote?" über einen Stempel auf 100 Reichsmark von 1935 aus dem Gebiet Eupen-Malmedy Abgerundet wird das neue Heft Hilfeaufrufe zur Bestimmung von Geldscheinen, einen Beitrag von Norbert Müller zum 100. Weltspartag sowie einer Buchbesprechung zum aktuellen Handbuch Geldscheinsammeln. DGW-Mitglieder haben das neue Heft sofort nach Erscheinen kostenfrei erhalten. Alle Nichtmitglieder können es zum Einzelpreis von 9,80 Euro plus Versandkosten über folgenden Kontakt bestellen: Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V., Internet: www.dgwev.de , E-mail: info@dgwev.de . Hans-Ludwig Grabowski

  • COINSTORE: Nachbericht zur 6th e-live auction, 14. – 15. September 2024

    Das junge lettische Auktionshaus COINSTORE veranstaltete seine 6. e-live Auktion . Vom 20. August bis 15. September 2024 konnte auf knapp 600 Münzen und Medaillen, darunter zahlreiche russische Raritäten und seltene Münzen des Deutschen Reichs, sowie über 800 Papiergeld-Lose ( ab Los-Nr. 600 bis 1405, Seite 17 bis 36) mit Banknoten und Notgeld aus aller Welt (darunter viele Angebote, die auch für Sammler deutscher Nebengebiete von Interesse waren), geboten werden. Der Startpreis pro Los lag jeweils bei 1 Euro, wohl fast alle von PMG gegradet. Nach der Auktion bedankte sich COINSTORE bei allen Teilnehmern und Unterstützern der Auktion, die sehr erfolgreich verlaufen ist. Bis auf ganz wenige Lose wurden die angebotenen Geldscheine alle verkauft, wobei die Zuschläge von Beträgen für den kleinen Geldbeutel bis hin zu einigen Tausend Euro lagen. Für Sammler lohnt es sich auf alle Fälle dieses junge Auktionshaus im Blick zu behalten. Hier einige Ergebnisse der Auktion: Los 604: Austria, 1000 Schilling, 1961 year, TOP Start: 1 Euro, Ergebnis: 1.000 Euro Los 656: China, 200 Yuan, 1949 year, P839a Start: 1 Euro, Ergebnis: 1.100 Euro Los 727: Danzig, 10000 Mark, 1923 year, P 18 Start: 1 Euro, Ergebnis: 230 Euro Los 764: Estonia, 2 Banknotes - 100 Krooni, 1935 year , "FRONT SPECIMEN", "BACK SPECIMEN", specimen Start: 1 Euro, Ergebnis: 3.100 Euro Los 787: Finland, 1 Rubles, 1829 year, P A 27b , Tears Start: 1 Euro, Ergebnis: 450 Euro Los 857:   Germany, 20 Kopeken, 1916 year, PR120 Start: 1 Euro, Ergebnis: 270 Euro Los 863:   Germany, 100 Rubel, 1916 year, P - R126 Start: 1 Euro, Ergebnis: 1.050 Euro Los 985: Latvia, 500 Latu, 2008 year, P 58s SPECIMEN Start: 1 Euro, Ergebnis: 3.500 Euro Los 1017: Lithuania, 500 Litu, 1924 year, P 21a Start: 1 Euro, Ergebnis: 3.000 Euro Zur Auktion! Zu den Papiergeldlosen ab Nr. 600! Hier gibt es weitere Ergebnisse im Video: Hans-Ludwig Grabowski COINSTORE INFO: www.coinstore.lv auction.coinstore.lv   service@coinstore.lv ☎ +371 25370706 SIA COINSTORE | Reg.Nr . 40203071934 Pils laukums 4 Centra rajons, Rīga, Latvia LV-1050

  • Leserpost: Reichsbanknote zu 10 Milliarden Mark 1923 ohne Kontrollnummer

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe einen 10-Milliarden-Mark-Schein, der keine Kontrollnummer hat und in Ihrem Katalog (21. Auflage 2018) nicht registriert ist. Es handelt sich um DEU-136b, FZ : PR-1 (siehe Abbildungen). Meine Frage ist: Gibt es Scheine, die keine KN haben? Mit freundlichen Grüßen N. Benecke Antwort der Redaktion Natürlich sollte der Schein eigentlich eine Kontrollnummer haben. Warum das nicht der Fall ist, darüber kann man nur spekulieren. Bei der Einbindung zahlreicher privater Druckereien in die Herstellung von Reichsbanknoten in der Zeit der Inflation (das Firmenzeichen PR verweist auf die Druckerei J. S. Preuss in Berlin), kam es auch zu Fehldrucken, zur versehentlichen Ausgabe unfertiger Drucke (der Schein ist ohne Kontrollnummer eigentlich ungültig!) und sogar zu Diebstahl und unrechtmäßiger Nutzung unfertiger Drucke im Zahlungsverkehr. Was hier genau die Ursache dafür ist, dass der Schein ohne Kontrollnummer ganz offensichtlich umgelaufen ist oder wenigstens mehreren Kindergenerationen als Spielgeld diente (siehe Gebrauchsspuren), das wissen wir nicht und können wir auch nicht mehr ermitteln. Es macht eigentlich nur Sinn, Fehldrucke oder unfertige Drucke in einen Katalog aufzunehmen, wenn diese auch wiederholt auf dem Sammlermarkt vorkommen. Man kann nicht jede Besonderheit in einem Standardkatalog aufführen. Ich würde hier zumindest eine Anmerkung in den Katalog aufnehmen, dass von DEU-136b mit Wasserzeichen Ringe und Firmenzeichen PR auch ein Stück ohne Kontrollnummer belegt ist. Einen Preis kann man hier nur schwer festlegen, der richtet sich vor allem danach, was Sammler bereit sind, für ein solch besonderes Stück auszugeben. Vielen Dank für die Meldung. Hans-Ludwig Grabowski

  • Von Gold und Silber zum Papier – Der Banknotenumlauf in der Schweiz 1907 bis 1939

    Wenn wir heute unsere täglichen Einkäufe mit Bargeld bezahlen, ist es nicht ungewöhnlich, dass wir mehrere Geldscheine im Portemonnaie haben, oft auch desselben Nominals. In der Schweiz war das nicht immer so – bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs blieben Banknoten seltene Gäste in Schweizer Geldbörsen.   Durch das Schweizer Bankgesetz vom 6. Oktober 1905 war das Notenausgaberecht des Bundes gemäß Art. 39 der Bundesverfassung [1] auf die neu gegründete Schweizerische Nationalbank (SNB) übertragen worden. Die Schweiz war damit eines der letzten Länder Europas, das eine zentrale Notenbank schuf. Bis zum Schluss herrschte gerade in den Kantonen der Innenschweiz Widerstand gegen eine solche Zentralbank. Man befürchtete, der Bund könnte in Finanzfragen gegenüber den Kantonen zu mächtig werden und deren Selbständigkeit untergraben. Sitz der Bank wurde Bern und Zürich, wobei das für den Geldverkehr zuständige II. Departement seinen Sitz in Bern nahm. Das Notenausgaberecht der verbliebenen Banken, die seit 1881 unter dem sogenannten Notenkonkordat [2] Noten auf einheitlichen Formularen in den Wertstufen 50, 100, 500 und 1000 Franken ausgegeben hatten, erlosch 1910.   Die SNB begann ab Juni 1907 mit der Ausgabe eigener Banknoten, den sogenannten Interimsnoten. Da der Entwurf und die Herstellung der neuen Serie sich erheblich verzögerten, griff die SNB zu einer Übergangslösung: Man ließ Neudrucke der seit 1881 für die Emissionsbanken erstellten Notenformulare durch Bradbury, Wilkinson & Co. in London anfertigen und in der Schweiz mit dem Notentext in drei Sprachen bedrucken. Scheine der 1. Serie der SNB gelten heute als große Seltenheiten, die Anzahl der nicht wieder eingelösten Scheine (der Aufruf der Noten erfolgte zum 31. Dezember 1925, sie wurden zum 1. Juli 1945 wertlos) ist für alle Wertstufen gering.  Abb. 1a/b: Goldmünze zu 20 Franken Typ "Vreneli" der Erstausgabe 1897. Quelle: SINCONA AG. Der kleinste Nennwert einer Banknote in der Schweiz betrug bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs mithin 50 Franken. Für den täglichen Zahlungsverkehr war ein solcher Nennwert viel zu hoch. Anders als etwa Deutschland, wo Reichsbanknoten zu 20 Mark sowie Reichskassenscheine zu 5 und 10 Mark gebräuchlich waren [3] , wurde bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs der gesamte Zahlungsverkehr des täglichen Bedarfs sowie die Entlohnung von Arbeitern, einfachen Angestellten sowie in der Landwirtschaft in der Schweiz ausschließlich mit Münzgeld abgewickelt: In Goldmünzen zu 10 und 20 Franken Schweizer Gepräges sowie der Lateinischen Münzunion [4] , in Silbermünzen zu 5 Franken Schweizer Gepräges sowie der Lateinischen Münzunion, ferner mit Silbermünzen zu 2, 1, und 1/2 Franken sowie mit Scheidemünzen. Eine Banknote zu 50 Franken konnte angesichts der seinerzeitigen Löhne und Preise hierbei keine Verwendung finden: Im Jahr 1914 etwa betrug der Stundenlohn eines Maurermeisters in Zürich 0,63 Franken, der eines gelernten Arbeiters in der Metallindustrie 0,77 Franken. Eine Arbeiterin in der Textilindustrie verdiente zwischen 0,27 und 0,35 Franken die Stunde. Wöchentliche Lohnzahlung war üblich. In der Landwirtschaft lagen die Löhne deutlich niedriger. Für einen Liter Milch waren in Zürich 1914 0,24 Franken zu bezahlen, ein Kilo Zucker kostete 0,52 Franken, ein Brot 0,36 Franken und ein Kilo Bohnenkaffee – ein Luxusgut – 2,20 Franken [5] .   Die Banknote blieb also weitgehend ein Zahlungsmittel für größere Transaktionen. Entsprechend gering waren die Umlaufzahlen. So kursierten 1913 im Schnitt 1,97 Millionen Banknoten zu 50 Franken. Bei einer Bevölkerung von gut 3,8 Millionen Einwohnern (Stand 1914) entfiel statistisch demnach auf zwei Einwohner ein Schein zu 50 Franken. Von der 100-Franken-Nnote liefen 1913 im Durchschnitt 1,43 Millionen Stück um. Die höheren Nennwerte machten sich rar: Von der höchsten Wertstufe zu 1000 Franken – sie zeigt auf der Rückseite Arbeiter in einer Eisengießerei – waren im Jahresdurchschnitt 1913 ganze 14.000 Scheine im Umlauf, von der Note zu 500 Franken mit der rückseitigen Abbildung von Stickerinnen rund 34.000 Stück. Weder ein Arbeiter noch eine Stickerin dürften damals je einen solchen Geldschein zu Gesicht bekommen haben.   Abb. 2: Banknote zu 1000 Franken der 2. Serie (Rückseite), im Umlauf vom 16. September 1911 bis zum 30. September 1958. Quelle: Schweizerische Nationalbank.   Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs änderte sich die Zusammensetzung des Geldumlaufs innerhalb von Wochen. Goldmünzen, als auch die silbernen 5-Frankenstücke, wurden in großen Mengen von den Banken abgehoben und durch die Bevölkerung gehortet. Es setzte eine Zahlungsmittelknappheit ein. Die SNB reagierte, indem sie am 3. August 1914 bereits vorbereite Banknoten zu 5 Franken (Tell) des Ausgabedatums 1. August 1913 und sowie wenige Tage zuvor, am 31. Juli, Banknoten zu 20 Franken (Vreneli) mit Ausgabedatum 1. Dezember 1911 in den Umlauf setzte. Zwei Wochen später emittierte zudem der Bund bereits vorbereite Staatskassenscheine in den Wertstufen 5, 10 und 20 Franken, später im Jahr kamen noch Noten der Darlehenskasse der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu 25 Franken hinzu.   Mit den durch die SNB ausgegebenen 5- und 20-Franken-Noten sowie den Staatskassenscheinen kamen erstmals überhaupt breitere Bevölkerungsschichten in der Schweiz in Kontakt mit Papiergeld. Die Akzeptanz war gerade in den ländlichen Gebieten zunächst sehr verhalten. Erst im Verlauf des Weltkriegs wurde Papiergeld ohne größere Probleme als Zahlungsmittel akzeptiert.   Am 31. Juli 1914 gab die SNB 646.600 Scheine zu 20 Franken in Umlauf. Bis Ende 1914 liefen zusammen mit den Staatskassenscheinen bereits rund 2,2 Millionen Stück dieses Nennwerts um. Bis Ende 1918 verdoppelte sich die Anzahl der umlaufenden 20-Franken-Scheine auf rund 4 Millionen Stück, von der 5-Franken-Note waren Ende 1918 6,2 Millionen Stück in Umlauf. Damit entfielen 1918 pro Kopf der Bevölkerung durchschnittlich eine Note zu 20 und 1,6 Noten zu 5 Franken. Zwar verdoppelten sich bis 1918 die Löhne, die Preise stiegen gegenüber 1914 aber auf das 2- bis 3-fache [6] . Dennoch blieb jedenfalls eine Banknote zu 20 Franken eine große Summe Bargelds, die schwer verdient und nicht leichtfertig ausgegeben wurde.   Abb. 3: Banknote zu 20 Franken Typ Vreneli, erstmals ausgegeben am 31. Juli 1914. Quelle: Schweizerische Nationalbank.   Bemerkbar machte sich der hohe Preisanstieg in der Kriegs- und Nachkriegszeit auch im Anstieg des Umlaufs der Banknoten höherer Nennwerte. Von der 50-Franken-Note waren 1918 4,2 Millionen Stück im Umlauf, von der 100-Franken-Note rund 3 Millionen Stück. Selbst die Anzahl der im Umlauf befindlichen 1000-Franken-Noten erhöhte sich bis 1923 auf immerhin 111.390 Scheine.   Ab 1924 beruhigten sich in der Schweiz die Wirtschaftsverhältnisse, die Preise sanken, ebenso die Löhne. Gleichzeitig wurden wieder Goldmünzen in den Zahlungsverkehr gegeben. Die Anzahl der umlaufenden Banknoten ging zurück, insbesondere der Scheine zu 500 und 1000 Franken, während sich der Umlauf an Banknoten zu 50- und 100 Franken bis Ende der 1920er Jahre weitgehend stabilisierte. Allein der Umlauf der 20-Franken-Note stieg moderat weiter an und betrug im Durchschnitt des Jahres 1930 – zu Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise – gut 6,5 Millionen Stück. Trotz der wieder eingeführten Goldmünzen gleichen Nennwerts bleib der 20-Franken-Schein ein akzeptiertes Zahlungsmittel. Die Bedenken gegen das Papiergeld waren verflogen.   Eine Sonderkonjunktur erlebte die Banknote zu 5 Franken. Im Jahr 1921 waren die Silbermünzen zu 5 Franken/Francs der Lateinischen Münzunion außer Kurs gesetzt worden. Neue Schweizer Silbermünzen gleichen Nennwerts standen noch nicht zur Verfügung, so dass der Zahlungsverkehr kurzzeitig auf Banknoten dieser Wertstufe angewiesen war. 1922 kursierten im Jahresdurchschnitt 9,7 Millionen Scheine dieser Wertstufe. Mit der Ausgabe der silbernen 5-Franken-Stücke „Alpenhirte“ ab Ende 1922 wurde die Note von der SNB aktiv aus dem Umlauf zurückgerufen, auch um weitere Herstellungskosten zu sparen, die für die Münzen beim Bund lagen. Von der 5-Franken-Note waren im Jahresdurchschnitt 1924 nur noch knapp 4 Millionen Stück im Umlauf, bis 1930 ging die Zahl der umlaufenden Scheine auf 465.000 Stück zurück.   Während der Banknotenumlauf Anfang 1930 noch einmal anstieg, ging er infolge der schweren Wirtschaftskrise in der Schweiz ab 1932, in deren Folge Löhne und Preise deutlich fielen, wieder zurück. Allein der Umlauf an 20-Franken-Noten blieb stabil. Eine Ursache hierfür war, dass mit der Abwertung des Schweizerfrankens im September 1936 die Goldmünzen zu 10 und 20 Franken endgültig aus dem Geldumlauf verschwanden und daher allein die Banknote dieser Wertstufe als Zahlungsmittel verblieb. Abb. 4: Banknote zu 20 Franken der 3. Serie mit dem Bildnis der Schweizer Pädagogen Heinrich Pestalozzi (* 12. Januar 1746 in Zürich; † 17. Februar 1827 in Brugg, Kanton Aargau). Quelle: Schweizerische Nationalbank.   Die 20-Franken-Note Vrenelli wurde seit 15. Juli 1930 durch dden Zwanziger mit der Abbildung von Heinrich Pestalozzi abgelöst und zum 1. Januar 1936 außer Kurs gesetzt. Ende August 1939 kursierten rund 8,8 Millionen dieser Noten, je Kopf der Bevölkerung 2,2 Stück. Bei der 50 Franken-Note waren es 4,3 Millionen Stück, gut 1 Stück pro Kopf der Bevölkerung.   Zum Vergleich: Im Jahr 2023 liefen durchschnittlich 101 Millionen Banknoten zu 20 Franken und 73 Millionen Banknoten zu 50 Franken um [7] , was bei der aktuellen Bevölkerung der Schweiz von 8,8 Millionen Einwohnern einem Verhältnis von 11,5 Scheinen zu 20 Franken und 8,3 Scheinen zu 50 Franken pro Kopf entspricht – und das trotz der heute weit verbreiteten Möglichkeiten elektronischer Zahlungen. Und auch die 1000-Franken-Note ist nicht mehr so selten wie noch 1914: 2023 liefen 39,3 Millionen Stück um, von denen vermutlich viele in Tresoren und Schließfächern in der Schweiz und in aller Welt liegen dürften.   Man kann an der Entwicklung des Notenumlaufs in der Schweiz der Vor- und Zwischenkriegszeit und dem Vergleich mit heute vieles ablesen. Der starke Anstieg von Löhnen und Preisen, das Wirtschaftswachstum, der gestiegene Wohlstand verbunden mit einem deutlichen Kaufkraftanstieg der Bevölkerung – all das setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz der Zwischenkriegszeit, die im Banknotenumlauf zum Ausdruck kommt, war demgegenüber moderat. Immerhin ist der Schweizer Franken niemals durch eine Währungsreform abgewertet worden, so dass die Umlaufzahlen der Banknoten gleicher Wertstufen sich direkt vergleichen lassen. Daraus ergibt sich: Banknoten blieben in der Schweiz, anders als in vielen anderen Ländern Europas, bis zum Zweiten Weltkrieg angesichts der im Verhältnis zu den Löhnen und Preisen hohen Nennwerte ein knappes Gut, und sollten in den Geldbörsen der Bürger erst in den 1950er Jahren ihren festen Platz finden.   Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Vom 29. Mai 1874 in der Fassung der Volksabstimmung vom 23. Dezember 1891 [2] Bundesgesetz über die Ausgabe und die Einlösung von Banknoten vom 8. März 1881, BBl 1881 II 179. [3] Der Umrechnungskurs nach der Goldparität betrug Anfang 1914 1 Franken = 0,81 Mark. Der Reichskassenschein zu 5 Mark entsprach demnach 6,17 Franken. [4] Die 1865 gegründete Lateinische Münzunion umfasste die Länder Belgien, Frankreich, Italien und die Schweiz, 1868 trat Griechenland bei. Andere Staaten übernahmen die Standards der Lateinischen Münzunion, ohne ihr offiziell beizutreten, so etwa Rumänien und Bulgarien. Ausgegeben nach einheitlichen Standards wurden Goldmünzen zu 20 und 10 Franken/Francs, sowie Silbermünzen zu 5 Franken/Francs. Die Lateinische Münzunion löste sich Ende 1926 auf. [5] Zu den Preisen der Zeit s. HSSO (Historische Statistik der Schweiz), Tabelle H.26 - Kleinhandelspreise nach Produkten, zu den Löhnen https://statistik.stadt-zuerich.ch/modules/StatNat/1945/1945_ZSN_Arbeitsloehne-in-Zuerich.pdf [6] Ein Liter Milch kostete in Zürich 1918 0,34 Franken, ein Kilo Zucker 1,34 Franken, ein Brot 0,70 Franken. [7] https://www.snb.ch/de/the-snb/mandates-goals/cash/circulation

  • Teutoburger Münzauktion 165: Nachbericht zur Banknoten-Auktion vom 16. September 2024 – Nachverkauf läuft

    Die 165. Teutoburger Münzauktion wurde erfolgreich in zwei Teilen vom 9. bis 14. und abschließend mit Teil III zu Briefmarken und Banknoten am 16. September 2024 beendet. Der Nachverkauf läuft noch bis zum 11. Oktober 2024. Hier geht es direkt zum Nachverkauf bei Banknoten! Nachfolgend einige Ergebnisse der Banknotenauktion vom 16. September 2024: Los 7245 Banknoten, Ausland, Österreich, 100 Schilling 3.1.1927. II + : Pick 97 Ergebnis: 1.650 EUR Los 7256 Banknoten, Ausland, Herzogtum Warschau, 1 Talarow 1.12.1810. No. 1924. IV +, Pick A12 Ergebnis: 1.400 EUR Los 7324 Banknoten, Altdeutschland, Anhalt, Gesamtstaat, Herzogtum (ab 1863): Pick S140, Grabowski/Kranz 41 100 Mark 1.7.1874. Anhalt-Dessauische Landesbank. rechts oben 2cm eingerissen, mittig oben eingerissen und hinterklebt, sonst II, äußerst selten Ausruf: 1.000 EUR Ergebnis: 3.300 EUR Los 7371 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 136, Grabowski DEU-169 50 Billionen Mark 10.2.1924. Serie A. II+, leicht stockfleckig und Ecke unten links geknickt, äußerst selten Ausruf: 2.500 EUR Ergebnis: 3.900 EUR Los 7431 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948: Rosenberg 246a, Grabowski WBZ-9a 20 Deutsche Mark (Liberty) o.D. (1948). Serie C/A. Platte 28. I, selten in dieser Erhaltung Ausruf: 1.000 EUR Ergebnis: 1.900 EUR Los 7516 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Buchenwald (Thüringen): Rosenberg 246a, Grabowski La 1, 2, 3, 4 RRRR Langenwerke A.-G. Langensalza, Belei III Niederorschel, 0,5, 1, 2 und 5 RM o.D. (1944). Gutscheine zum Einkauf in der Lager-Kantine. Komplette Serie. Alle Scheine im Katalog „Geld des Terrors“ von Grabowski abgebildet. I / I-, von größter Seltenheit Ausruf: 2.000 EUR Ergebnis: 11.500 EUR Hier geht es direkt zu den Ergebnissen: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/10693/seite/1/?lot_range=7101-7709 Hier geht es direkt zum Nachverkauf bei Banknoten: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/10693/seite/1/?lot_range=7101-8000&sale_type=AFTER_AUCTION_SALE Teutoburger Münzauktion GmbH https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ Hans-Ludwig Grabowski

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