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- Ein scheinbar unedierter Notgeldschein des Donnerstags Kegel-Club der Stadt Vohwinkel
Vohwinkel war bis 1929 eine selbstständige Stadt innerhalb der preußischen Rheinprovinz und gehörte von 1877 bis 1929 zum Kreis Mettmann. Der Landkreis Mettmann hatte bis dahin seinen Sitz in Vohwinkel. Durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets vom 29. Juli 1929 wurde Vohwinkel zusammen mit den Städten Barmen, Cronenberg, Elberfeld und Ronsdorf zunächst zu Barmen-Elberfeld vereinigt. Noch im selben Jahr beschloss die Stadtverordnetenversammlung der neu gegründeten Gemeinde, dem Preußischen Staatsministerium vorzuschlagen, die Stadt in Wuppertal umzubenennen. Dem Vorschlag wurde im Januar 1930 stattgegeben. Von der Stadt Vohwinkel wurde im Jahr 1923 auch eigenes Notgeld ausgegeben. Hierzu wurde bereits in diesem Blog ein lesenswerter Artikel veröffentlicht, auf den ich gerne verweise.[1] Am 10. August 1923, einem Freitag, wurden die ersten städtischen Notgeldscheine ausgegeben. Die Scheine über 100.000, 500.000, 1 Million, 5 Millionen und 10 Millionen Mark tragen dieses Datum. Die Ausgaben sind alle ohne Wasserzeichen, eine Druckfirma ist auf den Scheinen nicht angegeben. Einzige Ausnahme ist die Ausgabe über 500.000 Mark gedruckt auf rotem Papier. Auf diesen Scheinen ist als Druckfirma „Hüster & Vogel, Vohwinkel“ genannt. Dieser rote Schein ist in seiner Gestaltung etwas anders als die übrigen städtischen Notgelder.[2] Er hatte eine Auflagenhöhe von 18.000 Exemplaren und wurde bereits zum 1. September 1923 zu Einlösung aufgerufen. In Vohwinkel gab es neben der Druckerei Hüster & Vogel auch die Meise & Möcking GmbH, diese stellte u.a. auch diverse Ausgaben an Briefmarkenkapselgeld her. Die städtischen Notgeldscheine sind aufgrund ihrer Gestaltung wahrscheinlich von einer heute nicht mehr verifizierbaren Druckerei hergestellt worden. Ein besonderer Gutschein aus Vohwinkel, der auf den ersten Blick wie ein Notgeldschein wirkt, soll an dieser Stelle vorgestellt werden. Es handelt sich um einen Gutschein über 500.000 Mark vom 13. August 1923[3], ohne Wasserzeichen, beidseitig bedruckt. Aussteller ist der „Donnerstags Kegel-Club der Stadt Vohwinkel“. Unterzeichnet durch den Präsidenten des Kegel-Clubs mit „Baas“. In der rheinischen Mundart bezeichnet Baas einen Vorsitzenden, Meister, Herr oder einen der die Oberaufsicht hat. Im Text auf der Vorderseite des Gutscheins ist zu lesen: „Dieser Gutschein wird von allen Kassen nicht angenommen. Der Gutschein verliert seine Gültigkeit mit dem Tage der Annahme; er wird nie eingelöst, da als Zahlungsmittel nicht zulässig. Vor Annahme wird gewarnt.“ Die Bezeichnung „Donnerstags Kegel-Club der Stadt Vohwinkel“ suggeriert, dass es sich bei den Mitgliedern des Kegel-Clubs möglicherweise um Bedienstete der Stadtverwaltung Vohwinkel gehandelt haben könnte, die sich regelmäßig an einem Donnerstag zu einem geselligen Beisammensein trafen. Leider konnten keine weiteren Angaben zu diesem Kegel-Club gewonnen werden. Allerdings spricht einiges dafür, dass die v.g. Annahme vielleicht richtig sein könnte. Folgende Anhaltspunkte weisen daraufhin: die grafische Gestaltung es Gutscheins weist wie das städtische Notgeld einen starken Heimatbezug auf, die Schreibweise von Ort und Datum stimmen mit Ausnahme der verwendeten Schrifttype überein, das verwendete Papier ist das gleiche wie bei den städtischen Ausgaben und der Gutschein wurde nur drei Tage später datiert. Denkbar ist, dass Mitglieder des Kegel-Clubs als Bedienstete der Stadt Vohwinkel mit der Gestaltung des städtischen Notgelds beruflich involviert waren. Im lilafarbigen Unterdruck des Gutscheins werden Szenen aus Vohwinkel gezeigt, aber was ist darauf zu sehen? Auf der Vorderseite ist links ein Eckhaus, rechts Teile des Stadtgartens und natürlich die Schwebebahn. Als Vorlage wurde hier eine Ansicht „Stationsgarten Vohwinkel im Jahre 1900“ verwendet. Die Fläche des Stationsgartens lag damals neben der Endstation der Schwebebahn. Eine spätere Postkarte „Vohwinkel, Schwebebahn am Kaiserplatz“ zeigt eine ähnliche Ansicht.[4] Im Eckhaus ist nun das Café H. Bremkamp zu erkennen. Der Kaiserplatz ist und war die zentrale Straßenkreuzung in Vohwinkel.[5] Das Café des Hugo Bremkamp war Conditorei, Restauration und beliebter Treffpunkt. Gegründet Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte es zu den besseren Restaurants und verfügte auch über eine eigene Musikkapelle. Eine eigene Kegelbahn gehörte ebenfalls dazu. Es ist zu vermuten, dass sich der „Donnerstags Kegel-Club“ regelmäßig in der Restauration Bremkamp getroffen haben könnte. Die eigenen Gutscheine könnten als eine Art Spielgeld gedient haben. Die linksseitig gedruckte vierstellige Kennnummer könnte auch einzelne Punkte, die man beim Kegeln erzielen kann, darstellen. Auch die Rückseite des Gutscheins zeigt eine Straßenszene für die eine historische Vorlage verwendet wurde. Sie zeigt die Kaiserstraße. An dieser Stelle gilt mein Dank dem Bürgerverein Vohwinkel und dem Bezirksbürgermeister von Vohwinkel Herrn Andreas Schäfer für die freundliche Unterstützung.[6] Im Jahr 2026 feiert die Schwebebahn ihren 125. Geburtstag mit vielen Veranstaltungen.[7] Zu diesem Anlass gibt die Münze Deutschland im September 2026 eine 35-Euro-Silbermünze aus.[8] Zur Geschichte der Schwebebahn sei auf die lesenswerten Ausführungen in Wikipedia verwiesen.[9] In Wuppertal gibt es aber noch viel mehr zu entdecken, es lohnt sich. Übrigens, die Schwebebahn kann man auch mit dem Deutschlandticket nutzen. Thomas van Eck Anmerkungen https://www.geldscheine-online.com/post/vohwinkel-1923-goethe-notgeld https://www.vohwinkel.net/3-verwaltung/notgeld.htm Sammlung van Eck. Alle Postkarten aus der Sammlung U. Johenneken, Wuppertal. https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserplatz_(Wuppertal) https://buergerverein-vohwinkel.de/vohwinkel-historisch https://www.wsw-online.de/mobilitaet/schwebebahn/jubilaeum-der-schwebebahn/ https://shop.muenze-deutschland.de/Muenzen/Alle-Muenzen/35-Euro-Silbermuenze-2026-125-Jahre-Wuppertaler-Schwebebahn.html https://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertaler_Schwebebahn
- Von der "Platte" zu "Erichs Lampenladen"
Zur Gestaltung der Rückseite der Banknote zu 100 Mark der Staatsbank der DDR der Ausgabe 1975[1] „Erichs Lampenladen“ war in der DDR ein Spitzname für den am 23. April 1976 eröffneten Palast der Republik am Marx-Engels-Platz (Lustgarten) im Zentrum von (Ost-)Berlin. Mit dem Bau war im November 1973 begonnen worden. Der Palast der Republik war Sitz der Volkskammer der DDR und beinhaltene ferner zahlreiche Veranstaltungsräume, Bars und Restaurants, die für Besucher frei zugänglich waren. Er wurde im September 1990 wegen der Belastung mit Spritz-Asbest geschlossen, dann entkernt und zwischen 2006 und 2008 abgerissen – eine Entscheidung, die immer noch kontrovers diskutiert wird. Heute steht an dieser Stelle der Nachbau des Berliner Stadtschlosses mit dem Humboldt-Forum. Der Spitzname „Erichs Lampenladen“ (auch „Lampenhaus Mitte“) spielte auf die rund 10.000 kugelförmigen Lampen in Foyer des Gebäudes an. Palast der Republik, Blick in das Hauptfoyer, Foto: Ulrich Kohls, Aufnahme vom 22. April 1976, einen Tag vor der Eröffnung des Gebäudes. Abb. Bundesarchiv (Wikimedia Commons). Staatsbank der DDR - 100 Mark Ausgabe 1975, ausgegeben ab 2.10.1978 (Grab DDR-25, Ro. 363), Rückseite: Stadtzentrum von (Ost-)Berlin mit Palast der Republik, fertiggestellt 1976. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Der Palast der Republik ist auf der Rückseite der ab 2. Oktober 1978 ausgegebenen Banknote zu 100 Mark der Staatsbank der DDR (Ausgabe 1975)[2] abgebildet. Auf dieser Abbildung ist die Sicht auf das Gebäude von der Straße „Unter den Linden“ her in Richtung Osten, so dass vom Betrachter aus links das historische Zeughaus, mittig im Hintergrund der Fernsehturm am Alexanderplatz, und rechts ein kleiner Ausschnitt des Kronprinzenpalais zu sehen ist. Das an das Kronprinzenpalais an der Straße Unter den Linden Richtung Osten anschließende Gebäude der Alten Kommandantur ist nicht im Bild – es war im Krieg beschädigt und 1950 abgerissen worden, es wurde erst zwischen 2001 und 2003 wieder errichtet. Die Abbildung des Palastes der Republik auf der Rückseite der Banknote zu 100 Mark war zunächst nicht vorgesehen. Als das Politbüro des Zentralkomitees der SED[3] am 10. November 1970 die Motive für die Ausgabe einer neuen Banknotenserie der Staatsbank der DDR festlegte, wählte man für die Wertstufe zu 100 Mark auf der Vorderseite eine Kopfabbildung von Karl Marx und für die Rückseite eine Abbildung des zwischen 1962 und 1964 errichteten Staatsratsgebäudes am Marx-Engels-Platz (Schlossplatz) in (Ost-)Berlin[4]. Der Entwurf der Vorderseite des Scheines stammte von Margot Bitzer, derjenige der Rückseite von Gerhard Faulwasser[5]. Die Farbe des Scheines sollte dunkelbau sein. Ursprünglicher Entwurf der 100-Mark-Banknote der Staatsbank der DDR von 1971 mit dem Staatsratsgebäude auf der Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Bereits mit Beschluss des Politbüros vom 1. Juni 1971 wurde das Motiv der Rückseite geändert. Es sollte nunmehr das Stadtzentrum von Berlin nach seiner Fertigstellung 1974 zeigen. Eine Begründung hierfür findet sich in der kurz gehaltenen Beschlussvorlage nicht. Die Gründe für diese Entscheidung mögen politischer Natur gewesen sein: 1974 wurde tatsächlich der städtebaulich neu gestaltete Bereich rund um das Rote Rathaus und den Marx-Engels-Platz in Ost-Berlin fertig gestellt, wodurch die Funktion von (Ost-)Berlin als Hauptstadt der DDR betont und hervorgehoben werden sollte. Die Ausgabe der Banknote zu 100 Mark sollte nach der Beschlussvorlage im 2. Halbjahr 1977 erfolgen. Sie verzögerte sich, weil der VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig die Produktion von Banknoten für die Staatsbank der DDR zwischen Ende 1976 und Herbst 1977 zugunsten eines anderen Auftrags zurückstellen musste, nämlich der Herstellung von Banknoten für Vietnam. 2. Entwurf der Rückseite der Banknote zu 100 Mark von 1971 (Ausschnitt) - Stadtzentrum von (Ost-)Berlin. Bildnachweis: KfW, Historisches Konzernarchiv, MüA 839. Zu sehen sind auf der der Beschlussvorlage von 1971 zugrunde liegenden, gezeichneten Entwurfsvorlage moderne mehrgeschossige Wohn- bzw. Bürohäuser im Stadtzentrum von (Ost-)Berlin. Links an die moderne Häuserzeile schließt sich ein Altbau an. Im Hintergrund ist der Fernsehturm am Alexanderplatz sowie schemenhaft das rote Rathaus zu sehen, ferner zwei Hochhäuser. Im Vordergrund sind Autos sowie ein Linienbus zu erkennen, bei dem es sich um wahrscheinlich um ein ungarisches Ikarus-Modell Typ 66 handeln dürfte, der ab Mitte der 1960-er Jahre im Ostberliner Stadtverkehr zum Einsatz kam. Die Straßenszene lässt sich identifizieren: Es handelt sich um die Straßenkreuzung Wilhelmstraße/Unter den Linden mit Blick nach Osten[6]. Das größere Hochhaus im Hintergrund links ist das 1970 fertig gestellte Hotel Stadt Berlin, das kleinere Hochhaus vermutlich das zwischen 1969 und 1971 errichtete Haus des Reisens; beide Gebäude befinden sich am Alexanderplatz. Mit dem Richtfest des Palastes der Republik am 18. November 1974 war klar, dass dieser vor der Ausgabe der Banknote zu 100 Mark fertig gestellt sein würde. Mit seiner Eröffnung sollte die Umgestaltung des Ostberliner Stadtzentrums abgeschlossen werden. Durch Beschluss des Politbüros vom 8. November 1974 wurde daher die im Juni 1971 beschlossene Abbildung der Rückseite der Banknote zu 100 Mark erneut verworfen, und ein neues Motiv beschlossen, dass das Ensemble rund um den Marx-Engels-Platz mit dem Palast der Republik im Mittelpunkt zeigen sollte. Bewusst war keine Fokussierung allein auf den Palast der Republik gewollt. Vielmehr sollte durch die Verbindung von Zeughaus und (kleinem) Ausschnitt des Kronprinzenpalais die „harmonische Verbindung moderner und prägnanter Bauwerke sozialistischen Charakters mit der historischen klassizistischen Architektur Berlin dar[gestellt]“ werden. 3. Entwurf der Rückseite der Bankote zu 100 Mark von 1974 (Ausschnitt) - Stadtzentrum von (Ost-)Berlin mit Palast der Republik im Rohbau. Bildnachweis: KfW, Historisches Konzernarchiv, MüA 839. Nachdem das Politbüro den Andruck der Banknote zu 100 Mark mit Beschluss vom 2. August 1977 freigegeben hatte, begann die Produktion der Scheine im 4. Quartal 1977 im VEB Deutsche Wertpapierdruckerei Leipzig. Die bis April 1978 herzustellende Erstauflage (Serienbuchstaben AA bis AH) betrug 80 Millionen Scheine, hinzu kommen Austauschnoten mit den Serienbuchstaben ZA bis ZD. Das endgültig umgesetzte Rückseitenmotiv weicht in Details von der Vorlage der Beschlussfassung vom November 1974 ab: Der Fernsehturm erscheint weniger alleinstehend, der Turm des Roten Rathauses im Hintergrund ist nur andeutungsweise zu erkennen. Abgebildet sind zudem Straßenlaternen. Außerdem ist die Straße mit Verkehr und Passanten belebt, was die Szene lebhafter und weniger künstlich erscheinen lässt. Dieser Effekt dürfte gewollt gewesen sein. Es ist zu vermuten, dass dem ausgeführten Motiv einen Originalfoto zugrunde gelegen hat, das kurz vor oder nach Eröffnung des Palastes 1976 aufgenommen wurde, während der Entwurf von 1974 sich zwangsläufig auf eine Fotografie des Rohbaues stützen musste. Deutlich zu sehen ist das an der Fassade des Palastes des Republik – auf dem ausgegebenen Schein ist die Glasfront zu sehen, in der sich Wolken spiegeln. Der Entwurf von 1974 dagegen zeigt eine offene Gebäudefront ohne Fassade und ohne Innenausbau. Zudem fehlt das Staatswappen über dem Gebäudeeingang. Staatsbank der DDR - 500 Mark Ausgabe 1985, nicht ausgegeben (Grab DDR-27, Ro. 365) - Rückseite: Staatsratsgebäude in (Ost-)Berlin. Diese Abbildung war zunächst für die Rückseite der Banknote zu 100 Mark Ausgabe 1975 vorgesehen. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Die 1971 für die Banknote zu 100 Mark entworfene rückseitige Abbildung des Staatsratsgebäudes wurde 1984 durch die Staatsbank der DDR als Motiv wieder aufgegriffen und für die Rückseite der nicht ausgegebenen Banknote zu 500 Mark von 1985 (Grab DDR-27, Ro. 365) verwendet. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen Grabowski DDR-25, Ro. 363. Anordnung Nr. 4 über die Ausgabe neuer Banknoten der DDR vom 18. August 1978, GBl 1978 I S. 350. Das Politbüro des ZK des SED war das höchste Führungsgremium der Staatspartei SED. Es traf in seinen wöchentlichen Sitzungen alle grundsätzlichen politischen und wichtigen personelle Entscheidungen, nachdem sie von den Behörden vorbereitet worden waren. Der 1960 gegründete Staatsrat war das formelle Staatsoberhaupt der DDR. Peter Reissig, DDR-Papiergeld Katalog und Geschichte mit Bewertungen (8), moneytrend 6/2011, S. 210 ff. Frank Scholz vom DGW e.V. an dieser Stelle vielen Dank für die entsprechenden Hinweise und Bildbelege.
- Leserpost: Ein seltener Schein der Georgischen Legion Samsun
Über ein Auktionshaus konnte ich einen – aus meiner Sicht ziemlich seltenen – 10-Piaster-Schein erwerben. Was mich aber beeindruckt hat, ist das Wasserzeichen (im Katalog nicht aufgeführt), welches nicht auf meinem bereits in der Sammlung vorhandenen 5-Piaster-Schein zu finden ist. Es sind drei in sich verschlungene Fische in einer (vielleicht) symbolischen Sonne. Ich konnte herausfinden, dass es ein christliches Symbol ist und die Dreifaltigkeit darstellen soll – auch Dreifaltigkeits-Knoten (Triquetra) genannt. Das gleiche Symbol ist z.B. auch in der englischen Kirche Hexham Abbey zu finden. Also ein christliches Symbol auf einem Schein für ein islamische Land. Interessant ist auch die Zackung wie bei Briefmarken. D. Otto Antwort der Redaktion Die Scheine der Georgischen Legion Samsun kommen ohne oder mit Fabrik-Wasserzeichen vor. Wenn überhaupt, dann sind vom Fabrik-Wasserzeichen aber nur Fragmente zu sehen, da diese nur weit verteilt auf den Druckbogen, aber nicht als Flächen-Wasserzeichen im Papier vorhanden sind. Es hängt also vom Zufall ab, ob auf einem Schein ein fast vollständiges Firmen-Wasserzeichen zu sehen ist. Bei Schriftzügen kommen fast nur Fragmente vor. Das Motiv „Zu den drei Fischen“ war das offizielle und weltweit bekannte Markenzeichen des Hauses Flinsch. Es geht historisch auf das Stammhaus der Familie in Köln zurück (das Haus „Zu den drei Fischen“ am Rhein) und wurde ab dem 19. Jahrhundert konsequent auf den produzierten und vertriebenen Papieren als Schutzmarke und Wasserzeichen verwendet. Die Handelshäuser Ferd. Flinsch (mit Hauptsitz und großen Niederlassungen unter anderem in Leipzig, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main) gehörten zu den bedeutendsten Papierlieferanten und Maschinenherstellern des Deutschen Kaiserreichs. Für die Herstellung von Not- und Militärgeld griffen Einheiten im Ausland – wie die Georgische Legion in Samsun – auf vorhandene Bestände an exportiertem oder mitgeführtem deutschen Qualitätspapier zurück. Die Randperforation diente dem Heraustrennen der Scheine aus dem Druckbogen. Die provisorischen handgeschriebenen ersten Scheine der Georgischen Legion Samsun von 1915/16 über 5 und 10 Piaster sind beide mit Randperforation versehen. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026
- Aus privaten Sammlungen: 10 Pfund von Ägypten aus dem Jahr 1950
Ägypten, offiziell die Arabische Republik Ägypten, ist ein Land, das sich über die nordöstliche Ecke Afrikas und die südwestliche Ecke Asiens erstreckt und dabei die Sinai-Halbinsel umfasst. Es grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Nordosten an Palästina und Israel, im Osten an das Rote Meer, im Süden an den Sudan und die Sahara sowie im Westen an Libyen. Der Golf von Akaba im Nordosten trennt Ägypten von Jordanien und Saudi-Arabien. Mit über 107 Millionen Einwohnern ist Ägypten das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt, das drittbevölkerungsreichste Land Afrikas und das 15. bevölkerungsreichste Land der Welt. Ägypten blickt auf eine der längsten Geschichten aller Länder zurück; seine Geschichte im Nildelta lässt sich bis ins 6. bis 4. Jahrtausend vor unserer Zeit zurückverfolgen. Das alte Ägypten gilt als Wiege der Zivilisation und war Schauplatz einiger der frühesten Entwicklungen in den Bereichen Schrift, Landwirtschaft, Urbanisierung, organisierte Religion und Zentralregierung. Ägypten war ein frühes und wichtiges Zentrum des Christentums und nahm ab dem 7. Jahrhundert den Islam an. Kairo wurde im 10. Jahrhundert zur Hauptstadt des Fatimidenkalifats und im 13. Jahrhundert des darauf folgenden Mamluken-Sultanats. Das Land wurde dann 1517 Teil des Osmanischen Reichs, bis sein lokaler Herrscher, Muhammad Ali, 1867 das moderne Ägypten als autonomes Khedivat gründete. Das Land wurde anschließend zusammen mit dem Sudan vom Britischen Empire besetzt und erlangte 1922 als Monarchie die Unabhängigkeit. Nach der Revolution von 1952 erklärte sich Ägypten zur Republik. Zwischen 1958 und 1961 schloss sich Ägypten mit Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen, die aber nur bis 1971 bestand. Nach zahlreichen Kriegen unterzeichnete Ägypten 1978 die Camp-David-Abkommen, in denen es Israel im Gegenzug für dessen Rückzug aus dem besetzten Sinai anerkannte. Nach dem Arabischen Frühling, der zur ägyptischen Revolution von 2011 und zum Sturz von Hosni Mubarak führte, durchlebte das Land eine lange Phase politischer Unruhen; die ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2012 führten zur kurzlebigen, der Muslimbruderschaft nahestehenden Regierung von Mohamed Morsi, die nach Massenprotesten im Jahr 2013 vom Militär gestürzt wurde. Die derzeitige Regierung ist eine semipräsidentielle Republik unter der Führung von Abdel Fattah el-Sisi, der 2014 gewählt wurde. 1898 wurde in Kairo die Nationalbank von Ägypten („National Bank of Egypt“) gegründet. Ihr wurde für 50 Jahre das ausschließliche Recht zur Ausgabe von Banknoten in Ägypten gewährt. Die ersten Noten wurden am 3. April 1899 auf Grundlage eines Erlasses vom 25. Juni 1898 ausgegeben. Frühe ägyptische Banknoten sind selten und erzielen hohe Preise, wenn sie zum Verkauf angeboten werden. Zwischen 1918 und 1945 waren auch Staatsnoten des „Egyptian Government“ im Umlauf. Es folgten „Egyptian Currency Notes“. Im Jahr 1960 wurde die Zentralbank von Ägypten („Central Bank of Egypt“) gegründet, die bis heute die einzige Emissionsbehörde ist. Die meisten Banknoten mit niedrigerem Nennwert aus den Ausgaben der „National Bank of Egypt“ von 1913 bis 1951 sind noch in neuwertigem Zustand zu finden. Die 10-Pfund-Banknote mit einem Ausstellungsdatum zwischen dem 03.03.1931 und dem 24.05.1951 ist eine der schönsten Banknoten aus dieser Zeit, nicht nur wegen ihrer Größe und ihres atemberaubenden Designs, sondern auch wegen ihrer allgemeinen Verfügbarkeit. Diese beeindruckende Banknote wird hier vorgestellt. Objekttyp: Banknote Sammlung: Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Ägypten Emittent: National Bank of Egypt Nominal: 10 Egyptian Pounds Datierung: 13TH FEBRUARY 1950 (13.2.1950) Vorderseite: Braun, violett und grün. Text in Arabisch und Englisch. Der Nennwert „10“ ist in beiden oberen Ecken in arabischer Schrift angegeben, in den unteren Ecken lautet der Nennwert „L.E.10“. Auf der rechten Seite ist eine Straßenszene abgebildet, die zur Sultan-Al-Mansour-Qalawun-Moschee in Bein Al-Qasrain führt, einem der prestigeträchtigsten Viertel Kairos. Zahlreiche Guilloche-Muster zieren den gesamten Hintergrund der Banknote. Rückseite: Der Text ist auf Arabisch. In beiden unteren Ecken ist der Nennwert „10“ auf Arabisch angegeben, in den oberen Ecken lautet die Angabe „L.E. 10“. Links ist ein von Rindern angetriebenes Wasserrad am Flussufer abgebildet. In der Mitte befindet sich eine Gruppe von Palmen. Guilloche-Muster zieren zudem die Hintergrundbereiche. Unterschrift: Frederick W. Leith-Ross (Governor) Material: Papier mit Wasserzeichen (Sphinx) Druck: Bradbury, Wilkinson & Co., New Malden, Surrey, England Format: 188 mm x 102 mm Nummerierung: X/140 030679 Zitate: B122d (The Banknote Book: Egypt, Owen W. Linzmayer). Egypt 23c (Standard Catalog of World Paper Money, General Issues 1368-1960, 16th Edition). PMG-Grading (zum 20.03.2026): 342 Stück gegradet, 68EPQ (TOP POP, 1 Stück), 67EPQ (7 Stück), 66EPQ (13 Stück) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Iran: Ein neuer 1.000.000-Rials-Scheck
Im Juni 2026 gab die Zentralbank der Islamischen Republik Iran eine 1.000.000-Rials-Banknote (Scheck) heraus, die Berichten zufolge an die 168 Menschen erinnert, die am 28. Februar 2026, dem ersten Tag des militärischen Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den Vereinigten Staaten, bei einem Luftangriff auf die Shajareh-Tayyibeh-Grundschule in Minab ums Leben kamen. Auf der Vorderseite ist der Schrein von Fatima Masumeh in Qom abgebildet. Die Rückseite zeigt eine Karte des Persischen Golfs und der Straße von Hormus sowie Tauben, die in einem Klassenzimmer der Shajareh-Tayyibeh-Grundschule über leeren Schulbänken und einer Tafel fliegen. Die Zahl „168“ dient als Registrierungsmerkmal. Auf der Vorderseite befindet sich ein 2,5 mm breiter, gold-zu-grün verlaufender unterbrochener Sicherheitsstreifen, auf dem „I. R. IRAN“ in entmetallisierter Schrift sowie eine Umrisskarte zu sehen sind, sowie ein durchgehender Sicherheitsfaden mit aufgedruckter Farsi-Schrift. Das Wasserzeichen zeigt einen Torbogen und die Elektrotype-Zahl 100. Die Banknote wurde von TAKAB gedruckt, Irans führendem inländischen Druck- und Herstellungsunternehmen, das für die Produktion von Sicherheitspapieren, Wasserzeichen und Banknoten zuständig ist. Die Banknote misst 156 mm x 71 mm. Donald Ludwig
- Sankt Helena: Ersatzbanknoten gemeldet
Am 22. Januar 2026 gab das Saint Helena Government eine neue Serie von Polymerbanknoten heraus, nachdem sie diese bereits Anfang des Monats vorgestellt hatte. Banknoten von Sankt Helena sind ausschließlich im britischen Überseegebiet Saint Helena, Ascension und Tristan da Cunha im Umlauf und gelten nirgendwo sonst auf der Welt als gesetzliches Zahlungsmittel. Es handelt sich um die ersten neuen Banknoten, die dort seit 2012 ausgegeben wurden. Angesichts einer Gesamtbevölkerung von weniger als 5.500 Einwohnern werden diese Scheine nicht in großen Mengen gedruckt, und aufgrund der Abgeschiedenheit des Gebiets sind sie schwer zu beschaffen. Über diese Neuausgaben wurde HIER im Blog berichtet. Für diese Ausgabe wurden Austauschnoten (Ersatzbanknoten bzw. Replacement notes) hergestellt, die unten abgebildet sind. Deren Nummerierung beginnt mit dem Buchstaben „Z“. Einige wenige sind inzwischen auf den Sammlermarkt gelangt. Jonathan, die Schildkröte (eine Seychellen-Riesenschildkröte, deren Alter 2026 auf 193 Jahre geschätzt wird, was sie zum ältesten bekannten lebenden Landtier macht), ist auf der Rückseite jeder Banknote abgebildet. Jonathan lebt auf dem Gelände des Plantation House, der Residenz des Gouverneurs, auf der Insel St. Helena. Er kam 1882 an Bord eines Segelschiffs als Geschenk für Sir William Grey-Wilson an, der britischer Kolonialverwalter auf der Insel war und später als Gouverneur von Sankt Helena fungierte. Damals wurde sein Alter auf etwa 50 Jahre geschätzt. Wie man sieht, ist Jonathan ziemlich geschmeichelt, dass sein Bildnis nun auf den neuen Banknoten zu sehen ist. Donald Ludwig (polymernotes.com)
- Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir einen numismatischen Fachredakteur
Als größter deutscher Fachverlag für Numismatik, Notaphilie und Sammeln suchen wir einen Fachredakteur (m/w/d) für unsere numismatischen Print- und Online-Produkte, der auch Verantwortung und Leitungsfunktionen übernehmen möchte. Wir legen Wert auf: gute Kenntnisse in neuzeitlicher Numismatik oder Notaphilie mit Schwerpunkt Europa inkl. Kenntnis der entsprechenden Fachliteratur gutes Deutsch und Englisch in Wort und Schrift Verantwortungsbewusstsein und selbstständiges Arbeiten, evtl. Erfahrungen im Online-Journalismus gute MS-Office-Kenntnisse sowie Erfahrung mit Social Media Wir bieten: Zusammenarbeit mit einem kleinen und motivierten Team von Spezialisten Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten Auch Anfängern bieten wir eine Chance und die Möglichkeit eines Trainee-Programms Senden Sie Ihre Bewerbung an: Battenberg Bayerland Verlag GmbH z. Hd. Herrn Josef Roidl Postfach 166 93122 Regenstauf E-Mail: info@battenberg-bayerland.de
- Das Notgeld der Reichsmarine des Ostseebereiches
Aus der einst Kaiserlichen Marine ging nach dem Ersten Weltkrieg eine stark verkleinerte neue Reichsmarine hervor. Der Versailler Friedensvertrag begrenzte Größe und Bewaffnung auf ältere 6 Linienschiffe, 6 Kreuzer, 12 Zerstörer, 12 Torpedoboote, 38 Minensuchboote sowie einige andere kleinere Schiffe. Der Besitz von U-Booten war verboten und die Personalstärke auf 15.000 Mann begrenzt. Der Reichsmarine oblag die Küstensicherung, der Fischereischutz, die Minenräumung, seepolizeiliche Aufgaben sowie die Unterstützung der Handelsschifffahrt. Die Reichsmarine gliederte sich im Wesentlichen in das Kommando der Marinestationen Ostsee und der Marinestationen Nordsee mit dem übergeordneten Flottenkommando. Sitz des Kommandos der Marinestationen Ostsee war Kiel. Auch das Militär blieb von der Hyperinflation nicht verschont. Am 28. November 1923 und den beiden folgenden Tagen zeigte die Reichsmarine des Ostseebereichs in Kiel in der Tagespresse die Ausgabe von Gutscheinen an, die mit Zustimmung des Reichswehr-Ministeriums erfolge.[1] Gedruckt wurden Gutscheine zu einer Milliarde, fünf, 20 und 50 Milliarden Mark mit dem Datum vom 27. Oktober 1923 im Marine-Arsenal in Kiel. Anhand der bekannten Kontrollnummern schätzt Rixen den Gesamtbetrag der Ausgabe auf 1.600 Billionen Mark: etwa je 10.000 Scheine zu 1 Milliarde und 5 Milliarden Mark sowie mindestens je 22.000 Scheine der beiden übrigen Werte. Abb. 1: Reichsmarine des Ostseebereiches, 27. Oktober 1923, 1 Milliarde Mark, Typ I, Vorderseite. Abb. 2: Reichsmarine des Ostseebereiches, 27. Oktober 1923, 5 Milliarden Mark, Typ I, Vorderseite. Abb. 3: Reichsmarine des Ostseebereiches, 27. Oktober 1923, 20 Milliarden Mark, Typ I, Vorderseite. Abb. 4: Reichsmarine des Ostseebereiches, 27. Oktober 1923, 50 Milliarden Mark, Typ II, Vorderseite. Alle Scheine weisen einen schwarzen einseitigen Druck mit den gedruckten Unterschriften von „Konteradmiral Freiherr v. Gagern (Stationschef) – Schwarz (Intendant) – Fregattenkapitän Albrecht (Arsenalkommdt.)“ auf. Der Schein zu einer Milliarde Mark misst ca. 145 mm x 85 mm, während die anderen Nominale ca. 138 mm x 84 mm groß sind. Nur beim Gutschein zu einer Milliarde Mark wurde weißes Papier mit dem Wasserzeichen „Stern-Sechseckmuster“ verwendet, während man bei den übrigen Scheinen gestreiftes Kartonpapier benutzte, das zusätzlich einen farbigen Unterdruck erhielt: 5 Milliarden Mark rotes gestreiftes Kartonpapier mit braunem Unterdruck, 20 Milliarden Mark grünes gestreiftes Kartonpapier mit rotem Unterdruck, 50 Milliarden Mark hellgraues gestreiftes Kartonpapier mit graublauem Unterdruck. „Der Buchdrucksatz weist einige Merkwürdigkeiten auf. Allen Scheinen gemeinsam ist, daß die Ziffern in nicht zu der für den Text verwendeten Antiqua-Schrift passenden Grotesk- (zweimal ‚1923‘, einmal ‚27‘) bzw. in größeren Antiqua-Typen (‚30‘) gesetzt sind. Auch das erste ‚a‘ in ‚Marinekassen‘ weicht durchgehend von den sonst verwendeten Lettern ab.“[2] Sollte Letzteres ein Geheimzeichen sein, um Fälschungen schneller erkennen zu können? Alle Scheine kommen mit zwei verschiedenen Antiqua-Buchstabentypen in der vierten bis achten Zeile vor. Der Unterschied ist besonders gut bei den Großbuchstaben zu erkennen. Die Abbildung zeigt die mit Typ I und Typ II gekennzeichneten Aufdrucke. Wie es scheint, beträgt das Verhältnis beider Notgeldtypen 5:1. Die Druckerei arbeitete mit zwei Nummeratoren. Scheine des Typ I und II kommen stets mit einer 6,5 mm hohen Kontrollzahl vor. Eine Ausnahme bildet nur Typ II des 20-Milliarden-Mark-Nominals, das nur eine 5,5 mm hohe Kontrollnummer aufweist. Rixen vermutet, dass die Scheine des Typ I mit der 5,5 mm hohen Nummer Neudrucke für Sammler oder Museen darstellen, da sie meist kassenfrisch vorkommen und eine Nummer über 7500 zeigen. Anzumerken ist noch, dass hier die Wertzeile beim Schein zu einer Milliarde nur 87 mm lang ist, statt der sonst üblichen 89 mm. Die Scheine wurden bereits am 8. Dezember zur Einlösung bis zum 15. Dezember 1923 bei der Marinekasse Kiel-Wik, der Arsenalkasse und der Marine-Intendantur aufgerufen. Auch die Finanzkasse in der Feldstraße sowie sämtliche Postanstalten nahmen sie in Zahlung. Ob die Gutscheine auch außerhalb Kiels, z.B. in Stralsund, Swinemünde oder Pillau, im Umlauf waren, ist leider nicht bekannt. [1] Alle Angaben nach Dr. Jens-Uwe Rixen, Notgeld im Kieler Raum 1812 – 1948, Band I, Ausgaben der Stadt Kiel, der Provinz Schleswig-Holstein und der Reichsbehörden, hrsg. v. d. Landesbank Schleswig-Holstein, Girozentrale, Kiel 1992, S. 47 f. [2] Ebenda, S. 47. Uwe Bronnert Abb. Tempelhofer-Münzenhaus, Berlin, Auktion 159 (7. & 8. November 2019), Losnummer 3310.
- Falsches Militärgeld der NVA!
Sehr geehrter Herr Grabowski, Im Netz wurden Militärgeldscheine mit Handstempeln angeboten (Katalog-Nr. NVA-1-4), die nicht innerhalb der im Katalog gezeigten Nummernbereiche liegen. Könnten das Neuentdeckungen sein oder eher Manipulationen zum Schaden der Sammler? Wie ist ihre Meinung dazu und wie sollte man solche Scheine bewerten? Viele Grüße, P. Bachmann Antwort der Redaktion Hierbei handelt es sich um ein Satz Fälschungen von Militärgeld-Handstempeln (Manipulationen echter Banknoten), der bei Ebay angeboten wurde. Der Verkäufer konnte zum Glück davon überzeugt werden, dass das Manipulationen sind und die Scheine wurden für einen niedrigen zweistelligen Betrag „aus dem Verkehr gezogen“. Für den Käufer trotzdem ein kleiner Sammlungsbeitrag als Kuriosum. Es wird darauf hingewiesen, dass alle ausserhalb der im Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" genannten Serien, Kontrollnummern und Nummernbereiche liegenden Scheine mit Militärgeld-Stempeln Manipulationen zum Schaden der Sammler sind! Diese Übersicht wird derzeit überarbeitet und steht dann in der kommenden 24. Auflage aktualisiert zur Verfügung. Henning Huschka / Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026
- Auktionshaus Christoph Gärtner: Nachbericht zum Banknotenteil der 65. Auktion vom 9. Juni 2026
Großes Interesse und starke Ergebnisse bei der Banknotenauktion der 65. Auktion Die Banknotenauktion im Rahmen unserer 65. Auktion am 9. Juni verlief äußerst erfolgreich und stieß bei Sammlern aus dem In- und Ausland auf großes Interesse. Die Nachfrage nach seltenen und hervorragend erhaltenen Banknoten ist weiterhin ungebrochen und bestätigt den anhaltenden Aufwärtstrend in diesem Sammelgebiet. Besonders deutlich zeigte sich dabei, dass für viele Sammler die Erhaltung das entscheidende Kriterium ist. Bereits kleinste Gebrauchsspuren oder ein leichter Knick können den Wert einer Banknote erheblich mindern. Entsprechend gefragt sind makellos erhaltene Exemplare, für die Sammler bereit sind, Spitzenpreise zu bezahlen. Herausragende Ergebnisse erzielten vor allem seltene Banknoten aus den deutschen Nebengebieten. So wurde ein 100-Gulden-Schein aus Danzig von 1923 (Los 1796) für 22.500 Euro zugeschlagen. Ebenfalls auf großes Interesse stieß eine 500-Rupien-Banknote aus Deutsch-Ostafrika (Los 1805), die 21.000 Euro erreichte. Ein 10-Dollar-Schein der Deutsch-Asiatischen Bank (Los 1799) wechselte für 17.500 Euro den Besitzer. Für einen besonderen Höhepunkt sorgte eine der spektakulärsten Inflationsbanknoten Deutschlands: Ein Sammler wurde bei unserer Auktion gleich mehrfacher Billionär. Für die begehrte 100-Billionen-Mark-Banknote von 1924 (Los 1763) musste er allerdings 16.000 Euro investieren. Auch internationale Ausgaben waren stark gefragt. Eine 50-Francs-Banknote aus Algerien (Los 1501) erzielte bei einem Ausruf von lediglich 200 Euro einen Zuschlag von 2.300 Euro. Eine seltene 1-Pound-Banknote aus Süd-Rhodesien (Los 1652) konnte für 1.800 Euro erfolgreich vermittelt werden. Die Ergebnisse der Auktion unterstreichen eindrucksvoll die anhaltende Attraktivität historischer Banknoten. Seltenheit, hervorragende Erhaltung und eine interessante Geschichte bleiben die wichtigsten Faktoren für den Erfolg auf dem Sammlermarkt und sorgten auch bei unserer 65. Auktion für zahlreiche spannende Bietergefechte und hervorragende Zuschläge. Alle Ergebnisse finden Sie unter: www.auktionen-gaertner.de Hier geht es direkt zum NACHVERKAUF im Banknotenteil: https://www.auktionen-gaertner.de/de/suche/12964/kategorie/NU-110/seite/1/? Der Nachverkauf läuft noch bis 12. Juli 2026! Nutzen Sie bereits jetzt die Gelegenheit, hochwertige Einzelstücke, Sammlungen oder Nachlässe in unsere Herbstauktion einzuliefern, die vom 12. bis 16. Oktober 2026 stattfinden wird. Gerne beraten wir Sie persönlich, kompetent und unverbindlich. Kontaktieren Sie uns unter info@auktionen-gaertner.de oder über unser Kontaktformular auf unserer Website: https://www.auktionen-gaertner.de/de/kontakt/ Neue Webseite: https://www.auktionen-gaertner.de/de/
- Wahre Verbrechen: Der erste „Staatsfeind Nr. 1“ in den USA war ein Bankräuber!
Der am 4. April 1831 im lothringischen Metz geborene, aus Gisingen im heutigen Saarland stammende und 1858 in die USA ausgewanderte Mathias Dillinger ahnte bis zu seinem Tod im Jahr 1912 nicht, dass sein damals 9-jähriger Enkel John einer der berüchtigtsten Berufsverbrecher der 1930er Jahren in den USA werden würde. Abb. 1.1/2: John Herbert Dillinger, am 22. Juni 1903 in Indianapolis/Indiana geboren und am 22. Juli 1934 in Chicago/Illinois erschossen; Polizeifotos von Charlie Nye/AP 1924. Abb. 1.3 BOI-Foto von 1934 (digital koloriert von der Fa. Granger New York), alle Fotos abgedruckt im „Indianapolis Star“ (Fotos mit KI restauriert). Seine kleinkriminelle Karriere begann Dillinger im Städtchen Mooresville/Indiana. Zusammen mit seinem Freund Edgar Singleton raubte er einen Lebensmittelhändler im Ort aus, beide wurden gefasst und Dillinger erhielt im September 1924 eine 10-jährige Gefängnisstrafe. Während seiner achteinhalbjährigen Haftzeit lernte er im Indiana State Prison in Michigan City einen deutschen Mithäftling kennen: Walter Dietrich, der mit Herman K. Lamm mehrere Banken überfallen hatte. Lamm, ein ehemaliger Offizier, wurde wegen Falschspiels vor dem Ersten Weltkrieg aus der preußischen Armee entlassen und wanderte in die Vereinigten Staaten aus. Er hatte sich auf Banküberfälle spezialisiert, indem er seine militärische Ausbildung auf dieses kriminelle Metier übertrug. Er entwickelte ein System, das Banküberfälle von jeglichem Zufall befreien sollte. Er war der Ansicht, ein solcher Überfall müsse nach dem Muster einer strategischen Militäroperation ablaufen – präzise ausgeführt und perfekt abgestimmt. Mit dem erlangten neuen Wissen bereitete Dillinger später seine eigenen Banküberfälle vor. Am 10. Mai 1933 wurde er aus seiner ersten Haft entlassen und schon am 10. Juni 1933 raubte er die National Bank in New Carlisle/Ohio aus und erbeutete 10.600 US-Dollars. Insgesamt überfiel er bis zum Juni 1934 mit seinen Kumpanen mindestens zwölf Banken, vier Polizeistationen und verschiedene Gaststätten und Läden. Abb. 2: zeitliche Übersicht der wichtigsten Banküberfälle der Jahre 1933/34 von John Dillinger und seiner Bande; die Gesamtmenge ihrer Beute betrug über 329.400 US-Dollars – die Summen wurden in Presseveröffentlichungen und offiziellen Angaben abweichend angegeben; z. B. wird die höchste Beute beim Überfall in Greencastle offiziell mit 74.782,09 $ aufgeführt (diese Geldmenge hätte lt. den Angaben des US-Bureau of Labor Statistics vom Mai 2026 einem heutigen Kaufwert von über 8,2 Mio. US-Dollars entsprochen). Dillinger wurde während seiner Raubzüge bis zu seinem Tod mehrmals aufgespürt und verhaftet; das zweite Mal am 22. September 1933 in Dayton/Ohio. Er wurde anschließend nach Lima/Ohio ins Allen County Jail gebracht. Kurz vor seiner Befreiung durch drei seiner Komplizen am 12. Oktober 1933 schrieb Dillinger seinem Vater aus dem Gefängnis in einem Brief: „Ich weiß, dass ich eine große Enttäuschung für dich war, aber ich schätze, ich habe einfach zu lange gesessen – denn als ich hineinging, war ich noch ein unbeschwerter Junge, doch heraus kam ich verbittert gegen alles und jeden. Hätte man mich nach meinem ersten Fehler milder bestraft, wäre all dies niemals geschehen.“. Elf Tage später überfiel die Dillinger-Bande die Central National Bank in Greencastle/Indiana. Paul V. McNutt, Gouverneur von Indiana, mobilisierte daraufhin am 26. Oktober 1933 die Nationalgarde seines Bundesstaats. Abb. 3: 20 Dollars 1928, Vs., National-Banknote der Central National Bank of Greencastle; der US-Amerikaner Bobby Zoeller postete am 11. Dezember 2025 diesen Schein auf Facebook mit dem Hinweis, dass der Schein bei eBay.com für 199 Dollars angeboten wird und angeblich aus dem Geldraub des Überfalls auf die NB von Greencastle/Indiana am 23. Oktober 1933 stammen soll. Am 25. Januar 1934 wurde Dillinger in Tucson/Arizona abermals verhaftet und ins Lake County Jail nach Crown Point/Indiana gebracht. Nach einer spektakulären Flucht am 3. März 1934 mit einer hölzernen Pistole flieht er mit dem Auto von Sheriff Lillian Holley nach Chicago. Er hatte nicht bedacht, dass er dadurch gegen den „National Motor Vehicle Theft Act“ verstieß. Das Gesetz zum grenzüberschreitenden Autodiebstahl erlaubte nun das Eingreifen von Bundesagenten des Bureau of Investigation (BOI) – dem späteren FBI. Für viele US-Bürger war Dillinger ein Held und es entstand der zweifelhafte Mythos vom „Robin Hood der USA“. Die Filmproduktionsfirma Warner Brothers Pictures Inc. brachte im April 1934 eine Wochenschau über die landesweite Menschenjagd auf Dillinger in die Kinos. Zeitungen berichteten, dass die Zuschauer den Kriminellen Beifall klatschten und die Polizisten auspfiffen. Die Gouverneure der fünf US-Bundesstaaten Illinois, Indiana, Ohio, Michigan und Minnesota ließen mit Steckbriefen vom 24. Mai 1934 nach Dillinger suchen und versprachen 5 Mio. US-Dollars Belohnung für dessen Ergreifung. Ab März 1934 lebte Dillinger unter dem Namen Carl T. Hellman und hoffte mit plastisch-chirurgischen Eingriffen sein Aussehen zu verändern. Dr. Wilhelm Loeser und Dr. Harold Cassidy versuchten, Dillingers Fingerabdrücke mithilfe von Säuren zu entfernen. Dillinger feierte seinen 31. Geburtstag am 22. Juni 1934 im Nachtclub „French Casino“ in Chicago. Am selben Tag ernannte BOI-Chef Edgar Hoover den Kapitalverbrecher als erste Person überhaupt offiziell zum „Staatsfeind Nr. 1“ (= Public Enemy No. 1). Hoover ließ vor Dillingers letztem Banküberfall Fahndungsblätter drucken. Die Steckbriefe stießen auf großes Interesse und hatten letzten Endes auch den erhofften Erfolg. Abb. 4: Steckbrief des BOI vom 25. Juni 1934 mit kompletter Personenbeschreibung aufgrund des Kongressgesetzes vom 6. Juni 1934, US-Generalstaatsanwalt H. S. Cummings garantierte Personen, die Dillinger ergreifen, ein Kopfgeld von 10.000 Dollars – 5.000 Dollars wurden für Informationen versprochen, die zur Festnahme des Gangsters führen; Kontaktdaten befanden sich auf der Rückseite (damalige 10.000 Dollars hätten heute eine Kaufkraft von fast 250.000 US-Dollars). Aus der Beute seines letzten Banküberfalls am 30. Juni 1934 auf die Merchants NB in der Großstadt South Bend am St. Joseph River sind mehrere National-Banknoten aufgetaucht und wurden von Auktionshäusern, auf eBay und auf Facebook angeboten: Abb. 5: 20 US-Dollars 1929, Vs., Banknote der Federal Reserve Bank of Chicago/Illinois, am 14. April 2024 wurde der aus dem Bankraub stammende Schein unter dem Lot 4329 auf der Auktion von Holabird Western Americana in Reno/Nevada für 800 US-Dollars (+ 200 Dollars Aufgeld) versteigert. Abb. 6: 2 × 10 US-Dollars 1929, Vs., Banknoten der Merchants National Bank of South Bend/Indiana; der obere Schein wurde am 16. Mai 2024 von Marshall Mallory bei Facebook zum Sofortkauf für 175 US-Dollars (inkl. Versand) angeboten ... und so verkauft; der untere Schein wurde als Lot 254 am 29. September 2024 für $ 150 bei Casper‘s Auctions in Mishawaka/Indiana angeboten. Abb. 7: 5 US-Dollars 1929,Vs., National Bank of Commerce of New London/Connecticut, Nummer C004273A (Marshall Mallory s. o.). Abb. 8: 10 US-Dollars 1929, Vs., First National Bank of Goliad/Texas, Nummer F001161A (Marshall Mallory s. o.). Abb. 9: 10 US-Dollars 1929, Vs., Colobial-American National Bank of Roanoke/Virginia, Nummer C027584A (Marshall Mallory s. o.). Nach einem knappen Monat des Fahndungsaufrufs gab eine Freundin von Dillinger der Polizei den entscheidenden Tipp: Dillinger würde am Abend des 22. Juli 1934 das Kino an der Lincoln Avenue in Chicago besuchen. Anna Sage rief gegen 17.30 Uhr den BOI-Agenten Melvin Purvis an, der umgehend eine Spezialeinheit bildete. John Dillinger sah sich den Gangsterfilm „Manhattan Melodrama“ (deutscher Titel: Mord in Manhattan) im Biograph Theatre zusammen mit Anna Sage und einer Bekannten an. Nach Ende der Vorstellung trat Dillinger auf die Straße, witterte die Falle, floh in eine Seitengasse und wurde dort angeblich ohne Anruf erschossen; man brachte ihn ins Alexian Brothers Hospital, wo gegen 22:50 Uhr sein Tod erklärt wurde. Bei der Verräterin handelte es sich um die 55-jährige Rumänin Ana Cumpănaș, die 1914 mit Mann und Sohn illegal in die USA einreiste. Nach ihrer Scheidung heiratete sie den Rechtsanwalt Alexandru Suciu und nannte sich fortan Anna Sage (phonetisch für Suciu). Sie erhielt nur die Belohnung von 5.000 US-Dollars und entgegen dem Versprechen, sie einzubürgern, wurde sie dennoch 1936 ausgewiesen. Von den Dillinger zuzuordnenden Memorabilia ist besonders ein Erinnerungsstück bemerkenswert: der blutbefleckte 1-Dollar-Schein von 1928. Der Schein befand sich in Dillingers Nachlass und wurde jahrelang von seiner Halbschwester Frances Helen Dillinger Thompson aufbewahrt – so in einem Interview vom 24. August 1997. Der Schein befand sich in einem Originalumschlag, der der Familie vom BOI übergeben wurde. In diesem Umschlag wurde das Bargeld, das er bei sich trug, an seinen Vater zurückgegeben. Dillinger hatte zum Zeitpunkt seines Todes 7,81 Dollars in seiner Geldbörse. Zeitzeugen berichteten jedoch, dass eine große Summe Geld aus den Taschen von Dillinger durch BOI-Agenten entwendet worden sei. Der Restbetrag der knapp acht US-Dollars wurde im Laufe der Jahre offenbar an verschiedene Familienmitglieder verteilt. Es erscheint kaum glaubhaft, dass Dillinger als Bankräuber nur diese geringe Geldmenge während seines abendlichen Ausflugs bei sich hatte. Abb. 10: Umschlag vom BOI mit dem Name John. Dillinger, dem Datum 7-23-34 (= 23. Juli 1934) und einer Bargeldangabe von $ 7.81, am 12. Dezember 2009 bei Heritage Auction mit dem Originaltext „John Dillinger: A Blood-stained One Dollar Bill Taken from His Remains with Original Envelope Given to the Family by the FBI....“ angeboten. Abb. 11: 1 US-Dollar 1928 B, von Februar 1932 bis März 1933 ausgegeben, Vs., blutbefleckter Schein/Silver Certificate; im Lot 57671 der gleichen Auktion von einem Telefonbieter für 14.340 US-Dollars ersteigert. Abb. 12: 1 US-Dollar 1928 B, Rs., mit handschriftlichem Vermerk „7-22-34 – Johnie“ (22. Juli 1934), wahrscheinlich von einem Familienmitglied von John Dillinger geschrieben. Der ehemalige Pinkerton-Ermittler, Historiker und Sammler Joe Pinkston eröffnete 1975 das John Dillinger Historical Museum in Nashville/Indiana und schloss es 1997. Die Bestände des Museums wurden danach an das Lake County Convention and Visitors Bureau verkauft und im November 1999 wurde ein neues Museum im Lake County Visitors Center in Hammond/Indiana eröffnet. Dem Museum wurde eine Gedenkstätte für die im Dienst getöteten Polizisten hinzugefügt. Das John-Dillinger-Museum zog im Sommer 2015 von Hammond in das historische Old Lake County Courthouse nach Crown Point/Indiana um und wurde am 31. August 2017 dauerhaft geschlossen. Abb. 13: Dillingers Hose (original?) im Museum in Crown Point/Indiana (Abb. in einer Ausgabe des „IndyStar“; auffallend ist das Fehlen der 1-Dollar-Note). Gerüchten zufolge hatte Dillinger einen Großteil seiner Beute vergraben, unter anderem in der Nähe der Little Bohemia Lodge in Wisconsin, wo er sich vor dem BOI versteckte. Der investigative Filmemacher Josh Gates hatte versucht, diesen Gerüchten nachzugehen. Gates konnte in seiner Filmdoku „Expedition unknown – „Dillinger’s Lost Loot“ (deutscher Titel „Mythen auf der Spur – Die Beute des berüchtigten Bankräubers“) jedoch kein positives Ergebnis vorweisen. Abb. 14: Szene aus dem erstmals im August 2019 auf Travel Channel gelaufenen Beitrag „Dillinger’s Lost Loot“ (Staffel 9, Folge 1), zu sehen ist dort die fiktive Bunkerung und das Verscharren eines Bündels von 20-Dollars-Scheinen in einer Schatulle auf dem Grundstück der Lodge. Die kommerzielle Vermarktung der Vita und der Untaten von John Dillinger begann schon 1934. Viele Zeitungsartikel, Bücher und Filme kann man nachverfolgen; besonders die vier Verfilmungen sollten genannt werden: 1945 erschien die erste Verfilmung mit dem Originaltitel „Dillinger“ (deutscher Titel „Jagd auf Dillinger“); es folgten weitere, so „Public Enemies“ der letzte von 2009 mit Johnny Depp in der Hauptrolle nach dem gleichnamigen Sachbuch von Bryan Burrough. Abb. 15: Filmszene aus dem Film „Dillinger“ von 1945 mit dem Streit über die Aufteilung der Beute zwischen Dillinger und seinem Bandenmitglied „Specs“ Green (sitzend); John Dillinger beanspruchte angeblich immer den doppelten Anteil an der Beute für sich. Abb. 16: andere Szene mit gestapelten 100-Pesos-Scheinen, Requisitengeld/mexikanische Geldscheine aus der Zeit der Revolution 1910–1920; ähnlich den Originalscheinen Pick SCWPM/S-1076 1. März 1915, Ausgabe des „Estado de Sonora“ in Hermosillo (Druckerei: American Bank Note Company). Abb. 17: Filmszene aus „Public Enemies“; zu sehen ist sog. Filmgeld – 20- und 50-Dollars-Banknoten mit dem Bildnis von Präsident Thomas Jefferson, den man nur von 2-Dollars-Noten kennt (auf den kleinformatigen 50-Dollars-Scheinen ist jedoch Präsident Ulysses S. Grant abgebildet. Es existieren seit Jahren Fantasiegeldscheine mit Dillingers Abbild; die Verherrlichung eines Mörders, Räubers und Entführers ist unbegreiflich. Skurrile Angebote, in der Hoffnung auf einen finanziellen Gewinn, findet man ebenfalls im Internet. Fragwürdig ist bspw. das Angebot der Fa. BART Inc. in Roseville/Michigan, die auf ihrer Plattform executivecurrency 100-Dollars-Scheine für 185,00 US-$ anbieten und sie als sog. Mobster money beschreiben: „$100 1928-A FRN Early Hundred from Chicago Mobster Money Very Fine ... Circulating the streets of Chicago, we can only guess whose hands this note passed through. Al Capone? John Dillinger?“ (= ... in den Straßen von Chicago kursiert; wir können nur mutmaßen, durch wessen Hände er gegangen ist. Al Capone? John Dillinger?). Mit „Mobster money“ meint man sog. Gangster-/Mafia-Geld aus illegalen Einnahmen wie Raub, Erpressung, Drogenhandel, illegalem Glücksspiel, Schutzgeld, Geldwäsche usw. Abb. 18: 100 US-Dollars 1928 A, Vs. FR-Note, Ausgabe G/7 für die Federal Reserve Bank of Chicago, von dieser Ausgabe wurden mehr als 4 Mio. Banknoten gedruckt – der Katalogwert liegt in dieser Erhaltung bei nur etwa 110,00 bis 150,00 $. Michael H. Schöne Quellen: https://discoverindianahistory.org https://de.wikipedia.org https://en.wikipedia.org https://eu.indystar.com https://historical.ha.com https://johndillinger.com https://multimedia.fbi.gov https://reason.com https://vault.fbi.gov https://www.crimemuseum.org https://www.bridgemanimages.com https://www.executivecurrency.com https://www.fbi.gov https://www.google.com https://www.ha.com https://www.paulfrasercollectibles.com https://www.pbs.org https://www.sdpb.org https://www.youtube.com
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Juni 2026, Teil 2
Bangladesch, Indonesien, Iran, Katar, Namibia, Pakistan, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate, Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Bangladesch 500 Taka, neue Auflage BNB B371c: wie BNB B371b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Rahman). 1000 Taka, neue Auflage BNB B372c: wie BNB B372b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Rahman). Indonesien 5000 Rupiah von 2026 BNB B619e: wie BNB B619d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 20.000 Rupiah von 2026 BNB B621e: wie BNB B621d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Iran 100.000 Rials, neue Auflage BNB B301f: wie BNB B301e (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Hemmati/Madanizadeh). Katar 50 Riyals von 2026 BNB B229a: wie BNB B222b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Al-Thani/Al-Kuwari), neuem Jahr, überarbeitetem, gefenstertem Sicherheitsfaden, überarbeitetem Staatswappen und einem Nennwert unten links auf der Vorderseite, der als westliche und nicht als arabische Ziffer angegeben ist. Namibia 50 Namibia Dollars von 2026 BNB B222b: wie BNB B222a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 100 Namibia Dollars von 2026 BNB B223b: wie BNB B223a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Pakistan 500 Rupees von 2026 BNB B237y: wie BNB B237x (SCWPM 49A), aber mit neuem Jahr. Thailand 20 Baht, neue Auflage BNB B200d: wie BNB B200c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Chunhavajira/Suthiwartnarueput). Vereinigte Arabische Emirate 50 Dirhams von 2026 BNB B248c: wie BNB B248b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr (1447/2026). Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124Sy: wie BNB B124Sx (SCWPM 918S), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe S = Guinea-Bissau. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)












