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  • Leserpost: Moderne Serienscheine aus Thüringen?

    Vor einigen Jahren konnte ich drei Notgeldscheine der Stadt Weißensee in Thüringen von 1921 kaufen, die so nicht in ihrem Katalog der deutschen Serienscheine zu finden sind. Es handelt sich um Werte zu 1, 5 und 10 Mark von 1921 auf Karton. Handelt es sich evtl. um Probedrucke oder Muster, die nicht ausgegeben wurden? Könnten Sie mir bitte mitteilen, um was es sich dabei genau handelt und ob die Scheine einen höheren Sammlerwert haben als die normalen Serienscheine der Stadt? Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe. H. Weiss Antwort der Redaktion: Ich selbst konnte vor ca. zehn bis 15 Jahren diese drei Scheine für meine Sammlung erwerben. Natürlich stellte sich damals auch mir die Frage, was es damit auf sich hat, zumal es sich um meine Heimatstadt handelt, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Nach einer Rückfrage beim Stadtarchiv war klar, dass es hier keine Belege dazu gab und man von einem Nachdruck zur 700-Jahr-Feier der Stadt 1965 ausging. Henning Huschka führt deshalb die Scheine in seinem Katalog "Ersatzgeld und geldähnliche Belege in der DDR" unter GS 310 auf und schreibt: Gutscheine während der Feiern zu 700 Jahre Stadtrecht – Nachdruck des Notgeldscheines zu 1 M von 1921, sowie Änderung der Druckplatten bei den Scheinen zu 5 und 10 M. Die Scheine konnten für MDN [Mark der Deutschen Notenbank] umgetauscht werden und dienten als Bezahlungsmittel für Buden und Kioske während der Feierlichkeiten. Nicht eingelöste Scheine verblieben als Andenken beim Käufer. Die sehr schönen Serienscheine der Stadt Weißensee wurden vom Erfurter Grafiker und Maler Alfred Hanf (1890-1974) gestaltet, der auch Notgeld für Erfurt und weitere Städte entworfen hat. Stadt Weißensee in Thüringen: Serienschein zu 1 Mark vom 1. August 1921, Original, Vorderseite mit der heiligen Elisabeth von Thüringen und dem sog. "Rosenwunder" und Rückseite mit der Wartburg oben und deren Schwesterburg, der Runneburg in Weißensee, unten. Spätestens seit der sehr lesenswerten Veröffentlichung "Erfurter Geld- und Medaillengeschichte, Band III – Alfred Hanf: 100 Jahre künstlerisches Notgeld für Erfurt, Gebesee, Sömmerda und Weißensee – Entwürfe, Proben und Geschichte(n)" von Hans-Peter Brachma ń ski und Ringo Staudt aus dem Jahr 2021 ist klar, dass es sich um Nachdrucke handelt, die vom ehemaligen Runneburgverein der Stadt zur 825-Jahr-Feier der Runneburg im Jahr 1993 ausgegeben worden sind. Die auf festem Karton ausgeführten und von ihrer Gestaltung ausschließlich am 1-Mark-Schein von 1921 orientierten Nachdrucke waren 1993 während eines Burgfestes gültig, das zu diesem Jubiläum veranstaltet wurde. Druckplatten wurden hierfür jedoch mit Sicherheit nicht geändert, da die Bearbeitung der Vorlage auch schon in den 1990er Jahren digital möglich war. Auch für den Druck selbst benötigte man zu dieser Zeit schon keine Druckplatten mehr. Im Juni diesen Jahres besuchte ich meine alte Heimatstadt und sowohl im Stadtarchiv als auch durch Sammler des ehemaligen Vereins der Briefmarken- und Münzfreunde von Weißensee, die sich immer noch regelmäßig treffen, wurde die Verwendung zum Burgfest 1993 bestätigt. Es gibt wohl keine Bestände dieser Nachdrucke mehr, der Runneburgverein hat sich leider 2010 aufgelöst. Es gibt auf der Burg seither kein Museum mehr (abgesehen von ehrenamtlichen Führungen an Wochenenden), auch Gastronomie, Burgfeste, Mittelalterfeste und das beliebte Steinschleuderschießen mit dem Nachbau einer mittelalterlichen Blide wurden leider eingestellt. Von den Nachdrucken dürften aber noch einige Stück als Souvenir aufbewahrt worden sein. Sie sind auf alle Fälle deutlich seltener als die Original-Serienscheine von 1921 und verdienen es, in Regional- oder Notgeldsammlungen aufbewahrt zu werden. Nach Rücksprache mit Herrn Thomas Stolle vom ehemaligen Runneburgverein, wurden die Nachdrucke definitiv zum Burgfest 1993 angefertigt. Der Originalschein zu 1 Mark von 1921 wurde dazu als Vorlage genutzt und vom Grafiker und Zeichner Fleischmann aus Sömmerda abgeändert. Es handelte sich um eine größere Auflage, da zum Burgfest etwa 10.000 Besucher kamen. Zum Jubiläum 1965 gab es lediglich runde Plastikmünzen. Weißensee/Thür., 1 Runneburg-Taler (Plastik, Durchmesser ca. 5,7 mm), ausgegeben zur 700-Jahr-Feier der Stadt 1965, Vorderseite mit Wertangabe im Lorbeerkranz, Rückseite mit Runneburg. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Abbildungen Geldscheine: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte Plastikmünze: Thomas Stolle Literaturempfehlungen Hans-Ludwig Grabowski | Manfred Mehl Deutsches Notgeld, Band 1 und 2: Deutsche Serienscheine 1918 – 1922 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-518-3 Auflage: 3. völlig überarbeitete und neu bewertete Auflage 2009 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 960 Preis: 45,00 Euro Mehr lesen Hans-Peter Brachma ń ski / Ringo Staudt: Erfurter Geld- und Medaillengeschichte, Band III Alfred Hanf – 100 Jahre künstlerisches Notgeld für Erfurt, Gebesee, Sömmerda und Weißensee, Entwürfe, Proben und Geschichte(n) 100 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Harteinband, Erfurt, 2021 Preis: 19,90 Euro ISBN: ohne Mehr lesen

  • Teutoburger Münzauktion: Vorschau auf die Auktion 169 vom 9. bis 13. September 2025

    Die Herbstauktion in Borgholzhausen besteht wieder aus 3 Katalogteilen: Der erste Teil enthält 522 Positionen: Münzen, Medaillen, Uhren und Schmuck aus Gold, Platin und Palladium. Hier finden Sie Exponate ab der Antike bis zur Moderne, Anlagegoldmünzen, aber auch zahlreiche Raritäten, vor allem eine beispiellose Sammlung Dukaten, Doppeldukaten, Fünffach-Dukaten und Zehnfach-Dukaten der Tschechoslowakei, altdeutsche Goldgulden, Dukaten und Mehrfachdukaten, Reichsgoldmünzen (u.a. Preussen 10 Mark 1878 B), usw. Der zweite Teil enthält 2700 Positionen: Münzen, Medaillen, Orden, Militaria und Kleinantiquitäten. Wie immer beginnt der Hauptkatalog mit China & Südostasien (hier u.a. 2 äußerst seltene Proben von Szechuan), gefolgt von antiken Münzen (besonders altgriechische Tetradrachmen, Statere und Didrachmen). Im Auslandsbereich sind Münzen und Medaillen aus aller Welt vertreten, vor allem Frankreich, Großbritannien und Italien. Eine umfangreiche Abteilung sind die habsburgischen Erblande mit Talern und Doppeltalern, den Gebieten Böhmen, Salzburg, usw. Bei Altdeutschland sind u.a.  große Sammlungen von Bremen und Mecklenburg enthalten. Nach thematischen Medaillen kommt der moderne deutsche Bereich nach Jaeger ab dem Kaiserreich bis zur Bundesrepublik und DDR. Besonders erwähnenswert ist hier die Sammlung Reichssilbermünzen mit herausragenden Erhaltungen und Seltenheiten. Am Ende des Münzbereichs folgen wie immer die Lots und Sammlungen, hier sage und schreibe 162 Positionen mit Schätzpreisen von 50 bis 15.000 Euro. Definitiv eine Reise wert zur ausführlichen Besichtigung! Es folgen Orden und Ehrenzeichen, Militaria, usw. Der dritte Teil enthält Banknoten und Briefmarken aus aller Welt. Das Leitstück ist hier der 20-Rupienschein von 1916 aus Sansibar. Nr. 4001 - 4318 Banknoten: Versteigerung am Samstag, 13.09.2025 ab 10 Uhr! Hier geht es direkt zum Banknotenteil der Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/11945/seite/1/?lot_range=4001-4318 Vorschau auf eine kleine Auswahl zum Papiergeld: Los 4027 Banknoten, Ausland, Frankreich: Pick 51a Banque de France, 50 Francs 10.10.1870. kl. Einriss hinterklebt (restauriert) sonst III, sehr selten Ausruf: 3.500 EUR Los 4074 Banknoten, Ausland, Sansibar: Pick 4a The Zanzibar Government, 20 Rupees 1.8.1916. Chief Secretary and Treasurer. Signatures: John Sinclair und Jasper Corbett Davis. Red serial number 155915. III / VF, äußerst selten / extremely rare Ausruf: 20.000 EUR Los 4100 Banknoten, Altdeutschland, Württemberg, Königreich: Grabowski/Kranz 688, Pick S841 Kassenschein, 2 Gulden 1.8.1849. Königliche Staats-Haupt-Kasse 1849 - 1871. Serie J. III Ausruf: 1.000 EUR Los 4120 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945, Länderbanknoten, 1874-1925: Rosenberg 737, Grabowski BAY-24 100 Reichsmark der Bayerischen Notenbank 11.10.1924. Serie A. Vs. u. Rs. mit rotem Überdruck „Muster“. KN.000000, mit Lochentwertungen. I- / II+, selten Ausruf: 1.000 EUR Los 4142 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948: Rosenberg 242, Grabowski WBZ-7 50 Deutsche Mark, Serie 1948. Serie K/F. I, selten in dieser Erhaltung Ausruf: 1.200 EUR Los 4166 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948: Rosenberg 285a, Grabowski BRD-29 1000x 5 Deutsche Mark 2.1.1980. Fortlaufende KN. Serie B/V 7398002 - 7399000. Insgesamt 10 Bündel mit je 100 Scheinen, alle im original Gebinde der BBk/LZB. Darunter 1x Austauschnote Serie Y/A. I, in der Form äußerst selten Ausruf: 5.000 EUR Los 4191 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Bielefeld (Westfalen), Notgeld besonderer Art: Grabowski P63 Variante Druckprobe (einseitig) zu 1000 Mark Seide, weiß 15.2.1923. Druck: rot/schwarz, Motiv wie spätere Ausgabe zu 5000 Mark, mit Trauer-Spitze und Hand-Unterschr. des ehemaligen Direktors „Hanke“ der Stadtsparkasse Bielefeld. Im Grabowski nicht gelistet. II, äußerst selten Ausruf: 1.000 EUR Los 4242 Banknoten, Lots, Deutschland: Notgeldscheine, Ausnahmenachlass eines Sammlers mit ca. 18.000 Scheinen. Sortiert von A-Z in ca. 195 Alben. Dabei viele gesuchte Ausgaben in besseren Erhaltungen, 1914er Scheine, Kleingeld- u. Serienscheine, Inflationsscheine darunter etliche Billionen-Scheine, Großnotgeld, Wertbeständiges Notgeld, etwas besetztes Deutschland, Notgeld besonderer Art etc. Eine sehr interessante und umfangreiche Spitzensammlung, die zeitaufwendig besichtigt werden sollte. Fundgrube !! unterschiedlich erhalten Ausruf: 15.000 EUR Los 4243 Banknoten, Lots, Deutschland: Zahlungsmittel von Schulstaaten und Kinderspielstädten. Vermutlich die größte existierende Sammlung. Mehrere tausend verschiedene Scheine und etliche Dubletten, Druckbögen etc., alphabetisch sortiert in 24 Sortierkästen. Dabei viele bunte und einfallsreiche Gestaltungen. Laut Einlieferer ein Katalogwert von über 15000,- Euro. Sicherlich in dieser Form nicht wieder zusammenzutragen. augenscheinlich alle I Ausruf: 3.500 EUR Los 4244 Banknoten, Lots, Deutschland: Notgeldscheine, sehr umfangreiche, ungezählte Sammlung von vermutlich überwiegend Serienscheinen und Kleingeldscheinen. Alle in blickdichte Umschläge gepackt und beschriftet (ca. 2500 Stück) und teils nach Orten sortiert. Unbedingt besichtigen, Fundgrube ! unterschiedlich erhalten Ausruf: 3.000 EUR Los 4245 Banknoten, Lots, Deutschland: Notgeldscheine, schöne Sammlung von ca. 3650 Scheinen in 20 Alben, sortiert von A-Z. Dabei 1914er Scheine, Serien- u. Kleingeldscheine, Inflation bis zur Billion, Länderbanknoten und ein wenig Reichsbanknoten. Besichtigen, möglicherweise Fundgrube. unterschiedlich erhalten Ausruf: 2.500 EUR Los 4246 Banknoten, Lots, Deutschland: BRD, Posten mit insgesamt 114 Scheinen, davon 63x 5, 14x 10, 32x 20, 2x 50 u. 3x 100 Deutsche Mark aus 1960 - 1993. Darunter viele Austauschnoten. Im Anhang noch etwas Euro und DDR. Besichtigen. I-III Ausruf: 1.100 EUR Los 4247 Banknoten, Lots, Deutschland: Reichsbanknoten, enormer Posten mit bestimmt tausenden Scheinen. Dabei viel Massenware und Doubletten, gesammelt in 2 Schuhkartons und 2 Alben, teils auch schon bestimmt. Darunter auch Notgeldscheine, Besatzungsausgaben und DDR gesichtet. Ein Posten für den Kenner, der unbedingt besichtigt werden sollte. Bestimmt Fundgrube ! unterschiedlich erhalten Ausruf: 1.000 EUR Los 4307 Banknoten, Lots, Allgemein: Alle Welt, eine sehr interessante Sammlung von insgesamt ca. 3000 Banknoten, überwiegend modernere Scheine (aber auch einige ältere). Unterteilt in Afrika, Amerika, Asien, Europa etc. Dabei umtauschbare Scheine u.a. aus Belgien, Niederlande, Schweiz, USA und einige Euros. Unbedingt besichtigen. meist überdurchschnittlich erhalten, augenscheinlich I bis II Ausruf: 10.000 EUR Hier geht es direkt zum Banknotenteil der Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/11945/seite/1/?lot_range=4001-4318 Teutoburger Münzauktion GmbH Brinkstraße 9 33829 Borgholzhausen Webseite: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de Telefon: 05425/930050

  • Lexikon: Leprageld

    Unter den zahlreichen während des Zweiten Weltkriegs unter japanischer Besatzung ausgegebenen Notgeldscheinen der Philippinen befindet sich eine Ausgabe der Lepra-Kolonie auf der Insel Culion , einem Teil der Provinz Palawan. Leprageld, Notgeldschein über 1 Peso der philippinischen Lepra-Kolonie Culion von 1942, Format 127 x 63 mm. Die Kolonie für Leprakranke wurde 1906 errichtet. Bereits 1913 hatte man eigenes Münzgeld ausgegeben, das bis 1930 zirkulierte. Als die Kolonie 1942 von jedem Nachschub abgeschnitten war und es an Zahlungsmitteln fehlte, gab das Bureau of Health, Culion Leper Colony (Gesaundheitsbüro, Culion Lepra-Kolonie) unter Kontrolle eines Komitees primitiv hergestellte Notgeldscheine aus. Die 1-, 5-, 20, und 50-Centavos- sowie 1-, 5- und 20-Pesos-Scheine wurden nachträglich am 9. Februar 1942 von Präsident Manuel Quezon genehmigt. Sie zirkulierten bis zum 28. Juli 1942, als die Japaner die Insel besetzten und ihr eigenes Besatzungsgeld ausgaben. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Kennen Sie den Grächendollar?

    Wegen des starken Schweizer Frankens war und ist ein Urlaub in der Schweiz schon immer ein wenig teurer, als anderswo. Der Schweizer Franken bremste in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Lust ausländischer Gäste auf Sommerferien im teuren Alpenland. Dafür zog es die Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland. Als Folge gingen im schweizerischen Fremdenverkehr die Umsätze zurück, die Erträge schmolzen. Aufgrund dessen beschloss im Jahre 1996 der Tourismusverein Grächen (Kanton Wallis) eine eigene "Währung" herauszugeben, um so der touristischen Misere zu begegnen. Die regionale Währung hatte in der Gemeinde Grächen [1][2] sowie in der Nachbargemeinde St. Niklaus [3] , Gültigkeit. Das Ziel bestand darin, den Tourismus in der Sommersession 1996 anzukurbeln. Die Gemeinde liegt landschaftlich sehr schön auf über 1619 m über NN im schweizerischen Kanton Wallis und bietet dem Besucher im Sommer und Winter vielfältige Möglichkeiten für Aktivitäten. Nähere Informationen können der entsprechenden Webseite [4] entnommen werden. Bild 1: Ansichtskarte aus Grächen um ca. 1980. Für die Umsetzung einer eigenen Regionalwährung wurde in der Gemeinde Grächen ein sogenannter Bankrat gegründet. Die Aktion wurde von Hotels, Gastronomen, Bergbahnen und vielen Gewerbetreibenden getragen. Der „Grächendollar“ war geboren. Der Wechselkurs zum Schweizer Franken wurde stets der saisonalen Nachfrage angepasst. In den Wechselinstituten bezahlte man pro 100 Grächendollar zwischen 88 bis 92 Schweizer Franken. Daraus ergab sich eine effektive Ersparnis von 8 bis 12 Prozent. Die Ausgabe des Grächendollars war auch mit dem Notenmonopol der Schweizer Nationalbank vereinbar. Eine Bewilligung für eine weitere Ausgabe des Grächendollars zu einem späteren Zeitraum wurde seitens der Nationalbank aber nicht erteilt. Entworfen wurden die Scheine von Peter Hauser und Rolf Lenz vom Werbebüro X-ept in Zürich. Gedruckt wurde der Grächendollar von der Druckerei Trüb in Aargau auf Hadernpapier im Offset- und Tiefdruckverfahren. Die Scheine verfügen über hohe Sicherheitsmerkmale, wie eine Sicherheitsfolie am oberen Rand der rechten Aussparung der Vorderseite; das Wort „GRÄCHEN“ in Ultraviolett-Druck von der Rückseite lesbar, sowie über ein Wasserzeichen das ein Edelweiß zeigt. Allen Scheinen ist gemeinsam, dass auf Vorder- und Rückseite die gleichen Motive abgebildet sind. Bild 2: 10 Grächendollar, Vorderseite. Die Vorderseite zeigt ein Edelweiß mit einem Schweizerkreuz über einem Bergbach und den Schriftzug „Good day sunshine“. Links befindet sich die Wertangabe und oben rechts ein rechteckiges Medaillon des Walliser Humanisten Thomas Platter [5] mit einer Inschrift. Bild 3: Medaillon mit Porträt des Humanisten Thomas Platter (1499-1582). Die Rückseite zeigt ebenfalls ein Edelweiß mit einem Schweizerkreuz, eine strahlende Sonne und den Schriftzug „Good day sunshine“. Rechts befindet sich die Wertangabe. Links unten das Verfallsdatum und die Unterschriften des Präsidenten des Bankrates und des Direktors des Tourismusbüros. Am linken Rand ist die Kennnummer gedruckt. Die Scheine sind alle im Format von 140 mm x 70 mm gedruckt und waren nur vom 8. Juni 1996 bis 30. Oktober 1996 gültig. Nach dem 30.10.1996 erfolgte kein Umtausch in Schweizer Franken mehr. Abb 4: 10 Grächendollar, Rückseite. Ausgegeben wurden:   Auflage Nicht eingelöst Bewertung  in Euro ca. 1 Grächendollar 24.000 12.600 15 5 Grächendollar 16.000 6.100 20 10 Grächendollar 8.000 2.900 30 20 Grächendollar 8.000 2102 50 50 Grächendollar 2.000 650 380 100 Grächendollar 8.000 1501 150 Alle eingelösten Scheine sind vernichtet worden. Bei Erwerb der Grächendollars wurde dem Kunden auch ein Übersichtsplan der Leistungsträgergemeinschaft ausgehändigt. Aus ihm konnten alle Annahmestellen entnommen werden. Der Plan war ca. im DIN A4-Format und beidseitig bedruckt. Gedruckt wurde der Übersichtsplan von der Firma Mengis Druck und Verlag in Visp (Kanton Wallis). Dieser Übersichtsplan ist heute so gut wie nicht mehr erhältlich. Abb 5/6: Übersichtsplan der Leistungsträgergemeinschaft Grächendollar, Vorder- und Rückseite. Einige wenige Grächendollar, meistens Scheine zu 1 oder 5 Dollar, können heute noch über diverse Online- und Händlerportale im Internet erworben werden. Die o.a. Bewertungen orientieren sich daran. Im Katalog „Die Banknoten der Schweiz“ von Jürg Richter und Ruedi Kunzmann ist u.a. der Grächendollar katalogisiert (Seite 515 – 519). Der Katalog ist im Jahre 2003 im Gietl Verlag erschienen und heute leider ausverkauft. Anmerkung zum Schein über 50 Grächendollar Diese Note ist verspätet geliefert worden sein. Im offiziellen Umlauf soll sie sich zu keinem Zeitpunkt befunden haben. Sie wurde eher als Reservebestand gehalten. Einige Scheine wurden aber an Journalisten, ein Werbebüro und an einige wenige Personen abgegeben. Daher rührt auch die Seltenheit dieser Ausgabe. Banknotenbriefe Es existieren auch einige wenige Banknotenbriefe. Die Umschläge sind mit alpinen Motiven gestaltet und mit Schweizer Briefmarken versehen. Alle Umschläge sind am Tag der Erstausgabe des Grächendollars am 8. Juni 1996 gestempelt. Abb. 7: Banknotenbrief mit 5 Grächendollar, Briefmarke und Stempel vom Erstausgabetag. Bekannt sind bislang Banknotenbriefe mit 5 Grächendollar (angeboten für rund 25 Euro) und 50 Grächendollar (verkauft vor einigen Jahren im Onlinehandel für rund 450 Euro). Vermutlich wurden diese Banknotenbriefe von privater bzw. gewerblicher Seite initiiert und es existieren wahrscheinlich auch Banknotenbriefe mit weiteren Wertstufen. Die jeweilige Auflagenhöhe dürfte eher gering sein. Der Grächendollar ist eine interessante Ergänzung einer internationalen Banknotensammlung und speziell einer Schweiz-Sammlung. Auch Sammler von modernen Regionalwährungen, die es bekanntlich weltweit gibt, finden hier eine ansprechende Ergänzung. Grächen ist eine findige Gemeinde und geht ihren eigenen Weg. Seit ungefähr 2012 gibt es die Indikative „Grächen Euro 1.35“ und „Grächen Euro 1.30“. Abb. 8: Grächen-Euro, entnommen der Webseite 20min.ch . Besucher in der Wintersession konnten statt mit Schweizer Franken in Euro bezahlen und erhielten im Gegensatz zum offiziellen Wechselkurs einen deutlich besseren Kurs. Grächen lautete das Motto: „Bei uns am Berg steht der Wechselkurs nicht bei ungefähr 1 zu 1, sondern bei 1 Euro zu 1 Franken 35 oder 1 Franken 30 Rappen“. Dieser Wechselkurs galt allerdings nur bei Barzahlungen u.a. in Gaststätten, Hotels, Ferienwohnungen, Seilbahnen und vielen anderen Betrieben. Die eingenommenen Euros wurden u.a. für den Erwerb von Investitionsgütern im Euro-Raum verwendet. An dieser Stelle sei u.a. auf den lesenswerten Artikel „Im Wallis-Dorf Grächen zählt der Euro“, erschienen am 12.04.2015 innerhalb der Webseite des Deutschlandfunks, verwiesen. [6] Vielleicht mache ich einmal Urlaub dort, wer weiß. Thomas van Eck Anmerkungen https://graechen.ch/de https://de.wikipedia.org/wiki/Grächen https://de.wikipedia.org/wiki/St._Niklaus_VS https://graechen.ch/de https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Platter_der_Ältere https://www.deutschlandfunk.de/schweizer-franken-im-wallis-dorf-graechen-zaehlt-der-euro-100.html

  • Aus privaten Sammlungen: 10 Shillings von Sambia aus dem Jahr 1964

    Sambia, offiziell die Republik Sambia, ist ein Binnenstaat an der Kreuzung von Zentral-, Süd- und Ostafrika. In der Regel wird es als im südlichen Zentralafrika oder im südlichen Afrika liegend bezeichnet. Der Name Sambia leitet sich von dem Fluss Sambesi ab. Ursprünglich von Khoisan-Völkern bewohnt, wurde die Region von der Bantu-Expansion des 13. Jahrhunderts betroffen. Nach der Kolonisierung im 18. Jahrhundert wurde sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den Briten in die britischen Protektorate Barotziland-Nordwestrhodesien und Nordostrhodesien aufgeteilt. Diese wurden 1911 zu Nordrhodesien zusammengelegt. Den Hauptteil der Kolonialzeit wurde Sambia von einer Verwaltung regiert, die von London aus mit Beratung durch die British South Africa Company ernannt wurde. Am 24. Oktober 1964 wurde Sambia unabhängig. Die Bank of Zambia (BoZ) wurde im August 1964 gegründet und löste die Bank of Northern Rhodesia ab. 1964 gab die BoZ Banknoten im Wert von 10 Shillings sowie 1 und 5 Pfund aus, die die britische Kolonialvergangenheit des Landes widerspiegeln und die gleichen Farben und das gleiche Design wie die zuvor von der Bank of Rhodesia and Nyasaland ausgegebenen Noten haben. Obwohl in Sambia mehr als 70 einheimische Sprachen gesprochen werden, ist die offizielle Amtssprache Englisch, die auch auf allen Banknoten verwendet wird. Mit dem Währungsgesetz von 1967 wurde das Sambische Pfund durch den Kwacha ersetzt. Banknoten, die auf Kwacha und Ngwee lauten (100 Ngwee entsprechen einem Kwacha), wurden im folgenden Jahr ausgegeben. Mit Ausnahme der Polymerbanknoten im Wert von 500 und 1000 Kwacha, die zwischen 2003 und 2012 ausgegeben wurden, sind alle sambischen Banknoten auf Papier gedruckt. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Sambia Emittent: Bank of Zambia Nominal: 10 Shillings Datierung: kein Datum (1964 ausgegeben) Vorderseite: Der Feigen-Bartvogel, die einzige echte endemische Vogelart Sambias, auf einem Ast rechts. Oben "BANK OF ZAMBIA". Der Nennwert "10/-" in allen Ecken, Wasserzeichenbereich links. Der Nennwert "TEN SHILLINGS" in Worten in der Mitte, unter einem Auszug aus dem Staatswappen des Landes. Guilloche-Muster rahmen die Banknote ein und umschließen den Auszug des Staatswappens. Die Unterschrift des Gouverneurs befindet sich in der unteren Mitte. Rückseite: In allen Ecken der Nennwert "10/-", in der Mitte eine landwirtschaftliche Szene (ein Traktor pflügt im Vordergrund, zwei Männer mit einem Ochsengespann pflügen im Hintergrund, ein Baumwollzweig unten rechts), flankiert von einer Kaffeepflanze links und einem Maisstängel rechts. Guilloche-Muster oben und unten. Oben "BANK OF ZAMBIA" und unten in der Mitte der Nennwert "TEN SHILLINGS" in Worten. Unterschriften: Richard C. H. Hallet (Governor) Material: Papier mit Wasserzeichen (Gnu-Kopf) Druck: Thomas de la Rue & Company Ltd., England Format: 134 mm x 75 mm Nummerierung: A/3 508289 Zitate: Zambia 1 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B101 ( The Banknote Book : Zambia, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 55 Stück zum 01.07.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 4 Stück), 66EPQ (10 Stück), 65EPQ (8 Stück). Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Falsche Reichskreditkassenscheine

    Im Zuge der deutschen Kriegsvorbereitungen war auch die Ausstattung deutscher Truppen und Militärdienststellen mit Zahlungsmitteln zur Verwendung in besetzten Gebieten Gegenstand von Planungen [1] . In den von der Wehrmacht besetzten Gebieten kam es zur Gründung von Reichskreditkassen, die Reichskreditkassenscheine [2]  in den Wertstufen zu 50 Reichspfennig und zu 1, 2, 5 und 20 Reichsmark sowie – ab 1940 – auch zu 50 Reichsmark [3]  ausgaben. Diese Scheine wurden in den einzelnen Ländern zu einem festgelegten Kurs von Reichsmark gegen Landeswährung in Umlauf gesetzt [4] . Ihre Umlaufzeit in den einzelnen Ländern war höchst unterschiedlich und hing davon ab, wie schnell sich Truppen und Militärverwaltung mit lokalen Zahlungsmitteln versorgen konnten. In Polen etwa wurden die Scheine 1939 nach wenigen Wochen wieder zurückgezogen, dasselbe galt 1940 in Dänemark und Norwegen. In Belgien blieben die Scheine bis August 1942 im Umlauf, in Frankreich offiziell bis Ende 1943. Auf den Kanalinseln liefen sie bis Kriegsende um und waren noch bis zum 23. Mai 1945 durch die Bevölkerung in Pfund Sterling umtauschbar.   Zugleich fungierten Reichskreditkassenscheine als Reisezahlungsmittel für Angehörige der Wehrmacht und der deutschen Behörden. Wer in ein besetztes Land reiste oder aus diesem zurückkehrte, musste mitgeführte Bargeldbestände in Reichs- und Rentenmark bzw. in Landeswährung in Reichskreditkassenscheine umtauschen [5] , die dann im Land verwendet (oder in Landeswährung umgetauscht) bzw. bei Banken in Deutschland in umlaufende Reichsmark-Noten gewechselt wurden. Daher waren auch bei Banken in Deutschland Bestände dieser Noten verfügbar, wie zeitgenössische Banderolen zeigen. Die Aufgabe als Reisezahlungsmittel erfüllten die Reichskreditkassenscheine bis Ende Dezember 1944 [6] , als sie von den Verrechnungsscheinen für die deutsche Wehrmacht abgelöst und zum 1. Januar 1945 offiziell für ungültig erklärt wurden. Einer kurze Nachverwendung als Notausgaben unterlagen die Reichskreditkassenscheine 1945-1946 mit Abstempelungen in Schleswig-Holstein, sowie im April 1945 in Kärnten und Tirol [7] .   Es verwundert nicht, dass mit der Ausgab der Scheine in einzelnen Ländern auch Fälschungen auftauchten. Interpol Wien berichtete darüber in den regelmäßig erschienenen Rundschreiben der I. Abteilung „Fälschungen von Papier- und Metallgeld“. Die Deutsche Reichsbank (Reichsbankhauptkasse) klassifizierte die auftretenden Fälschungen, und verfasste interne Mitteilungen mit genauen Beschreibungen für deutsche Banken und Dienststellen. Interpol-Merkblatt über Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen zu 5 Reichsmark der Klasse A1 und A1a. Quelle: Archiv Michael H. Schöne.   Interpol-Merkblatt - Rückseite. Die deutsche Militärverwaltung beschäftigte sich in den besetzten Ländern intensiv mit auftretenden Fälschungen der Reichskreditkassenscheine und fahndete, teilweise mit Unterstützung der lokalen Polizeikräfte, jedoch in eigener Zuständigkeit nach den Tätern. Teilbestände der Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen sind erhalten geblieben [8] , die einen Einblick in das Aufkommen von Fälschungen und die Verfolgung der Täter durch deutsche Sicherheitspolizei und Feldgerichte geben. Neben wenigen Einzelfällen [9]  kam es bis Ende 1943 zu einem verstärkten Auftreten von Fälschungen in vier Ländern: In Belgien und Frankreich zwischen 1940 und 1943, sowie 1941 in Serbien und Griechenland. Einzelne Fälschungen tauchten auch bei Banken in anderen Ländern auf, wohl weil die Scheine als Reisezahlungsmittel durch Wehrmachtsangehörige verwendet und dort umgetauscht wurden [10] .   Die Anzahl der von der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen registrierten, sowie von der Reichsbank klassifizierten Fälschungen blieb im Verhältnis zu den Umlaufmengen der Scheine insgesamt gering. Durch die Reichskreditkassen wurden von Mai 1940 bis September 1941 vor Ort insgesamt 915 Blüten sowie 1972 Fälschungen angehalten. Von den Fälschungen entfielen 648 Stück auf Scheine zu 50 Reichspfennig, 91 auf Scheine zu 2 Reichsmark und der Rest (1233 Stück) auf Scheine zu 5 Reichsmark. Hinzu kamen sechs Handzeichnungen von Scheinen zu 5 Reichsmark. Bis Dezember 1943 waren durch die Reichsbank für den Schein zu 5 Reichsmark insgesamt acht verschiedene Fälschungsklassen erstellt worden, zwei davon mit Unterklassen a) und b), d.h. dass Abweichungen im Druck festgestellt wurden, die auf eine Verwendung derselben Platten auf unterschiedlichen Druckmaschinen hindeuteten. Von den Scheinen zu 2 Reichsmark waren bis Ende 1943 drei Fälschungsklassen erfasst, für den Schein zu 50 Reichsmark nur eine (A1 – „auffallend mangelhafte Ausführung, Wasserzeichen durch schwachen Aufdruck angedeutet, mangelhafter Buchdruck“), die erstmals im Februar 1942 in Lille in Frankreich aufgetaucht war.   Am 14. Juni 1940 besetzten deutsche Truppen Paris, am 22. Juni wurde ein Waffenstillstand mit Frankreich vereinbart. In Frankreich einmarschierende deutsche Truppen führten Reichskreditkassenscheine mit sich, für die ein Wechselkurs von 20 Französischen Francs je Reichsmark festgelegt wurde. Mehrere Reichskreditkassen wurden gegründet, zunächst mit Sitz in Paris, Nantes und Troyes bei Paris. Um die Bevölkerung auf die neuen deutschen Scheine aufmerksam zu machen, druckten mehrere französische Druckereien, u.a. die Firma R. Girard & Cie in Paris, Plakate mit Abbildungen dieser Scheine in Originalgröße, teilweise in Farbe und ohne Aufdruck „Specimen“. Findige Blütenmacher erwarben solche Plakate, schnitten die Scheine aus, klebten Vorder- und Rückseite zusammen und gaben sie in Verkehr. Nach Auftauchen der ersten Blüten beschlagnahmte die deutsche Militärverwaltung noch nicht abverkaufte Bestände dieser Plakate in den Druckereien. Zusammen mit der französischen Polizei konnte sie mehrere Hersteller dieser Blüten fassen, u.a. drei vorbestrafte griechische Brüder mit Namen Mexis, deren Berufsbezeichnung Ringkämpfer war und die im September 1940 durch deutsche Militärgerichte nach deutschem Strafrecht zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden.   Zugleich machten sich Fälscher daran, die Reichskreditkassenscheine nachzuahmen. Im August 1940 fanden sich in Brüssel erstmals falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark [11] von guter drucktechnischer Qualität, die die Aufmerksamkeit der deutschen Militärbehörden erregten. Die Stücke waren im Buchdruck auf Papier ohne Wasserzeichen hergestellt und trugen wechselnde Kontrollnummern. Die Reichsbank klassifizierte sie als Klasse A1 („weißes weiches Papier, etwas leerer Gesamteindruck, Buchdruck“). Nach wenigen Tagen konnte in Brüssel die Fälscherwerkstatt ausgehoben werden, die aus drei gelernten Druckern mit Namen Schmickrath, Pastur und Perrey und einem Fotograveur namens Van Nedervelde bestand. Das Fälscherquartett hatte bis zur Festnahme rund 15.000 falsche Scheine hergestellt und nummeriert, von denen ein Großteil beschlagnahmt wurde. Unklar blieb zunächst, wie viele Stücke die Täter schon abgesetzt hatten, ferner ob Van Nedervelde noch weitere Klischees hergestellt hatte. Bis August 1941 tauchten bei den Reichskreditkassen insgesamt 1052 Falschstücke zu 5 Reichsmark der Klassen A1 sowie einer Druckvariante A1a („auf stärkerem Papier gedruckte Abart, auf der der gesamte Druck kräftiger ausgeführt ist“) auf. Der größte Teil der bis September 1941 durch die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen erfassten Fälschungen der Scheine zu 5 Reichsmark geht auf diese beiden Fälschungsklassen aus der Werkstatt von Schmickrath, Pastur und Perrey und auf die von Van Nedervelde hergestellten Klischees zurück. Schmickrath, Pastur und Perrey wurden durch ein deutsches Feldgericht in Brüssel am 12. September 1940 zu Zuchthausstrafen von 15, 12 und 10 Jahren verurteilt, während Van Nedervelde zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A1 aus der Werkstatt von Schmickrath, Pastur, Perrey und Van Nedervelde in Brüssel, August 1940.   Fälschung 5 Reichsmark Klasse A1 - Rückseite. Die auf besserem Papier hergestellte Klasse A1a ließ den Verdacht aufkommen, dass Van Nedervelde weitere Klischees hergestellt hatte. Im September 1941 bestätigte sich das, als sich ein belgischer Drucker bei der deutschen Sicherheitspolizei in Brüssel meldete, der von einem ihm unbekannten Mann beauftragt worden war, unter Verwendung übergebener Klischees 10.000 falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark zu drucken. Dieser Unbekannte entpuppte sich als Van Nedervelde, der daraufhin im September 1941 erneut verhaftet und später verurteilt wurde. Merkblatt der Deutschen Reichsbank für den internen Gebrauch über falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark der Klasse A3, erstmals aufgetaucht in Paris Anfang Januar 1941.   Zu Beginn des des Jahres 1941 tauchen in Frankreich und Belgien neue Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen zunächst zu 5 Reichsmark (Klasse A3 und A3a), sodann auch zu 50 Reichspfennig (Klasse A3 – „weißes Schreibpapier beschmutzt, grober Druck mit z.T. verkrüppelter Schrift, Buchdruck“) und 2 Reichsmark (Klasse A3 – „gröbere, verschmutzt gehaltene Nachbildung, Buchdruck“) [12]  auf. Sie führten zu intensiven Ermittlungen und Razzien der deutschen Behörden. Insgesamt wurden bis Herbst 1941 durch die deutsche Feldpolizei über 150 Personen festgenommen, von denen einige wegen Geldfälschung zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt, andere ohne Verurteilung in Konzentrationslager eingewiesen wurden mit der Begründung, dadurch die Öffentlichkeit vor weiteren Betrügereien zu schützen. Etliche der Festgenommenen waren bereits durch kriminelle Aktivitäten auffällig gewesen. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A3, Vorderseite, angehalten in Paris Anfang Januar 1941.   Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A3 - Rückseite. In Belgrad wurden Ende Juli 1941 zwei falsche Scheine zu 50 Reichspfennig angehalten, deren Hersteller Jovovic und Rabrenovic bereits am 6. August 1941 durch die deutsche Sicherheitspolizei festgenommen werden konnten. Sie hatten – nachdem sie zuvor erfolglos die Fälschung von Reichskreditkassenscheinen zu 2 Reichsmark versucht hatten – rund 1500 schlecht gemachte, im Steindruck hergestellte Falschstücke zu 50 Reichspfennig produziert und davon etwa 150 Stück in den Verkehr gegeben, die die Reichsbank als Klasse A5 einstufte („auffallend dünn und lappig, Druck verschwommen, in der Höhe 2, in der Breite 5 mm kleiner als das Original“)  Weniger später tauchen in Belgrad zudem einige Fälschungen von Scheinen zu 5 Reichsmark (Klasse A6 – „weiches Druckpapier, stark verknittert, dick verschmutzter Gesamteindruck“) auf, die aus einer anderen Quelle stammten.   Fälschungen deutscher Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark wurden zudem im September 1941 in Athen festgestellt. Hier konnte die griechische Polizei im Oktober 1941 den Steindrucker Kosmadopulos sowie den Graveur Karidis als Täter ermitteln und festnehmen, die etwa 120 Scheine der von der Reichsbank als A8 klassifizierten Fälschung in Umlauf gebracht hatten. Kosmadopulos und Karidis wurden im Januar 1942 durch ein deutsches Feldgericht in Athen wegen Sabotage zunächst zum Tode verurteilt, ihre Strafen aber im März in langjährige Zuchthausstrafen umgewandelt.   In Frankreich und Belgien kam es im Herbst 1943 erneut zum Auftreten mehrerer Hundert falscher Reichskreditkassenscheine insbesondere zu 5 Reichsmark. Sie stammten aus Beständen vornehmlich der Banque de France, die im Zuge der Abrechnung aufgrund des Rückzugs der Reichskreditkassenscheine aus dem Umlauf bei der Reichskreditkasse eingezahlt, und in diesem Zusammenhang als Fälschungen erkannt worden waren. Die Klasse dieser Fälschungen ist in den vorhandenen Akten nicht feststellbar, doch dürfte es sich um Fälschungen der Klassen A1 und A1a sowie A3 aus dem Jahr 1941 gehandelt haben, die unentdeckt in den Kassenbeständen der Banque de France gelegen hatten.   Die noch vorhandenen Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen zu Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen enden Anfang Dezember 1943. Es ist zu vermuten, dass auch 1944 noch Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen festgestellt wurden. Wegen der insgesamt nur geringen Stückzahlen dürften Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen in Sammlerhänden heute nur Einzelfälle sein. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen Zum nachfolgenden ausführlich Rittmann, Deutsche Geldgeschichte seit 1914, München 1986, S. 255 ff. Es hat in geringem Umfang auch Münzen zu 5 und 10 Reichspfennig, die 1940/41 in Nordfrankreich und Belgien in Umlauf gegeben und später als Kantinenmarken in Bulgarien verwendet wurden. Der Schein zu 50 Reichsmark wurde im Generalgouvernement nicht verwendet. Verordnung über Reichskreditkassen vom 3. Mai 1940, Reichsgesetzblatt 1940 I Nr. 83, S. 743 Die Hauptverwaltung Reichskreditkassen errichtete dazu ein Netz von Militärwechselstuben. Die Scheine wurden zum 1. Januar 1945 außer Kurs gesetzt, liefen aber danach noch auf den Kanalinseln um. Dazu Bronnert, Reichskreditkassenscheine als Ersatz für fehlende Reichsbanknoten in Kärnten und Tirol im April 1945, https://www.geldscheine-online.com/post/reichskreditkassenscheine-als-ersatz-f%C3%BCr-fehlende-reichsbanknoten-in-k%C3%A4rnten-und-tirol-im-april-1945   Bundesarchiv Bestände R29/200 und 29/221. In Litzmannstadt (Lodz) wurden 1939 erstmals falsche Reichskreditkassenscheine zu 50 Reichspfennig festgestellt, von denen 374 Stück angehalten wurden, ohne dass der Fälscher ermittelt werden konnte. Die Reichsbank klassifizierte diese im Buchdruck hergestellte Fälschungen als Klasse A1. Fälschungen traten im Laufe des Krieges vereinzelt nachweislich etwa auch in Litauen und in Kroatien auf. S. etwa einen Bericht der Reichskreditkasse Agram (Zagreb), Kroatien, vom 18. August 1942 an die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen in Berlin. Der Umrechnungskurs betrug zunächst 0,10 Reichsmark je Belgischem Franc, ab 22. Juli 1941 0,08 Reichsmark. Der Schein zu 5 Reichsmark entsprach damit 50 Belgischen Francs. Bis Ende August 1941 waren 269 falsche Scheine zu 50 Reichspfennig und 91 falsche Scheine zu 2 Reichsmark angehalten worden.

  • 3. Banknotensammlertreffen in Rabenau/Sachsen am Samstag, den 24. Januar 2026

    Auch 2026 findet wieder das mitteldeutsche Banknotensammlertreffen in Rabenau bei Dresden statt, dieses Mal am Samstag, den 24. Januar. Beginn ist ab 10:00 Uhr mit Tausch, Handel und Fachsimpelei. Um 16:00 Uhr steht ein Vortrag von Jan Krutak über die Banknoten der Sächsischen Bank zu Dresden auf dem Programm. Jan Krutak beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Banknotenausgaben der Sächsischen Bank, so dass man auf die Ergebnisse seiner Forschungen gespannt sein kann. Danach soll es um echte und falsche Trauer- und Eierscheine gehen, bevor das Treffen ab 18:00 Uhr mit einem geselligen Abendessen ausklingt. Sammler und Händler sind wie immer willkommen. Händlertische kosten EUR 10, der Eintritt für Sammler ist frei. Teilnehmer melden sich bitte an bei Marcel Fränzel: Banknoten-fan@gmx.de Veranstaltungsort: Hotel Rabennest, Nordstraße 8, 01734 Rabenau/Sachsen. Parkplätze vor dem Hotel. ÖPNV: S-Bahn / Zug von Dresden Hauptbahnhof bis Freital-Hainsberg, dann Bus oder Taxi. Rabenau liegt ca. 15 km südwestlich von Dresden Dr. Sven Gerhard

  • Die Schweizerische Nationalbank entwickelt neue Banknoten - Umfrage gestartet

    Im Februar 2025 haben wir HIER im Blog erstmals über die neue, zehnte Banknotenserie "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" berichtet, die von der Schweizerische Nationalbank (SNB) im Oktober 2024 angekündigt wurde. Diese neuen Banknoten sollen eine Hommage an die einzigartige Topografie des Landes, vom Jura über das Mittelland bis zu den Alpen sein, und die Schweiz von ihren tiefsten Tälern bis zu ihren höchsten Gipfeln zeigen. Die neue Serie soll außerdem die Vielfalt des Lebens in den verschiedenen Höhenlagen widerspiegeln. In den vergangenen Monaten haben zwölf Teams im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs Entwürfe für die neuen Banknoten erarbeitet. Die SNB lädt alle herzlich ein, die eigene Meinung zu den Entwürfen für die neue Banknotenserie zu äußern. Hierzu führt die Demo SCOPE AG im Auftrag der Nationalbank eine Meinungsumfrage durch. So sehen die 12 Konzepte aus: Konzept A Dieser Notenentwurf ist der erste, der als Hauptelement auf die helvetische Esskultur setzt. Denn diese ist mehr als blosse Ernährung: sie ist Kulturträgerin, steht für Genuss und schafft nationale Verbundenheit. Die typischen Schweizer Speisen hängen stark mit den jeweiligen Höhenlagen und deren Traditionen zusammen. Ergänzend läuft als literarische Vertiefung der Thematik ein fortlaufendes Mikrogramm von Robert Walser in den vier Landessprachen über die Notenserie. Die Rückseiten der Banknoten zeigen Flora und Fauna der Höhenlagen, jeweils exemplarisch dargestellt durch ein typisches Tier sowie eine herausragende Pflanze. So ziert beispielsweise die Urmutter der heutigen Steinbock-Population die 1000er-Note. Ihr verdankt man, dass nach der Ausrottung wieder Steinböcke in den schweizerischen Alpen leben. 1906 in den Wildpark Peter und Paul nach St. Gallen geschmuggelt, ermöglichten ihre Nachfahren die erfolgreiche Wiederauswilderung. Als Beispiel der Flora greift man den Klatschmohn auf der 20er-Note auf: Einst durch die Getreideproduktion weit verbreitet, ging er durch die intensive Landwirtschaft stark zurück. Dank zunehmend umweltbewusster Landwirtschaft sorgt der Klatschmohn heute wieder vermehrt für Farbtupfer am Wegesrand. Diese Beispiele verdeutlichen die Wechselwirkung und fragile Abhängigkeit von Mensch und Natur in ihrem Zusammenleben in allen Höhenlagen der Schweiz. Technisch verleihen 3D-Scans der Tiere den Banknoten eine zusätzliche ästhetische Komplexität, die dem Schweizer Streben nach Erforschen und Vermessen gerecht wird. Die dreidimensionale Aufbereitung erzeugt visuelle Tiefe und schafft technische Gestaltungsoptionen. Die der Sicherheit dienenden Wasserzeichen werden – der Bezeichnung folgend – mit Lebewesen aus dem Wasser gestaltet, welches alle Höhenlagen durchfliesst und verbindet. Abgebildet ist etwa der Fischotter, der Bergmolch oder die Kieselalge – sie alle erzählen eine spannende Geschichte ihrer spezifischen Lebenswelt. Konzept B Das Konzept dieser Banknotenserie stellt den Facettenreichtum visuell durch drei Aspekte dar, die sich wechselseitig bedingen: Lage, Licht und Leben. Lage – Topografie als Identität Die geografische Charakteristik der Schweiz wird auf der Notenvorderseite durch die aufsteigende Silhouettenlinie visualisiert, die sich fortlaufend über die Serie hinwegzieht. Die Sicherheitselemente konkretisieren spezifische Bezugspunkte und Merkmale der jeweiligen Höhenlage. Licht – Rhythmus des Lebens Zeitgefühl, Alltag und die schweizerische Kultur werden durch das Licht beeinflusst. Das diagonale Layout nimmt diesen Aspekt auf: Die unterschiedlichen Winkel über die Notenserie hinweg visualisieren den Jahresrhythmus vom Tiefststand der Sonne im Winter (Tieflagen) bis zu deren Höchststand zur Sommersonnenwende (Hochgebirge). Die Notenrückseite thematisiert den Tagesverlauf, visualisiert durch das Analemma, vergleichbar mit der Form einer Acht. Es stellt auf jeder Note die Sonnenposition zu einer bestimmten Tageszeit während eines Jahres dar. Die jeweiligen Lichtstimmungen werden in den Akzentfarben der Noten wiederaufgegriffen. Leben – Wechselspiel von Topografie und Rhythmus Durch die Verknüpfung von bildhaften Momentaufnahmen und grafischen Informationsebenen entstehen visuelle Zusammenhänge, die das Wechselspiel von Mensch, Kultur und Landschaft erfahrbar machen. Die Auswahl der bildlichen Sujets orientiert sich mitunter an der nationalen Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz, dem UNESCO-Weltkulturerbe sowie an Entwicklungen der Zukunft. CHF 10 – Im Wechselspiel Die Tieflagen verbinden über Grenzen hinweg. Das Wasser als symbolisches Element steht für Bewegung, überbrückt Höhenunterschiede und vernetzt Regionen. CHF 20 – Lebendigkeit und Wandel Das Landesmuseum vereint die Geschichte der Schweiz an einem Ort – Vergangenheit begegnet dem Puls der Zeit. Geprägt von Kontrasten treffen Wissenschaft, Landwirtschaft, Kunst und Kultur aufeinander. CHF 50 – Präzision der Zeit Diese Note steht für Geschichte in geologischer Form und für die Bedeutung von Zeit im Handwerk. Symbolisch für die hohe Innovationskraft der Schweiz steht das erste Schweizer Patent, ein Uhrwerk. CHF 100 – Kraft im Ursprung In den Voralpen zeigt sich die Stärke von Natur und Schweizer Identität. Die Note thematisiert Ursprünglichkeit, Gemeinschaft und gelebte Tradition. CHF 200 – Vielfalt Erleben Das raue Gebirge ermöglicht Begegnungen mit allen Facetten der Natur. Vermessung und Verortung sind elementar, um die Schweizer Bergwelt zu entdecken. CHF 1000 – Perspektivenwechsel Diese Note steht für Vision: Der Blick aus der Höhe eröffnet uns die Weite der Welt. Die Forschung nutzt neue Perspektiven, um Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Die Notenserie zeigt ein vielschichtiges Bild des Landes – im Rhythmus eines Tages, im Verlauf eines Jahres und im Spannungsfeld von Tradition, Wandel und Zukunft. Konzept C Dieses Konzept thematisiert "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" im Spannungsfeld von Natur und Identität. Jeder Nennwert beleuchtet dabei einen individuellen Aspekt des Landes und zeigt auf, wie der Mensch mit der jeweiligen Höhenlage in Beziehung tritt. Auf der Vorderseite jeder Banknote steht ein Gestein im Zentrum, das eine bestimmte Höhenlage sowie eine charakteristische Eigenschaft der Schweiz repräsentiert. Dieses nationale Selbstverständnis spiegelt sich in sämtlichen Gestaltungselementen der Note wider und wird im Kontext von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur verflochten. Das Bildelement im oberen Bereich greift das Hauptmotiv auf, ergänzt es narrativ und vertieft dessen inhaltliche Aussage. Der Sicherheitsstreifen dient als weiterführende visuelle Erzählebene und enthält zudem einen Dünnschliff des dargestellten Gesteins als Hologramm. Sowohl das Fenster als auch das Durchsichtsregister zeigen das Schweizerkreuz, wobei letzteres mit steigendem Nennwert zunehmend räumlich inszeniert ist. Das Wasserzeichen enthält Elemente der Flora und führt das visuelle und konzeptuelle Thema weiter. Die geometrischen Formen basieren auf topografisch inspirierten Strukturen. Sie prägen den Familiencharakter der Banknoten und fügen die einzelnen Elemente zu einem Gesamtbild zusammen. Jeder Nennwert besteht aus einer Primär-, einer Sekundär- und einer Schmuckfarbe. Diese Farben dienen als visuelle Brücke zur nächsten Note und stärken die serielle Kontinuität. Die Rückseite setzt die Topografie in einen gesellschaftlichen Kontext und zeigt die sozio-ökonomische Bedeutung der jeweiligen Region. Die grafische Struktur, eine einheitliche Farb- und Formenwelt und konsistente Platzierung zentraler Elemente sorgen für den visuellen Zusammenhalt der Serie. Der Collagen-Charakter und die geometrischen Formen verdichten sich zu einem visuellen Mosaik, in das die landschaftliche, sprachliche und regionale Vielfalt sowie die Eigenheiten der verschiedenen Höhenlagen integriert sind. So entsteht ein zeitloses Gesamtbild, das nationale Identitäten vermittelt und den Werten der Schweiz im Spannungsfeld von Innovation und Tradition gerecht wird. 10 – Tiefenlagen: Fundament Findling "Repère Pierre du Niton" – Referenzpunkt der Schweizer Höhenmessung Diplomatische Schweiz und Gastgeberstaat in Politik und Tourismus 20 – Mittelland: Vielfalt Geschiebe – durch Gewässer ins Mittelland transportiert Wirtschaft, Gesellschaft und Diversität 50 – Jura: Präzision Ammonit – über Millionen Jahre natürlich geformt Akribie und Sorgfalt in Handwerk und Städtebau 100 – Voralpen: Transformation Karst – von Wasser über Jahrtausende erodiert Landwirtschaft, Tradition und kulinarisches Erbe 200 – Gebirge: Stabilität Wegzeichen – Sicherheit, Orientierung und menschliche Kreativität im Gebirge Industrie, Technik und Energie 1000 – Hochgebirge: Transparenz Bergkristall – Klarheit und Offenheit Forschung, Innovation und Wissenschaft Konzept D Die Vorderseiten visualisieren Essenz, Qualität und Charakter der Höhenlagen. Ikonografische Merkmale der Wiedererkennbarkeit für die jeweilige Höhenlage und Thematik werden abgebildet: 10 Traube–Kultur, 20 Apfelblüte–Fruchtbarkeit, 50 Buchenblatt–Komplexität, 100 Meisterwurz–Gesundheit, 200 Stein–Beständigkeit, 1000 Eis, Wasser–Lebenselixier. Die Hintergrundbilder illustrieren typische Elemente wie Landschaft, Infrastruktur, Architektur, Menschen, Tiere und Vegetation der jeweiligen Höhenlage. Die Rückseiten zeigen zukunftsweisende Momente und dokumentiert eigenständige Beiträge der Schweiz, exemplarische Beispiele von Entdeckungen, Erfindungen, Pionierleistungen und Innovationen als typischer Beitrag zum Fortschritt: 10 Quantum Computing, AI, Internet, 20 Robotic Labs, Intelligent Systems, 50 Cryo‑Electron Microscopy, 100 3D Concrete Printing, Immersive Performance Space 200 Energy Storage System, 1000 Exoplanet, Dimidium Pegasi 51b. 10 Vorderseite: Die urbanen Zentren der Tiefenlage und die Nähe zu den Nachbarstaaten fordern und fördern Dialog und Offenheit gegenüber anderen Kulturen 10 Rückseite: Errungenschaften wie Internet, Sprachmodelle oder KI‑Werkzeuge dienen als Katalysatoren zur Vernetzung 20 Vorderseite: Die polyzentrische, räumliche Vielfalt des Mittellands mit Landwirtschaft, Industrie, Wirtschaft und Bildung schafft die Grundlage für Gemeinschaft, Versorgung und Wohlstand 20 Rückseite: Robotics und Intelligente Systeme revolutionieren Produktion und Effizienz 50 Vorderseite: Die Ruhe der Jura-Landschaft begünstigt Konzentration und Präzision 50 Rückseite: Hochpräzise Instrumente ermöglichen innovative Einblicke und Erkenntnisse 100 Vorderseite: Die Welt der Voralpen bietet Inspiration und Erholung 100 Rückseite: Die Synthese aus Kreativität, Technologie und Kunst wirkt als Innovationsmotor 200 Vorderseite: Das Gebirge mit seiner unbändigen Energie generiert Vitalität und Respekt 200 Rückseite: Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen schafft konstruktive Beiträge zum Umweltbewusstsein 1000 Vorderseite: Das Hochgebirge als Wissensspeicher des Klimawandels fordert Weitsicht, um unsere Zukunft zu gestalten 1000 Rückseite: Die Erforschung unbekannter Welten bringt Horizonterweiterung Konzept E Diese Notenserie zeigt die Natur als aktiven Raum – nicht als Kulisse – in dem der Mensch gestaltet, schützt und weiterdenkt. Die Höhenlagen sind dabei Struktur und thematischer Rahmen. Jede Banknote erzählt, wie Natur und menschliche Kreativität miteinander verflochten sind – in einem Narrativ von Vielfalt, Verantwortung und Fortschritt. Das Zentrum jeder Banknote bilden die kraftvollen Hauptsujets, um welche die Geschichten gestrickt sind. Sie sind erzählerisch mit den Höhenlagen sowie den kulturellen, wirtschaftlichen und technologischen Schlüsselbereichen der Schweiz verknüpft. Jede Note zeigt so das vielfältige Zusammenleben auf den verschiedenen Höhenlagen: Themen 10 (Tieflagen) – Heilpflanze: Wissenschaft, Medizin, Weinbau, Handel. 20 (Mittelland) – Honigbiene: Bauen/Wohnen, Zusammenleben, Mobilität, Wirtschaft. 50 (Jura) – Fossil: Geschichte, Feinmechanik, Windenergie, Sprachregionen. 100 (Voralpen) – Pilz: Wandern, Alp- und Milchwirtschaft, gelebte Traditionen, Tunnelbau. 200 (Gebirge) – Zapfen: Berg- und Wintersport, Tourismus, obere Waldgrenze, Wasserkraft. 1000 (Hochgebirge) – Kristall: Alpinismus, Lawinenverbauung, Gletscher und Permafrost, Meteorologie. Vorderseiten Hauptsujet: Spitzwegerich (Heilpflanze), Carnica Biene, Ammonit (Fossil), Parasol (Pilz), Lärchenzapfen, Bergkristall. Illustration: Vom Menschen erschaffene Objekte und Landschaften. Rückseiten 3D‑Relief: Lago Maggiore, Rheinfall, Gorges de Moutier, Fürstein Gebiet, Furka Pass, Weisshorn Gipfel. Infrastruktur: Hafen Basel, Bahnhof Zug, Windpark Mont Crosin, Gotthard Strassentunnel, Staumauer Grimselsee, Wetterstation Weissfluhgipfel. Schweizerkarte: Gewässer, Bevölkerungsdichte, Sprachregionen, Wanderwege, obere Baumgrenze, Gletscher. Konzept F Jede Note wird zum visuellen Prozess, der Transformation ausdrückt. Die Bildsprache ist bewusst symbolisch gehalten. Sie fördert die Vorstellungskraft über das Offensichtliche hinaus und weckt die Neugierde, die Schweiz mit neuen Sinnen zu entdecken. So entsteht Raum für individuelle Interpretation, Assoziation und Reflexion über Themen, die die Schweiz heute und in Zukunft prägen. Jeder der sechs Banknoten wird passend zur Höhenlage ein Thema zugewiesen. Diese wird von Symbolen auf dem Sicherheitsstreifen ergänzt. Auf der Rückseite bildet die ganze Notenreihe ein fortlaufendes, geologisches Profil, das durch kartographische Aufsichten vertieft wird. Jede Note enthält ein Wasserzeichen mit typischen Bäumen der entsprechenden Höhenlage – eine stille Verankerung in der regionalen Ökologie. Zu diesem Lebensraum gehören auch die in ihrem charakteristischen Bewegungsablauf dargestellten Tiere. Im Fenster erscheint eine Aussicht auf die nächste Höhenlage. 10 – Am Fluss der Forschung Darstellung einer menschlichen Zelle in mehreren Entwicklungsstadien. Sie interagiert mit einem System aus Fasern, die sowohl für den Körper als auch für Kommunikation und Wissenstransfer stehen können. Es geht um Biologie, den Informationsfluss, Forschung und Bildung als vernetzte Systeme. 20 – Mitten im urbanen Leben Gezeigt wird eine architektonische Struktur mit urbaner Bepflanzung und Räumen für Sport und Kultur. Das Becken steht für Baden, Freizeit, die Symbiose von Stadt und Wasser. Thematisiert wird der Stadtraum als Ort der Kultur und Begegnung. 50 – Von der Pfeilspitze zum Präzisionswerkzeug Abbildung einer historischen Pfeilspitze aus Kristall auf einem Screen, unten als Teil des ursprünglichen Kristalls im Neolithikum. Dazwischen Linsen, die eine verborgene Vergangenheit sichtbar machen. Neuste Präzisionswerkzeuge formen die Zukunft und erzählen von der Herkunft unserer Gesellschaft. 100 – Sprachen durch Berg und Tal Die vier Berge stehen für die Landessprachen um den zentralen Berg Schweiz gruppiert. Auf den Spitzen brennen Höhenfeuer. Um den Gipfeln schweben Follen als Sprachrohre und Verstärker die miteinander kommunizieren. Die Topografie als prägende Struktur von Sprache und Brauchtum. 200 – Wasserschloss, von der Quelle zum Strom Wolken, Regen, ein Stausee. Darunter ein fantastisches Kraftwerk, oben fliesst Wasser rein unten strahlt die Energie. Verhandelt wird das Gebirge als Infrastruktur zur Energiegewinnung. 1000 – Der Atem der Gipfel Das Bild zeigt eine Eisstruktur, gleichzeitig Gebirge und Gletscher, umgeben von Wolken. Ein Bohrkern zeigt Luftblasen aus der Vergangenheit. Die Themen sind Klima, Meteorologie und Zeit. Konzept G Dieses Konzept würdigt den so entstehenden Reichtum an Tradition und Innovation in der Schweiz. Es zeigt, wie eng beides mit den Gegebenheiten der Höhenlagen verflochten ist. Die Vorderseiten zeigen jeweils ein Objekt, das für eine Innovation steht, die mit der jeweiligen Höhenlage verbunden ist – vom Mikroskopisch‑Kleinen bis ins Unendliche des Alls. Die Rückseiten würdigen eine mit der Höhenlage verbundene Tradition. Sie zeigen eingangs Mensch und Natur (10 CHF), wohin sie über Gegenstände und Tiere schliesslich wieder zurückführen (1000 CHF). 10 CHF: Wissenschaft und Wasser Ein Basler Professor isolierte erstmals "Nuklein" (DNA) – ein biochemischer Meilenstein. Möglich wurde dies durch den wissenschaftlichen Austausch in den Tieflagen, geprägt von Gewässern, die auch im Südtessin Handel, Begegnung und eine lebendige Badekultur fördern. 20 CHF: Vernetzung und Demokratie Im urbanen Mittelland entstand das World Wide Web – samt erster Website. Beides stammt aus dem CERN bei Genf, das wegen der politischen Stabilität unserer direkten Demokratie dort angesiedelt wurde. 50 CHF: Natur und Präzision Die im Jura wachsende Klettpflanze inspirierte die Erfindung des Klettverschlusses. Auch die Uhrmacherkunst hat im Jura Wurzeln – ein weltweit bekanntes Beispiel für Präzision, das sich in kargen Wintermonaten aus bäuerlicher Heimarbeit entwickelte. 100 CHF: Wasserkraft und Alpwirtschaft Wasserkraft ist die wichtigste Quelle der schweizerischen Energieproduktion. Sie nutzt die Höhenunterschiede in den Voralpen mit zahlreichen Turbinen und Stauseen. Die Region ist zugleich Schauplatz der festlichen Alpauf‑ und -abzüge, die unsere Wertschätzung für Nutztiere ausdrücken. 200 CHF: Forschung und Fürsorge Die Schweiz gilt als Vorreiterin der Lawinen‑, Schnee‑ und Gletscherforschung – gestützt auf eine lange Tradition des Lawinenmanagements im Gebirge. Sinnbild dafür sind Bernhardinerhunde, die auf über 2400 m ü. M. zur Rettung eingesetzt wurden und bis heute ein Zeichen für Schutz und Fürsorge sind. 1000 CHF: Vermessung und Alpinismus Im Hochgebirge trifft Forschung auf Grenzerfahrung – von historischen Triangulationskarten (Vorlage der Dufourkarte) bis zu modernster Technik zur Vermessung von Himmel und Erde. Gleichzeitig ist es Schauplatz der Patrouille des Glaciers – eines der härtesten Skitourenrennen der Welt. Konzept H Kein Land in Europa ist so stark durch Höhenunterschiede geprägt wie die Schweiz. Rund 70 Prozent ihres Territoriums bestehen aus Gebirge – eine landschaftliche Besonderheit, die kulturell und wirtschaftlich prägend ist. Als harte Währung steht der Schweizer Franken international wiederum für Stabilität und Verlässlichkeit. Diese beiden Aspekte verbindet das Konzept zu einer gestalterischen Erzählung: Gestein als Sinnbild geografischer Herkunft und ökonomischer Substanz. Ein weiterer Aspekt ergänzt das Konzept: Die Banknote wird zur Trägerin eines archaischen Werts. Denn lange vor der Einführung von Münzen oder Papiergeld dienten ausgewählte Steine als Zahlungsmittel – symbolisch und greifbar. Jede Note zeigt ein Gestein, hyperrealistisch wiedergegeben und kunstvoll fotografiert. Die Steine werden so zu Botschaftern regionaler Identität, zeitlicher Tiefe und wirtschaftlicher Stabilität. Jede Banknote zeigt einen typischen Stein der jeweiligen Höhenlage – vor Ort gesammelt, in Originalgrösse und mit höchster Detailtreue wiedergegeben. Sie symbolisieren die Spannweite zwischen Tieflagen und Hochgebirge: 10 (Tieflagen): Flusskiesel (Basel, BS); 20 (Mittelland): Nagelfluh (Amden, SG); 50 (Jura): Kalk (Rüttenen, SO); 100 (Voralpen): Schiefer (Elm, GL); 200 (Gebirge): Granit (Gotthard, UR); 1000 (Hochgebirge): Bergkristall (Wergenstein, GR) Mikrotexte beschreiben die Qualität des jeweiligen Gesteins und seine ökonomische Bedeutung. Jede Note ziert somit ein einzigartiges mineralisches Porträt. Rückseiten: Die Landschaft als geografischer Resonanzraum. Die Rückseiten zeigen abstrahierte Landschaften auf Basis von swisstopo‑Daten – reale Orte, reduziert auf ihre Topografie, Lichtführung und Form. Dabei verdeutlicht die harte Gradation die typischen Siedlungsstrukturen der Höhenstufen. Die Auswahl steht stellvertretend für die entsprechende Höhenlage: 10: Luganer See (TI); 20: Senseschlucht (BE/FR); 50: St. Ursanne (JU); 100: Entlebuch (LU); 200: Alpstein (AI); 1000: Weisshorn (VS) Konzept I Diese neue Banknotenserie schildert eine Wanderung durch verschiedene Regionen der Schweiz. Es handelt sich dabei um eine Entdeckungsreise. Die im Reisetagebuch dargestellten Landschaften zeigen die Vielfalt der Fauna und der Flora. Jede Note beleuchtet die natürlichen und kulturellen Eigenschaften der besuchten Regionen, vom Flachland bis hin zu den hochalpinen Gipfeln. Auf der Vorderseite befindet sich für jede Region ein symbolisches Element eines der drei Naturreiche (Mineral-, Pflanzen- und Tierreich). Es zeugt von der Vielseitigkeit der Schweiz. Durch diese prägnanten Erkennungsmerkmale ist jede einzelne Note in ihrer Einzigartigkeit begreifbar. Auf der Rückseite ist sinnbildlich eine Landschaft für die betreffende Region wiedergegeben. Dabei existieren die Natur und der Einfluss des Menschen nebeneinander. Die Darstellung der zurückgelegten Strecke vervollständigt das Bild. Somit stellen die Noten auch einen Blick ins Reisetagebuch dar. Der grafischen Gestaltung der Noten liegt jeweils eine feine Mischung aus Foto-Kompositionen und Illustrationen zugrunde. Die fein eingezeichneten Raster wirken dabei wie ein unverwechselbarer Fingerabdruck. Den letzten Schliff verleihen kleine Dreiecke als kartografische Symbole sowie die Abkürzung des jeweiligen Kantons. 10: Mineralreich, Kanton Tessin Vorderseite: das Steinmännchen aus Granit Rückseite: Ich erblicke... einen Bach, der sich seinen Weg durch den Felsen bahnt. Eine altertümliche Brücke überspannt elegant den Bach. Im Schatten der Kastanienbäume räkelt sich ein Steinhäuschen. 20: Pflanzenreich, Kanton Schaffhausen Vorderseite: eine Pinot-Noir-Traube Rückseite: Ich erblicke… das grossartige Spektakel des Rheinfalls sowie die von Weinbergen umgebene Festung Munot. In der Ferne zeichnen sich die sanften Weinberge am Horizont ab. 50: Tierreich, Kanton Jura Vorderseite: das Freiberger-Pferd Rückseite: Ich erblicke… Pferde sowie einen Uhrmacher-Bauernhof über einem Wald, der einen friedlichen, kleinen See umgibt. Die Trockenmauern verschmelzen in der Ferne mit der Linie des Höhenzugs. 100: Pflanzenreich, Kanton Luzern Vorderseite: die Flachsblüte Rückseite: Ich erblicke… ein historisches Schiff, das auf dem Vierwaldstättersee fährt. Flachsfelder, soweit das Auge reicht, stehen für das handwerkliche Können der Textilregion. Darüber wacht der mächtige Pilatus. 200: Tierreich, Kanton Graubünden Vorderseite: der Bartgeier Rückseite: Ich erblicke… in der Weite des Nationalparks eine Gämse, die von einem Felsen aus ins Tal schaut. Dort herrscht die Natur. 1000: Mineralreich, Kanton Wallis Vorderseite: der Amethyst Rückseite: Ich erblicke… eine(n) Bergsteiger(in), welche(r) den Kamm hinaufklettert. Rechts befindet sich die hochmoderne Monte-Rosa-Hütte, die von der Dufourspitze, dem Dach der Schweiz, überragt wird. Konzept J Auf den Vorderseiten sind – massstabgetreu – heimische Pflanzen zu sehen: eine Einladung, Vertrautes bewusster wahrzunehmen – an der Bushaltestelle, beim Mittagessen oder beim Wandern. Rückseitig weitet sich die Perspektive. Die fragmentarischen Kompositionen verweisen auf identitätsstiftende zivilisatorische Leistungen. Zudem wimmelt es von vielschichtigen Informationen, die diese Banknotenserie zu einem Werkzeugkasten für die Erkundung ses Landes machen. Im Durchsichtsregister erscheinen einheimische Insekten. Im Wasserzeichen sind prähistorische, in der Schweiz gefundene Tiere verborgen, im Sicherheitsstreifen verlaufen geologische Schichten – beides Sinnbilder für den helvetischen Untergrund. Alle Nennwerte hängen visuell zusammen und zeigen einen Querschnitt durch die vielschichtige Schweiz. Die Elemente der Höhenlagen treten in Beziehung, Pflanzen wachsen über ihren Nennwert hinaus, Verkehrsmittel verbinden – ein Sinnbild: Alles hängt zusammen. Tiefenlagen (10): Der Breitwegerich – Nahrung für Insekten und Symbol urbaner Biodiversität – wächst unbeachtet überall dort, wo Menschen gehen. Auch im Ballungsraum: ein Zug, Sinnbild für Mobilität und Zusammenspiel zwischen Regionen und Sprachen, das Forschungszentrum CERN und das aus Stampfbeton gebaute Schaulager, Symbol für Bewahrung und Vermittlung. Mittelland (20): Die eiweissreiche Erbse gedeiht in der Gemüsekammer der Schweiz und auch im urbanen Hochbeet. Die lebendige Tradition des Aareböötlens, das NEST als Testumgebung für zukünftige Bau‑ und Energietechnologien sowie Wohnformen in der Stadt und auf dem Land zeigen die Kalibrierung mit der Natur. Jura (50): Von der Rotbuche – Symbol für Stabilität – hat massstabgetreu nur ein kleiner Ausschnitt Platz. Rückseitig entfaltet sich der Laubbaum in voller Pracht – umgeben von einer Trockensteinmauer, der Messstation La Dôle und regionaler Architektur, die das überlieferte Handwerk der Bauern‑Uhrmacher verkörpert. Tradition und Moderne treten in Dialog. Voralpen (100): In blühenden Wiesen wächst Goldhafer – Futtergras und Heu für das Vieh. Die Landschaft ist geprägt von Alpwirtschaft und Tourismus: Alp‑Käserei mit Schindeln, Wanderwege, Seilbahn. Gebirge (200): Dichte Heidelbeersträucher bieten Lebensraum und Nahrung für Kleinsäuger und schützen den Boden vor Erosion. Zudem ist die Kultur das Sammeln von Wildpflanzen, Teil des immateriellen Kulturerbes der Schweiz. Von Technik in der Natur zeugen auch der Glacier Express und die Staumauer. Hochgebirge (1000): Kaum eine Blütenpflanze wächst so hoch oben wie der Gletscher‑Hahnenfuss. Auch der Mensch zeigt hier Pioniergeist: forschend im Sphinx‑Observatorium auf dem Jungfraujoch, kletternd im alpinen Extremraum, nachhaltig bauend in anspruchsvoller Umwelt bei der Monte‑Rosa‑Hütte. Konzept K Dieses Konzept widmet sich der Schweiz und setzt sie anhand zweier Schwerpunkte in Szene: Land und Landschaft auf der Vorderseite, Beziehung zwischen Mensch und Natur auf der Rückseite. Jede Seite ist einem Grundwert verpflichtet: "Demut" vor der Kraft der Natur (Vorderseite), "Solidarität" als Fundament einer auf gegenseitiger Unterstützung beruhenden Gesellschaft (Rückseite). Vorderseiten Sechs Ansichten zeigen die geografische Vielfalt der Schweiz. Die Landschaften sind keine Darstellungen der Wirklichkeit, sondern konstruierte Erinnerungen – Kompositionen anhand von echten Fotos, um die Atmosphäre einer Region einzufangen, anstatt diese realitätsgetreu abzubilden. Keine der Landschaften existiert genau so wie dargestellt, aber alle sind unverkennbar schweizerisch. Rückseiten Auf den Rückseiten bewegen wir uns weg von der physischen Welt und hin zur Symbolik – wo sich die Proportionen auflösen und die Bedeutung zum Vorschein kommt. In jeder Verbindung von Mensch und Natur offenbart ein visueller Dialog verborgene Geometrien und unerwartete Synergien. Jede Note bringt mit Symbolfiguren aus Natur, Kultur, Arbeit und Freizeit den Facettenreichtum der Höhenlagen und Regionen der Schweiz zum Ausdruck. Das Konzept der Banknotenserie übersetzt ein Gefühl – eine Erinnerung, eine Stimmung, eine Atmosphäre – in Bildsprache. Nicht durch grosse Gesten, sondern durch die leise Kraft unscheinbarer persönlicher Erfolgsmomente: das Morgenlicht auf 4.027 m ü. M., ein Sprung ins eiskalte Wasser, die Stille vor einer Vorführung, die Freude an der Innovation. Unser Ziel war es, nicht nur die Höhenlagen selbst abzubilden, sondern auch ihren Geist – einen Ort, der vertraut und einzigartig zugleich ist. Einen Ort, den wir alle Schweiz nennen. Konzept L Diese Banknotenserie setzt den Reichtum und die Vielfalt der Schweizer Natur in Szene. Dies erfolgt durch ein verbindendes Motiv: das Ökosystem. Das Thema "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" wird somit ergänzt und die verschiedenen Höhenstufen werden durch einen übergreifenden Ansatz verbunden. Ob Gebirgsbach oder Auenwiese – es handelt sich jeweils um Ökosysteme, in denen Leben (Biozönose) und Umwelt (Biotop) dynamisch in Wechselwirkung stehen. Diese ganzheitliche Betrachtung zeigt, wie die Schweizer Landschaft – vom Alpengipfel bis zum Flachland – durch ökologische Geflechte durchzogen ist. Das Motiv des Ökosystems ist darüber hinaus mit einer der grossen Herausforderungen unserer Zeit verbunden: der Erhaltung der Arten und der Schonung ihrer Lebensräume im Zusammenhang mit den Auswirkungen menschlichen Handelns. Diese Banknotenserie beschränkt sich nicht darauf, das Naturreich und die Höhenlagen der Schweiz zur Geltung zu bringen. Vielmehr lädt sie uns auch dazu ein, über unseren Platz in diesem grossen lebendigen System nachzudenken. Auf den Vorderseiten werden die Schönheit und Harmonie jeder Höhenlage intuitiv veranschaulicht. Ein Panorama des Reliefs verläuft horizontal über jede Stückelung, während eine vertikale Skala Auskunft über die Höhenlage gibt. Durch die Ikonografie wird das Ökosystem anhand von vier Schlüsselelementen in den Vordergrund gestellt: ein Symbol als wesentlicher Bestandteil des Ökosystems. ein Tier mit Symbolcharakter. ein Zoom zur Hervorhebung eines Details des Panoramas. ein Geflecht zur Veranschaulichung der unsichtbaren Interaktionen (Flüsse, Verbindungen, Energien). Die Rückseiten sind eher analytischer und kartografischer Natur. Sie zeigen einen Ausschnitt der Schweizer Landkarte und veranschaulicht dabei Daten im Zusammenhang mit dem Symbol auf der Vorderseite: Wärmeindex (10), Bevölkerungsdichte (20), Vegetationsdecke (50), Gewässernetz (100), geologische Zusammensetzung (200) sowie Strahlung und Wellen (1000). Werden die sechs Noten auf ihrer Hälfte übereinandergelegt, bilden sie eine vollständige Landkarte im Massstab 1:1'500'000 und somit einen Miniatlas der Schweiz. Zusätzliche Details zu allen Konzepten find man HIER . So gelangt man zur Umfrage, HIER klicken. Donald Ludwig

  • Kurze Geschichte der Vernichtung von Banknoten

    Die zurückfließenden Banknoten waren nach den Bestimmungen des Patentes „also gleich zu vernichten“! „Nur Bares ist Wahres.“ Bis ins letzte Jahrhundert hinein verstand man darunter, dass Zahlungen mit Gold- und Silbermünzen zu erfolgen hatten. Das Misstrauen gegenüber dem papierenen Geld war nicht unbegründet. Zu oft endete es entwertet als Altpapier. Der Dreißigjährige Krieg hatte auch die Finanzen der europäischen Staaten erschöpft. In Schweden liefen anstelle von Gold- und Silbermünzen bis zu 20 kg schwere Kupferplatten (Platmynt) um. Johan Palmstruchs Idee Credityf-Zedels (Banknoten) auszugeben, wurde daher wohlwollend aufgenommen. Die 1657 gegründete „Stockholms Banco“ gab ab 1661 Geldscheine aus, die jederzeitigen Rücktausch in Metallgeld versprachen. Aber schon bald geriet die Bank wegen der zu zahlreich ausgegebenen Scheine in Schwierigkeiten. Auch den Versuchen John Laws mit der Bank of Scotland (1717) und der Banque Royal (1719) in Frankreich und des norwegischen Kaufmanns Jørgen thor Møhlen (1713) war kein Erfolg beschieden. Im Siebenjährigen Krieges ermächtigte Kaiserin Maria Theresia durch Patent vom 15. Juni 1762 die Wiener Stadtbank, Bancozettel in Höhe von 12 Millionen Gulden auszugeben. Die Scheine zu 5, 10, 25 und 100 Gulden datieren vom 1. Juli 1762. Sollte das Papiergeld erfolgreich sein, musste man das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Daher waren Abgaben an die Staatskassen zur Hälfte in Bancozetteln zu leisten. Ferner wurden die Banknoten nur gegen vollwertige Münzen abgegeben, die zur Deckung der ausgegebenen Noten dienten. Bancozettel im Mindestbetrag von 200 Gulden konnten auch in fünfprozentige Bancoobligationen umgetauscht werden, und schließlich bestimmte das Patent, dass zurückfließende Banknoten „also gleich zu vernichten“  seien. Zu diesem Zweck wurde in Wien „auf dem Glacis linkerhand vor dem Schotten-Thor ein Verbrennungsofen errichtet.“ [1] Schon bald wurde das neue Papiergeld mit einem Agio von 2 ½ % gegenüber dem Metallgeld gehandelt. Dies veranlasste die Finanzverwaltung vier weitere Emissionen vorzunehmen. Anlässlich der vierten Emission (1788) wurde erstmals die Höhe der Ausgabe geheim gehalten und die Bevölkerung begann misstrauisch zu werden. Infolge der Koalitionskriege gegen Frankreich wurden ab 1792 immer größere Mengen an Bancozetteln ausgegeben, sodass der Gesamtumlauf bis 1794 auf 62 Millionen Gulden stieg. „Schlimm wurde die Situation im Jahre 1796 – das Agio von 1771 hatte sich schon längst in sein Gegenteil verkehrt – als man dem Papiergeld, dessen Ausgabe in unbekannter Höhe ununterbrochen fortgesetzt worden war, Zwangskurs gegenüber allen Zahlungen vom Staat und für den Staat verlieh.“ [2] Auch durch diese Maßnahme war das Vertrauen der Bevölkerung nicht zurückzugewinnen. Bereits im April 1797 führte die Regierung auch einen Zwangskurs für private Zahlungen ein. Österreich erlebte erstmals eine Inflation in großem Maßstab mit ständiger Entwertung des Papiergeldes gegenüber dem Metall und dauerndem Ansteigen der Preise. Bis August 1802 stieg der Notenumlauf auf 300 Millionen Gulden. Die Regierung war bemüht das Währungschaos einzudämmen. Im August 1803 wurde ein Bancozettel-Tilgungsfond gebildet, zu dessen Dotierung ein Separatzoll auf Zucker, Kaffee und Kakao erhoben wurde. „Die Bancozettel, welche auf diese Weise eingingen wurden eingezogen und in spektakulärer Weise in einem neuen Verbrennungsofen am Wienfluss in der Nähe der Stubenbastei vernichtet.“ [3] Die weiteren Kriege gegen Napoleon machten aber alle Anstrengungen zunichte. Erst 1835 war der größte Teil des Umlaufs der Wiener Gulden außer Verkehr gesetzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts belasteten auch die Erinnerung an die wertlosen Assignaten der französischen Revolution, die Deutschland überschwemmt hatten, das Verhältnis der Bürger zum Papiergeld. Zwar gelangte im Zuge der Industrialisierung zunehmend Papiergeld zur Ausgabe, aber es hatte aus heutiger Sicht eher den Charakter eines Wertpapiers als den eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Sollte sich das Papiergeld im Zahlungsverkehr durchsetzen, mussten die Bürger überzeugt sein, dass seine Einlösung jederzeit in Gold- und Silbermünzen möglich war. Daher begrenzten strikte Deckungsvorschriften die Ausgabemenge. In Kurhessen enthielten die Emissions-Gesetze für die Kurhessischen Kassenscheine nicht nur Bestimmungen über die Ausgabe, sondern auch über deren Wiedereinziehung. [4] Gemäß den §§ 4 der beiden Emissionsgesetzte sollten von 1852 ab jeweils jährlich Beträge von 50.000 bzw. 75.000 Thaler wieder eingezogen werden, bis sämtliche ausgegebenen Kassenscheine wieder eingelöst waren. Über die Vernichtung der ersten eingezogenen Kassenscheine gibt das folgende Protokoll Auskunft: [5] Protocoll die gänzliche Vernichtung der ... mittelst eines Hohlstempels bereits zum weiteren Umlaufe untauglich gemachten Kurhessischen Staats-Kassenscheine ... betreffend. Geschehen zu Cassel am 14. März 1857 Gegenwärtig: Excellenz der Direktor der Haupt=Staats=Kasse, Herr Geheimrath Schotten, der Oberfinanzrath von Witte, Mitglied der genannten Direktion, sodann: die Mitglieder des dermaligen geheimen Landständischen Ausschusses: Herr Freiherr Waitz von Eschen, Mitglied der 1. Ständekammer, Herr Oberfinanzrath a.D. Zuschlag, Präsident  der 2. Ständekammer Herr Gutbesitzer von Kutzleben, Vicepräsident endlich: der Protokollführer, Secretar Stephan. Nach vorgängigem Einvernehmen hatte man sich heute Nachmittag um 3 Uhr im Lokale der 1. Abtheilung der Haupt=Staatskasse zum Zwecke des im Rubrum bezeichneten Geschäfts eingefunden. Zunächst wurde von Sr. Excellenz ... eröffnet, daß die hier ... aufgelegten, bisher in 2 Kasten, unter Verschluß des Herrn Oberfinanzraths von Witte ... aufbewahrt gewesenen, meistens zu Paketen von 500 Thlr. befindlichen Kassenscheine ... genau die Summe von 125.000 Thlrn. bilden, welche die Kurfürst=Friedrich=Wilhelms=Nordbahn=Gesellschaft ... durch Raten von je 25.000 Thalern in den Jahren 1852, 1853, 1854, 1855 u. 1856 wieder abgetragen habe ... ... und daß zu der ganzen Summe von 125.000 Thalern =         185 Stück Scheine, á 20 Thlr ................      3.700 Thlr. =         975 -“-   -“-            , á  5 -“-   .................      4.875 -“- = 116.425 -“-   -“-             , á  1 -“-   ................. 116.425 -“ zusammen wie oben  125.000 Thlr. gehören, diese daher heute gänzlich zu vernichten seyen. Eine besondere Vorrichtung zum Verbrennen größerer Quantitäten von Werthpapieren hat bis jetzt nicht zur Verfügung ... gestanden, und da das Verbrennen ... in den Oefen der Geschäftslokale feuergefährlich erscheint, so fand der Vorschlag ... den Act des Verbrennens ... in der benachbarten Schmiede des Schmiedemeisters Grebe ... zu vollziehen, Einwilligung. ... Darauf verfügte man sich in die Grebe'sche Schmiede=Werkstatt, woselbst ... der 1. Kiste ... ein Paket nach dem anderen entnahm, ... und ... dem Feuer zum Verzehren übergab. ... die übrigen 4 Kisten ... in gleicher Weise ... bis der Werthinhalt der sämtlichen 5 Kisten den Flammen überantwortet war. ... Um das Absetzen unverbrannter Teile zu verhindern, wurde die Esse sorgfältig durchstoßen. Dennoch: Am 3. April 1857, ca. 3 Wochen nach dem Verbrennen der Scheine, überreicht die Kurfürstliche Landgendarmerie Wahlershausen 10 angebrannte 1-Thaler-Scheine. Sechs Stück davon waren auf einem Stück Land gefunden worden, auf welches aus dem Hofe der Hauptstaatskasse (!!!) Dünger gefahren worden war. Der "Taglöhner Martin Eulner zu Wehlheiden‘"gab vor, das Anbrennen sei ihm durch Unvorsichtigkeit mit Streichhölzern passiert, und so gelang es ihm tatsächlich, diese Scheine an den "Handelsmann Katzenberg aus Hoof" für 7 1/2 Silbergroschen zu verkaufen. Die 4 anderen Scheine, bei denen man noch recht gut die durchstanzten Löcher erkennen konnte, fanden sich im Besitz des "Handelsmann Kugelmann aus Breitenbach". Weiter seien "dem Vernehmen nach eine bedeutende Quantität ähnlicher Scheine im Publicum verbreitet, und namentlich sollen solche von Gerstungen aus, wo deren Versilberung ebenwohl versucht worden ist", bei der Polizei eingeliefert worden sein. [6] In der Zeitschrift „Der Bär“ findet sich die folgende kleine Mitteilung: Das Verbrennen von eingezogenen Wertpapieren in Berlin, welches unser Bild auf S. 33 darstellt, wird in dem Gebäude der Reichsdruckerei vorgenommen von einer Kommission, bestehend aus fünf bis sechs hohen Beamten. Der Nennwert der in jedem Jahr zur Verbrennung kommenden Wertpapiere (Kassenscheine, Reichs- und Staatsschuldenscheine) und der Wertpapiere, die beim Druck einen Fehler erhalten haben, beläuft sich auf hunderte von Millionen. Um jeden Mißbrauch vorzubeugen, ist ein besonderer Ofen konstruiert, in dem ein sehr starkes Feuer entzündet wird. Sind die einzelnen Päckchen vor den Augen der Kommission verbrannt, so wird dicht über dem Feuer ein enger Rost vorgeschoben, um ein Herausnehmen unverbrannter Papierteile zu verhindern; sodann verschließt die Kommission den ganzen Ofen durch einen Deckel. Der Schornstein des Ofens führt vom Vorderhause unter dem Hofe nach dem Hinterhause vier Treppen hoch ins Freie, ein Rost mit einem feinen Maschennetz bedeckt die Mündung, so daß auch hier jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß ein nur angesengtes Papierteilchen in unrechte Hände gelangen könnte. [7] Abb. 1: Das Verbrennen von eingezogenen Wertpapieren in Berlin. Nach einer Zeichnung von W. Zehmer. Weil das Verbrennen zu viel Zeit erforderte, ging die Reichsdruckerei dazu über, die Papiere durch eine Schlagkreuzmühle zu zerkleinern und den Abfall zu verkaufen. Abb. 2: Vernichtung von Banknoten. [8] Ende 1918 hatten auf Veranlassung der Reichsbank zahlreiche Kommunen Notgeldscheine emittiert. Nun verlangte ein Erlass des Reichsfinanzministers und des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. und 22. Januar 1919 deren Einzug bis zum 30. April 1919. [9] Die Vernichtung dieser Scheine stellte die Gemeinden vor große Probleme. In einem Runderlass vom 5. April 1919 gab der preußische Minister für Handel und Gewerbe daher genaue Anweisungen für die Vernichtung des Notgeldes: Die bevorstehende Einziehung der von den Provinzen, Kommunalverbänden, Handelskammern und industriellen Betrieben ausgegebenen Ersatzwertzeichen von 1 M und darüber wird den Beteiligten in der Vernichtung der Scheine vielfach eine neue Aufgabe stellen, deren Schwierigkeit, wenn die sachgemäße Durchführung gewährleistet werden soll, nicht unterschätzt werden darf.  Die erprobten Einrichtungen der Reichsbank, so wünschenswert ihre Benutzung wäre, können hierfür nicht zur Verfügung gestellt werden, da sie den eigenen Bedürfnissen der Reichsbank bereits nicht mehr genügen. Die Beteiligten müssen daher in geeigneter Weise die Vernichtung der Ersatzwertzeichen selbst bewerkstelligen. Bei Vernichtung von Reichsbanknoten ist folgendes Verfahren üblich: die zur Vernichtung bestimmten Reichsbanknoten werden durch mehrfache Durchlochung, die bei den Bankanstalten mittels Locheisens, bei der Reichsbankhauptkasse mittels einer maschinell betriebenen Stanze vorgenommen wird, für den Umlauf unbrauchbar gemacht und dann in bestimmten Mengen in Berlin vernichtet. Abb. 3.1: Reichsbank, 4. November 1915, 20 Mark, Lochentwertung, Vorderseite. Abb. 3.2: Reichsbank, 4. November 1915, 20 Mark, Lochentwertung, Rückseite. Hierzu wurde im Jahre 1915 eine Karbonisierungsanlage errichtet, wie sie in der Kunstwollfabrikation im Gebrauch ist. In verschlossenen drehbaren Trommeln werden die Noten durch Einfluss von Salzsäuredämpfen derartig zerstört, dass ihr Ursprung in den Ascheresten nicht mehr erkennbar ist. Dieses Verfahren gestattet, an einem Tag eine Papiergeldmenge von ungefähr 2750 kg zu vernichten. Früher benutzte die Reichsbank einen Verbrennungsofen mit Treppenrost, in welchem aber kaum der vierte Teil dieser Menge durch Feuer bewältigt werden konnte und außerdem die leitenden Beamten während der ganzen Dauer der Verbrennung, also während etwa 4 Stunden, das Verfahren überwachen mussten, während jetzt hierfür kaum eine Stunde erforderlich ist. Der Papiergeldumlauf hat inzwischen einen derartigen Umfang angenommen, dass auch die Karbonisierungsanlage der Reichbank für die Vernichtung der sich ansammelnden Mengen nicht mehr genügen wird. Die Reichsbank ist daher dauernd bemüht, ein anderes Verfahren ausfindig zu machen, ist aber zu einem befriedigenden Ergebnis bisher noch nicht gekommen. Es ist jedoch festgestellt, dass ein mechanisches Zerfaserungsverfahren, wie es bei der Papierfabrikation angewendet wird, (Zerfaserungsmaschinen, Friktionswalzen oder Holländer) für die Vernichtung von Wertzeichen durch die Reichsbank kaum in Frage kommen, da diese Maschinen nach und nach in kleinen Mengen beschickt werden müssen, so dass die Aufsichtsbeamten während des ganzen Verlaufs des Verfahrens an die Maschinen gefesselt würden. Zudem ist das Verfahren mit Rücksicht auf die besondere Beschaffenheit des zur Herstellung von Wertzeichen verwendeten Papiers, das mit chemischen Substanzen verschiedener Art durchsetzt ist, keineswegs unbedingt zuverlässig. Versuche, in einer Zerfaserungsanstalt der Stadt Berlin Darlehnskassenscheine der Darlehnskasse Ost zu vernichten, mussten, wie berichtet ist, aufgegeben werden. Die Vernichtung durch Feuer in besonderen Öfen, für deren Konstruktion die Firma H. Kort, Berlin W, Dennewitzstr. 35 Spezialist ist, fordert die Erstellung besonderer Verbrennungsöfen, welche zur Zeit wohl kaum möglich ist. Es lässt sich aber eine Vernichtung durch Feuer, besonders wenn es sich nicht um zu große Mengen handelt, in anderen technischen Betrieben ermöglichen. Hierfür kommen z. B. in Betracht: die Retorten der Gasanstalten, die Martinstahlöfen bei Stahlfabriken sowie die Verbrennungsanlagen der Krematorien. Auch die Lumpenkocher in Papierfabriken, sowie die Autoklaveanlagen, wie sie in verschiedenen chemischen Betrieben im Gebrauch sind, werden unter Umständen herangezogen werden können. Letztere haben den Vorzug, dass die durch Kochen mit Lauge erzielte breiartige Masse bei der Papp- oder Papierfabrikation weitere Verwendung finden kann. Bei der Vernichtung durch Feuer besteht für gewisse Feuerungsanlagen die Gefahr, dass der Zug zu stark ist, vor allem bei dem Beginn der Verbrennungen, so dass Scheine völlig unbeschädigt aus dem Schornstein geschleudert werden können. Bei Holzfeuerung besteht die weitere Gefahr, dass Scheine, vor allem, wenn sie in Päckchen in den Ofen geworfen werden, nur zum Teil verkohlen, sich auch zwischen die Holzscheite klemmen und nicht zerstört werden. Solche Feuerungen sind daher, sofern sie überhaupt benutzt werden, was nur bei Vernichtung kleiner Mengen wird in Frage kommen können, nur unter Beobachtung besonderer Vorsichtsmaßregeln zu benutzen. [10] Die Anweisung scheint von den Verantwortlichen der Kreisverwaltung des Dillkreises aber nicht ausreichend beherzigt worden zu sein. So titelte die "Dill-Zeitung": „Das Geld liegt auf der Straße, wenigstens in Dillenburg.“ [11] Was war geschehen? Bereits ungültige 5-, 10- und 20-Mark-Notgeldscheine mit dem Ausgabedatum 11. November 1918 des Dillkreises sollten am 21. Mai 1919 in der Heizungsanlage der Tabakfabrik verbrannt werden. Der starke Zug der Feuerung riss eine große Menge der Papiere unverbrannt bzw. nur leicht beschädigt durch den Schornstein ins Freie. Eine halbe Stunde lang regnete dann das Geld anscheinend vom Himmel, das sofort kleine und große Liebhaber fand, die sich ihre Geldbörsen zum Teil bis zum Bersten mit dem Geld vollstopften. Abb. 4.1: Dillkreis (Dillenburg), 11. November 1918, 5 Mark, Vorderseite. Am linken und unteren Rand sind deutliche Brandspuren zu erkennen. Abb. 4.2: Dillkreis (Dillenburg), 11. November 1918, 5 Mark, Rückseite. Die Mengen der zur Vernichtung anstehenden entwerteten Reichsbanknoten zwangen die Reichsbank während der Inflation, wieder auf alte Mittel zurückzugreifen. So war in der Zeitung zu lesen: Arnsberg. Die wahnwitzige Geldentwertung macht heute über Nacht Papiergeld, das früher einen bedeutenden Wert darstellte, völlig wertlos. Bei der Reichsbank türmen sich die wertlos werdenden Papiergeldlappen zu riesigen Bergen. Wenn sie die ungefähre Höhe des Babelturmes erreicht haben, schreitet man zur Vernichtung. Man bündelt sie wie Heu und bringt sie zu Papierfabriken, wo sie eingestampft werden. Am Montag fuhren in Arnsberg zwei hoch mit Papiergeldbündeln beladene Fuhrwerke von der Reichsbankstelle zur Papierfabrik Cosak. Hier erlitten die armen Scheine, an denen so viel menschliche Freude und noch viel mehr menschliches Leid klebt, ihr Schicksal.“ [12] Die Deutsche Bundesbank hatte zunächst das von der Bank deutscher Länder und auch früher von der Deutschen Reichsbank angewandte Verfahren des Zermahlens übernommen, bei dem die Banknoten in einen Papierbrei verwandelt werden und die Papiermasse als Rohstoff für grobes Papier oder Pappe erhalten bleibt. Der Arbeitsaufwand bei diesem Verfahren, das in einem fremden Betrieb, meist in einer Papierfabrik, stattfindet, ist jedoch beträchtlich; es sind Arbeitskräfte für das laufende Öffnen der Geldpakete, die gleichmäßige Beschickung des Vorkochers und des Mahlganges sowie für die Kontrolle dieser Arbeiten erforderlich. Auch ist der Unsicherheitsfaktor bedeutend, da die Kollergänge, in denen das vorgekochte Notenpapier unter Beimengung von Wasser durch Mahlsteine bis zur völligen Auflösung zerrieben wird, gegen Zugriff nicht einwandfrei geschützt sind. Als mit dem steigenden Umlauf die Mengen an ausgesonderten und zu vernichtenden Noten immer größer wurden, kam ihre Vernichtung ins Stocken; die Tresoranlagen der Bundesbank wurden immer mehr mit „alten“ Noten verstopft. Sie ging daher zu einem anderen Vernichtungsverfahren, dem der Verbrennung, über. Die Bank erstellte eine eigene Verbrennungsanlage, die Mitte 1960 in Betrieb genommen werden konnte und eine schnelle, sichere und vollständige Verbrennung ermöglicht. [13] 1978 berichtete Peter Brügge in der Zeitschrift „Der Spiegel“ über die Geldpflege der Deutschen Bundesbank auch sehr anschaulich über die Geldvernichtung. Danach waren damals allein 2400 Bundesbank-Beamte damit beschäftigt, die umlauffähigen Noten von den nicht mehr tauglichen Noten zu trennen. Von den 1071 Millionen Scheinen im Wert von 71 Milliarden Mark wurden 450 Millionen Scheine im Wert von 18 Milliarden Mark und mit einem Gewicht von 408 Tonnen ausgesondert und durch neue Noten ersetzt. Die in den Bundesbankfilialen ausgesonderten Banknoten wurden gebündelt und mit einer Stanzpresse sechsfach gelocht. Das gelöcherte Papier erreichte als bewachter Geldtransport die Frankfurter Zentrale, wo die angelieferten Scheine nachgezählt, anschließend in indische Jute-Säcke gestopft und mit besonderem Zwirn eingenäht wurden. Früher benutzte man gebrauchte Kaffeesäcke aus Costa Rica. Gefüllt mit so unterschiedlichen Werten, wandern an einem endlosen Förderband 67 nummerierte stählerne Kipploren schließlich hin zum zentralen umgitterten Glutofen der Bundesbank, in den alles Papiergeld einmal mündet. Es wird Buch geführt über den Inhalt der Loren bei jedem Umlauf – doch die Nummern der Scheine notiert keiner. Unter ständiger Umdrehung eines Reiß- und Rührwerks verglühen die Scheinbündel in der donnernden Hitze von 1100 Grad Celsius. Erst das feine Pulver, das unten herausfällt, wird nicht mehr bewacht. [14] Als erstes Unternehmen weltweit begann 1979 Giesecke & Devrient ein professionelles Banknotenvernichtungssystem zu entwickeln und herzustellen, das heute von über 80 Zentralbanken und Banknotendruckereien eingesetzt wird. [15] Das BDS D-System schreddert bis zu 1500 kg Banknoten pro Stunde in kleinste Bestandteile. In der Praxis bedeutet dies eine Schnipselgröße von 36 mm², sodass aus ihnen keine Banknoten mehr zusammengefügt werden können. [16] Die Banknotenpartikel können zudem abgesaugt und zu handlichen Briketts verdichtet werden. Abb. 5: Banknotenbrikett aus Papierschnipseln von geschredderten 5-DM-Scheinen im ehemaligen Wert von 75.000 DM. Maße: ca. 150 x 120 x 70 mm. Würden ausschließlich 1000-DM-Scheine zerkleinert, dann enthielt das Brikett einen „Wert“ von einer Million DM. Auch die Deutsche Bundesbank verfügt über spezielle Anlagen zur Banknotenvernichtung, in denen die Scheine geschreddert werden. Durch ihre organische Zusammensetzung eignen sich die Banknotenpartikel hervorragend als Rohstoff für die Herstellung von hochwertigem Kompost. Ein weiterer Teil der zerkleinerten Banknoten wird zur Herstellung von Papierprodukten wie Recyclingpapier verwendet. Bei Einführung des Euro mussten insgesamt rund 2,6 Milliarden D-Mark-Scheine mit einem Gewicht von 2400 Tonnen vernichtet werden. [17] In den behandelten Beispielen erfolgte die Vernichtung der Geldscheine zur Kurspflege, zur Beseitigung entwerteter oder verschmutzter und beschädigter Geldscheine.   Bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurden Banknoten häufig vernichtet, damit sie nicht in feindliche Hände fielen: Als im August 1914 der Erste Weltkrieg begann, wurde das weit entfernte Kiautschou von der Nachricht des Kriegsausbruchs völlig überrascht. Bereits am 23. August 1914 trat Japan gegen das Deutsche Reich in den Krieg ein. Die kleine Besatzung des deutschen Pachtgebiets bestand aus 4759 aktiven Soldaten und Reservisten sowie 305 österreichisch-ungarischen Matrosen. Als die kleine Festung nicht zu halten war, befahl Kapitän zur See Meyer-Waldeck, der letzte deutsche Gouverneur, die Vernichtung der Siegel, Stempel, Briefmarken und auch der Geldscheine der Deutsch-Asiatischen Bank. Dies geschah am 5. November 1914 (Gottberg, Die Helden von Tsingtau. Berlin 1920. Hier S. 163). … Da die Banknoten der Deutsch-Asiatischen Bank in China selbstverständlich noch volle Gültigkeit hatten, war die Ausgabestelle Tsingtau doch ausdrücklich für die ganze Provinz Shangtung tätig, blieb nichts anderes übrig, als eine Million mexikanischer Dollar in Banknoten der Ausgabestelle Tsingtau zu verbrennen. Am 7. November musste die Festung kapitulieren. [18] Als 1916 durch die voranschreitende belgisch-englische Offensive Tabora [Deutsch-Ostafrika, Anm. d. Verf.] bedroht war, wurde neben der dortigen Papiergelddruckerei eine in Morogoro errichtet, die bis August 1916 arbeitete. Eine in Kissaki (am Südrand des Ulugurugebirges) im Handbetrieb arbeitende Gelddruckerei musste beim Vormarsch der Engländer die Maschinen stehen lassen (Schnee, S. 286). Notenformulare, die man rechtzeitig aus Tabora zum Rufidji gebracht hatte, wurden dort vom Gouvernementssekretär Lenz und seinem Nachfolger Traub im dichtesten Busch fertiggestellt und ausgegeben (ebd.). Die letzten in Tabora verfertigten Scheine konnten nicht mehr abtransportiert werden. Der Stellvertretende Gouverneur Brandes vernichtete sie vor dem Einmarsch der Belgier (Ada Schnee, S. 103). [19]  Dr. Heinrich Schnee, der letzte Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, berichtete: Bei der langen Kriegsdauer und der mangelhaften Herstellung der Banknoten, die größtenteils aus gewöhnlichem Konzeptpapier hergestellt werden mussten, sind sicher erhebliche Mengen von Banknoten verloren gegangen. So haben beispielsweise zweifellos vielfach eingeborene Träger, die ihre Noten nicht wasserdicht und sicher verwahren konnten, besonders beim Durchschreiten von Flüssen und während der Regenzeit beträchtliche Verluste an Banknoten erlitten. Auch haben wiederholt englische wie belgische Soldaten den Eingeborenen abgenommene oder sonst erbeutete Bestände an Interimsnoten vernichtet. [20] Die Reichsbank stellte bei Kriegsausbruch 1939 vertrauliche Grundsätze für die Räumung von Reichsbankanstalten auf. Bei Feindgefahr sollten vorhandene Barbestände nach Möglichkeit an Militärkassen ausgezahlt werden. Wenn dies nicht möglich war, sollten die Geldbestände, Bücher und Scheckformulare vernichtet werden. Darüber musste ein Protokoll angefertigt werden, das von allen Beteiligten zu unterschreiben war. Diese Anordnung galt sinngemäß auch für die Reichskreditkassen .[21] Bleibt noch anzumerken, dass die DDR-Banknoten nach Einführung der D-Mark 1990 in einem Bergwerk in der Hoffnung eingemauert wurden, dass sie mit der Zeit verrotten würden. Nachdem Geldscheine aus den in den Bergwerksstollen eingelagerten Beständen auftauchten, wurden die Scheine wieder geborgen und verbrannt. Aber das ist eine andere Geschichte. Uwe Bronnert Anmerkungen Dr. S. Pressburger: Oesterreichische Notenbank 1816 - 1966, Geschichte des Oesterreichischen Noteninstituts, hrsg. von der Oesterreichischen Nationalbank, Wien, Wien 1966, S. 12. Ebenda, S. 13. Ebenda, S. 14. Gesetz vom 26ten August 1848 und Gesetz vom 24ten März 1849, die Emission Kurhessischer Kassenscheine betreffend. Abgedruckt bei Lothar Brendel, Das Papiergeld des Kurfürstentums Hessen – Staatliche Kassenscheine und Privatbankausgaben, Beiträge zur Münzkunde in Hessen-Kassel 7, Kassel 1979, S. 7. Ebenda, S. 18. Ebenda, S. 19 f. "Der Bär", Nr. 3 vom 15. Oktober 1892, S. 35. Quelle: „Deutsche Reichsbank, Vernichtung von Banknoten,”  Krisenjahr 1923 , zuletzt aufgerufen am 24. Mai 2025,  https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/krisenjahr-1923/items/show/33 . "Dill-Zeitung", Nr. 96 vom 25.04.1919. Hessisches Staatshauptarchiv Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6098, Bl. 298 u. 299. "Dill-Zeitung", Nr. 118, Donnerstag, 22.05.1919. "Sieg-Post", Nr. 243 v. 19.10.1923. Kurt Jaeger und Ulrich Haevecker: Die deutschen Banknoten seit 1871, Engelbert/Württ. 1963, S. 170 f. Peter Brügge: „Das ist der größte Bazillenträger“, in: "DER SPIEGEL", Nr. 30/1978, S. 61 – 64. Die BDS® Produktfamilie, Werte sichern, auch wenn wir sie vernichten, S. 10. https://www.gi-de.com/corporate/Currency_Technology/Currency_Management/Intelligent_Automation_Solutions/Banknote_Destruction_Systems/gd_brochure_bds_concept_DE.pdf   (23.04.2025). https://www.gi-de.com/de/spotlight/payment/vernichtung-von-banknoten   (11.06.2021). https://www.prosegur.de/blog/cash/zweites-leben-banknoten   (23.04.2025). Dr. Günther Meinhardt, Die Geldgeschichte der ehemaligen deutschen Schutzgebiete, Heft 7: Deutschland in China, Dortmund o. J. (1965), S. 22. Günther Meinhardt: Die Geldgeschichte der ehemaligen deutschen Schutzgebiete, Heft 4: Deutsch-Ostafrika, Sonderausgabe Nr. 23 der "Rundschau der Geldzeichensammler", Dortmund o. J. (1961), S. 49. Heinrich Schnee: Deutsch-Ostafrika im Weltkriege, Wie wir lebten und kämpften, Leipzig 1919, S. 283. Vgl. BA Berlin, R 29/3, Bericht über Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 29. Januar 1942.

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: August 2025, Teil 1

    Honduras, Indien, Malaysia, Philippinen, Rumänien, Thailand, Ungarn, Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Honduras 2 Lempiras vom 09.05.2024 BNB B345f: wie BNB B345e (SCWPM 97), aber mit neuen Unterschriften (Santos/Ávila/Ochoa) und neuem Datum (9 DE MAYO DE 2024). 100 Lempiras vom 09.05.2024 BNB B356b: wie BNB B356a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Santos/Ávila/Ochoa) und neuem Datum (9 DE MAYO DE 2024). 500 Lempiras vom 09.05.2024 BNB B357b: wie BNB B357a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Santos/Ávila/Ochoa) und neuem Datum (9 DE MAYO DE 2024). Indien 10 Rupees von 2025 BNB B298i: wie BNB B298h (SCWPM 109), aber mit neuem Jahr. 50 Rupees von 2025 BNB B300i: wie BNB B300h (SCWPM 111), aber mit neuem Jahr. 200 Rupees von 2025 BNB B302i: wie BNB B302h (SCWPM 113), aber mit neuem Jahr. Malaysia 1 Ringgit, neue Auflage BNB B148e: wie BNB 148d (SCWPM 51A), aber mit neuer Unterschrift (Ghaffour). Philippinen 500 Piso von 2025 BNB B1107b: wie BNB B1107a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Rumänien 10 Lei von 2025 BNB B288e: wie BNB B288d (SCWPM 119), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Thailand 500 Baht, neue Auflage BNB B196d: wie BNB B196c (SCWPM 138), aber mit neuen Unterschriften (Chunhavachira/Suthiwartnarueput). Ungarn 500 Forint von 2025 BNB B587.5c: wie BNB B587.5b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Virag/Varga/Kurali) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123Ay: wie BNB B123Ax (SCWPM 117A), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Elfenbeinküste. Donald Ludwig ( polymernotes.org ) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book und Stane Straus, polymernotes.org )

  • Aus privaten Sammlungen: 10.000 Ringgit von Brunei 2006 – Adieu zum 10.000er! Wir werden Dich vermissen!

    Am 29. September 2020 gab die Autoriti Monetari Brunei Darussalam (AMBD), die Zentralbank von Brunei, bekannt, dass die 10.000-Ringgit-Banknoten nicht mehr an die Banken in Brunei Darussalam ausgegeben und anschließend mit Wirkung zum 2. November 2020 aus dem Verkehr gezogen werden. Es wurden insgesamt nur zwei verschiedene 10.000-Ringgit-Banknoten ausgegeben, eine Papiernote im Jahr 1989 und eine kleinere Polymerbanknote im Jahr 2006. Die Papierbanknote war von 1989 bis 2006 bei der Bank erhältlich und die Polymer-Version seit 2006, insgesamt also 14 Jahre. Die Zehntausender bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und behalten ihren vollen Nennwert. Die Entscheidung, sie aus dem Verkehr zu ziehen, ist einer der Schritte der AMBD, die mit Finanzverbrechen verbundenen Risiken wie Geldwäsche, Terrorismus-Finanzierung und Fälschung von Banknoten mit hohem Nennwert zu verringern. Aber die Zehntausender waren nie Banknoten, die man häufig in den Geldbörsen der meisten Bürger von Brunei hätte finden können. Sie waren eher "Spielgeld" und Prestige-Scheine für den Sultan, seine Familie und die Superreichen. Der aktuelle Nennwert (zum 11.08.2025) der 10.000-Ringgit-Banknote entspricht etwa 6.684 EUR bzw. 7.789 USD. Brunei unterhält ein "Currency Interchangeability Agreement" (Währungaustausch-Abkommen) mit Singapur, was bedeutet, dass ein Brunei-Dollar einem Singapur-Dollar gleichgestellt ist. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) hat die Emission ihrer Zehntausender bereits im Oktober 2014 eingestellt. Seit dieser Zeit steht die AMBD unter internationalem Druck, ebenfalls die Emission Zehntausender einzustellen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist eine Anreise nach und Einreise in Brunei derzeit fast unmöglich, sodass ein Ansturm auf die Bank um die 10.000-Ringgit-Scheine vor dem 2. November sicherlich nicht stattfinden wird. Wenn Sie einen, einige oder ein Bündel Zuhause haben, kann man sich glücklich schätzen! Diese Banknote ist aufgrund ihres Prestigestatus nach wie vor äußerst beliebt und eine der wichtigsten Banknoten für eine vollständige Polymerbanknoten-Sammlung. Mit dem Einzug der 10.000-Ringgit-Noten des Brunei ist die Banknote mit dem weltweit höchsten Nennwert dann der schweizerische 1000er mit einem Wert (zum 11.08.2025) von etwa 1.062 EUR (1.237 USD). Aus der Sammlung Karl Köhler: Brunei, Negara Brunei Darussalam: 10.000 Ringgit von 2006 Vorderseite: Rechts Porträt von Sultan Hassanal Bolkiah Mu'izzadin Waddaulah in Uniform. Mitte Blüten einer Merremia borneensis (tropisches Windengewächs). Ornamente. Rückseite: Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan und Ornamente. Wasserzeichen: Polymer-Kunststoff mit Durchsichtsfenster (Schattenbild). Druck: Note Printing Australia Format: 181 x 90 mm Katalogreferenzen: BRN-33 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. IIM – Modern Issues) B-205 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book) S11R1 ("POLYMER 2021", 2021 Edition, Straus, Ludwig, Kee H. B.) PMG-Grading : 51 Stück zum 11.08.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 21 Stück), 66EPQ (17 Stück), 65EPQ (6 Stück) Donald Ludwig/Hans-Ludwig Grabowski polymernotes.org Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 2 Dollars des Government of British Guiana von 1942

    In der Region gab es bereits Anfang des 17. Jahrhunderts niederländische Handelsniederlassungen und schließlich wurden die Gebiete unter dem Begriff Niederländisch-Guayana zusammengefasst. Mit dem Britisch-Niederländischen Vertrag vom 13. August 1814 fielen die Kolonien Essequibo, Demerara und Berbice an die Briten, die daraus 1831 die Kolonie Britisch-Guayana machten. Das erste Papiergeld waren Scheine für die Kolonien Demerara und Essequibo (Demerary and Essequebo) in Gulden-Währung von 1830. Ab 1916 folgten Ausgaben des Government of British Guiana, dessen letzte auf das Kriegsjahr 1942 datiert sind. 1966 wurde Guayana unabhängig. Aus der Sammlung Karl Köhler: British-Guiana, Government: 2 Dollars vom 1. Januar 1942 Vorderseite: Mitte Kaieteur-Wasserfall , links Tukan, rechts Siegel mit Segelschiff Rückseite: Porträt von König Georg VI. im Ornament-Rahmen Wasserzeichen: ohne Format: 152 mm x 82 mm Druck: Waterlow & Sons Limited, London Katalogreferenzen: British Guiana 13c (World Paper Money, Vol. II – General Issues) B198c (The Banknote Book, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 30 Stück zum 10.03.2025 gegradet, 64EPQ (TOP POP, 1 Stück), 58EPQ (3 Stück), 55 (1 Stück) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

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