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  • Eine Billion Mark: Echt – Falsch!

    Am 2. November 1923 machte das Reichsbankdirektorium bekannt, dass in den nächsten Tagen eine Reichsbanknote über eine Billion Mark mit dem Datum vom 1. November 1923 in den Verkehr gegeben würde. Abb. 1: Bekanntmachung Neben der Reichsdruckerei beteiligten sich fünf weitere Druckereien an der Herstellung dieser Banknote. Die Scheine wurden einseitig auf weißem Papier gedruckt und haben das Format 141 x 65 mm. Der rechtsseitige Schaurand ist braunviolett eingefärbt. In ihm sind orangerote und grüne Fasern eingearbeitet. Gegen eine Lichtquelle gehalten, wird das Wasserzeichen „Eichenlaub mit Kreuzdorn“ sichtbar. DEU-155  [1] Druckerei Druckfarbe [2] rote Kennnummer roter Serienbuchstabe a) Reichsdruckerei violett 8-stellig A, B, C, D, E, F, G, H, J Firmendruckereien Firmenzeichen b) wahrscheinlich C. F. Müller, Kalsruhe braun-violett 6-stellig AF (rot) J. S. Preuss, Berlin P (rot) A. Seydel & Cie. A.-G, Berlin R (rot) ungeklärt X (rot) c) C. G. Naumann GmbH, Leipzig fast schwarz N (braun)   Abb. 2: Deutsche Reichsbank, 1 Billion Mark, 1. November 1923, Druck: Reichsdruckerei, Vorderseite. Abb. 3: Deutsche Reichsbank, 1 Billion Mark, 1. November 1923, Druck: A. Seydel & Cie. A.-G., Berlin, Vorderseite. Abb. 4: Wasserzeichen „Eichenlaub mit Kreuzdorn“.   Im Sommer 1922 ging die Reichsdruckerei notgedrungen dazu über, Banknoten von endloser Papierbahn auf Rotationsmaschinen zu drucken. Für aufwendige Sicherheitsmerkmale fehlte die Zeit. Die sehr einfach gestaltete Hilfsnote zu einer Billion Mark lud förmlich dazu ein, gefälscht zu werden. Sie gehört sicherlich zu den meist gefälschten deutschen Banknoten.   In der Regel sind Fälschungen leicht an der (fehlenden/fehlerhaften) Nummerierung, den verwendeten falschen Drucktypen, dem oft flauen Druck und insbesondere dem fehlenden oder falschen Wasserzeichen im Papier zu erkennen. Was aber, wenn das Papier der vermeintlichen Fälschungen das korrekte Wasserzeichen aufweist und auch die Nummerierung der Note dem Original entspricht?   Bei dem zu betrachtenden Falsifikat trifft dies alles zu. Der oder die Fälscher verwendeten für ihre Fälschungen in der Tat echtes Banknotenpapier. Dazu entfärbte sie die ebenfalls nur einseitig bedruckten grünen 100-Millionen-Mark-Banknoten mit Ausgabedatum vom 22. August 1923, die Anfang November 1923 faktisch wertlos waren. Mit 150 x 85 mm war dieser Schein jedoch zu groß. Daher wurde aus ihr ein Schein mit der passenden Größe geschnitten, wobei die Kontrollnummer, die dem Entfärbungsprozess standhielt, weiterverwendet wurde.   Abb. 5: Deutsche Reichsbank, 100 Millionen Mark, 22. August 1923, Druck: Reichsdruckerei, Vorderseite. Abb. 6: Falsifikat der Note zu 1 Billion Mark vom 1. November 1923. Abb.7: Die Papierfläche, die für die Fälschung benötigt wurde.   Bei genauer Betrachtung der Fälschungen fallen einige Abweichungen gegenüber dem Original auf: Die Druckfarbe ist schwarz statt violett. Die kleinen Buchstaben des Strafsatzes, die faksimilierten Unterschriften sowie die beiden Siegel wurden unsauber gedruckt und wirken leicht verschwommen. Überhaupt wirkt der Druck flau, dies gilt auch für Serienbuchstabe und achtstellige Kontrollnummer, die vom Schein zu 100 Millionen Mark übernommen wurden. Durch die chemische Behandlung litt jedoch ihre Farbe. Beim Original endet die Kontrollnummer (oberhalb) mit der Wertzeile, beim Falsifikat steht die letzte Ziffer oberhalb am Beginn des „k“ von Mark. Auf dem rechtsseitigen Schaurand fehlt die braunviolette Einfärbung. Dafür sind schwach noch Teile der ursprünglichen Note – 100 – sichtbar; und auch am linken Rand ist verschwommen noch der alte Strafsatz zu erahnen. Abb. 8: Rechter Schaurand mit ursprünglichem Druck.   Abschließend werden noch einige weiter Beispiele von historischen Fälschungen gezeigt:   Abb. 9: Fälschung 2. Vorderseite. Leicht erkennbar am fehlenden Wasserzeichen. Abb. 10.1: Fälschung 3. Vorderseite. Leicht erkennbar am rückseitigen Aufdruck des „Wasserzeichens“. Abb. 10.2: Fälschung 3. Rückseite mit aufgedrucktem Wasserzeichen.  Abb. 11: Fälschung 4. Vorderseite. Auch hier fehlt das Wasserzeichen, ferner weicht das Äußere stark vom Original ab.   Die Reichsbanknote zu 1 Billion Mark vom 1. November 1923 verlor am 6. Juli 1925 ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittels.   Uwe Bronnert   Anmerkungen [1]  Hans-Ludwig Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, Das Papiergeld der deutschen Notenbank, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine, 23. überarbeitete und erweiterte Auflage 2023/24, Regenstauf 2023, S. 20 f. und 122. [2]  Dr. Arnold Keller, Das Papiergeld des Deutschen Reiches von 1874 bis 1945, 5. Auflage, Berlin-Wittenau 1956, S. 81, Kat.-Nr. 207.

  • Bankovky 6: Eine Banknotenauktion mit vielen Highlights

    Am 15. und 16. November fand die jährliche Papiergeldauktion des Auktionshauses Bankovky mit Sitz in Prag statt. Diese wurde – wie in den vergangenen Jahren – ausschließlich online und über die tschechische Auktionsplattform Livebid abgewickelt.   Bankovky (deutsch: Banknoten) unter Leitung von Aleš Kohout hat sich in den vergangenen Jahren zum einen der führenden Auktionshäuser für Geldscheine insbesondere aus der k&k-Monarchie und deren Nachfolgestaaten entwickelt. Auch in diesem Jahr haben viele Spitzenstücke aus diesen Sammelgebieten ihren Weg in die Auktion gefunden, und zum Teil atemberaubende Zuschläge erzielen können – der Markt für österreichisch-ungarisches und für tschechisch-slowakisches Papiergeld verzeichnet weiterhin eine kräftige Nachfrage insbesondere nach Stücken in sehr guten Erhaltungen. Mit Aufgeld für umgerechnet 1 Million Euro zugeschlagen - 5000 Korun des Bankamtes der Tschechoslowakei vom 15. April 1919 gegradet von PMG in Erhaltung "30" (Very Fine). Quelle: Bankovky.com Ausgerufen wurden 1508 Positionen verteilt auf zwei Tage. Klarer Favorit war das Los Nummer 189, ein Schein des Bankamtes der Tschechoslowakei zu 5.000 Kronen vom 15. April 1919, die erste Staatsnote dieser Wertstufe des wenige Monate zuvor unabhängig gewordenen Landes, gedruckt in der Druckerei für Wertpapiere der österreichisch-ungarischen Bank. Der Schein lief nur kurz und in geringen Stückzahlen um. Gegradet von PMG mit „30“ (Very Fine) und mit einem Ausruf von 2.500.000 Millionen Tschechischen Kronen (umgerechnet rund EUR 99.000) gestartet, erzielte das Stück einen Zuschlag von sagenhaften 21.400.000 tschechischen Kronen (EUR 831.000). Dazu kommt ein Aufgeld von 20 Prozent – der Erwerber oder die Erwerberin zahlte also rd. 1 Million Euro! Die Banknote dürfte damit zu den teuersten Sammlerbanknoten weltweit gehören.   Auch andere Geldscheine erzielten Spitzenpreise, darunter viele österreichisch-ungarische Guldenscheine in oft sehr ansprechenden Erhaltungen, sowie die frühen Noten der Tschechoslowakei. Die Erstausgabe eines Gutscheins der staatlichen Devisenläden der Tuzex zu 50 Haleru wurde in gebrauchter Erhaltung für 750.000 tschechische Kronen (EUR 29.700) plus 20 % Aufgeld zugeschlagen, ein 50 Kronen-Gutschein der Tuzex von 1970 erzielte 340.000 Kronen (EUR 13.500) plus 20 % Aufgeld. Auch gebrauchte Scheinen verkauften sich nach teilweise heftigen (online-)Bietergefechten überdurchschnittlich. Alle Auktionsergebnisse können auf https://livebid.cz/en/organisator/Bankovky/archived nachgesehen werden.   Die Abwicklung der Auktion über die anwenderfreundliche Auktionsplattform Livebid verlief reibungslos und unkompliziert, das Portal ist intuitiv zu bedienen und funktioniert auch auf mobilen Endgeräten ohne Einschränkungen. Trotz des Formates als online-Auktion erhielten Bestandskunden von Bankovky rechtzeitig vor der Auktion zusätzlich einen hochwertig gemachten Auktionskatalog mit zahlreichen Abbildungen per Post, der durchaus als Referenzwerk dienen kann.   Glückwunsch an Aleš Kohout für die auch dieses Jahr wieder beeindruckende Zusammenstellung einer Banknotenauktion von sehr hoher Qualität.   Die nächste Bankovky Auktion findet vermutlich im Herbst 2025 statt. Dr. Sven Gerhard

  • Leserpost: Was ist der Grund für Stempel auf den Banknoten?

    Ich bin ein Sammler von alten Banknoten des "Dritten Reichs" und brauche bitte eine historische Erklärung, warum bestimmte Banknoten mit einem Emblem bzw. Stempel der verschiedenen Nazi-Divisionen während der deutschen Besetzung von Jugoslawien ab dem Jahr 1941 (zum Beispiel auf einer ungarischen Banknote, auf einer 5-Reichsmark-Banknote oder auf serbischen Banknoten) versehen sind. Was war der Grund, um solche Stempel auf diesen Banknoten zu platzieren? Ich füge Bilder bei, um meine Aussage zu untermauern. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit zu dieser Anfrage. N. Silva Antwort der Redaktion Wir haben schon öfters in unserer Zeitschrift " Münzen & Sammeln " und im Geldschein-Blog   www.geldscheine-online.com  über solche Abstempelungen berichtet. Leider ist der Grund dafür oft sehr banal. Es handelt sich meist zwar um historische Geldscheine, aber nicht um historische Abstempelungen. Die alten Scheine werden schon seit Jahrzehnten immer wieder mit nachgemachten Stempeln versehen, um sie dann teuerer an Sammler verkaufen zu können, die von seltenen Besonderheiten ausgehen. Bis auf die Abstempelungen, die in der bekannten Katalogliteratur erwähnt werden, gibt es keinen historischen Grund für die Abstempelung von Geldscheinen durch verschiedene deutsche Truppenteile oder Dienststellen (wie zum Beispiel auf den abgebildeten Scheinen einer ungarischen 10-Pengö-Note von 1936 mit einem Stempel der Geiheimen Staatspolizei, auf einer Reichsbanknote zu 5 Mark von 1942 mit einem Stempel des Rates der Stadt Wiesbaden, auf einem Reichskreditkassenschein über 1 Reichsmark mit Stempel der Panzer-Division "Totenkopf" der Waffen-SS oder auf serbischen 100-Dinar-Scheinen mit Stempeln eines preussischen Amtsvorstehers einer "Ortspolizei" oder einer "Preussischen Staatsschuldenverwaltung"). Man konnte schon vor mehr als zehn Jahren im Internet ganze Gummitypen-Matten mit je ca. 50 nachgemachten Stempeln für rund 50 US-Dollars kaufen. Diese gab es nach Themen wie Deutsche Wehrmacht, Waffen-SS, NSDAP und so weiter. Jetzt braucht man nur noch einen historischen Schein, der preiswert zu haben ist und ein Stempelkissen und schon kann man „Raritäten“ erschaffen. Es kommen natürlich auch Fantasiestempel vor und solche mit deutlichen Fehlern (z.B. mit falschem polnischen Stempel „Obercommando der Wehrmacht“ statt „Oberkommando der Wehrmacht“). Der Stempel der Waffen-SS-Div. Totenkopf ist reine Fantasie …! Alles, was mit dem „Dritten Reich“ zu tun hat, verkauft sich gut, ganz besonders in den USA. Leider wird dabei auch Geschäft mit der Unwissenheit der Sammler gemacht. Das ist ganz klar Betrug! Nicht alle Abstempelungen sind aber falsch, die echten und historisch begründeten Stempel findet man in Katalogen, so zum Beispiel in meinem Katalog „Die deutschen Banknoten ab 1871“. Hier findet man etwa auch die Abstempelungen deutscher Banknoten in Luxemburg und Ostbelgien am Ende des Zweiten Weltkriegs oder in Griechenland. Generell ist aber bei allen Stempeln Vorsicht geboten! Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Shop

  • Geldscheinporträts: Edmund Hillary – Ein Imker auf dem Everest

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Edmund Percival Hillary Zur Person: Bergsteiger ​Nationalität: Neuseeländisch ​Lebensdaten: 20. Juli 1919 – 11. Januar 2008 ​Geburtsort: Auckland ​Sterbeort: Auckland Edmund Percival Hillary (circa 1953), Alexander Turnbull Library, Wellington, New Zealand, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Edmund_Hillary,_c._1953,_autograph_removed.jpg 29. Mai 1953 – Erstmals stehen zwei Menschen auf dem Gipfel des höchsten Berges der Erde. Edmund Hillary und sein nepalesischer Begleiter Tenzing Norgay bezwangen den „dritten Pol“. Der Mount Everest ( Tschomolangma) galt bis dahin als nahezu unbezwingbar, zahlreiche Versuche waren gescheitert, zahlreiche Abenteurer mussten beim Versuch ihr Leben lassen. Edmund Hillary war eigentlich Imker, genau wie sein Vater und sein Bruder. Bereits mit 16 Jahren hatte er das Klettern für sich entdeckt. Seine Laufbahn an der Universität in Auckland dauerte nur zwei Jahre. Hillary wollte lieber die Welt erkunden. Nachdem er während des Zweiten Weltkriegs als Navigator bei der Air Force diente, bestieg er 1948 den Mount Cook, mit 3724 Metern der höchste Berg Neuseelands. Bei seinen Touren durch die neuseeländischen Alpen machte er zahlreiche Bekanntschaften mit anderen Bergsteigern, und bereits drei Jahre nach seiner Besteigung des Mount Cook brach Hillary zu seiner ersten Himalaya-Expedition auf. Schon bald hatte er einen guten Draht zu britischen Bergführern, die ihn 1953 zu einer weiteren Expedition mitnahmen. Ziel war die Erstbesteigung des höchsten Berges der Welt. Bereits acht Expeditionen waren zuvor am Everest gescheitert. Edmund Hillarys Kletterpartner wurde der Sherpa Tenzing Norgay, der ein Jahr zuvor bereits mit einer Gruppe Schweizern den Aufstieg versucht hatte. Als zweites Team machten sich die beiden am frühen Morgen des 29. Mai 1953 auf den Weg vom letzten Camp auf 8500 Metern Höhe. Die erste Seilschaft war zuvor gescheitert – die Sauerstoffgeräte funktionierten nicht, beinahe wären sie abgestürzt. Doch Hillary und Norgay überwanden auch die letzte Herausforderung, eine gefährliche Steilstufe kurz vor dem Gipfel. Indem er sich in einen Spalt zwischen Fels und Eiskante einspreizte, meisterte er auch diese Hürde, die seither „Hillary Step“ genannt wird. Um 11:30 standen sie auf dem Gipfel. Ein Foto von Hillary auf dem Gipfel gibt es nicht, denn es war wenig Zeit und Norgay wusste nicht, wie man eine Kamera bedient. Die Sensationsnachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sie erreichte Großbritannien am Tag der Krönung von Königin Elisabeth II. Noch bevor Hillary zurück in Kathmandu war, wurde er in den Ritterstand erhoben. Zehn weitere Himalaya-Gipfel erklomm der Neuseeländer noch und war 1958 sogar am Südpol. Auch auf dem Nordpol landete er 1985, gemeinsam mit Neil Armstrong. Edmund Hillary war damit der erste Mensch, der beide Pole und den Gipfel des Everest erreichte. Mit der Everest-Region blieb er zeitlebens verbunden. Er war neuseeländischer Botschafter in Indien, Bangladesch und Nepal und gründete die Stiftung Himalayan Trust, die Schulen und Krankenhäuser in Nepal baute und Bildungs- und Umweltschutzprojekte betrieb. In seiner Heimat war er längst Nationalheld. Seit 1992 ist er auf der neuseeländischen Fünf-Dollars-Note abgebildet und damit die einzige Person, die es zu Lebzeiten auf einen neuseeländischen Geldschein schaffte und nicht Staatsoberhaupt war. Die Entwicklung am Mount Everest beäugte er stets argwöhnisch: Kommerzielle Expeditionen trieben immer mehr Menschen auf den Gipfel – und in den Tod. Er kritisierte die Rücksichtslosigkeit gegenüber Umwelt und Kollegen, mit der manche Bergsteiger den Gipfel in Angriff nahmen. Am 11. Januar 2008 starb Edmund Hillary mit 88 Jahren an Herzversagen.    Reserve Bank of New Zealand, 5 Dollars ohne Datum (2015). Vorderseite: Sir Edmund Hillary mit Blick auf den Mount Cook (Aoraki). Rückseite: Neuseeländische Fauna mit typischen Riesenkräutern und einem Gelbaugenpinguin (Hoiho). Elias Heindl Literatur/Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Edmund_Hillary Curt Schneider: Edmund Hillary. Der erste Mann auf dem Mount Everest. Geo Magazin, aufgerufen über https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/edmund-hillary-der-erste-mann-auf-dem-everest-30165690.html  (zul. am 27.08.2024) SWR2 Archivradio: Mount-Everest-Erstbesteiger Edmund Hillary und Tenzing Norgay nach ihrer Rückkehr. https://www.swr.de/swrkultur/wissen/archivradio/mount-everest-erstbesteiger-edmund-hillary-und-tenzing-norgay-nach-ihrer-rueckkehr-100.html Bernd Steinle: Geerdeter Himmelstürmer. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20.07.2019, aufgerufen über https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/edmund-hillary-geerdeter-himmelsstuermer-16287780.html  (zul. am 03.09.2024)

  • Der Sammlermarkt für Banknoten brummt – mehr als 500 Millionen US-Dollars Umsatz pro Jahr

    Im Sammlermarkt für Banknoten werden weltweit jährlich Umsätze von mehr als 500 Millionen US-Dollars (umgerechnet 460 Millionen Euro) getätigt – dass jedenfalls behauptet das Wall Street Journal in einem Artikel in ihrer Ausgabe vom 2. November 2024, und beruft sich dabei auf Aris Maragoudakis, Abteilungsleiter für Weltbanknoten by Stack's Bowers Galleries, einem der großen US-amerikanischen Auktionshäuser für Münzen und Papiergeld. Quelle: Pixabay Das Wall Street Journal wartet mit weiteren beeindruckenden Zahlen auf – so verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 die Abteilung World Paper Money von Stack's Bowers einen Umsatz von etwa 4 Millionen US-Dollars. Bis zum Geschäftsjahr 2024 stieg dieser Umsatz auf 14,5 Millionen US-Dollars – umgerechnet aktuell etwa 13,3 Millionen Euro – ohne das Segment US-Banknoten, dessen Umsatz deutlich höher liegen dürfte. Das Londoner Auktionshaus Noonans Mayfair London erzielte nach Angaben eines Sprechers dort im Jahr 2023 mit Weltbanknoten einen Umsatz von 5 Millionen Pfund (umgerechnet gut 6,5 Millionen Euro) gegenüber 2,5 Millionen Pfund im Vorjahr. Der Sammlermarkt für Weltbanknoten brummt. Ein Grund hierfür sieht das Wall Street Journal im Aufstieg digitaler Technologien, die dazu beigetragen haben, die Sammlerbasis zu erweitern. Online-Auktionen, Sammlerforen und Datenbanken haben es Sammlern erleichtert, über das Hobby zu recherchieren, Kontakte zu Händlern, Auktionshäusern und nicht zuletzt zu anderen Sammlern zu knüpfen, Sammlungsstücke weltweit zu erwerben und zu verkaufen. Der einfachere Zugang zu Informationen sowie zu Sammlungsstücken selbst hat das Geldscheinsammeln zu einer strategischen Beschäftigung gemacht, bei der Banknotenliebhaber aktiv nach wertvollen Stücken suchen und eine Sammlung aufbauen können, die auch eine alternative Form der Geldanlage sein kann. Des einen Freud ist des anderen Leid – die geschilderte Entwicklung hat sich in den letzten Jahren in einem deutlichen Preisanstieg insbesondere bei gesuchten und seltenen Banknoten bemerkbar gemacht. Dr. Sven Gerhard

  • Emporium: Vorbericht zur Auktion 108 Banknoten & Notgeld am 13. Dezember 2024

    Die Auktion 107 "Münzen & Medaillen" bietet Liebhabern und Sammlern historischer Münzen erneut eine vielseitige Auswahl von insgesamt 3352 Losen, darunter zahlreiche Stücke von hohem Seltenheitswert und historischem Reiz. Die Auktion umfasst antike Münzen, Münzen aus aller Welt, Medaillen sowie zahlreiche deutsche Prägungen aus verschiedenen Epochen bis hin zum Kaiserreich, der "Weimarer Republik" und den deutschen Kolonien. Besonders Einsteiger finden hier erschwingliche Lose mit niedrigen Startpreisen, um neue Sammlungen zu beginnen oder bestehende zu erweitern. Doch auch erfahrene Numismatiker werden hier hochkarätige Highlights entdecken. Die Auktion 108 „Banknoten & Notgeld“ findet wie gewohnt am letzten Auktionstag statt und präsentiert in 324 Losen die Bereiche Banknoten aller Welt, Altdeutschland sowie Kaiserreich und Auslandsbanken. Eine zentrale Rolle nimmt die Kategorie Notgeld ein. Viele größere und kleinere Lots laden ein, die Sammlungen im Störtebeker-Haus näher unter die Lupe zu nehmen. Los 3494. Deutsche Auslandsbanken, Tientsin. 10 Dollar 01.03.1907. Perforiert DRUCKPROBE. Sehr selten, restauriert. Schätzpreis: 2.000,00 Euro. Los 3497. Deutsche Auslandsbanken, Peking. 25 Dollar 01.03.1907. Perforiert DRUCKPROBE. Sehr selten, restauriert. Schätzpreis: 2.000,00 Euro. Die Auktion 107 findet vom 9. bis 12. Dezember 2024 statt, die Auktion 108 folgt am 13. Dezember 2024. Die Auktionen werden live online über Auctionmobility übertragen. Eine Vorbesichtigung der Auktionsware ist jederzeit nach Terminabsprache im Störtebeker-Haus möglich. Weitere Informationen erhalten Sie unter muenzkurier.de/auktion . Sie erreichen uns per E-Mail unter numis@emporium-hamburg.com  oder telefonisch unter 040/25799-137. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und wünschen Ihnen viel Erfolg beim Bieten!   Direkt zu den Auktionskatalogen: https://emporium-hamburg.com/auktionen/ Emporium Hamburg Süderstraße 288 20537 Hamburg www.emporium-hamburg.com numis@emporium-hamburg.com

  • COINSTORE E-LIVE 7 startet am 7. Dezember 2024: Vorschau

    Am 7. Dezember 2024 um 10 Uhr beginnt online die 7. E-Live-Auktion des jungen lettischen Münzhandels- und Auktionshauses COINSTORE mit insgesamt 1324 Losen, davon rund 770 Angebote zu Banknoten. Ende der Auktion ist am 8. Dezember 2024. Der Auktionsaufschlag beträgt 24 %. Internet: www.coinstore.lv Zur Auktion: https://rcoinstore.com/auctions/5-1JCAL1/coinstore-e-live-7-auction-coins-medals-and-banknotes Zum Start des Geldschein-Teils: https://rcoinstore.com/auctions/5-1JCAL1/coinstore-e-live-7-auction-coins-medals-and-banknotes?page=15&limit=36 Neben dem Startpreis (oft sogar 1 Euro) ist der aktuelle Stand der Gebote bei jedem Los sichtbar! Nachstehend eine kleine Auswahl zu den angebotenen Geldscheinen: Description: Germany / Occupation of Lithuania WWI Pick# R130 CM#K4 1918 5 Mark - Wmk: 6 Point Stars S/N C659272 - State Loan Bank East Nominal: 5 Marks, Condition: 66 Gem Uncirculated  Description: German States, Saxon Bank Pick# S952as 1890 100 Mark Printer: G&D Nominal: 100 Mark Condition: 65 Gem Uncirculated  Description: Germany - Federal Republic "SPECIMEN" Pick# 17s 1949 20 Deutsche Mark - Printer: ABNC S/N 000000000 - Bank of German States   Nominal: 20 Deutsche Marks Condition: 64 Choice Uncirculated Description: Ukraine, State Note Pick# 41a ND (1920) 5 Hryven With "P" on Back Nominal: 5 Hryven Condition: 64 Choice Uncirculated  Description: Lithuania, Bank of Lithuania Pick# 68* RE7 2007 10 Litu - Printer: F-CO S/N AV0040233 - Wmk: Arms "Vytis" 66 Gem Uncirculated  Nominal: 10 Litu  Condition: 66 Gem Uncirculated  Hans-Ludwig Grabowski Zur Auktion: https://rcoinstore.com/auctions/5-1JCAL1/coinstore-e-live-7-auction-coins-medals-and-banknotes Zum Start des Geldschein-Teils: https://rcoinstore.com/auctions/5-1JCAL1/coinstore-e-live-7-auction-coins-medals-and-banknotes?page=15&limit=36 COINSTORE INFO: www.coinstore.lv auction.coinstore.lv   service@coinstore.lv ☎ +371 25370706 SIA COINSTORE | Reg.Nr . 40203071934 Pils laukums 4 Centra rajons, Rīga, Latvia LV-1050

  • Leserpost: Zuordnung 20 Mark der DDR von 1975

    Hallo Herr Grabowski, m it der 21. Auflage Ihres Kataloges "Die deutschen Banknoten ab 1871" haben sie uns Sammlern eine weitere "Aufarbeitung" der   deutschen Geschichte betreffend Banknoten, Gutscheinen etc. zur Verfügung gestellt. Danke! Nun meine Anfrage/ Ergänzung: In der Anlage ist eine 20-Mark-Banknote der DDR von 1975 (OS 0472832) abgebildet. Ich würde diese Banknote wegen der Nummerierung DDR-24c (Computersatz, KN 7-stellig) zuordnen? Wie Sie schon richtigerweise hingewiesen haben, werden sicherlich noch weitere Serienbuchstaben vorliegen. Ich wollte damit nur einen kleinen Beitrag zur weiteren Vervollständigung geben. H.-L. Holzapfel Antwort der Redaktion Herzlichen Dank für die Meldung mit Abbildung. Ich habe die Serie OS gleich im Katalog unter DDR-24c ergänzt. Ihre Zuordnung ist also korrekt, nur die Serie OS war bislang nicht im Katalog verzeichnet. Wir sind auf Meldungen von Sammlern und Händlern angewiesen, weil die Staatsbank der DDR keine Unterlagen zu den ausgegebenen Serien hinterlassen hat. Jede einzelne Meldung ist deshalb wichtig und hilft, die Katalogisierung zu vervollständigen. Aktuell gibt es inzwischen übrigens die 23. Auflage des Katalogs (siehe Literaturempfehlung). Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Shop

  • Lexikon: Kossuth, Lajos

    Lajos (Ludwig) Kossuth von Udvard und Kossuthfalva (19. September 1802, Monok – 20. März 1894, Turin) war ein ungarischer Staatsmann und gilt bis heute als Nationalheld. Lajos Kossuth, Lithographie von  August Prinzhofer aus dem Jahr 1848 mit Unterschrift von Lajos Kossuth. Abb. Wikimedia Commons. 1847 trat Kossuth an die Spitze der ungarischen Opposition gegen Österreich, ab 3. März 1848 war er als Finanzminister der eigentliche Führer der ungarischen Revolutionsregierung. Am 14. April 1849 folgte die Unabhängigkeitserklärung und die Wahl von Kossuth zum Reichsverweser. Im August 1849 floh er in die Türkei, wo er bis 1851 gefangen gehalten wurde. 1851/52 war er in den USA und später in England und 1863 in Turin. Er wurde 1867 amnestiert, blieb jedoch im Exil. Staatspapiergeld des ungarischen Finanzministeriums über 100 Forint / Gulden vom 1. September 1848 mit Unterschrift von Lajos Kossuth (rechts) als Finanzminister, Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Außer dem von ihm 1848/49 in Ungarn ausgegebenen Papiergeld gibt es zahlreiche Scheine aus seiner Exilzeit, über deren Ausgabe er die ungarische Unabhängigkeitsbewegung unterstützen wollte. Relativ Häufig sind die 1852 in den USA ausgegebenen "Staatsnoten" über 1, 2 und 5 Forint, von denen es auch heute noch ganze Druckbogen zu kaufen gibt. Staatspapiergeld des ungarischen Finanzministeriums in Philadelphia (USA) über 2 Forint ohne Datum aus dem Jahr 1852 mit Unterschrift von Lajos Kossuth, Druck einseitig. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Ebenfalls 1852 in den USA hergestellt wurden 1, 5, 10, 50 und 100 Forint des "Hungarian Fund". Alle diese Scheine tragen die Unterschrift von Lajos Kossuth , die 50- und 100-Forint-Scheine sogar seine Handunterschrift. Beide vorgenannten Ausgaben waren eigentlich kein Papiergeld, sondern eine Art Spendengeld zur Unterstützung der Errichtung einer unabhängigen ungarischen Regierung. Wegen der in England 1860 hergestellten Scheine verklagte die österreichische Regierung Kossuth und gewann den Prozess. Die Scheine mussten vernichtet werden und sind daher sehr selten. Note der Ungarischen Nationalbank über 20 Pengö vom 2- Januar 1930 mit Porträt von Lajos Kossuth auf der Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Note der Ungarischen Nationalbank über 100 Forint vom 15. Januar 1992 mit dem Porträt von Lajos Kossuth auf der Vorderseite.  Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Abbildungen von Kossuth auf Banknoten finden sich auf den 20-Pengö-Scheinen von 1926 und 1930, außerdem auf den Scheinen zu 1 und 10 Millionen Pengö sowie 1 und 10 Millionen Milpengö und 1- und 10 Millionen B-Pengö (1 Milpengö = 1 Million Pengö, 1 B-Pengö = 1 Billion Pengö) von 1945/46 und auf allen 100-Forint-Scheinen von 1947 bis 1996. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Alexandria – Auf der Suche nach der verlorenen Stadt

    "Eine außergewöhnliche Biografie und ein Juwel von einem Buch" (Sunday Times). Edmund Richardson: Alexandria – Auf der Suche nach der verlorenen Stadt 1. Auflage 2024 Hardcover mit Schutzumschlag, 344 Seiten, Format 14,8 x 21 cm, mit farbigem Bildanhang. Midas Verlag, Zürich ISBN 978-3-03876-560-8 Preis: 24,00 EUR Zu beziehen direkt über den Verlag www.midas.ch und überall im Buchhandel Leseprobe unter: https://www.yumpu.com/de/document/read/68821748/alexandria-leseprobe Wer historische Belege der Geldgeschichte sammelt, der interessiert sich in aller Regel auch für die geschichtlichen Hintergründe. Bei vielen Sammlern schlägt das Herz für antike Münzen, da ist der Name Alexandria natürlich ein schon fast mystischer Begriff. Die Entdeckung der verlorenen Stadt Alexanders des Großen ist eine der außergewöhnlichsten Erzählungen der Geschichte – eine Geschichte von Königen und Heiligen, von Spionage und imperialer Macht, von extremer Gewalt und grenzenloser Hoffnung. Jahrhundertelang trafen sich Orient und Okzident in Alexandria unter den Bergen. Dann verschwand die Stadt. Im Jahr 1833 entdeckte sie der unwahrscheinlichste Mensch, den man sich vorstellen kann, in Afghanistan wieder: Charles Masson, ein einfacher Arbeiterjunge aus London, der vom Deserteur zum Pilger, dann zum Arzt und Archäologen und schließlich zum angesehenen Wissenschaftler wurde. Charles Masson trank Tee mit Königen, reiste mit heiligen Männern und wurde zum Meister der hundertfachen Verkleidung; er sah Dinge, die kein Europäer vor ihm gesehen hatte und nur wenige seither gesehen haben. Er spionierte für die Ostindien-Kompanie und wurde gleichzeitig der Spionage für Russland verdächtigt, denn es war die Zeit des Großen Spiels, als die imperialen Mächte in diesen atemberaubend schönen Ländern aufeinander trafen. Masson entdeckte zehntausende Zeugnisse der afghanischen Geschichte, darunter das 2.000 Jahre alte goldene Reliquiar von Bimaran mit dem ältesten bekannten Gesicht Buddhas. Ihm wurde ein eigenes Königreich angeboten, er wollte die Welt verändern und die Welt wollte ihn zerstören. Der umfangreich Anhang umfasst ab Seite 273 Endnoten (Anmerkungen), eine Bibliografie, Bildnachweise, Danksagungen, einen Index sowie Bildtafeln auf Kunstdruckpapier mit insgesamt 30 farbigen Abbildungen, davon drei zu antiken Münzen. Das spannende Buch über die abenteuerliche Geschichte des Charles Masson ist übrigens nicht nur Sammlern antiker Münzen zu empfehlen, sondern allen, die sich eine natürliche Neugier auf die Vergangenheit bewahrt haben, damit sie die Welt von heute besser verstehen lernen. Hans-Ludwig Grabowski Zum Autor EDMUND RICHARDSON ist Professor für Klassische Philologie und Alte Geschichte sowie Mitglied des Instituts für Nahost- und Islamwissenschaften an der Universität Durham, Großbritannien. Er ist der Autor des Buchs "Classical Victorians: Scholars, Scoundrels and Generals" und wurde von der BBC zu einem der "New Generation Thinkers" ernannt. Pressestimmen "Eine brillante und anregende Biografie, geschrieben mit vollendeter Sachkenntnis, grandiosem Stil und viel Witz. Durch das Studium eines einzigen Mannes erhellt Richardson eine ganze Welt." Daily Telegraph "Eine der großen Geschichten der Archäologie, Forschung und Spionage wird zum ersten Mal vollständig erzählt – und das mit Leidenschaft, Stil, Sachkenntnis, Empathie und Furor." William Dalrymple "Massons Geschichte wird von Edmund Richardson brillant erzählt. Eine luzide, spannende und auch poetische Erzählung auf der Höhe des Themas". Literary Review "Wir haben unseren eigenen Indiana Jones!" Sunday Times "Hervorragend! Dieses Buch hat das Tempo und die kunstvoll verwobene Komplexität eines Romans von John Le Carré." The Guardian

  • Gewappnet für alle Fälle, Teil 2: Die Ersatzbanknoten-Serie BBk II der Deutschen Bundesbank für West-Deutschland

    Ende der 1990er Jahre erfuhr die breite Öffentlichkeit, dass die Deutsche Bundesbank über viele Jahrzehnte eine Ersatzbanknoten-Serie in ihren Tresoren aufbewahrt hatte, die aber mittlerweile vollständig vernichtet worden sei. Dabei war die Existenz einer Ersatzbanknoten-Serie nie ein Geheimnis gewesen. Bereits im Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 1962 war auf Seite 4 zu lesen, dass die Bundesbank „eine verkürzte (d. h. auf die Werte zu 10, 20, 50 und 100 DM beschränkte) Ersatzserie aus den Entwürfen des Frankfurter Graphikers Max Bittrof zusammengestellt [hat]“.  Im Buch „Die Noten der Deutschen Bundesbank“ (1964) findet sich auf Seite 58 folgender Hinweis: „Außerdem wurde eine auf die Werte zu DM 10, 20, 50 und 100 beschränkte zweite Serie aus den Entwürfen des Graphikers Max Bittrof für den Druck in Aussicht genommen, die als Reserve dient und vorerst nicht in Umlauf gelangen wird.“ Nur wenige Zeitungen nahmen von der Existenz der Ersatzzahlungsmittel Kenntnis: Bei der Bundesbank / Ersatzgeld liegt bereit (Rheinische Post vom 28. Juli 1966) „Theatergeld“ in den Tresoren der Bundesbank / Millionenreserven gegen Blüten (Hannoversche Presse vom 12. August 1966) Notgeld im Bundesbankbunker / Ersatzbanknoten bei einer ernsten Gefahr für unser Geld (Frankfurter Neue Presse vom 20. Juli 1972) Deutschlands geheime Währung – Die Schatten Mark (Süddeutsche Zeitung vom 15. November 2004) Zu Beginn der 1960er-Jahre waren keine wirtschaftlichen Faktoren, sondern die weltpolitische Lage die akuteste Bedrohung der Geldreserven: die Bundesbank fürchtete den Atomkrieg (Handelsblatt vom 16. Oktober 2010) Zwar widmete das Buch „50 Jahre Deutsche Mark“ aus dem Gietl Verlag 1998 ein Kapitel der „Ersatzserie BBk II“, jedoch enthielt es wenig gesicherte Erkenntnisse. [1]  Immerhin weisen die Autoren auf Abbildungen im oben genannten Buch der Bundesbank hin, auf denen die Herstellung einer 20-DM-Banknote abgebildet wird. Dabei handelt es sich eindeutig nicht um die Umlaufnote. [2] Erst Dr. Reinhold Walburgs Vortrag im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank informierte die Papiergeld-Sammler-Gemeinde über Einzelheiten der Ersatzserie. [3] Mittlerweile sind weitere Akten im Historischen Archiv der Deutschen Bundesbank zugänglich, sodass ein neuer Versuch gewagt werden soll, das Dunkel um die Ersatzbanknoten-Serie BBk II weiter zu lüften. Mit Gesetz über die Deutsche Bundesbank vom 26. Juli 1957 (BGBl. I S. 745) wurde die Deutsche Bundesbank geschaffen. Sie trat am 1. August 1957 an die Stelle der Bank deutscher Länder. Das Direktorium der Bundesbank war natürlich bestrebt, die alten Noten der Bank deutscher Länder möglichst schnell durch eigene zu ersetzen. Erste Planungen dazu reichen in die Jahre vor 1957 zurück. „In ein offizielles Stadium trat die Angelegenheit mit einer Vorlage des damaligen Bundesbankvizepräsidenten Wilhelm Könneker für die 22. Sitzung des Zentralbankrates am 24. April 1958, mit der das Gremium ‚… über die Pläne des Direktoriums für den Neudruck von Banknoten und den Stand der Vorbereitungsarbeiten hierzu‘ unterrichtet wurde.“[4] Ausgewählte Grafiker wurden aufgefordert, Entwürfe für die geplante Banknotenserie BBk I einzureichen. Anfang 1959 entschied man sich für die des Grafikers Hermann Eidenbenz, der als künstlerischer Mitarbeiter bei der Firma H. F. und Ph. F. Reemtsma in Hamburg arbeitete. Aufgrund der Angebote von Giesecke & Devrient vom 11. August 1959 und der Bundesdruckerei vom 20. August 1959 erteilte die Bundesbank mit Schreiben vom 25. November 1959 an Giesecke & Devrient (200 Mio. Noten zu 20 DM) und an die Bundesdruckerei (180 Mio. Noten zu 50 DM) die ersten Druckaufträge. [5]  In den nächsten Jahren druckte Giesecke & Devrient die Noten zu 5, 20, 100 und 1000 DM, während die Bundesdruckerei den Druck den Noten zu 10, 50 und 500 DM besorgte. Abb. 1.1: Deutsche Bundesbank, 10 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Vorderseite. Abb. 1.2: Deutsche Bundesbank, 10 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Rückseite. Abb. 2.1: Deutsche Bundesbank, 20 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Vorderseite. Abb. 2.2: Deutsche Bundesbank, 20 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Rückseite. Abb. 3.1: Deutsche Bundesbank, 50 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Vorderseite. Abb. 3.2: Deutsche Bundesbank, 50 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Rückseite. Abb. 4.1: Deutsche Bundesbank, 100 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Muster, Vorderseite. Abb. 4.2: Deutsche Bundesbank, 100 DM (BBk I), 2. Januar 1960, Muster, Rückseite In einem bankinternen Papier wurde auch erstmals über den Druck einer Ersatzserie nachgedacht. Möglicherweise führte das explosionsartige Falschgeldvorkommen in den ersten Jahren nach der Währungsreform – 1949 mit 160.000 Falsifikaten und 1950 mit 136.000 Falschstücken – zu dieser Überlegung? Zwar schien ein Wiederholungsfall unwahrscheinlich, da die neuen Banknoten nach dem neuesten Stand der Sicherungstechnik hergestellt wurden, aber eine latente Gefahr besteht immer. Ebenso fürchtete man sich unter dem Eindruck des "Kalten Krieges" vor politisch motivierten Falsifikaten aus den Staaten des Ostblocks. Hatte nicht Lenin gesagt: „Wer eine Gesellschaft zerstören will, muss ihre Währung ruinieren.“ Als weiteres Argument wurde vorgebracht, dass auch andere Notenbanken für alle Fälle Ersatzplatten zur Hand hätten, um bei einer Falschgeldschwemme sofort völlig neue Geldscheine drucken zu können. Am 20. Januar 1959 wurde beschlossen, die Platten für eine volle Serie – beschränkt auf die Werte 10, 20, 50 und 100 DM – fertigen zu lassen. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, griff man auf Entwürfe des Grafikers Max Bittrof zurück. Für die Bank deutscher Länder hatte Bittrof die 1950/51 ausgegebenen 5-, 10- und 100-DM-Banknoten entworfen, darunter auch den berühmt-berüchtigten Fünfer mit seiner angeblich unsittlichen Darstellung „Europa auf dem Stier“. „Warum Bittrofs ursprüngliche Entwürfe für die BBk I-Serie für die Gestaltung der Ersatzserie ausgewählt wurden, bleibt unklar. Im Rahmen des BBk I-Auswahlverfahrens kamen sie nicht in die engere Wahl.“ [6]  Erhalten geblieben ist lediglich eine kurze handschriftliche Notiz: „Herr Bittrof wurde (am) 19.5.59 über die von ihm eingereichten Entwürfe und ihre Verwendung für eine Ersatzserie (DM 10, 20, 50, 100) von Herrn Könneker, MdD < Mitglied des Direktoriums >, unterrichtet.“ [7] Bereits Anfang Februar 1960 lagen die überarbeitet Rückseiten-Entwürfe vor. Die überarbeiteten Vorderseiten behielten die Kopfbildnisse der Noten der Serie BBk I. Zuerst sollten die Ersatznoten im Ausland gedruckt werden. Nachdem Herr Otto eine Ausweitung der Druckkapazität anbot, sprach sich die Abteilung H am 23. Mai 1960 dafür aus, den Druckauftrag für die Noten der Bittrof-Serie zu 10 und 50 DM an Giesecke & Devrient zu vergeben. Bereits am 24. Mai 1960 stimmte Herr Könneker dem Vorschlag zu. Mit Schreiben vom 2. Juni 1961 informierte die Bundesbank die Bundesdruckerei darüber, dass sie wegen der Sicherheitsprobleme beim Transport nicht mit Aufträgen zum Druck des „kontinuierlichen Nachholbedarfs von Banknoten“ rechnen kann. Begründet wurde die Absage auch mit den Versicherungskosten für den Banknotentransport von im Umlauf befindlichen Noten. Stattdessen stellte man Druckaufträge für die Noten zu 20 und 100 DM der Ersatznoten in Aussicht; die auch in den folgenden Jahren erteilt wurden. [8] Zu Druckbeginn im Jahr 1963 belief sich die Gesamtsumme der umlaufenden Bankboten auf DM 25.426.593.695, was 93,647 % des Gesamtbargeldumlaufs entsprach. Diese Größe war offensichtlich Richtschnur für die Ersatzserie …“ [9]   Mit der Fertigstellung der 10-DM-Note im Jahr 1974 endete das Vorhaben. Nach den Aufzeichnungen der Hauptabteilung Hauptkasse wurden DM-Banknoten der Ersatzserie BBk II im Gesamtbetrag von 25.281.000.000 DM hergestellt: Die Scheine der Ersatzserie sind einheitlich auf den 1. Juli 1960 datiert. Größe und Farbgebung entsprechen den BBk I-Noten. Dies gilt auch für die Farbtönung des Papiers. Ein Vergleich der Porträt-Darstellungen der Bittrof-Serie mit denen der Umlaufserie zeigt leichte Abweichungen. Obwohl bei beiden Serien dieselben Kopfbildnisse verwendet wurden, fallen die unterschiedlich großen Ausschnitte auf. Obwohl die Herstellung der Umlauf- und der Ersatzserie zeitgleich erfolgte, waren es zwei eigenständige Arbeitsabläufe, bei dem kein Material der Hauptserie für die Ersatzserie verwendet werden konnte. Dies galt selbst für das Notenpapier, das zunächst von zwei ausländischen Unternehmen produziert wurde. Die Bundesdruckerei bezog ihr Papier von der englischen Firma Portals Ltd. in Whitchurch, während Giesecke & Devrient das Papier vom französischen Office Française des Papiers Fiduciaires et Surfins aus dessen Papierfabrik Crévecoeur bezog. Die mehrstufigen Kopfwasserzeichen ähneln dem jeweiligen Hauptmotiv der Vorderseite, unterscheiden sich jedoch deutlich von denen der Umlaufserie. Um Fälschungen zu erschweren ist ferner ein Sicherheitsfaden auf der linken Scheinseite eingebettet, allerdings wurden nur bei der Note zu 100 DM blau fluoreszierende Fasern in das Papier eingestreut. Gravierende Unterschiede bestehen bei der Gestaltung der Rückseiten. Die Ersatzserie verwendet hier ausschließlich Ornamente. Die Scheine wurden im Stichtiefdruck und indirektem Hochdruck hergestellt, die Kontrollnummern im Hochdruck. Die Ersatznoten tragen wie die Umlaufnoten die Unterschriften des damaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Karl Blessing [* 5. Februar 1900 in Enzweihingen, Württemberg; † 25. April 1971 in Rasteau im Département Vaucluse, Frankreich] und des damaligen Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank, Dr. Heinrich Troeger [* 4. März 1901 in Zeitz; † 28. August 1975 in Bad Nauheim]. Nach Hans-Ludwig Grabowski wurden folgende Serien gedruckt: [10] Abb. 5.1: Deutsche Bundesbank, 10 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Vorderseite. Abb. 5.2: Deutsche Bundesbank, 10 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Rückseite. Abb. 6.1: Deutsche Bundesbank, 20 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Vorderseite. Abb. 6.2: Deutsche Bundesbank, 20 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Rückseite. Abb. 7.1: Deutsche Bundesbank, 50 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Vorderseite. Abb. 7.2: Deutsche Bundesbank, 50 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Rückseite. Abb. 8.1: Deutsche Bundesbank, 100 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Vorderseite. Abb. 8.2: Deutsche Bundesbank, 100 DM (BBk II), 1. Juli 1960, Rückseite. Aufgrund des gestiegenen Banknotenumlaufs deckte die Ersatzserie bereits im Jahr 1980 nur noch 43 Prozent der damals in Umlauf befindlichen Stücklungen an Banknoten zu 10 bis 100 DM. 1974, bei Abschluss der Beschaffung, lag der Wert noch bei 61 Prozent. Um der Funktion einer Ersatzserie auch bei wachsendem Notenumlauf gerecht werden zu können, war in der Vergangenheit wiederholt eine Bestandsaufstockung angeregt worden. In seiner 552. Sitzung am 13. März 1980 beschloss daher der Zentralbankrat eine Erhöhung der besonders knappen Bestände an 100-DM-Noten um 400 Millionen Stück. Für die übrigen drei Werte sollten die entsprechenden Herstellungsunterlagen erstellt werden. Der Beschluss wurde jedoch aufgegeben, als klar wurde, welche Fälschungsmöglichkeiten die neuen Techniken – z. B. durch moderne Fotokopierer – boten. Stattdessen sprach sich der Zentralbankrat in seiner 577. Sitzung am 19. März 1981 dafür aus, eine vollkommen neue Banknotenserie auszugeben, die dem aktuellen Sicherheitsstandard für Banknoten voll entsprach. Nachdem die Entwicklungsarbeiten für die neue Banknotenserie BBk III so weit vorangeschritten waren, dass der Ausgabetermin absehbar war, schlug die Hauptabteilung Hauptkasse am 5. Mai 1988 in einer Vorlage an den Zentralbankrat vor, die Bestände an Banknoten der Serie BBk II zu vernichten. Dafür sprächen die folgenden Gründe:  [11] Die Noten der Ersatzserie seien sicherungstechnisch nicht besser ausgestattet als die eventuell zu ersetzenden Noten der BBk I/IA-Serie. „Eine Ersatzserie hat dann einen Sinn, wenn sie sicherungstechnisch besser ausgestattet ist als die eventuell zu ersetzenden Noten. Bei gleichem Sicherheitsstandard könnte ein Fälscher unter Anwendung der heute verfügbaren modernen Reproduktionstechniken von der Ersatzserie in kürzester Zeit ebenso gut Fälschungen herstellen wie von der Umlaufserie.“ Darüber hinaus seien die Banknoten der Serie BBk IA seit Mitte der 1970er Jahre mit automationsspezifischen Merkmalen ausgestatte worden, die eine maschinelle Echtheitserkennung ermöglichten. Die BBk II-Noten enthielten solche Merkmale nicht und konnten mit diesen Maschinen daher nicht bearbeitet werden. Da zwischenzeitlich alle größeren Zweiganstalten die maschinelle Geldbearbeitung eingeführt hatten, würde die Ausgabe von BBk II-Noten die Bank vor große technische Probleme stellen. Unabhängig davon würden die vorhandenen BBk II- Bestände nicht ausreichen, um die umlaufenden Noten der BBk I-Serie zu ersetzen. Ein rascher Nachdruck der BBk II-Banknoten sei unter anderem deshalb nicht möglich, da keine besonderen Druckunterlagen vorgehalten wurden. Da die Ersatznoten nicht mehr ihren Zweck erfüllen würden, könnten sie auch vernichtet werden, zumal man in der Zeit bis zur Ausgabe der BBk III-Banknoten [12]  bei einem groß angelegten Fälschungsfall nicht unvorbereitet sei.  In der Vorlage heißt es: „Bei unserer Papierfabrik werden im Zuge der BBk III-Entwicklungsarbeiten z. Z. die produktionstechnischen Voraussetzungen für die Herstellung von Banknotenpapier mit metallisch, z. B. aluminiumbeschichtetem Fenstersicherheitsfaden geschaffen. Die rechtlichen Voraussetzungen hierfür liegen bereits seit längerem vor. Damit besteht die Möglichkeit, die gegenwärtig umlaufenden Noten (BBk I/IA) im Eventualfall – zusätzlich zu dem vorhandenen Faden – in kurzer Zeit mit dem neuen Faden auszustatten und sie in dieser sicherungstechnisch verbesserten Form anstelle der ursprünglichen Noten in den Zahlungsverkehr zu geben ebenso wie dies in Großbritannien geschah. Nach uns von der Papierfabrik vorliegenden Informationen könnte die großtechnische Produktion des neuen Papiers bereits im Oktober d. J. aufgenommen werden. Um für den Eventualfall noch besser gerüstet zu sein, schlage ich vor, in den Stückelungen zu 10 bis 100 DM vorsorglich eine kleinere Menge Papier mit metallisch beschichteten Fenstersicherheitsfaden, und zwar für jeweils 10 Mio Noten (= großproduktionstechnisch erforderliche Mindestmenge) herstellen und mit dem Druckbild der gegenwärtigen BBk I/IA-Serie der Stücklungen zu 10 bis 100 DM ausdrucken zu lassen. Wir könnten uns dadurch einen kleinen Handbestand an Ersatznoten für den Erstbedarf anlegen und hätten zugleich von unserer Papierfabrik den Nachweis der jederzeit gewährleisteten großtechnischen Produktion. … Wir würden uns mit der Herstellung dieser Noten aufwendige Großversuche in der Anlaufphase der BBk III-Produktion ersparen.“ [13] Aufgrund der Vorlage beschloss der Zentralbankrat in seiner 750. Sitzung am 19. Mai 1988 die vorhandenen Bestände der Bittrof-Serie nach Maßgabe der gegebenen technischen Kapazitäten Nach und Nach zu vernichten. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren nicht mehr alle Ersatzbanknoten vorhanden. Lt. Protokoll Nr. 67 vom 22. Dezember 1966 waren bereits Noten im Wert von 3.000.000 DM und lt. Protokoll Nr. 111 vom 4. August 1980 Noten im Wert von 3.599.640 DM vernichtet worden: Bei einer Revision der Bestände der Bittrof-Serie am 21. März 1980 war darüber hinaus festgestellt worden, dass von den in Frankfurt lagernden Notenbestände der Serie je zwei Noten jeder Stücklung fehlten. Den betreffenden Notenpaketen lag eine von Herrn Bundesbankdirektor Stamm unterschriebene Bescheinigung vom 9. Oktober 1969 bei, wonach die Banknoten für das Direktorium entnommen wurden. In der Sitzung am 1. Oktober 1980 ordnete das Direktorium an, nach dem Verbleib der Bittrof-Noten zu forschen. Bei allen in Betracht kommenden Stellen wurde nach dem Verbleib der Scheine gefahndet. Hierbei kam ein Buchungsbeleg vom 7. November 1969 zum Vorschein, dass auch zwei Sätze der ersten Ausgabe (BBk I) an das Direktorium ausgehändigt wurden. [14] Nach der schriftlichen Äußerung des früheren Hauptabteilungsleiters Kempe wurden die beiden Sätze der Ersatzserie anlässlich des Ausscheidens aus dem Dienst dem damaligen Präsidenten Blessing und Vizepräsidenten Dr. Troeger als Abschiedsgeschenk überreicht. Hierbei handelte es sich um die folgenden Scheine: Den Verantwortlichen in der Revisionsabteilung bereitete dies heftige Bauchschmerzen. Im Schreiben vom 23. Juni 1988 an das Direktorium bat man zu entscheiden, ob die Hauptabteilung H versuchen sollte, die Bittrof-Banknoten zurückzuerhalten. Begründet wurde dies folgendermaßen: „Die Noten dürften – insbesondere nach der bereits angelaufenen Vernichtung der Ersatzserie – einen bedeutenden Sammlerwert haben. Sollten die Noten, zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Nachlaßverwertung, in die Öffentlichkeit gelangen, sind negative Auswirkungen für die Bundesbank nicht auszuschließen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Briefmarken-Affäre der Deutschen Bundespost in einem ähnlich gelagerten Fall.“ [15] Das Direktorium kam bei seiner Sitzung am 4. Juli 1988 überein, die acht Banknoten, die an frühere Mitglieder des Direktoriums verschenkt wurden, nicht wieder zurückzuerbitten, auch wenn die übrigen Stücke vernichtet werden. Im Tresor der Hauptkasse in Frankfurt am Main und im Tresor des Bunkers in Cochem-Cond lagerten also noch Noten im Wert von 25.274.400.000 DM. In der Notenverbrennungsanlage des BBk-Direktoriums wurden in der Zeit vom 16. Juni 1988 bis 7. November 1988 BBk II-Banknoten im Gesamtwert von 6.135.620.000 DM vernichtet. Die Verbrennung erfolgte unter Einhaltung der bei der Notenverbrennung üblichen Sicherheitsvorkehrungen, die früher mehrfach geprüften worden sind und – abgesehen von Beanstandungen geringeren Gewichts – für in Ordnung befunden wurden. Unmittelbar vor dem Beschicken der Verbrennungsanlage sind bei jedem Verbrennungstermin von einem Angehörigen der Hauptabteilung Revision einige Packbeutel überschlägig geprüft worden. Bei diesen Prüfungen ergaben sich keine Bemerkungen. Aufgrund der begrenzten Kapazität der Notenverbrennungsanlage des BBk-Direktoriums suchte die Bank nach anderen Wegen, den Bestand an BBk II-Banknoten zu vernichten. Hierzu wurden bei den Firmen Mandausch, Frankfurt, und Papierfabrik Louisenthal der Firmengruppe Giesecke & Devrient, Gmund, Versuche durchgeführt. Nach dem Test entschied sich die Bank für die Firma Mandausch. Hier wurde der größte Teil der Banknoten geschreddert und die Schredderabfälle bei der städtischen Müllverbrennungsanlage entsorgt. Der Transport zur Firma Mandausch erfolgte mit firmeneigenen Fahrzeugen. Sie transportierten die durch Plomben und Vorhängeschlösser gesicherten Transportbehälter (Stahlcontainer), begleitet von drei Bankangehörigen, die auch das Schreddern der Banknoten überwachten. Das Schreddergut wurde im Beisein eines Bankangehörigen bei der städtischen Verbrennungsanlage angeliefert. Alle Beteiligten bestätigten durch Unterschrift, dass sie und auch keine anderen Beteiligten vollständige Banknoten an sich genommen haben. Nach Beendigung jedes Schreddervorgangs wurde die Schreddermaschine selbst und ihr Umfeld gründlich gereinigt. Für den Transport und die Vernichtung der Banknoten sowie für die Ablieferung der Schredderabfälle an die städtische Müllverbrennungsanlage mussten insgesamt 0,6 Mio. DM bezahlt werden. Einschließlich der Personalkosten, zu denen keine detaillierten Aufzeichnungen vorliegen, wurden die Gesamtkosten für die Vernichtungsaktion auf mindestens 0,75 Mio. DM geschätzt. [16] Von den ursprünglich hergestellten BBk II-Ersatzbanknoten wurden Banknoten im Gesamtbetrag von 180.360 DM nicht vernichtet, und zwar: Von jeder Stücklung befinden sich 999 Banknoten im Geldmuseum. Außerdem wurden bekanntlich von jeder Stückelung zwei Banknoten verschenkt und jeweils eine Serie mit „ungültig“ perforiert, die dem zuständigen Dezernenten der Hauptabteilung Hauptkasse am 25. Oktober 1989 ausgehändigt wurde. Ein besonderes Kapitel stellen die Musternoten dar. In derselben Akte finden sich auch Hinweise auf Noten der Bittrof-Serie, die mit dem Aufdruck „Muster/Specimen“ gekennzeichnet wurden. Von jedem Wert wurden ursprünglich 5000 Noten hergestellt und eingelagert. Am 3. April 1989 waren von den ehemals 20.000 Scheinen noch 19.919 Scheine vorhanden, und zwar: Die Aufstellung der Abteilung H 130 vom 8. Oktober 1980 gibt Auskunft über den Verbleib der „fehlenden“ Noten: [17] Über den Verbleib der an Dr. Klasen übergebenen Noten ist nichts bekannt. Da die Hauptabteilung für diese Musterscheine keine Verwendung hatte, sollten sie ebenfalls verbrannt werden.   An dieser Stelle danke ich Herrn Reibe vom Historischen Archiv der Deutschen Bundesbank für die freundliche Unterstützung. Uwe Bronnert Anmerkungen [1]  Helmut Kahnt, Michael H. Schöne und Karlheinz Walz, 50 Jahre Deutsche Mark, 1948 – 1998, Die Geschichte der deutschen Nachkriegswährungen in Ost und West, Regenstauf 1998, S. 107 f. [2] Deutsche Bundesbank (Hrsg.), Die Noten der Deutschen Bundesbank, Frankfurt am Main 1964, S. 74 (Bild 2), Seite 75 (Bild 4), Seite 85 (Bild 11) und Seite 87 (Bild 15). [3]  Dr. Reinhold Walburg, „… für alle Fälle …“ – Die geheimnisvollen Banknoten aus der Zeit der Deutschen Mark, in: Deutsche Bundesbank (Hrsg.), Vorträge zur Geldgeschichte 2010 im Geldmuseum, Frankfurt am Main 2011, S. 61 – 106. [4]  Ebenda, S. 64. [5]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/75504, Dokumentation über die Zusammenarbeit der Bank deutscher Länder/Deutsche Bundesbank mit der Firma Giesecke & Devrient, München, und der Bundesdruckerei, Berlin, vom 16. Dezember 1986. [6]  Reinhold Walburg, S. 65. [7]  Ebenda, S. 66. [8]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/75504, Dokumentation über die Zusammenarbeit … [9]  Reinhold Walburg, S. 71. [10]  Hans-Ludwig Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine, 23. Überarbeitete und erweiterte Auflage 2023/24, Regenstauf 2023, S. 306 ff. [11]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/64854. Vorlage für den Zentralbankrat vom 5. Mai 1988, S. 2. [12]  Es war vorgesehen, die beiden ersten BBk III-Werte (100 und 200 DM) im Herbst 1990 und die übrigen Werte Zug um Zug möglichst innerhalb der anschließenden zwei Jahre auszugeben. [13]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/64854. Vorlage für den Zentralbankrat vom 5. Mai 1988, S. 5. [14]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/75501. [15]  Ebenda. [16]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/50909. [17]  Hist. Archiv der Deutschen Bundesbank, B 330/75501.

  • "Reich wie ein Argentinier" – 100 Pesos Moneda Nacional der Caja de Conversion 1931

    „Reich wie ein Argentinier“ – das war Anfang des 20. Jahrhunderts eine gebräuchliche Redewendung. Sie stand sprichwörtlich für den hohen Wohlstand Argentiniens, der noch heute in zahlreichen prachtvollen Bauen in der Hauptstadt Buenos Aires zum Ausdruck kommt. Heute kaum mehr zu glauben, hatte Argentinien vor dem Ersten Weltkrieg eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, das sogar über dem von Deutschland lag. Exporte von Weizen und Fleisch nach Europa hatten das Land wohlhabend gemacht. Argentinien profitierte zudem von der Nahrungsmittelknappheit in Europa während und nach dem Ersten Weltkrieg, als argentinische Nahrungsmittelexporte insbesondere nach England für die Bevölkerung überlebenswichtig waren. Durch die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre wurde das argentinische Agrarexport-Modell, welches Grundlage der Wirtschaft war, schwer beeinträchtigt und nach dem Zweiten Weltkrieg verlor es zunehmend an Bedeutung – der Stern der argentinischen Wirtschaft begann zu sinken. Im November 1881 löste der auf dem Goldstandard beruhende Peso Moneda Nacional den in Argentinien bisher umlaufenden Peso Corriente ab. Zunächst gaben zahlreiche private Notenbanken eigene Banknoten aus. Dieses System erwies sich jedoch aufgrund der zu schwach kapitalisierten Banken als instabil und mündete 1890 in eine Finanzkrise. Um Ordnung in das System der Banknotenausgaben zu bekommen und die Einhaltung des Goldstandards der argentinischen Währung sicher zu stellen, wurde daher im selben Jahr die Caja Conversion gegründet. 1895 wurde den bis dahin emittierenden Notenbanken die Banknotenausgabe untersagt. Die Caja de Conversion emittierte im selben Jahr zunächst auf den Staat Argentinien (La Nacion) lautendes Papiergeld, bevor sie 1899 mit der Ausgabe eigener Banknoten begann. Die Goldbindung des Peso Moneda Nacional wurde 1914 aufgehoben. 1927 erfolgte für kurze Zeit eine Bindung des Pesos an den US-Dollar. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wertete, wie viele Währungen, auch der Peso gegenüber dem US-Dollar ab. Sein Wechselkurs blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg gegenüber dem US-Dollar mit einem Verhältnis von um die vier Peso je US-Dollar recht stabil.   Ab Ende der 1940er Jahre verfiel der Wechselkurs des Peso zunehmend. Betrug er im Januar 1950 noch etwa 15 Pesos je US-Dollar, waren es im Ende 1959 bereits 83,30 Pesos, fünf Jahre später - im Januar 1965 - 215 Pesos und Ende 1969 schließlich 350 Pesos. Der Peso Moneda Nacional wurde am 1. Januar 1970 im Verhältnis 100:1 durch den Peso Ley ersetzt. Die Banknotenemission in Argentinien ging durch Gesetz vom 28. März 1935 Ende Mai 1935 auf die Zentralbank von Argentinien über. Die Caja de Conversion beendete ihre Tätigkeit am 31. Mai 1935. Im Ausgabejahr 1931 entsprach der vorgestellte Schein einem Gegenwert von etwa 30 US-Dollars oder 130 Reichsmark. Ende 1969 waren es nur noch 0,29 US-Dollar. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Argentinien Emittent: Caja de Conversion Nominal: 100 Pesos Moneda Nacional Datierung: ohne (Serie 1931) Vorderseite: Wertangabe und Unterschriften, sitzende Göttin (Progreso) mit Fackel und Staatswappen, den Fortschritt symbolisierend Rückseite: Ornamente, Staatswappen Unterschriften: Mallea Gill und Avellanda Material: Papier mit Wasserzeichen Wertangabe „100 Pesos“ und Logo „RA“ Format: 180 mm x 88 mm Druck: Casa de Moneda de la Republica Argentina Auflage: 1.638.000 für diese Serie Nummerierung: 06,344,197 B Umlauf: 1931 bis 31. Dezember 1969 Zitate : 247a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues), B243f (The Banknote Book), 391 a (Colantonio). Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

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