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- Wie lassen sich die notwendigen Devisen beschaffen?
Anmerkungen zu den Wertscheinen der (Inter-)hotels Der DDR-Außenhandel beschränkte sich in den 1950er und 1960er Jahren zu 95 Prozent auf die im „Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (RGW) zusammengeschlossenen Staaten.[1] Zwischen ihnen wurde seit 1963 der Handel ausschließlich in Transferrubel abgewickelt.[2] Diese konnten bei Zahlungen außerhalb des RWG nicht verwendet werden. Die rohstoffarme DDR musste jedoch für ihre Industrieproduktion zunehmend Waren auf dem Weltmarkt gegen harte Währung einkaufen. Die Devisenknappheit des Arbeiter- und Bauernstaats war sprichwörtlich. Daher entstand 1964 im Ost-Berliner Ministerium für Außenhandel der Bereich „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo) unter der Leitung von Staatssekretär Alexander Schalk-Golodkowski mit dem obersten Ziel der Devisen-Beschaffung. Um diese zu erwirtschaften, waren Exporte ins nichtsozialistische Ausland notwendig. Das führte dazu, dass Waren (z. B. Kleidung, Möbel) zum Teil unter den Herstellungskosten an Versandhäuser und Kaufhäuser in Westdeutschland verkauft wurden. Anfang der 1970er Jahre bemühte sich die DDR-Führung, die Akzeptanz der Bevölkerung für den Sozialismus durch eine spürbare Verbesserung des Lebensstandards zu steigern. Die notwendigen Güter (z. B. Kaffee, Kakao, Südfrüchte usw.) waren auf dem Weltmarkt ebenfalls nur gegen harte Valuta erhältlich. Um die benötigten Devisen zu erhalten, war die DDR-Führung auch bereit, fragwürdige Wege zu gehen. Zwischen Ende 1962 bis 1989 zahlte die Bundesregierung über 3,44 Milliarden DM an die DDR, um etwa 33.000 politische Gefangene und 250.000 Ausreisewillige freizukaufen. Außerdem erhielt die DDR aufgrund des Transitabkommens seit 1971 jährlich DM-Zahlungen. So flossen z. B. 1974: 234 Millionen DM, 1978: 400 Millionen DM und 1989: 525 Millionen DM in die Staatskasse der DDR. Da die Mark der DDR eine reine Binnenwährung[3] war, spielte sie im internationalen Zahlungsverkehr keine Rolle. In der DDR betrug der offizielle Umtauschkurs zur D-Mark 1:1. Er galt auch beim Mindestumtausch (sog. „Zwangsumtausch“)[4] für Bürger der Bundesrepublik und West-Berlins bei DDR-Besuchen oder bei der Bereitstellung des Reisegelds von 15 DM für DDR-Bürger, die ins westliche Ausland fahren durften. Der übliche Schwarzmarkt-Kurs lag meist bei 1:4, d. h. für eine DM erhielt man vier Mark der DDR, zeitweise auch mehr. Im Besitz der Bevölkerung der DDR befanden sich beträchtliche Mengen an Devisen, insbesondere DM-Zahlungsmittel waren vorhanden, obwohl der Besitz und Handel mit "Westgeld" offiziell stark reglementiert war. Das Geld stammte aus Sendungen von Verwandten aus der Bundesrepublik, Einnahmen aus Reisen in den Westen, Verkauf von Antiquitäten oder Kunst an westliche Käufer und natürlich Schwarzmarkt-Geschäften. Über den Umfang der begehrten DM-Zahlungsmitteln liegen natürlich keine konkreten Zahlen vor, Schätzungen aus den 1980er Jahren gehen aber davon aus, dass private Haushalte in der DDR über mehrere Milliarden DM verfügten. Seit 1962 verkauften Intershop-Läden Westprodukte und sonst nicht zu erhaltende hochwertige Waren aus DDR-Produktion gegen Zahlung in Devisen. Um schneller an die gehorteten Westzahlungsmittel der Bevölkerung zu kommen, regelte man die Zahlung in den Intershops neu. Mit Einführung der Forumschecks am 16. April 1979, durften DDR-Bürger dort nicht mehr mit frei konvertierbaren Währungen zahlen. Diese mussten zuvor bei den Bankinstituten der DDR oder den Filialen der Staatsbank der DDR gegen sog. Forumschecks umgetauscht werden. Die Intershops waren mit einer Rendite von bis zu 70 Prozent enorm gewinnträchtig. Zwischen 1971 und 1989 trugen allein sie mit 14,3 Milliarden DM zur Staatssanierung bei. Weitere Devisen sollten von Touristen und Geschäftsreisenden aus dem westlichen Ausland und der BRD generiert werden. 1963 setzte Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Heinz Siegert ein, die zu diesem Zweck ein Netz gehobener Hotels schaffen sollten. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit war es am 1. Januar 1965 so weit. Zwölf Hotels in Berlin, Erfurt, Jena, Magdeburg, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Leipzig öffneten unter dem Markenzeichen „Interhotel“ die Pforten, zu ihnen gehörten in Ost-Berlin das Hotel Stadt Berlin, das Hotel Berolina und das Hotel Unter den Linden, in Erfurt der Erfurter Hof, in Weimar das Hotel Elephant, in Leipzig das Hotel Astoria und in Karl-Marx-Stadt der Chemnitzer Hof. Bis 1989 wuchs die Hotelkette auf 34 Häuser mit rund 20.000 Betten an.[5] Die Interhotels[6] wandten sich mit ihrer gehobenen Ausstattung und einer gepflegten, internationalen Küche an ausländische Gäste. Die sogenannten „Devisenhotels“, Fünf-Sterne-Häuser, standen nahezu ausschließlich Besuchern aus dem „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ (NSW) offen.[7] Bezahlt wurde hier in frei konvertierbaren Währungen, also DM, US-Dollar usw. Die Hotels waren zentral organisiert und unterhielten auch Intershops. Als Folge der neuen wirtschaftspolitischen Ausrichtung nach dem VIII. Parteitag der SED (15. – 19. Juni 1971) wurden einige Luxusherbergen auch den DDR-Bürgern geöffnet. „1971/72 waren in sechs von der Vereinigung Interhotel sowie der HO und der Mitropa betriebenen Hotels (in Oberhof, Dresden, Warnemünde, Potsdam, Schwerin und Saßnitz) insgesamt 2.000 Betten dem FDGB[-Feriendienst] zugeteilt worden, sodass wohl jährlich 30.000 bis 40.000 Urlauber diesen Luxus zum Spottpreis von 310 Ostmark für zwei Wochen genießen konnten.“[8] Zu Beginn lag der Übernachtungspreis für ein Zweibettzimmer ohne Frühstück in Vier-Sterne-Hotels bei 40 bis 60 Mark, in Fünf-Sterne-Hotels bei 45 bis 75 Mark. Ein DDR-Ehepaar mit Ferienscheck zahlte inklusive Verpflegung nur 52 Mark pro Tag. Bei ausländischen Gästen lag der Preis höher, allerdings wurde nicht mehr verlangt als in vergleichbaren westlichen Hotels. Das Flaggschiff der Interhotelkette – das „Grand Hotel“ in der Friedrichstraße – wurde 1987 im Beisein Honeckers eröffnet. Die Übernachtungspreise reichten von 275 DM für ein Einzelzimmer bis mindestens 3.600 DM für eine Suite.[9] Das war „Weltniveau“. Warnemünde, HO-Hotel "Neptun", Strandkörbe ADN-ZB Junge 21.4.1972 Bez. Rostock: Neue gastronomische Perle des Ostseebeirkes. Das neue unmittelbar hinter den Dünen der Ostsee gelegene HO-Hotel "Neptun" in Rostock - Warnemünde eröffnete am 7.6.1971 seine Pforten. Abb. Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, Bundesarchiv Bild 183-L0424-306. Es ist kein Geheimnis, dass die Interhotels von der Stasi überwacht wurden. Hinter den Kulissen werkelten Abhörspezialisten. Im Hotel „Neptun“ in Warnemünde kam in den Zimmern ausgefeilte Mikrofon- und Videotechnik zum Einsatz – und selbst die Restauranttische waren verwanzt. Obwohl laut § 249 Strafgesetzbuch Prostitution als „asoziales Verhalten“ verboten war, boten manche Häuser auch den diskreten Service, ein Call-Girl zu bestellen, an. Die DDR unternahm große Anstrengungen, den Gästen aus dem westlichen Ausland einen Aufenthalt auf internationalem Niveau zu bieten. Dazu gehörten besondere, exklusive Speisen und Getränke im Hotelrestaurant, die allerdings mit harter Währung bezahlt werden mussten. In einigen Häusern, die auch für DDR-Bürger zugänglich waren, begegnete man nicht nur ausländischen Gästen, sondern auch besonderen Wertscheinen zu 50 Pf(ennig), 1, 2, 5, 10, 20 und 50 M(ark), wobei nicht alle Werte für jeden Emittenten hergestellt wurden. Die Scheine haben die Größe 140 mm x 75 mm und unterscheiden sich bei der Farbgebung bei den einzelnen Hotels, sind aber sonst weitgehend gleich gestaltet. Auf der Vorderseite wird in einem Schmuckrahmen im mittleren Teil auf einer Guilloche die Bezeichnung „Wertschein“ oder „Storeticket“ und darüber das ausgebende Hotel (z. B. Hotel Neptun Warnemünde; Interhotel Panorama Oberhof) genannt. Unten am Rand heißt es dann „hat nur Gültigkeit im Hotel …“ oder auch in Englisch „only for payment in the hotel …“. Rechts von diesen Angaben in einer Guilloche eine große Wertzahl und darunter kleiner ein „M“ für Mark, darüber eine sechsstellige Kennziffer mit vorgesetzter „Nr“ bzw. „No“. Der rechte weiße Schaurand ist bedruckt mit „Wertschein / über / Wertzahl (groß) / M / Name des ausgebenden Hotels mit einem entsprechenden Logo“. Die Rückseiten sind bei den Ausgaben der verschiedenen Emittenten individueller gestaltet: Firmensignet oder Abbildung des Hotelgebäudes im Unterdruck sowie Angabe des Hotelnamens. Am unteren Rand „Nur gültig zur Bezahlung von Speisen und Getränken“, manchmal auch zusätzlich am oberen Rand „As payment only for meals and drinks“. Da die Scheine undatiert sind, kann das Druckjahr nur am Druckvermerk in der unteren linken Scheinecke abgelesen werden, z. B. „C 439 75 III 18 185“; die 75 gibt dabei das Druckjahr (1975) an. Die Wertscheine dürften in Leipzig bei „VEB Wertpapierdruckerei der DDR“ gedruckt worden sein. Es wurden mehrere Wasserzeichenpapiere verwendet. Die Wertscheine mussten von den Reisenden aus dem kapitalistischen Ausland gegen Devisen erworben werden, um damit exklusive Waren (z. B. hochwertige Speisen, Alkohol, Importprodukte) im Hotel zu bezahlen. Somit war der Zugang zu diesen Waren nur bestimmten Gästegruppen möglich und verhinderte einen „Ausverkauf“ an DDR-Bürger. Die Verwendung der Wertscheine hatten ferner den Vorteil, dass Hotelangestellte nicht in den Besitz der begehrten Valuta gelangten. Damit auch verdiente Werktätige der DDR die Vorzüge einer Unterkunft und Verpflegung in den Luxushäusern in Anspruch nehmen konnten, erhielten Sie vom FDGB-Feriendienst einen gewissen Tagessatz in Form der Wertscheine. Abb. 1.1: Ahrenshoop, Ostseehotel, o. D. (1982), 10 M, Vorderseite. Abb. 1.2: Ahrenshoop, Ostseehotel, o. D. (1982), 10 M, Rückseite. Abb. 2.1: Dresden, Hotel Bastei, o. D. (1986), 10 M, Vorderseite. Abb. 2.2: Dresden, Hotel Bastei, o. D. (1986), 10 M, Rückseite. Abb. 3.1: Oberhof, Interhotel Panorama, o. D. (1984), 2 M, Vorderseite. Abb. 3.2: Oberhof, Interhotel Panorama, o. D. (1984), 2 M, Rückseite. Abb. 4.1: Oberhof, Hotel Panorama, o. D. (1986), 5 M, Vorderseite. Abb. 4.2: Oberhof, Hotel Panorama, o. D. (1986), 5 M, Rückseite. Abb. 5.1: Saßnitz, MITROPA Rügen-Hotel, o. d. (1987), 20 M, Vorderseite. Abb. 5.2: Saßnitz, MITROPA Rügen-Hotel, o. d. (1987), 20 M, Rückseite. Abb. 6.1: Warnemünde, Hotel Neptun, o. d. (1975), 1 M, Vorderseite. Abb. 6.2: Warnemünde, Hotel Neptun, o. d. (1975), 1 M, Rückseite. Von den einheitlichen Wertscheinen sind die Verzehrbons des Interhotels „International“ in Magdeburg zu unterscheiden. Abb. 7: Magdeburg, Interhotel International, Café Wien, o. d, (1979), 10 M. Vorderseite. Außerdem sind von den beschriebenen Wertzeichen die undatierten Wertscheine des Frankfurter Hofs in Frankfurt (Oder), des Schloss- und Parkhotels Reinhardsbrunn in Friedrichroda, des Hotels Ernst Thälmann in Oberhof und des Ringberghauses in Suhl zu unterscheiden. Die Storetickets des Frankfurter Hofs fallen dabei vollkommen aus dem Rahmen, lauten sie doch auf DM. Somit dürfte ihre Ausgabe erst für die Zeit nach der Währungsumstellung geplant gewesen sein. Da sich für ihre Nutzung kein plausibler Grund mehr fand, wurde sie wohl nie ausgegeben. Abb. 8.1: Frankfurt (Oder), Hotel Stadt Frankfurt, o. D. (1990), 5 DM, Vorderseite. Abb. 8.2: Frankfurt (Oder), Hotel Stadt Frankfurt, o. D. (1990), 5 DM, Rückseite. Die Scheine des Schloss- und Parkhotels Reinhardsbrunn dürften am ehesten vergleichbar mit den Einheitsausgaben gewesen sein, denn das Hotel wurde sowohl von DDR-Bürgern wie Touristen aus der Bundesrepublik besucht. Abb. 9.1: Friedrichroda, Schloss- und Parkhotel Reinhardsbrunn, o. D., 50 Pfennig, Vorderseite. Abb. 9.2: Friedrichroda, Schloss- und Parkhotel Reinhardsbrunn, o. D., 50 Pfennig, Rückseite. Das Hotel Ernst Thälmann in Oberhof war ein Konsum-Erholungsheim und Haus des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund), in dem wahrscheinlich nur DDR-Bürger Urlaub machten. Abb. 10.1: Oberhof, Hotel Ernst Thälmann, o. D., 50 Mark, Vorderseite. Abb. 10.2: Oberhof, Hotel Ernst Thälmann, o. D., 50 Mark, Rückseite. Abb. 11.1: Suhl, Ringberghaus, o. D., 5 Mark, Vorderseite. Abb. 11.2: Suhl, Ringberghaus, o. D., 5 Mark, Rückseite. Das "Ringberghaus" in Suhl gehörte dem Bauernverband der DDR (VdgB = Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe), wo Landwirte aus der gesamten Republik ihren Urlaub verbrachten. Die Scheine dürften als internes Verrechnungsgeld gegolten haben, wie wir es z. B. von den Speisetalons des Reisebüros der DDR in Zinnowitz auf Usedom kennen. Sie wurden aber auch von verschiedenen Geschäften in der Stadt Suhl angenommen, so z.B. von dem auf der Rückseite abgebildeten CENTRUM-Warenhaus Suhl. Suhl blickt auf eine jahrhundertelange Tradition in der Waffenherstellung zurück. Heute produzieren vor allem zwei traditionsreiche Unternehmen hier: Merkel Jagd- und Sportwaffen GmbH sowie C. G. Haenel. In der DDR-Zeit kamen die Waffen vom VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Suhl, wo auch Sportwaffen hergestellt wurden. Suhl war als international anerkanntes Schießsportzentrum regelmäßig Gastgeber internationaler Trainingslager und Vergleichswettkämpfe. 1986 fand hier die 44. Weltmeisterschaft im Sportschießen statt. Teilnehmer sowie Vertreter der internationale Presse waren u. a. in dem zu diesem Anlass neu erbauten Hotel Stadt Suhl untergebracht, das zur WM auch eigenes Hotelgeld ausgab. Abb. 12.1: Zinnowitz, Hotel Zinnowitz (Reisebüro der DDR), 1985, 1 Mark, Vorderseite. Abb. 12.2: Zinnowitz, Hotel Zinnowitz (Reisebüro der DDR), 1985, 1 Mark, Rückseite. Nach der Wiedervereinigung wurden zahlreiche Häuser des Reisebüros der DDR sowie die Interhotels von der Treuhandanstalt verwaltet. 1991 übernahm die Klingbeil-Gruppe fast alle Häuser und im Dezember 2006 wurden die verbliebenen Hotels der Deutschen Interhotel AG an die Blackstone Group für ca. 750 Mio. € verkauft. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) war eine internationale Organisation sozialistischer Staaten. Er wurde am 25. Januar 1949 als Antwort auf den US-amerikanischen "Marshall-Plan" gegründet und sollte die wirtschaftliche Planung der Mitgliedstaaten koordinieren, um eine unabhängige sozialistische Wirtschaft zu schaffen, ferner den Handel zwischen den Mitgliedstaaten und der Bereitstellung gegenseitiger Kredite fördern. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Sowjetunion, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei. Am 23. Februar 1949 trat Albanien (ab 1961 ruhte die Mitgliedschaft) dem Bündnis bei und am 29. September 1950 folgte die DDR. Ab 1962 wurde der RGW für nicht-europäische Staaten geöffnet und international ausgebaut. Neue Mitglieder wurden die Mongolei (1962), Kuba (1972) und Vietnam (1978). Am 17. September 1964 trat Jugoslawien einigen Organen des RGW bei. China (bis 1961) und Nordkorea erhielten Beobachterstatus. Am 16. Mai 1973 unterzeichnete Finnland ein Kooperationsabkommen mit dem RGW, 1975 folgten dann der Irak und Mexiko, Angola 1976, Nicaragua 1984, Mosambik 1985. Im November 1986 nahmen Delegierte aus der Demokratischen Republik Afghanistan, Äthiopien, der Demokratischen Volksrepublik Jemen (Südjemen) und Laos als Beobachter an einem Treffen teil. Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa und den politischen Veränderungen ab 1989 wurde der RGW am 28. Juni 1991 offiziell aufgelöst. [2] Dabei galt 1 Transferrubel 4,67 Ost-Mark. [3] Zahlungsmittel der DDR durften weder ein- noch ausgeführt werden. [4] Der Mindestumtausch wurde am 2. Dezember 1964 eingeführt und nach der "Wende" am 24. Dezember 1989 abgeschafft. Insgesamt erzielte die DDR-Regierung mit dieser Maßnahme Einnahmen in Höhe von 4,5 Milliarden DM. [5] Hasso Spode, Urlaub macht Geschichte, Reisen und Tourismus in der DDR, Bonn 2023, S. 148. [6] Nahezu alle Hotels der gehobenen Klasse in der DDR waren Interhotels; bekannte Ausnahmen stellten das HO-Hotel Neptun in Warnemünde und das dem Reisebüro der DDR gehörende Hotel Cecilienhof in Potsdam dar. [7] 1978 waren es etwa 9,5 Millionen Gäste aus dem kapitalistischen Ausland. [8] Hasso Spode, S. 149. [9] Ebenda, S. 156.
- São Tomé und Príncipe feiert 50 Jahre Unabhängigkeit
Am 26. August 2026 gab São Tomé und Príncipe eine 50-Dobras-Gedenkbanknote aus, um den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes zu feiern. Diese Sonderausgabe würdigt die historische Unabhängigkeitserklärung vom 12. Juli 1975 und feiert die Erfolge der Nation in den vergangenen fünf Jahrzehnten. An der öffentlichen Zeremonie nahmen der Premierminister und Regierungschef Américo Ramos sowie weitere hochrangige Staatsvertreter teil, darunter der Generalstaatsanwalt der Republik, Carlos Stok, die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Richterin Euridice Dias, und ehemalige Gouverneure der Zentralbank von São Tomé und Príncipe, die die Zeremonie ausrichtete. Die Ausgabe erfolgte im Rahmen des offiziellen Programms der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit und zum institutionellen Werdegang der Währungsbehörde, die vor 34 Jahren gegründet wurde. Fotos der Zeremonie zur Vorstellung der neuen Gedenkbanknote. Auf der Vorderseite der Banknote sind zwei symbolträchtige Vogelarten der Inseln prominent abgebildet: links der Wanderfalke (und rechts der Graupapagei, die sich vor der Cascata Mioba (Wasserfall) in Praia Pesqueira im Süden von São Tomé befinden. Die tropische Landschaft aus Wasser, Farnen und Waldlaub unterstreicht den außergewöhnlichen Naturreichtum des Archipels. Ein Porträt des Nationalhelden Rei Amador oben rechts, das Staatswappen unten in der Mitte und ein Kaffeeblatt rechts schmücken zusätzlich die Vorderseite der Banknote. Das transparente Fenster unten rechts zeigt eine irisierende Kakaoschote. Die irisierende Kakaoschote wurde in das Polymersubtrat zum Zeitpunkt seiner Herstellung eingearbeitet. Das Kakaomotiv würdigt die langjährige landwirtschaftliche Tradition des Landes und dessen historische Rolle in der Volkswirtschaft. Der Nennwert oben rechts ist mit optisch variabler Druckfarbe (OVI) gedruckt, deren Farbe von Gold zu Grün wechselt. Das Kaffeeblatt besteht ausschließlich aus dem sich wiederholenden Mikrotext „BANCOCENTRALDESÃOTOMÉEPRÍNCIPECINQUENTADOBRAS“ in hellen und dunklen Schattierungen. Der Wanderfalke (links) und der Graupapagei (rechts). Der Cascata Mioba (Wasserfall) in Praia Pesqueira. Das Kaffeeblatt aus sich wiederholendem Mikrotext „BANCOCENTRALDESÃOTOMÉEPRÍNCIPECINQUENTADOBRAS“. Die Rückseite hebt die einzigartige Lage von São Tomé und Príncipe am Äquator hervor und zeigt eine Umrisskarte von Amerika und Afrika, auf der der Äquator deutlich als „EQUADOR“ gekennzeichnet ist. Über die Weltkarte ist eine Luftaufnahme der Inseln gelegt, auf der der Äquator bei Ilhéu das Rolas (Rolas-Inselchen) zu sehen ist. Das Denkmal „Marco do Equador“ auf Ilhéu das Rolas ist unten rechts in der Mitte abgebildet, zusammen mit einem Hinweis auf die geodätischen und astronomischen Arbeiten von Gago Coutinho zwischen 1916 und 1918, über einer Umrisszeichnung des Globus. Coutinho bestätigte, dass der Äquator direkt durch Ilhéu das Rolas verläuft. Eine Inselszene mit Meer und Palmen ziert den unteren mittleren und rechten Bereich der Banknote im Hintergrund. Das Denkmal „Marco do Equador“ auf Ilhéu das Rolas. Die Banknote ist in Grün- und Goldtönen gehalten, die Fruchtbarkeit, Sonnenlicht und Wohlstand symbolisieren, und verbindet Tradition mit moderner Gedenk-Ästhetik. Sie misst 145 x 67 mm. Das Projekt zur Herstellung dieser Gedenkbanknoten wurde von Authentix in dessen Werk „Royal Joh. Enschedé“ (RJE) in Haarlem, Niederlande, umgesetzt. Dies ist in der Tat eine spannende Entwicklung, die die Rückkehr des renommierten niederländischen Sicherheitsdruckers in das Geschäft mit dem Druck hochsicherer Banknoten signalisiert. RJE wurde 1703 als kleine Buchdruckerei und Schreibwarenhandlung in Haarlem, Niederlande, von Izaak Enschedé gegründet. Das Unternehmen stieg in den Hochsicherheitsdruck ein und produzierte ab 1814 neben internationalen Banknoten und Briefmarken auch die offiziellen Banknoten für die niederländische Zentralbank. Die neue Gedenkbanknote wurde auf dem PolySecure®-Polymersubstrat von Q&T Hi-Tech Polymer gedruckt, einem Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Hanoi, Vietnam. PolySecure® basiert auf einem firmeneigenen Polymerkern mit kontrollierter Opazifizierung, Oberflächenbehandlung und transparenten Fensterbereichen. Die Architektur ist so konzipiert, dass sie offensichtliche optische Merkmale, verdeckte maschinenlesbare Elemente und bestehende Arbeitsabläufe in der Banknotenproduktion unterstützt. Erfahren Sie HIER mehr über dieses neue Polymersubstrat. Diese Gedenkbanknote ist weltweit die fünfte im Umlauf befindliche Banknote, die auf PolySecure® gedruckt wurde. Bei den anderen vier handelt es sich um die vier vietnamesischen Polymerbanknoten mit niedrigem Nennwert aus den Jahren (20)24 und (20)25. Die Banknote wurde im Neun-Farben-Offsetdruck mit mehreren Iris-Übergängen gedruckt, kombiniert mit einem Zweifarben-Tiefdruck für das beim Banknotendruck typische taktile Relief. Optisch variable Druckfarbe, die im Siebdruckverfahren aufgetragen wurde, wechselt die Farbe, wenn die Banknote gekippt wird. Die Farne auf der Vorderseite links leuchten unter UV-Licht. Mit dieser Banknote führt die RJE zudem erstmals ein vollständig digitales Nummerierungsverfahren ein. Anstelle fester Nummerierwerke wird jede Nummer digital aufgebracht, was eine eindeutige Identifizierung der Banknoten und zusätzliche Fälschungsschutzmaßnahmen ermöglicht. Die Gedenkbanknote ist derzeit nicht für den allgemeinen Umlauf bestimmt, könnte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt in kleinen Mengen in Umlauf gebracht werden. Mit ihrer Ausgabe soll die monetäre Identität des Landes mit der Bewahrung des nationalen Gedächtnisses verknüpft werden, wobei die Numismatik als Instrument zur Würdigung von Ereignissen und Institutionen dient, die die jüngste Geschichte von São Tomé und Príncipe geprägt haben. Sie wurde gemäß Dekret Nr. 09/2025 ausgegeben und von Gareth Haddad do Espírito Santo Guadalupe, dem Staatsminister für Wirtschaft und Finanzen, sowie Agostinho Quaresma dos Santos Afonso Fernandes, dem Gouverneur der Zentralbank, unterzeichnet. Die Gedenkbanknote wurde mit den Präfixen A (gefolgt von einer fünfstelligen Kontrollnummer) und STP (gefolgt von einer vierstelligen Kontrollnummer) gedruckt: Präfix A mit den Seriennummern A 00001–55000, A 56101–57000 und A 58101–59000, 56.800 Stück. Präfix STP mit den Seriennummern STP 0001–0100, 100 Stück. Nur in einer VIP-Mappe erhältlich. Präfix STP mit den Seriennummern STP 0101–1000, 900 Stück. Nur in einer Sammlermappe erhältlich. Präfix A mit der Seriennummer A 00000, nummeriert von 001 bis 100, mit dem Aufdruck „ESPÉCIME“ (MUSTER) auf Vorder- und Rückseite, 100 Stück. Die exklusive VIP-Mappe mit Präfix STP. Die Sammlermappe mit Präfix A. Die Zentralbank von São Tomé und Príncipe genehmigte den Vorverkauf der Banknote ab Freitag, dem 21. August 2026, auf der HICC-Münz-und-Banknotenbörse in Hongkong; das offizielle Ausgabedatum war jedoch der 26. August 2026. Donald Ludwig (polymernotes.com)
- Uruguay: Neue 200-Pesos-Banknote mit modernisiertem Sicherheitsfaden
Die Zentralbank von Uruguay hat ihre 200-Pesos-Banknote der Serie H 2025 mit einem neuen, 3 mm breiten, gefensterten, animierten mikrooptischen Sicherheitsstreifen namens ANIMA™ SIGN ausgestattet, der im Rahmen der Banknotenproduktion von Oberthur Fiduciaire geliefert wurde. Es ist die erste Banknote, bei der Anima™ SIGN zum Einsatz kommt, und kombiniert die beeindruckenden dynamischen Effekte eines Sicherheitsstreifens mit Mikrolinsen mit magnetischer Maschinenlesbarkeit. Der Streifen erzeugt beim Kippen der Banknote eine sichtbare Bewegung, bei der sich die Aufschriften „200“ und „BCU“ abwechseln, während seine integrierte magnetische Funktionalität eine zuverlässige Erkennung durch Geldbearbeitungsgeräte ermöglicht. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein in der Sicherheitsstreifen-Technologie dar, da hier die öffentliche Authentifizierung der Stufe 1 und die maschinenlesbare Funktionalität in einem einzigen animierten mikrooptischen Merkmal vereint werden. Erfahren Sie mehr über diesen neuen Sicherheitsstreifen und sehen Sie sich HIER das Video an. Donald Ludwig
- Lexikon: National Bank Notes
Als National Bank Notes werden die von den einzelnen National Banks der USA seit 1863 ausgegebene Banknoten bezeichnet. Die National Banks wurden durch den National Currency Act vom 25. Februar 1863 geschaffen und ihre Scheine tragen deshalb auch die Bezeichnung "National Currency". Sie waren private Depositenbanken, die bis zum Jahr 1935 Noten ausgeben durften. Es gab insgesamt einige Tausend dieser Banken, die Noten in den Werten zu 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Dollars mit Daten von 1875, 1882, 1902 und 1929 ausgaben. Die Notentypen sind für alle Banken gleich und unterscheiden sich nur durch den Banknamen und die Unterschriften. Nur die Ausgabe von 1929 hat das kleinere Format der sog. "Small Size Notes", alle anderen Ausgaben sind sog. "Large Size Notes". USA, First National Bank of Reed City, Michigan: National Bank Note über 20 Dollars der Serie 1929, Vorderseite. USA, First National Bank of Reed City, Michigan: National Bank Note über 100 Dollars, Rückseite. Die National Bank Notes verloren im Laufe der Zeit an Beliebtheit und Bedeutung im Zahlungsverkehr der USA. Die letzten Noten wurden 1935 ausgegeben. Nach 1935 waren die Federal Reserve Banks alleinige Notenbanken in den USA. Alle National Banks sind dem Federal Reserve System angeschlossen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Philatelie und Ansichtskarten Detlef Hilmer†, München
- Leserpost: "Buschnoten" von Deutsch-Ostafrika mit Druckfehler "Daressalan"
Hallo Herr Besler, mir ist bei den "Buschnoten" zu einer Rupie von Deutsch-Ostafrika ein Schreibfehler aufgefallen. In der Anlage sind Bilder des Druckfehlers "n" statt "m" in "Daressalam" wie zuvor beschrieben und klar erkennbar bei DOA-38b und c. Ich besitze die Scheine nur einmal und kann über die Häufigkeit keine Aussage machen. Viele Grüße R. Schwalier Antwort der Redaktion Die "Interims-Banknoten" der Deutsch-Ostafrikanischen Bank aus der Zeit des Ersten Weltkriegs inkl. der sog. "Buschnoten" sind wegen ihrer Geschichte und der Vielfalt an Ausführungen und Varianten ein besonders interessantes Sammelgebiet, in dem man immer wieder neue Entdeckungen machen kann. Besonders früh und intensiv hat sich damit Dr. Arnold Keller beschäftigt, von dem sein Katalog "Das Papiergeld der deutschen Kolonien" in mehreren Auflagen erschien. Bereits 1925 erschien in der Zeitschrift "Das Notgeld" von ihm ein Artikel unter dem Titel "Das Kriegsnotgeld von Deutsch-Ostafrika". Sein Buch "Das Papiergeld der deutschen Kolonien", das 1952 in kleiner Auflage im Eigenverlag erchien, bezeichnete er als Neubearbeitung dieses Aufsatzes. Der Katalog erschien dann nochmals 1962 im Eigenverlag und 1967 im Numismatischen Verlag Dombrowski. In seiner Arbeit geht Dr. Keller akribisch auf alle von ihm festgestellten Unterschiede bei den "Interims-Banknoten" ein, weshalb diese – wie auch bei vielen deutschen Notgeldscheinen – bis heute eine unverzichtbare Quelle ist. In seinem Buch von 1967 schreibt er im Zusammenhang mit den "Buschnoten" der Deutsch-Ostafrikanischen Bank und dem "verstümmelten" Ortsnamen u.a.: "Buschnoten Mit diesem Namen bezeichnet man die primitiv in der Wildnis hergestellten Noten zu 1, 5, 10 und 50 Rupien, die das Datum des 1. Juli 1917 tragen. Nach dreijährigem Kampf waren die Verteidiger Ostafrikas von der englischen Übermacht schließlich nach dem Süden der Kolonie abgedrängt worden. Der Bedarf an Papiergeld dauerte fort, um so mehr, als die in der Eisenbahnwerkstatt Tabora begonnene Ausprägung von Münzen wieder hatte eingestellt werden müssen. Es bestand aber keine Möglichkeit mehr, Scheine durch Druck herzustellen. Man mußte sich also auf ganz primitive Art helfen. Schon im Mai 1917 hatte man die Herstellung der Buschnoten vorbereitet, jedoch von Metalltypen. Man findet auch wirklich Noten mit scharfem rückseitigem Durchdruck des Satzes auf der Vorderseite, der also nicht von einem Gummistempel stammen kann. Gegen Mitte 1917 gingen die gedruckten Interimsnoten zu Ende. Mit Hilfe einer Gummitypen-Kinderdruckerei, die man als Spielzeug von Farmerkindern gefunden hatte (Schnee S. 286), stellte man nun die Buschnoten […] her." Zu den 1-Rupien-Scheinen schreibt Keller weiter: "Der Abdruck dieser Notenstempel ist fast immer unscharf und verschwommen […]. Typenunterschiede finden sich zwar auch, sind aber durch stärkeren oder schwächeren Druck und entsprechende Breitquetschung der Buchstaben leicht zu erklären und daher belanglos. Doch scheint der Ortsname bei dem abgeschrägten Stempel, wenigstens teilweise "Daressalan" (mit n am Ende) zu lauten." Von einem "Druckfehler" kann man eigentlich nicht sprechen, weil die Scheine nicht gedruckt, sondern gestempelt wurden. Evtl. hat sich das "n" am Ende der Ortsbezeichnung "Daressalem" mit der Zeit so abgenutzt, dass es nur noch als "n" zu lesen war. Es kann aber auch sein, dass es überhaupt nicht mehr nutzbar war und durch ein "n" ersetzt wurde, weil kein "m" mehr in der Kinderdruckerei vorhanden war. Fakt ist, dass ich selbst so ein Stück noch nicht in der Hand hatte. Auch in der sehr umfangreichen Sammlung Reichert, die als Basis für meine Neu-Katalogisierung des Sammelgebiets diente, war keine Buschnote mit "Daressalan" vorhanden. Ich kann gern in der Neuauflage meines Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871", die im Oktober 2026 erscheinen wird, auf diese Besonderheit hinweisen. Ein höherer Preis ist hier sicher gerechtfertigt. ich wollte eben eine Anmerkung in die Neuauflage des Katalogs zu den deutschen Banknoten ab 1871 (ehem. „Rosenberg“) aufnehmen und habe deshalb meine eigene Sammlung angeschaut. Tatsächlich habe ich auch Exemplare mit „Daressalan“ (DOA-38b und 38f). Meine DOA-38b ist sogar im Katalog abgebildet. Vielleicht haben wir (Herr Reichert und ich) damals bei der Neu-Katalogisierung von DOA auch nicht darauf geachtet. Mir ist es bisher auch nicht aufgefallen gewesen! Ich nehme die Ausführung mit „Daressalan“ als DOA-38F2 mit Aufpreis + 50 EUR auf! Wenn es mir bisher nicht aufgefallen ist, obwohl ich selbst solche Scheine in der Sammlung habe, dann schlummern sicher noch viel mehr davon in Sammlungen … Das ist gleichzeitig ein Aufruf an alle Sammler, selbst mal ihre DOA-Bestände zu sichten! Zusätzlicher Hinweis: Man kann allerdings in einem Standardkatalog nicht auf alle Besonderheiten eingehen. Das Buch ist ja ohnehin unter meiner Bearbeitung und Autorenschaft schon zu einem beachtlichen Umfang angewachsen. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026 Vorbestellung per Email
- Ein Gang durch den Bundesbankbunker in Cochem an der Mosel
Der Bundesbankbunker in Cochem-Cond gehört zu den geheimsten und zugleich faszinierendsten Relikten des "Kalten Krieges" in der Bundesrepublik Deutschland. Abb. 1: Zugang zum Gelände des Bundesbankbunkers am Ende einer Sackgasse. Zwischen 1964 und 1988 lagerte die Deutsche Bundesbank dort bis zu 15 Milliarden D‑Mark einer streng geheimen Ersatzwährung, der sogenannten BBk‑II‑Serie, die im Kriegs- oder Krisenfall die wirtschaftliche Stabilität der Bundesrepublik sichern sollte. Abb. 2: Die Noten der BBk-II-Serie für Westdeutschland. In den 1960er Jahren war die Bundesrepublik Deutschland aufgrund ihrer geografischen Lage besonders exponiert: Als NATO-Mitglied und Grenzstaat zum Warschauer Pakt galt sie als potenzielles Hauptziel politischer und wirtschaftlicher Sabotage. Zu den befürchteten Szenarien gehörte insbesondere die massenhafte Einschleusung von Falschgeld durch den Ostblock, die das Vertrauen in die D‑Mark zerstört hätte. Um diesem Risiko zu begegnen, ließ die Bundesbank eine geheime Ersatzwährung drucken, die im Ernstfall sofort ausgegeben werden sollte. Parallel entstanden Schutzbauten wie der Regierungsbunker in Ahrweiler, sowie ein eigener Bunker für die Lagerung der Ersatzwährung. Der Bunker wurde zwischen 1962 und 1964 errichtet, rund 30 Meter unter der Erdoberfläche. Der Standort war strategisch günstig gewählt; nicht weit von der Metropole Frankfurt am Main, dem Sitz der Deutschen Bundesbank, dennoch sicher hinter dem natürlichen „Bollwerk“ Rhein. Darüber hinaus meinte man, dass die geologische Beschaffenheit des Tals – Schiefergestein und die natürliche Abschirmung durch die umliegenden Höhenzüge – ideale Voraussetzungen für einen Schutzbau bieten würde, der selbst Druckwellen eines nuklearen Angriffs widerstehen könnte. Über dem unterirdischen Komplex standen zwei unscheinbare Wohnhäuser, die als Schulungszentrum der Bundesbank dienten. Tatsächlich verbargen sie die Zugänge zu einer 1.500 Quadratmeter großen Bunkeranlage mit Tresorräumen und Versorgungseinrichtungen. In den zwölf Tresorboxen lagerten in Geldsäcken und Geldkisten bis zu 15 Milliarden D‑Mark der geheimen Ersatzwährung, die zum Glück nie in Umlauf gesetzt werden musste. Nur wenige Prüfer der Bundesbank durften den Bunker betreten; sie kontrollierten den Bestand regelmäßig stichprobenartig. Mit dem Ende des "Kalten Kriegs" verlor die Notstandswährung ihre Bedeutung. 1988 wurde sie vernichtet, der Bunker stand zunächst leer. 1994 ging die Anlage an die Volksbank Cochem über, die Teile des Tresors für eine Schließfachanlage nutzte. Der Großteil des Bunkers blieb jedoch unangetastet. 2014 wurde der gesamte Komplex an einen Unternehmer aus Treis‑Karden verkauft und anschließend restauriert. Seit 2016 ist er als Dokumentationsstätte öffentlich zugänglich. Besucher gewinnen bei den Führungen einen einzigartigen Einblick in die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik. Die Häuser des Schulungszentrums wurden zu einem Hotel umgebaut. Abb. 3: Lageplan des Bunkers. Der Besuchereingang zum Bunker befindet sich in der umgebauten ehemaligen Garagen-Einfahrt. Hier wurden die angelieferten Banknoten mit einem Lastenaufzug zur Tresoranlage gebracht. Die Besucher begeben sich allerdings auf einer Treppe hinab in die Bunkeranlage, deren Wände aus bis zu 1,20 Meter starkem Stahlbeton besteht, der gegen Explosionen, Strahlung und mechanische Angriffe ausgelegt war. Ein langer Gang – durch verschiedene Bunkertüren in verschiedene Schleusen unterteilt – führt zum Tresorraum. Die kleinen Räume rechts des Ganges mit Duschen usw. dienten dazu, Personen, die mit atomaren oder mit biologisch verseuchten Stoffen in Berührung gekommen waren, zu dekontaminieren. Abb. 4: Gang zum Tresor. Abb. 5: Toilettenraum. Abb. 6: Tresortür. Der Tresor wird durch eine massive, tonnenschwere Stahltür gesichert. Sie verfügt über mechanische Zahlenschlösser, elektrische Sperren sowie Zeitverzögerungsmechanismen. Zusätzlich sind drei Schlüssel zum Öffnen nötig. Da diese verschiedenen Personen anvertraut waren, konnten sie nur gemeinsam die Tür öffnen. Die Anlage war so konzipiert, dass selbst bei gewaltsamem Eindringen die inneren Tresorräume nicht ohne weiteres geöffnet werden konnten. Links und rechts des langen Tresors befinden sich „Drahtkäfige“ (Tresorboxen). Hier lagerten die Milliarden D-Mark in Säcken, Kisten und Kartons. Abb. 7: Gang im Tresor mit den Gitterboxen. Abb. 8: Gitterbox mit Kartons für die Ersatz-Banknoten. Abb. 9: Bundesbank-Säcke für die Ersatz-Banknoten. Abb.10: Gekennzeichneter Sack (Wert 2 Millionen DM). Abb. 11: Karton mit 100-DM-Noten = 2 Millionen DM. Am Ende führte eine Treppe in den darüber liegenden Bunkerbereich. Hier waren die Arbeitsräume der 26 Bankmitarbeiter, die am Tag X die Scheine der BBk-I-Serie gegen Noten der BBk-II-Serie austauschen sollten. Ferner waren auf dieser Ebene die Schlafräume, der Aufenthaltsraum und die Küche untergebracht. Bleibt noch anzumerken, dass sich auf dieser Ebene auch ein Notausstieg befindet. Abb. 12: Raum mit Arbeitsplätzen. Abb. 13: Schlafraum. Abb. 14: Krankenstation. Abb. 15: Notausstieg. Der Bunker war für einen autarken Betrieb von mindestens 14 Tagen ausgelegt. Dazu gehörten: ein Diesel-Notstromaggregat, ein eigener Kraftstoffvorrat und redundante Stromkreise. Das Aggregat konnte die gesamte Anlage inklusive Lüftung, Beleuchtung und Sicherheitstechnik versorgen. Die Lüftungsanlage war ein technisches Kernstück: mehrstufige Filter (Staub, Aktivkohle, Feinstaub), Schutz gegen chemische und biologische Kampfstoffe und Überdrucksystem zur Verhinderung des Eindringens kontaminierter Luft. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit mussten stabil gehalten werden, um die Banknoten der BBk‑II‑Serie langfristig zu schützen. Das Kommunikationssystem des Bunkers verfügte über interne Telefonleitungen, eine gesicherte Verbindung zur Bundesbankzentrale und Notfallfunkgeräte. Die Systeme waren gegen äußere Störungen abgeschirmt und konnten auch bei Ausfall des öffentlichen Netzes betrieben werden. Abb. 16: Fernschreiber. Am Ende des Rundgangs kommt man noch an dem Tresorraum vorbei, in dem die Volksbank ca. 500 Schließfächer anbringen ließ. Sollten Sie nach Cochem kommen, dann gehört ein Besuch der Bunkeranlage zum Pflichtprogramm. Täglich finden mehrere Führungen statt. Da die Anlage in einer Sackgasse liegt und dort keine Parkplätze zur Verfügung stehen, ist es ratsam entweder dorthin zu laufen oder den Bus zu nehmen, der alle 20 Minuten fährt. Nähere Informationen unter https://www.bundesbank-bunker.de/ Uwe Bronnert Abb: Alle Fotos vom Autor!
- In eigener Sache: Der Mitgliedsbereich wurde vorübergehend gesperrt!
Seit etwa zwei Wochen erhält Geldscheine-Online eine ungewöhnlich hohe Zahl an Neuanmeldungen für den Mitgliedsbereich mit verdächtig ähnlich lautenden Email-Adressen. Inzwischen sind Hunderte neuer Anmeldungen innerhalb weniger Tage eingegangen, die noch nicht freigegeben wurden und täglich werden es mehr. Die Redaktion geht von Fake-Anmeldungen aus. Wir haben uns dazu entschlossen den Mitgliedsbereich – wenigstens vorübergehend – zu sperren. Das heißt, dass man sich ab sofort nicht mehr für den Mitgliedsbereich neu anmelden oder einloggen kann. Der Mitgliedsbereich ermöglichte den Zugriff auf zusätzliche Informationen und die Abgabe von Kommentaren zu den veröffentlichten Blog-Beiträgen. Diese Maßnahme erfolgt auch, um einer zu erwartenden Flut von Fake-Kommentaren vorzubeugen. Auch ohne sich für den Mitgliedsbereich anzumelden oder sich in diesem einzuloggen, können Sie wie gewohnt alle Beiträge im Blog kostenlos lesen! Wir bitten unsere Leser um Verständnis für diese Maßnahme, die bei gegebener Zeit wieder zurückgenommen werden kann. Mit besten Grüßen und noch viel Spaß beim Hobby Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Die neue 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote der Salomonen
Am 18. Juni 2026 gab die Zentralbank der Salomonen (Central Bank of Solomon Islands, CBSI) eine neue 50-Dollars-Gedenkbanknote heraus, um ihr 50-jähriges Bestehen und ihren Dienst für den Inselstaat zu feiern. Über diese Neuausgabe wurde HIER im Blog berichtet. Die neue 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote (Vorder- und Rückseite). Zusätzlich zu den 1.000.000 Banknoten, die für den Umlauf gedruckt wurden, wurden auch 500 Musterscheine gedruckt, worauf der rote Aufdruck SPECIMEN auf der Vorder- und Rückseite erscheint. Auf der Vorderseite unten links findet man die Specimen-Nummer. Der Musterschein der neuen 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote (Vorder- und Rückseite). Das Serien-Präfix für diese Gedenkausgabe lautet A/17. Das Präfix für Austauschnoten (Replacement Notes) lautet X/I. Die Austauschnote der neuen 50-Dollars-Polymer-Gedenkbanknote (Vorderseite). Donald Ludwig (polymernotes.com)
- Neue Weltbanknoten-Varianten: August 2026, Teil 2
Cayman Islands, Dominikanische Republik, Kuba, Namibia, Polen, Ungarn BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Cayman Islands 50 Dollars von 2024 BNB B222d: wie BNB B222c (SCWPM 42), aber mit neuen Unterschriften (Scotland/O’Connor-Connolly) und neuem Jahr. Dominikanische Republik 2000 Pesos Dominicanos von 2025 BNB B732g: wie BNB B732f (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Kuba 100 Pesos von 2026 BNB B912.5b: wie BNB B912.5a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Delgado) und neuem Jahr. Namibia 10 Namibia Dollars von 2026 BNB B220b: wie BNB B220a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Polen 200 Złotych vom 26.04.2026 BNB B863c: wie BNB B863b (SCWPM 189), aber mit neuem Datum (26 KWIETNIA 2026). Ungarn 5000 Forint von 2026 BNB B590e: wie BNB B590d (SCWPM 205), aber mit neuen Unterschriften (Péter Benő Banai/Mihaly Varga/Zoltan Kurali) und neuem Jahr. Donald Ludwig (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book)
- Dag Hammarskjöld: Der erfolgreichste Generalsekretär der Vereinten Nationen
Nach dem Scheitern des Völkerbunds, der auch den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern konnte, gründeten Vertreter von 50 Staaten am 26. Juni 1945 auf der Konferenz von San Francisco die Organisation der Vereinten Nationen (UNO/UN). In ihrer Charta stand die Wahrung des Weltfriedens an erster Stelle. Der norwegische Jurist Trygve Lie wurde am 1. Februar 1946 zum ersten Generalsekretär gewählt. Trotz sowjetischen Einspruchs wurde Trygve Lie am 1. November 1950 von der UNO-Vollversammlung als Generalsekretär wiedergewählt – durch die Wahlblockade der Sowjetunion wurde seine Präsidentschaft jedoch nur verlängert. Von seiner Aufgabe desillusioniert trat er am 10. November 1952 von seinem Amt zurück. Seinen Nachfolger Dag Hammarskjöld begrüßte er am 9. April 1953 am Flughafen in New York mit den Worten „Willkommen in New York und bei den Vereinten Nationen. Sie übernehmen hier den unmöglichsten Job der Erde.“ Im März 1953 war der UNO-Sicherheitsrat zusammengetroffen und nominierte den vom französischen Botschafter Henri Hoppenot vorgeschlagenen Hammarskjöld. Im geheimen Wahlgang wurde er am 31. März mit zehn Stimmen nominiert – bei Enthaltung Chinas. Dag Hammarskjöld wusste nichts von seiner Nominierung als neuer Generalsekretär. Am 7. April 1953 stimmte die Generalversammlung in geheimer Wahl mit 57 Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung für ihn. Abb. 1: Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld (29. Juli 1905 – 18. September 1961). Der schwedische Politiker, Diplomat, Ökonom und Wirtschaftswissenschaftler war Vorsitzender des Generalrats der schwedischen Reichsbank und Statssekretär im Finansdepartementet des schwedischen Finanzministeriums von 1936 bis 1945 und wechselte 1946 ins Außenministerium Schwedens; von 1949 bis 1951 war er dort Staatssekretär und von 1951 bis 1953 Minister ohne Geschäftsbereich. Hammarskjöld war wie sein Vater ebenfalls parteilos – dieser war während des Ersten Weltkriegs schwedischer Ministerpräsident (Foto: © UN/DPI). Der Sicherheitsrat formulierte in seiner 617. Sitzung: „Angesichts der immensen Bedeutung dieses Postens, insbesondere in der gegenwärtigen Situation, bringen die Mitglieder des Sicherheitsrates die dringende Hoffnung zum Ausdruck, dass Sie die Ernennung annehmen werden, falls diese, wie sie hoffen und glauben, in Kürze von der Generalversammlung vorgenommen wird.“ Seinen Amtseid leistete Dag Hammarskjöld am 10. April 1953 für eine fünfjährige Amtszeit. Laut der einer UN-Pressemitteilung sagte Hammarskjöld: „...Unsere Arbeit für den Frieden muss in der privaten Welt eines jeden von uns beginnen. Um für die Menschen eine Welt ohne Furcht zu schaffen, müssen wir selbst frei von Furcht sein. Um eine Welt der Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir gerecht sein. Und wie können wir für die Freiheit eintreten, wenn wir nicht im eigenen Geiste frei sind? Wie können wir von anderen Opferbereitschaft verlangen, wenn wir selbst nicht dazu bereit sind? ... Nur durch die wahrhaftige Hingabe an das Wohl aller können wir jene Stärke und Unabhängigkeit, jene Einmütigkeit des Wollens und jene Unvoreingenommenheit des Urteils gewinnen, die notwendig sind, um unserer Pflicht gegenüber der Zukunft gerecht zu werden – als Menschen einer Generation, der die Chance gegeben wurde, rechtzeitig eine Welt des Friedens zu schaffen.“ Mit großer Hingabe, Beharrlichkeit und Ausdauer ging er anstehende Probleme des gefährdeten Weltfriedens an und gegen geopolitischem Machtansprüche in der Welt vor. Seine größten Verdienste waren seine hartnäckigen Verhandlungen mit China während des Korea-Kriegs über die Freilassung der auf Seiten Südkoreas, mit UN-Mandat ausgestattet, gefangengenommenen US- und anderer alliierten Soldaten. Etwa 7.000 US-Soldaten gerieten bis 1953 in nordkoreanisch-chinesische Gefangenschaft. Durch Vermittlung Hammarskjölds kam es nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 27. Juli 1953 zum Gefangenenaustausch bei den Operationen „Little Switch“ und „Big Switch“ im August/September 1953 – 33.746 US-amerikanische Soldaten wurden an die UN-Truppen übergeben und konnten in die USA zurückkehren. Etwa 2.700 US-Gefangene starben während ihrer Internierung in den Lagern. Abb. 2: Vorderseite (ca. 180 x 100 mm) eines zweiseitig gedruckten Flugblatts als Passierschein der UN-Streitkräfte im Korea-Krieg, unterschrieben von James A. VanFleet, kommandierender 4-Sterne-General der 8. US-Armee (EUSAK) – insgesamt machten die UN-Truppen 171.494 chinesische und nordkoreanische Gefangene; die Vereinten Nationen forderten, dass kein Gefangener gegen seinen Willen nach Nordkorea oder China zurückgebracht wird, am 21. Juli teilte das UNC den Chinesen und Nordkoreanern mit, dass 69.000 Koreaner und 5.000 Chinesen in ihren Machtbereich zurückkehren würden, am 24. Juli gab das UN-Kommando die Zahl derjenigen, die nicht repatriiert werden wollten, mit 14.500 Chinesen und 7.800 Nordkoreanern an – China und Nordkorea erklärten ihrerseits, sie würden neben weiteren US- auch 8.186 südkoreanische Soldaten übergeben – bis zum 1. Februar 1954 wurden alle ehemaligen Gefangenen, die sich entschieden, nicht in ihre kommunistischen Heimatländer zurückzukehren als freie Zivilisten entlassen. Hammarskjöld bemühte sich 1956 leider vergebens, beim Volksaufstand in Ungarn und dem Eingreifen und der Niederschlagung durch sowjetische Truppen verhandeln zu können. Die ungarische Revolution begann am 23. Oktober 1956 mit einer Großdemonstration in Budapest gegen die sowjetische Unterdrückung und mit einer Solidaritätsbekundung für die während des Arbeiteraufstand in Poznań (Posen) getöteten über 70 Demonstranten und etwa 600 Verletzten. Der Generalstreik begann am 28. Juni 1956 in den Stalin-Werken und wurde von der kommunistischen Staatsmacht blutig niedergeschlagen. Wegen des Vetorechts der UdSSR im UN-Sicherheitsrat blieben Hammarskjölds diplomatischen Möglichkeiten stark eingeschränkt und letztendlich erfolglos. Beim ungarischen Volksaufstand im Jahr 1956 starben schätzungsweise 2.500 bis 3.000 Menschen und über 700 sowjetische Soldaten. Abb. 3: 500 Forint 2006, 154 × 70 mm, Rs., Gedenkbanknote zum 50. Jahrestag der Revolution, von der Magyar Nemzeti Bank am 20. Oktober 2006 ausgegeben und bis 31. Oktober 2019 gültig. Der ägyptische Staatspräsident Gamal Abdel Nasser ließ am 26. Juli 1956 die Suezkanal-Gesellschaft (Compagnie universelle du canal maritime de Suez) verstaatlichen. Die Gesellschaft war in französischen Besitz und zusammen mit den Briten wollten diese den Suezkanal militärisch wieder unter ihre Kontrolle bringen. Daraus resultierte die Suez-Krise. Frankreich und Großbritannien vereinbarten mit Israel im Protokoll von Sèvres im Oktober 1956 eine abgestimmte Militäraktion: Am 29. Oktober 1956 marschierten israelische Truppen auf der Sinai-Halbinsel ein. Die USA und die UdSSR riefen den UN-Sicherheitsrat an und Hammarskjöld vermittelte zwischen den Konfliktparteien; er entschärfte innerhalb von 48 Stunden den Konflikt mit der Aufstellung einer 6000 Soldaten starken internationalen Blauhelm-Truppe. Abb. 4: 100 Francs o. D., 116 × 75 mm, Vs., Schatzschein mit Überdruck des Trésor Français; das Besatzungsgeld von 1947 für die französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich wurde geschwärzt (TERRITOIRES OCCUPÉ / CE BILLET A COURS UNIQUEMENT DANS LES TERRITOIRES OCCUPÉ) und erhielten den zusätzlichen Aufdruck FORCES FRANÇAISES EN MÉDITERRANNÉE ORIENTALE; die nachverwendeten Scheine zu 50, 100 und 1000 Francs kursierten für kurze Zeit während des Suez-Kriegs auf Zypern. Als das begische Königreich seine afrikanische Kolonie Belgisch-Kongo am 30. Juni 1960 in die Unabhängigkeit entließ, konnte die neue Staatsführung unter Staatspräsident Joseph Kasavubu und Ministerpräsident Patrice Lumumba das Land nicht konsolidieren; es spaltete sich die rohstoffreiche Provinz Katanga als unabhängiger Staat ab, der international jedoch nicht anerkannt wurde. Putsche, Gegenregierungen und ein Verfall der staatlichen Ordnung im verbliebenen Restkongo bewegten die UNO, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und das abtrünnige Katanga zur Rückkehr in den Kongo zu bewegen. Lumumba wurde von Separatisten festgenommen, nach Katanga ausgeliefert und am 17. Januar 1961 auf Befehl von Moïse Tschombé erschossen. Abb. 5: 1000 Francs 26. Januar 1962 , 156 × 75 mm, Vs., Banknote der Nationalbank von Katanga, gedruckt bei Johan Enschede en Zonen in Haarlem/Niederlande; alle Katanga-Francs-Scheine wurden durch die Wiedereingliederung der Provinz im Januar 1963 ungültig. Seine Mission zur Beilegung der Kongo-Krise konnte Dag Hammarskjöld nicht beenden: er starb am 18. September 1961 beim Absturz einer für die UNO betriebene Douglas DC-6B im Grenzgebiet zwischen Katanga und Nordrhodesien. Mit ihm kamen zehn Passagiere und die fünfköpfige Besatzung ums Leben. Über die Absturzursache gab es jahrelang viele Spekulationen. Im Oktober 2017 wurde ein Untersuchungsbericht vom amtierenden UN-Generalsekretär António Guterres veröffentlicht, in dem „ein Angriff oder eine Bedrohung von außen“ als „plausibel“ eingestuft wurde. 2019 wurde vermutet, dass der belgische Pilot Jan van Risseghem, ein Legionär im Auftrag der Katanga-Rebellen, Hammarskjölds Flugzeug abgeschossen hat. Die Sveriges Riksbank ehrte 2014 den 2. UNO-Generalsekretär Hammarskjöld mit seinem Porträt auf der werthöchsten Banknote des Landes. Vorausgegangen war ein am 24. April 2012 ausgerufener Wettbewerb zur Gestaltung einer neuen schwedischen Banknotenserie aufgrund eines Memorandums zur Erneuerung der Banknoten- und Münzserien vom 23. März 2010. Eine Jury von Mitgliedern des Generalrats unter dem Vorsitz von Peter Egardt und den Künstlern Jordi Arkö und Karin Granqvist entschieden. Das Jury-Mitglied Karin Granqvist (Mitglied der Königlichen Schwedischen Akademie der Schönen Künste) hatte gegen die Entscheidung für die Serie „Kulturresan“ als Gewinner zu nominieren, Widerspruch eingelegt. Der Grafikdesigner Göran Österlund erhielt für seine Serie „Kulturreise“ den Siegerpreis. Abb. 6: 1000 Kronor o. D. (2014), Vs., 154 × 66 mm, Porträt Dag Hammarskjöld; Wasserzeichen: Porträt Dag Hammarskjöld, Unterschriftenkombination: Johan Gernandt und Stefan Ingves – die Serienbuchstaben geben das Druckjahr der Banknote an (A = 2013, B = 2014 usw.) und die ersten beiden Ziffern stehen für die Position der Banknote auf dem Druckbogen; in Mikroschrift ist zu lesen: „ALLAMÄNNISKORÄRFÖDDAFRIAOCHLIKAIVÄRDEOCH RÄTTIGHETERDEHARUTRUSTATSMEDFÖRNUFTOCH SAMVETEOCHBÖRHANDLAGENTEMOTVARANDRAIEN ANDAAVGEMENSKAPFNSALLMÄNNAFÖRKLARINGOM DEMÄNSKLIGARÄTTIGHETERNAARTIKEL1“ (= Alle Menschen sind frei und gleich an Wert und Rechten geboren, mit Vernunft und Gewissen begabt und dazu bestimmt, mit anderen und der Menschheitsgemeinschaft zu verhandeln. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1) sowie am kurzen Rand, mehrmals wiederholt: „SVERIGESRIKSBANK SVERIGESRIKSBANK SVERIGESRIKSBANK ...“; abgebildet sind außerdem das Emblem der UNO und das Gebäude der UNO in New York. Abb. 7: 1000 Kronor 2014, Rs., mit Text an den Berghängen: „Mät aldrig bergets höjd förrän du nått toppen. Då ska du se hur lågt det var. Dag Hammarskjöld“ (= Miss niemals die Höhe eines Berges, bevor du seinen Gipfel erreicht hast. Dann wirst du sehen, wie niedrig er war. Dag Hammarskjöld) und lappländische Gebirgszügen sowie Landkarte Schwedens. Alle Banknoten wurden im Herbst 2012 mit modifizierten Porträts leicht verändert, mit mehreren Sicherheitsmerkmalen [1] versehen; die Porträts gravierte Gunnar Nehls, während die endgültige grafische Ausarbeitung das Designteam von Crane AB unter Leitung von Karin Mörck Hamilton ausführte. Gedruckt wurden die Banknoten in der schwedischen Tumba Bruk und Crane AB ab 2013 (2001 verkaufte die Reichsbank ihre Münzherstellung nach Finnland, die Druckerei ging ein Jahr später an das US-amerikanische Unternehmen Crane Currency). Ab 1. Oktober 2015 wurden die neuen Banknoten in Umlauf gegeben – die früheren 1000-Kroner-Noten verloren spätestens am 1. Juli 2017 ihre Gültigkeit. Weitere Entwürfe [2] wurden von Göran Dalhov und Teams mit Lars Arrhenius und Martina Müntzing, Ali Tabatabai und Mads Quistgaard, Gustav Granström und Oscar Laufersweiler sowie Ritator AB und Peter Johansson vorgelegt (ohne Abb.). Abb. 8: Vorderseiten-Gestaltung einer 1000-Kronor-Banknote mit dem Porträt Dag Hammarskjölds aus der Serie „Älskade Aktörer“ (Beliebte Schauspieler) von Hans Cogne, Clara Terne und Lars Sjööblom – das Team wurde 2. Preisträger. Abb. 9: Vorderseiten-Gestaltung einer 1000-Kronor-Banknote mit dem Porträt Dag Hammarskjölds aus der Serie „Inspiration 2012“ von Sirje Papp and Vince Reichardt. Abb. 10: Vorderseiten-Gestaltung einer 1000-Kronor-Banknote mit dem Porträt Dag Hammarskjölds aus der Serie „Det avlånga landet“ (Das langgestreckte Land – Schweden von Norden nach Süden) vom Team Stockholm Design Lab AB, Björn Kussofsky, Per Carlsson und Martin Mörck. Als UN-Generalsekretär pflegte Hammarskjöld frühzeitig eine Strategie der „stillen Diplomatie“; nach seinem Tod folgte der birmanische Informationsminister und Ministerpräsident Sithu U Thant am 3. November 1961 zunächst als Interims-Nachfolger und am 30. November 1962 als 3. UNO-Generalsekretär. Die Bedeutung und heutige Einschätzung der UNO mit ihren derzeitig 193 Mitgliedsstaaten ist stark zwiegespalten: Sie gilt einerseits als unverzichtbares Forum für den globalen Dialog und humanitäre Hilfe, wird aber andererseits oft wegen ständiger Blockaden im Sicherheitsrat und mangelnder Durchsetzungskraft bei Großkonflikten als handlungsarm kritisiert. Michael H. Schöne Anmerkungen und Quellen: [1] offizielle Beschreibung der 1000-Kronor-Banknote unter https://www.riksbank.se/sv/betalningar--kontanter/sedlar--mynt/sedlar/giltiga-sedlar/1000-kronorssedel/ [2] Sveriges Riksbank: „Competition for the design of the new Swedish banknote series“ Stockholm 2012 Friedman, Herbert A.: „Propaganda Currency“ IBNS Journal 1984 Nr. 23/1 Göttel, Hans: „Diplomatie und Mystik“ Wiener Zeitung“ vom 17. September 2017 https://austria-forum.org https://banknotenews.com https://botkyrkavaxer.se https://numista.com https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov https://web.archive.org https://www.fhs.se https://www.itsnicethat.com https://www.riksbank.se https://www.un.org https://www.itsnicethat.com
- Lexikon: Nominalistische Geldtheorie
Die "Nominalistische Geldtheorie" wird in dem 1905 erschienenen Buch "Staatliche Theorie des Geldes" von Georg Friedrich Knapp (1842-1926) vertreten, durch das er als Begründer des Chartalismus gilt. Mit dieser Theorie des Geldes als bloße Einheit ohne Eigenwert und seinem Glauben an die Überlegenheit des Papiergeldes, trat Knapp in Gegensatz zu fast allen bisherigen Geldtheorien. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Porträtfoto von Georg Friedrich Knapp (bearbeitet) aus "Alte Straßburger Universitätsreden", Elsass-Lothringen-Institut, Frankfurt am Main 1932, Tafel VII. Titelbild "Staatliche Theorie des Geldes", 4. Auflage 1923.
- Der Wechsel – eine überaus raffinierte Erfindung
Ob beim Kauf eines Tickets fürs Kino oder der Bahnfahrkarte, die Zahlung in einem Restaurant oder beim Einkauf im Internet, immer häufiger erfolgt sie bargeldlos. Online-Banking, Debit-Karte, Kreditkarte, Paypal, Apple Pay und Co. haben vielfach das Bargeld abgelöst. Erstmals wurden 2025 in der Bundesrepublik mehr als die Hälfte der täglichen Einkäufe bargeldlos getätigt.[1] Noch vor fünfzig Jahren war es nicht unüblich, größere Anschaffungen mithilfe von Wechseln zu bezahlen. Ich erinnere mich noch an den Kauf meines ersten neuen Autos. Da musste ich für jede zu zahlende Rate einen Wechsel „querschreiben“. Mein Auto lief auf Wechseln, wie man damals sagte. In den frühen 1980er Jahren kam es noch vor, dass der Händler die verkaufte Ware vorfinanzierte, anders als heute, wo der Händler seinem Kunden bei einem Ratenkauf einen Konsumentenkredit bei einer Bank vermittelt und dadurch sofort an sein Geld kommt. Welche Bedeutung hatte damals der Wechsel für den Händler? Um dies zu verstehen, muss erst einmal klar sein, was ein Wechsel ist, den der italienische Kaufmann Benedetto Cotrugli ‚Raugeo‘ [* 1416 in Ragusa/Dubrovnik; † 1469 in L’Aquila] als „eine überaus raffinierte Erfindung“ bezeichnete.[2] Der Wechsel ist eine Urkunde, die in einer vorgeschriebenen Form ausgestellt wird. In meinem Fall sprach man von einem gezogenen Wechsel (Tratte), da der Aussteller (Autoverkäufer) den Bezogenen (mich als Autokäufer) aufforderte, die Wechselsumme (Rate) zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt zu zahlen. Der Wechsel war hier also eine Zahlungsaufforderung. Mit meiner Unterschrift (Akzept) auf dem Wechselformular [quer am linken Rand des Formulars, daher „querschreiben“] wurde ich zum Wechselschuldner, was rechtlich von besonderer Bedeutung war. Den unterschriebenen Wechsel konnte mein Autohändler nun verschieden verwenden: Er „verkaufte“ den Wechsel an ein Kreditinstitut und bekam den Barwert des Wechsels auf seinem Konto gutschrieben. Der Barwert ist die um den Diskont (Zins für die Kreditgewährung vom Einreichungs- bis zum Verfalltag) geminderte Wechselsumme. Bis zum 31. Dezember 1998 hatten die Banken in Deutschland die Möglichkeit, die angekauften Wechsel an die Deutsche Bundesbank zu verkaufen. Dadurch konnten sich die Banken refinanzieren. Der Verdienst der Bank bestand im Unterschiedsbetrag ihres Diskontsatzes zum Rediskontsatz der Bundesbank, der bis 1987 der wichtigste Leitzins der Bundesbank war.[3] Danach verlor er an Bedeutung, blieb aber formal bestehen, bis die Rediskontierung endete. Er nutzte den Wechsel zur Bezahlung einer eigenen Schuld. Er gab ihn z. B. zahlungshalber an einen Lieferanten, dem er Geld schuldete, weiter. Entweder war dieser bereits als Wechselnehmer auf der Urkunde genannt oder der Wechsel wurde durch Indossament (Vermerk auf der Rückseite des Wechselformulars) weitergegeben. Das Indossament erfüllt dabei drei Aufgaben: • Es überträgt die Rechte aus dem Wechsel auf einen Dritten. • Der Wechselinhaber kann sich durch das Indossament als Wechselberechtigter ausweisen. • Durch die Unterschrift des Indossanten wird seine Haftung (Garantie) für die Annahme und Einlösung des Wechsels begründet. Letzteres hat Bedeutung, wenn er den Wechsel ebenfalls weitergibt. Er könnte den Wechsel auch verpfänden. Er bewahrt den Wechsel bis zum Verfalltag auf und spart die Zahlung des Diskonts. Da die Wechselschuld eine Holschuld ist, muss der Wechselberechtigte am Fälligkeitstag auf eigene Kosten den Wechsel dem Bezogenen zur Einlösung vorlegen (präsentieren). Dies geschieht vorwiegend mithilfe einer Bank, da in der Regel beim Zahlstellenvermerk eine Bank angegeben wird.[4] Nach dem Wechselgesetz enthält der gezogene Wechsel acht wesentlich gesetzliche Bestandteile: Ort und Datum der Ausstellung Die Bezeichnung „Wechsel“ im Text der Urkunde. Die Bezeichnung Wechsel ist in der Sprache des Wechseltextes anzugeben (französisch – lettre de change, englisch – bill of exchange, spanisch und portugiesisch – letra de cambio) Die Verfallzeit. Man unterscheidet nach dem Verfalltag: Tageswechsel – der Verfalltag ist kalendermäßig genau festgelegt, z. B. „30. Juli 2026“ Datowechsel – der Wechsel ist nach einer bestimmten Zeit nach Ausstellungsdatum fällig, z. B. „nach drei Monaten“ oder „drei Monate dato“ Sichtwechsel – der Wechsel ist bei Vorlage fällig, z. B. „bei Sicht“ Nach-Sichtwechsel – der Wechsel ist nach einer bestimmten Frist nach Sicht fällig, z. B. „90 Tage nach Sicht“ Der Name des Wechselnehmers (=Remittent). Man unterscheidet: Wechsel an eigene Order. Der Aussteller bezeichnet sich selbst als Wechselnehmer, z. B. zahlen Sie „an mich“, „an mich selbst“, Aan eigene Order“ Wechsel an fremde Order. Der Aussteller bezeichnet eine dritte Person als Wechselnehmer, z. B. zahlen Sie „an die Order der Firma X“ oder „an die Firma X“ Rektawechsel. Der Aussteller bezeichnet ebenfalls eine dritte Person als Wechselnehmer, verbietet ihr aber die Weitergabe des Wechsels durch eine negative Orderklausel, z. B. zahlen Sie an die Firma X „nicht an Order“ Die Wechselsumme Der Name des Bezogenen (=Trassat) Den Zahlungsort Die Unterschrift des Ausstellers (=Trassant) Der Wechsel wird durch Indossament auf der Rückseite des Wechsels übertragen. Trotz der möglichen Folgen kommt es vor, dass ein Wechsel am Verfalltag nicht eingelöst wird. Man spricht dann von einem notleidenden Wechsel. Der letzte Wechselinhaber muss in diesem Fall durch einen Notar oder Gerichtsvollzieher Protest erheben. Der Protest ist eine öffentliche Urkunde, durch die bewiesen wird, dass der Bezogene die Zahlung am Fälligkeitstag nicht oder nur teilweise geleistet hat. Der Protest ist Voraussetzung für die Geltendmachung von Rückgriffsansprüchen. Der letzte Inhaber kann jeden einzelnen, mehrere oder alle Indossanten zusammen, sowie den Aussteller in Anspruch nehmen, d. h. von ihnen Zahlung verlangen. Er ist dabei an keine Reihenfolge gebunden. Wenn ein Rückgriffberechtigter auf seinen unmittelbaren Vormann zurückgreift, spricht man von einem Reihenrückgriff. Ein Sprungregress liegt dagegen vor, wenn der Rückgriffberechtigte einen oder mehrere rückgriffpflichtige Vordermänner überspringt. Das Gesagte gilt entsprechend für jeden Inanspruchgenommenen, der sein Recht geltend macht. Abb. 2.1: Ein von Carl Lück, Bocholt, auf Richard Syre, Essen, gezogener Wechsel über 350 RM, ausgestellt am 30. August 1925, der am Fälligkeitstag nicht eingelöst und daher notleidend wurde. Abb. 2.2: An den Wechsel angeklebte Protesturkunde vom 1. Dezember 1925. Wird ein Wechsel nicht einlöst, muss der Akzeptant mit einer Wechselklage rechnen. Dabei weist der Wechselprozess einige Besonderheiten auf. Die Einlassfrist beträgt 24 Stunden, wenn der Beklagte am Sitz des Prozessgerichts wohnt, sonst maximal sieben Tage. Der Beklagte kann nur solche Einwendungen geltend machen, die sich aus der Wechselurkunde ergeben (Fälschung, Formmangel, Unterlassung der Protestierung) und solche, die er der Person des Klägers entgegenhalten kann, z. B. Aufrechnung, Stundung, Einrede der mangelhaften Lieferung. Als Beweismittel sind nur die Wechselurkunde, Protesturkunde und Parteivernehmung zugelassen. Das Urteil wird auch ohne Antrag des Antragstellers für vorläufig vollstreckbar erklärt. Aufgrund dieser Besonderheiten kommt es nicht nur sehr schnell zu einem Urteilsspruch, sondern der Kläger kommt auch sehr schnell zu seinem Geld. Da ein Wechselprotest dem Ansehen und der Kreditwürdigkeit des Bezogenen schadet, wird der Bezogene alles daransetzen am Fälligkeitstag zu zahlen. Sollte ihm dies nicht möglich sein, wendet sich der Bezogene in der Regel an den Aussteller mit der Bitte um Prolongation (Verlängerung der Laufzeit) des Wechsels. Sollte der Wechsel nicht mehr beim Aussteller sein, müsste dieser den Wechselbetrag vorstrecken und bekäme einen neuen Wechsel mit einem späteren Verfalltag ausgehändigt. Abweichend vom besprochenen gezogenen Wechsel verspricht der Aussteller beim eigenen Wechsel (Solawechsel), den Wechselbetrag am Fälligkeitstag zu zahlen. Der Wechsel ist hier also ein Zahlungsversprechen.[5] Abb. 3: Sola-Wechsel vom 25. Februar 1871 über 100 Thaler, fällig „drei Monate a Dato, Vorderseite mit „zahle ich gegen diesen meinen Sola-Wechsel“. Abb. 4: Reichsbanknote vom 3. September 1883 über 100 Mark, Vorderseite mit „zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin …“. Solawechsel und frühe Banknoten weisen eine erstaunliche Gemeinsamkeit auf. So lautet das Zahlungsversprechen beim Solawechsel „zahle ich gegen diesen Wechsel …“ und bei den Reichsbanknoten bis 1924: „zahlt die Reichsbankhauptkasse in Berlin … dem Einlieferer dieser Banknote“. Das wird verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass auch die Banknoten ursprünglich nur Geldsurrogate waren. Das Bankgesetz vom 14. März 1875 bestimmte in § 2 ausdrücklich: „Eine Verpflichtung zur Annahme von Banknoten […] findet nicht statt.“ Banknoten mussten zwar von der ausgebenden Bank eingelöst werden, waren aber kein gesetzliches Zahlungsmittel. Damit waren Reichsbanknoten und Privatbanknoten reines Kreditgeld, das im Umlauf zwar akzeptiert wurde, aber nicht angenommen werden musste. Gesetzliche Zahlungsmittel waren ausschließlich die goldenen 10- und 20-Mark-Münzen. Die Pfennig- und Mark-Nominale aus Silber, Nickel und Kupfer waren zwar gesetzliches Zahlungsmittel, aber für sie galt nur eine begrenzte Annahmepflicht. Erst das Reichsbankgesetz vom 7. Juni 1909 machte die Reichsbanknoten zu gesetzlichen Zahlungsmitteln, für die eine Goldeinlösungspflicht bestand. Unmittelbar vor Beginn des Ersten Weltkriegs stellte am 31. Juli 1914 die Reichsbank die Einlösung der Banknoten in Gold ein und mit „Gesetz, betreffend die Reichskassenscheine und die Banknoten“ hob die Reichsregierung am 4. August 1914 die gesetzliche Noteneinlösungspflicht in Gold auf. Eine weitere Parallele ist in der Banknotensteuer und Wechselsteuer zu sehen. Überschritt die Reichsbank die gesetzlich festgelegte Obergrenze ihrer umlaufenden Banknoten, musste sie eine Banknotensteuer zahlen. Da die Kaufleute mit den Wechseln ebenfalls neues Geld schufen, wurde im Deutschen Reich – wie auch in anderen Staaten – eine Wechselsteuer erhoben. In der Bundesrepublik betrug sie 0,15 DM je angefangene 100 DM Wechselsumme. Die Steuer wurde durch Aufkleben von Wechselsteuermarken auf der Rückseite des Wechsels entrichtet. Die Wechselsteuermarken waren bei den Postämtern erhältlich. Im Zuge der Einführung des europäischen Binnenmarktes wurde die Steuer in Deutschland zum 1. Januar 1992 abgeschafft. Das Aufkommen der Wechselsteuer floss dem Bund zu und betrug 1991 (umgerechnet) 167,6 Mio. Euro. Die lange Geschichte des Wechsels begann im Mittelalter. Beruhte der Handel zuvor meist auf Tausch, so änderte sich dies im ausgehenden 12. Jahrhundert in Westeuropa. Die Kreuzzüge und das Aufkommen des Fernhandels, das Entstehen überregionaler Messen sowie der Aufschwung des Silberbergbaus (Harz, Erzgebirge, Böhmen) führten dazu, dass der Handel nun mit Münzgeld abgewickelt wurde. Größere Geldmengen waren nun vonnöten, aber der Geldtransport war riskant. Kaufleute in Genua erfanden daher eine Vorform des Wechsels, um Warentransaktionen bargeldlos abwickeln zu können.[6] Die Transaktion setzte zwingen zwei verschiedene Orte mit verschiedenen Währungen voraus, nämlich jene des Ausstellers und jene der Zahlung und im Prinzip zwei weitere Beteiligte. Die Abwicklung kann man sich folgendermaßen vorstellen: Der Tuchhändler Bochelli in Florenz verkaufte Seiden-Tücher an den Händler Groote in Brügge. Bochelli zog einen Wechsel auf Groote, der sich darin verpflichtete den Wechselbetrag – der auf Taler (der Währung Brügges) lautete – zu einem späteren Zeitpunkt – z. B. in drei Monaten – an einen im Wechsel genannten begünstigten Dritten – nennen wir ihn Burmaster – in Brügge zu zahlen. Bochelli strebte danach, möglichst früh zu seinem Geld zu kommen. Daher verkaufte er den Wechsel an den Bankier Lucca in Florenz. Der zahlte an Bochelli in Florentiner, der Währung von Florenz. Als Gegenleistung für seinen zinsfreien[7] Kredit erhielt er den Unterschiedsbetrag, der sich aus dem Umtausch der beiden Währungen ergab. Lucca schickte den Wechsel im Original und mehreren Kopien an Burmaster, der ebenfalls im Bankgeschäft tätig war. Am Fälligkeitstag ging Burmaster zu Groote, der den Wechselbetrag gegen Aushändigung des Dokuments zahlte. Burmaster und Lucca beglichen ihre Schulden jedoch nicht nach jedem Geschäft, denn Burmaster bediente sich in ähnlichen Fällen der Hilfe von Lucca. Zwischen beiden bestand also eine Kontokorrent-Beziehung. War der Wechsel ursprünglich dem Geschäftsverkehr zwischen Kaufleuten vorbehalten, so wurde er sehr bald auch außerhalb der Kaufmannskreise verwendet. Zu den potentesten nicht-kaufmännischen Nutzern zählte die päpstliche Kurie, deren Kollektoren das europaweit eingesammelte Geld per Wechsel an die Apostolische Kammer überwiesen. Die Finanzierung der kaiserlichen Truppen unter Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg wäre ohne Wechsel undenkbar gewesen.[8] Auch die geheime Aufrüstung der deutschen Wehrmacht im Dritten Reich wurde mithilfe des Wechsels ermöglicht. Auf Initiative des Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht gründeten die vier Schwerindustrieunternehmen Krupp, Siemens, Gute Hoffnungshütte und Rheinstahl die Metallurgische Forschungsgesellschaft m.b.H. (Mefo). „Der Fiktivcharakter dieser Gesellschaft geht schon aus der lächerlichen Summe des Aktienkapitals (sic!) hervor. Mit einem Eigenkapital von nur einer Million RM akzeptierte die Mefo bis Ende 1937 Rüstungswechsel in Höhe von 12 Milliarden RM. Die für die Rüstungsaufträge in Zahlung gegebenen Wechsel waren, den Reichsbankanordnungen entsprechend, auf drei Monate ausgestellt, konnten jedoch bis auf fünf Jahre laufend prolongiert werden. Durch den Akzept der Mefo waren diese Wechsel bei der Reichsbank sofort diskontierbar, wirkten also gesamtwirtschaftlich als eine unmittelbare Ausweitung des Zahlungsmittelvolumens,“[9] ohne dass sie in der in den Geschäftsberichten der Reichsbank und im Reichshaushalt auftauchten. Abb. 5: Abbildung eines Mefo-Wechsels (Blanko) aus: Firmenchronik der Bilfinger AG Mannheim aus dem Jahr 2005: "Drei Wurzeln – ein Unternehmen" von Bernhard Stier, Martin Kraus, 125 Jahre Bilfinger Berger AG, S. 121). Die ersten Wechsel waren individuell geschriebene Urkunden. Bereits im 14. Jahrhundert setzte sich eine feste äußere Form durch und ab dem 15. Jahrhundert enthielten sie standardisierte „Textbausteine“ (Anweisung, Fälligkeit, Zahlungsort) sowie festgelegte Rollen der Beteiligten. Die Wechsel wurden nun nach festen Mustern geschrieben. Ab dem 17. Jahrhundert begann man dann vorgedruckte Wechselformulare zu verwenden. In Deutschland sind heute Formulare nach DIN 5004 vorgeschrieben. Abb. 6.1: Nantes, Wechsel vom 29. September 1789 über 1113 Livres, Vorderseite. Abb. 6.2: Nantes, Wechsel vom 29. September 1789 über 1113 Livres, Rückseite. Abb. 7.1: Strasbourg, Wechsel vom 14. Juli 1864 über 267,95 Francs, Vorderseite. Vollkommen handschriftlich ausgestellt. Abb. 7.2: Strasbourg, Wechsel vom 14. Juli 1864 über 267,95 Francs, Rückseite. Abb. 8.1: Altona, Wechsel vom 30. Mai 1817 über 564 Mark und 9 Schilling, Vorderseite. Abb. 8.2: Altona, Wechsel vom 30. Mai 1817 über 564 Mark und 9 Schilling, Rückseite. Abb. 9.1: Stettin, Wechsel vom 25. März 1831 über 546 Schl. Holst. Courant, Vorderseite. Abb. 9.2: Stettin, Wechsel vom 25. März 1831 über 546 Schl. Holst. Courant, Rückseite. Abb. 10.1: Constantinopel, Wechsel vom 25. August 1831 über 600 Florin, Vorderseite. Abb. 10.2: Constantinopel, Wechsel vom 25. August 1831 über 600 Florin, Rückseite. Abb. 11: Habana (Cuba), Wechsel vom 22. September 1850 über 10 Pesos fuertes, Vorderseite. Abb. 12.1: Sevilla, Wechsel vom 8. Mai 1842 über 250 Pesos fuertes, Vorderseite. Abb. 12.2: Sevilla, Wechsel vom 8. Mai 1842 über 250 Pesos fuertes, Rückseite. Abb. 13.1: Triest, Wechsel vom 15. Februar 1856 über 6000 Florin, Vorderseite. Abb. 13.2: Triest, Wechsel vom 15. Februar 1856 über 6000 Florin, Rückseite. Abb. 14.1: Frankfurt am Main, Wechsel vom 15. September 1865 über 600 österr. Gulden, Vorderseite. Abb. 14.2: Frankfurt am Main, Wechsel vom 15. September 1865 über 600 österr. Gulden, Rückseite. Abb. 15.1: Bourscheidt, Wechsel vom 15. Juli 1870 über 91 Thaler, Vorderseite. Abb. 15.2: Bourscheidt, Wechsel vom 15. Juli 1870 über 91 Thaler, Rückseite. Abb. 16.1: London, Wechsel vom 20. März 1874 über 92 Pounds 10 Shillings 4 Pence, Vorderseite. Abb. 16.2: London, Wechsel vom 20. März 1874 über 92 Pounds 10 Shillings 4 Pence, Rückseite. Abb. 17.1: Lérida, Wechsel vom 23. Mai 1893 über 1000 Pesetas, Vorderseite. Abb. 17.2: Lérida, Wechsel vom 23. Mai 1893 über 1000 Pesetas, Rückseite. Abb. 18.1: Obernbeck, Wechsel vom 12. September 1924 über 1100 Billionen Mark, Vorderseite. Abb. 18.2: Obernbeck, Wechsel vom 12. September 1924 über 1100 Billionen Mark, Rückseite. Abb. 19.1: Wien, Wechsel vom 28. August 1930 über 600 Schilling, Vorderseite. Abb. 19.2: Wien, Wechsel vom 28. August 1930 über 600 Schilling, Rückseite. Im Zuge der Industriellen Revolution nahm der Kapitalbedarf der Unternehmen stark zu. Da die vorhandenen Banken diesen nicht befriedigen konnten, diente der Wechsel immer häufiger der Kapitalbeschaffung. Die Bestimmungen zum Wechsel waren jedoch in den einzelnen Staaten unterschiedlich geregelt. Allein in Deutschland gab es 56 Wechselgesetze. Dieser Zustand war nicht mehr zeitgemäß. Der Deutsche Zollverein unter Führung Preußens rief 1847 eine Wechselrechtskonferenz ein, auf der fast alle deutschen Staaten vertreten waren, auch wenn sie nicht dem Zollverein angehörten. Ergebnis der Konferenz war ein gemeinsamer Entwurf zu einer Allgemeinen Deutschen Wechselordnung. Bevor die Einzelstaaten den Entwurf als eigenes Recht annehmen konnten, brach 1848 die Märzrevolution aus. Die Frankfurter Nationalversammlung nahm den Entwurf als Reichsgesetz betreffend die Einführung einer allgemeinen Wechselordnung für Deutschland am 24. November 1848 an. Danach trat das Gesetz ohne Veränderungen am 1. Mai 1849 in ganz Deutschland in Kraft und wurde nach Gründung des Norddeutschen Bundes Bundesgesetz und im Deutschen Reich 1871 Reichsgesetz. Die zunehmende internationale Verflechtung des Handels und die in der Weltwirtschaftskrise ohnehin entstandenen komplizierten Verhältnisse zwangen zu einer internationalen Ordnung des Wechsels. Das Genfer Abkommen zur Vereinheitlichung des Wechselrechts von 1930, das Deutschland mit dem Wechselgesetz vom 21. Juni 1933 (RGBl. I S. 399) übernahm und zum 1. April 1934 in Kraft setzte, harmonisierte das internationale Wechselrecht. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Deutsche Bundesbank, Zahlungsverhalten in Deutschland 2025, Pressegespräch am 17. Juni 2026. [2] Der aus Dubrovnik stammende, in Neapel tätige Kaufmann verfasste sein vierbändiges Werk "Della Mercatura et del Mercante perfetto", das als Vorläufer einer allgemeinen Handelslehre bekannt ist. [3] Die Höhe des Rediskontsatzes war starken Schwankungen ausgesetzt und reichte von 2,25 % (19.4.1996) bis z. b. 9 % (25.10.1974). Der Rediskont von Wechseln gehörte zum Instrumentarium der Deutschen Bundesbank zur Steuerung der Geldmenge und der Inflationsbekämpfung. Ferner gehörten dazu die Offenmarktpolitik (Ankauf/Verkauf von Wertpapieren zur Steuerung der Liquidität), die Mindestreservepolitik (Banken mussten einen Teil ihrer Einlagen bei der Bundesbank halten. Je nach Höhe der Mindestreserve konnte die Bundesbank die Kreditvergabe und Geldschöpfung beeinflussen) und der Lombardkredit (Gewährung von kurzfristigen Krediten gegen Sicherheiten). Ferner intervenierte die Bundesbank am Devisenmarkt, um die D-Mark zu stabilisieren. [4] Bis Ende 1998 besorgte auch die Post den Wechseleinzug. Die Wechselsumme war jedoch auf eine bestimmte Höhe beschränkt. [5] S. zum Wechsel Kaufmännische Betriebslehre, 11. Auflage, Wuppertal-Barmen 1971, S. 96 – 112. [6] Lettres de foire und das instrumentum ex causa cambii (Schuldurkunde) [7] Wegen des kirchlichen Zinsverbotes wurden die Kreditzinsen nicht offen ausgewiesen und versteckten sich im Umtauschgewinn. [8] Vgl. Heinz Fengler, Numismatik und Wertpapiere, Eine geldgeschichtliche Studie zur Entwicklung der deutschen Wertpapiere, Kleine Schriften des Münzkabinetts Berlin, Heft 6, (Ost-)Berlin 1978, S. 23. [9] Avraham Barkai, Das Wirtschaftssystem des Nationalsozialismus, Frankfurt am Main 1988, S. 156.












