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2962 Ergebnisse gefunden für „“

  • Jörg Nimmergut ist verstorben!

    Heute erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriger Autor Jörg Nimmergut in der Nacht von Sonntag auf Montag (19/20. Mai 2024) im Alter von 85 Jahren in München verstorben ist. Jörg Nimmergut wurde 1939 in Berlin geboren. Er studierte Pädagogik in Berlin und Romanistik und Germanistik in Potsdam und München. Außerdem besuchte er die Werbefachliche Akademie in München, wo er sich auch eine eigene Werbeagentur aufbaute. Durch über 50 Buchveröffentlichungen, davon ein großer Teil zum Thema Orden und Ehrenzeichen, unter anderem das 5-bändige Werk "Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945", wurde er zum profilierten Fachmann auf diesem Gebiet. Nimmergut arbeitete als Konservator im Deutschen Ordensmuseum, als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für deutsche Orden und Ehrenzeichen und war Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde. Neben vielen Buchveröffentlichungen war er auch Chefredakteur renommierter deutscher Ordens- und Militaria-Zeitschriften. Vielen Sammlern war Jörg Nimmergut durch seine zahlreichen Publikationen bekannt. Dabei schrieb er nicht nur Kataloge über Orden und Ehrenzeichen und verfasste Hunderte Fachartikel, sondern wurde mit seinem Tatsachenroman "Zaharoff – Das Chamäleon" auch zum Schriftsteller. Leidenschaftlicher Sammler blieb er bis zum Schluss. Zu den Büchern von Jörg Nimmergut beim Battenberg Gietl Verlag: https://www.battenberg-gietl.de/autor/joerg-nimmergut Zur Seite über Jörg Nimmergut bei der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde e.V.: https://www.deutsche-gesellschaft-fuer-ordenskunde.de/DGOWP/dgo/wissenschaftlicher-beirat/joerg-nimmergut/ Mit dem Tod von Jörg Nimmergut verliert die deutsche Phaleristik ihren anerkanntesten Experten! Unser aufrichtig empfundenes Beileid gilt den Hinterbliebenen.

  • Dänemarks neue Banknotenserie: Machen Sie mit!

    Am 13. Mai 2024 hat Danmarks Nationalbank (die Zentralbank Dänemarks) ein Umfrageportal zur Gestaltung ihrer neuen Banknotenserie, die 2028-29 eingeführt werden soll, frei geschaltet. Teilnehmen darf jeder, also auch Personen, die nicht in Dänemark leben. Aber Dänisch, Englisch oder Grönländisch muss man schon können, damit man den Fragenkatalog beantworten kann. Danmarks Nationalbank in Kopenhagen. Die Nationalbank hat entschieden, dass auf einer Seite der neuen Serie, die aus den Nennwerten 50, 100, 200 und 500 Kronen bestehen wird, eine Person abgebildet wird. Dazu haben Fachgremien aus Kultur, Bildung und andere externe Experten im Auftrag der Nationalbank, Vorschläge erarbeitet. Aus diesen hat die Nationalbank eine Vorauswahl getroffen: vier Frauen: Arnarulunnguaq (1896-1933), grönländische Expeditionsteilnehmerin Inge Lehmann (1888-1993), Seismologin und Geodätin Marie Krogh (1874-1943), Ärztin Tove Ditlevsen (1917-1976), Schriftstellerin Arnarulunnguaq (oben links), Inge Lehmann (oben rechts), Marie Krogh (unten links) und Tove Ditlevsen (unten rechts). ... und vier Männer: Arne Jacobsen (1902-1971), Architekt und Designer Benny Andersen (1929-2018), Dichter, Komponist und Pianist Hans Christian Andersen (1805-1875), Dichter und Schriftsteller Tycho Brahe (1546-1601), Astronom Arne Jacobsen (oben links), Benny Andersen (oben rechts), Hans Christian Andersen (unten links) und Tycho Brahe (unten rechts). Dazu gibt es fünf Aussagen, die mit "Ja"/"Nein"/"Weiß nicht" beantwortet werden müssen: Die Person und ihre Errungenschaft(en) repräsentieren das Königreich Dänemark. Die Person und ihre Errungenschaft(en) lassen sich einfach verstehen. Die Person und ihre Errungenschaft(en) sind heutzutage relevant und werden es auch in der Zukunft sein. Die Person und ihre Errungenschaft(en) würden es einfach machen Banknoten zu erkennen. Ich habe von der Person schon gehört und bin mit ihren Errungenschaft(en) vertraut. Auf den Rückseiten der neuen Geldscheine sollen Motive erscheinen, die entweder aus dem Themenbereich ''Meer'', ''Blumen'' oder ''Alltagsleben in Dänemark'' stammen. Dazu gibt es auch Aussagen, die entsprechend beantwortet werden müssen: Das Thema repräsentiert das Königreich Dänemark gut. Das Thema ist mir wichtig. Das Thema ist heute relevant und wird es in der Zukunft bleiben. Das Thema würde Banknoten einfach zu erkennen machen. HIER geht es zur Umfrage bzw. öffentlichen Konsultation: dann auf ''Go to questionnaire'' klicken. Die Umfrage/Konsultation endet am 03. Juni 2024. Ralf Faust

  • Gibt es! – Gibt es nicht!

    In der Sammlerzeitschrift „Der Geldscheinsammler“ [1] erschien ein vor einem Vierteljahrhundert geschriebener Beitrag mit der selben Überschrift. Da es auch heute noch Unklarheiten über das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von Geldscheinen gibt, wird das Thema nochmals aufgegriffen. Bei folgenden Geldscheinen handelt es sich um bisher nicht katalogisierte Ausgaben bzw. um angebliche und vermutete, aber nie produzierte Scheine. Gibt es: Kantinengeld der britischen Heilsarmee Bad Godesberg, o. D. Nach dem Niedergang des Deutschen Reichs wurden die Strukturen der Heilsarmee wieder aufgebaut; anfangs waren nur die alliierten Einrichtungen aktiv, wie der „Red Shield Service“ – eine ihrer Dienstgruppen. In einem britischen Armee-Forum gab es vor Jahren eine Antwort auf eine Anfrage über bisher unbekannten Geldersatz bei den britischen Besatzungstruppen. Zitat: „Ich glaube, dass es sich bei dem Club um eine Art Sozialzentrum handeln muss, das vom öffentlichen Dienst und nicht vom Militär finanziert wurde. Die YMCA und die Organisation ,Red Shield‘ der Heilsarmee waren im Zweiten Weltkrieg für ihre Bereitschaft und Fähigkeit bekannt, verschiedene Formen sozialer Zentren für Soldaten in unmittelbarer Nähe der Frontlinie zu organisieren. Dies setzte sich nach dem VE-Tag fort, insbesondere dort, wo 1945 die sehr strengen ,No Fraternization‘-Regeln in Kraft waren. ... Aufgrund der Beweise, die ich habe, bin ich mir jetzt sicher, dass die Gutscheine daher aus der Zeit unmittelbar nach dem Krieg 1945 stammen. ... Daraus lässt sich der Bad Godesberger Beleg datieren.“ Abb. 1: 2 D. (2 Pence), Kantinengeldschein o. D., Vs., Karton mit schwarzem Aufdruck „The Salvation Army / Red Shield Club“ und grünem Stempel „THE RED SHIELD CLUB / BAD GODESBERG“ (6 Pence galten 1 Reichsmark) – weitere Wertstufen sind denkbar. In Ergänzung dazu bisher ebenfalls unbekannte YMCA-Kantinengelder zu 1 Penny – einmal aus Hubbelrath und zum anderen aus Wuppertal; von dieser Ausgabe gibt es außerdem eine Druckvariante in Schwarz. Bis 1974 war das Dorf Hubbelrath selbstständig und ist heute als Stadtbezirk 7 in Düsseldorf eingemeindet. YMCA-Kantinengeld kam im viergeteilten Deutschland nur in der britischen Besatzungszone vor. Abb. 2: 1 Penny Hubbelrath und 1 Penny Wuppertal, o. D., Kantinengeldscheine der YMCA-Einrichtungen, Vs., Karton, (Y.M.C.A. = „Young Men‘s Christian Association“ – vergl. „Christlicher Verein Junger Menschen /CVJM)“. Gibt es nicht: Sowjetstern auf ungarischen Banknoten von 1944/45 Die „Innsbrucker Nachrichten“ titelten am 16. Januar 1945 auf Seite 2 „Ungar-Banknoten mit Sowjetstern“. Die Meldung vom Vortag aus der damaligen kroatischen Hauptstadt Agram (heute Zagreb) lautete: „Alle Kassen und Banken beschlagnahmt / Agram, 15. Jänner. Die Sowjets haben in dem von ihnen besetzten Ungarn sofort alle Kassen und Banken beschlagnahmt und neues Geld ausgegeben. Sie brachten Pengös in Umlauf, die zwar den alten Banknoten gleichen, aber statt der Stephanskrone nun einen Sowjetstern tragen. Den Ungarn soll damit offenbar täglich in Erinnerung gebracht werden, was sie jetzt unter der neuen Herrschaft erwartet, nämlich was der Sowjetstern symbolisiert: Bolschewismus in Reinkultur.“ Solche Scheine sind jedoch bis heute nirgendwo aufgetaucht. Auch die nachfolgenden Banknoten mit Datum 15. Juli 1945 zeigen das ungarische Wappen mit der Stephanskrone. Die Besatzungsausgaben mit Datum 1944 und Aufdruck „A Vöröshadsereg Parancsnoksága“ (= Das Kommando der Roten Armee) waren sicher nicht gemeint – sie wurden erst ab April 1945 ausgegeben! Nur auf dem 100-Pengö-Schein findet sich ein typischer Sowjetstern. Dieser und die anderen Scheine der Notenserie ähneln aber kaum den „alten Banknoten“. Auf Vorder- und Rückseite des 20-Pengö-Scheins sieht man zwar kleine Sterne, nicht vordergründig, und auf den restlichen Scheinen zu 1, 2, 5, 10, 50 und 1000 Pengö sucht man vergeblich nach Sowjetsternen. Abb. 3: Wappendarstellung mit Stephanskrone auf 100 Pengö 1932 (links) und auf 1000 Pengö 1945 (rechts). Gibt es: Neumeldungen zu 1944 in Luxemburg abgestempelten Geldscheinen Seit der umfangreichsten Katalogisierung von abgestempelten deutschen, belgischen und luxemburgischen Geldscheinen während der Währungsumstellung vom Oktober 1944 im befreiten Luxemburg fehlen bisher über 60 Belege aus Städten und Gemeinden. Nun liegt ein Beweisstück nach weiterer 15-jähriger Recherche auch aus Boevange/Bögen vor. Ein anderer Schein mit bekannter und häufiger Abstempelung ist ein Unikat: der 1919er Kassenschein über 500 Francs/Franken. Abb. 4: 2 Rentenmark 1937, Rs., mit Gemeindestempel „Adminstration Communale / BOEVANGE“ und Poststempel „BÖGEN / 07.10.44“. Abb. 5: 500 Francs o. D. (1919), Vs., mit Gemeindestempel „VILLE DE LUXEMBOURG / ADMINISTRATION COMMUNALE“ und Poststempel „LUXEMBURG 2 / 08.10.44“. Bei genauer Betrachtung von abgestempelten Scheinen aus diesem Sammelgebiet kommt man zu erstaunlichen Erkenntnissen: auf einer belgischen Banknote erkennt man im Datumstempel „ETTELBRÜCK / 18.10.44“ – hier handelt es sich um eine Fehlleistung des Postbeamten: ein Geldumtausch war an diesem Tag nicht mehr möglich – der Stempel wurde statt „08.10.44“ fälschlicherweise mit „18.10.44“ eingestellt. Abb. 6: 20 Francs 09 01 40, Vs., mit Gemeindestempel „ADMINISTRATION COMMUNALE / VILLE D´ETTELBRUCK“ und Poststempel. Und auch eine zweite Banknote ist eine Fehlleistung: der Fälscher hatte nicht beachtet, dass der verwendete Schein erst im Februar 1945 (Reichsbanknoten im stark vereinfachten Druck – ohne Unterdruckbuchstaben) ausgegeben wurde und zur Währungsumstellung im Oktober 1944 in Luxemburg nicht vorgelegt haben kann. Abb. 7: 50 Reichsmark 30 März 1933, Vs., moderne Verfälschung aus den 2010er Jahren mit Gemeinde- und Poststempel „Défferdeng/Differdingen“. Gibt es nicht: Geldscheine 5000 Militärmark 1944, sowjetischer Druck Am Rande einer Dresdner Münzauktion Ende der 1970er Jahre im Stadtteil Weißer Hirsch wurde das Vorkommen eines Militärmark-Scheins zu 5000 Mark diskutiert. Ein Sammler berichtete seinerzeit, dass die Sowjets diese Wertstufe gedruckt hätten ... mit brauner Kennzeichnungsfarbe. In den letzten 40 Jahren wurden solche Scheine nirgendwo gesichtet und alle Dokumente sprechen gegen den Druck oder gar einer Ausgabe dieser Militärmark-Scheine. Dennoch war ein 5000-Mark-Schein Gegenstand der Senatsanhörung im Juni 1947 in Washington – der republikanische Senator Homer S. Ferguson aus Michigan befragte den Beamten vom Kriegsministerium Howard C. Petersen: „Was ist mit der 5000-Mark-Druckplatte?“ Petersen: „Mir wurde gesagt, daß wir keine 5000-Mark-Noten gedruckt haben.“ Ferguson: „Lieferten wir Platten nach Rußland, damit sie 5000-Mark-Noten drucken konnten?“ Petersen: „Die Antwort – wie ich sagte – ist ,nein‘.“ Ferguson: „Haben wir ihnen irgendwelche Platten gegeben, deren Wertstufen wir nicht gedruckt haben?“ Petersen: „Das sind Fragen, die Sie besser den Fachleuten des Finanzministeriums stellen.“ Die Frage, wie Senator Ferguson vom „Problem“ eines 5000-Mark-Scheins erfuhr, bleibt bis heute unbeantwortet. 5000er AMC-Scheine wurden nur für Frankreich gedruckt und nur die 500-Francs-Noten von 1944 hatten eine braune Kennzeichnungsfarbe. Abb. 8: Fragen und Antworten bei der Anhörung vom 17. Juni 1947 vor dem US-Senat, Seite 18, aus: „Occupation Currency Transaction“, 18. Kongress Washington 1947. Gibt es: Entwurf 1000 Złotych 1941 mit Rückseite in ukrainischer Sprache Die ausgegebenen Banknoten im Besatzungsgebiet „Generalgouvernement“ gab es von 1 Złoty bis 500 Złotych – mit dem Datum 1. März 1940 und der Folgeserie vom 1. August 1941. Die Reichsdruckerei vergab den Druckauftrag der 1940er Serie wegen fehlender Druckkapazität nach Wien. Ein Teil der Banknoten zu 10 und 20 Złotych wurde außerdem in der Krakauer Grafischen Anstalt der Emissionsbank (Zakłady Graficzne Banku Emisyjny) und in der Warschauer Wertpapierfabrik (Wytwórnia Papierów Wartościowych) gedruckt. Die Folgeserie von 1941, die auch durch die Eingliederung des Distrikts Galizien mit überwiegend ukrainischer Bevölkerung notwendig wurde, stellte man ebenfalls in Krakau her – Teilauflagen der 5-, 50- und 100-Złotych wurden wiederum in Warschau gedruckt. Zu den im Volksmund genannten „młynarki“ (= „Müller-Scheine“, die nach Bankpräsident Feliks Młynarski bezeichneten „Krakauer Zloty“) gestaltete 1943 der Grafiker Leonard Sowiński auch eine Banknote zu 1000 Złotych. Diese Wertstufe wurde jedoch nicht gedruckt – es liegen lediglich Probedrucke vor (Vs. mit polnischem Text, Rs. mit ukrainischem Text). Die späteren Änderungen mit beidseitig polnischem Text wurden auch in der Ornamentik umgestaltet. Im Jahr 2004 wurde die polnische Version aus gefundenen und teils beschädigten Kupfer-Druckplatten rekonstruiert. Von der „polnischen Variante“ (Grabowski # ZWK-39) gibt es farblich unterschiedliche Scheine und Kontrollnummern, z. B. A 1234567 bzw. MCSM 001 ... MCSM 1057. Abb. 9: 1000 Złotych 1. August 1941, Vs., Probedruck mit polnischem Text, Abbildung und Wasserzeichen zeigen ein Porträt eines Krakauer Offiziers. Abb. 10: 1000 Zolotich, Rs., Probedruck mit KN 1000000 und ukrainischem Text („ЕМІСІЙНИЙ БАНК В ПОЛЬЩІ / ТИСЯЧА ЗОЛОТИХ“), Abbildung des Königsschlosses auf dem Wawel (Quellen: „Łódzki Numizmatyk“ 1969 und WCN Archiwum 97199). Vom ebenfalls nicht ausgegebenen 10-Złotych-Schein 1. August 1941 gibt es Probedrucke, auf denen die Rückseite Fryderyk Chopin zeigt und bei Giesecke & Devrient gedruckt wurden. Undatierte 500-Złotych-Banknoten mit der Kontrollnummer A 0000000 zeigen eine Ansicht der Marienkirche in Krakau und am unteren Rand die Drucksignatur von Giesecke & Devrient. Gibt es nicht: Reichsbanknoten zu 100 RM 1935 mit Serienbuchstabe S Die Reichsdruckerei verwendete bei der Nummerierung in der Regel Serienbuchstaben von A bis Z, der Buchstabe I wurde dabei traditionsgemäß nicht benutzt. Bei den 100-RM-Banknoten vom 24. Juni 1935 fehlt auch die Serie mit dem Buchstaben Z, da die anderen Serienbuchstaben für alle Ausfertigungen ausreichten. Eine Besonderheit ist aber das unerklärliche Fehlen einer Serie mit dem Buchstaben S. Die im Oktober 1942 mit UdrBst. G/SBst. N...R gedruckten Banknoten wurden in Nutzen von 2 x 10 Scheinen in einem Druckgang von je 10.000 Stück nummeriert. Die Folgeserien mit UdrBst. B/SBst. T...X wurden erst im Juni 1944 hergestellt, ebenso die Einzelserie Y. Eine Serie mit SBst. S wurde nicht gedruckt. Angeblich wurden 1944 statt der Serie S weitere 1000-RM-Banknoten gefertigt, was jedoch keine einleuchtende Aussage erklärt. Alle Deutungen zur fehlenden Serie S sind demnach ungesichert. Abb. 11: 100 Reichsmark 1935, Vs., zwischen Serie R/UdrBst. G (mit Irisdruck 1942) und Serie T/UdrBst. B (ohne Irisdruck 1944) ist keine Serie S nachweisbar. Gibt es: bisher unbekannte Goldpfennige aus der ehemaligen Freien Stadt Danzig 1923 wurden in Danzig von Handwerkern Gutscheine verwendet, um über ein Wechselgeld zu den Industrieschecks zu verfügen. Alle lauten auf „Goldpfennig“. Beispiele sind die Ausgaben der Firmen Feller, Führer, Kafemann, Kresin, Ruhm & Schneidemühl, Sternfeld, Valtinat, der Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler, der Danziger Straßenbahn und der Zoppoter Gas- und Wasserwerke. Eine Neumeldung ist der Gutschein der Danziger Bäckerei & Conditorei Wilhelm Packheiser; bekannt wurden einseitig gestempelte Scheine; einmal mit violettem und zum anderen mit schwarzem Ovalstempel und handschriftlicher Wertzahl. Die Gutscheine zu 3 Pfennig vom Verlag Philippi & Co. Danzig sowie die gestempelten Gutscheine der Geschäftsstelle der Zoppoter Zeitung/Verlag Börner & Gutsche zu 5, 10, 25 und 50 Pfennig sowie zu 1 und 2 Mark o. D. wurden vor der Freistaatzeit verwendet. Abb. 12: 1 (Gold-)Pfennig o. D., Vs., ein Schein mit schwarzem Stempel wurde auf einer Auktion mit 120 Euro ausgerufen, jedoch nicht verkauft. Gibt es nicht: DM-Banknoten von 1948 mit den Serienbuchstaben E und F Nach wie vor herrscht Unkenntnis über die Nichtverwendung der Serienbuchstaben E und F bei der Nummerierung der 1947 in den USA gedruckten Erstauflage der sog. BdL-Noten. Bekanntermaßen wurden die Präfix-Serienbuchstaben vom BEP Washington festgelegt: A (2 DM), B (5 DM), C (20 DM), D (50 DM) ... G (für die Austauschnoten mit Präfix- und Suffix-Buchstaben der Scheine zu 2, 5, 20 und 50 DM verwendet) und für die 1948er Serien H (10 DM), J (20 DM), K (50 DM), L (100 DM), die bei der ABNCo. gedruckt wurden. Für welche Wertstufen die Serienbuchstaben E und F vorgesehen waren, lässt sich heute mit Bestimmtheit nicht dokumentieren. Eine frühere Reihenfolge wurde vermutlich anders festgelegt; es fehlen die Drucke zu 10 und 100 DM der 1947 gedruckten Scheine. Oder: die ½- und 1-DM-Noten sollten ebenfalls nummeriert werden – das ist aber alles spekulativ. Gibt es oder gibt es nicht: Immer noch ungeklärt sind Angaben über Geldscheine, die ausgegeben wurden, von denen jedoch jegliche Bildbelege fehlen. Auch in der Literatur erwähnte Ausgaben konnten bisher nicht zweifelsfrei bestätigt werden. Als Beispiele sind zu nennen: die Notgeldscheine zu 1 und 10 Reichsmark 1945 von Ohrdruf in Thüringen, wie überhaupt eine Anzahl von 1945er Notgeld, die bis heute nicht belegt sind. Von den Scheinen, die im Restaurant, in der Bar und im Salon des Gebäudes des Alliierten Kontrollrats in Berlin Verwendung fanden, sind nur die britischen und sowjetischen Cents- und Mark-Werte bekannt. Nach wie vor sind Belege der Amerikaner und Franzosen noch nicht aufgetaucht; diese hat es jedoch mit großer Sicherheit auch gegeben. Die Aufdrucke „ACA“ stehen für „Allied Control Authority“ auf den britischen und „СКВ“ für „Союзй Контрольной Власти“ auf den sowjetischen Ausgaben. Auch von den Heftumschlägen, in denen die Einzelscheine eingeheftet waren, sind nur die britischen mit Aufdruck „British Element“ und die sowjetischen mit „Russian Element“ nachgewiesen. Die Scheine und Hefte kommen mit 3-, 4- oder 5-stellig paginierten Kontrollnummern vor. Abb. 13: 20 Cents = 2 Reichsmark, o. D., 90 × 60 mm, Vs., Abbildung des früheren Kammergerichts und in Berlin-Schöneberg. Angeblich hat es in Deutschland Probedrucke unter Aufsicht aller vier Siegermächte zu einer neuen Währung 1948 gegeben. Der Druck sei jedoch nicht fortgesetzt worden. Am 10. April 1948 wurde das Projekt einer gesamtdeutschen Währung gestoppt; leider wissen wir keine Einzelheiten, wie weit der Druck neuer Banknoten gediehen war. Keinesfalls sind die Entwürfe des Grafikers Alfred Goldammer damit in Zusammenhang zu bringen; diese entstanden erst nach Einführung der Deutschen Mark.[2] Auf dem Umschlag mit dem von Goldammer entworfenen 5-DM-Schein findet sich die Anmerkung „705149“ und scheint eine plausible Datierung auf das Jahr 1949 zu sein. Der australische Journalist W. G. Burchett berichtete in seinem 1950 erschienenen Buch[3] über den Abbruch des gemeinsamen Geldscheindrucks: „... Mitte März [1948] hatten die Vertreter der vier Mächte sich jedoch soweit geeinigt, daß man bereits die Anzahl der zu druckenden Menge ... festlegte. Man beschloß, die Noten unter der Kontrolle der vier Mächte in der Reichsdruckerei zu drucken. ... Man hatte sich über die Entwürfe geeinigt – mit Rücksicht auf General Koenig sollten die Noten Deutsche Mark und nicht Reichsmark heißen. Druckstöcke wurden vorbereitet, und der Druck begann. … schließlich wurden die Arbeiten in der Reichsdruckerei eingestellt.“ Und: seit über 75 Jahren herrschen Unklarheiten über die Gründe des Drucks und der Verwendung der 100-Miliärmark-Scheine 1944, sowjetische Variante mit lateinischen Kleinbuchstaben vor der 8-stelligen Kontrollnummer. Mit einem Fragezeichen ist auch die Erwähnung von Fotokopien (Reichsbanknoten mit rückseitiger Abstempelung einer Stadtverwaltung und zusätzlicher Unterschrift) zu versehen, wie 1945 in einer Schweizer Zeitschrift mitgeteilt wurde.[3] Michael H. Schöne Anmerkungen und Quellen: [1] Ausgabe 9, Dezember 2000/Januar 2001, S. 20–24, Regenstauf [2] Jens Dobokay „Unbekannter Entwurfssatz einer Noten-Serie der Bank Deutscher Länder entdeckt!“ geldscheine-online.de 29. Juli 2020 und „Leserpost: Anmerkungen zu Entwürfen der Bank Deutscher Länder“, geldscheine-online.de 21./22. September 2021 [3] Wilfred G. Burchett „Der kalte Krieg in Deutschland“, Berlin 1950 [4] Albert Pick/Carl Siemsen „Das Notgeld des II. Weltkrieges“, München 1979 https://generalgouvernement.pl https://pl.wikipedia.org https://wcn.pl

  • G+D Green Longlife erhält den IACA-Award für das beste Banknoten-Feature

    München/Fort Worth, Texas, 17. Mai 2024 – Mit dem langlebigen Banknotenpapier Green LongLife setzt Giesecke+Devrient (G+D) neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit im Bargeldkreislauf. Die IACA (International Association of Currency Affairs) hat das innovative Substrat jetzt mit dem renommierten IACA-Award in der Kategorie „Best New Banknote Feature“ ausgezeichnet. Das nachhaltige Banknotensubstrat Green LongLife von G+D hat den IACA Award als „Best New Banknote Feature“ erhalten. (Quelle G+D). Die IACA ist einer der größten Verbände innerhalb der Bargeldindustrie und verleiht bereits seit 2007 die Excellence in Currency Awards. Damit honoriert sie besondere Leistungen bei der Herstellung, Abwicklung und Verteilung von Banknoten sowie Münzen. Bei der diesjährigen Preisverleihung auf der Banknote Conference im US-amerikanischen Fort Worth am 15. Mai hat die Jury das nachhaltige Banknotensubstrat Green LongLife von G+D als das beste neue Banknoten-Feature ausgezeichnet. Darüber hinaus war G+D in zwei weiteren Kategorien unter den Finalisten. Der G+D Banknote Fibre Extractor hat es in die Endrunde der Kategorie „Best New Cash Cycle Innovation“ geschafft und die mit G+D-Sicherheitstechnologie ausgestattete kasachische 10.000-Tenge-Note war als „Best Commemorative Banknote“ nominiert. Das langlebige Banknotensubstrat GreenLongLife basiert auf nachhaltigen, nachwachsenden Rohstoffen wie zertifizierter Bio-Baumwolle oder Zuckerrohr, das als Basis für einen Bestandteil der schmutzabweisenden Beschichtung dient. Der biobasierte Kohlenstoffgehalt der Note liegt bei über 85 %. Für die Sicherheitsfäden und -folien kommt zu 70 Prozent recyceltes Polyester zum Einsatz. Auf diese Weise reduziert Louisenthal, Tochterunternehmen der G+D-Gruppe, nicht nur den Anteil an Kunststoff und mineralölbasierten Farben in der Banknote, gleichzeitig sinkt auch der CO2-Ausstoß und die Lebensdauer verdoppelt sich im Vergleich zu einer Standardnote. Der integrierte Sicherheitsstreifen der Green-LongLife-Musternote hat bereits im vergangenen Jahr den „Excellence in Holography“-Award erhalten. G+D beweist damit eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit und Sicherheit perfekt miteinander vereint werden können. So gibt es auch auf Seiten des Fälschungsschutzes keine Kompromisse, alle Sicherheitsmerkmale der Stufen L1 bis L3 sind kompatibel und können in der Green-LongLife-Note integriert werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die große Designfreiheit bei der Individualisierung. „Die Technologie und das nachhaltige Substrat der Green-LongLife-Banknote ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, umweltschonende Prozesse und langlebige Produkte voranzutreiben“, sagt Clemens Berger, Vorsitzender der Geschäftsführer der Papierfabrik Louisenthal. „Umso mehr bekräftig uns die Auszeichnung der IACA in unserem Handeln und zeigt, dass wir mit unseren innovativen Ansätzen die Bedürfnisse des Marktes und die Anforderungen an Nachhaltigkeit vereinen können.“ Pressemitteilung G+D Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms and Currency Technology. G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3 Milliarden Euro. G+D ist mit 123 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 40 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com.

  • Neuentdeckte Lohnschecks aus Niederbreisig am Rhein

    Es gibt immer wieder Neuentdeckungen an Notgeld, die einen selbst überraschen. Ich suchte eigentlich etwas anderes aber bei meiner Suche und Recherche wurde ich auf Lohnschecks aus Niederbreisig aufmerksam. Diese Lohnschecks sind in keinem der bekannten Kataloge ediert. Die Lohnschecks sind datiert in Niederbreisig, den 30.10.1923 und auf zwei unterschiedliche Gemeindekassen ausgestellt: Gemeindekasse Niederbreisig Gemeindekasse Brohl in Niederbreisig Was hat es damit auf sich? Die ehemaligen Ortsgemeinden Niederbreisig und Brohl gehörten zum Amt Niederbreisig. Jede Gemeinde hatte einen Gemeindevorsteher (Ortsbürgermeister). Diese sind auf den jeweiligen Scheinen namentlich als Unterzeichner genannt. Für Niederbreisig (Ernst) Schwickerath und für Brohl (Christian Alexander) Nonn. Beide Gemeinden verfügten über keine eigene Verwaltung und anfallende Geldgeschäfte erfolgten über die Amtskasse des Amtes Niederbreisig. Für das Amt Niederbreisig ist rechts auf den Scheinen der stellvertretende Bürgermeister und Verwaltungsleiter Dinget genannt. Es konnten folgende Ausgaben festgestellt werden: Gemeindekasse Niederbreisig 10 Milliarden Mark, Serie A ohne Überstempelung – kein Exemplar 1 Billion Mark, Überstempelung auf 10 Milliarden Mark – 1 Exemplar (KN 493) Gemeindekasse Brohl in Niederbreisig 2 Milliarden Mark, Serie E – 3 Exemplare (KN 90, 198, 683) 10 Milliarden Mark, Serie A ohne Überstempelung – kein Exemplar 1 Billion Mark, Überstempelung auf 10 Milliarden Mark – 1 Exemplar (KN 2267) Alle Kontrollnummern (5,0 mm) sind gestempelt. Die Serienbuchstaben A und E lassen vermuten, dass es wohl noch weitere Wertstufen gab. Daher kann eigentlich mit dem Bekanntwerden weiterer Lohnschecks gerechnet werden. Alle Lohnschecks sind mit einem grünen Stempel „Steuer- u. Gemeindekasse / Niederbreisig“ versehen. Die mittels Stempelaufdruck auf 1 Billion Mark aufgewerteten Stücke verfügen über einen zweiten violetten Stempel „Bürgermeisterei Niederbreisig“ oder „Gemeinde Brohl“. Die Lohnschecks sind ohne Wasserzeichen und haben das einheitliche Format von ca. 155 mm x 105 mm. Gedruckt wurden sie von der Buchdruckerei Heinrich Simons in Sinzig. Zur Druckfirma konnten keine weiteren Informationen gewonnen werden. Zum Zeitpunkt der Ausgabe dieser Lohnschecks am 30. Oktober 1923, also fast am Ende der Hochinflation, waren die kleinen Milliarden-Scheine nur noch Wechselgeld und stellten keinen besonderen Wert mehr dar. Schon der Preis für ein Graubrot betrug bereits fast 10 Milliarden Mark. Das für beide Gemeinden jeweils ein eigenes Notgeld herausgegeben wurde, kann vielleicht nur so erklärt werden, dass der Verwaltungsleiter Dinget die entsprechenden Kassenbücher für beide Ortsgemeinden sauber getrennt haben wollte, um nachzuhalten, welche Geldmenge in den jeweiligen Ortsgemeinden herausgegeben wurde und (viel wichtiger) wie viel davon wieder eingelöst worden ist. Der Autor kann sich vorstellen, dass hier Notgeld in unterschiedlicher Gesamthöhe ausgegeben wurde z. B. für Brohl mehr als für Niederbreisig. Das kann mit der damaligen Bedarfsanmeldung an Geldern der Einwohner- und Arbeiteranzahl in Zusammenhang stehen. Beide Ortsgemeinden waren 1923 der preußischen Rheinprovinz (Rheinland) zugehörig. Heute ist Niederbreisig ein Ortsteil der Stadt Bad Breisig. Bad Breisig ist Verbandsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Im Jahr 1970 wurden im Zuge der kommunalen Gebietsreform in Rheinland-Pfalz die Gemeinden Brohl und Niederlützingen zusammengefasst und aus ihnen die neue Gemeinde Brohl-Lützing gebildet. Brohl-Lützing gehört der Verbandsgemeinde Bad Breisig an. Thomas van Eck

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Mai 2024, Teil 1

    Brunei, Burundi, Dominikanische Republik, Französische Überseegebiete, Hongkong (HSBC), Nigeria, Rumänien, Schottland, Schweiz, Sri Lanka, Ungarn, Westafrikanische Staaten (Benin, Senegal) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Brunei BNB B305c: wie BNB B305b (SCWPM 39), aber mit neuem Jahr auf der Rückseite unten rechts. Burundi 1000 Francs vom 18.10.2023 BNB B242b: wie BNB B242a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Ndayishimiye/Bigendako) und neuem Datum (18-10-2023). Dominikanische Republik 100 Pesos Dominicanos von 2023 BNB B728e: wie BNB B728d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Französische Überseegebiete 5000 Francs CFP, neue Auflage BNB 107b: wie BNB B107a (SCWPM 7), aber mit neuen Unterschriften (Poussin-Delmas/Villeroy de Galhau/Foucault). Hongkong (HSBC) 20 Dollars vom 01.01.2023 BNB B696c: wie BNB B696b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Liao/Rosha) und neuem Datum (1 JANUARY 2023). Nigeria 200 Naira von 2024 BNB B244e: wie BNB B244d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Solaja) und neuem Jahr. 500 Naira, neue Auflage BNB B245e: wie BNB B245d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Solaja). Rumänien 10 Lei von 2024 BNB B288d: wie BNB B288c (SCWPM 119), aber mit neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Schottland (Bank of Scotland) 20 Pounds vom 16.08.2021 BNB B237b: wie BNB B237a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Nunn/Budenberg) und neuem Datum (16th August 2021). Schweiz 50 Franken von 2020 BNB B357b: wie BNB B357a (SCWPM 77), aber mit neuen Unterschriften (Janom, Steiner/Jordan) und neuem Jahr (20)20 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). 100 Franken von 2020 BNB B358c: wie BNB B358b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Steiner/Zurbrügg) und neuem Jahr (20)20 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Sri Lanka 5000 Rupees vom 04.07.2022 BNB B128i: wie BNB B128h (SCWPM 128), aber mit neuen Unterschriften (Wickremesinghe/Weerasinghe) und neum Datum (2022-07-04). Ungarn 20.000 Forint von 2024 BNB B592h: wie BNB B592g (SCWPM 207), aber mit neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Benin) 10.000 Francs CFA von 2023 BNB B124Bw: wie B124Bv (SCWPM 218B), aber mit neuen Unterschriften (Yaya/Brou) und neuem Jahr (20)23 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. Westafrikanische Staaten (Senegal) 1000 Francs CFA von 2024 BNB B121Kx: wie B121Kw (SCWPM 715K), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Ausgabejahr an). Buchstabe K = Senegal. Donald Ludwig (polymernotes.org) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book und Stane Straus, polymernotes.org)

  • Aus privaten Sammlungen: 10 Marek der Polnischen Landesdarlehenskasse von 1916

    Nach der russischen Generalmobilmachung vom 30. Juli 1914 und der daraufhin erfolgten Mobilmachung und Kriegserklärung Deutschlands überschritten am Abend des 1. August 1914 Truppen des mit Frankreich verbündeten Russlands die Grenzen des Deutschen Reichs nach Ostpreußen und gaben damit den „Startschuss“ für den Ersten Weltkrieg. Nachdem die russischen Armeen aus Ostpreußen zurückgedrängt waren, wurde der pol­nische Teil Russlands (Kongress- oder auch Russisch-Polen) vollständig von deutschen und österreichischen Truppen besetzt. Der nördliche Teil davon stand als „Generalgouver­nement Warschau“ bis 1918 unter ziviler deutscher, der südliche Teil unter österreichischer Verwaltung. Nach der von Deutschland betriebenen Unabhängigkeit der polnischen Gebiete von Russland und der Proklamation des Königreichs Polen vom 5. November 1916 wurde mit Gesetz vom 13. Dezember 1916 in Warschau die Polnische Landesdarlehenskasse gegründet, der die Versorgung des Landes mit Zahlungsmitteln oblag. Die bisherige russische Rubel-Währung wurde am 26. April 1917 auf polnische Marka umgestellt, die der deutschen Mark gleich­gestellt war. Das Deutsche Reich haftete sogar für die Einlösung der Gutscheine für das Generalgouvernement in Mark zum Nominalwert. Die Ausgabe erfolgte gemeinsam durch den Vorstand (Zarzad) des Generalgouvernements und die Darlehenskasse. Die 1919 entstandene Republik Polen behielt die Darlehenskassenscheine noch bis zum 30. November 1923 im Umlauf. Am 20. Januar 1924 wurde dann die inflationäre polnische Mark- Währung durch den Złoty abgelöst. Objekttyp: Darlehnskassenschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original (Abbildungsvorlage für Katalog) Land/Region/Ort: Königreich Polen, Generalgouvernement Warschau, Warschau Emittent: Polnische Landesdarlehenskasse (Polska Krajowa Kasa Pozyczkowa) Nominal: 10 Marek Datierung: 9. Dezember 1916 Vorderseite: bekrönter polnischer Adler in einem Medaillon Rückseite: zwei Frauenköpfe in Medaillons und Ornamente Unterschriften: von Kies, Ueberschaer, v. Conrad Material: Papier mit Wasserzeichen Kreuz-Ringel-Muster Druck: Reichsdruckerei, Berlin Format: 140 mm x 90 mm Nummerierung: A•8906292 Gültigkeit: September 1917 bis 30. November 1923 Zitate: EWK-29 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra 453 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) SCWPM 12 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues: Poland) 13 (Miłczak: Banknoty Polskie i Wzory, Tom I) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Verlags-Shop

  • Argentinien gibt eine neue 10.000-Pesos-Banknote heraus

    Am 7. Mai 2024 führte die Banco Central de la República Argentina eine neue 10.000-Pesos-Banknote ein, die das gleiche Design verwendet, das ursprünglich zwei Jahre zuvor als eine 500-Pesos-Banknote vorgestellt aber nie ausgegeben wurde. Eine neue 20.000-Pesos-Note mit dem Bildnis von Juan Bautista Alberdi wird voraussichtlich im vierten Quartal 2024 eingeführt. Auf der Vorderseite der neuen Banknote sind María Remedios del Valle und Manuel Belgrano abgebildet. María Remedios del Valle (ca. 1768-1847), auch bekannt als "Madre de la Patria" (Mutter des Vaterlandes), war eine afro-argentinische Soldatin, die am argentinischen Unabhängigkeitskrieg teilnahm. Bis zur Wende zum 21. Jahrhundert, als argentinische Historiker begannen, die Beiträge schwarzer Argentinier einzubeziehen, war sie weitgehend in Vergessenheit geraten, doch heute wird ihr Beitrag zur Unabhängigkeit des Landes allgemein anerkannt. Das argentinische Parlament erklärte 2013 den 8. November zum Nationalen Tag der Afro-Argentinier und der afrikanischen Kultur. María Remedios del Valle (ca. 1768-1847), "Mutter des Vaterlandes". Manuel José Joaquín del Corazón de Jesús Belgrano y González (1770-1820), meist Manuel Belgrano genannt, war ein argentinischer Staatsbeamter, Wirtschaftswissenschaftler, Rechtsanwalt, Politiker, Journalist und Militärführer. Er nahm an den argentinischen Unabhängigkeitskriegen teil und entwarf die spätere Nationalfahne Argentiniens. Die Argentinier betrachten ihn als einen der wichtigsten Gründerväter des Landes. Manuel Belgrano, einer der wichtigsten Gründerväter Argentiniens. Auf der Rückseite der Banknote sind Soldaten zu Pferd abgebildet, die der argentinischen Flagge die Treue schwören (27.02.1812). Auf der Vorderseite ist rechts oben ein OVI-Sicherheitsmerkmal mit Sonnenschliff zu sehen und ein gefensterter Sicherheitsfaden ist auch eingearbeitet. Das Wasserzeichen zeigt María Remedios del Valle, Manuel Belgrano und die Elektrotypen "MV" und "MB". Die Papierbanknote wurde von der China Banknote Printing and Minting Corporation gedruckt und misst 155 x 65 mm. Im folgenden Video wird die neue Banknote vorgestellt: Donald Ludwig

  • Lexikon: Katalog

    Ein Katalog ist eine listenmäßig und in Buchform zusammengefasste, systematische Übersicht über ein Sammelgebiet oder ein Teilgebiet davon, möglichst mit Bewertungen. Ein guter Katalog sollte übersichtlich gegliedert sein und mit Hilfe von guten Abbildungen das schnelle Auffinden und Erkennen eines bestimmten Sammlungsstückes im Katalog ermöglichen. Zwei Seiten aus dem Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871 zum Papiergeld von Baden. Von Spezialkatalogen erwartet man außerdem die Erfassung von Details über die einzelnen Sammlungsstücke und zu Varianten. Beim Papiergeld gehören dazu: Unterschriften, Serienbuchstaben und die Ausführung der Kontrollnummern sowie Varianten zu Daten, Farben, Papier und Wasserzeichen und die Angabe von Katalogwerten in mehreren Erhaltungsgraden. Standardkataloge sind Zitierwerke, die für Sammler und den Handel gleichermaßen bedeutend sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Shop

  • Weitere, nicht ausgegebene mauretanische Banknoten gemeldet!

    Die mauretanische Zentralbank stellt Sammlern weiterhin einige ihrer demonetisierten Banknoten zur Verfügung, von denen einige im Umlauf waren und andere nie in Umlauf gebracht wurden. Nicht ausgegebene 1000-Ouguiya-Banknoten aus den Jahren 1981 und 1989 wurden zu Beginn dieses Jahres für Sammler verfügbar, wie HIER im Blog berichtet. Demonetisierte Polymer- und Hybrid-Banknoten, die in Umlauf gebracht worden waren, sind in den letzten Monaten ebenfalls in großer Zahl für Sammler bereitgestellt geworden. Und nun sind die folgenden nicht ausgegebenen Banknoten aus den 1970er Jahren für Sammler verfügbar geworden: 100 Ouguiya vom 28.11.1975, Präfix A30 200 Ouguiya vom 29.06.1977, Präfix A30 1000 Ouguiya vom 29.06.1977, Präfix A30 Diese drei Banknoten sind seit Jahren im Specimen-Format (Musterscheine) bekannt, die im SCWPM als Pick 3A, 3B und 3C katalogisiert sind. Die Musterscheine sind bis heute noch selten. Sammler haben in den vergangenen Jahren Tausende von Dollars für die drei Specimen-Scheine bezahlt. Jetzt wurden alle drei Banknoten von der Bank als Umlaufnoten abgegeben, und der Satz kann nun für 80-100 US-Dollars erworben werden. Die drei Scheine wurden alle von De La Rue gedruckt, und ihr schönes, detailliertes Design ist typisch für afrikanische Banknoten aus den 1970er Jahren. Die 100-Ouguiya-Banknote ist mit dem Datum "28-11-1975" versehen und zeigt auf der Vorderseite einen Mann mit Haouli (mauretanischem Turban) und zwei Frauen an einem Teeservice. Auf der Rückseite sind Fischer und Fischerboote abgebildet. Die 200-Ouguiya-Banknote ist mit dem Datum "1977-6-29" versehen und zeigt einen bärtigen Mann ohne Kopfbedeckung, mehrere Einheimische und ein Kamel. Auf der Rückseite sind ein Mann, ein Kamel, zwei Antilopen und fliegende Vögel abgebildet. Die 1000-Ouguiya-Banknote ist mit dem Datum "1977-6-29“ versehen und zeigt eine Frau mit Kopfbedeckung, einen Brunnen mit Menschen und Tieren, Palmen, einen Mann mit einem Maultier und eine Ölbohrinsel. Die Rückseite zeigt Ausgrabungsgeräte von einer Mine. Alle drei Banknoten enthalten auf der Vorderseite ein UV-Sicherheitsmerkmal. Auf der Rückseite der Banknoten ist keine UV-Lumineszenz vorhanden: Das Wasserzeichen auf allen drei Banknoten ist das desselben bärtigen Mannes, der auch auf der nicht ausgegebenen 1000-Ouguiya-Banknote vom 28.11.1981 zu sehen war: Für diese Banknoten wurden auch Ersatzscheine gefunden. Das Ersatzpräfix lautet Y30: Es ist leider nicht bekannt, warum diese Banknoten nie in Umlauf gebracht wurden. Donald Ludwig Abbildungen: Stane Straus (polymernotes.org)

  • Leserpost: 100.000-Dollars-Schein von 1934

    Guten Tag, ich wollte mehr Informationen zu den 100.000-Dollars-Scheinen und ob die aus dem Jahr 1934 einen Wert haben? Gerne schicke ich Ihnen par Fotos im Anhang. Vali, Schweiz Antwort der Redaktion Vielen Dank für die Abbildungen. Natürlich haben auch historische Geldscheine einen Wert, und zwar einen Sammlerwert, wenn sie denn echt sind. Der Wert richtet sich nach Ausgabe, Ausführung, Erhaltung und Seltenheit. Hinzu kommt, dass man nicht wenige alte Banknoten auch heute noch einlösen kann, wie zum Beispiel Dollar-Noten der USA oder auch DM-Banknoten der Deutschen Bundesbank. Das „Zertifikat“ der Firma Swissben, die mir nicht bekannt ist, sagt nichts Konkretes aus. Weder wird bestimmt, um was für einen Geldschein es sich handelt (hierzu gehört zumindest auch ein Katalogzitat), noch wird unmissverständlich etwas zur Echtheit oder Erhaltung gesagt. Die Abbildungen sind leider sehr schlecht, aber ich habe aufgrund der UV-Aktivität sofort ausgeschlossen, dass es sich um eine authentische Banknote aus dieser Zeit handeln kann. Betrachtet man den Schein nun etwas genauer, dann fällt neben den UV-Merkmalen auch auf, dass der Typ der Kontrollnummer von Original-Dollar-Noten abweicht. Der 100.000-Dollars-Schein von 1934 wurde nie ausgegeben, er diente lediglich zur Verrechnung innerhalb des Federal Reserve Systems in den USA. In privater Hand kann sich deshalb kein einziger dieser Scheine befinden, weil die Zentralbank die vollständige Kontrolle über alle existierenden Scheine hat. Nicht einmal im Standard Catalog of World Paper Money konnte ein Exemplar abgebildet werden. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass es viele moderne Nachahmungen gibt, die zum Teil mit viel Aufwand hergestellt wurden. Man könnte den Schein natürlich von einem professionellen Grading-Service zertifizieren lassen. Hierfür fallen jedoch hohe Kosten an, weil sich diese auch nach einem möglichen Marktwert des Scheins richten, der in diesem Fall sicher mehrfach höher läge als der Nennwert. Diese Kosten wären auch dann zu bezahlen, wenn eindeutig festgestellt wird, dass der Schein falsch ist, wovon man in Anbetracht der Fakten auf jeden Fall ausgehen muss. Hans-Ludwig Grabowski

  • Vohwinkel 1923: "Goethe-Notgeld"

    In der Inflationszeit der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ließ die Stadt Vohwinkel* eigene Notgeld-Scheine in Mark-Wärung drucken. Insbesondere bei den größeren Nennbeträgen zeigten die damaligen Stadtväter schwarzen Humor. Überregional bekannt wurden die Vohwinkler Goethe-Notgeldscheine. Sie verweisen auf eine generelle Eigenschaft des deutschen Notgelds der frühen 1920er-Jahre. Es war nicht nur als Zahlungsmittel und Sammelobjekt von Bedeutung, sondern auch und nicht zuletzt als Massenmedium des zeitkritischen Kommentars. Die bunten, grafisch oft aufwändig gestalteten Motive erinnerten mit ihren schönen Landschaften, den Baudenkmälern, den historischen Ereignissen und den bedeutenden Größen der Vergangenheit an bessere Zeiten, die sich kontrastreich von den wenig erbaulichen Umständen der Jahre zwischen 1918 und 1923 abhoben. Kamen dann noch – wie im Fall des Goethe-Notgelds – gezielt ausgewählte und gut platzierte Zitate aus Klassikern der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte hinzu, war das zeitkritisch-satirische Gesamtpaket komplett. Neben dem 5-Billionen-Schein gab Vohwinkel zwischen September und November 1923 Inflationsnotgeldscheine heraus, die sich trotz unterschiedlicher Nennwerte, Bildmotive und Texte in wichtigen Strukturelementen ähnelten. Alle verwendeten Zitate aus Goethes Werken - einmal aus den „Xenien“, sonst aus „Faust I“ oder „Faust II“ - in Verbindung mit einprägsamen Illustrationen, um satirische Zeitkritik zu üben. Vohwinkel, Notgeld 50 Millionen Mark vom 20. September 1923 So trat auf dem auf deb 20. September 1923 datierten Schein zu 50 Millionen Mark eine Hexe aus „Faust I“ auf und zitiert das mit Zahlen spielende "Hexen-Einmaleins. Stadt Vohwinkel, Notgeldschein über 50 Millionen Mark, ausgegeben in Vohwinkel am 20. September 1923, Vorderseite sowie Rückseite mit dem Hexen-Einmaleins. Vohwinkel, Notgeld 50 Milliarden Mark vom 30. Oktober 1923 Auf dem Ende Oktober 1923 ausgegebenen Schein im Nennwert von 50 Milliarden Mark war hingegen die Figur des Schatzmeisters abgebildet, der im ersten Akt von „Faust II“ auftritt. Seine Klage über die verlorenen Rechte, die Parteien, auf die kein Verlass ist, und die Unmöglichkeit an Gold oder Geld zu gelangen, waren für die Zeitgenossen unschwer als Anspielungen auf die Zustände im Deutschland der frühen 1920er-Jahre zu verstehen. Der Notgeldschein zeigt den folgenden Text aus Goethes Faust II. Teil, „Der Schatzmeister des Reiches spricht:“ Wir haben soviel Rechte hingegeben, dass uns auf nichts ein Recht mehr übrig bleibt. Auch auf Parteien, wie sie heißen, ist heut zu Tage kein Verlass. Wer jetzt will seinem Nachbarn helfen? Ein jeder hat für sich zu tun. Die Goldespforten sind verrammelt; ein jeder kratzt und scharrt und sammelt, und unsere Kassen bleiben leer. Stadt Vohwinkel, Notgeldschein über 50 Milliarden Mark vom 30. Oktober 1923, Vorder- und Rückseite mit dem Schatzmeister des Reiches. Die Umrandung auf der Rückseite des Scheins zeigt die Preise am 30. Oktober 1923 in Mark: ein Liter Wasser 2,2 Millionen, ein Pfund Salz 800 Millionen, ein Ei 2 Milliarden, ein Liter Milch 4 Milliarden, ein Pfund Kartoffeln 850 Millionen, ein Hering 900 Millionen, ein Pfund Brot 4 Milliarden, ein Pfund Schweineschmalz 15 Milliarden, ein Paar Schuhsohlen 35 Milliarden und ein Sarg 450 Milliarden. Vohwinkel, Notgeld 5 Billionen Mark vom 20. September 1923 Die 5-Billionen-Scheine aus Vohwinkel fallen durch ihre ungewöhnliche Gestaltung auf. Zu sehen ist eine Karte der USA zusammen mit Abbildungen von Dollar-Goldmünzen und einem Zitat aus Goethes „Xenien“. Die Kombination dieser drei Elemente ergibt einen satirischen Kommentar zum Zustand der deutschen Währung auf dem Höhepunkt der Inflation. Goethes Ausspruch, „Amerika, du hast es besser“, wird hier auf den wertstabilen und goldgedeckten US-Dollar bezogen, während die umlaufend auf dem Rand des Geldscheins abgedruckten Mark-Preise für Alltagsgüter vom deutschen Währungschaos im Jahre 1923 künden. So kostete auf dem Höhepunkt der Inflation am 30. November 1923: ein Liter Wasser: 250 Millionen Mark (Preis Juli 1914: 2 Pfennige), ein Pfund Salz: 100 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 10 Pfennige), ein Pfund Zucker sogar 650 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 22 Pfennige), ein Liter Milch: 560 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 20 Pfennige), ein Pfund Kartoffeln: 85 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 3 Pfennige), ein einziger Hering 130 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 10 Pfennige), ein Pfund Brot 400 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 15 Pfennige), ein Pfund Schweineschmalz: 2,6 Billionen Mark (Preis Juli 1914: 60 Pfennige), ein Ei: 700 Milliarden Mark (Preis Juli 1914: 8 Pfennige), ein Herrenanzug: 200 Billionen Mark (Preis Juli 1914: 75 Mark), ein Paar Schuhsohlen: 10 Billionen Mark (Preis Juli 1914: 3,50 Mark) und ein Sarg: 90 Billionen Mark (Preis Juli 1914: 80 Mark). Stadt Vohwinkel, Notgeldschein über 5 Billionen Mark vom 30. November 1923, Vorder- und Rückseite. Der Vergleich mit den ebenfalls abgedruckten Preisen aus dem Jahr 1914 kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs vermittelt dabei einen Eindruck vom Ausmaß des Geldwertverfalls. Die Inflation hatte aber nicht nur die Preise für Güter des alltäglichen Bedarfs in schier aberwitzige Höhen getrieben, sondern darüber hinaus auch Sparguthaben entwertet. Dies hatte – neben den inneren Wirren der frühen 1920er-Jahre – wesentlich dazu beigetragen, das Vertrauen weiter Kreise der Bevölkerung in die junge deutsche Demokratie der "Weimarer Republik" zu erschüttern. Hans-Georg Glasemann Anmerkungen Dank an Norbert Sdunzik und Das Historische Vohwinkel (7/2023) * Der Stadtbezirk Vohwinkel ist heute nach Elberfeld und Barmen der drittgrößte Stadtteil Wuppertals in Nordrhein-Westfalen und war bis 1929 eine selbständige Stadt.

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