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- Aktuelle Ausstellung der G+D Stiftung: "Die Welt der Musik auf Banknoten – ein visuelles Konzert"
Zum Start ins neue Jahr möchten wir auf unsere aktuelle Banknoten-Ausstellung „Die Welt der Musik auf Banknoten – ein visuelles Konzert“ aufmerksam machen. Die Ausstellung wird in Kooperation mit Werken des Frankfurter Künstlers Pete Jones gezeigt. Ziel ist es, die Ausstellung und damit auch die Geldscheinsammlung der G+D Stiftung einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Nachdem die G+D Stiftung 2025 bereits an der Langen Nacht der Museen in München und Regensburg teilgenommen hat, wird sie im neuen Jahr erstmals auch auf der World Money Fair in Berlin dabei sein und die Ausstellung dort zeigen. Danach zieht die Ausstellung ab dem 12. Februar 2026 weiter ins Museum für Druckkunst in Leipzig. Links zu den Ausstellungen der Geldscheinsammlung der G+D Stiftung: Neue Ausstellung „Die Welt der Musik auf Banknoten – ein visuelles Konzert · G+D Stiftung Die Schönheit des Unsichtbaren · G+D Stiftung Pete Jones | Fotografie | Frankfurt a.M. - Die Sammlung Jones Giesecke+Devrient Stiftung Prinzregentenstraße 161, 81677 München www.geldscheinsammlung.de
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Januar 2026, Teil 1
Dänemark, Europäische Union, Kuba, Mexiko, Mongolei, Neuseeland, Nigeria, Oman, Philippinen, Seychellen, Tadschikistan BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Dänemark 500 Kroner von 2022 BNB B943b: wie BNB B943a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Europäische Union 10 Euro, neue Auflage BNB B109v4: wie BNB B109v3 (SCWPM 21), aber mit neuer Unterschrift (Christine Lagarde). Präfix V (Fábrica Nacional de Moneda y Timbre, Spanien). Kuba 200 Pesos, neue Auflage BNB B916i: wie BNB B916h (SCWPM 130), aber mit neuem gefenstertem Sicherheitsfaden mit entmetalisiertem BCC, neuer Druckerei (Gosnak) und Serif-Schriftart für die Kontrollnummern. Mexiko 500 Pesos vom 12.03.2025 BNB B726c: wie BNB B726b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (12 MAR. 2025). Mongolei 500 Tugrik von 2025 BNB B443b: wie BNB B443a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Lkhagvasuren) und neuem Jahr. 1000 Tugrik von 2025 BNB B444b: wie BNB B444a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Lkhagvasuren) und neuem Jahr. Neuseeland 5 Dollars von 2018 BNB B137b: wie BNB B137a (SCWPM 191), aber mit neuer Unterschrift (Orr) und neuem Jahr (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Nigeria 100 Naira von 2024 BNB B238ez: wie BNB B238d (SCWPM 41), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Solaja) und neuem Jahr. Oman 100 Baisa, neue Auflage BNB B238b: wie BNB B238a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Unterschrifts-Titel („Vorsitzender des Verwaltungsrats“ wurde in Arabisch zu „Vorsitzender des Vorstands“ geändert). Philippinen 1000 Piso von 2025 BNB B1103.5b: wie BNB B1103.5a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Seychellen 500 Rupees, neue Auflage BNB B423a: wie B422 (SCWPM 51), aber mit holografischem Folienstreifen mit einer in den Wellen schwimmenden Meeresschildkröte statt Optiks™-Sicherheitsfaden. Tadschikistan 50 Somoni von 2025 BNB B219d: wie BNB B219c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Rahmon/Tolibzoda) und neuem Jahr. Donald Ludwig ( polymernotes.com ) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book und Stane Straus, polymernotes.com )
- Anmerkung zum "Schweine-Tausender"
Anmerkungen zum Beitrag Das Mysterium des „Schweine-Tausenders“ von Dr. Sven Gerhard hier im Blog und in der Zeitschrift "Münzen & Sammeln", Ausgabe 1/2026. Sehr geehrte Damen und Herren, die 1000-Markscheine der DDR gelangten schon lange vor 1995 in den Handel und damit in Sammlerhände. Die Staatsbank der damaligen Sowjetunion (Bank for foreign trade of the USSR) hat ganz offiziell komplette Serien der 1948er Ausgabe von 0,50 DM bis zu 1000 DM in kassenfrischem Zustand verkauft. Mein Vater Lothar Schoenawa hatte solche Sätze in der Zeit von 1978 bis ca. 1985 zum Preis von D-Mark(West) 210,00 am Verkaufslager. Ich erinnere mich, dass wir diese mehrfach am Lager hatten. Leider kann ich in meinen Unterlagen keine Preisliste mehr finden, in dem die UdSSR-Bank die Scheine angeboten hat. Ich habe aber im Jahre 1985 dort anfragt, ob man noch solche Sätze bestellen kann, worauf ich eine Preisliste mit dem handschriftlichen Zusatz bekam, dass die Banknoten nicht mehr vorrätig waren; womit bewiesen ist, dass sie ursprünglich dort verfügbar waren. Ich kann auch leider nicht mehr feststellen, ob es sich um Noten mit einem oder zwei Serienbuchstaben, oder Noten mit 6- oder 7-stelliger Kennziffer gehandelt hat. Ich hoffe, ich konnte etwas hierzu beitragen. Mit freundlichen Grüßen H. Schoenawa Antwort des Autors Lieber Herr Schoenawa, vielen Dank für Ihre E-Mail, die mir Herr Grabowski vom Battenberg Bayerland Verlag weitergeleitet hat. Wie ich schon in meinem Beitrag schrieb: Der Schein war bereits vor der Auktion des Nachlasses der Staatsbank der DDR durch das Auktionshaus Busso Peus in Frankfurt am Main im Jahr 1995 am Sammlermarkt erhältlich. Ihre Ausführungen bestätigen das. Spannend ist, dass die Spur nach Moskau führt. Woher kamen die von der staatliche Außenhandelsbank der UdSSR (Vneshtorgbank) verkauften Scheine – waren es Restbestände der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD), die durch die Deutsche Notenbank nachweislich mit größeren Mengen der neuen ostdeutschen DM-Banknoten Ausgabe 1948 ausgerüstet wurde, darunter im Juli 1948 auch mit 2000 Scheinen zu 1.000 DM ? Es steht zu vermuten. Leider lässt es sich nicht nachvollziehen, da die Kontrollnummern der der SMAD übergebenen Bargeldbestände nicht überliefert sind. Die staatliche Außenhandelsbank verkaufte neben Sammlermünzen der UdSSR auch kassenfrische Banknoten der Rubelausgaben der UdSSR von 1947 (1957) gegen Devisen, auch an Privatsammler im westlichen Ausland. Ich selbst habe in Moskau 1988 ein solches Set erworben. Der Preis betrug nach meiner Erinnerung ca. 40 – 50 DM. Heute sind diese Scheine in kassenfrischer Erhaltung selten und gesucht. Nochmals vielen Dank für Ihren sehr interessanten Leserbrief und den Blick zurück auf den Münz- und Banknotenhandel der 1970/1980er Jahre in Westdeutschland. Beste Grüße, Dr. Sven Gerhard Anmerkung der Redaktion Übrigens: Meinen Tausender (siehe Abbildung) habe ich um 1985 beim Staatlichen Kunsthandel der DDR im Münzfachgeschäft Moneta in der Berliner Friedrichstraße gekauft. Der hat damals 400 oder 450 Mark der DDR gekostet. Hans-Ludwig Grabowski
- Ein spannender Archivfund erinnert an ein missglücktes Projekt
Ein Dokument aus den 1970er Jahren sorgte zum Beginn des Jahres 2026 für Aufmerksamkeit in Österreich. Im Archiv der Oesterreichischen Notenbank fand man eine Vorlagezeichnung für eine Banknote. Sie zeigt das Atomkraftwerk Zwentendorf und stammt von Rudolf Nitsch, dem Architekten des AKWs. Die Abbildung war als mögliches Rückseitenmotiv für die 1983 ausgegebene 1000-Schilling-Banknote mit dem Physiker, Wissenschaftstheoretiker und Philosophen Erwin Schrödinger gedacht. Da es im Museumsbestand der Oesterreichischen Nationalbank nur diese eine Vorzeichnung und keine weiteren Detailstudien im Banknotenformat gibt, dürfte die Idee mit dem AKW eher kurzlebiger Natur gewesen sein. Die österreichischen Tageszeitungen veröffentlichten auch nicht die Originalzeichnung, sondern eine Foto-Montage der geplanten 1000-Schilling- Banknote. Abb. 1: Foto-Montage des geplanten 1000 Schilling Scheins, bei dem auf der Rückseite das AKW Zwentendorf zu sehen sein sollte. Wie kam es zu dieser Vorlagenzeichnung? Für die neue Notenserie, die die Oesterreichische Notenbank in den 1980er Jahren emittieren wollte, wurde eine inhaltliche Verbindung der Rückseitendarstellung mit der abgebildeten Person auf der Vorderseite gewünscht. Der Schein zu 1000 Schilling sollte Erwin Rudolf Josef Alexander Schrödinger (* 12. August 1887 in Wien-Erdberg; † 4. Januar 1961 in Wien-Alsergrund) abbilden. Er gilt als einer der Begründer der Quantenmechanik. 1933 wurde er zusammen mit Paul Dirac für die Entdeckung neuer produktiver Formen der Atomtheorie mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Was lag da näher, als für die Rückseite eine Abbildung des bei Wien neu gebauten AKW Zwentendorf vorzusehen. Die Errichtung des Kernkraftwerkes wurde von der damaligen Bundesregierung Klaus am 11. November 1969 genehmigt und am 4. April 1972 wurde mit dem Bau begonnen. Man rechnete mit Baukosten von umgerechnet rund 600 Millionen Euro. Der Siedewasserreaktor von KWU Siemens sollte mit Urandioxid-Brennelementen, angereichert mit bis zu 4,02 Prozent Uran-235, betrieben werden. Mit dem bei der beim Kernzerfall erzeugten Wärme sollte die Turbine angetrieben werden. „Nach Verlassen der Turbine wäre Wasserdampf (rund 4000 Tonnen pro Stunde) durch Kühlwasser im Kondensator verflüssigt und wieder dem Kreislauf zugeführt worden. Der Dampf in einem solchen Reaktor ist 286 Grad heiß, der Druck sollte 70 bar betragen, um die Turbine anzutreiben.“ [1] Dabei wären brutto 730 Megawatt Strom erzeugt worden; ausreichend, um damals eine Million Haushalte zu versorgen. Der österreichische Energieplan sah 1976 noch den Bau von drei weiteren Kernkraftwerken vor. Der Betrieb des Kernkraftwerks war nicht unumstritten. Nach Fertigstellung des AKWs lehnten bei einer Volksabstimmung am 5. November 1978 mit 50,47 Prozent der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 64,1 Prozent die Inbetriebnahme ab, sodass das AKW nie ans Netz ging. 2005 wurde eine Öffnung in die doppelwandige Kondensationskammer des Kraftwerkes geschnitten, um Besuchern die Kammer zugänglich zu machen. Dies war der endgültige „Todesstoß des Kernkraftwerkes“, da damit eine Inbetriebnahme unmöglich wurde. An dem Durchbruch wäre beim Betrieb Strahlung ausgetreten, somit war an eine Zulassung nicht mehr zu denken. Heute besichtigen jährlich bis zu 16.000 Besucher die „Industrieruine“. Abb. 2.1: Oesterreichische Nationalbank, 3. Januar 1983, 1000 Schilling, Vorderseite. Abb. 2.2: Oesterreichische Nationalbank, 3. Januar 1983, 1000 Schilling, Rückseite. Eine Abbildung des AKWs auf der Banknotenrückseite war nach dem Ergebnis der Volksabstimmung auch hinfällig. Stattdessen zeigt die 1000-Schilling-Note mit dem Ausgabedatum vom 3. Januar 1983 das Hauptgebäude der Universität Wien an der Ringstraße. Von 1956 bis zu seinem Tod lehrte Schrödinger am Institut für Theoretische Physik der Universität. Der 152 x 76 mm große Schein wurde von Robert Kalina, von dem auch die Entwürfe der ersten Euronoten-Serie stammen, entworfen. Die Banknoten waren vom 14. November 1983 bis zum 20. April 1998 im Umlauf. [2] Uwe Bronnert Anmerkungen < https://www.zwentendorf.com/AKW-Zwentendorf/Zahlen,-Daten,-Fakten > (08.01.2026) Johann Kodnar und Norbert Künstner, Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, Eigenverlag Wien 2018, S. 274, Kat.-Nr. 255. Abbildungen FOTO: EVN, Quelle: < https://www.noen.at/tulln/entwurf-gefunden-das-akw-zwentendorf-als-motiv-fuer-einen-geldschein-504357330 > (10.01.2026) Quelle: < https://www.ma-shops.com/schmuckstube/item.php?id=29166 > (10.01.2026)
- Geldscheinporträts: Sigmund Freud – Erforschung des Unbewussten
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Geburtsname: Sigismund Schlomo Freud Zur Person: Psychologe, Arzt, Kulturtheoretiker Nationalität: Österreichisch Lebensdaten: 6. Mai 1856 – 23. September 1939 Geburtsort: Freiberg in Mähren, Kaisertum Österreich Sterbeort: London, Großbritannien Porträt von Sigmund Freud, 1926, von Ferdinand Schmutzer (1870–1928). Es, Ich, Über-Ich, Freud'sche Versprecher, Ödipus-Komplex – diese von Sigmund Freud geprägten Begriffe haben längst Eingang in unsere Alltagssprache gefunden. Auch aus Philosophie, Soziologie und Literatur sind die Gedanken des Wiener Arztes kaum noch wegzudenken. Am 6. Mai 1856 wurde Sigismund Schlomo Freud – mit 22 Jahren nannte er sich Sigmund – in Freiberg in Mähren (dem heutigen Příbor) als Sohn jüdischer Eltern geboren. Als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach Wien, wo Freud den Großteil seines Lebens verbrachte. Der begabte Schüler studierte ab 1873 Medizin an der Universität Wien, wobei er sich nicht auf die Ausbildung als Mediziner beschränkte. Er besuchte die Vorlesungen Franz Brentanos zu Logik und Erkenntnistheorie, betrieb einen eigenen Philosophiezirkel und arbeitete in Versuchslaboren. Durch seine häufigen Neigungswechsel und einen unersättlichen Bildungstrieb dauerte sein Studium länger als gewöhnlich. Nach dem Studium arbeitete Freud zunächst als Neurologe. Ein Stipendium führte ihn 1885 nach Paris zu Jean-Martin Charcot, einem der berühmtesten Neuropathologen seiner Zeit. Diese Begegnung sollte prägend werden: Charcot demonstrierte, wie psychische Symptome durch Hypnose beeinflusst werden konnten. Zurück in Wien eröffnete Freud seine eigene Praxis und heiratete Martha Bernays. Zusammen hatten sie sechs Kinder, darunter Anna Freud, die später selbst eine bedeutende Psychoanalytikerin werden sollte. Der Durchbruch kam durch die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Josef Breuer. Gemeinsam behandelten sie Patienten mit Hysterie und entdeckten, dass das Sprechen über verdrängte Erlebnisse heilsam wirken konnte. Breuer nannte dies die „Redekur“, Freud sprach von der „Methode der freien Assoziation“. Doch während Breuer vor den sexuellen Aspekten der Neurosen zurückschreckte, erkannte Freud die Sexualität als zentrale Triebkraft menschlichen Verhaltens. 1895 veröffentlichten beide gemeinsam die „Studien über Hysterie“ – das Gründungswerk der Psychoanalyse. Von männlicher Hysterie und kindlicher Sexualität wollte man im zeitgenössischen Wien nichts wissen. In der Wiener Ärzteschaft machte sich Empörung breit. Freud wurde bei Vorträgen ausgepfiffen und war wissenschaftlich weitgehend isoliert. Doch er verfolgte sein Projekt weiter. Mit seiner bahnbrechenden „Traumdeutung“ von 1900 legte er den Grundstein für ein völlig neues Verständnis des menschlichen Seelenlebens. Träume, so Freuds revolutionäre These, seien der „Königsweg zum Unbewussten“ – verschlüsselte Botschaften verdrängter Wünsche und Triebe. In Werken wie „Das Unbehagen in der Kultur“ analysierte Freud die Spannungen zwischen menschlichen Trieben und zivilisatorischen Anforderungen. Allmählich bildete sich um ihn ein Kreis von Anhängern: Alfred Adler, Carl Gustav Jung, Otto Rank und andere. 1908 fand der erste Internationale Psychoanalytische Kongress statt – die Psychoanalyse wurde zur Bewegung. Nicht alle Schüler blieben Freud treu. Jung entwickelte eigene Theorien, Adler gründete die Individualpsychologie. Freud empfand dies als persönliche Kränkung. Er wollte die reine psychoanalytische Lehre erhalten. Oesterreichische Nationalbank: Banknote zu 50 Schilling vom 2. Januar 1986 (ausgegeben 1987), Vorderseite mit Porträt von Sigmund Freud. Oesterreichische Nationalbank: Banknote zu 50 Schilling vom 2. Januar 1986 (ausgegeben 1987), Rückseite mit dem Josephinum Wien. 1923 wurde bei Freud Gaumenkrebs diagnostiziert. Trotz zahlreicher Operationen arbeitete er weiter. Als die Nationalsozialisten 1938 Österreich anschlossen, musste der 82-Jährige nach London fliehen. Dort starb er am 23. September 1939. Freud hinterließ ein gewaltiges Werk, das weit über die Medizin und Psychologie hinauswirkte. Seine Entdeckung des Unbewussten veränderte unser Selbstverständnis fundamental. Auch wenn viele seiner Theorien heute umstritten sind – als Kultur- und Zivilisationstheoretiker sowie Pionier der Tiefenpsychologie bleibt Sigmund Freud unvergessen. Elias Heindl Literatur/Quellen: „Sigmund Freud, Neurologe (Todestag 23.09.1939), WDR 2 Stichtag, 23.09.2019, aufgerufen über: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-sigmund-freud-100.html Peter-André Alt: Sigmund Freud. Der Arzt der Moderne. Eine Biographie. C.H. Beck, München 2016 Heidemarie Schumacher: Patriarch bis zum Ende. Deutschlandfunk, 25.09.2016, aufgerufen über: https://www.deutschlandfunk.de/biografie-ueber-sigmund-freud-patriarch-bis-zum-ende-100.html
- Lexikon: Mark
Mark war ursprünglich eine Gewichtsnorm für Edelmetalle und Münzen, so zum Beispiel die alte Kölnische Mark (ab Mitte des 12. Jahrhunderts) = 233,8123 g, die Wiener Mark = 0,280668 kg und die neue Kölnische Mark = 233,855 g. Alte Markmünzen kannte man in Deutschland im 16. Jahrhundert in Lübeck und Lüneburg, beim Wendischen Münzverein und in der Freien Reichsstadt Aachen. Auch in Skandinavien gab es Mark-Münzen. In Hamburg diente die Mark als Rechnungseinheit (Mark Banco = 1/3 Reichsthaler Banco), und auch in Lübeck, Schleswig-Holstein und Mecklenburg gab es Geldrechnungen mit der Mark, hier wurde der Betrag von 16 Schilling seit 1623 als Mark bezeichnet. Deutsches Reich, Reichs-Schulden-Verwaltung: Reichskassenschein zu 20 Mark vom 11. Juli 1874, Vorderseite. Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: 50 Reichsmark vom 11. Oktober 1924, Vorderseite. Auf Grund des Münzgesetzes vom 4. Dezember 1871 wurde die Mark im neu gegründeten Deutschen Reich als Reichswährung eingeführt (1 Mark = 100 Pfennige), 1923 dann unter der Bezeichnung "Rentenmark", 1924 als "Reichsmark" und 1948 als "Deutsche Mark". Oberost, Darlehnskasse Ost: 100 Mark vom 4. April 1918, gültig bis 1922 in Litauen, Vorderseite. Finnland, Suomen Pankki: 50 Mark von 1939, Vorderseite. Polen, Polska Krajowa Kasa Pożyczkowa : 100 Marek vom 23. August 1919, Vorderseite. Außerhalb Deutschlands war die Markwährung auch in Estland (1922-1928), in Finnland (1860 bis zur Euro-Einführung 2002) und Polen (1916-1923) bekannt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte
- Aus privaten Sammlungen: Eine frühe Werbenote der Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient
Bei vielen Sammlern erfreuen sich sog. Werbe-Noten (Promotion Notes) großer Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um geldscheinähnliche Druckerzeugnisse, mit denen Wertzeichendruckereien neue Druckverfahren, Sicherheitsmerkmale u. ä. ihren Kunden vorstellen bzw. über ihre Leistungsfähigkeit informieren. Von fast allen heute tätigen Unternehmen sind solche Werbe-Noten bekannt, so auch von der Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient in München. Weniger bekannt ist, dass diese Druckerei bereits Anfang der 1930er Jahre solche Noten herstellte. Aus der 1852 durch Hermann Giesecke und Alphonse Devrient in Leipzig gegründeten Druckerei entwickelte sich ein weltweit agierendes Unternehmen, das vor allem Wertpapiere, wie Aktien, Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und Banknoten für zahlreiche Staaten und Unternehmen, druckte. Der deutsche Wirtschaftsaufschwung nach der Inflation von 1923 war vorwiegend durch kurzfristige US-amerikanische Kredite erkauft. Als am 25. Oktober 1929 die überhitzte US-Konjunktur einbrach und es an der New Yorker Börse zum Crash kam, der als „Black Friday“ in die Wirtschaftsgeschichte einging, hatte dies auch für Deutschland katastrophale Folgen. Zwischen September 1929 und Anfang 1933 stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland von 1,3 auf über sechs Millionen. Zahlreiche Firmen mussten Konkurs anmelden und viele Banken gerieten in Schwierigkeiten. „Giesecke & Devrient ging durch diese Bankenzusammenbrüche zwar eine Reihe von Kunden verloren, das Unternehmen spürte aber zunächst noch keinen Rückgang der Geschäftstätigkeit. Als sich die Krise jedoch weiter verschärfte und die Arbeitslosigkeit stark anstieg, ging auch die Aktivität der Firma Giesecke & Devrient zurück; ein gewisser Ausgleich der sich verringernden Umsätze konnte zunächst noch durch das Auslandsgeschäft erreicht werden, das weiterhin florierte, insbesondere durch Aufträge im Bereich Banknotendruck.“ [1] Wohl um das Inlandsgeschäft zu beleben, druckte man mit Datum vom 20. Juli 1931 eine Anweisung über 5 Mark. Als fiktiver Emittent wird die „Namenlos Aktiengesellschaft“ genannt. Objekttyp: Werbe-Note (Promotion-Note), "Anweisung" Sammlung: Uwe Bronnert Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutschland Emittent: „Namenlos Aktiengesellschaft“ Nominal: 5 Mark Datierung: Juli 1931 Vorderseite: Der einzige Schmuck auf der Vorderseite besteht aus einem mehrfarbigen Unterdruck, der ein Flächenmuster mit sich vielfach wiederholenden verschlungenen symmetrischen Figuren aus feinen Linien zeigt und in der Mitte eine Guilloche. Der rechte Schaurand wurde mit einem weißen Papier beklebt, das eine große „5“ abbildet und oben und unten den zusätzlichen Aufdruck „FÜNF“ zeigt. Darunter schimmert der Flächenunterdruck durch. Rückseite: unbedruckt Material: weißes Papier ohne Wasserzeichen Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig / Berlin Unterschriften: das Wort „Facsimile“ als zwei angedeutete Unterschriften Format: 160 mm x 80 mm Nummerierung: Lit. B No 0000000 Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com . Anmerkungen Jan Hendrik Prell und Horst Böttge, Giesecke & Devrient 1852 – 2002, Werte im Wandel der Zeit, Herausgegeben zum Jubiläum des Unternehmens, Stuttgart 2002, S. 64.
- Syrien führt eine "neue Währung" ein
Am 31. Dezember 2025 erließ der syrische Interimspräsident Ahmad al-Sharaa das Dekret Nr. 293 von 2025, in dem die Einführung der neuen syrischen Landeswährung mit Wirkung zum 1. Januar 2026 festgelegt wurde. Zwei Tage zuvor waren die neuen Banknoten des Landes vorgestellt worden. Die neue Währungsserie umfasst Stückelungen von 10, 25, 50, 100, 200 und 500 „neuen“ syrischen Pfund. Gemäß Dekret werden die bestehenden syrischen Banknoten, die als „alte syrische Währung“ bezeichnet werden, nach einem von der syrischen Zentralbank festgelegten Zeitplan und über bestimmte Umtauschstellen schrittweise aus dem Umlauf genommen: innerhalb von 90 Tagen, mit einer möglichen Verlängerung. Der Erlass sieht vor, dass die neuen Banknoten, die „neue syrische Währung“, durch Streichung von zwei Nullen aus dem Nennwert der aus dem Verkehr gezogenen alten Währung ausgegeben werden. Deswegen entsprechen 100 syrische Pfund der alten Währung einem syrischen Pfund der neuen Währung. Der Erlass legt auch die kleinste Einheit des syrischen Pfunds als Qirsh fest, wobei 100 Qirsh einem syrischen Pfund im neuen Währungssystem entsprechen. Die neu gestalteten Banknoten zeigen landwirtschaftliche Symbole wie Rosen, Weizen, Oliven, Orangen und Maulbeeren, für die Syrien bekannt ist, und ersetzen damit politische Motive. Eine erste Ankündigung über die bevorstehende neue Serie wurde HIER in unserem Online-Blog veröffentlicht. Während der in der Verordnung festgelegten Übergangsphase werden sowohl die alte als auch die neue Währung gleichzeitig im Umlauf sein und den gleichen Status als gesetzliches Zahlungsmittel haben. Nach Ablauf der Umtauschfristen verliert die alte syrische Währung ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel, wird aus dem Umlauf genommen und ist dann für Finanztransaktionen ungültig. Die monetären und finanziellen Auswirkungen des Umtauschprozesses gelten für alle Preise von Waren und Dienstleistungen, Löhne, Gehälter, Transaktionen und finanziellen Verpflichtungen aller Art und Herkunft, unabhängig davon, ob sie rechtlicher, gerichtlicher, administrativer, vertraglicher oder steuerlicher Natur sind, gemäß dem in der Verordnung festgelegten Umtauschstandard. Alle öffentlichen und privaten Einrichtungen sind verpflichtet, während der Übergangszeit Geldbeträge sowohl in der alten als auch in der neuen Währung anzuzeigen. Donald Ludwig
- "Havenstein-Rubel“ und „Schienbeinpflaster“
Mit dem umgangssprachlichen „Heiermann“ bezeichnete man früher ein 5-Mark-Stück – und ein „Heiermännchen“ stand (obwohl selten gebraucht) für 50 Pfennig. Bekannt ist auch der Spottname für die reichsdeutschen 4-Pfennig-Münzen von 1934: die im Zahlungsverkehr unbeliebten „Brüning-Taler“. Eine ganze Reihe von Spitz- und Spottnamen gab es auch für deutsche Geldscheine. Geläufig war die Bezeichnung Tapetenmark (auch Begriffe wie Klebemark oder Berliner Rubel wurden verwendet). Als Reaktion auf die westdeutsche Währungsreform wurden durch den SMAD-Befehl 111/48 vom 23. Juni 1948 für die Scowjetische Besatzungszone (SBZ) und Großberlin ebenfalls eine Währungsreform befohlen: die damals umlaufenden Reichsbanknoten und Rentenmarkscheine der Ostzone wurden mit sog. Spezialkupons beklebt und waren vom 23. Juni 1948 bis 25. Juli 1948 gültige Zahlungsmittel. Zu DDR-Zeiten konnten man viele Jahre später zum Beispiel im „Morgen“, der Tageszeitung der LDPD ( Liberal-Demokratische Partei Deutschlands) , oder in der „Wochenpost“ des Berliner Verlags Anzeigen schalten, in denen ab und zu der Begriff Blaue Fliesen zu lesen war. Damit wurde der Tausch/die Bezahlung eines privaten Urlaubsplatzes, der Kauf eines Pkw oder einer anderen Mangelware in westdeutscher D-Mark offeriert. „Blaue Fliesen“ war eine Art Synonym für die blauen 100-DM-Scheine (Ausgaben 1960 bis 1980). Spöttisch wurden die nicht konvertierbaren Währungen der DDR und des Ostblocks unzutreffend als Micky-Maus-Geld bezeichnet. Das gab es aber tatsächlich: Abb. 1: 1 Disney-Dollar, Vs., am 5. Mai 1987 abgestempelter Schein mit SBst. A, der für Anaheim, Disneyland in Los Angeles, steht – auch weitere Wertstufen zu 5, 10 und 50 D$ sind bekannt, in allen Disney-Einrichtungen zeitlich unbeschränkt gültig und können jederzeit 1:1 in reguläre US-Dollar eingetauscht werden; das Motiv der winkenden Micky Maus wurde mit Unterbrechungen bis 1999 gedruckt (2016 wurde die Produktion von Disney-Dollars eingestellt). Auch schon in der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg gab es für unterschiedliche deutsche Geldscheine Spott- und Spitznamen: Flotten- oder Langer Hunderter , manchmal auch als Blauer Hunderter bezeichnet, sind die Reichsbanknoten des deutschen Kaiserreichs von 1908 bis 1910. Wegen der schwarzen Umrandung des Textes auf der Vorderseite des 50-Mark-Scheins vom 20. Oktober 1918 nannte man diese Banknote im Volksmund auch Trauerschein oder Bilderrahmen . Der Eierschein hingegen war die Bezeichnung für die 50-Mark-Hilfsbanknote der Deutschen Reichsbank vom 30. November 1918 – aufgrund der eiförmigen Fläche auf der Rückseite. Das Motiv der in Wien gedruckten Reichsbanknoten zu 20 RM mit dem Datum 16. Juni 1939 (1945 ausgegeben – Vs. Tirolerin) war deshalb Namensgeber für den Tirolerschein . Geldscheine aller Art wurden mitunter mit Spottnamen belegt, für deren Ausgabe Politiker verantwortlich waren. Ende der 1920er Jahre wurde unter Journalisten der Begriff Havenstein-Rubel für die wertlose Mark der Inflationszeit gern kolportiert. Der Reichskanzler Wilhelm Cuno gab am 8. August 1923 eine Regierungserklärung ab. In der wurde auch der Verfall der deutschen Währung erwähnt. Auf der Titelseite des „Wurzener Tageblatt und Anzeiger“ vom 10. August 1923 hieß es: „Am Donnerstag eröffnete der Reichstag die Aussprache zur Regierungserklärung. Abg. [Hermann] Müller (Soz.) leitete die Redeschlacht ein. Er wandte sich in seiner Rede sofort in außerordentlich scharfen Worten gegen die Politik der Reichsbank und nannte dabei die heutige Reichsmark mehrfach Havenstein-Rubel.“ Diese Bezeichnung konnte man damals in vielen Zeitungen nachlesen: Abb. 2: Zeitungsnotiz in der „Danziger Volksstimme“ vom 31. August 1923. Abb. 3: Reichsbanknote zu 1 Mio. Mark vom 25. Juli 1923; dieser im August 1923 ausgegebene „Havenstein-Rubel“ galt Anfang August 1923 etwa 1 US-Dollar und war im Oktober 1923 aufgrund der galoppierenden Inflation faktisch wertlos. Im Jahre 1945 wurden einige Notgelder nach ihren Urhebern benannt: Eigruber-Geld (10-, 50- und 100-RM-Hilfsbanknoten 1945), Schwesinger-Scheine (16. April 1945 Kreisverband Schwäbisch Hall), Mutschman-Schein (20 RM 26. April 1945 Sächsische Staatsbank) oder die fälschlicherweise oft als Schörner-Scheine benannten 20-RM-Kassenscheine (28. April 1945) für die Reichsverteidigungsbezirke Sudetenland und Niederschlesien. In Polen verwendete die Bevölkerung für die „Krakauer Zloty“/„złoty krakowski“ im deutsch-besetzten sog. Generalgouvernement ab 1939 die Bezeichnung Młynarki , benannt nach Feliks Młynarski, Direktor der Bank Emisyjny w Polsce (Emissionsbank in Polen). Abb. 4: 500 Złotych 1. März 1940; diesen Młynarki-Schein nannte man im besetzten Polen auch GORAL – nach dem abgebildeten Angehörigen der gleichnamigen westslawischen Volksgruppe. Wegen verschiedener Druckfarben taufte man Geldscheine gern entsprechend. Bekannt sind der Rote Hunderter (100 DM 1948 in den westlichen Besatzungszonen). Die Rückseiten der US-Dollarnoten, vorwiegend in Grün gedruckt, nennt man deshalb Greenbacks – und Redbacks stehen für die ersten Geldscheine der Republik Texas. Abb. 5: 1000 Dollar 1890, Rs., dieser Greenback wird auch als Grand Watermelon bezeichnet, die drei Nullen ähneln Wassermelonen und sollten den Fälschungsschutz erhöhen; da sich dies jedoch nicht erfüllte, gestaltete man ein Jahr später die Rückseite neu. Abb. 6: 5 Dollars, Rs., Schatznote der Republik Texas vom 20. Mai 1839 – genannt Redback ; bis 1842 waren die Redbacks praktisch wertlos geworden und hatten dadurch faktisch ihre Gültigkeit als gesetzliches Zahlungsmittel verloren. Abb. 7: 5 Rubel 1895, Vs. und Rs., russischer Kreditschein (perforierter Musterschein mit KN AA 012345), die Scheine wurden im zaristischen Russland und auch später im Volksmund wegen der blauen Druckfarbe auch СИНЕНЬКИМИ (= die Blauen) und 10-Rubel-Scheine wegen der roten Druckfarbe РАК (= Krebs) genannt. Abb. 8: 1000 Kronen 1939, Vs., da die von 1894 bis 1950 gedruckten Scheine eine rosa-orangene Farbe hatten, nannte man sie LAX (= Lachs) – später gedruckten 1000-Kronen-Banknoten waren im Verhältnis zu ihrer Höhe unverhältnismäßig lang (180 × 82 mm) und wurden deshalb scherzhaft als LÅNGSJAL (= lange Schals) oder als LAKAN (= Bettlaken) bezeichnet. Abb. 9: 50 Dollars 1973, Vs., auch in Australien verwendet man Spitznamen für Geldscheine; z. B. ANANAS für die gelbgedruckten 50-A$-Noten, LOBSTER (= Hummer) für die roten 20-Dollars-Scheine oder GREY GHOST (= grauer Geist) für die von 1984 bis 1992 gedruckten 100-A$-Noten. Ausgefallene und merkwürdige Bezeichnungen für Geldscheine und Geld überhaupt hat es und gibt es noch heute in fast allen Ländern der Welt. Die Liste skurriler Spitz- und Spottnamen ist sehr umfangreich; man findet sie aber, wenn man „Spitznamen für ... Geldscheine" in jeweilige Sprachen übersetzt und in Suchmaschinen eingibt. Weitere Beispiele für bestimmte Geldscheine: Argentinien: YAGUARETÉ (= Jaguar) für 500-Pesos-Scheine Dänemark: PLOVMAND (= Pflüger) für 500-Kronen-Scheine Ecuador: SÁBANA (= Bettlaken) für 1000-Sucre-Scheine Finnland: URKKI (= nach den Initialen von Präsident Urho Kaleva Kekkonen) für 500-Markka-Scheine von 1975 Frankreich: ZODIAQUE (= Zwillinge) für 5-Francs-Scheine Großbritannien: BULLSEYE (= Volltreffer) für 50-Pfund-Scheine Italien: PIOTTA (= der Hunderter) für 100.000-Lire-Scheine Kanada: SAWHORSE oder DIXIE (= Sägebock / Zehner) für 10-Dollar-Scheine Niederlande: GEELTJE (= der Gelbe) für 25-Gulden-Scheine Polen: KOŁO (= Rad) für 100-Zloty-Scheine Russland: РАДУГА (= Regenbogen) für 100-Rubel-Scheine Südafrika: CHOC (= Schokolade) für 20-Rand-Scheine Ungarn: DIÁKIGAZOLVÁNY (= Studentenausweis) für 20.000-Forint-Scheine Abb. 10: 20.000 Forint 1999, Vs., der DIÁKIGAZOLVÁNY (= Studentenausweis) soll angeblich in der Bedeutung auf ein Bestechungsgeld bei Polizeikontrollen zurückgehen. USA: JACKASS (= männlicher Esel) 10 Dollars von 1869, BLACK EAGLE (= schwarzer Adler) 1 Dollar von 1899, TOMBSTONE (= Grabstein) 10 Dollars von 1886 oder LAZY DEUCE für die 2-Dollars-Scheine von 1865. Abb. 11: 2 Dollars 1865, Vs., Worcester National Bank, von der als LAZY DEUCE (= fauler Zweier) bezeichneten Banknote wurden von 1865 bis 1879 insgesamt 7.747.519 Scheine gedruckt – heute verzeichnet der National Bank Note Census, Version 4.0, weniger als 2.300 Banknoten als nicht eingelöst (davon 1.263 in Sammlungen nachgewiesen); wegen der liegenden 2 „Lazy Deuce“ genannt. SHINPLASTERS (= Schienbeinpflaster) waren Papiere, die Soldaten in ihre Stiefel legten, um ihre Schienbeine vor Reibung und Ausschlag zu schützen; mit dieser Bezeichnung wurden seit 1777 Geldscheine mit einem Nennwert meist unter einem Dollar verwendet – da sie nahezu als wertlos galten, sind sie im ganzen englischen Sprachraum unter diesem Begriff bekannt. Abb. 12: 25 Cents 1. November 1862, Vs., Northborough Bank, Marlborough, Beispiel eines „Schienbeinpflasters“ aus Massachusetts zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs. Ein Spitzname gibt es auch in gedruckter Form: den BŮR , die BŮRŮ . Seit über 200 Jahren ist es in Böhmen Brauch, Neujahrskarten mit dem Kürzel „PF“ zu verschicken. Die beiden Buchstaben stehen für „Pour Féliciter“, die im übertragenen Sinne „Glückwunsch“ bedeuten. Deshalb bezeichnen die Tschechen solche Neujahrskarten als „Péefkách“, um ein frohes neues Jahr zu wünschen. Prager Papiergeldsammler hatten in den 1980er Jahren unterschiedliche Grußkarten in Geldscheinform drucken lassen (1 BŮR/A), 2 und 3 BŮRY, 5, 10 und 50 BŮRŮ). Abb. 13: 50 Bůrů, auf den Jahreswechsel 31.12.1987/1.1.1988 ausgestellt und mit der Abkürzung PF88 versehen – das verwendete Porträt zeigt eine Bäuerin, bekannt unter dem Namen „Anna Proletářka“, die für eine nicht ausgegebenen tschechoslowakische Banknote zu 100 Kronen von 1951 als Vorlage diente; 50 Kronen werden auch als VELKEJ BŮR bezeichnet – hier vom Prager Autor und Sammler Jan Bajer signiert (der Begriff „Bůr“ ist bis heute nicht eindeutig geklärt und soll angeblich lautmalend für das deutsche „Bar[geld]“ stehen. Keine Spottnamen hingegen waren die Bezeichnungen „Fuffi“ für 50 Mark oder „Hunni“ für 100 Mark – das waren schlichte Verballhornungen und werden heute auch für die 50- und 100-Euro-Banknoten verwendet. Mit einem „Pfund“ wurde mitunter die Geldmenge über 20 Mark nach früheren Wechselkursen bezeichnet. Michael H. Schöne Quellen: Q. David Bowers: „Whitman Encyclopedia of U.S. Paper Money“, Atlanta/GA 2009 Kelsey Wiggins: „Valuable nicknames: The monikers we give our money“, Washington/DC 2017 https://americanhistory.si.edu https://cccoinandcurrency.com https://en.wikipedia.org https://de.numista.com https://museum.cbr.ru https://sachsen.digital https://www.disneydollars.net
- Erinnerung: 3. Mitteldeutsches Banknotensammlertreffen in Rabenau bei Dresden am Samstag, den 24. Januar 2026
Das mitteldeutsche Banknotensammlertreffen findet dieses Jahr am 24. Januar wieder in Rabenau bei Dresden statt. Beginn ist ab 10:00 Uhr mit Tausch, Handel und Fachsimpelei. Um 16:00 Uhr steht ein Vortrag von Jan Krutak über die Banknoten der Sächsischen Bank zu Dresden auf dem Programm. Jan Krutak beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Banknotenausgaben der Sächsischen Bank, so dass man auf die Ergebnisse seiner Forschungen gespannt sein kann. Danach soll es um echte und falsche Trauer- und Eierscheine gehen, bevor das Treffen ab 18:00 Uhr mit einem geselligen Abendessen ausklingt. Sammler und Händler sind wie immer willkommen. Einige wenige Händlertische sind noch verfügbar für EUR 10 je Tisch. Der Eintritt für Sammler ist frei. Teilnehmer melden sich bitte an bei Marcel Fränzel: Banknoten-fan@gmx.de Veranstaltungsort: Hotel Rabennest, Nordstraße 8, 01734 Rabenau/Sachsen. Parkplätze vor dem Hotel. ÖPNV: S-Bahn / Zug von Dresden Hauptbahnhof bis Freital-Hainsberg, dann Bus oder Taxi. Rabenau liegt ca. 15 km südwestlich von Dresden Dr. Sven Gerhard
- Testmitgliedschaft bei der IBNS: Ein Jahr für nur 5 Euro!
Vom 1.1. bis 30.06.2026 bietet die International Bank Note Society (IBNS) für Neumitglieder eine einjährige Testmitgliedschaft für nur 5 Euro an. Die Testmitgliedschaft wandelt sich nach einem Jahr in eine reguläre Mitgliedschaft um und kann zum Ablauf gekündigt werden. Neumitglieder können während der Testmitgliedschaft alle Vorteile der IBNS nutzen, das viermal jährlich in englischer Sprache erscheinende IBNS-Journal (80 Seiten) kann als pdf-Datei aus dem Mitgliederbereich der Webseite der IBNS heruntergeladen werden. Der reguläre Mitgliedsbeitrag beträgt 32 Euro pro Jahr und schließt den Versand des gedruckten Journals ein. Mitglieder der IBNS erhalten zudem eine Vergünstigung von 20 US-Dollars auf das jährliche Abonnement des Weltbanknotenkatalogs The Banknote Book von Owen W. Linzmayer. Die 1961 gegründete IBNS hat derzeit etwa 1.800 Mitglieder in über 90 Ländern und ist die größte Vereinigung von Banknotensammlern weltweit. Sie hat ihren offiziellen Sitz in England. Eine Beantragung der Mitgliedschaft ist hier möglich: https://www.theibns.org/joomla/index.php?option=com_rsform&formId=2 Dr. Sven Gerhard
- High Security Printing Asia 2025: Und die Gewinner sind...
Die folgenden Umlauf-Banknoten wurden auf der kürzlich in Hongkong abgehaltenen „High Security Printing Asia 2025“-Konferenz ausgezeichnet: Beste neue Serie : Die Japanische Yen-Serie (Bank of Japan) und die Ngultrum-Banknotenserie (Royal Monetary Authority of Bhutan) Beste neue Banknote : Die 50- und 100-Baht Banknoten (Bank of Thailand) Beste neue Gedenkbanknote : Der 100-Somoni-Gedenkschein (Nationalbank von Tadschikistan) Die High Security Printing™ Asia konzentriert sich auf von Regierungen vorgeschriebene und ausgegebene Dokumente, darunter Währungen, Wertpapiere, Steuermarken, Ausweise, elektronische E-Reisepässe, Visen, Fahrzeugdokumente und Führerscheine, mit besonderem Schwerpunkt auf Banknoten und neuen Technologien für Ausweise und Reisedokumente. Die jüngste Konferenz fand vom 30. November bis 3. Dezember 2025 in Hongkong statt. Beste neue Serie Die Bank of Japan wurde für ihre neue Yen-Banknotenserie ausgezeichnet. Die Ausgabe der neuen Serie, darunter neue 10.000-, 5.000- und 1.000-Yen-Banknoten, begann im Juli 2024 und war die erste Einführung einer neuen Banknotenserie seit 20 Jahren. Auf der Vorderseite sind Porträts historischer Persönlichkeiten abgebildet, die das moderne Japan geprägt haben, und auf der Rückseite Aspekte der japanischen Kultur und Natur. Die Banknoten verfügen über verbesserte Sicherheitsmerkmale, darunter 3D-Hologramme, die sich beim Kippen drehen, und hochauflösende Wasserzeichen-Muster, die in den Hintergrund der Porträt-Wasserzeichen eingebettet sind. Die Serie wurde HIER in unserem Online-Blog vorgestellt. Die Royal Monetary Authority of Bhutan (RMA) wurde ebenfalls für ihre neue Ngultrum-Banknotenserie mit dem Preis für die beste neue Serie ausgezeichnet. Vor kurzem wurden die Designs für die ersten drei Ausgaben der neuen Banknotenserie mit den Nennwerten 100, 500 und 1000 Ngultrum vorgestellt. Die von De La Rue auf seinem Safeguard®-Polymersubstrat entworfene und gedruckte Serie stellt eine erhebliche Verbesserung in Bezug auf Haltbarkeit, Nachhaltigkeit und öffentliche Authentifizierung dar. Die Banknoten verfügen über eine Reihe robuster optischer Elemente, darunter ARGENTUM™, ROTATE™, verbessertes GEMINI™, taktile Prägungen und einen raffinierten Hologrammstreifen mit DEPTH™- und SPOTLIGHT®-Effekten auf den beiden höheren Stückelungen, der einen dynamischen Drachen darstellt, der Juwelen umklammert. Die Serie wurde HIER in unserem Online-Blog vorgestellt. Beste neue Banknote Der Preis für die beste neue Banknote wurde der Bank of Thailand für ihre neuen 50- und 100-Baht-Banknoten verliehen, die im November 2025 in Umlauf kamen. Die Banknoten sind auf Polymer gedruckt. Ihre Ausgabe folgt auf die aktualisierte 20-Baht-Polymerbanknote, die erstmals 2022 ausgegeben wurde. Die neuen Banknoten behalten das bekannte Design der aktuellen Papierversionen bei und verfügen gleichzeitig über fortschrittliche Sicherheitsmerkmale. Das Substrat für die 50-Baht-Banknote ist das SAFEGUARD®-Substrat von De La Rue, das über farbwechselnde, irisierende und verdeckte Sicherheitsmerkmale verfügt. Das Substrat für die 100-Baht-Banknote ist das GUARDIAN™-Substrat von CCL Secure. Es verfügt über ein komplexes Fenster, eine dynamische Farbwechsel-Sicherheitsfunktion namens GSWITCH™, durch die sich eine Blume auf der Banknote beim Kippen von violett zu orange verfärbt, sowie ein zweites Fenster mit einem METALIX™-Fünfeck mit brillantem Metallglanz und glänzender Goldoberfläche. Beide Banknoten sind außerdem mit geprägten und transparenten diagonalen Linien versehen, die leicht zu ertasten sind und somit Menschen mit Sehbehinderungen helfen. Diese Banknoten wurden HIER in unserem Online-Blog vorgestellt. Beste neue Gedenkbanknote Die Nationalbank von Tadschikistan wurde für ihre neue 100-Somoni-Banknote, die anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Landeswährung herausgegeben wurde, als beste neue Gedenkbanknote ausgezeichnet. Dies ist auch die erste Gedenkbanknote des Landes überhaupt, die seit der Einführung des Somoni herausgegeben wurde. Die Banknote ist neben der bestehenden 100-Somoni-Banknote im Umlauf und ist auch die erste, die mit dem neuen RollingStar® Venus-Sicherheitsfaden von Louisenthal mit Color MotifFlip™ und ColorFlip auf der Rückseite sowie RollingStar® Patch auf der Vorderseite ausgestattet ist. Der RollingStar® Venus ist ein registrierter 6-mm-Sicherheitsfaden in Orange und Violett. Das mittlere der drei Fenster nutzt Color MotifFlip mit einer auffälligen Farb- und Motivänderung, wobei die orangefarbene Zahl (100) im violetten Hintergrund verschwindet, während ein zweites Motiv „БМТ“ („Бонки Mиллии Тоҷикистон“, was „Nationalbank von Tadschikistan“ bedeutet) im gleichen Bereich in Orange aus dem violetten Hintergrund erscheint. In den oberen und unteren Fenstern befindet sich das auffällige ColorFlip™-Element mit für die islamische Kultur typischen Ornamenten, die dynamische Effekte und Farbwechsel (orange und violett) zeigen. Ein RollingStar®-Patch weist eine Entmetallisierung und einen ColorShift-Effekt von violett zu grün auf. Der Hintergrund hat ein dynamisches Muster und in der Mitte gibt es einen deutlichen Flip-Effekt von der Wertzahl zu den Buchstaben „БМТ“. Diese Banknote wurde HIER in unserem Online-Blog vorgestellt. Donald Ludwig ( polymernotes.com )












