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- Leserpost: Gab es den Bundeskassenschein zu 50 Pfennig überhaupt?
Sehr geehrter Herr Grabowski, darf ich noch mal eine für Sie vielleicht "doofe" Frage stellen, ich bin nämlich gerade wieder drüber gestolpert. Es betrifft die BRD-Kassenscheine von 1967. Da gab es ja die Werte von 5, 10 und 50 Pfennig sowie 1 und 2 Mark. Hier gibt es ja auch so eine komische Geschichte über einen Flohmarkt-Verkauf. Ich habe da irgendwo mal was gelesen. Ich glaube sogar auf Ihrem Portal (Geldscheine-Online). Gab es den 50-Pfennig-Kassenschein nie wirklich? Den findet man überhaupt nicht! Vielen Dank und beste Grüße E. Richter BRD-068a: Bundeskassenschein über 50 Pfennig ohne Datum (1967), Vorderseite. BRD-068a: Bundeskassenschein über 50 Pfennig ohne Datum (1967), Rückseite. Anmerkung der Redaktion Das ist überhaupt keine "doofe" Frage, der Fünfziger ist wirklich sehr selten. Die Scheine wurden ja im Zuge einer Vernichtungsaktion entwendet. Es gibt da mehrere Versionen (vom Fahrzeug gefallen oder in Kisten gestohlen bis hin zu aus dem Verbrennungsofen geholt). Dabei waren die verschiedenen Nennwerte unterschiedlich oft bei den so für die Nachwelt "geretteten" Zeitdokumenten vertreten. Der 50-Pfennig-Schein ist meines Wissens nur 3 x in privaten Sammlungen vorhanden. Ich hatte ihn immerhin mal in der Hand, um einen Scan anzufertigen (siehe Abbildungen). Der stammte aus einer Sammlung in München (einst für 3000 DM gekauft) und wurde dann nach dem Tod des Sammlers versteigert. Einer ist wohl in den USA und zwei in Deutschland. Das sind die Scheine, von denen ich Kenntnis habe. Herr Worbes in Berlin (www.worbes-verlag.de) hatte den Schein aber auch schon mal angeboten. Aufgeführt werden die Bundeskassenscheine aus der Zeit des "Kalten Kriegs" in meinem Katalog zu den deutschen Banknoten ab 1871, von dem Ende Oktober 2026 eine neue Auflage erscheinen wird. Beste Grüße und noch viel Spaß beim Sammeln … Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026
- Geheimnisumwitterte 500-Mark-Noten der DDR
Am 19. März 1980 beschloss der Nationale Verteidigungsrat der DDR für den Verteidigungsfall eine zusätzliche Notenreserve in Höhe von 20 Milliarden Mark anzulegen. Um Kosten zu sparen, wurden Noten zu 200 und 500 Mark gedruckt. Die Staatsbank informierte am 22. Juni 1984 den Ministerrat der DDR, dass ein Teil der Reserve angelegt sei. Bekanntlich wurden die Scheine in Leipzig beim VEB Wertpapierdruckerei gedruckt, aber nie in Umlauf gesetzt. Bereits vor Inkrafttreten der Währungsunion am 1. Juli 1990 begann die Staatsbank der DDR riesige Banknotenmengen – unter ihnen auch die Noten zu 200 und 500 Mark – in den Thekenbergen südlich von Halberstadt einzulagern. In der Stollenanlage sollten sie im Laufe der Zeit verrotten. Doch schon im Juni 1990 fanden einzelne Scheine der nicht ausgegebenen Noten ihren Weg in den Banknotenhandel. Die ersten Scheine wechselten bei einem Berliner Auktionshaus zu Preisen von bis zu 2.000 DM ihren Besitzer. Es wurden wohl eine größere Menge davon auf dem Transport zur Vernichtung gestohlen, denn die Scheine waren bereits im Herbst 1992 für nur noch ca. 90 DM zu erhalten. Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung und der Außerkurssetzung der DDR-Mark überschwemmten dann im Sommer 2001 plötzlich Tausende der schon fast vergessenen Geldscheine die Bundesrepublik. Außer Noten mit dem Konterfei von Marx und Engels wurden im Internet auch die nie im Umlauf gewesenen 200- und 500-Mark-Scheine zum Kauf angeboten. Das merkwürdige daran war, dass etliche der Scheine ziemlich muffig rochen und manchmal auch in der Größe geschrumpft schienen. „Grabräuber“ hatten sich Zugang zum unterirdischen Labyrinth in den Thekenbergen verschafft. Vor etwa zehn Jahren wurden dann 500-Mark-Noten angeboten, die sich jedoch bei genauerem Hinsehen deutlich von den bekannten Noten unterscheiden: Das Papier dieser Scheine entspricht nicht dem typischen DDR-Banknotenpapier. Es wiegt statt der 0,99 g nur 0,83 g und ist etwas steifer. Die matte Oberfläche weist deutlich eine andere Struktur auf. Zwar zeigt es auf dem linken Schaurand das Staatswappen der DDR als Wasserzeichen, das aber mit 27 mm Breite etwa 6 mm schmaler ist als bei den bisher bekannten Noten. Aber handelt es sich hierbei überhaupt um ein Wasserzeichen? Während bei den „alten“ Scheinen dort kleine Unebenheiten gefühlt werden können, ist der „neue“ Druck vollkommen glatt. Das vermeintliche Wasserzeichen entpuppt sich als Aufdruck und auch der Sicherheitsfaden auf der Rückseite wird durch einen silbernen Aufdruck vorgetäuscht. Ferner wurden die Scheine ausschließlich im Offsetdruck hergestellt, denn die Wertzahl 500 am linken unteren Schaurand und das Staatswappen auf der rechten Seite ist nicht fühlbar, anders als bei den bisher angebotenen Original-Scheinen, die teilweise im Tiefdruck produziert wurden. Überhaupt wirkt der Druck stellenweise flau und leicht verschwommen. Dies ist besonders am Schmuckband am unteren Rand der Vorder- und Rückseite sichtbar. Die angebotenen „neuen“ Noten stellten sich somit als Fälschungen heraus, obwohl die Fälscher bei ihrem Druck möglicherweise auf Original-Druckplatten zurückgriffen. Die Nummerierung ist ebenfalls identisch mit dem Original-Computersatz. Beides ist nicht abwegig, da nach der Wende z. B. bei ebay Original-Druckplatten als Altmaterial verkauft wurden. Abb. 1: Staatsbank der DDR, Banknote zu 500 Mark von 1985, Original, Vorderseite, Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 1: Staatsbank der DDR, Banknote zu 500 Mark von 1985, Original, Rückseite, Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 3: Wasserzeichen beim Original. Abb. 4: Staatsbank der DDR, Banknote zu 500 Mark von 1985, Falsifikat, Vorderseite, Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 4: Staatsbank der DDR, Banknote zu 500 Mark von 1985, Falsifikat, Rückseite, Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 6: Wasserzeichen beim Falsifikat. Woher stammen diese "Blüten"? Bei der Papiergeldbörse in Valkenburg – es muss um 2016 gewesen sein – bot ein bekannter deutscher Händler – nennen wir ihn L. – an seinem Verkaufstisch aus einem Bündel einzelne 500-Mark-Scheine zum Kauf an. Wie sich später herausstellte, hatte er zusammen mit einem weiteren Kollegen abertausende dieser Scheine erworben. „Wohl informierte Kreise“ sprachen damals davon, dass der Geldscheinposten für 50.000 € den Besitzer gewechselt habe. Beide Händler waren der Meinung, dass mit dem 500er ein gutes Geschäft zu machen sei, da er zu diesem Zeitpunkt kaum noch im Handel angeboten wurde. Besucher, die am Verkaufsstand die Scheine genauer betrachteten, machten L. darauf aufmerksam, dass mit ihnen etwas nicht stimmen würde. Ein Vergleich mit anderen 500-Mark-Noten bestätigten den Verdacht. Bei den angebotenen Noten handelte es sich um Fälschungen. Der Schreck war groß, als es L. bewusst wurde, dass er auf eine höchst dubiose Geschichte hereingefallen war. Nach Angaben der ungarischen Verkäufer seien die Noten bei der Filiale der Außenhandelsbank der DDR im Budapest eingelagert gewesen. Der „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands (Einigungsvertrag) vom 31. August 1990“[1] enthalte einen Zusatzartikel, nach dem DDR-Banknoten, die nach dem 1. Juli 1990 aus dem Ausland bei der Filiale der Außenhandelsbank in Zwickau präsentiert würden, in DM umgetauscht würden. Der Umtauschversuch sei jedoch aus nicht näher bekannten Gründen gescheitert, sodass die Scheine nun an Banknotenhändler verkauft werden sollten. Dass diese Geschichte jeder Grundlage entbehrte, hätte man leicht feststellen können. Weder die Außenhandelsbank noch die Staatsbank Berlin bzw. die KfW (beide Nachfolgebanken der Staatsbank der DDR) hatten eine Zweigstelle in Zwickau. Auch war die DDR-Mark eine reine Binnenwährung, also nicht konvertierbar.[2] Daher konnten am 1. Juli 1990 auch nur Bürger, die in der DDR ihren Wohnsitz hatten, DDR-Mark in D-Mark umwechseln. Dazu mussten sie ihr Bargeld zuerst auf ein Bankkonto einzahlen. Die Bankguthaben von natürlichen und juristischen Personen mit Wohn- bzw. Geschäftssitz außerhalb der DDR wurden im Verhältnis 2:1 umgestellte, wenn sie bereits vor dem 31. Dezember 1989 bestanden. Bei Bankguthaben, die nach dem 31. Dezember 1989 entstanden waren, galt ein Umstellungsverhältnis von 3:1. Bargeld war vom Umtausch ausdrücklich ausgeschlossen. Darüber hinaus waren die 500-Mark-Noten niemals gesetzliche Zahlungsmittel und auch nie offiziell ausgegeben worden. Warum hätte man sie umwechseln sollen. Und wieso tauchten die Geldscheine gerade jetzt, mehr als 15 Jahre nach der Wiedervereinigung, auf? Es ist verständlich, dass bei diesen fragwürdigen Angaben die Gerüchteküche brodelte. Gesichert scheint nur, dass eine Budapester Druckerei die Falsifikate herstellte. Aber wann wurden diese gedruckt; wer war/waren der/die Auftraggeber und zu welchem Zweck wurden sie gedruckt? War von Anfang an geplant, Händler und Sammler damit zu täuschen oder wollte man preisgünstige Reproduktion zum Kauf anbieten? Fragen über Fragen und keine Antworten. Bleibt anzumerken, dass ein bekannter Berliner Papiergeldhändler einen Posten der Falsifikate von L. übernahm. Allerdings beugte er dem Vorwurf vor, er würde ungekennzeichnete Fälschungen verkaufen. So ließ er auf der Vorderseite der Scheine einen Kastenaufdruck mit dem Wort „FALSCH“ anbringen. Abb. 7: Falsifikat mit Kastenstempel. Im Sommer 2020 rückten die falschen Fünfhunderter nochmals in den Fokus. Die Polizei hob eine Fälscherwerkstatt in Hamburg aus, in der Euro-Noten gefälscht worden waren. Quasi als Beifang wurden auch größere Mengen 500-DDR-Mark-Noten sichergestellt. Die Ermittler wandten sich wegen der DDR-Banknoten an die Kriminaltechnik beim Bundespolizeipräsidium in Koblenz und das und es war bald klar, dass es sich um Fälschungen handelte, die nicht in Hamburg hergestellt worden waren. Wieder fragte man sich, was beabsichtigten die Fälscher mit dem Nachdruck der nie ausgegebenen DDR-Banknoten, die sich zudem signifikant von den Originalen unterscheiden? In den Zeitungen war über den Fahndungserfolg der Polizei nichts zu lesen. Warum? Auch dies bleibt wohl ein Geheimnis. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] BGBl. 1990 II S. 889. [2] Eine Währung ist konvertierbar, wenn jeder – Privatpersonen, Unternehmen, Banken – sie ohne Genehmigung, Mengenbegrenzung oder Zweckbindung in andere Währungen umtauschen darf.
- USA: Die Verherrlichung Trumps geht weiter, Teil 2
Am 26. März 2026 gab das US-Finanzministerium in einer umstrittenen Ankündigung bekannt, dass „zu Ehren des 250-jährigen Jubiläums der Vereinigten Staaten von Amerika die Unterschrift von Präsident Donald J. Trump künftig gemeinsam mit der des Finanzministers („Secretary of the Treasury“) auf US-Banknoten erscheinen wird – zum ersten Mal in der Geschichte für einen amtierenden Präsidenten.“ Lesen Sie HIER im Blog mehr zu dieser Ankündigung, wo zudem auch erläutert wird, warum es seit 1866 gesetzlich verboten ist, das Bildnis einer lebenden Person auf „Anleihen, Wertpapieren, Banknoten oder Postgeld der Vereinigten Staaten“ abzubilden. Das Weiße Haus übt nun jedoch Druck auf den Kongress aus, das bestehende Bundesgesetz zu ändern und eine 250-Dollars-Banknote zu genehmigen, auf der ein Bildnis von Trump zu sehen sein wird. Auf einer Pressekonferenz am 28. Mai 2026 präsentierte Finanzminister Scott Bessent den Entwurf einer geplanten 250-Dollars-Trump-Banknote. Der Gesetzentwurf würde im republikanisch kontrollierten Repräsentantenhaus eine einfache Mehrheit benötigen, dürfte aber im Senat, wo die Republikaner 53 Sitze innehaben, kaum die erforderlichen 60 Stimmen erhalten. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärte Bessent, der Gesetzentwurf diene der Feier des 250. Jahrestags der Unabhängigkeit des Landes, und das Finanzministerium habe bereits mit den Vorbereitungen für die mögliche Einführung der neuen Banknote begonnen. „Als Finanzminister habe ich derzeit zwei Vorgaben für US-Banknoten: Es darf keine lebende Person auf US-Banknoten abgebildet sein, und auf den Banknoten muss ‚In God we trust‘ [‚Wir vertrauen auf Gott‘] stehen“, sagte Bessent. „Derzeit liegt also dem Repräsentantenhaus und dem Senat ein Gesetzentwurf vor, der die erste Anforderung ändern soll, damit eine lebende Person – Donald J. Trump – auf dem 250-Dollars-Schein abgebildet werden könnte.“ Bessent fügte hinzu, das Finanzministerium werde „sich an das Gesetz halten“ und dass „alles vom Capitol Hill abhängt“. Hakeem Jeffries, Oppositionsführer im US-Repräsentantenhaus, wies den Vorschlag umgehend zurück und schrieb auf X, es sei ein „klares Nein zu einer 250-Dollars-Note mit Trump“. „Komm mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück“, schrieb Jeffries. „Beim bevorstehenden Jahrestag am 4. Juli geht es nicht um einen Möchtegern-König. Es geht darum, die amerikanische Geschichte zu feiern.“ Der für die Prototypen verantwortliche Künstler ist ein Brite namens Iain Alexander, der sich online als königlicher Porträtmaler, Bildhauer und ehemaliger Schwimmer der Olympiamannschaft beschrieb. Es ist in der Tat paradox, dass der Entwurf eines britischen Künstlers in Betracht gezogen wird, angesichts Trumps fremdenfeindlicher, gegen Einwanderer gerichteter Politik. Das von Bessent vorgestellte Modell ähnelt einem farbenfroheren Designentwurf, den der Abgeordnete Andy Barr Anfang dieses Jahres geteilt hatte (Abbildung unten). Der republikanische Abgeordnete Joe Wilson aus South Carolina hatte bereits am 27. Februar 2025 einen Gesetzentwurf mit dem Titel „Donald J. Trump $250 Bill Act“ eingebracht, der laut einer Pressemitteilung aus Wilsons Büro „den Präsidenten der Vereinigten Staaten anlässlich des 250-jährigen Jubiläums symbolisch würdigen“ sollte. Der Gesetzentwurf ist seitdem im Kongress liegen geblieben. Die Idee, Trumps Konterfei auf einer 250-Dollars-Banknote abzubilden, stößt weltweit auf Spott, auch in China. In der chinesischen Umgangssprache bedeutet die Zahl 250 „eine dumme und sture Person“. Donald Ludwig
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Juni 2026, Teil 1
Aserbaidschan, Bangladesch, Brasilien, Dominikanische Republik, Indien, Indonesien, Kolumbien, Madagaskar, Nigeria, Tadschikistan, Westafrikanische Staaten (Senegal) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Aserbaidschan 1 Manat von 2024 BNB B408c: wie BNB B408b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Bangladesch 50 Taka von 2024 BNB B351.5e: wie BNB B351.5d (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Brasilien 2 Reais, neue Auflage BNB B874i: wie BNB B874h (SCWPM 252A), aber mit neuen Unterschriften (Fernando Haddad/Gabriel Muricca Galípolo). Das Präfix der Kontrollnummer gibt das Jahr und den Monat des Drucks an: M = 2025; H = August. 10 Reais, neue Auflage BNB B876g: wie BNB B876f (SCWPM 254), aber mit neuen Unterschriften (Fernando Haddad/Gabriel Muricca Galípolo). Das Präfix der Kontrollnummer gibt das Jahr und den Monat des Drucks an: N = 2025; E = Mai. Dominikanische Republik 1000 Pesos Dominicanos von 2025 BNB B731f: wie BNB B731e (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Indien 50 Rupees von 2026 BNB B300j: wie BNB B300i (SCWPM 111), aber mit neuem Jahr. Indonesien 1000 Rupiah von 2025 BNB B617d: wie BNB B617c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 5000 Rupiah von 2025 BNB B619d: wie BNB B619c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 20.000 Rupiah von 2025 BNB B621d: wie BNB B621c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Kolumbien 50.000 Pesos vom 26.07.2022 BNB B997j: wie BNB B997i (SCWPM 462), aber mit neuen Unterschriften (Villar/Ocampo) und neuem Datum (26 DE JULIO DE 2022). Madagaskar 20.000 Ariary, neue Auflage BNB B339c: wie BNB B339b (SCWPM 104), aber mit neuem Sicherheitsfaden (Moov™, einem fortschrittlichen 4-mm-Sicherheitsfaden, der von IN Groupe (Frankreich) entwickelt wurde und eine hochmoderne Mikrolinsenmatrix nutzt). Nigeria 10 Naira von 2024 BNB B235s: wie BNB B235r (SCWPM 39), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Solaja) und neuem Jahr. 10 Naira von 2025 BNB B235t: wie BNB B235s (SCWPM 39), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Adedeji) und neuem Jahr. Tadschikistan 500 Somoni von 2024 BNB B221d: wie BNB B221c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Rahmon/Tolibzoda) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Senegal) 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123Ky: wie BNB B123Kx (SCWPM 717K), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe K = Senegal. 5000 Francs CFA von 2026 BNB B123Kz: wie BNB B123Ky (SCWPM 717K), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe K = Senegal. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)
- Dänemark überarbeitete seine 50-Kronen-Banknote
Am 16. Februar 2026 brachte die Dänische Nationalbank ihre neu überarbeitete 50-Kronen-Banknote in Umlauf. Die verwendeten Motive entsprechen denen der 50-Kronen-Banknote, die erstmals 2009 ausgegeben wurde und derzeit im Umlauf ist. Auf der Vorderseite ist unten links unter einem Feld aus Omron-Ringen ein holografisches Skarpsalling-Topf-Motiv abgebildet. Rechts sind Wolken und die Sallingsund-Brücke zu sehen, die die Halbinsel Salling mit der im Limfjord gelegenen Insel Mors verbindet. Die Sallingsundbroen (Sallingsund-Brücke). Auf der Rückseite ist links ein Skarpsalling-Topf auf einem Feld abgebildet. Rechts ist eine Karte von Sallingsund und Skarp Salling in Norddänemark zu sehen, auf der die Lage der Sallingsund-Brücke dargestellt ist. „Serie 2009“ und weiterer Text erscheinen im Rand unten links. Ein gefensterter Motion®-Sicherheitsstreifen und ein durchgehender Sicherheitsstreifen verlaufen beide vertikal über die Banknote und sind auf der Vorderseite sichtbar. Das Wasserzeichen enthält einen hölzernen Wikingerschiffskörper aus Skuldelev im Roskilde-Fjord und eine Elektrotypie der Zahl 50. Die Druckerei ist Oberthur Fiduciaire. Die Banknote misst 125 mm x 72 mm. Donald Ludwig
- Lexikon: Münzscheine oder -zettel
Münzscheine oder Münzzettel waren staatliches Papiergeld in Österreich-Ungarn, das ab 1849 vom K. K. Hauptmünzamt als Ersatz für Münzen bei Kleingeldmangel gegen Hinterlegung in Banknoten ausgegeben wurde. Es gab Münzzettel des Hauptmünzamtes in Wien von 1849 über 6 und 10 Kreuzer und von 1860 über 10 Kreuzer sowie in Ungarn (Ofen) ausgegeben 1849 über 6 und 10 Kreuzer. Bereits Ende 1805 hatte der Magistrat der Stadt Wien sog. Münzzettel zur "Erleichterung des kleinen Verkehrs" in Umlauf gegeben. Magistrat der Stadt Wien: Münzzettel über 12 Kreuzer vom 8. November 1805, Vorderseite. K. K. Hauptmünzamt in Wien: Bogenteil mit vier Münzscheinen zu je 6 Kreuzer vom 1. Juli 1849, Vorderseite. K. K. Hauptmünzamt in Wien: Münzschein bzw- -zettel über 10 Kreuzer vom 1. November 1860, Vorderseite. In Frankreich kam es 1703 durch die "Reformation" der Münzen zur Ausgabe von Quittungen (für abgelieferte Münzen), die zu Zahlungsmitteln wurden und "Billets de Monoye" hießen. Die US-amerikanische "Treasury Notes", ausgegeben von 1890 bis 1893, nannte man "Coin Notes" (Münzscheine), doch nur weil sie laut aufgedrucktem Text in Dollarmünzen eingelöst werden mussten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de
- Aus alten Zeitungen: 17jährige entlarvt raffinierten Fälscher
Gefunden in: "Hamburger Morgenpost" vom 31. Mai 1955 Delia Ward (Abb. mit KI bearbeitet). 17jährige entlarvt raffinierten Fälscher 20 Jahre lang unentdeckt – Komfortable Druckerei im Keller Leeds (England), 31. Mai (Eig. Ber.) Scotland Yard und die Bank von England atmen auf. Eine 17jährige Verkäuferin entlarvte am Wochenende einen raffinierten Geldfälscher, der Südengland seit fast 20 Jahren mit Tausenden falscher Pfundnoten überschwemmte. Das junge Mädchen, Delia Ward, ist die Heldin des Tages. Der Leiter der Bank von England hat ihr zum Dank für ihre Wachsamkeit eine hohe Belohnung überreicht. Delia, die in einem Kaufhaus in Leeds arbeitet, warf einen langen Blick auf eine Einpfundnote, die ihr eine ältere, seriös wirkende Dame überreicht hatte. Der Verkäuferin fiel auf, daß die Zeichnung am Rande des Geldscheines verwaschen war. Unter einem Vorwand bat sie die Kundin, sich einen Augenblick zu gedulden, und stürzte ans Telephon. Fünf Minuten später traten zwei Beamte vom britischen Falschgelddezernat neben die Kundin, die leichenblaß wurde. Delia reichte den beiden Männern den Schein. Sie erkannten sofort, daß die Note falsch war. Die grauhaarige Dame wies sich als die 63jährige Mrs. Sarah Wainwright aus. Die Beamten luden sie sofort in ihren Wagen und fuhren mit ihr zu ihrer Wohnung, einer respaktablen Villa. Per Funk beorderten sie einen Mannschaftswagen zu dem Haus, der fast zur gleichen Zeit mit ihnen dort eintraf. Blitzschnell besetzten die Polizisten die Villa bis unters Dach und begannen mit der Haussuchung. Was sie fanden, ließ manchem von ihnen die Augen übergehen. Im Keller standen, hübsch ausgerichtet, komfortable Druckpressen, lagen in Schränken Druckplatten, Stapel von Banknotenpapier, falsche Geldscheine und echte Muster. In einem Album waren sogar einige Meisterstücke aus der Produktion des Hauses fein säuberlich eingeklebt. Darunter sogar einige falsche Banknoten aus der Vorkriegszeit. Endlich hatte Scotland Yard die Quelle der Fälschungen entdeckt, die um 1936 zum ersten Male in Südengland auftauchten. Der Herr des Hauses, der 68jährige Sydney Wainwright und sein 27jähriger Sohn Gordon verfolgten ängstlich die Untersuchungen der Beamten. Als sie sahen, daß nichts verborgen blieb, gestanden sie, die Hersteller des Falschgeldes zu sein. Zusammen mit seinem Sohn, der Graveur ist, hatte Wainwright jahrelang Pfundnoten gedruckt und hauptsächlich durch seine Frau bei Einkäufen in Umlauf bringen lassen. Ende vergangenen Jahres schwoll der Strom der "Blüten" in Leeds derart an, daß die Polizei das Zentrum der Falschmünzer in dieser Stadt vermutete. Aber alle Versuche, den Herstellern auf die Spur zu kommen, mißlangen –, bis jetzt durch die kleine Delia der Fälscherfamilie endlich das Handwerk gelegt werden konnte. Nach seiner Verhaftung erklärte Mr. Wainwright senior im Verhör: "Das einzige, was ich bedaure, ist, daß es mir nicht gelang, das Geld so einwandfrei ‚hinzukriegen‘, daß es von echtem nicht mehr zu unterscheiden war." Immerhin: Der Schaden, den die Bank von England durch die Falschmünzer während der letzten zwei Jahrzehnte erlitt, beläuft sich auf fast eine Million D-Mark. Hier berichten wir über die weitaus umfangreicheren deutschen Fälschungen britischer Pfundnoten (Unternehmen "Bernhard") während des Zweiten Weltkriegs: https://www.geldscheine-online.com/post/f%C3%A4lscher-falschgeld-teil-51 Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!
- Banknoten zu 5 Reichsmark der Sächsischen Staatsbank von 1945 aus den Beständen der Deutschen Notenbank
1964 erfasste die Deutsche Notenbank in Berlin bei ihr vorhandene Bestände an deutschen Militär- und Besatzungsgeldscheinen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese Erfassung stand zunächst im Zusammenhang mit Überlegungen, solche Scheine Museen für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen. Die erfassten Zahlen sind durchaus interessant[1] – so verzeichnete man einen erheblichen Bestand an Reichskreditkassenscheinen der Wertstufen zu 5 (10.564 Stücke) und 20 Reichsmark (8.438 Stücke), während von den übrigen Stückelungen deutlicher weniger Exemplare vorhanden waren (50 RM – 32 Stück, 2 RM – 224 Stück, 1 RM – 259 Stück und 50 Reichspfennig – 11 Stück). Daneben waren 35 Stück Kassenscheine über 20 Reichsmark vom 28. April 1945 für das Sudetenland und Niederschlesien (Grabowski DEU-262) im Bestand, ferner einzelne Exemplare der Noten der Zentralnotenbank Ukraine, an Scheinen aus dem Protektorat Böhmen und Mähren sowie des Gettos Theresienstadt. Auch eine Ausgabe des Lagergelds Westerbork/Niederlande zu 25 Cents ist verzeichnet. Interessant ist zudem, dass die Notenbank auch einen Bestand an Banknoten der Sächsischen Staatsbank Dresden vom 26. April 1945 auswies – 92 Stück der Wertstufe zu 20 Reichsmark und 20 Stück der Wertstufe zu 5 Reichsmark, jedoch kein Exemplar der Wertstufe zu 50 Reichsmark. Leider ist nicht vermerkt, ob es sich um entwertete oder nicht entwertete Stücke gehandelt hat. Auch sind die Kontrollnummern der Scheine nicht vermerkt worden. Gerade für die Wertstufe zu 5 Reichsmark wäre das sehr aufschlussreich gewesen. Von den Noten der Sächsischen Staatsbank ist lediglich die Wertstufe zu 20 Reichsmark (Grabowski DEU-260) in den Zahlungsverkehr gekommen und, nach neueren Erkenntnissen[2], in Sachsen sogar bis zur Währungsreform in der SBZ am 24. Juni 1948 im Umlauf geblieben. DEU-259 - Sächsische Staatsbank - 5 Reichsmark vom 26.4.1945, Vorderseite. Die Banknote der Wertstufe zu 5 Reichsmark (DEU-259) dagegen wurde nicht ausgegeben. Der Schein wirft Fragen auf: Bekannt sind Scheine mit verschiedenen Serien und stets derselben Kontrollnummer 02550*, die jeweils eine abgeschnittene Ecke aufweisen (also entwertet wurden), sowie Scheine mit verschiedenen Serien und ebenfalls stets derselben Nummer 06428*, die nie eine abgeschnittene Ecke aufweisen. Andere Kontrollnummern sind nicht bekannt geworden. Die Nummerierung der bekannten Scheine in Serien von A bis AD deutet darauf hin, dass die Scheine in Halbbögen nummeriert wurden, und dass nur zwei Halbbögen erhalten geblieben sind, die später geschnitten wurden. Der Bestand in Sammlungen dürfte danach bei jeweils höchstens 30 Exemplaren je Kontrollnummer liegen. Belegt ist, dass bei der Anstalt für Kunstdruck in Dresden-Niedersedlitz Anfang Juli 1945 3048 1/2 fertige, ungeschnittene Bogen zu 60 nummerierten Scheinen der Wertstufe zu 5 Reichsmark der Sächsischen Staatsbank lagerten, und dass ferner in der Druckerei Paul Welzel in Dresden-Lockwitz im August 1945 2000 ungeschnittene Halbbogen zu je 30 Scheinen zu 5 Reichsmark vorhanden waren, davon 611 nummeriert[3]. Im Zusammenhang mit den Aufzeichnungen der Deutschen Notenbank Berlin stellen sich zwei Fragen: Woher kamen die dort verzeichneten Scheine der Sächsischen Staatsbank, und wohin gingen sie? Die Sächsische Staatsbank wurde aufgrund des Befehls Nr. 10 der SMAD im August 1945 abgewickelt und in die Sächsische Landesbank überführt. Diese wiederum firmierte im Sommer 1947 in Sächsische Landeskreditbank um und ging zusammen mit der Emissions- und Girobank Sachsen am 1. Januar 1950 in der Deutschen Notenbank auf. Es steht zu vermuten, dass die im Jahr 1964 in Berlin erfassten Bestände von Banknoten der Sächsischen Staatsbank ursprünglich von dieser kamen, und nach 1950 von der Filiale Dresden der Deutschen Notenbank an die Zentrale in Berlin abgegeben wurden. In denselben Unterlagen der Deutschen Notenbank findet sich in einem internen Vermerk vom 6. November 1964 an den Präsidenten der Notenbank über die Abgabe von Banknoten an Sammler der Hinweis, dass das Sammeln von Banknoten „… in kapitalistischen Ländern ein lukrativer Geschäftszweig sein [dürfte]…“. Dieser Vermerk könnte einen Hinweis darauf geben, was mit dem Bestand der Deutschen Notenbank an Banknoten der Sächsischen Staatsbank zu 5 Reichsmark geschah, zumal die Existenz dieser Wertstufe in Sammlerkreisen erst Mitte der 1970er-Jahre bekannt wurde. Da die Scheine in den 1980er-Jahren gelegentlich auf Auktionen in der Bundesrepublik auftauchten (als entwerte Exemplare mit abgeschnittener Ecke) steht zu vermuten – sie wurden gegen Devisen an Händler in Westdeutschland veräußert. Scheine mit der Kontrollnummer 02550* und abgeschnittener Ecke könnten demnach solche aus dem 1964 bei der Deutschen Notenbank erfassten Bestand sein. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Archivsignatur DN 10/402 [2] Michael H. Schöne: Der 20-RM-Schein 1945 der Sächsischen Staatsbank mit 6-stelliger Kontrollnummer: Neue Erkenntnisse - https://www.geldscheine-online.com/post/der-20-rm-schein-1945-der-s%C3%A4chsischen-staatsbank-mit-6-stelliger-kontrollnummer-neue-erkenntnisse [3] Schöne, a.a.O.
- Neuauflage des Katalogs zum Papiergeld in Böhmen, Mähren und der Slowakei 1900 - 2026
Pavel Hejzlar Papírová platidla na území Čech, Moravy a Slovenska 1900 – 2026 (Papiergeld in Böhmen, Mähren und der Slowakei 1900 - 2026). 436 Seiten, 3. Auflage Prag 2026. Format 14,8 x 21 cm, Softcover und gebunden, durchgehend farbig mit zahlreichen Abbildungen. In tschechischer Sprache. ISBN 978-80-11-07995-6 (Softcover) ISBN 978-80-11-07994-6 (gebundene Ausgabe). Kosten ca. 31 EUR (Softcover) und ca. 33 EUR für die gebundene Ausgabe. Zu bestellen beim Autor – info@bankovky.com. Internationaler Versand ist möglich, Kosten auf Anfrage. Die Erstauflage des Kataloges von Pavel Hejzlar über das Papiergeld in Böhmen, Mähren und der Slowakei ab 1900 erschien 2019 und wurde Hier im Blog besprochen. Im März 2026 ist nun die dritte Auflage erschienen. Viel hat sich seit der Erstauflage getan. Nicht nur, dass der Katalog von ursprünglich 280 auf 436 Seiten angewachsen ist und der Verkaufspreis des Kataloges sich mehr als verdoppelt hat. Auch die Bewertungen haben sich den Entwicklungen des extrem robusten tschechischen und slowakischen Sammlermarktes für Papiergeld angepasst und sind insbesondere für kassenfrische Scheine weiter deutlich angestiegen, in Einzelfällen etwa für Ausgaben der Tschechoslowakei um bis zu 30 %. Papiergeld aus Böhmen, Mähren und der Slowakei bleibt gesucht, seltene Stücke erzielen auf Auktionen im Land teilweise atemberaubende Preise (siehe z. B. https://www.geldscheine-online.com/post/bankovky-6-eine-banknotenauktion-mit-vielen-highlights). Wer das Publikum etwa auf der Sammlermesse Sberatel in Prag anschaut, stellt zudem fest, dass das Hobby in unserem Nachbarland auch jüngere Sammler anzieht. Pavel Hejzlar ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des tschechoslowakischen Papiergelds. Nach vielen Jahren beim Auktionshaus Aurea in Prag ist er seit September 2025 zusammen mit Aleš Kohout für das Auktionshaus Bankovky.com ebenfalls in Prag unterwegs. Sammler kennen ihn u.a. von den Messen Sberatel in Prag und MIF in Maastricht. Der Katalog von Hejzlar deckt alle Papiergeldausgaben ab, die auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei seit 1900 im Umlauf waren, beginnend mit den Kronen-Noten der Oesterreichisch-ungarischen Bank ab 1900 über die Scheine des Bankamtes und der Nationalbank, die Ausgaben des Protektorates Böhmen und Mähren sowie der Slowakei, die Nachkriegsausgaben sowie die Ausgaben der Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei ab 1993. Katalogisiert werden auch deutsche und ungarische Geldscheine, die zwischen 1938 und 1945 im Sudetenland bzw. in den ungarischen Teilen der Slowakei umliefen. Die Bewertung erfolgt für mehrere Erhaltungsstufen in Tschechischen Kronen sowie erstmals daneben auch in Euro, getrennt für nicht-perforierte und für mit Specimen-Lochung perforierte Scheine, oftmals jeweils für einzelne Nummernbereiche. Die Fülle der in dem Katalog enthaltenen Informationen ist beeindruckend. Ausgabe- und Umlaufdaten, Künstler, Auflagezahlen und Nummernbereiche werden genannt, auf Druck- und Wasserzeichenvarianten hingewiesen. Für den sehr seltenen Schein zu 5000 Kronen vom 14. April 1919 werden sogar alle bisher bekannten Exemplare mit Kontrollnummer aufgeführt. Auch die durchgehend sehr hohe Qualität der Abbildungen überzeugt. Durch die klare Systematik erschließen sich die wesentlichen Kataloginformationen auch den Sammlern, die die tschechische Sprache nicht beherrschen. Beim Zugang zu den weitergehenden Kataloginformationen helfen gängige Übersetzungs-Apps. Der Katalog von Hejzlar hat sich zum Standwerk-Referenzwerk für Sammler tschechischer und slowakischer Banknoten entwickelt. Eine Anschaffung ist für jeden Sammler auf diesem Gebiet ein Muss, schon, um bezüglich der Bewertungen auf dem Laufenden zu bleiben. Dr. Sven Gerhard
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Mai 2026, Teil 2
Guinea, Iran, Kuba, Liberia, Mexiko, Nigeria, Rumänien, Saudi-Arabien, Westafrikanische Staaten (Benin, Mali, Niger, Senegal, Togo) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Guinea 5000 Francs Guinéens von 2024 BNB B340e: wie BNB B340d (SCWPM 49), aber mit neuen Unterschriften (Soumah/Kaba), neuem gefensterten Sicherheitsfaden mit entmetalisiertem „GNF 5000“ und neuem Jahr. Iran 2.000.000 Rials, neue Auflage BNB B303b: wie BNB B303a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Abdolnaser Hemmati). Kuba 5 Pesos von 2020 BNB B905h: wie BNB B905g (SCWPM 116), aber mit neuer Unterschrift (Wilson) und neuem Jahr. Liberia 20 Dollars von 2024 BNB B317b: wie BNB B317a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 50 Dollars von 2024 BNB B318b: wie BNB B318a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Mexiko 200 Pesos vom 04.07.2025 BNB B716k: wie BNB B716j (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (4 JUL. 2025) 500 Pesos vom 04.07.2025 BNB B717y: wie BNB B717x (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (4 JUL. 2025) Nigeria 5 Naira, neue Auflage BNB B234q: wie BNB B234p (SCWPM 38), aber mit neuen Unterschriften (Cardoso/Adedeji). Rumänien 5 Lei vom 01.02.2026 BNB B287e: wie BNB B287d (SCWPM 118), aber mit neuen Unterschriften (Mugur Constantin Isărescu/Mugur Tolici), neuem Datum (1 februarie 2026) und neuem Kontrollnummer-Präfix (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Saudi-Arabien 200 Riyals von 2025 BNB B201b: wie BNB B201a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Alsayari/Al-Jadaan) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Benin) 1000 Francs CFA von 2025 BNB B121By: wie BNB B121Bx (SCWPM 215B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122By: wie BNB B122Bx (SCWPM 216B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123By: wie BNB B123Bx (SCWPM 217B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124By: wie BNB B124Bx (SCWPM 218B), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe B = Benin. Westafrikanische Staaten (Mali) 500 Francs CFA von 2025 BNB B120Dn: wie BNB B120Dm (SCWPM 419D), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe D = Mali. Westafrikanische Staaten (Niger) 1000 Francs CFA von 2025 BNB B121Hy: wie BNB B121Hx (SCWPM 615H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122Hy: wie BNB B122Hx (SCWPM 616H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123Hy: wie BNB B123Hx (SCWPM 617H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124Hy: wie BNB B124Hx (SCWPM 618H), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe H = Niger. Westafrikanische Staaten (Senegal) 10.000 Francs CFA von 2025 BNB B124Ky: wie BNB B124Kx (SCWPM 718K), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe K = Senegal. Westafrikanische Staaten (Togo) 2000 Francs CFA von 2025 BNB B122Ty: wie BNB B122Tx (SCWPM 816T), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe T = Togo. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)
- Aus privaten Sammlungen: der Suttner-1000er vom 1. Juli 1966
Bertha von Suttner ist auf der österreichischen 1000-Schilling-Banknote vom 1. Juli 1966 abgebildet. Dieser Schein wurde am 21. September 1970 in Umlauf gebracht. Die Friedensnobelpreisträgerin ist nun wieder in den Schlagzeilen, da sie auf der neuen 200-Euro-Banknote erscheinen soll, worüber wir HIER in unserem Blog erstmals berichtet haben. Die vorherige 1000-Schilling-Note war der „Große Kaplan“, der am 26. November 1962 ausgegeben wurde. Ein informativer Artikel über den „Kleinen …“ und den „Großen Kaplan“ erschien HIER in diesem Blog. Baronin Bertha Sophie Felicitas von Suttner (1843–1914) war eine böhmische Adlige, Pazifistin und Schriftstellerin. 1905 wurde sie die zweite Nobelpreisträgerin (nach Marie Curie im Jahr 1903) uns die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt und gleichzeitig die erste österreichische Preisträgerin. Informative Biografien über Bertha von Suttner finden Sie HIER und HIER. Auf der Rückseite der Banknote ist Schloss Leopoldskron abgebildet. 1736 ließ Leopold Anton Freiherr von Firmian, Fürstbischof von Salzburg, das Schloss als Familienresidenz errichten. Es liegt direkt am wunderschönen Leopoldskroner Weiher und begeistert Besucher mit seinem Panoramablick auf die umliegenden Berge. Das malerische Schloss ist nur wenige Gehminuten von der Salzburger Altstadt entfernt und genießt weltweite Berühmtheit als ursprünglicher Drehort des Films „The Sound of Music“ („Meine Lieder – meine Träume“). Hinter Leopoldskron, rechts oben im Hintergrund, erhebt sich die große mittelalterliche Festung Hohensalzburg auf dem Festungsberg in 506 Metern Höhe. Die auf Geheiß der Salzburger Fürstbischöfe errichtete Festung zählt zu den größten mittelalterlichen Burgen Europas. Objekttyp: Banknote Sammlung: Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Österreich Emittent: Oesterreichische Nationalbank Nominal: 1000 Schilling Datierung: 1. JULI 1966 (1970 ausgegeben) Vorderseite: „1000“ in allen vier Ecken, Bertha von Suttner in der Mitte rechts, komplexe Guilloche-Muster links (hinter dem Nennwert in Worten, dem Bankdatum, Wien, dem Datum und den Unterschriften), rechts (um das österreichische Wappen herum) und im Rahmen um das Banknotenmotiv. Unten: „BERTHA v. SUTTNER | FRIEDENSNOBELPREIS 1905“. Rückseite: „1000“ in allen vier Ecken, Schloss Leopoldskron am Leopoldskroner Weiher, die Festung Hohensalzburg im Hintergrund sowie komplexe Guilloche-Muster links und rechts, oben und unten sowie im Rahmen um das Banknotenmotiv. Unterschriften: Otto Sagmeister (Generalrat), Reinhard Kamitz (Präsident) und Ludwig Seiberl (Generaldirektor) Material: Papier mit Wasserzeichen (Bogenmuster) Druck: Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck Format: 160 mm x 82 mm Nummerierung: E370548B Zitate: B251 (The Banknote Book: Austria, Owen W. Linzmayer). Austria 147a (Standard Catalog of World Paper Money, Modern Issues 1961-Present, 25th Edition). PMG-Grading (zum 20.03.2026): 260 Stück gegradet, 69EPQ (TOP POP, 1 Stück), 68EPQ (14 Stück), 67EPQ (78 Stück) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Die Reichsmark in den eingegliederten französischen Gebieten Elsass und Lothringen von 1940 bis 1945
Die historischen Gebiete Elsass und Lothringen stehen seit knapp 400 Jahren fast ausschließlich unter französischer Herrschaft. Schon seit 1633 kam das Elsass (französisch: Alsace) durch Annexionen und Verträge zum französischen Königreich. Lothringen (französisch: Lorraine) wurde größtenteils nach dem Westfälischen Frieden 1648 ebenfalls dem Machtbereich des jugendlichen Königs Ludwig XIV. zugesprochen. Das blieb – mit territorialen Abweichungen – bis zur Regierungszeit Napoléons III. Durch den Deutsch-Französischen Krieg (eigentl. Französisch-Preußischer Krieg), ausgelöst durch die Frage um die spanische Thronfolge und die Folgen um die sog. Emser Depesche, stand als Ergebnis u. a. die Abtrennung der französischen Landesteile entspr. dem Friedensschluss in Frankfurt. Am 10. Mai 1871 besiegelten Vertreter der am 4. September 1870 in Paris ausgerufenen Dritten Französischen Republik und dem am 1. Januar 1871 ausgerufenen Deutschen Kaiserreich die Abtretung der französischen linksrheinischen und die moselländischen Departemente (Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle) an das Deutsche Reich. Mit dem Tag des Inkrafttretens des Versailler Vorfriedens erfolgte die Gebietsübergabe bereits am 2. März 1871 und am 28. Juni 1871 wurde das dem deutschen Kaiser Wilhelm I. unterstehende Reichsland Elsass-Lothringen durch das Reichsgesetzes vom 9. Juni 1871 ins Deutschen Reich eingegliedert. Der Historiker Prof. Höpel schrieb am 1. April 2012 über die damals zu rund 90 % deutschsprachigen Muttersprachler [1]: „Allerdings waren die Widerstände gegen die Annexion in der einheimischen Bevölkerung im Gegensatz zu 1814/1815 deutlich ausgeprägter. Die Eingliederung ins Deutsche Reich wurde von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Trotz dieser generellen Feststellung gab es doch erhebliche Unterschiede zwischen Lothringen, dem Ober- und dem Unterelsass, zwischen Stadt und Land und zwischen katholischen und protestantischen Bevölkerungsteilen. Der Protest gegen die Annexion war in Lothringen am stärksten und in der protestantischen Landbevölkerung des Unterelsass am geringsten. In Lothringen kam es zu einer erheblichen Emigration insbesondere von Angehörigen des Handels- und Besitzbürgertums. Zudem kam es vor Ort zu einer Spaltung zwischen den Einheimischen und den neu hinzukommenden Altdeutschen, die besonders in Verwaltung und Militär tätig waren. In Metz stieg der Anteil der altdeutschen Bevölkerung von 1875 bis 1890 um 15 Prozent auf einen Anteil von fast der Hälfte der städtischen Zivilbevölkerung. Dort bildeten sich zudem zwei separate jüdische Kultusgemeinden.“ Der preußische Ministerialrat Ludwig Adolf Wiese schrieb über einen Besuch in Elsass-Lothringen im Mai/Juni 1871 Ähnliches. Bis zur Einführung der Mark am 1. Januar 1876 im gesamten Reichsgebiet galt in Elsass-Lothringen der Französische Franc. Die Bank von Preußen in Elsass-Lothringen praktizierte den landesweiten Wechselkurs von 80 Talern bzw. 240 Mark zu 300 Francs. Spekulanten hatten die Gelegenheit genutzt, französische Münzen zu horten und sie an den Schaltern in Straßburg, Mülhausen oder Metz einzulösen. Abb. 1: 100 Francs 10. Februar 1873, Vs., 180 × 112 mm, dieser Banknotentyp wurde zwischen 1866 und 1882 gedruckt und entsprach 26,67 Talern bzw. 80 preußischen Mark. Abb. 2: 100 Francs 10. Februar 1873, Rs., 180 × 112 mm, die Banknotentyp der Banque de France von 1873 hatte eine Auflage von 4,0 Mio. Stück. Abb. 3: 100 Mark 1. Mai 1874, Vs., 159 × 101 mm, Banknote der Preussischen Haupt-Bank Berlin. Abb. 4: 100 Mark 1. Mai 1874, Rs., die Scheine wurden ab Mai 1874 in Umlauf gegeben. Ab 1. August 1914 kam es erneut zum bewaffneten Konflikt zwischen beiden erzfeindlichen Nachbarstaaten im Ersten Weltkrieg. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne vom 11. November 1918 zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich sowie Großbritannien waren die Kampfhandlungen beendet. Deutschland musste in Folge durch den Vertrag von Versailles vom 28. Juni 1919 große Gebiete seines Territoriums an seine Nachbarländer abgeben. Bis zum 17. Oktober 1919 verblieb Elsass-Lothringen beim Deutschen Reich. Schon am 5. Dezember 1918 hatte die Nationalversammlung in Elsass-Lothringen endgültig das „unverletzliche Recht der Elsass-Lothringer, Mitglieder der französischen Familie zu bleiben“ beschlossen. Die kurzzeitig bestehende unabhängige Republik Elsass-Lothringen im November 1918 wurde von keinem Staat anerkannt, französische Truppen besetzen das Gebiet und drangen am 17. November 1918 in Mülhausen (Mulhouse), in Metz und Kolmar (Colmar) vor und erreichten am 21. November 1918 Straßburg (Strasbourg). Im Waffenstillstand von Compiègne war vereinbart worden, die bis 1871 zu Frankreich gehörenden Gebiete innerhalb von 15 Tagen zu räumen. Elsass-Lothringen unterstand später einer Generalkommission in Paris. Von Dezember 1918 bis Oktober 1920 wurden etwa 150.000 Menschen aus dem Elsass und 100.000 aus Lothringen gezwungen, das ehemalige Reichsland in Richtung Deutschland zu verlassen. Erwachsene konnten dabei Bargeld in Höhe von 2.000 Mark und Kinder 500 Mark mit sich führen; die mobilen und immobilen Besitztümer dieser Personen wurden vom französischen Staat konfisziert. Die verbliebenen Bewohner konnten ihre Geldmittel ab 1918 wegen der aufkommenden Inflation nur bedingt zum Kurs von 1 Mark = 1,25 Francs umtauschen. Dort blieb der Franc bis zum 1. Mai 1941 gesetzliches Zahlungsmittel. Mit dem Beschuss der Westerplatte – einer von polnischen Truppen besetzten Enklave in der Freien Stadt Danzig – am 1. September 1939 und dem gleichzeitigen Einmarsch in ganz Polen durch deutsche Truppen begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Frankreich erklärte daraufhin am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg. Nach dem sog. "Sitzkrieg" im Herbst 1939 an der Westfront startete die Wehrmacht entsprechend der Weisung Nr. 11 des Oberkommandos der Wehrmacht am 10. Mai 1940 den Einmarsch in Frankreich mit der anschließenden Teilbesetzung des Nachbarstaats. Frankreichs Armee kapitulierte, der Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 im Wald von Compiègne trat am 25. Juni um Mitternacht in Kraft. Nach der Teilung Frankreichs in verschiedene Zonen schloss man abermals Elsass-Lothringen (die Departements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle) dem Deutsche Reich an. Das Elsass kam zum Gau Baden, der ab 18. Oktober 1940 als Gau Baden-Elsass bzw. Reichsgau Oberrhein beide Gebiete verwaltete; Lothringen blieb eigenständig und sollte in dem im Oktober 1940 neugegründeten Gau Westmark aufgehen, eine geplante Erweiterung mit Lothringen wurde bis 1945 aber nicht mehr realisiert – so wurde Lothringen bis Ende 1944 als CdZ-Gebiet verwaltet. Abb. 5: Karte der Teilung Frankreichs vom November 1942 einschließlich der Deutschland angeschlossenen und von Italien zeitweise besetzten Gebiete. Da die Gebiete anfangs unter CdZ-Verwaltung (CdZ = Chef der Zivilverwaltung) kamen, wurden wie in anderen von Deutschland besetzten Ländern und Landesteilen Reichskredit-Kassenscheine in Umlauf gegeben. Für Frankreich galt die Einführung lt. dem zweisprachigen „Verordnungsblatt des Militärbefehlshabers in Frankreich“ (VOBlF) vom 27. Juli 1940. Man bestimmte einen Umrechnungskurs von 1 Reichsmark für 20 Francs – die Banknoten der Banque de France blieben weiterhin gültig. Die in anderen besetzten Länder ausgegebenen Reichskreditkassen-Münzen zu 5 und 10 Reichspfennig kamen hier nicht in Umlauf. [2] Abb. 6: in Paris gedrucktes Plakat mit zweisprachiger Bekanntmachung der in Umlauf befindlichen Reichskreditkassen-Scheine – Rentenbankscheine durften demnach nicht angenommen werden. Abb. 7: Vs. und Rs., Reichskreditkassen-Münze zu 5 Reichspfennig mit der Jahreszahl 1940; ebenfalls wurden 10-Rpfg.-Münzen geprägt – die Anfang August 1940 für Frankreich in Auftrag gegebenen Münzen wurden jedoch nicht ausgegeben, da kein Bedarf mehr bestand: die Soldaten verwendeten stattdessen die französischen Geldscheine und Münzen [3]; französischen Quellen zufolge wurden die Zinkmünzen zu 5 und 10 Reichspfennig ab dem 20. Juli 1940 ausgegeben (https://halshs.archives-ouvertes.fr). Abb. 8: 100 Francs 14. September 1939, Vs., 180 × 92 mm, die Banknote der Banque de France kam erst am 1. Juli 1940 in Umlauf, galt 5 Reichsmark bis zum Währungstausch von 1944/45 und war in Frankreich bis zum 4. Juni 1945 umlauffähig. Abb. 9: 10 Francs 6. Juli 1939, Vs., 138 x 88 mm, die Banknote der Banque de France kam erst am 2. September 1939 in Umlauf, galt bis zum Währungstausch von 1944/45 50 Rpf. und war in Frankreich bis zum 31. Dezember 1962 umlauffähig. Eine „Entfranzisierung“ griff alsbald in alle Bereiche des täglichen Lebens ein:. Es wurde verboten Französisch zu sprechen, Straßen- und Ladenschilder wurden germanisiert – ebenso Namen von Städten und Dörfern. Viele Elsässer und „Moselaner“ verließen ihre Heimat und es setzte eine willkürliche Vertreibung unerwünschter oder „nicht zu verdeutschender“ Menschen ein. Das waren neben der jüdischen Bevölkerung, die Sinti und Roma, Nordafrikaner, Asiaten, eingebürgerte Franzosen und franzosenfreundliche und französischsprachige Personen. Frankreich hatte nach Kriegsbeginn große Teile der Bevölkerung von Elsass-Lothringen zu ihrem Schutz in französische Nachbar-Departements evakuiert; von den über 400.000 evakuierten Menschen kehrten über 100.000 nach der Besetzung 1940 nicht zurück. In den angeschlossenen Gebieten galt seit August 1940 nach und nach deutsches Recht und die deutsche Strafprozessordnung – im April 1941 wurde die Wehrpflicht eingeführt. Entsprechend kam auch das deutsche Reichsgeld in Umlauf. [4] Im Verordnungsblatt des Chefs der Zivilverwaltung im Elsass steht im § 2 (1) der „Verordnung über die Außerkurssetzung des französischen Franken und der Reichskreditkassenscheine im Elsaß vom 5. März 1941“: „... werden die auf französische Franken lautende Geldsorten und die Reichskreditkassenscheine bis zum 1. Mai 1941 ...“ umgetauscht. Und im Punkt 2: „Als Umrechnungskurs gilt ein französischer Franken = 0,05 RM.“ Und für Lothringen galt schon Monate zuvor die „Anordnung über den Zahlungsverkehr in Lothringen vom 9. August 1940“ und dann ebenfalls der verordnete Umtausch der dort genannten Münzen und Geldscheine zum 30. April 1941 mit der „Verordnung über die Außerkurssetzung des französischen Franken und der Reichskreditkassenscheine in Lothringen vom 1. März 1941“ (VOBl. für Lothringen, S. 205). Inhaltlich ist der § 2 (2) mit dem Text der Verordnung für das Elsass gleichlautend. Der französische Franc wurde somit ausländisches Zahlungsmittel und unterlag dem deutschen Devisenrecht. Fortan galten in Elsas-Lothringen bis Herbst 1944/Frühjahr 1945 nur noch die Rentenbankscheine zu 1 und 2 RentM 1937 und 5 RentM 1926 sowie die Reichsbanknoten zu 5 RM 1942, 10 und 20 RM 1929, 50 RM 1924/1933, 100 RM 1924/1935 und 1000 RM 1924. Die RB-Noten zu 1000 RM 1936, die sog. Kriegsdrucke zu 10, 20, 50 und 100 RM ohne UdrBst. und 20 RM 1939 wurden erst nach dem Ende der deutschen Herrschaft ausgegeben. 50-Reichsmark-Banknoten mit Datum 1939 und mit Elsässer Motiven liegen lediglich ein- und mehrfarbige (mit Irisdruck) als Druckproben vor. Abb. 10: 50 Reichsmark 15. Juni 1939, Vs., 170 x 85 mm, der Entwurf vom Wiener Grafiker Walter Riemer zeigt das Porträt einer Elsässerin mit einer Schleifenhaube der bis heute typischen Tracht. Abb. 11: 50 Reichsmark 15. Juni 1939, Rs., Stadtansicht von Straßburg mit dem 1439 fertig gebauten und 142 hohen Münster; die Entwürfe entstanden nach dem Anschluss – ähnlich dem „Danziger Schein“ mit Krantor. Der Landung der Alliierten an der Küste der Normandie im Juni 1944 folgte die Befreiung Nordfrankreichs. US-, britische und kanadische Truppen zwangen später auch mit der französischen Armee und den bewaffneten Mitgliedern der französischen Innenkräfte FFI (= Forces françaises de l’intérieur) die Deutschen Wehrmacht zur Kapitulation in Frankreich. Die Hauptstadt Paris wurde am 25. August 1944 von deutscher Besatzung befreit, am 9. September 1944 rief General De Gaulle die Provisorische Republik aus, am 19. November 1944 erreichten die Franzosen Mülhausen (Mulhouse), vom 19. bis 22. November 1944 dauerten die Kämpfe um Metz und am 23. November 1944 rückten Einheiten der 2. US-Panzerdivision in Straßburg (Strasbourg) ein. Erst am 2. Februar 1945 wurde Kolmar von der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny erreicht. Zwangsläufig waren die Tage der Reichsmark im Elsass und in Lothringen gezählt. Am 17. November 1944 veröffentlichte das französische Finanzministerium die „Ordonnance du 15 novembre 1944, Conversion monetaire dans les fractions libérées des trois départements du Bas-Rhin, Haut-Rhin et de la Moselle“ (= Verordnung vom 15. November 1944, Geldwechsel in den befreiten Teilen der drei Departements Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle“. Artikel 2 bestimmte, dass die Guthaben auf Konten bei Sparkassen und Banken umgestellt werden: 15 Francs = 1 Reichsmark; für Bargeld galt der gleiche Umrechnungskurs. Die Ausführungsbestimmungen zu dieser Verordnung wurden später festgelegt – sie wurden durch eine weitere Verordnung vom 7. März 1945 geändert und ergänzt, um die Umtauschverfahren anzupassen. Letztlich galt ein Kurs von 20 Francs = 1 Reichsmark. Seit dem 22. März 1945 war der Franken wieder die einzige gesetzliche Währung im Elsass, in Lothringen und in ganz Frankreich ohnehin. Eine Abstempelung deutscher Geldscheine durch französische Institutionen – ähnlich den belgischen und luxemburgischen Umtauschaktionen im Herbst 1944 – hat es in Frankreich nicht gegeben. Nach Aussagen der Banque de France wurden bis Ende April 1945 insgesamt 850,0 Mio. Reichsmark eingetauscht. Interessant ist die Verordnung Nr. 45-948 vom 11. Mai 1945 über die Lage von Kriegsgefangenen, politischen Deportierten und unfreiwilligen Rückkehrern: „Artikel 2. Alle unter Artikel 1 fallenden Rückwirkenden erhalten bei der Einreise in französisches Hoheitsgebiet eine sog. Empfangs-Zulage in Höhe von 1.000 Francs. Diese Zulage wird ihnen auf der Grundlage ihrer Identität vom Ministerium für Gefangene, Deportierten und Flüchtlinge festgelegten Zentren gezahlt. ... Artikel 8. Jeder Rückkehrer ist verpflichtet, im Rückführungszentrum alle deutschen Währungen einschließlich der Lagerwährungen einzuzahlen. Er erhält den Gegenwert von 100 Reichsmark in Höhe von 20 Francs.“ Die Abgabe der deutschen Währung wurden vom „l‘Office des biens et intérêts privés“ (= Amt für Privateigentum und -interessen) quittiert. Abb. 12: 1 Rentenmark 30. Januar 1937, Rs., 120 x 65 mm, beschlagnahmter Geldschein im Wert von 20 Francs mit Ovalstempel des französischen Finanzministeriums: „MINISTERE DES FINANCES / CONSEIL SUPERIEUR DE CONFISCATION“. Abb. 13: britische Soldaten der 5. Fallschirmbrigade betrachten 100-Francs-Scheine und Invasionsgeld in den Händen, welches sie auf dem französischen Festland verwenden werden (fotografiert am 3. Juni 1944 auf dem englischen Flughafen Faiford bei Swindon in Gloucestershire). Abb. 14: 100 Francs Vs., 180 × 92 mm, Banknote der Banque de France, ausgegeben ab 1. Juli 1940 und umlauffähig bis 15. Juni 1945 – 100 Francs entsprachen anfangs 6,67 RM und später 5 RM. Abb. 15: 100 Francs 1944, Vs., 156 x 67 mm, Austauschschein mit zusätzlichem Großbuchstaben X, während der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 gab die US-Armee Geldscheine in Umlauf, die am 28. August 1944 gesetzliches Zahlungsmittel wurden – diese dienten als zusätzliche Geldmittel in den Stückelungen 2, 5, 10, 50, 100, 500 und 1000 Francs während der alliierten Besatzungszeit (damals galt ein Militärumrechnungskurs 1,00 US-$ = 50 Francs, demnach wäre die Reichsmark mit 5 Francs zu bewerten). Abb. 16: 100 Francs 1944, Rs., die Scheine zu 50, 100, 500 und 1000 Francs galten bis zum 15. Juni 1945 und wurden bei dem damaligen Geldumtausch durch eine zweite Serie ersetzt, bei der die Rückseite nicht mehr die französische Flagge sondern den Schriftzug FRANCE zeigt (vom 4. bis 15. Juni 1945 wurde die Abgabe aller bisherigen Banknoten ab 50 Francs verpflichtend, für ungültig erklärt und der Besitz dieser alten Scheine streng bestraft). Am 19. März 1945 verließen die letzten deutschen Soldaten das Elsass. Die Westalliierten marschierten im Westen und Süden über den Rhein und die Donau, die sowjetischen Truppen über die Oder bis zur Elbe. Die Wehrmacht kapitulierte am 6./7. Mai im Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte im französischen Reims und am 8./9. Mai 1945 vor den vier Siegermächten in Berlin-Karlshorst. Das Deutsche Reich wurde für die nächsten Jahre in vier Besatzungszonen geteilt und von den jeweiligen Militärgouverneuren und einem Alliierten Kontrollrat verwaltet. Die deutschen Gebiete jenseits von Oder und Neiße wurden unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung gestellt und unter gleichzeitiger Vertreibung der deutschen Bevölkerung annektiert. Abb. 17: Progaganda-Plakat von 1944 mit den Flaggen der vier Alliierten– von links: die Tricolore für Frankreich, die Stars and Stripes für die USA, der Union Jack für Großbritannien und das rote Banner mit Hammer und Sichel für die Sowjetunion und mit dem Aufruf „cette fois jusqu´á BERLIN (= diesmal bis nach Berlin); vom United States War Information Office in Washington entworfen und hergestellt. Schon am 23. Mai 1949 wurde mit der Unterzeichnung des Grundgesetzes die Bundesrepublik Deutschland errichtet und Konrad Adenauer in Bonn als Präsident des Parlamentarischen Rates gewählt; am 15. September 1949 wählte der Deutsche Bundestag Adenauer zum Bundeskanzler. Die deutsch-französische Aussöhnung begann vor allem mit dem Treffen von Adenauer mit De Gaulle in seinem Privathaus am 14. September 1958 in Colombey-les-Deux-Églises. Bei seinem letzten Besuch in Deutschland sprach de Gaulle am 9. September 1962 im Ludwigsburger Schlosshof die legendäre Worte: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!“. Adenauer hatte schon zwei Monate zuvor bei ihrem Treffen am 8. Juli 1962 in Reims in seiner Tischrede gesagt: „Aber diese beiden Länder haben in Gegensätzen, in Uneinigkeit, in Streit, in bitterer Fehde gelebt. In den letzten hundert Jahren haben Millionen und Abermillionen von Franzosen und Deutschen in schweren Kämpfen ihr Blut vergossen, ihr Leben verloren, um dieser Gegensätze willen, die immer wieder zwischen ihren beiden Völkern herrschten. ... Das, was der Himmel unseren Völkern geschenkt hat, wollen wir ehrfürchtig und dankbar pflegen und erhalten. ... Vor allem aber muss es die Jugend, die junge Generation beider Völker tun, und wir wollen ihr dabei helfen. In ihre Hände wird dereinst die Verantwortung und die Macht gelegt sein; sie soll vorbereitet sein, die Verantwortung zu tragen. Sie soll vorbereitet sein, dieses Werk, das wir begonnen haben, weiterzuführen. ... “ [5] Die Versöhnung Frankreichs mit Deutschland war ein Grundstein für die Schaffung der Europäischen Union mit der Einführung einer gemeinsamen Währung am 1. Januar 2002 – 57 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Abb. 18: 20 Euro 2002, Vs., 133 x 72 mm, mit Signatur des EZB-Präsidenten Willem F. Duisenberg, die Gemeinschaftswährung im Euro-Raum gilt seit 2002 bis heute in 21 Ländern. Michael H. Schöne Quellen [1] Prof. Thomas Höpel: „Der deutsch-französische Grenzraum: Grenzraum und Nationenbildung im 19. und 20. Jahrhundert“ auf Europäische Geschichte Online, https://www.ieg-ego.eu/hoepelt-2012-de URN:urn:nbn:de:0159-2012041105 (28.2.2026) [2] Herbert Rittmann: „Deutsche Geldgeschichte seit 1914“, München 1986 [3] Kurt Jaeger: „Die Deutschen Münzen seit 1871“, Basel 1991 [4] nach Karl-Dieter Seidel: „Die deutsche Geldgesetzgebung seit 1871“, München 1973 [5] Bulletin des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung Nr. 123, 10. Juli 1962 http://gesellschaft-elsass-und-lothringen.de http://www.horizonfr.com https://agorha.inha.fr https://courriermessin.fr https://de.numista.com https://de.wikipedia.org https://fr.wikipedia.org https://fr.wikisource.org https://www.cgb.fr https://www.enjoystrasbourg.com https://www.ieg-ego.eu https://www.invaluable.com https://www.legifrance.gouv.fr https://www.memorial-alsace-moselle.com https://www.reddit.com












