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- Aus privaten Sammlungen: 100 Kronen der tschechoslowakischen Staatsbank von 1951
Mit der Auflösung der k. u. k. Monarchie führte die neue tschechoslowakische Republik eine eigene Währung ein. Durch Regierungsverordnung vom 6. März 1919 wurde dem Bankamt des Finanzministeriums die Regelung des Währungswesens übertragen. Ihm oblag auch die Ausgabe des Papiergelds. Aufgrund der Bekanntmachung des Finanzministers vom 1. April 1926 ging dieses Recht auf die Národní Banka Československá (Tschechoslowakische Nationalbank) über. Dies blieb auch so bis 1950, sieht man von der Unterbrechung in der Zeit der deutschen Besatzung und dem Protektorat Böhmen und Mähren ab. Am 1. Juli 1950 wurde die Funktion der Národní Banka Československá auf die Státní Banky Československá (Staatsbank der Tschechoslowakei) übertragen. Dies bedeutete auch, dass die alten Banknoten durch neue mit dem geänderten Banknamen ersetzt werden mussten. Im Finanzministerium war man der Meinung, dass man mit dem Schein zu 1000 Kronen beginnen sollte. Im Mai 1950 wurden bereits verschiedene Künstler aufgefordert, Entwürfe vorzulegen. Die Kommission, die am 15. Dezember 1950 im Büro des Finanzministers Jaroslav Kabeš tagte, sprach sich für Josef Kaplický‘s Entwurf aus. Besonders angetan war man vom Porträt des Staatspräsidenten Klement Gottwald auf der Vorderseite, Kabeš wünschte jedoch eine Überarbeitung der Gesichter der drei Personen auf der Rückseite, die Arbeiter, Bauer und arbeitende Intelligenz symbolisierten. Im Februar 1951 ließ der Finanzminister diese Forderung jedoch fallen und schlug stattdessen vor, dass Josef Kaplický, Josef Liesler und auch Ludovít Ilečko, Adolf Zábranský oder Antonin Stmadel und möglicherweise auch Karel Svolinský einen weiteren Versuch unternehmen sollten, die endgültigen figürlichen Motive der Rückseite zu schaffen. Am 25. März 1952 trat die Jury erneut zusammen und einigte sich darauf, den Entwurf von Josef Liesler als Ausgangspunkt für die weitere Gestaltung der Tausend-Kronen-Banknote zu nutzen, allerdings sollte die Rückseite nun Stahlarbeiter vor einer entsprechenden Umgebung zeigen. Das Finanzministerium drängte auf die beschleunigte Einziehung des Staatspapiergelds der Ausgabe A. Hierbei handelte es sich um den 1000-Kronen-Schein ohne Ausgabedatum, der auf der Vorderseite das Kopfbildnis von Jiří Poděbrad und auf der Rückseite die Burg Karlstein zeigt. Auf dem Schein befindet sich die Unterschrift des ehemaligen Finanzministers Ladislav Karel Feierabend, der nach der kommunistischen Regierungsübernahme im Jahr 1948 emigriert war und nun Persona non grata war. Gleichzeitig wurden die Bestände der Tausend-Kronen-Banknoten der Ausgabe B mit dem Ausgabedatum 16.5.1945 eingezogen. Da die zunehmenden Ost-West-Spannungen die Gefahr eines neuen militärischen Konflikts heraufbeschworen, sollten die Bestände an Umlauf- oder Reservebanknoten erhöht werden. Die Banknotendruckerei befand sich jedoch in einem Dilemma, zum einen fehlten nicht nur der Lagerraum für Material und unvollendete Drucke sowie qualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch die Devisen zum Kauf von Qualitätspapier im Ausland. Die neuen, mit den praktischen Aspekten der Herstellung gesetzlicher Zahlungsmittel nicht vertrauten Vertreter der Notenbank waren offensichtlich auch von der Zeit überrascht, die die Künstler für die Erstellung der Entwürfe benötigten. So wurde beschlossen, den Druck einer provisorischen Tausend-Kronen-Banknote vorzubereiten, die voraussichtlich 1952 in Umlauf gelangen sollte. Ihre Gestaltung basierte auf der in Umlauf befindlichen Tausend-Kronen-Banknote der Ausgabe B, wobei lediglich der Name Národní Banka Československá durch Státní Banky Československá ersetzt wurde. So wurde 1951 die erste Banknote im Namen der Staatsbank geschaffen und in den Seriendruck gegeben – kam aber nie in Umlauf. Neben der Tausend-Kronen-Banknote wurden auch die Vorbereitungen für die Ausgabe der zweitwichtigsten Banknotenstückelung, der Hundert-Kronen-Banknote Ausgabe C, fortgesetzt. Nachdem die Entscheidung gefallen war, den siegreichen Entwurf von Vilma Vrbová-Kotrbová nicht umzusetzen, wurde Karel Svolinský eingeladen, an der künstlerischen Gestaltung mitzuwirken. Er hatte bereits 1949 mindestens zwei Entwürfe eingereichte, die das Porträt einer jungen Frau zeigen. Sie sollte die nunmehr volksdemokratische Republik auf der Vorderseite symbolisieren. Jedoch war Minister Kabeš das Porträt nicht hübsch genug, sodass es mehrmals geändert wurde, bis die endgültige Version erreicht war, die Ladislav Jirka in der Banknotendruckerei gezeichnet hat und ätzte. Zunächst sollte die Rückseite eine figürliche Darstellung zeigen, später wurde sie durch eine guillochierte Komposition ersetzt. Es wurden zwei verschiedene Guilloche-Lösungen vorbereitet, eine symmetrische und eine asymmetrische, aber schließlich entschied man sich dafür, auf der Rückseite ein kleines Staatswappen in einer inoffiziellen Form zu platzieren, die auf einer Arbeit von Karel Svolinský basierte. Die Banknote wurde zunächst mit dem Datum vom 1. April 1950, dann mit dem 5. Mai 1950 vorbereitet und schließlich auf Grundlage der endgültigen Genehmigung vom 27. September 1951 mit dem Datum des 24. Oktober 1951 gedruckt. Wie der Note zu 1000 Kronen, so wurde auch die zu 100 Kronen nie in Umlauf gesetzt. Der Grund dafür war mit ziemlicher Sicherheit, dass in der Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt bereits neue Banknoten für die Währungsreform gedruckt wurden. Die ebenfalls geplante Note zu 500 Kronen verließ nie das Stadium des Entwurfs. Auf Grundlage des Gesetzes 41 und 45/1953 erfolgte am 1. Juni 1953 eine Währungsreform. Die Tschechoslowakische Krone wurde einem Gegenwert von 0,123426 g Feingold gleichgesetzt und das Austauschverhältnis auf 1,80 Kčs : 1 Rubel festgelegt. Innerhalb von nur drei Tagen erfolgte die Abwertung der alten Geldzeichen. Jeder Einwohner konnte bis zu 300 Kčs gegen neue Geldscheine im Verhältnis 5 : 1 umtauschen. Alle Barbeträge, die dieses Limit überschritten, unterlagen einem Umtausch von 50 : 1. Für Spareinlagen u. ä. galten besondere Umtauschsätze. Objekttyp: Banknote Sammlung: Uwe Bronnert Authentizität: Original Land/Region/Ort: Tschechoslowakei, Prag Emittent: Státní Banky Československá Nominal: 100 Korun Datierung: 24. října (Oktober) 1951 Vorderseite: Porträt einer jungen Frau, im Volksmund: „Anna Proletářka“ (Anna Proletarierin) genannt Rückseite: Offset-Druck, Staatswappen Unterschriften: Dr. Pohl, Kováčik Material: Papier ohne Wasserzeichen Druck: TB SBCS Praha Format: 150 mm x 68 mm Nummerierung: A 29 / 3527339 Umlauf: Nicht ausgegeben! Zitate: 76 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B303 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book: Czechoslovakia) 10 (Jan Bajer: Papírová platidla Československa 1919 -1993, České republiky / Slovenské republiky 1993 – 2003) 96 (Pavel Hejzlar: Papírová platidla na území Čech, Moravy a Slovenska 1900 – 2019) Vladimír Tomšíj et al., 100 Years of the Koruna, monetary policy I instituions I Money, CNB Czech National Bank 2018 Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Kein falscher Fünfziger!
Schon als Kind kommt man mit Geld in Berührung. Zuerst mit Münzen, später mit Papiergeld. Bei mir waren es in den 50-Jahren des letzten Jahrhunderts zuerst noch Scheine der Bank Deutscher Länder: die blauen Zehner und die grünen Zwanziger mit den allegorischen Frauen und Gesellen. Fünfziger oder den roten Hunderter habe ich nicht mehr gesehen, dafür aber die "Franzosenscheine", die mir damals nur wegen des dünnen Papiers und den beeindruckenden Kaufleuten auffielen. Eigentlich nur der Fünfziger, damit ging meine Mutter die Wochenendeinkäufe erledigen. Dann natürlich der Fünfmarkschein mit dem Motiv der barbusigen Europa, aber der kam gar nicht so oft vor. Dafür gab es die silberne Münze zu 5 Mark, auch "Heiermann" genannt. Zu Beginn der 1960er-Jahre kamen dann neue Geldscheine heraus, bei denen mich aber eher die Rückseiten interessierten, das Eichenlaub des Fünfers, die Musikinstrumente auf dem Zwanziger und für mich als Jungen besonders der Segler im Stil der "Gorch Fock", dem Segelschulschiff der Bundesmarine auf dem Zehner. Aber auf dem Fünfziger, da war vorne wieder so ein braun behüteter Mann abgebildet, der mich faszinierte. Abb. 1/2: Bank Deutscher Länder, 50 DM, Vs., sog. "Franzosenschein" vom 9.12.1948. BRD-2, Ro. 254, Pick 14a, Vorder- und Rückseite. Abb. 3/4: Bundesbanknote über 50 DM vom 2.1.1960, Vorderseite Mann mit braunem Fellhut nach einem Gemälde von Barthel Beham aus dem Jahr 1527, KN rechtsbündig, BRD-9, Ro. 265, Pick 21, Rückseite Lübecker Holstentor. Der blaue Hunderte dagegen beeindruckte mich durch seine schiere Größe, dem Adler auf der Rückseite und der Strafandrohung:“ Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft.“ In die Hände bekam ich ihn natürlich erst später. Abb. 5/6: Blanko-Euroscheck der Bezirkssparkasse Bensheim mit lfd. Schecknummer, Kontonummer des Ausstellers und eingedruckter BLZ, der Rest wurde von Hand eingetragen. Seit dem 01.01.2002 nicht mehr ausgegeben. Abb. Wikipedia. Auf der Rückseite musste die Kartennummer der EC-Karte eingetragen und die Karte selbst vorgezeigt werden. Die Unterschrift musste echt wirken, aber nicht echt sein, um die garantierte Einlösung zu erwirken. Als ich dann am Ende der 1970er-Jahre bei einem Reisebüro in einem bekannten Kaufhaus auf der Zeil in Frankfurt am Main in der Einkaufsmeile arbeitete, wurde noch viel mit Bargeld oder Euroschecks bezahlt. Eurochschecks (Eurocheques) waren bis vierhundert DM garantiert und hatten trotz des Namens noch nichts mit dem Euro zu tun, jedoch waren sie europaweit nutzbar. Dafür kam ich aber nunmehr in Kontakt mit Fünfhunderter- und Tausender-Banknoten, musste abends alles Geld zählen und bis auf das Wechselgeld zur Bank bringen. Dabei fiel mir bald bei den Fünfzigern ein Schein in die Hände, der mir falsch vorkam. Ein Schein, der um die Wertzahl herum nur grün war, und zwar Vorder- und Rückseite, obwohl hier sonst ein Wechsel zwischen Braun und Grün zu finden war. Auch die Druckfarbe des Strafsatzes sah nur einfarbig aus. Auf der Bank wurde der Schein aber problemlos akzeptiert und ich auf meine Nachfrage beruhigt, der Schein sei wirklich in Ordnung, trotz der Farbabweichung. Abb. 7: Detail, grüner Rahmen der Wertangabe von der Vorderseite BRD-9, 1960. Abb. 8: Detail, grünbrauner Rahmen Vs. BRD-24, 1977. Abb. 9: Detail, grüner Rahmen der Wertangabe von der Rückseite BRD-9, 1960. Abb. 10: Detail, braungrüner Rahmen Rs. BRD-24, 1977. Abb. 11: Detail, Strafsatz "Zuchthaus" einfarbig braun, Rs. BRD-9, 1960. Abb. 12: Detail, Strafsatz "Freiheitsstrafe" zweifarbig, Rs. BRD-24, 1977. Heute weiß ich, dass der erste Fünfziger der neuen sog. "Gemäldeserie" (BBk I) zu den variationsreichen Scheinen zu Beginn der Bundesbanknoten gehört, und, wie auch die Fünfer, Zehner, Zwanziger und Hunderter über je sechs verschiedene Ausführungen verfügt: a – f, mit und ohne Fasereinlage, UV- aktiv oder nicht, sowie drei verschiedene Austauschnoten. Im Januar 1986 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank unter der Überschrift "Kursfähige Bundesbanknoten" eine präzise und bebilderte Beschreibung aller Banknoten von 5 bis 1000 DM mit Datum der Erstausgabe und dem Format der Scheine. Der Eintrag zum Fünfziger lautet wie folgt: Banknote zu 50 Deutsche Mark, Erstausgabe 18. Juni 1962, Format 75 x 150 mm. Die vorherrschenden Farben der Vorder- und Rückseite sind Schwarzbraun, Rötlichbraun und Olivgrün. Das große Kopfbild ist einem Gemälde entnommen, das sich unter der Bezeichnung „Mann mit Kind, Schwäbischer Meister um 1525“ im Besitz des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt am Main befindet. Das Hauptmotiv der Rückseite, das Holstentor in Lübeck, soll den „deutschen Bürgerstolz“ verkörpern. Am Ende des Textes finden sich folgende Hinweise: Banknoten zu 50 Deutsche Mark sind in zwei farblich voneinander abweichenden Varianten im Umlauf, und zwar sind die auf Vorder- und Rückseite befindlichen großen Zierstücke mit der hellen Wertzahl 50 sowie der Straftext auf der Rückseite bei Noten mit dem Ausgabedatum 2. Januar 1960 einfarbig grün, bei den nachfolgenden Ausgaben braun/grün gedruckt. Banknoten zu 5, 100 und 1000 Deutsche Mark weisen in jedem Falle unter UV-Licht fluoreszierende Fasern auf; bei den vier anderen Werten können auch Noten ohne Fluoreszenzfasern vorkommen. Die meisten umlaufenden Banknoten tragen fluoreszierende Notennummern. Gelegentlich kommen auch noch ältere Scheine vor, bei denen die Notennummer nicht fluoresziert. Das erklärt die Vielfalt der Banknoten mit Datum 2. Januar 1960 im Aufdruck. Auch die Kontrollnummer im Kragenbereich des Mannes ist bei den späteren Ausgaben 1970 (nicht bei Serie M), 1977 und 1980 (mit und ohne Copyright © Deutsche Bundesbank 1962) weiter nach links, mehr mittig versetzt. Abb. 11: KN Vorderseite rechts unten mehr rechtsbündig, BRD-9, 1960. Abb. 12: KN Vorderseite mehr links, BRD-16, 1970. Abb. 13: KN 1970 Serie M wie KN Position 1960. Inzwischen wurde die Deutsche Mark vom Euro abgelöst und das Hertie-Kaufhaus auf der Zeil in Frankfurt am Main geschlossen. Sic transit gloria mundi! (So vergeht der Ruhm der Welt!). Christian Merker
- Leserpost: "Black Eagle" Serie 1899 – Silberzertifikat zu 1 US-Dollar
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe eben mit großem Interesse den Artikel von Michael H. Schöne dazu gelesen. Ich habe einen solchen Schein, M47872685A, mit zwei im Artikel nicht genannten Unterschriften: Links Speelman, rechts White. Ist der Schein evtl. etwas Besonderes? Ich freue mich auf eine Rückmeldung und verbleibe mit freundlichen Grüßen M. Schmid Zum Beitrag von Michael H. Schöne: Aus privaten Sammlungen: Silberzertifikat zu 1 US-Dollar "Black Eagle" der Serie 1899 Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Schmid, die Redaktion von Geldscheine-Online hat mir freundlicherweise Ihre Anfrage weitergeleitet. Die 1-Dollar-Noten von 1899 erfreuen sich bei Sammlern nicht nur in den USA großer Beliebtheit. Aufgrund der Vielzahl der möglichen Varianten ist es fast unmöglich, die über 100 verschiedenen zusammenzutragen. Hiervon sind sehr seltene Scheine belegt – auch Unikate. Ihr Schein ist die früheste Ausgabe der seit 1900 gedruckten sog. "Black Eagles"; Harley V. Speelman und Frank White hatten eine gemeinsame Dienstzeit vom 25. Januar 1922 bis zum 30. September 1927. Während dieser Zeit wurden diese Scheine mit der Unterschriftskombination auch gedruckt, bis man 1928 die kleinformatigen Silver Certificates für den Umlauf vorbereitete. Speelman-White-Scheine mit dem Präfix-Buchstaben M kommen mit 4- bis 8-stelligen Kontrollnummern, mit unterschiedlichen Platten-Buchstaben A bis H und mit vierstelligen Platten-Nummern vor. Wenn auch für Sammler jeder Schein etwas Besonderes ist; denn: könnten sie sprechen, würden wir sicher interessante Geschichten erfahren. Ihr Schein ist aber leider nicht außergewöhnlich, je nach Erhaltung kann man ihn auf dem Sammlermarkt in gebrauchter Erhaltung für um die 100 US-Dollars erwerben. Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Frage ist Ihnen weitergeholfen. Mit freundlichen Sammlergrüßen Michael H. Schöne
- Chemnitzer Lohnscheckbank: Goldmark-Notgeld 1923
Als in der Hyperinflation Ende 1923 die deutsche Markwährung total zusammenbrach, suchten viele Kreditinstitute nach kreativen Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld zur Vereinfachung der Lohn- und Gehaltszahlungen. In dieser Situation begab die Chemnitzer Lohnscheckbank im November 1923 Notgeld auf Goldmarkbasis. Für die Versorgung der zahlreichen Chemnitzer Industriebetriebe mit Goldmark-Notgeld sorgte die Lohnscheckbank Chemnitzer Industrieller G.m.b.H. in Chemnitz (Sachsen), die seinerzeit auch schon zahlreiche Papiermark-Notgeldschecks über Millionen- und Milliardenbeträge herausgebracht hatte. Lohnscheckbank Chemnitzer Industrieller G.m.b.H., Lohnscheck über 100 Mio. Mark als Papiermark-Ersatz, ausgegeben in Chemnitz am 17. Oktober 1923. Mit Genehmigung des Reichsfinanzministeriums gab die Bank ab 1. November 1923 Notgeldscheine auf Goldmarkbasis mit Dollar-Valutaklausel über 20 Pfennig-Gold (2/42 Dollar) sowie 1, 2 und 4 Mark Gold (10/42, 20/42/ und 40/42 Dollar) aus, für die wie üblich die Betriebe wertbeständige Reichsgoldanleihe hinterlegten. Die Einlösung des Notgelds war zum 15. Dezember 1923 geplant. Von all diesen Notgeldscheinen liefen Fälschungen um, die aber am unklaren Druck und bei fehlendem Wasserzeichen verhältnismäßig leicht erkennbar waren. Lohnscheckbank Chemnitzer Industrieller G.m.b.H., Notgeldschein über 1 Mark-Gold = 10/42 Dollar der Schatzanweisung der wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reiches, ausgegeben in Chemnitz am 1. November 1923. Lohnscheckbank Chemnitzer Industrieller G.m.b.H., Notgeldschein über 2 Mark-Gold = 20/42 Dollar der Schatzanweisung der wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reiches, ausgegeben in Chemnitz am 1. November 1923. Lohnscheckbank Chemnitzer Industrieller G.m.b.H., Notgeldschein über 4 Mark-Gold = 40/42 Dollar der Schatzanweisung der wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reiches, ausgegeben in Chemnitz am 1. November 1923. Die Einlösung des Goldmark-Notgelds erfolgte für die Lohnscheckbank Chemnitzer Industrieller G.m.b.H. im sächsischen Chemnitz nach Aufruf des Reichsfinanzministers Anfang 1924 für den Freistaat Sachsen im Zeitraum vom 15.6. bis 15.7.1924. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (6/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Die ''versteckten'' Informationen in den Kontrollnummern der schwedischen Banknoten der 2015er-Serie
Die Kontrollnummern der 2015er-Serie der Schwedischen Reichsbank (Sveriges Riksbank) beginnen mit einem Buchstaben, gefolgt von einer neunstelligen Zahl. Die Kontrollnummer enthält mehrere Informationen. Schweden, SWE-69: 20 Kronen ohne Datum (2015), Vorder- und Rückseite. Der Buchstabe, der der Kontrollnummer vorangestellt ist, zeigt an, in welchem Jahr die Scheine gedruckt wurden. Es gilt: A = 2013 (Testserie; angeblich wurden alle Noten vernichtet) B = 2014 (Wertstufen: 20, 50, 100, 200, 500, 1000 Kronen) C = 2015 (100, 500 Kronen) D = 2016 (20, 100 Kronen) E = 2017 (500 Kronen) F = 2018 (500 Kronen) G = 2019 (500 Kronen) J = 2022 (100 Kronen) Es wird also fortlaufend ''durchbuchstabiert,'' beginnend mit dem Startjahr 2013. Da 2020 und 2021 keine schwedischen Banknoten gedruckt wurden, entfallen die Buchstaben H und I. Im Jahr 2023 wurden (Stand: Mitte November 2023) ebenfalls keine schwedischen Geldscheine gedruckt. Damit entfällt auch der Buchstabe K. Schweden, SWE-72: 200 Kronen ohne Datum (2015), Vorder- und Rückseite. Die beiden ersten Ziffern nach dem Buchstaben geben den Platz auf der Druckplatte an. Bei den 20- und 50-Kronen-Scheinen sind es 60 Stück auf einer Druckplatte bzw. einem Bogen, bei den 100-, 200-, 500- und 1000-Kronen-Scheinen sind es 50. Die Zahlenkombinationen gehen somit von 01 bis 60 bzw. 01 bis 50. Die dritte Ziffer (nach dem Buchstaben) gibt die Unterserie der Note an. Bisher sind folgende Unterserien bekannt: 20 Kronen: B0, B1, D0 50 Kronen: B0, B1 100 Kronen: B0, C0, C1, D0, J0 200 Kronen: B0, B1, B2 500 Kronen: B0, C0, C1, C2, E0, F0, G0 1000 Kronen: B0 Die restlichen sechs Ziffern sind dann die individuelle Kontrollnummer der Banknote. Die schwedische Reichsbank veröffentlich zwar kurz nach Beginn eines jeden Monats die Anzahl der Scheine (und Münzen) im Umlauf. Die Anzahl der produzierten Scheine wird (bzw. wurde bisher) aber nicht veröffentlicht. Was die Reichsbank allerdings veröffentlicht, sind die Kosten für die Produktion von Scheinen (und Münzen). Diese Informationen zusammen mit den Beobachtungen und Meldungen von Sammlern über Kontrollnummern der im Umlauf gefundenen Banknoten lassen einen ziemlich guten Rückschluss auf die Anzahl der gedruckten Scheine zu. Hier die von einem schwedischen Sammler errechneten Zahlen, die sehr glaubwürdig sind: 20 Kronen: Serie B0 & B1: insgesamt 108 Millionen Stück 20 Kronen: Serie D0: 54 Millionen Stück 50 Kronen: Serie B0 & B1: insgesamt 72 Millionen Stück 100 Kronen: Serie B0: 6 Millionen Stück 100 Kronen: Serie C0 & C1: insgesamt 90 Millionen Stück 100 Kronen: Serie D0: 15 Millionen Stück 100 Kronen: Serie J0: 25 Millionen Stück 200 Kronen: Serie B0 & B1 & B2: insgesamt 120 Millionen Stück 500 Kronen: Serie B0: 6 Millionen Stück 500 Kronen: Serie C0 & C1 & C2: insgesamt 105 Millionen Stück 500 Kronen: Serie E0: 35 Millionen Stück 500 Kronen: Serie F0: 30 Millionen Stück 500 Kronen: Serie G0: 40 Millionen Stück 1000 Kronen: Serie B0: 11 Millionen Stück Die Serien A bis F wurden von der Firma Crane produziert, die Serien G und J von der Firma DeLaRue. Unter UV-Licht lassen sich Unterschiede zwischen den beiden Produzenten erkennen. Ralf Faust
- Münzen Gut-Lynt: Nachbericht Banknoten zur Online-Auktion 14 am 25. November 2023
Die sechste und letzte Gut-Lynt Auktion in diesem Jahr 2023 fand am Wochenende des 25. und 26. November statt und wartete gleich am ersten Tag mit einer starken Auswahl an Banknoten aus aller Welt auf. Einen Schwerpunkt bildete eine Partie Weltbanknoten mit über 500 Positionen. Der Sammler hatte besonderen Wert auf die Erhaltungen gelegt. Nur wenn keine kassenfrischen Noten zu bekommen waren, findet man wenige geringer erhaltene Stücke. Durch vielseitige und gute Kontakte ist diese beeindruckende Sammlung zusammengetragen worden. Nach dem sehr erfolgreichen Verkauf des ersten Teils einer spektakulären Sammlung Bundesrepublik Deutschland kam nun ein zweiter Teil dieses Gebiets zur Versteigerung. Die Auktion verlief insgesamt wieder sehr erfolgreich. Als Gemeinschaftsgründung von vier namhaften Auktionshäusern, darunter Sincona aus der Schweiz und Dr. Busso Peus aus Frankfurt am Main, steht hinter Münzen Gut-Lynt ein großer internationaler Kundenstamm. Außerdem finden sich viele Einzellose, die besonders für Sammler interessant sind. Hier eine kleine Auswahl von Ergebnissen aus der Auktion: Los 6: Afghanistan, Muhamad Zahir Shah (SH1312-1352/AD1933-1973). 2, 5, 10 (3), 20, 50 (2), 100 (2) Afghanis 1948-1957. Pick 28, 29, 30 c, d, 30 A, 31d, 32, 33 a, 34 a, d. I/I- / About Uncirculated / Uncirculated. (10x). Taxe: 100 Euro, Zuschlag: 400 Euro Los 21: Algerien, Republik Banque Central d'Algérie. 10 Nouveaux Francs 10.2.1961. Pick 119. I / Uncirculated. Taxe: 80 Euro, Zuschlag: 1.450 Euro Los 53: Aruba, Centrale Bank van Aruba 500 Florin 16.7.1993, Pick 15. I / Uncirculated. Taxe: 250 Euro, Zuschlag: 850 Euro Los 70: Königreich Bahrein Currency Board 1/4 Dinar 1964, Pick 2. I / Uncirculated. Taxe: 25 Euro, Zuschlag: 250 Euro Los 89: Bangladesch, Republik Bangladesh Bank 100 Taka N.D. (1972), Pick 12. I / Uncirculated. Nadellöcher / Pinholes. Taxe: 40 Euro, Zuschlag: 130 Euro Los 110: Bhutan, Königreich Royal Government of Bhutan 10 Ngultrum N.D. (1974), Pick 3. I / Uncirculated. 2 Nadellöcher / Pinholes. Taxe: 200 Euro, Zuschlag: 625 Euro Los 132: Bulgarien, Volksrepublik/Republik Nationalbank 1000 Leva 1948, Pick 78. I / Uncirculated. Taxe: 80 Euro, Zuschlag: 440 Euro Los 265: Deutschland, Westliche Besatzungszonen und Bundesrepublik Deutschland ab 1948 Bank Deutscher Länder & Ausgaben Westberlin 50 Deutsche Mark 1948, Grabowski WBZ-10 a. I / Uncirculated. Taxe: 7.000 Euro, Zuschlag: 8.750 Euro Los 384: Deutschland, Deutsche Nebengebiete Saargebiet 5 Mark 1947, Grabowski SAR-10. I- / About Uncirculated. Taxe: 200 Euro, Zuschlag: 420 Euro Los 398: El Salvador, Republik Banco Central de Reserva de El Salvador 200 Colones 18.4.1997, Pick 152 b. I / Uncirculated. Taxe: 160 Euro, Zuschlag: 420 Euro Los 399: Estland, Republik Eesti Pank / Bank of Estonia 100 Krooni 1992. In versiegelter Hülle der Estnischen Nationalbank / In sealed plastic holder of Estonian National Bank. Pick 74 b. I / Uncirculated. Taxe: 25 Euro, Zuschlag: 1.700 Euro Los 416: Französisch-Indochina 20 Piastres 15.03.1907 Saigon. Pick 36. PMG 25 very fine. Pinholes, Stains. Taxe: 700 Euro, Zuschlag: 1.950 Euro Los 421: Französisch-Westafrika 50 Francs 22.4.1948 5.00 g. Pick 39. I / Uncirculated. Taxe: 70 Euro, Zuschlag: 360 Euro Los 421: Guadeloupe, Französische Administration, Caisse Centrale de de la France d'Outre-Mer 50 Francs N.D., Pick 34. I / Uncirculated. Taxe: 200 Euro, Zuschlag: 380 Euro Los 481: Indien, Britische Administration Government of India 5 Rupees n.d. (1917-1930) Pick 4a. PMG 53. About uncirculated EPQ. Spindle hole at issue. 50 Francs N.D., Pick 34. I / Uncirculated. Taxe: 250 Euro, Zuschlag: 725 Euro Los 484: Indonesien 2500 Rupien N.D. (1957), Pick 54. I/I- / About Uncirculated / Uncirculated. Taxe: 250 Euro, Zuschlag: 675 Euro Los 488: Iran, Königreich Iran Bank Markazi Iran 200 Rials N.D. (1965), Pick 81. I / Uncirculated. Taxe: 25 Euro, Zuschlag: 220 Euro Los 492: Irak Lot 1/4, 1/2, 1, 5, 10 Dinars N.D. (1971). Pick 56 - 60. I / Uncirculated. (5x) Taxe: 40 Euro, Zuschlag: 750 Euro Los 532: Kasachstan, Kazakstan Ülttyk Banki 5000 Tenge 2001, Pick 26. I / Uncirculated. Taxe: 50 Euro, Zuschlag: 550 Euro Los 566: Marokko 500 Francs 10.11.1948, Pick 15 b. I / Uncirculated. Taxe: 80 Euro, Zuschlag: 360 Euro Los 570: Mauritius, Republik Bank of Mauritius 1000 Rupees N.D. (1991), Pick 41. I / Uncirculated. Taxe: 80 Euro, Zuschlag: 480 Euro Los 605: Oman, Central Bank of Oman Lot 100 Baiza - 20 Rials, mit Datenvarianten / with date variants, 16 Scheine. Pick 22 a-d, 23 a-c, 24, 25, 26 a-c, 27, 28 a,b, 29 a, . I / Uncirculated. (16 x) Taxe: 600 Euro, Zuschlag: 2.400 Euro Los 624: Polen, Nationalbank Narodowy Bank Polski 500 Zlotych 15.7.1947, SERIA 4 P. Pick 132. I / Uncirculated. Taxe: 300 Euro, Zuschlag: 560 Euro Los 625: Polen, Nationalbank Narodowy Bank Polski 1000 Zlotych 15.7.1947, Pick 133. I / Uncirculated. Taxe: 250 Euro, Zuschlag: 525 Euro Los 677: Straits Settlements, Government of the Straits Settlements 1 Dollar 1.09.1906 Pick 1a. PMG 35 Choice very fine. Taxe: 1.000 Euro, Zuschlag: 4.400 Euro Los 723: Zentralafrikanische Republik, Banque des États de l'Afrique Centrale 5000 Francs 1.1.1980, Pick 11 . I / Uncirculated. Taxe: 400 Euro, Zuschlag: 725 Euro Über den Online-Katalog der Gut-Lynt 14 können Sie alle Ergebnisse einsehen und am Nachverkauf teilnehmen: www.auktionen.gut-lynt.de. Auch unsere Website www.gut-lynt.de bietet Vor- und Rückschauen sowie jeweils aktuelle Informationen zu Auktionsterminen und Einlieferungsfristen. Bei Fragen rund um die Münzen Gut-Lynt Auktion 14 sind wir gerne für Sie da: Schreiben Sie einfach an info@gut-lynt.de oder rufen Sie uns an: (+49) 02156 4874819. Wir freuen uns auf Sie.
- Münzen Gut-Lynt Online-Auktion 14 am 25./26. November 2023
Die sechste und letzte Gut-Lynt Auktion in diesem Jahr 2023 startet am Wochenende des 25. und 26. November, jeweils ab 10 Uhr, und wartet mit einer starken Auswahl an Banknoten aus aller Welt am ersten sowie mit Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart am zweiten Tag auf. Der vielseitigen Welt der Banknoten widmet sich die Gut-Lynt 14 am ersten Auktionstag: Einen Schwerpunkt bildet eine Partie Weltbanknoten mit über 500 Positionen. Der Sammler dieser Serie hat besonderen Wert auf die Erhaltungen gelegt. Nur wenn keine kassenfrischen Noten zu bekommen waren, findet man wenige geringer erhaltene. Durch vielseitige und gute Kontakte ist diese beeindruckende Sammlung zusammengetragen worden. Nach dem sehr erfolgreichen Verkauf der letzten Sammlung Bundesrepublik Deutschland kommt nun ein zweiter Teil dieses Gebiets zur Versteigerung. Nicht nur das Angebot, sondern auch die attraktiven Startpreise machen die Auktion zu einem festen Termin im Sammlerkalender. Hier eine kleine Auswahl aus der Auktion: Bahamas, 100 Dollars 1996, fast kassenfrisch, Taxe 300 Euro. Bahrain, 10 Dinars 1964, kassenfrisch, Taxe 500 Euro. Belize, 100 Dollars 1.11.1983, Taxe 600 Euro. Cayman Islands, 100 Dollars 1974, kassenfrisch, Taxe 500 Euro. China, Volksrepublik, 1 Jiao 1960, kassenfrisch, Taxe 350 Euro. Deutschland, 5 Deutsche Mark 1948, Serie G, Ersatznote, IV, Taxe 500 Euro. Deutschland, 10 Deutsche Mark 1948, 3x perforiert, fast kassenfrisch, Taxe 250 Euro. Deutschland, 50 Deutsche Mark 1948, fast kassenfrisch, Taxe 800 Euro. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1948, "Roter Hunderter", II, Taxe 600 Euro. Deutschland, 50 Deutsche Mark 1948, kassenfrisch, Taxe 7.000 Euro. Deutschland, 1000 Deutsche Mark 1991, falsch eingelegter Bogen: Wasserzeichen kopfstehend und seitenverkehrt, II-III, Taxe 800 Euro. Färöer, 1000 Kronur 1994, kassenfrisch, Taxe 350 Euro. Französisch Indo-China, 20 Piasters 1907, Saigon, PMG 25, Taxe 700 Euro. Französisch Indo-China, 500 Piasters o.D. (1951), Perforation SPECIMEN, PMG 45, Taxe 500 Euro. Gambia, 5 Pounds o.D., Pick 3, kassenfrisch, Taxe 200 Euro. Guadeloupe, 50 Francs o.D., Pick 34, kassenfrisch, Taxe 200 Euro. Hongkong, 100 Dollars 1.1.1977, kassenfrisch, Taxe 200 Euro. Hongkong, Hong Kong & Shanghai Banking Corporation/Hong Kong, 500 Dollars 31.3.1981, kassenfrisch, Taxe 200 Euro. Irland, 50 Pounds 1991, kassenfrisch, Taxe 300 Euro. Indien, 1 Rupee, Persian Gulf Issue, Nadellöcher, kassenfrisch, Taxe 250 Euro. Indonesien, 2500 Rupien o.D. (1957), fast kassenfrisch, Taxe 250 Euro. Katar, 100 Riyals o.D., Pick 11, kassenfrisch, Taxe 150 Euro. Katar, 500 Riyals o.D., Pick 19, kassenfrisch, Taxe 400 Euro. Kongo, 10.000 Francs o.D., Pick 5a, kassenfrisch, Taxe 450 Euro. Malta, 5 Pounds 1967, kassenfrisch, Taxe 200 Euro. Polen, 500 Zlotych 1947, kassenfrisch, Taxe 300 Euro. Polen, 1000 Zlotych 1947, kassenfrisch, Taxe 250 Euro. Réunion, 20 Nouveaux Francs o.D. (1967), kassenfrisch, Taxe 400 Euro. Ruanda und Burundi, 5 Francs 1960, Pick 1, kassenfrisch, Taxe 250 Euro. Straits Settlements, 1 Dollar 1906, PMG 35, Taxe 1.000 Euro. Ungarn, 100 Pengö 1946, gebraucht bis leicht gebraucht, Taxe 250 Euro. Vietnam, 10.000 Dong o.D. (1975), PMG 64, Taxe 500 Euro. Zentralafrika, 5000 Francs 1980, kassenfrisch, Taxe 400 Euro. Der zweite Auktionstag gehört den Münzen und Medaillen von der Antike bis in die heutige Zeit mit rund 1.700 Losen. Der Online-Katalog der Gut-Lynt 14 wird ab Anfang November auf der Auktionsplattform www.auktionen.gut-lynt.de zur Verfügung stehen. Bitte vergessen Sie nicht, sich rechtzeitig zu registrieren, falls Sie zum ersten Mal mitbieten möchten. Auf Instagram "muenzen_gut_lynt" begleiten wir übrigens jede Auktion mit exklusiven Highlights. Auch unsere Website www.gut-lynt.de bietet Vor- und Rückschauen sowie jeweils aktuelle Informationen zu Auktionsterminen und Einlieferungsfristen. Bei Fragen rund um die Münzen Gut-Lynt Auktion 14 sind wir gerne für Sie da: Schreiben Sie einfach an info@gut-lynt.de oder rufen Sie uns an: (+49) 02156 4874819. Wir freuen uns auf Sie.
- Lexikon: Heimatsammlung
Die Anregung zu einer Heimatsammlung geben meist lokale Notgeldscheine, die zunächst mit allen Varianten gesammelt werden. In den Archiven lassen sich oft noch Unterlagen über die Herstellung und die Hintergründe der kommunalen und privaten Geldscheinausgaben entdecken. Nicht selten stößt man dabei auch auf bis dahin unbekannte Notgeldausgaben, vor allem aus der Inflationszeit von 1923. Beim forschenden Sammler können so geld- und finanzgeschichtliche sowie über die Motive auf den Scheinen auch heimatkundliche Interessen geweckt werden. Dießner 242.4f: Notgeld der Gemeinde Moosch (Elsass) über 10 Mark ohne Datum vom September 1914 (sog. 1914er Notgeld), Druck einseitig. Grabowski E22.2: Notgeld der Stadt Erfurt (Thüringen, vormals preußische Provinz Sachsen) über 50 Pfennig vom 20. Oktober 1918 (sog. Kleingeldscheine: Amtliche Verkehrsausgaben), Vorder- und Rückseite. Tieste 2765.450.01: Notgeld der Hamburger Zigarettenfabrik Sossidi Gebrüder über 20 Pfennig gültig bis 1. März 1922 (sog. Kleingeldscheine: Private Verkehrsausgaben), Vorder- und Rückseite. Geiger 121.04a: Notgeld der Stadt Eisenach (Thüringen, vormals Sachsen-Weimar-Eisenach) über 50 Mark vom 24. Oktober 1918 (sog. Großnotgeld, alle Notgeldscheine von 1 bis 100 Mark Nennwert), Vorder- und Rückseite. Müller 2410.4: Notgeld der Stadt Königsberg i. Pr. (preußische Provinz Ostpreußen, heute Kaliningrad in Russland) über 500 Mark vom 30. September 1922 (sog. Notgeld der deutschen Inflation, August 1922 bis Juni 1923), Vorder- und Rückseite. Grabowski BAY-266: Notgeld der Kreisgemeinde Pfalz zu Speyer (Rheinland-Pfalz, vormals Bayern) über 1 Billion Mark vom 1. Oktober 1923 (sog. Notgeld der Hochinflation ab Juli 1923), Druck einseitig. Grabowski 117.1c: Notgeld der Stadt Blankenhain in Thüringen über 1 Mark ohne Datum von 1921 (sog. Deutsche Serienscheine), Vorder- und Rückseite. Kodnar/Künstner 6f: Notgeld des Marktes Admont (Steiermark) über 60 Heller vom November 1920 (sog. Österreichische Serienscheine), Vorder- und Rückseite. Eine Heimatsammlung wird oft mit den Scheinen des Wohn- oder Geburtsortes begonnen, auf Nachbarorte oder eine ganze Region ausgedehnt und nicht selten zu einer Ländersammlung ausgebaut. Einen besonderen Stellenwert haben derartige Heimatsammlungen für Menschen eingenommen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, so aus den deutschen Ostgebieten. In Heimatsammlungen werden oft alle Scheine aufgenommen, die in der Region gültig waren oder ausgegeben wurden. Dazu können auch Scheine von Länderbanken gehören oder sogar solche von Kriegsgefangenenlagern, die es während des Ersten Weltkriegs in der jeweiligen Region gab. Eine besonders reichhaltige Fundgrube für Heimatsammler bilden die sog. Serienscheine, die sich in einer großen Vielfalt an Motiven der Regional- und Kulturgeschichte widmen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte Literaturempfehlung Grabowski/Mehl: Deutsches Notgeld, Band 1/2: Deutsche Serienscheine 1918-1922 ISBN: 978-3-86646-518-3 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: komplett in Farbe Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 960 Preis: 45,00 EUR Leseprobe Zur Reihe Deutsches Notgeld
- Serienscheine erinnern an die Nordische Woche vom September 1921 in Lübeck
Zum 100. Jahrestag der „Nordischen Woche“ wird am 1. September 2021 das Behnhaus, offizieller Name Museum Behnhaus Drägerhaus, Galerie des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne, in Lübeck eine Jubiläumsausstellung eröffnen, „die sich u. a. mit Lübecks Rolle innerhalb einer (nordischen) Moderne auseinandersetzen will.“[1] Die Nordische Woche war ein gesellschaftliches Großereignis. Nach dem Ersten Weltkrieg war man im Deutschen Reich bemüht, an die zerrissenen Auslandskontakte wieder anzuknüpfen. Dies galt im besonderen Maße für die alte Hansestadt Lübeck. Georg Rudolf Reinhold Kalkbrenner (* 20. Dezember 1875 in Dammer; † 18. Mai 1956 in Lübeck), Finanzsenator der Hansestadt, und Wilhelm Theodor Erich Wallroth (* 28. Januar 1876 in Berlin; † 6. Januar 1929 in Oslo), Mitglied der Lübecker Bürgerschaft und später als Diplomat im Reichsdienst tätig, gründeten mit anderen Vertretern der Lübecker Politik und Wirtschaft die „Nordische Gesellschaft“. Sie trat dafür ein, die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu den Staaten des europäischen Nordens neu zu beleben und zu fördern. Abb. 1: Titelseite des Programmheftes zur Nordischen Woche. Die Darstellung auf der Titelseite ist fast identisch mit der des Plakates zur Ausstellung. Beide stammen vom Gebrauchsgraphiker Alfred Mahlau (* 21. Juni 1894 in Berlin; † 22. Januar 1967 in Hamburg). Er hat plakativ eine Vielzahl von Fischkuttern mit roten und schwarzen Masten um einen roten Duckdalben (eingerammte Gruppe von Pfählen zum Festmachen von Schiffen im Hafen) vertäut dargestellt. Während in der Presse die Darstellung als „blutiges Stachelschwein“ bezeichnet wurde, sprach Reichskunstwart Edwin Redslob dagegen von einem der am besten gelösten Plakat, das er in der letzten Zeit gefunden habe. Bei der Umsetzung dieses Zieles griff man auf Ideen der Deutsch-Nordischen Handels- und Industrie-Ausstellung aus dem Jahre 1896 zurück. Auch Ende des 19. Jahrhunderts strebten Industrielle und Politiker eine Verbesserung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Skandinavien an. So wurde die Nordische Woche ins Leben gerufen. Vom 1.–11. September 1921 fand eine Reihe von Veranstaltungen statt, die die alte Hansestadt Lübeck aus ihrer Randlage befreien sollte und ihre Stellung im Ostseeraum als ehemaliges Haupt der Hanse in Erinnerung brachte. Dies wird auch aus den einleitenden Worten im Programmheft deutlich: „Jahrhunderte verbanden Deutschland und die nordischen Länder. Ströme wirtschaftlichen und geistigen Lebens fluteten über Meere und Staatsgrenzen. Auf den Schiffahrtsstraßen der Ostsee steigerte sich von Jahr zu Jahr der Verkehr, Erzeugnisse des Bodens und des Gewerbefleißes hinüber und herüber tragend, das Wirtschaftsleben der angrenzenden Länder enger und enger verknüpfend. Die Reformation brachte religiöse Erneuerung Deutschland wie den nordischen Ländern. Nordisches Schauspiel, nordischer Roman befruchteten deutsches Schaffen, Meisterwerke deutscher Musik und Literatur fanden Heimstätte in nordischen Ländern. Häufige Reisen mehrten das Wissen vom Leben der anderen Völker. Politische Notwendigkeiten und wirtschaftliche Zerrüttungen der Kriegs- und Nachkriegszeit zerrissen viele Bande, schnitten ab vom Denken und Schaffen anderer Völker, an denen teilzunehmen Gewohnheit und Bedürfnis war. Umwälzungen der geistigen und politischen Struktur vollzogen sich, dem Fernstehenden kaum faßbar, entfremdend. Gemeinsamer Kampf in Finnland, tätige Nächstenliebe nordischer Völker an deutschen Kindern knüpften manches neue Band.[2] Hier weiterzuschaffen, einengende Kette nationaler Abschließung sprengend, ruft Lübeck zur ‚Nordischen Woche‘ auf. …“ Das Programm der Nordischen Woche war vielfältig. Vor und im alten Bahnhofsgebäude am Holstentor stellte sich das lokale Handwerk und die Lübecker Industrie in einer Messe vor. Die Katharinenkirche wurde zum Mekka historisch- und kunstinteressierter Besucher. Im Langschiff der Kirche wurden „Emil Noldes religiöse Bilder“ ausgestellt, im hohen Chor waren Urkunden, Siegel und Inkunabeln zur Lübecker Geschichte zu sehen, im Unterchor schließlich eine Ausstellung über deutsche und nordische Architektur. Skandinavische Kunst war in den Räumen der Overbeck-Gesellschaft im zweiten Stock des Schabbelhauses zu bewundern, und die sog. „Jahrhundert-Ausstellung“ im Behnhaus präsentierte Lübecker Kunst vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. In zahlreichen Vorträgen wurden Themen aus Politik, Wirtschaft und Kunst aufgegriffen; z. B. sprach Thomas Mann über „Goethe und Tolstoj“ und der Kunsthistoriker Johnny Roosval über „Beziehungen Lübecker Kunst zu Skandinavien“. Sportveranstaltungen, Liederabende, Kirchenmusik-, Sinfonie- und Kammerkonzerte sowie allabendliche Opern- und Theateraufführungen im Stadttheater waren wesentliche Bestandteile der Nordischen Woche. Abb. 2: 50 Pfennig, Nordische Woche 1.–11. September 1921, Gemeinsame Vorderseite. Abb.3: 50 Pfennig, Nordische Woche 1.–11. September 1921, Rs. A (Lübecker Wappen). Abb. 4: 50 Pfennig, Nordische Woche 1.–11. September 1921, Rs. B (schwedisches Wappen). Abb. 5: 50 Pfennig, Nordische Woche 1.–11. September 1921, Rs. C (dänisches Wappen). Abb. 6: 50 Pfennig, Nordische Woche 1.–11. September 1921, Rs. D (norwegisches Wappen). Abb. 7: 50 Pfennig, Nordische Woche 1. – 11. September 1921, Rs. E (finnisches Wappen). Anlässlich der Nordischen Woche wurden 100.000 Serien von jeweils fünf Geldscheinen zu 50 Pfennig ausgegeben.[3] Die Vorderseite aller Scheine ist identisch. In den oberen Ecken das Lübecker Wappen, im Zentrum in einem Oval die Ansicht der Marienkirche und die Umschrift „Musterschau . Lübeck“. Die Rückseiten der Scheine zeigen jeweils in einem Oval Wappen und Landesfarben von Lübeck, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. Gedruckt wurden die undatierten, 110 x 78 mm großen Scheine im Verlagshaus H. G. Rahtgens in Lübeck. Der Entwurf stammt vom Maler und Graphiker Walter Günteritz (*11. Juli 1888 in Neubrandenburg; † 23. September 1962 in Darmstadt). Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste München wurde er zunächst 1914/15 Konservator am Großherzoglichen Schlossmuseum in Neustrelitz und Fachlehrer für Technisches Zeichnen am Technikum Strelitz. Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, wurde er 1918/19 Fachlehrer in Lübeck. Hier entwarf er 1921 nicht nur die erwähnte Serie, sondern auch das Notgeld des Lübecker Fischerdorfes Gothmund und der Lübecker Schiffergesellschaft. Von ihm stammt aber auch der Entwurf eines 3-Mark-Scheines der nicht existierenden Stadt Neukirch. Obwohl die Scheine der Musterschau nur in der Ausstellung gültig waren, meldete ein Polizeibericht vom 18. Oktober 1921: „Scheine Nordische Woche sind im Umlauf“. Diese Scheine war demnach zusammen mit dem „Eiergeld“ und der „Sprücheserie“ der Stadtkasse im Verkehr. Bei der „Eierserie“ handelt es sich um fünf 20-Pfennig-Scheine mit dem Datum vom 1. April 1921 und bei der „Sprücheserie“ um fünf 50-Pfennig-Scheine mit Datum vom 1. Mai 1921, die auch mit zwei zusätzlichen roten Aufdrucken „Nordische Woche“ vorkommen. Abb. 8: 50 Pfennig, Stadtkasse Lübeck, 1. Mai 1921, mit Stempel „Nordische Woche“, Gemeinsame Vorderseite. Abb. 9: 50 Pfennig, Stadtkasse Lübeck, 1. Mai 1921, mit Stempel „Nordische Woche“, Rückseite I: Lübecker Dom mit Stadtsilhouette. Abb. 10: 50 Pfennig, Stadtkasse Lübeck, 1. Mai 1921, mit Stempel „Nordische Woche“, Rückseite II: Rathaus. Abb. 11: 50 Pfennig, Stadtkasse Lübeck, 1. Mai 1921, mit Stempel „Nordische Woche“, Rückseite III: Heilig-Geist-Spital. Abb. 12: 50 Pfennig, Stadtkasse Lübeck, 1. Mai 1921, mit Stempel „Nordische Woche“, Rückseite IV: Burgtor. Abb. 13: 50 Pfennig, Stadtkasse Lübeck, 1. Mai 1921, mit Stempel „Nordische Woche“, Rückseite V: Holsten Tor. Die Scheine der „Sprücheserie“ entwarf der Maler und Grafiker Asmus Jessen (* 15. Mai 1890 in Havetoft; † 6. Februar 1977 in Lübeck). Sein Honorar betrug 2000 Mark. Den Auftrag für den dreifarbigen Druck erhielt die Firma Joh. Moll KG im Mai 1921 mit der Auflage, 250.000 Stück 50-Pfennig-Scheine bis zum 23. August 1921 zu liefern. Für jeden Tag Verzögerung drohte eine Konventionalstrafe in Höhe von 200 Mark. Für den Druck der 90 x 60 mm großen Scheine wurde Papier mit dem Wasserzeichen „Helle Kreuze“ verwendet.[4] Diese Scheine wurden auch mit einem runden, roten Aufdruck „Nordische Woche 1.–11. September“ versehen. In einem Bericht vom 11. Januar 1921 an die Reichsbankstelle wurde der Ausgabebetrag der beiden Sorten mit 360.000 Mark angegeben. Ende 2021 wurde die Laufzeit bis zum 15. März 1922 verlängert. Danach konnten die Scheine noch bis zum Ende des Monats bei der Stadtkasse eingelöst werden. Während die umgelaufenen Scheine im Laufe des Jahres vernichtet wurden, gelangten die noch vorhandenen druckfrischen Scheine der Stadtkasse in Verkauf. Am 9. Juni 1922 waren 280.000 Scheine der Sprücheserie ohne Aufdruck und 70.000 Scheine mit Aufdruck „Nordische Woche“ vorhanden.[5] Uwe Bronnert [1] (12.05.2021). [2] Anm. d. Verf.: Diese Zeile erinnert an die Hilfe, die das deutsche Militär der „Weißen Regierung“ im finnischen Bürgerkrieg leistete, sowie an die Hilfsgüterlieferungen aus Skandinavien nach dem Ersten Weltkrieg. [3] Vgl. Heinz Röhl und Jan Romanowski, Lübecks Papiergeld im 19. und 20. Jahrhundert, Lübeck 2011, S. 130. [4] Wasserzeichen Nr. 171, vgl. Arnold Keller, Deutsche Wertpapierwasserzeichen, Die Wasserzeichenpapiere des deutschen Reiches 1914 – 1948, Abbildungen gezeichnet von Kurt Lehrke, Berlin-Wittenau 1955, S. 49, Tafel 9. [5] S. Hein Röhl und Jan Romanowski, S. 56 ff.
- Wetzlar: Bei Buderus wurde 1923 aus Notgeld Gold-Notgeld
Ende Oktober 1923 forderten immer mehr Vertreter der Arbeitnehmerschaft in Industriebetrieben die Einführung wertbeständigen Notgelds bei der Lohnzahlung. Ende November 1923 schufen die Stahlwerke Buderus im rheinländischen Wetzlar deshalb eigenes Goldmark-Notgeld, das ausschließlich in der eigenen Lebensmittel-Verkaufsstelle akzeptiert wurde. Am 29. November 1923 gab die Lebensmittel-Verkaufsstelle des Stahlwerks Buderus-Röchling Aktien-Gesellschaft Gold-Gutscheine über 0,10 Goldmark aus, wenig später am 1. Dezember 1923 Gold-Gutscheine über 1, 2 und 5 Goldmark. Lebensmittel-Verkaufsstelle des Stahlwerks Buderus-Röchling Aktien-Gesellschaft, Gold-Gutschein über 1 Mark (1 Goldmark), ausgestellt in Wetzlar am 1. Dezember 1923. Diese wertbeständigen Notgeldscheine wurden jedoch nicht wie üblich neu gedruckt. Man verwendete in diesem Fall alte, archivierte 1-, 2- und 5-Mark-Notgeldscheine von Buderus-Haushalt-Wetzlar vom 15. August 1918 und überstempelte sie als „Gold-Gutscheine“. So wurde aus Mark-Notgeld Goldmark-Notgeld. Die Scheine waren dekorativ aufgemacht und umrandet vom bergmännischen Motto: "Es grüne die Tanne, es wachse das Erz, Gott schenke uns allen, ein fröhliches Herz". Lebensmittel-Verkaufsstelle des Stahlwerks Buderus-Röchling Aktien-Gesellschaft, Gold-Gutschein über 2 Mark (2 Goldmark), ausgestellt in Wetzlar am 1. Dezember 1923. Lebensmittel-Verkaufsstelle des Stahlwerks Buderus-Röchling Aktien-Gesellschaft, Gold-Gutschein über 5 Mark (2 Goldmark), ausgestellt in Wetzlar am 1. Dezember 1923. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (6/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- G+D erhält Auszeichnung für Sicherheitsstreifen in nachhaltiger Musternote Green LongLife
München, 23. November 2023 – Giesecke+Devrient (G+D) setzt mit dem neuen Substrat Green LongLife Maßstäbe in Sachen Umweltschutz und intelligenter Ressourcennutzung. Zentralbanken sind damit in der Lage, den Bargeldkreislauf nachhaltiger zu gestalten, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Nun wurde das optische Folien-Sicherheitselement auf der Green LongLife Musternote mit dem „Excellence in Holography Award“ der International Hologram Manufacturers Association (IHMA) ausgezeichnet. Das holografische Sicherheitselement auf der G+D Green LongLife Musternote wurde mit dem „Excellence in Holography Award“ ausgezeichnet. (Quelle: G+D) Um die Herstellung und den Lebenszyklus von Banknoten nachhaltiger zu gestalten, hat G+D gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen Louisenthal 2022 die Green Banknote Initiative ins Leben gerufen. Während die offene Dialogplattform mit der Einführung der IACA-prämierten Green Banknote bereits einen wichtigen Meilenstein im Bereich grüner Produktlösungen für Banknoten erreicht hat, reduziert G+D mit der Green Longlife Musternote den Anteil an Kunststoff und mineralölbasierten Farben in Banknoten nun auf ein neues Minimum. Durch den verstärkten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen und alternativen Fasern wie zertifizierter Bio-Baumwolle wird nicht nur der CO2-Ausstoß reduziert, sondern auch die Lebensdauer der Banknoten im Vergleich zu einer Standardnote verdoppelt. Ausgezeichnete Sicherheit auf gleichbleibend hohem Niveau In puncto Sicherheit und Fälschungsschutz gibt es dabei keine Kompromisse: In dem Green LongLife Substrat können Sicherheitsmerkmale aller Stufen – L1, L2 und L3 – eingebettet werden. Der Sicherheitsstreifen besteht aus RollingStar-LEAD-Mix-Folien, die sich ideal in das Banknotendesign integrieren. Dank der eingebetteten Mikrospiegeleffekte entstehen Dynamik und Farbwechsel, die die Motive der Banknote besonders gut aufnehmen und zum Leben erwecken. Für diese Technologie wurde die Green LongLife Musternote nun von der IHMA mit dem „Excellence in Holography Award“ in der Kategorie „Bestes angewandtes Sicherheitsprodukt“ ausgezeichnet. Der Verband vergibt den Preis jährlich für herausragende Produkte oder Techniken, die auf den Markt gebracht wurden und in Bezug auf Innovation und Marktpotenzial zu den besten der Branche zählen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Green LongLife Musternote bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung von der Branche ausgezeichnet wird“, erklärt Christoph Gebauer, Senior Product Manager High Security Foil Products im Bereich Banknotenherstellung bei G+D. „Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind in dem Bestreben, Nachhaltigkeit und höchste Sicherheit auf harmonische Weise in unseren Produkten zu vereinen. Durch die Kombination verschiedenster komplexer Technologien erschaffen wir einzigartige und ansprechende Banknoten mit besonders hohem Wiedererkennungswert.“ Repurposing anstatt Recycling für ausgemusterte Banknoten Einen nachhaltigeren Bargeldkreislauf erreicht man jedoch nicht allein mit der Herstellung grüner Banknoten. Daher entwickelt G+D kontinuierlich neue Ansätze für den Umgang mit nicht mehr umlauffähigen Banknoten. Die Repurposing-Strategie geht weit über das etablierte Recycling hinaus und trägt der Tatsache Rechnung, dass gerade für Banknoten aus Baumwollsubstrat zahlreiche Möglichkeiten zur nachhaltigen Wiederverwertung bestehen. G+D stellt mit dem Repurposing-Ansatz eine ganze Reihe von Technologien und Alternativen zur Auswahl – von der Kompostierung bis zum Einsatz der jüngst vorgestellten Technologie „Banknote Fiber Extraction“. Mit dieser Technologie können Banknoten im Zuge der Vernichtung anstelle von herkömmlich geschredderten Banknoten in Fasern aufgelöst werden. Die Fasern können brikettiert und anschließend in zahlreichen papierbasierten Produkten wiederverwertet werden, zum Beispiel in papierbasierten Verpackungen und Kartonagen. Weitere Informationen gibt es unter: Advanced Currency Management | G+D (gi-de.com) Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms und Currency Technology. G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,53 Milliarden Euro. G+D ist mit 123 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 40 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com. Presseinformation
- Leserpost: Unbekanntes Muster zu Weinheimer Notgeld von 1918
Sehr geehrter Herr Grabowski, falls der abgebildete Schein in dieser Form mit Stempel "ungültig MUSTER" noch nicht bekannt sein sollte, ist er vielleicht eine interessante Neuentdeckung. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass die Druckereiangabe auf der Vs. unten mit "GRAHP. KUNSTANSTALT..." beginnt anstatt mit "GRAPH. KUNSTANSTALT..." Ob dieser Fehler auf allen verausgabten Scheinen zu finden ist? T. Neldner Antwort der Redaktion Weder Geiger führt solche Muster in seinem Großnotgeld-, noch Rupertus in seinem Baden-Katalog auf. Man sollte das Muster ohne Kontrollnummer und mit dem markanten Stempel deshalb der Öffentlichkeit vorstellen. Ob es sich tatsächlich bei der Angabe der Druckfirma „GRAHP“ um einen Druckfehler handelt, kann man in Frage stellen. Sämtliche Weinheimer Fünfer vom November 1918 tragen jedenfalls diesen Vermerk. Normal findet man die Buchstaben oft als Abkürzung „GRAPH“ für z. B. eine Graphische Anstalt. Es kann aber auch der eigentliche Firmenname sein, der sich aus „GRA" für Graphische Kunstanstalt und den beiden Initialen des Firmenbesitzers Hermann Pfaff zusammensetzt, woraus sich „GRAHP“ ergeben würde. Die Firma hatte ihren Sitz in Lahr in Baden. In der Ausgabe 22/1980 von "Geroldsecker Land" erschien ein Beitrag von Ernst Schlosser Zum Thema "100 Jahre planoffset Hermann Pfaff K.-G. Lahr". Die Druckerei wäre demnach also bereits um 1880 gegründet worden. Anlass genug, um einen Blick in das Reichsadressbuch zu werfen und hier nach der Druckerei in Lahr zu suchen. Evtl. wurde dort auch die Bezeichnung "GRAHP" angegeben. Das Reichsadressbuch von 1919[1] führt unter Lahr und hier unter Lithographische Anstalten und Steindruckereien an: Pfaff, Hermann, (Hermann, P. und Wilhelm Barbo), Lithogr. Anstalt. Man muss allerdings wissen, dass hier die meisten Firmen nicht mit ihrer kompletten Firmierung, sondern meist nur mit den Inhabern, Telefonnummern usw. aufgeführt werden. Hans-Ludwig Grabowski Anmerkung [1] Deutsches Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe, Handel und Landwirtschaft, Sonderband VIII: Baden, Elsass-Lothringen, Hohenzollern, Württemberg, Verlag Rudolf Mosse, Berlin, Berlin 1919. Literaturempfehlung: Anton Geiger: Deutsches Notgeld, Band 3 Das deutsche Großnotgeld 1918 – 1921 Katalog aller Notgeldscheine im Nennwert von 1 bis 100 Mark ISBN: 978-3-86646-533-6 Auflage: 3. Auflage 2010 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend schwarzweiß Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe!












