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- Marokko führt eine neue 50-Dirhams-Banknote anlässlich des 25. Jahrestages der Thronbesteigung von König Mohammed VI. ein
Die Bank Al-Maghrib (die marokkanische Zentralbank) hat am 30. Juli 2024 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Thronbesteigung von König Mohammed VI. eine neue 50-Dirhams-Banknote eingeführt. Die neue Banknote ist Teil einer neuen Serie von Banknoten und Münzen, die Marokkos Engagement für eine nachhaltige Entwicklung durch die nationale Strategie für saubere Energie und den Schutz der natürlichen Ressourcen hervorhebt und gleichzeitig die Errungenschaften des Landes unter der Führung von König Mohammed VI. feiert. Die Vorderseite der Banknote zeigt das Porträt von König Mohammed VI. aus der Dynastie der Alawiten. Er bestieg den Thron am 23. Juli 1999 nach dem Tod seines Vaters, König Hassan II. Außerdem sind das Wappen des Königreichs, ein von marokkanischen Türen inspiriertes architektonisches Motiv und eine stilisierte Ansicht der Ouzoud-Wasserfälle zu sehen. Die Ouzoud-Wasserfälle sind der Sammelname für mehrere Wasserfälle in der Provinz Azilal in Marokko. Sie sind ein beliebtes Touristenziel und befinden sich 36 km von der Stadt Azilal und 150 km von Marrakesch entfernt. Mohammed VI. von Marokko. Die Rückseite zeigt stilisierte Ansichten des NOOR-Solarkraftwerks, eines Solarkraftwerkskomplexes und eines Hilfsdieselkraftstoffsystems in der Region Drâa-Tafilalet in der Nähe von Ouarzazate. Außerdem sind Windturbinen, der Ouirgane-Staudamm und die Meerwasserentsalzungsanlage in Agadir zu sehen. Die Entsalzungsanlage in Agadir ist ein weltweites Referenzprojekt im Entsalzungssektor und ermöglicht die Produktion von 275.000 m3/Tag (150.000 m3/Tag Trinkwasser und 125.000 m3/Tag Wasser für die Bewässerung), mit der Möglichkeit einer Erweiterung auf 400.000 m3/Tag. Die Ouzoud-Wasserfälle (oben links), das NOOR-Solarkraftwerk (oben rechts), der Ouirgane-Staudamm (unten links) und die Entsalzungsanlage in Agadir (unten rechts). Die neue Banknote enthält die modernsten Sicherheitstechnologien, wie z. B. einen Sicherheitsfaden mit dynamischem Farbwechseleffekt, einen irisierenden Streifen auf der Rückseite, ein Durchsichtsregister, Prägemuster, die von Sehbehinderten unterschieden werden können, und eine Nummerierung mit fortlaufenden Buchstaben. Entwurf, Herstellung und Druck dieser neuen Banknote wurden ausschließlich von marokkanischem Fachpersonal in Dar As-Sikkah (der marokkanischen Münzanstalt) durchgeführt. Donald Ludwig
- Die Währungsreform in der Tschechoslowakei im März 1919
Seit der Gründung der Tschechoslowakei im Oktober 1918 wurden auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik vier Währungsumstellungen vorgenommen: Im März 1919, im November 1945, im Juni 1953 und schließlich im Oktober 1992, als – nachdem sich die Tschechoslowakische Föderative Republik (CSFR) Ende 1991 aufgelöst hatte und die beiden Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei entstanden waren – eine Trennung der Währung in eine Tschechische und eine Slowakische Krone erfolgte. Im Rahmen einer Beitragsreihe sollen Ursachen, Hintergründe und die Durchführung der einzelnen Währungsumstellungen beleuchtet, und dabei natürlich auch die Geldscheine vorgestellt werden, die im Rahmen dieser Umtauschaktionen ausgegeben wurden. Der zweite Teil dieser Reihe beschäftigt sich mit der Einführung der tschechoslowakischen Krone im März 1919. Am 28. Oktober 1918 erklärte Böhmen seine Unabhängigkeit von Österreich-Ungarn, am 30. Oktober 1918 folgte die Unabhängigkeitserklärung der Slowakei sowie zur zukünftigen Zugehörigkeit zum Tschechoslowakischen Staat. Beides waren nicht nur Ergebnisse der katastrophalen Entwicklungen des Ersten Weltkriegs. Die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei wurzelte auch darin, dass es der Regierung in Wien nicht gelungen war, einen Ausgleich der Interessen im Kaiserreich und eine Gleichstellung der politischen Verhältnisse in Böhmen mit denen in Österreich herbeizuführen, was mit Ungarn 1867 erreicht worden war. Die formelle Staatsgründung erfolgt am 14. November 1918. Präsident der neuen Tschechoslowakischen Republik wurde Thomas Masaryk, Finanzminister Alois Raisin. Der neue Staat umfasste 21% der Fläche des untergegangenen Österreich-Ungarns, sowie 25% der Bevölkerung. Von den Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns war die Tschechoslowakei der wirtschaftlich bedeutendste. Es sollte aufgrund der Besetzung von Teilen der Slowakei durch ungarische Truppen noch bis August 1919 dauern, bis die Tschechoslowakei die vollständige Kontrolle über ihr zukünftiges Staatsgebiet erlangte. Demonstration auf dem Wenzelsplatz in Prag anläßlich der Unabhängigkeitserklärung der Tschechoslowakei am 28. Oktober 1918. Quelle: Historisches Archiv der CNB Mit jeder Staatsgründung geht die Frage einher, wie die zukünftigen Währungsverhältnisse des neuen Staats beschaffen sein sollen. Darüber hatten sich mehrere Fachleute bereits vor der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei Gedanken gemacht. Zunächst war überlegt worden, die Krone Österreich-Ungarns weiter zu benutzen [1] , jedoch die auf tschechoslowakischem Gebiet liegenden Filialen der Oesterreichisch-ungarischen Bank als Notenbank der Kontrolle eines nationalen Kommissars zu unterstellen. Dieser Plan scheiterte, weil die Oesterreichisch-ungarische Bank in Wien eine solche Kontrolle ablehnte, und zugleich in erheblichem Maße die Vergabe von Krediten an staatlichen Stellen und Banken im untergehenden Österreich-Ungarn und seinen Nachfolgestaaten Österreich und Ungarn gegen Hereinnahme von Kriegsanleihen der untergegangenen Monarchie als Sicherheiten ausweitete. Allein zwischen Ende Oktober 1918 und Ende Februar 1919 erhöhte sich der Banknotenumlauf auf dem Gebiet des ehemaligen Österreich-Ungarns von 36,5 auf 51,9 Milliarden Kronen [2] . Er wäre im Übrigen spätestens mit den Friedensverträgen von Saint-Germain und Trianon zum Scheitern verurteilt gewesen, die gleichlautend die Liquidation der Oesterreichisch-ungarischen Bank bis Ende Dezember 1922 vorsahen [3] . Die Notwendigkeit der Schaffung einer eigenen tschechoslowakischen Währungsbehörde und einer eigenen Währung wurde damit Anfang 1919 offensichtlich, auch um auf dem Gebiet der Tschechoslowakei die stark inflationäre Entwicklung der Krone einzudämmen [4] und eine Kontrolle über die Deviseneinnahmen zu erlangen, die seit 1916 zentral durch die Hauptstelle der Oesterreichisch-ungarischen Bank in Wien verwaltet wurden. Hierzu gab es mehrere Vorschläge, etwa die Ausgaben von Schatzscheinen durch die Zemská banka království Českého (Landesbank des Königreichs Böhmen) in Prag, die als Zahlungsmittel fungieren sollten [5] . Schließlich setzte sich der Vorschlag von Finanzminister Raisin und dem Vorstandsmitglied der Städtischen Sparkasse Prag, Vilém Pospisil, durch, die Hälfte der im Umlauf befindlichen Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank im Umtausch gegen Staatsanleihen einzuziehen, und die andere Hälfte abzustempeln und als tschechoslowakisches Papiergeld neu in den Umlauf zu bringen. Ausgenommen werden sollten vom hälftigen Umtausch der Banknoten in Zwangsanleihen die Bargeldbestände staatlicher Stellen. Die auszugebenden Anleihen sollten in einem zweiten Schritt einer Besteuerung unterliegen. Geplant war damit nicht nur eine Nationalisierung der Währung, sondern zugleich auch eine Verringerung der Menge an umlaufenden Zahlungsmitteln. In der Folgezeit sollten dann die gestempelten Scheine durch neu auszugebendes Staatspapiergeld ersetzt werden. Entwurf der Rückseite eines Schatzscheins zu 100 Kronen der Landesbank des Köngreichs Böhmen (Zemská banka království Českého), gestaltet von Alfons Mucha. Die Grafik fand später für die Rückseite des Geldscheins zu 500 Kronen der Tschechoslowakei vom 15. April 1919 Verwendung. Aus der 6. Bankovky-Auktion, Prag, vom 15. November 2024. Verkauft für 160.000 Kc (ca. EUR 6.400) plus Aufgeld. Dieser Vorschlag wurde am 25. Februar 1919 als Gesetz Nr. 84/1919 veröffentlicht. In einer Verordnung des Finanzministers vom selben Tag (Nr. 86/1919) wurden die Einzelheiten der Währungsreform festgelegt. Der Geldumtausch fand vom 3. bis 9. März 1919 in den tschechischen und bis zum 12. März 1919 in den slowakischen Landesteilen statt. Bereits am 27. Februar 1919 hatte die Tschechoslowakei ihre Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen und den Reiseverkehr unterbrochen, um ein Einströmen von Banknoten aus anderen Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns zu verhindern. Unmarkierte Banknoten verloren mit Ablauf des 10. März 1919 ihre Eigenschaft als gesetzliche Zahlungsmittel auf dem Gebiet der Tschechoslowakei, blieben jedoch etwa in Ungarn weiterhin im Umlauf. Für den hälftigen Betrag der umgetauschten Banknoten wurden Depotbescheinigungen erstellt und Staatsanleihen ausgegeben, die ab dem 1. März mit 1% verzinsbar und (jedenfalls unter Privatpersonen) nicht übertragbar waren. Ausgegeben wurden ab dem 3. März 1919 Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank zu 10, 20, 50, 100 und 1000 Kronen [6] , die mit Klebemarken bzw. – bei der Note zu 1000 Kronen – mit einem markenähnlichen Aufdruck versehen waren. Die von der Oesterreichisch-ungarischen Bank in Wien und Budapest ab 30. Oktober 1918 ausgegeben Noten zu 25 und 200 Kronen mit Datum 27. Oktober 1918 [7] wurden umgetauscht, jedoch nicht wieder ausgegeben. Ebenfalls umgetauscht, aber nicht wieder beklebt, wurden die Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank zu 10 Kronen der Ausgabe von 1904, die Noten zu 20 Kronen von 1907; sowie zu 50 Kronen der Ausgabe von 1902. Marken auf diesen Scheinen sind nachträglich aufgebracht worden. Nicht markiert wurden aufgrund des hohen Aufwandes und der knappen Zeit, die für den Geldumtausch zu Verfügung stand, die Scheine zu 1 und 2 Kronen, die fast 50 % der im Umlauf befindlichen Menge der Geldscheine ausmachten. Eine Kennzeichnung der erforderlichen Mengen hätte eine deutliche Verzögerung der Geldumstellung zur Folge gehabt. Vom Umtausch ausgeschlossen blieb die Banknote zu 10.000 Kronen der Oesterreichischen Nationalbank vom 2. November 1918 [8] , da sie erst ab 19. Dezember 1918 und damit nach Gründung der Tschechoslowakei ausgegeben und von der Tschechoslowakei daher nicht als Zahlungsmittel anerkannt wurde, das zum Zeitpunkt der Staatsgründung auf den Gebiet der Tschechoslowakei im Umlauf war. Auch Scheine der Oesterreichisch-ungarischen Bank mit Abstempelungen auf dem Gebiet des SHS-Königreichs (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, später Jugoslawien) wurden nicht umgetauscht, da sie als ausländisches Papiergeld galten. Diese mit Marken, beziehungsweise bei der Note zu 1000 Kronen mit einem Stempelaufdruck versehenen Scheine galten als staatliches Papiergeld, für dessen Ausgabe das durch Verordnung vom 6. März 1919 gegründete staatliche Bankamt des Finanzministeriums verantwortlich war [9] . Dieses nahm am 11. März 1919 seine Tätigkeit auf. Durch das Gesetz Nr. 187/1919 vom 10. April 1919 wurde offiziell die Tschechoslowakische Krone als neue Währungsbezeichnung eingeführt [10] . Banknote zu 100 Kronen der Oesterreichisch-ungarischen Bank vom 2. Januar 1912 mit Klebemarke zu 1 Krone. Aus der 6. Bankovky-Auktion, Prag, vom 15. November 2024. Verkauft für 2.600 (ca. EUR 104) Kc plus Aufgeld. Zwischen der Veröffentlichung des Gesetzes über den Geldumtausch und dem Beginn der Kennzeichnung der Banknoten blieben nur wenige Tage. Die Filialen der Oesterreichisch-ungarischen Bank auf dem Gebiet der Tschechoslowakei waren am Geldumtausch nicht beteiligt, weil man sie als Institution des untergegangenen Staates Österreich-Ungarn ansah. Ihre Tätigkeit auf dem Gebiet der Tschechoslowakei wurde nach Abschluss der Umtauschaktion durch Verordnung vom 15. März 1919 für beendet erklärt. Das Aufbringen der Marken und der Umtausch selbst erfolgte durch lokale Banken und Sparkassen, die dazu durch das Finanzministerium mit Marken beliefert wurden. Für die Vorbereitung der mit einem Aufdruck im Markenform zu versehenden Banknoten zu 1000 Kronen, sowie die Herstellung eines Grundbestandes von Banknoten mit Klebemarken für die ersten Umtauschtage griff das Finanzministerium mit Hilfe eines eingeräumten Überziehungskredites auf Bargeldbestände privater Banken mit Sitz in der Tschechoslowakei zurück, insbesondere auf solche der Landesbank. Der Auftrag zum Druck der Marken war bereits Anfang Januar 1919 durch Finanzminister Raisin erteilt worden, ohne dass zu diesem Zeitpunkt schon bekannt wurde, wofür die Marken später verwendet werden sollten. Daher entsprechen die Nennwerte der Marken nicht den Nennwerten der Banknoten, auf die sie aufgeklebt wurden. Sie stellen vielmehr Stempelabgaben (Gebührenmarken) in Höhe von 1% des Nennwertes der jeweiligen Banknote dar, der beim Umtausch der Banknoten als Abgabe erhoben wurde, und der die Kosten des Geldumtauschs decken sollte. Der Druck der Marken [11] erfolgte für die Wertstufen 10 Haleru und 1 Krone in der Druckerei Böhmische Grafik-Union in Prag, im Buchdruck und auf rückseitig gummierten Bögen zu 50 Marken, die nicht perforiert waren, so dass die Marken vor Verwendung ausgeschnitten werden mussten. Das bewährte sich nicht, so dass Teile der Bögen später nachträglich perforiert wurden. Es gibt daher Varianten der Marken zu 10 Haleru und 1 Krone ohne und – seltener – mit Zähnung. Die Wertstufen 20 und 50 Haleru wurden im Tiefdruck (später auch im Offsetdruck) auf ebenfalls rückseitig gummierten Bögen zu 100 Stück in der Druckerei A. Haase in Prag hergestellt und dann wie Briefmarken gezähnt. Beide Druckereien wurden auch in der Folgezeit immer wieder in die Herstellung von Geldscheinen einbezogen. Über die Grafiker, die diese Marken entworfen haben, gibt es unterschiedliche Angaben. Die Marke zu 1 Krone soll vom bekannten tschechoslowakischen Jugendstilmaler und -grafiker Alfons Mucha entworfen worden sein. Kompletter Bogen mit 50 Marken zu 1 Krone, nicht gezähnt. Aus der 6. Bankovky-Auktion, Prag, vom 15. November 2024. Verkauft für 15.000 Kc (ca. EUR 600) plus Aufgeld. Die Gesamtauflage betrug 100,4 Millionen Marken zu 10 Haleru, 81,3 Millionen Stück zu 20 Haleru, 22,4 Millionen Stück zu 50 Haleru und 40,1 Millionen Stück zu 1 Krone. Aufgrund der hohen Auflagezahlen gibt es bei den Marken Abweichungen hinsichtlich der Farbgebung und der Dicke des verwendeten Papiers. Mit einem Markenaufdruck versehen wurden zudem 2,68 Millionen Scheine zu 1000 Kronen. Dieser Aufdruck erfolgte durch die Staatsdruckerei in Prag. Die Auslieferung der Marken erfolgte in mehreren Schritten zwischen dem 24. Januar und Anfang März 1919. Rund 23,4 Millionen Marken der Wertstufen zu 10 Haleru bis 1 Krone wurden nicht verwendet und gingen an das Bankamt des Finanzministeriums zurück, wo sie später vernichtet wurden. Es gibt zeitgenössische Fälschungen der Marken aller Wertstufen. Echte Banknote zu 1000 Kronen der Oesterreichisch-ungarischen Bank vom 2. Januar 1902 mit gefälschten tschechoslowakischen Markenaufdruck zu 10 Kronen. Aus der 6. Bankovky-Auktion, Prag, vom 15. November 2024. Verkauft für 3.000 Kc (ca. EUR 120) plus Aufgeld. Aufgeklebt wurden die Marken ausschließlich auf die ungarisch-sprachigen Seiten der Scheine. Da die Gummierung von schlechter Qualität war, wurden Marken später auch mit Hilfe von Klebstoff auf die Scheine aufgebracht und dabei überstrichen, damit sie insbesondere von gebrauchten Scheinen nicht abfielen. Die mit Marken versehenen Scheine waren gültig bis zum 31. Dezember 1919 (1000 Kronen) und 20. Juni 1920 (restliche Nennwerte). Sie gehören heute zu den erschwinglichen Geldscheinen der Tschechoslowakei mit Preisen zwischen 20 und 40 Euro in gebrauchten, sammelwürdigen Erhaltungen. Auch einzelne ungebrauchte Marken mit gummierter Rückseite werden gelegentlich angeboten. Die mit Marken versehenen Scheine der Währungsreform vom März 1919 sind deutlich häufiger und auch preiswerter als die ab Sommer 1919 in Umlauf gegebenen Scheine der ersten Ausgabe des Staatspapiergelds der Tschechoslowakei, das in den höheren Wertstufen zu den gesuchten und teuren Seltenheiten des tschechoslowakischen Papiergeldes zählt. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Davon zeugen die im Herbst 1918 hergestellten Entwürfe für die sogenannten „Donaustaat-Noten“ (katalogisiert bei Richter: Papiergeld Spezialkatalog Österreich, Salzburg 2010 Nummern 204-209, bei Kodnar/Künstner: Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 3. Auflage Wien 2018, Nummern 159-164 und bei Grabowski: Kleiner deutscher Papiergeldkatalog, 1. auflage 2011, Nummern A36-A41), die in den 1920er- und 1930er-Jahren in Österreich überdruckt als Lotterielose Verwendung fanden. [2] Tomsik et. al., 100 Years of the Koruna, Plzen 2018, S. 13. Nach anderen Angaben (Köver/Pogány) betrug die gesamte Notenemission der Oesterreichisch-ungarischen Bank 44,93 Milliarden Kronen. [3] Zur Geschichte der Oesterreichisch-ungarischen Bank von 1878 bis 1922 instruktiv Kövér/Pogány, Die binationale Bank einer multinationalen Demokratie, Stuttgart 2002. [4] Tatsächlich behielt die Tschechoslowakei die Oesterreichisch-ungarische Währungsbezeichnung Krone bei, und von allen Währungen in den Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns unterlag sie der geringsten Entwertung. [5] Scheine zu 10 und 20 Kronen wurden gedruckt, jedoch nicht ausgegeben. Sie dienten jedoch 1919 als Reserve für den Fall, dass die Währungsumstellung durch das Aufkleben von Marken auf die Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank scheitern, oder das kurzzeitig ein hoher Bargeldbedarf entstanden wäre. Sie wurden bis auf wenige Exemplare vernichtet. Ein Entwurf der Rückseite eines Scheins zu 100 Kronen wurden in der 6. Auktion des Auktionshauses Bankovky in Prag im November 2024 angeboten. [6] Pick 1-5, Hejzlar (Papirova platidla, 2. Auflage Prag 2022), 1-6. [7] Pick Austria 23-24, Richter 170-171 sowie 445, Kodnar/Künstner 130-131. [8] Pick 25, Richter 172, Kodnar/Künstner 132. [9] Die Gründung der Nationalbank der Tschechoslowakei erfolgte erst am 1. April 1926. [10] Eine Krone notierte in Zürich im März 1919 mit etwa 0,30 Franken, ihr Wert sank bis Februar 1920 auf 0,05 Franken, bevor der Kurs sich erholte und schließlich Ende 1922 auf etwa 0,18 Franken stabilisierte. [11] Zum Nachfolgenden Tomsik, a.a.O., S. 190 ff. unter Verweis auf einen Bericht von K. Leopold, Vzpominky z prvych dob ministerstva financi (Erinnerungen an die Anfangszeit des Finanzministeriums) aus dem Jahre 1928, der sich im Historischen Archiv der Tschechischen Nationalbank befindet.
- Leserpost: Jugoslawische Banknote mit unbekanntem Stempel?
Hallo, ich habe auf einem Flohmarkt eine alte jugoslawische Banknoten gekauft, die einen mir unbekannten Stempel mit einer Frauenfigur und dem Text "VERIFICATO" aufweist. Können Sie mir bitte mitteilen, ob es sich dabei um einen echten Stempel handelt und was es damit auf sich hat. Außerdem würde mich interessieren, was der Schein für einen Sammlerwert hat. M. Wendel Antwort der Redaktion Es handelt sich um eine gebrauchte Banknote der Nationalbank des Königreichs Jugoslawien über 100 Dinara vom 1. Dezember 1929 mit zwei gleichen Rundstempeln auf der Vorderseite. Die Hand-Abstempelungen stammen aus der Zeit der italienischen Besatzung in der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro 1941. Äußerst interessant ist die Geschichte, die sich hinter der Abstempelung verbirgt. Nach der italienischen Invasion im Zweiten Weltkrieg war das jugoslawische Schatzamt bestrebt, die gesamten Geldbestände in Sicherheit zu bringen. Die verantwortlichen Männer brachten alle Banknoten in die Berge Montenegros, während die italienische Armee ihnen dicht auf den Fersen war. Als sie schließlich von den Italienern umzingelt wurden, mussten sie eine schnelle Entscheidung treffen: Sie packten den gesamten Bestand in eine Grotte und zündeten ihn an. Den Bauern der Umgebung gelang es jedoch, eine große Menge dieser Scheine zu retten und damit zu entkommen. Nachdem die italienische Militärverwaltung die Angelegenheit untersucht hatte, ließ sie eine vollständige Liste aller Kontrollnummern der in der Grotte verbrannten Scheine erstellen. Dann erklärten sie alle Scheine mit diesen Nummern für ungültig. Gleichzeitig forderten sie die Bevölkerung auf, den italienischen Behörden die verbliebenen Banknoten aus ihrem Besitz zur Registrierung vorzulegen. Jeder vorgelegte und geprüfte Schein wurde zweimal mit einem runden Stempel „VERIFICATO“ versehen, womit er weiterhin gültig war. Alle registrierten Scheine, die aus der Grotte entwendet worden waren, wurden jedoch einbehalten und vernichtet. Unter den so gestempelten Scheinen befanden sich Nennwerte von 10 bis hin zu 1000 Dinara. Bei diesen, wie auch bei anderen Stempeln, ist allerdings Vorsicht geboten. Es gibt eine ganze Reihe von zeitgenössischen und modernen Stempelfälschungen. Der Grund für falsche Stempel aus dieser Zeit liegt natürlich auf der Hand, konnte man damit doch aus der Grotte entwendete und vor den Italienern versteckte Banknoten zu "geprüften" Scheinen machen, die im Zahlungsverkehr akzeptiert wurden, falls man da die falschen Stempel nicht schon damals erkannte. Woran erkennt man aber die falschen Stempel? Man sollte darauf achten, dass die Fackel in der Hand der weiblichen Figur nicht mit dem Kreis des Stempels verbunden ist, dass es feine separate Linien im Faltenwurf des Kleids der Frau gibt und der Rand aus zwei erkennbar getrennten feinen Linien besteht. All das trifft auf Ihren Schein zu, womit es sich um echte Abstempelungen handeln sollte. Der Schein ist im Standard Catalog of World Paper Money unter R13 bei Yugolsavia aufgeführt. Der Sammlerwert dieser meist nur gebraucht und stark gebraucht vorkommenden Scheine mit Stempeln ist trotz der interessanten Historie nicht sehr hoch anzusetzen und bewegt sich bei ihrem Schein bei unter 10 Euro. Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Lexikon: Kupon
Als Kupon (Coupon) werden Zins- oder Dividendenscheine bei festverzinslichen Wertpapieren bezeichnet, die in Kuponbogen (für einen längeren Zeitraum gedruckt) den Wertpapieren beigefügt und zum Termin nach Abtrennung und Vorlage ausgezahlt werden. Deutsches Reich, Reichsschuldenverwaltung: fest verzinsliche Schatzanweisung des Deutschen Reichs über 1 Milliarde Mark vom 20. August 1923 mit angehängten Zinskupons zur Einlösung in der Zeit vom 1. September 1924 bis 1. März 1928. Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstlich Schwarzburgisches Ministerium: Zinsschein über 17,50 Mark zum fest verzinslichen Fürstlich Schwarzburgischen Rentenbrief vom 24. Januar 1917, einlösbar am 1. April 1923. In einigen Fällen nutzte man Zinskupons auch als Geldersatz, wie z. B. bei den vorübergehenden Notausgaben 1918/19 im Deutschen Reich, indem man nach Bundesratsverordnung vom 22. Oktober 1918 alle am 2. Januar 1919 fälligen Zinskupons der Kriegsanleihen des Deutschen Reichs (Ausgabejahre 1915 bis 1918) mit dem Buchstaben "q" im Wert von 2,50 bis 125 Mark vorübergehend zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärte. Deutsches Reich, Reichsschuldenverwaltung: Als vorübergehende Notausgabe genutzter Zinskupon der fest verzinslichen Anleihe des Deutschen Reichs vom 15. März 1917 über 125 Mark mit Buchstaben "q" . In Bayern wurden Ende 1918 Zinskupons verschiedener fest verzinslicher bayerischer Staatsanleihen vorübergehend (ab 20. November 1918) zu gesetzlichem Notgeld erklärt: Königlich Bayerisches Allgemeines Anlehen, Königlich Bayerische Eisenbahnschuld, Königlich Bayerische Grundrentenschuld, Königlich Bayerische Landeskulturrentenschuld, Königlich Bayerische Staatsschuld der Pfälzischen Nordbahn, Königlich Bayerische Staatsschuld der Pfälzischen Maximiliansbahn, Königlich Bayerische Staatsschuld der Pfälzischen Ludwigsbahn. Bayern, Volksstaat: Als vorübergehendes Notgeld genutzter Zinskupon der Königlich Bayerischen Eisenbahnschuld über 87,50 Mark mit Fälligkeit zum 1. Januar 1919. Als Kupon werden auch verschiedene weitere Notausgaben und Wertmarken sowie Kuponmarken bezeichnet (z.B. Kuponmarken auf Noten der Deutschen Reichs- und Rentenbank zur Währungsreform 1948 in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte
- Lexikon: Künstler, Grafiker, Graveure (Stecher)
Bei frühen Geldscheinen kann man kaum von einer Gestaltung sprechen. Oft war nur der Text anzuordnen. Der bescheidene Schmuck richtete sich meist nach den Möglichkeiten der Druckerei, der man die Anordnung überließ. Auch als der erste Ornament- oder Bilderschmuck Verwendung fand, blieben die für den Entwurf Zuständigen meist unbekannt. Waren es Künstler, so wollten sie oft anonym bleiben, weil ihnen wohl eine derartige Arbeit als eine Herabwürdigung ihrer künstlerischen Tätigkeit erschien. Als der Kupfer- und Stahlstich für die Herstellung von Geldscheinen eine immer größere Rolle spielte, machten viele Graveure, die nicht nur vollendete Handwerker mit angeborenen Fähigkeiten, sondern auch Künstler ihres Fachs waren, auch die Entwürfe für die Noten. In der Literatur finden wir nur wenige Hinweise auf die in den vorigen Jahrhunderten mit Entwürfen für Geldscheine beschäftigten Personen. Oft wurden die Namen nur durch die Druckerei bekannt. So kennen wir viele englische Graveure für Banknoten des 18. und 19. Jahrhunderts, die im Buch von A. D. Mackenzie "The Bank of England Note", Cambridge 1953, erwähnt sind. Viele Graveure der frühen amerikanischen Scheine wurden durch ihre Arbeit mit den Druckereien oder auch durch ihre eingravierten Initialen (Stecherzeichen) bekannt. Einige dieser Künstler sind: Thomas Coram (Charleston, South Carolina, 8.2.1779); Jonas Green (Maryland, 1756-1774), oft zusammen mit Thomas Sparrow; Elisha Gallaudet (New York, 16.2.1771); New York City Water Work (1774-1776). Viele US-amerikanische Noten des 19. Jahrhunderts lassen die sorgfältige und ideenreiche Arbeit von erstrangigen Künstlern erkennen, die jedoch meist unbekannt blieben. Einer der besten amerikanischen Künstler war Walter Shirlaw, in Schottland geboren, der 1841 nach Amerika kam und lange Zeit für die Western Bank Note & Engraving Company in Chicago arbeitete. 1870 kam er zum Studium nach München (u.a. bei Kaulbach). Einige der wenigen uns bekannten Künstler, die an der Gestaltung von Scheinen der altdeutschen Staaten und von altösterreichischen Scheinen mitwirkten, sind: Prof. F. Frick, Berlin: Preußen 1809, 1824 Karl Friedrich Schinkel (Mitarbeiter Unzelmann und Thieme): Preußen 1835 Friedrich August Stüler (Schüler Schinkels) und Prof. Hopfgarten, E. Eichens, Madel, G. Lüderitz und Teichel (Stich): Preußen 1851 Ludwig Kachel: Baden 1849, 2 Gulden Leo von Klenze (Entwurf), Heinrich Mener und Fr. Autenrieth (Ornamentik), Graveur Wimmer (Wasserzeichen): Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank 1836 Joseph Unger (Ornamentik und Prägestempel), Heinrich Mener (Wasserzeichen): Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank 1839 Joseph Unger und G. Seeberger (Zeichnung und Wasserzeichen), Heinrich Mener und Peter Haseney (Stich): Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank 1850, 10 Gulden Joseph Unger und H. Neuer (Zeichnung), Peter Haseney (Wasserzeichen), Peter Haseney und H. Neuer (Stich): Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank 1850, 100 Gulden Peter Haseney (Zeichnung und Wasserzeichen), Peter Haseney und Paul Kastner (Stich): Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank 1857 Wilhelm von Kaulbach: Braunschweig 1854 und 1869, 10 Taler Karl Steffeck: Braunschweig 1858 (springendes Pferd) Johann Baptist Danziger: Österreich 1825, 1833, 1834 Peter Fendi: Österreich 1841 Peter J. Geiger: Österreich 1847, 1.7.1848, 1854, 1858 (1 Gulden), 1859, 1863 (100 Gulden) Carl Josef Geiger: Österreich 1858 (10, 100 und 1000 Gulden) Joseph von Führich: Österreich 1863, 10 Gulden Prof. Wilhelm Sohn (Entwurf), Prof. Ernst Forberg (Stich der Figuren): Reichskassenscheine 1882 Prof. Emil Doepler d. J. (Entwurf), O. Reim (Stich): Reichskassenschein 1899 A. Zick (Entwurf): Reichskassenschein 1904 Prof. P. Thumann (Entwurf), Prof. H. Meyer (Stich): Reichskassenschein 1906 und Reichsbanknoten 100 Mark 1883 bis 1908 (Blaue Hunderter) F. Luthmer und Prof. O. Knille (Entwurf), Prof. H. Meyer (Stich): Reichsbanknoten 1000 Mark 1883 bis 1910 (Braune Tausender) Prof. F. Wanderer (Entwurf), C. Strassgürtl (Stich): Reichsbanknoten 100 Mark 1908 bis 1910 (Lange oder Flottenhunderter) Prof. A. Kampf (Entwurf): Reichsbanknote 20 Mark 1915 und 50 Mark 1920 L. Bernhard (Entwurf): Reichsbanknote 50 Mark 20.10.1918 M. Behmer (Entwurf): Reichsbanknote 10 Mark 1920 Prof. W. O. H. Hadank (Entwurf): Reichsbanknote 100 Mark 1920 Prof. Langer (Entwurf): Reichsbanknoten 10 und 20 Reichsmark 1929 Prof. P. Scheurich (Entwurf): Reichsbanknoten 50 RM 1933, 100 RM 1935 und 1000 RM 1936 Prof. J. Seger, Dr. R. Zick (Entwurf): Reichsbanknote 20 RM 1939 Prof. J. Seger (Entwurf Vorderseite), W. Riemer (Entwurf Rückseite): Reichsbanknote 5 RM 1942 Künstlerische Entwürfe von Leo von Klenze für die erste Note der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank von 1836. Vor der Herstellung der Noten der sog. "Gemäldeserie" der Deutschen Bundesbank wurde eine Entwurfsausschreibung durchgeführt, an der sich sechs Künstler und zwei Banknotendruckereien beteiligten, und zwar: Max Bittrof, Frankfurt am Main; Prof. Ernst Böhm, Berlin; Hermann Eidenbanz, Hamburg; Prof. Kurt Kranz, Hamburg; Erich Heerwald, Darmstadt und Prof. Karl Hans Walter, Nürnberg; sowie die Bundesdruckerei, Berlin, und Giesecke & Devrient, München. Alle Beteiligten mussten von der gesamten Serie von sieben Nennwerten in Originalgröße farbige Vorentwürfe der Vorder- und Rückseiten anfertigen. Bis auf die für die Vorderseiten vorgesehenen Kopfbildnisse durften diese Vorentwürfe nach eigenen Ideen gestaltet werden. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der Entwürfe von Hermann Eidenbenz, die als Vorlage für den Druck der Noten ausgewählt wurden. Die Entwürfe von Max Bitroff wurden für den Druck einer Reserveserie in Aussicht genommen (BBk II). Die Sticharbeiten für die Noten wurden in der Bundesdruckerei von Egon Falz und Hans-Joachim Fuchs (Scheine über 10, 50 und 500 DM), bei Giesecke & Devrient von José Lopez (Scheine über 5, 20, 100 und 1000 DM) ausgeführt. Die Entwürfe und die Gestaltung der letzten Serie von Noten der Deutschen Bundesbank stammen von Reinhold Gerstetter, Grafiker bei der Bundesdruckerei in Berlin. Nicht alle Geldscheinausgaben unserer Zeit werden so sorgfältig vorgeplant. Die meisten bei den Spezial-Banknoten-Druckereien hergestellten Scheine werden nach Vorschlägen des Auftraggebers und Entwürfen der Druckerei angefertigt. Die in diesen Druckereien arbeitenden Künstler oder Grafiker müssen viele Dinge beachten, wie Motivwünsche des Auftraggebers, textliche Notwendigkeiten, drucktechnische Gegebenheiten, Fälschungsschutz u.a. Erst wenn ein Zusammenklang all dieser Dinge mit den persönlichen Vorstellungen des Grafikers oder Künstlers und den geschmacklichen Vorstellungen der Allgemeinheit festzustellen ist, wird auch der Sammler beim Betrachten der Geldscheine sagen können, sie seien dem Hersteller gelungen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Neues Buch „Das Geld der Bayern“ – jetzt überall erhältlich!
Geldgeschichtliche Neuerscheinung in der Staatlichen Münzsammlung München präsentiert Münzen, Banknoten, Staatspapiergeld und überregionales Notgeld für Bayern 1800–1925: Das neu erschienene Buch von Hans-Ludwig Grabowski ermöglicht eine spannende Zeitreise in die bayerische Geldgeschichte. Am Dienstag, den 5. Februar, wurde das Buch in der Staatlichen Münzsammlung München offiziell vorgestellt. Mit dem Buch liegt erstmals ein Standard- und Zitierwerk der modernen bayerischen Geldgeschichte vor. Autor Hans-Ludwig Grabowski ist Numismatiker und hat zahlreiche Bücher zur deutschen und internationalen Geldgeschichte sowie zur Geschichte des „Dritten Reichs“ verfasst. Er gilt als ausgewiesener Experte für Papiergeld und das Geldwesen in deutschen Konzentrationslagern und Ghettos während des Holocaust. Neben seiner Autorentätigkeit arbeitet Grabowski als Fach-Redakteur für den Battenberg Verlag, der seit über 30 Jahren Kataloge und Zeitschriften für verschiedene Sammlergebiete publiziert. An seinem neuesten Werk schrieb Grabowski rund ein Jahr – die langwierige und intensive Recherchearbeit vorab nicht mit eingerechnet. Am Dienstag, den 4. Februar 2025, wurde das Buch nun in der Staatlichen Münzsammlung München vorgestellt. Dort befindet sich eine der ältesten Spezialsammlungen von Münzen, Medaillen, Banknoten und weiteren Sammler-Objekten in Europa. Mit mehr als 300.000 Einzelobjekten gehört die Staatliche Münzsammlung München zu den größten numismatischen Fachsammlungen der Welt. Für die Abbildungen im Buch „Das Geld der Bayern“ hat das Münzkabinett zahlreiche Münzen zur Verfügung gestellt und damit die Publikation unterstützt. In dem Buch werden alle bayerischen Münzausgaben inklusive der berühmten bayerischen Geschichts- und Preistaler sowie Flussgolddukaten ab 1800 sowie alle überregionalen bayerischen Papiergeldausgaben vom Königreich bis hin zum Freistaat zusammengefasst. Das Buch birgt einige neue Erkenntnisse, die helfen, den Wissensstand über die moderne bayerische Numismatik zu erweitern. Alle Münzen und Geldscheine werden im Buch farbig abgebildet, umfangreich beschrieben und bewertet. Auch das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg unterstützte die Publikation. Dr. Richard Loibl, Direktor des Museums, verfasste die Einleitung für das Werk. Das Buch ist ab sofort erhältlich: überall im Buchhandel, online oder direkt beim Verlag ( bestellung@battenberg-bayerland.de ). Link zum Buch: https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/das-geld-der-bayern Link zur Leseprobe: https://www.battenberg-bayerland.de/uploads/produkt/das-geld-der-bayern/das-geld-der-bayern-leseprobe-2025-01-21-124343.pdf Pressemitteilung
- Ein neues Mitglied im SINCONA-Team: Michael Otto
Das SINCONA-Team freut sich über Verstärkung. Ab dem 1. Januar 2025 wird Michael Otto im Zürcher Hauptsitz der SINCONA-Gruppe mitarbeiten. Er freut sich darauf, dort die Verantwortung als Leiter der Numismatik zu übernehmen. Das Team der Zürcher SINCONA AG hat Verstärkung bekommen. Der bekannte Berliner Münzhändler Michael Otto verlegt seine Wirkungsstätte von der Spree an die Limmat. Er wird ab dem 1. Januar 2025 als Leiter der Numismatik am Hauptsitz der SINCONA-Gruppe in Zürich mitarbeiten. Zu seinen Aufgaben wird nicht nur die Akquisition von Einlieferungen und die Koordination der Katalogerstellung gehören, sondern auch der Besuch von nationalen und internationalen Münzbörsen. Michael Otto sagt: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. Ich gehe gerne mit Menschen um. Gerade die Beratung von Kunden macht mir viel Spaß. Ich habe deshalb vor, den Besuch von Münzbörsen zu intensivieren. Ich will nicht nur die großen, internationalen Börsen besuchen, sondern auch kleinere. Schließlich gewinnt man das Vertrauen von Menschen am besten, wenn sie im Gespräch die eigene Begeisterung für die Numismatik spüren.“ Ein Leben mit der Numismatik Dass Michael Otto für die Numismatik brennt, merkt man sofort. Begonnen hat die Leidenschaft in der frühen Kindheit, als der sammelnde Vater seinen kleinen Sohn zu den regelmäßigen Tauschtagen mitnahm, auf denen sich zu Zeiten der DDR die Sammler trafen. Schon mit 10 Jahren begleitete der Junge lieber den Vater in den Börsensaal als die Mama zum Damen- und Kinderprogramm. Er hat sein Handwerk wirklich von der Pike auf gelernt. Denn nach dem Mauerfall erfüllte sich der Vater einen langgehegten Wunsch: Er schmiss seine bisherige Stelle hin und wurde Anfang März 1990 der erste private Münzhändler in Ostberlin, und zwar noch vor der Wiedervereinigung. „Das war damals ziemlich schwierig,“ sagt Michael Otto. „Die Behörden wussten nie, wer jetzt eigentlich für uns zuständig ist. Das Kultur- oder das Handelsministerium.“ 1992 eröffnete Vater Manfred Otto ein Ladengeschäft in Pankow. Diese Münzhandlung ermöglichte es Michael Otto, eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann zu machen. Er profitierte damit von einer Übergangsregelung. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Ausbildungsstandards der BRD eingeführt. „Ich habe damals unendlich viel gelernt, aber natürlich nicht in der Handelsschule, sondern in der Praxis.“ So führte Michael Otto 2003 das Ladengeschäft seines Vaters fort, als der sich zur Ruhe setzte. Und seit damals hat er immer wieder mit dem SINCONA Team zusammengearbeitet. Arne Kirsch sagt: „Wir schätzen Michael sehr, vor allem weil er neben seinem breiten Allgemeinwissen ein tiefes Spezialwissen hat.“ Michael Otto erklärt: „Wenn man so lange im Münzhandel arbeitet wie ich, kann man gar nicht anders als die häufigen Themen zu beherrschen. Altdeutsche Münzen, Kaiserreich, europäische Prägungen, daran kommt man nicht vorbei. Mir hat es immer mehr Spaß gemacht, mich mit den Exoten zu beschäftigen. Deshalb habe ich mich auf China und Ostasien spezialisiert, als noch niemand China oder Ostasien im Angebot hatte. Papiergeld habe ich auch immer spannend gefunden. Ich freue mich sehr darauf, diese beiden Bereiche bei SINCONA stärker auszubauen.“ Michael Ottos erster Auftritt als neues Mitglied des SINCONA-Teams war ausgerechnet in seiner alten Heimat, bei der World Money Fair in Berlin. Pressemitteilung Zur SINCONA-Website: https://www.sincona.com/
- „Schamlose“ deutsche Geldscheine
Anmerkungen zum Reichskassenschein zu 20 Mark vom 10. Januar 1882 und zur 5-DM-Banknote der Bank deutscher Länder vom 9. Dezember 1948 Nicht immer werden neue Geldscheine vom Publikum freundlich aufgenommen. Mit Datum vom 10. Januar 1882 gab die Reichsschulden-Verwaltung eine zweite Serie von Kassenscheinen aus. „Wie bei den Reichs-Kassenscheinen zu 50 Mark wurden die Hauptfigur und die Randverzierung auf der Schauseite der Reichs-Kassenscheine zu 5 Mark und der figürliche Schmuck auf der Schauseite der 20er von dem Professor Forberg und die übrigen Theile der Zeichnung, mit Einschluß der Schrift auf den Vorder- und Rückseiten, von Kupferstechern der Reichsdruckerei gestochen.“ [1] Kaum waren die Kassenscheine im Umlauf, wurden Stimmen lauten, die die künstlerische Gestaltung als verfehlt bezeichneten. In der 53. Sitzung des Reichstages am 14. Februar 1883 trat der Zentrumsabgeordnete Dr. August Reichensperger (1808–1895) an das Rednerpult. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die Ästhetik der neuen Reichskassenscheine zu 50 und 20 Mark. Dabei führte er aus, dass nach seiner Ansicht „der hier waltende Kunstgeschmack unserem deutschen Vaterlande nicht zur sonderlichen Ehre gereicht.“ Abb. 1.1: Reichsschuldenverwaltung, 10. Januar 1882, 20 Mark, Vorderseite Abb. 1.2: Reichsschuldenverwaltung, 10. Januar 1882, 20 Mark, Rückseite Im besonderen Fokus stand bei seiner Rede die Schauseite des Reichskassenscheins zu 20 Mark, dessen mittleren Teil ihn an einen antiken Sarkophag erinnern würde. „Ich habe solche Sarkophage gesehen, mit Blumengewinden auf der Vorderseite und zu beiden Seiten als Träger derselben Geschöpfe, die man als ‚Genien‘ zu benennen pflegt – in Italien nennt man sie auch wohl bambini. Hier finden sich nun auch solche Genien zu beiden Seiten und, wie gesagt, ich glaube, es wäre denselben zu wünschen, daß sie etwas von der überflüssigen Garderobe der Dame auf dem 50 Mark-Schein mitbekommen hätten. Natürlich, meine Herren, wir alle, die wir hier versammelt sind, stoßen uns nicht sonderlich daran, daß diese Knaben in voller Nacktheit erscheinen, höchstens daran, daß sie gewissermaßen damit kokettieren; sie posen geradezu als Nuditäten. Es gibt aber draußen Personen, die nicht so im Leben schon herumgekommen und abgestumpft sind, wie wir unsererseits. – Ich denke, sie mißverstehen nicht, was ich damit meine. Ich trüge z. B. wirklich Bedenken, einem jungen Mädchen, ja selbst einem Dienstmädchen, welche einen Einkauf machen soll, einen solchen 20-Markschein in die Hand zu geben. Meines Erachtens sollte man bei derartigen Dingen, die aller Welt vor Augen kommen, auch der zartesten Jugend, auf dieselbe besondere Rücksicht nehmen, und zwar unsomehr, als leider der Kunstgeschmack in gewissen Schichten sich bereits allzusehr den Nuditäten zuneigt. Meine Herren, die Sache ist wirklich nicht scherzhaft. Ist es doch schon dahin gekommen, daß sogar hochbegabte Kunstgenies mit Nuditäten hausieren gehen, auf den Reiz, welchen das Nackte als solches übt, spekuliren. Ich will mich hier nicht weiter über den Gegenstand verbreiten, die Hindeutung wird wohl schon genügen, um darzuthun, daß auf diesem Schein die zwei ganz nackten Knaben nicht am rechten Ort angebracht sind. Es ist auffallend, wenn ich den Zwanzigmarkschein mit dem vor mir liegenden Fünfmarkschein [von 1874, Anm. d. Verf.] vergleiche, da sieht man auch auf letzterem zwei solche bambini: dieselben zeigen sich aber in sitzender Stellung, es ist ihnen noch ein Stückchen Zeug beigegeben, und sie schlagen ein Bein über das andere. Man hat, wie es wenigstens scheint, beim Entwerken des Zwanzigmarkscheins – derselbe ist neuesten Datums – einen Fortschritt nach dem Nuditätenkultus hin machen zu sollen geglaubt. Ich möchte nun vor einem Fortschritte der Art ernstlichen waren.“ Im Deutsche Kaiserreich saß das Korsett eng am Körper – und ebenso eng in den Köpfen der Gesellschaft. In keiner anderen Epoche gab sich das Bürgertum so zugeknöpft wie in den moralisch rigiden, prüden Jahrzehnten des wilhelminischen Kaisers. „Kaiser Wilhelm II. und seine Sittenpolizisten spürten allen möglichen Verfehlungen nach und setzten sogar ein Gesetz durch, das, streng angewandt, sogar den herrlichsten Antiken der Berliner Museen ein "Schürzchen" verpasst hätte.“ [2] Nun sollte man meinen, zu Beginn der 1950er Jahre hätte sich dies geändert. Dem ist aber nicht so. Die höchste politische Instanz der Bundesrepublik Deutschland, Bundespräsident Theodor Heuss, übte scharfe Kritik an der damals neuen 5-DM-Banknote der Bank deutscher Länder. Abb. 2.1: Bank deutscher Länder, 9. Dezember 1948, 5 DM, Vorderseite Abb. 2.2: Bank deutscher Länder, 9. Dezember 1948, 5 DM, Rückseite Nach dem Zweiten Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens war die Bank verpflichtet, die Banknoten, die nicht ihren Namen trugen, gegen neue auszutauschen. Im Juli 1949 wurden daher die Entwürfe des Grafikers Max Bittrof für die neue Banknotenserie angenommen. Besonders dringend war der Neudruck der 5-DM-Note, da von den Scheinen der Währungsreform viele Fälschungen im Umlauf waren und die Prägung von Fünfmarkmünzen vorerst noch nicht in Frage kam. Da in der Bundesrepublik damals weder die Herstellung von Notenpapier noch der Notendruck möglich war, wandte sich die Bank deutscher Länder im November 1948 an die Druckerei Thomas De La Rue & Co Ltd in London. Sie druckte den Wert nach dem Entwurf von Bittrof. In das Papier ist, wie bei den damaligen englischen Noten, ein Metallfaden eingelagert, das Wasserzeichen stellt den Kopf der Europa dar. Der Untergrund der Note wurde im Buchdruckverfahren hergestellt, der Hauptdruck in einfarbigem Tiefdruck. Datiert ist die Banknote auf den 9. Dezember 1948 und unterschrieben von dem Präsidenten des Direktoriums der Bank deutscher Länder Geheimrat Wilhelm Vocke und dem Vizepräsidenten Wilhelm Könneker. Mit dem Druck der neuen Note wurde im Oktober 1949 begonnen; am 22. März 1950 wurde sie in Umlauf gesetzt. Bei der Darstellung der Vorderseite griff man auf die griechische Mythologie zurück. Europa, die Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa, spielt am Strand von Sidon. Als Zeus die junge Frau sieht, verliebt er sich unsterblich. Um ihr nahe zu kommen, verwandelt er sich wegen seiner argwöhnischen Gattin Hera in einen Stier und lässt seinen Boten Hermes eine Stierherde an den Strand treiben. Der „Zeus-Stier“ entführt Europa, indem er sie auf seinen Rücken nimmt und nach Matala auf der Insel Kreta schwimmt, wo er sich zurückverwandelt. Der Verbindung mit dem Gott entsprangen drei Kinder: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Auf Grund einer Verheißung der Aphrodite wurde der Erdteil nach Europa benannt. Auf der rechten Vorderseite wird die barbusige Europa auf dem Stier reitend abgebildet. Diese Abbildung verletzte das sittliche Empfinden des Bundespräsidenten. In einem Brief vom 6. April 1950 wandte er sich an Bundeskanzler Konrad Adenauer: „Ich habe in den letzten Tagen eine wenig erfreuliche Begegnung gehabt, und zwar mit dem Fünfmarkschein, der als erste graphische Leistung für die Bundesrepublik Deutschland Zeugnis ablegen soll. Man kann wahrscheinlich tiefe Symbolik treiben – oder nennt man dies Verfahren Allegorik, daß der Stier wohl von den Weiden Texas die Europa als leichte Lact (oder Beute) auf seine Hörner genommen hat. Aber das ganze ist für mein Gefühl schauderhaft; ich sehe schon, wie die Klagen der Künstler und anderer Leute bei mir eindringen. Wir haben zwar, glaube ich, noch kein Bundeskriminalamt, aber sie könnten doch wohl feststellen, wer an diesem Verbrechen wider die Menschlichkeit die Schuld trägt.“ [3] Der Bundespräsident und einige Zeitgenossen waren von der Modernität und Freizügigkeit des Scheins entsetzt. Heute entlockt dies nur noch ein Schmunzeln. Da im Mai 1952 mit der Ausgabe von Münzen zu 5 DM begonnen werden konnte, trat in der Herstellung der Fünfer-Noten eine mehrjährige Unterbrechung ein. Inzwischen war der Aufbau der Bundesdruckerei als Nachfolgerin der ehemaligen Reichsdruckerei in Berlin so weit vorangeschritten, daß der Notendruck dort wieder aufgenommen werden konnte. Im August 1955 erhielt die Bundesdruckerei den ersten Auftrag zur Herstellung von Noten zu 5 DM, und zwar unter Benutzung der Platten von De La Rue auf Grund eines mit dieser Firma abgeschlossenen Vertrags. Die in Berlin gedruckten Noten beginnen mit der Serienbezeichnung 7 A. [4] Uwe Bronnert Anmerkungen: [ 1 ] Verhandlungen des Deutschen Reichstags : ab https://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt3_k5_bsb00018439_00000.html Auch abgedruckt in: Das deutsche Staatspapiergeld als Handschrift gedruckt, Reprint der Originalausgabe von 1901 der Reichsdruckerei Berlin, Regenstauf 1993, S. 193. [ 2 ] < http://helmutcaspar.de/aktuelles18/muenzmed18/europa.htm > (03.12.2024) [ 3 ] Zitiert nach Frank Berger, Theodor Heuss: Prüder Protestant, in: Geldgeschichtliche Nachrichten, Heft 299 vom September 2018, S. 302. [ 4 ] Deutsche Bundesbank (Hrsg.), Die Noten der Deutschen Bundesbank, Frankfurt am Main 1964.
- Eine Entdeckung in der Staatlichen Münzsammlung München
Ein einzigartiger Muster-Abdruck der ersten bayerischen Banknote von 1836 Die Arbeit an meinem neuesten Buch " Das Geld der Bayern – Münzen, Banknoten, Staatspapiergeld und überregionales Notgeld für Bayern 1800 bis 1925", das ab Januar 2025 verfügbar ist, führte mich 2024 insgesamt fünf Mal in die Räume der Staatlichen Münzsammlung München in der ehemaligen Residenz der bayerischen Könige. Vier Termine waren allein den bayerischen Münzen vorbehalten und der fünfte dem Papiergeld. Gab es schon bei den Münzen zahlreiche Raritäten zu sichten, wofür nicht nur der Tresorraum, sondern auch Ausstellungsvitrinen geöffnet wurden, so fand sich mit einem Muster-Abdruck der ersten Note der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank über 10 Gulden vom 1. Juni 1836 ein wahrer Schatz, bei dem es sich gleichzeitig um ein Unikum handeln dürfte. Muster-Abdruck einer 10-Gulden-Note der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank von 1836 auf Karton mit Anmerkungen der Bank. Staatliche Münzsammlung München, Abb. Autor. Das Besondere daran ist nicht nur, dass es sich um einen auf Karton aufgezogenen Musterschein ohne Serie und Kontrollnummer mit durchgestrichenen Unterschriften aus dem 19. Jahrhundert handelt, sondern dass im Text dazu auch alle genannt werden, die am Entwurf und an der Herstellung der ersten bayerischen Banknote beteiligt waren. Da den meisten Lesern die alte Kurrentschrift aus dieser Zeit Schwierigkeiten bereiten dürfte, habe ich eine Transkription erstellt: Abdruck einer Zehn Gulden Note Erster Emission. Nach einer Zeichnung des königl. Geheimraths Leo von Klenze unter Leitung des damaligen Bank Administrators Joseph Ritter von Maffei angefertigt. – Das Wasserzeichen des Papiers vom Silber Arbeiter und Graveur Wimmer gefertigt. Die Ornamentik von Heinr. Meuer und Fr. Autenrieth, die Schriftzeile, incl. des Schriftstempels im Wasserzeichen von Peter Haseney, der Trockenstempel vom Graveur Kupfer geschnitten. Mechanische Einrichtung der Druckform nach Angabe von Haseney durch Ertel gefertigt. # (In Cours geblieben vom Jahre 1836 (November) bis 1843 (Mai) u. inzwischen einer Nachahmung unterworfen.) Stempel der BAYER. HYPOTHEKEN-U. WECHSEL-BANK. Entwurfszeichnungen von Leo von Klenze. Dass Leo von Klenze (1784–1864) die figürlichen Darstellungen schuf, war bekannt, auch die Mitwirkung von Peter Haseney (1812–1869), der später auch Schöpfer der ersten deutschen Briefmarke, des bayerischen " Schwarzen Einser ", war. Hier werden aber alle Beteiligten genannt, was dieses historische Dokument auszeichnet. Ausgehend von der Erwähnung einer "Nachahmung" – gemeint ist die neue Auflage des 10-Gulden-Scheins vom 1. Mai 1841 – sollte das Dokument Anfang der 1840er Jahre dem damaligen "Königlichen Conservatorium des Münzkabinets" überlassen worden sein. Neben diesem Abdruck findet sich in der Sammlung auch eine Originalnote und eine handgezeichnete zeitgenössische Fälschung. Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, 10 Gulden vom 1. Juni 1836, Vorder- und Rückseite (unbedruckt). Unterschriften Freiherr Simon von Eichthal, Graf Philipp von Lerchenfeld und Joseph von Maffei. Staatliche Münzsammlung München, Abb. Autor. Handgezeichnete zeitgenössische Fälschung zu 10 Gulden der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank vom 1. Juni 1836 auf Karton, Vorderseite. Staatliche Münzsammlung München, Abb. Autor. Herzlichen Dank an Herrn Dr. Martin Hirsch und Herrn Dr. David Weidgenannt von der Staatlichen Münzsammlung München. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld der Bayern – Münzen, Banknoten, Staatspapiergeld und überregionales Notgeld für Bayern 1800 bis 1925 Verlag: Battenberg Verlag Auflage : 1. Auflage 2025 ISBN: 978-3-86646-256-4 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 248 Preis: 24,90 EUR Mehr lesen Zum Shop
- World Money Fair 2025
Treffen Sie uns vom 30. Januar bis 1. Februar 2025 am Stand des Battenberg Bayerland Verlags direkt beim Haupteingang der World Money Fair rechts! Wir freuen uns auf Ihren Besuch …
- Grabowski: Das Geld der Bayern
NEUERSCHEINUNG im Januar 2025 – Ab sofort verfügbar! Mit dem Buch „Das Geld der Bayern“ werden alle bayerischen Münzausgaben sowie alle überregionalen bayerischen Papiergeldausgaben vom Königreich bis hin zum Freistaat zusammengefasst. Dabei konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden, die helfen, den Wissensstand über die moderne bayerische Numismatik zu erweitern. Mit einer Einleitung von Dr. Richard Loibl vom Haus der Bayerischen Geschichte. Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld der Bayern – Münzen, Banknoten, Staatspapiergeld und überregionales Notgeld für Bayern 1800 bis 1925 Verlag: Battenberg Verlag Auflage : 1. Auflage 2025 ISBN: 978-3-86646-256-4 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 248 Preis: 24,90 EUR Mit dem Buch wurde eine zunächst vage Idee in die Tat umgesetzt. Von Kurfürst Maximilian IV. Joseph, der 1806 als erster bayerischer König den Thron bestieg, über dessen Thronfolger bis zum letzten König Bayerns Ludwig III. sind alle bayerischen Umlaufmünzen, Flussgolddukaten sowie Geschichts- und Preistaler aufgeführt, farbig abgebildet sowie ausführlich beschrieben und bewertet, einschließlich der Varianten, Proben, Muster und Abschläge. Eine besondere Rolle spielen die seit König Ludwig I. auf bedeutende Personen, neu errichtete Denkmale und Bauwerke sowie auf historische Anlässe ausgegebenen sogenannten Geschichtstaler, mit denen in Bayern quasi die ersten deutschen Gedenkmünzen geschaffen wurden. Der König selbst war ein leidenschaftlicher Numismatiker und nahm großen Einfluss auf die Themenwahl, Gestaltung und die Umschriften dieser Münzen. Über das Studium der aktuellen Bestände der Staatlichen Münzsammlung München, aus denen auch fast alle Abbildungen neu erstellt wurden, sowie der historischen und modernen Fachliteratur und Quellen des Fachhandels wurde der Münzteil bearbeitet. Auch die privaten Entwürfe des Münchner Medailleurs Karl Xaver Goetz zum Regierungsantritt Ludwigs III. 1913 werden in bisher nicht gekannter Ausführlichkeit mit Varianten dokumentiert. Als Grundlage für die Katalogisierung der Münzen diente der „Große deutsche Münzkatalog“ (AKS), zu dem Ergänzungen und Korrekturen erforderlich waren. Als Konkordanz werden die Katalognummern des AKS sowie die Wittelsbach-Nummern aus der Zusammenstellung des Königlichen Konservatoriums des Münzkabinetts von 1901 und ab 1871 zu Jaeger angegeben. Im anschließenden zweiten Teil des Buches werden alle überregionalen Papiergeldausgaben in Bayern aufgeführt, beschrieben, farbig abgebildet und bewertet. Den Anfang machen die ersten bayerischen Banknoten der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank ab 1836. Es folgen weitere wichtige Papiergeldausgaben wie die der Bayerischen Notenbank aus der Zeit des Königreichs und des Freistaats Bayern, aber auch landesweite Notausgaben als Staatspapiergeld wie die der Bayerischen Staatsbank aus der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg. Abgerundet wird der Katalog des bayerischen Papiergeldes durch die Ausgaben der Regierungsbezirke Schwaben und Pfalz sowie der Zweigstelle Bayern des Reichsverkehrsministeriums, der Abteilung München des Reichspostministeriums und der Generaldirektion der bayerischen Berg-, Hütten- und Salzwerke. Das Papiergeld des 19. Jahrhunderts spielte eine bedeutende Rolle für die Industrielle Revolution und den damit verbundenen Eisenbahnbau, welche allein mit Münzgeld nicht hätten realisiert werden können. Mit dem Buch „Das Geld der Bayern“ liegt erstmals ein Standard- und Zitierwerk der modernen bayerischen Numismatik und Notaphilie von 1800 bis zum Ende der seit der Reichseinigung 1871 nur noch bedingt eigenständigen bayerischen Geldgeschichte 1925 (im Umlauf bis 1935) vor. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Hier geht es direkt zum Shop Erscheinungstermin: ab 15. Januar 2025, Bestellungen sind ab sofort möglich.
- Ein Startup-Unternehmen aus dem späten Mittelalter veränderte die Welt
Der Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) zugewiesene Spruch „Mehr als das Blei in den Kugeln hat das Blei in den Setzkästen die Welt verändert“ deutet auf die Erfindung des Buchdrucks hin. Dieses Lichtenberg-Zitat bezog sich vor allem auf die Verbreitung von Nachrichten und die spätere Epoche der Aufklärung. Unbestritten war die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gensfleisch zum Gutenberg, Sohn des Mainzer Patrizier Friedrich Gensfleisch, eine revolutionäre und grundlegende. Immerhin kürte 1997 das Magazin „Time“ den Buchdruck zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends und 1999 benannte das US-amerikanische TV-Unternehmen A+E Television Networks den heute nur noch als Johannes Gutenberg bekannten als „Mann des Jahrtausends“. In seiner Chronik von 1474 schrieb der Kölner Mönch Werner Rolevinck schon: „Die sinnreiche Kunst des Bücherdruckens ward in Mainz erfunden: sie ist die Kunst der Künste, die Wissenschaft der Wissenschaften, durch deren geschwinde Wirksamkeit ein trefflicher Schatz an Wissen und Weisheit aus dem Dunkel gehoben wurde, die Welt zu bereichern und zu erhellen.“ Die Herstellung einzelner Metallbuchstaben, die zu Worten, Sätzen und ganzen Seiten aneinandergefügt werden konnten war revolutionierend. Die Druckletter konnten nach dem Druck wieder in die Setzkästen zurückgelegt und wiederverwendet werden. Auch die Zusammensetzung des Metalls aus Blei, Zinn und Antimon war von großer Wichtigkeit. Zuvor nutzte man eigens gefertigte stempelähnliche Druckplatten für Vervielfältigungen. Auch die Entwicklung einer Druckpresse geht auf Gutenberg zurück – Vorbild waren die damaligen Weinpressen. Gutenbergs Leistung machte eine fortschrittliche gesellschaftliche Entwicklung erst möglich. Anfangs waren theologische Schriften die Hauptarbeiten und förderten später auch die bürgerliche Bildung. Durch die Verbreitung der Schriften und ihren Weltanschauungen von Martin Luther, Thomas Müntzer, Ulrich von Hutten und anderer Reformatoren waren die Bauernaufstände 1524 bis 1526 erst möglich, Schon 1502 erschienen als „newe zeytung“ die ersten gedruckten Nachrichtenblätter. Das Geburtsdatum von Johannes Gutenberg ist nicht bekannt. Auch eine zeitgenössische Abbildung als Gemälde oder Zeichnung existiert nicht – erst 116 Jahre nach dem Tod Gutenbergs fertigte der Franzose A. Thévet einen Stich an. Lediglich sein Todesdatum kennt man: 3. Februar 1468 (in einem Vermerk auf der letzten Seite eines Druckes von Peter Schöffer stand „... uff sant Blasius tag starp der ersammenster Henne Genßfleiß ...“ [1] Abb. 1: erste bildliche Darstellung Gutenbergs – Zeichnung von André Thévet, in der Reihe „Wahre Porträts“, 1584 veröffentlicht (IEAN GVTTEMBERG, Inventeur dʼImprimerie chapitre 97); alle späteren Porträts Gutenbergs gehen auf die Arbeit von Thévet zurück und sind ebenso erdacht. Und seit über 350 Jahren nutzt man für die Geldscheinherstellung den Buchdruck – im Englischen „letter press“ genannt; im Russischen steht „Высокая печать“ für die andere Bezeichnung = Hochdruck. Deutsche Banknoten mit einem Bildnis Gutenbergs findet man nicht, weder aus der Bundesrepublik noch aus der DDR – nur Notgeldscheine aus Gutenbergs Geburtsstadt Mainz würdigen den großen Deutschen: z. B. 10 und 50 Pfennig 1921 oder 5 Milliarden Mark von 1923, die Gutenbergs Wappen, das Gutenberg-Denkmal am Gutenbergplatz oder ein erdachtes Porträt zeigen. Abb. 2: 10 Pfennig, 1. April 1921, Vs., Notgeldschein der Stadt Mainz, mit dem Aufdruck „Johannes Genßfleisch – genannt Gutenberg“ als Umschrift um das Wappen und dem Text „Wappen des Erfinders der Buchdruckkunst“ links davon. Abb. 3: 50 Pfennig, 1. April 1921, Rs., Notgeldschein der Stadt Mainz, rechts Gutenberg-Denkmal mit der Inschrift „Johannes Gensfleisch zum Gutenberg, dem Mainzer Patrizier, haben seine Mitbürger aus Beiträgen ganz Europas dieses Denkmal 1837 errichtet.“, das Denkmal wurde von Bertel Thorvaldsen geschaffen. Abb. 4: 5 Mrd. Mark, 8. Oktober 1923, Vs. Notgeldschein der Stadt Mainz mit einem fiktiven Porträt Gutenbergs und dem angenommenen Jahr seiner Erfindung: 1450. Auch sind wenige ausländische Banknoten bekannt, die auf das Druckerhandwerk, ihren Erfinder und dessen Unterstützer sowie Geräte und Maschinen hinweisen. Abbildungen einer Gutenberg'schen Spindelpresse für den Buchdruck gibt es nicht; die erste Darstellung gibt es erst seit dem Jahr 1507; Albrecht Dürer zeichnete 1511 eine Handhebelpresse. Abb. 5: 20 Dollars 18__ (ca. 1850), Vs., sog. Reminder der Commonwealth Bank Philadelphia/PA, mit der Abbildung der ersten Mainzer Drucker „Faust“ (= Geldgeber Johann Fust), „Guttenberg“ (= Erfinder Johannes Gutenberg) und „Schoeffer“ (= Verleger Peter Schöffer). Abb. 6a/b: 50 Krónur, 29. März 1961 (erst 1981 in Island ausgegeben), Rs., Buchdrucker („Jünger Gutenbergs“ beim Einfärben des Drucksatzes an einer Kniehebelpresse). Abb. 7a/b: 50 Leva, 1992, bulgarische Banknote mit der Abbildung einer älteren Tiegeldruckmaschine auf der Rückseite. Interessant sind jedoch die wirtschaftlichen Verhältnisse Gutenbergs. Wie sooft bei Neugründungen fehlte auch Gutenberg das nötige Geld für Erweiterungen seines Unternehmens. Die ersten Druckaufträge für die Herstellung seiner Bibeln verbrauchten seine kompletten Geldmittel: nicht nur die Löhne für etwa 20 Mitarbeiter, auch Materialkosten für Papier und Pergament sowie die Herstellung der Buchstaben und Verbesserung der Druckerpressen überstiegen seine finanziellen Möglichkeiten. Er fand im Mainzer Advokaten Johannes Fust einen solventen Geldgeber. Ein erstes Darlehen in Höhe von 800 Gulden vergab Fust nach dem Vertrag vom 22. August 1450 mit einem Zins von 6 Prozent; ein zweiter Kredit folgte im Jahr 1452 über ebenfalls 800 Gulden. Da Gutenberg die geforderte Rückzahlung samt Zinsen nicht leisten konnte, verklagte ihn Fust im Herbst 1455 zur Pfändung der Schulden. Nach dem Rechtsstreit musste Gutenberg aufgeben, Fust übernahm die Druckerei im Mainzer „Hof zum Humbrecht“ und holte später seinen Schwiegersohn Peter Schöffer ins Unternehmen. Schöffer wurde nach dem Tod von Fust alleiniger Eigentümer der Druckerei. Das Druckwesen nahm in den folgenden Jahren europaweit [2] seinen Siegeslauf. Später in Übersee: es entstanden 1539 in Mexiko-Stadt, 1556 im portugiesisch/indischen Goa, 1584 im südamerikanischen Lima, 1591 im japanischen Nagasaki, 1638 in Cambridge/Massachusetts und 1795 im australischen Sydney Buchdruckereien Mainzer Art. Die technische Entwicklung brachte viele Neuerungen und neue Druckverfahren hervor: Alois Senefelder (1771–1834) erfand die Lithografie, die später den Offsetdruck ermöglichte; gleichzeitig entwickelte sich der Tiefdruck. Alle diese Druckverfahren fanden in der Herstellung von Papiergeld ihre Anwendung. Das Verfahren des heute üblichen Stahlstichdrucks nutzte schon 1820 der amerikanische Goldschmied Jacob Perkins erstmals zum Druck von Banknoten. Abb. 8: 0 Yen o. D. (1963), Rs., als „The Great Japanese Zero Yen Note“ vom avantgardistischen Künstler Genpei (Katsuhiko) Akasegawa mit Druckerpresse, Setzkasten, Winkelhaken und Farbwalze gestaltet – Gutenberg, Fust und Schöffer als Medaillon; trotz der Übergröße von nachempfundenen 1000-Yen-Noten in einer Ausstellung wurde er wegen Banknotenfälschung angeklagt. 9a/b: Werbeschein der VEB Wertpapierdruckerei der DDR (vormals Giesecke & Devrient in Leipzig) ohne Wertangabe mit einem Porträt von Alois Senefelder auf der Vorderseite und einer modernen Planeta-Druckmaschine auf der Rückseite. Abb. 10a/b Werbescheine des Volkseigenen Betriebs Deutsche Wertpapierdruckerei Leipzig mit Porträt von Johannes Gutenberg, ohne Datum (vor 1968), ohne Wertangabe, Druck einseitig (Farbvarianten). Abb. 11: 1 Pass, (o. D.), Vs. Testnote der Wertpapierdruckerei De La Rue Giori S. A. Lausanne mit dem Porträt Gutenbergs, dem Stich von A. Thévet nachempfunden – außerdem wurde ein Schriftsatz und eines der Buchdruckerzeichen abgebildet – die Rückseite zeigt eine Werkstattszene mit Gutenberg und seinen Druckern (ähnliche Varianten bekannt). Abb. 12: Ausschnitt Wasserzeichen eines Werbescheins der Louisenthal Papierfarbrik GmbH (LongLife Paper von 2001) mit dem Porträt Gutenbergs im Schaurand. Abb. 13: Testnote "varifeye" der Louisenthal Papierfarbrik GmbH von 2005 mit dem Porträt Gutenbergs, Vs.; Rs.: Ausschnitt Gutenberg-Denkmal und Einzelletter (Variante mit „Specimen“ bekannt). Abb. 14: 0 MEMO-EURO von Mainz, 2018 der Firma Euroscope mit der ältesten Darstellung Gutenbergs auf der Vorderseite. Abb. 15: Martin-Niemöller-Schule, Gymnasium Wiesbaden, Mai 2023: „Zahlreiche Schüler und Schülerinnen der 6. und 7. Klassen haben für den diesjährigen Schülerwettbewerb des Gutenberg-Museums in Mainz fantasievolle Gutenberg-Banknoten entworfen. Nach einer intensiven Beschäftigung mit Banknoten-Designs aus aller Welt wurde gedruckt, geklebt, gezeichnet und gemalt, um jeweils eine ganz individuelle Banknote zu gestalten.“ Abb. 16: Tiegeldruckmaschine mit Handanlage, Ende Juli 1944 wurden hier in der slowenischen Partisanendruckerei „Triglav“ am Goteníški Snežnik 10-Lire-Scheine nach dem Entwurf von Branko Simčič gedruckt [3] Der Buchdruck hat heute weltweit völlig an Bedeutung verloren; technische Verfahren haben ihn über die Jahrhunderte überholt und nur noch sehr wenige Handwerksbetriebe sind beim Bundesverband Druck und Medien bekannt. Meist handelt es sich bei ihnen um museale Schauwerkstätten. So verstummten die seit 1740 üblichen Grußworte der Drucker und Schriftsetzer „Gott grüß die Kunst“ seit den 1960er Jahren mehr und mehr. Abb. 17: Druckergruß am Erker über dem Eingang der ehemaligen Druckerei Josef Matthäus Boegl, Oberer Markt 8, in Neumarkt/Oberpfalz; dort wurde ab 1911 das "Neumarkter Tagblatt" gedruckt. Johannes Gutenberg gewidmete deutsche und internationale Münzen, Medaillen und Briefmarken gibt es mannigfach und Denkmale stehen außer in Mainz auch in Frankfurt a. M., Eltville und Straßburg. Michael H. Schöne Anmerkungen: [1] Bodo Kühn: „Meister Gutenberg“, Berlin 1966 [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Global_spread_of_the_printing_press [3] Peter Kos: „Slovenska partizanska plačilna sredstva“, Ljubljana 1977, S. 25 https://de.wikipedia.org https://niemoellerschule.net Abbildungen: Abb. 2, 6a/b, 7a/b, 9a/b, 10a/b: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte












