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  • Neuer Mazedonien-Katalog

    Aus Nordmazedonien erreicht uns ein neuer Banknotenkatalog, der sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Sammler von Interesse sein dürfte. Zoran Strezoski: Catalogue of Macedonian Banknotes 1. Auflage 2024 Broschur mit Klebebindung. 96 Seiten Seiten, mit farbigen Abbildungen. Format 16,6 x 23,5 cm. Eigenverlag, Skopje. ISBN 978-608-67115-1-1 Auflage: 200 Exemplare Preis: 12,00 EUR Zu beziehen direkt über den Autor via Facebook oder Kontakt per Email strezoski_z@yahoo.com ,  auch auf eBay werden immer wieder Exemplare angeboten. Der Katalog ist zweisprachig gehalten (Mazedonisch, Übersetzung ins Englische von Jovan Strezoski) und alle Anforderungen, die ein Katalog haben sollte, findet  man auf seinen 96 Seiten: Eine komplette Auflistung aller mazedonischen  bzw. nordmazedonischen Banknoten seit 1993, eine Bewertung in Euro und für viele Sammler das allerwichtigste: Der Autor hat sich um eine  komplette Bebilderung aller aufgeführten Scheine bemüht, soweit es ihm möglich war. Auch für jene Sammler, die das Gebiet wegen Vollständigkeit in der Sammlung aus ihrer Fehlliste gestrichen haben, hat dieses Buch einen Mehrwert, da auch Entwürfe, Abbildungen und Überstempelungen aller Art dokumentiert sind. Die ersten beiden  Kapitel enthalten eine Auflistung aller, aber auch wirklich aller Ausgaben seit der Sezession von Jugoslawien 1993. Dazu gehören die ersten beiden provisorischen Serien von 1993, alle Varianten und Ausgabedaten der regulären Serie seit 1996 der „National Bank der Republik Mazedonien“ und selbstverständlich auch der Polymerausgaben und der Ausgaben mit dem geänderten Banknamen „National Bank der Republik Nordmazedonien“. Abgebildet und bewertet werden auch alle  Musternoten mit SPECIMEN-Überdruck. Im dritten und vierten Kapitel werden schließlich alle  Entwurfsserien und nicht realisierte Entwürfe vorgestellt, hierzu dienten vermutlich die Archive der Zentralbank. Weitere Kapitel enthalten Propagandaentwürfe (z.B. mit dem Bild Alexanders des Großen), die Propagandastempel („Суверена Македонија“, Souveränes Mazedonien) auf jugoslawischen Banknoten,  die Kosovo-Stempel auf mazedonischen Banknoten („Banka Provizore e Republikës së Kosovës“) sowie diverse Karnevalsnoten u. a. aus Vevčani. Für alle Spezialisten werden schließlich die lokalen Überstempelungen  auf deutschen, österreichisch-ungarischen und bulgarischen Banknoten aufgelistet, wie sie wohl nur noch in hochkarätigen Spezialsammlungen bzw. im Archiv der Zentralbank Mazedoniens zu finden sind. Manfred Dietl

  • Nigeria und die Bargeldhändler

    In ganz Nigeria hat der zu unverschämten Preisen betriebene illegale Handel mit Naira-Banknoten zugenommen, was durch die eingeschränkte Bargeldversorgung der Banken noch verschlimmert wird. Trotz Warnungen der Central Bank of Nigeria (CBN) und der Androhung, nachlässige Institute zu bestrafen, ist diese Praxis nach wie vor verbreitet. Berichten zufolge arbeiten Bankangestellte und Bargeldhändler zusammen, um die Verbraucher auszunutzen, indem sie Bargeld horten und es zu überhöhten Preisen weiterverkaufen, insbesondere für kürzlich ausgegebene Banknoten. Da einige Bankangestellte höhere Gebühren verlangen, räumen die Bargeldhändler freimütig ein, dass sie ebenfalls mehr für Bargeld verlangen. So verdienen Bankangestellte beispielsweise mit dem Verkauf von 200.000 ₦ für 230.000 ₦, während in Lagos 20.000 ₦ in kassenfrischen Scheinen für 7.000 ₦ mehr verkauft werden. Bei geselligen Zusammenkünften wird Bargeld ebenfalls weiterverkauft, wovon die Bargeldhändler reichlich profitieren. Ähnliche Fälle sind im Bundesstaat Imo, in Osogbo und Ibadan zu beobachten, wo sich Geschäfte und Supermärkte dem Hausierer-Wahn angeschlossen haben und durch den Verkauf an Point-of-Sale (PoS)-Betreiber Geld verdienen. Obwohl die CBN darauf besteht, dass ein solches Verhalten illegal ist, wird kaum etwas dagegen unternommen. Bankdirektoren und andere Beteiligte verurteilen diese Praxis und machen dafür die unzureichende Bargeldversorgung verantwortlich, die durch die Politik der CBN zur Stabilisierung des Wechselkurses und zur Senkung der Inflation verursacht wurde. Die Zentralbank hat jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 150 Millionen Naira (ca. 93.100 €) gegen inländische Geschäftsbanken eingeführt, die sich der Ausgabe von kassenfrischen Naira-Banknoten an Bargeldhändler im ganzen Land schuldig gemacht haben. Dies teilte der amtierende Direktor für Unternehmenskommunikation der CBN, Sidi Ali Hakama, kürzlich in Abuja mit. In einem Rundschreiben, das vom amtierenden Direktor der Abteilung für Währungsgeschäfte, Mohammed Olayemi, am 13. Dezember 2024 unterzeichnet wurde, erklärte die CBN, sie sei besorgt über die zunehmende Verbreitung von kassenfrischen Naira-Banknoten, die von Hausierern gehandelt werden. Die CBN bezeichnete diese Praxis als Hindernis für eine effiziente Bargeldverteilung an Kunden und die Öffentlichkeit. Das Rundschreiben, das sich auf eine frühere Richtlinie vom 13. November 2024 bezieht, unterstreicht die Entschlossenheit der CBN, gegen die Kommerzialisierung des Naira vorzugehen. Gemäß der Richtlinie wird jede Zweigstelle eines Finanzinstituts, die sich eines Verstoßes schuldig macht, beim ersten Mal mit einer Strafe von 150 Millionen Naira belegt. Alle weiteren Verstöße werden gemäß den Bestimmungen des Gesetzes über Banken und andere Finanzinstitute (Banks and Other Financial Institutions Act, BOFIA, 2020) strenger geahndet. Um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten, erklärte die CBN, dass sie regelmäßige stichprobenartige Kontrollen in den Banken und an den Geldautomaten verstärken und Testkäufer einsetzen werde, um illegale Bargeldverkaufsstellen im ganzen Land aufzudecken. Donald Ludwig

  • Erster Geldschein-Newsletter 2025 erscheint am 16. Januar

    Liebe Leser! Um den wechselnden Rhythmus der Newsletter von Muenzen-Online.com (immer in geraden Wochen) und Geldscheine-Online.com (immer in ungeraden Wochen) auch im neuen Jahr aufrecht zu erhalten, erscheint der erste Geldschein-Newsletter erst am 16. Januar 2025 und nicht, wie im letzten Newsletter 2024 angekündigt, bereits am 9. Januar. Beide kostenlosen Newsletter erscheinen ab 2025 regelmäßig alle zwei Wochen! Die Redaktion und die Autoren von Geldscheine-Online.com wünschen allen Lesern für das neue Jahr alles Gute, Gesundheit und viel Freude beim Hobby. Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

  • Geldscheine in Slowenien – einst und jetzt

    Es war der Beginn des ersten sog. "Jugoslawien-Kriegs": am 25. Juni 1991 erklärte das slowenische Parlament in Ljubljana erstmals die Unabhängigkeit des Landes. Daraufhin rückten einen Tag später Teile des 13. Korps der Jugoslawischen Volksarmee aus ihren Kasernen in Richtung Italien und Österreich aus, um die dortigen Grenzübergänge zu sichern. Es kam zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen regionalen Polizeibeamten im Verband mit Einheiten der slowenischen Territorialen Verteidigung und der jugoslawischen Volksarmee. Der daraus entstandene 10-Tage-Krieg endete nach Verhandlungen am 7. Juli 1991; Slowenien erlangte seine staatliche Unabhängigkeit am 8. Oktober 1991 und wurde in den Folgemonaten von vielen Staaten anerkannt. Abb. 1: jugoslawische Panzer Richtung Grenzübergang Straß (Spielfeld/Šentilj) Damit wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des heutigen 2-Millionen-Volks geschrieben. Die Vergangenheit des heutigen Staatsgebiets sah folgendermaßen aus: Alpenslawen besiedelten ab dem späten 6. Jahrhundert Gebiete des heutigen Sloweniens; der Stammesverband nahm im 8. Jahrhundert das Christentum an und unterwarf sich Karl dem Großen und seinem Frankenreich. Nach der Verwaltung der betreffenden Ländereien durch verschiedene klerikale und weltliche Herrscher kam das Gebiet zum bayerischen Herzogtum Kärnten. Nach Loslösung um das Jahr 1000 entstand die Grenzmark Krain. 1335 kam die Krain an die Habsburger, die 30 Jahre später unter Rudolf IV. das Herzogtum Krain schufen. In der wechselvollen Geschichte sind die osmanischen Bedrohungen und die Zugehörigkeit zu den napoleonischen Illyrische Provinzen bedeutsam. 1813 wurde die Krain von Österreich zurückerobert und war als Herzogtum bis 1849 in das Königreich Illyrien innerhalb des Kaisertums Österreich eingegliedert. Als Kronland der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bestand die Krain von 1849 bis 1918. Unter österreichischer Verwaltung kamen die ersten Geldscheine auch ins heutige Slowenien. Bis 1892 galt der Gulden; durch die instabile Deckung der österreichischen Währung wurde die Silberwährung mit der Einführung einer neuen Währung ausgetauscht. Abb. 2: 50 Gulden 25. August 1866, Vs., Staatsnote der k. k. Staats-Central-Casse. Am 20. September 1900 wurden die ersten Kronen-Banknoten in Umlauf gegeben. Die Währung wurde auf den Goldstandard gehoben – der Umtauschkurs lag bei 1 Gulden = 2 (Gold-)Kronen. Für die seit 1820 geltenden Gulden wurde 1858 der Wert um 5 Prozent abgewertet. Zeigten die seit 1858 geltenden Gulden-Scheine den Wertaufdruck nur in Deutsch und Ungarisch, änderte sich das mit der Neugestaltung der neuen Serie mit den Werten zu 10, 20, 50, 100 und 1000 Kronen. Ergänzt wurde der Aufdruck auch in slowenischer Sprache, z. B. fünfzig Kronen = petdeset kron. „Aus Protest versah die Bevölkerung die Banknoten mit Aufschriften in ihrer jeweiligen Landessprache. Erst auf den nächsten Serien wurden die Nominale in acht weiteren Sprachen der Monarchie angeführt.“ [1] Abb. 3: 50 Kronen 2. Jänner 1902, Vs., Banknote der Oesterreichisch-ungarischen Bank, Aufdruck links: Tschechisch, Polnisch / Slowenisch, Kroatisch, Aufdruck rechts: Russisch, Italienisch / Serbisch, Rumänisch; Ungarisch rückseitig. Die Gulden-Banknoten von 1880/84 konnten noch bis 1903 bzw. 1904 parallel zur Kronen-Währung verwendet werden. Die Kronen-Währung galt in Österreich bis 1924. Noch 1918 wurden mit dem Zerfall der k. und k. Monarchie sowie der deutschen, russischen und osmanischen Reiche die Grenzen in Europa neu gezogen. Abb. 4: Slowenien entstand zum Großteil aus dem Kronland Krain und aus angrenzenden Gebieten der Steiermark und des vormaligen Küstenlands (Karte um 1914). Schon 1917 bemühten sich serbische und kroatische Politiker um die Schaffung eines slawischen Nationalstaats. Die Slowenen schlossen sich aus Furcht vor einer italienischer Vorherrschaft in ihrer Region diesen Bemühungen an. Am 6. Oktober 1918 bildete sich in Zagreb der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben und in der Folge gründete sich der „Država Slovencev, Hrvatov in Srbov“; der SHS-Staat entstand am 29. Oktober 1918. Der serbische Kronprinz Aleksandar I. Karadjordjević hatte mit Zustimmung des kroatischen Nationalrats am 1. Dezember 1918 das „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ proklamiert, in dem sich auch die bisherigen Königreiche Serbien und Montenegro wiederfanden. Die jugoslawische Krone ersetzte schon ab dem 12. November 1918 die bisherige österreichisch-ungarische Kronen-Währung. Der neue Staat übernahm die Geldscheine der alten Herrschaft, aber Gemeinden, Finanzämter und andere Behörden überstempelte die öst.-ung. Geldscheine. „Als der gemeinsame jugoslawische Staat gegründet wurde, waren auf seinem Territorium vier Währungen im Umlauf: der Dinar, der Perper, der bulgarische Lew und die österreichisch-ungarische Krone. Bis 1920 blieb dies in weiten Teilen des neuen Landes, auch auf slowenischem Boden, das offizielle Zahlungsmittel. Aufgrund seines sinkenden Wertes und der Einführung entwerteter Banknoten aus Österreich und Ungarn verbot das Land zunächst die Einführung von Beträgen über 1.000 Kronen (später 2.000 Kronen) und führte dann die obligatorische Stempelung von Kronen-Banknoten ein; Dadurch werden ihre Anzahl und ihr Wert bestimmt. Im Jahr 1920 wurden die Kronen-Banknoten durch Kronen-Dinar-Banknoten ersetzt, auf denen beide Währungen aufgedruckt waren, und zwar zum Wechselkurs von 4 Kronen für 1 Dinar. ... Die Stempelung erfolgte zwischen dem 8. Januar und dem 2. Februar 1919. Alle Inhaber von Kronen-Banknoten mussten in dieser Zeit ihre Anzahl und ihren Gesamtwert melden, dann wurden sie von einer Sonderkommission gezählt und die trug die Werte in das Protokoll ein.“ [2] Abb. 5: 20 Dinara 1. Februar 1919, mit Überdruck 80 Kronen, Vs., Finanzministerium des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Abb. 6: 100 Kronen 2. Jänner 1912 = 25 Dinar, Vs. mit Klebemarke des SHS-Königreichs, in Brežice (deutsch: Rann an der Save) abgestempelt. 20 Prozent des Werts der gestempelten Scheine wurden als Maßnahme zur Begrenzung des Kronenumlaufs einbehalten. Es wurden Gutscheine (Kronengutscheine) ausgegeben, die beim Umtausch von Kronen in Dinar eingelöst werden konnten. Banknoten zu 10, 20, 50, 100 und 1000 Kronen wurden gestempelt, während 1- und 2-Kronen-Banknoten nicht gestempelt werden mussten. Bis Ende 1921 wurde das gesamte Geld in Dinar umgetauscht. Am 3. Oktober 1929 benannte sich der SHS-Staat in „Königreich Jugoslawien“ um; nach der Verwaltungsreform wurde das Land in neun Banschaften gegliedert – die slowenische Gebiete gehörten größtenteils zur „Dravska banovina“ (deutsch: Banschaft Drau, Hauptort wurde Ljubljana/Laibach). Der jugoslawische Dinar war seit 1923 die alleinige Währung; er galt bis zum Zweiten Weltkrieg und wurde in 100 Para unterteilt. Abb. 7: 100 Dinar 1. Dezember 1929, Vs., Banknote der Nationalbank des Königreichs Jugoslawien – serbische Seite die abgebildete Majka Srbija (Mutter Serbien) sitzt an der Donau und zeigt mit ausgestreckter Hand in Richtung Süden und ruft zur Befreiung ihrer versklavten slawischen Brüder auf. Aufgrund des politischen Drucks aus Nazi-Deutschland unterzeichnete Prinz Pavle am 25. März 1941 den Beitritt zum sog. Dreimächtepakt – es bildete sich eine Gegenregierung, die mit dem jugoslawischen Militär erfolgreich putschte. Das Beitrittsabkommen wurde für nichtig erklärt. Die deutsche Wehrmacht marschierte deshalb am 6. April 1941 in Jugoslawien ein; sie wurden von italienischen und ungarischen Truppen unterstützt. Bereits am 17. April 1941 ergab sich die jugoslawischen Armee. Das im deutschen Sprachraum als „Südslawien“ bezeichnete Land wurde besetzt und in zehn unterschiedliche Territorien aufgeteilt. Es entstanden die Staaten Kroatien und Serbien – am 10. April 1941 die faschistische Monarchie „Unabhängiger Staat Kroatien (NDH)“ und die serbische Marionettenregierung unter General Nedić. In Kroatien wurde die Kuna als neue Währung eingeführt – in Serbien ein neuer serbischer Dinar. In den annektierten nördlichen Gebieten galten fortan die Währungen der Eroberer: Reichsmark und Lira sowie Pengö. Abb. 8: Zerstückelung der Banschaft Drau/Slowenien 1941 (© Richard. A. Banyai 1971); Ungarn besetzte den Ostteil (die Südbaranja und die Batschka), Italien eignete sich den Südteil an, der als Provincia di Lubiana und Provincia di Fiume ins Königreich eingegliedert wurde und Deutschland erweitere die sog. „Ostmark“ mit dem Nordteil der Banschaft als „Oberkrain“ (Kärnten/Krain) und „Untersteiermark“; nach der Kapitulation Italiens 1943 vor den Alliierten, besetzte Deutschland das Gebiet um Ljubljana und beabsichtigte, es als „Adriatisches Küstenland“ ebenfalls zu annektieren. Abb. 9: 1 000 Lire 29. April 1940, Vs., Druckmenge: 1,0 Mio. Exemplare. Abb. 10: 10 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., UdrBst. G/Serie E (ab Oktober 1940 im Umlauf). Abb. 11: 1 000 Dinar 1. Dezember 1931, Vs., Banknote der Nationalbank des Königreichs Jugoslawien, mit ungarischer Klebemarke. Der jugoslawischen Dinar wurde bald durch die von den Besatzern eingeführten Landeswährungen ersetzt. Ab Juni 1941 rechnete man 100 Dinar = 5 Reichsmark = 38 Lire = 10 Pengö. Die Deutschen tauschten 720 Mio. Dinar und die Italiener 1,6 Mrd. Dinar entsprechend ein. Da die italienische Lira am weitesten verbreitet war, wurden alle Partisanen-Scheine während der Besatzungszeit in Lira-Währung gedruckt. Die slowenische Bevölkerung stand der Besetzung nicht tatenlos gegenüber. Es formierten sich Partisanenverbände, die den militärischen Widerstand organisierten. Es bildete sich die „Osvobodilna Fronta Slovenskega naroda/OFSN“; innerhalb dieser Befreiungsfront der slowenischen Nation verabschiedete der Slowenische Nationale Befreiungsrat SNOS („Slovenski narodnoosvobodilni svet“) als politisch-repräsentatives Organ in Črnomlje am 20. Februar 1944 ein Dekret über den Druck gesetzlicher Zahlungsmittel im befreiten Gebiet. Am 12. März 1944 gründete das Präsidium der SNOS das Slowenische Währungsinstitut, das zur Ausgabe von Geldscheinen berechtigt war. Ende Februar 1944 entstanden erste Entwürfe für die Herstellung von Lire-Scheinen. Sie wurden in Črmošnjice in der Bela krajina angefertigt und in der Triglav-Druckerei in den Bergen des Goteniški Snežnik gedruckt. Die erste Emission umfasste 20,0 Mio. Lire. Entworfen wurden die Geldscheine in Werten zu 1, 5, 10, 50, 100, 500 und 1 000 Lira vom Dipl.-Ing. Branko Simčič. [3] Er verstarb 2011 und wurde 99 Jahre alt. Abb. 12: 10 Lir (1944), Vs., Ausgabe des DNS, 6-stellige KN auf der Rückseite; es existieren deutsche Propagandanoten mit dem Text „Ta denar je prav taka ničla, kakor obljube iz Moskve in Londona“ (≈ Dieses Geld ist ebenso wenig wert wie die Versprechen aus Moskau und London). Nach der Befreiung aller jugoslawischen Gebiete wurde am 29. November 1945 nach Vor- und Hauptwahlen die Föderativen Volksrepublik Jugoslawien/FLRJ ausgerufen. Bis dahin wurden sowohl weitere Geldscheine des Slowenischen Währungsinstituts als auch Banknoten einer Wirtschaftsbank in Umlauf gegeben. Abb. 13: 10 Lir 1945, Vs., dreisprachige Ausgabe der Wirtschaftsbank für Istrien, Rijeka und das slowenische Küstenland, Werte zu 1 bis 1000 Lir wurden am 18. Oktober 1945 ausgegeben; die Währungsbezeichnung Lir/Lira/Lire wurde vom Nationalen Befreiungskomitee akzeptiert (das Gebiet der Operationszone Adriatischen Küstenlands wurde nach der Befreiung bis 1954 in zwei Zonen geteilt); die Serie mit acht Werten von 1 Lira bis 1000 Lire wurden in der Zagreber Hrvatska državna tiskara auf übrig gebliebenen Druckbogen aus der Kuna-Produktion gedruckt und waren bis 4. Juli 1949 gültig. Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 wurde auch die Provincia di Lubiana (Laibach) durch die deutsche Wehrmacht besetzt. 1944 gestatte die Provinzialverwaltung der Sparkasse der Provinz die Ausgabe von Geldanweisungen in italienischer Währung, da eine Unterversorgung mit Lire-Banknoten entstanden war. Mit Datum 14. September 1944 gab die Sparkasse vier Scheine in den Wertstufen 50 bis 1 000 Lire aus; es folgten die fünf Ausgaben mit Datum 28. November 1944 – ½ bis 10 Lire. [4] Abb. 14: 1 000 Lire 1944, Rs., Geldanweisung/deutschsprachig; Gestaltung: Janez Trpin. Die ersten Geldscheine der FLRJ wurden noch 1944 ausgegeben und trugen auf den Vorderseiten die sechs Ländernamen СРБИЈА (Serbien), HRVATSKA (Kroatien), SLOVENIJA (Slowenien), БОСНА И ХЕРЦЕГОВИНА (Bosnien und Herzegowina), ЦРНА ГОРА (Montenegro) und МАКЕДОНИЈА (Mazedonien). Die Abbildung zeigt die stilisierte Darstellung des Partisans Milivoj Rodić; auf den Rückseiten ist das vorläufige Staatswappen mit dem Datum 29-XI-1943 abgebildet. Abb. 15: 1 000 Dinarja o. D. (1944), Vs., viersprachiger Wertaufdruck; Gestaltung: Djordje Andrejević Kun; Druck: ZIN Belgrad (kyrillische Ser.-Bst. breit БА...БК, ВB, ВД) und Goznak Krasnokamsk (lateinische Ser.-Bst. schmal AA...AC, TA), in Umlauf seit 30. Juni 1945 – außer Kurs ab 26. Januar 1947. Schon bis 30. April 1944 wurden in Serbien die Besatzungsscheine in neue jugoslawische Dinar umgewechselt. Höchstsummen bis 5 000 DDFJ (= dinara Demokratska Federativna Jugoslavija) konnten sofort getauscht werden: 100 Reichsmark = 60 DDFJ, 100 ital. Lire = 30 DDFJ, 100 Pengö = 100 DDFJ. Über 438 Mio. RM wurden zum Umtausch vorgelegt. Die Lire-Scheine des slowenischen Währungsinstituts wurden den italienischen gleichgestellt. Den neuen Dinar-Scheinen von 1944 folgten die Ausgaben der Nationalbank der FNRJ von 1946, 1953 und 1955; ab 1963 tragen die Banknoten die Bezeichnung „Narodne Banka Jugoslavije“ – nach der neuen Verfassung vom 7. April 1963 wurde das Land in „Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien“ (SFRJ) umbenannt. Von 1966 bis 1989 wurde ein „harte Dinar“ ausgegeben; es folgte nach einer Hyperinflation der frei konvertierbare Dinar ab dem 1. Januar 1990. 10.000 alte Dinar galten 1 neuen Dinar. Um der hohen Inflation entgegen zu wirken, startete der Ökonom Bogdan Oblak 1988 in Ljubljana das sog. Lipa-Projekt. Im Zusammenhang damit wurde bis 1991 eine Währung diskutiert, die einen theoretischen Wert von 1 Lipa = 10.000 Dinar entsprach und durch das Vermögen der Lipa-Holding garantiert war. Das Unternehmen hatte schon 1989 1-Lipa-Scheine mit dem Bild des Dichters Fr. Prešeren drucken lassen. Die Republik Slowenien führte jedoch eine eigene Währung ein. Es gibt noch weitere Fantasie-Scheine, wie die Serie über ½, 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 Lip von 1990 oder die sechs Talerjev-Noten von 2007 für Dežela Kranjska (Gebiet Krain). Auch der Slowake Matej Gábriš schuf 2016 Tolarjev-Fantasie-Scheine. Abb. 16: 1 Lipa 20. April 1992, Vs., propagandistischer Fantasie-Schein einer „Banka Slovenije“ – abgebildet ist Julija Primicova; Aufdruck: „Zahlungsgarantie durch die Lipa Holding/Die Banknote ist durch Gold und anderen Werten gedeckt/Fälschung sind nach dem Gesetz strafbar“; die Rückseite zeigt den Wertaufdruck in Slowenisch, Italienisch und Ungarisch. Nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991 wurde im freien Slowenien am 25. Juni 1991 die Banka Slovenije gegründet; der erste Wechselkurs der am 8. Oktober 1991 ausgegebenen Wertgutscheine wurde im Verhältnis 1 Dinar = 1 Tolar = 100 Stotinov festgelegt. Die neue slowenische Währung existierte in Wertgutscheinen (Boni) zu 1, 2, 5, 10, 50, 100, 200, 500 und 1000 Tolar. Am 27. Mai 1992 folgte der 5000-Tolar-Gutschein. Die Gutscheine galten bis zum 30. Juni 1993, der 1000-er wurde wegen vielen aufgetauchten Fälschungen schon am 6. November 1992 eingezogen, der 5000-er erst am 1. Februar 1994. Abb. 17: 1000 (Tolarjev, o. D., 1992), Vs., alle Gutscheine hatten die gleiche Gestaltung (sie zeigen den Triglav, Sloweniens höchsten Berg) in unterschiedlichen Hauptfarben; Druck: CETIS d. d., Celje; außer Kurs ab 6. November 1992. Abb. 18: 1000 Tolarjev 15. Januar 2000 (2001), Vs., Abbildung: Dr. France Prešeren; Entwurf der Serie: Miljenko Licul, Zvone Kosovelj und Rudi Španzel – Druck: De La Rue; zehn Jahre nach der Einführung der Tolar-Währung emittierte die Bank von Slowenien am 8. Oktober 2001 Gedenkbanknoten zu 100, 1000 und 10 000 Tolar mit dem Aufdruck „Banka Slovenije 1991–2001“. Abb. 19: 20 Euro 2002 , Rs., Banknote der EZB; Signatur: Jean-Claude Trichet; Druck: François-Charles Oberthur (Frankreich), Plattenkennung: E004D2. Die letzten Banknoten der Banka Slovenije tragen das Datum 15. Januar 2004 (200 Tolar). Slowenien wurde am 1. Mai 2004 Mitglied der EU und trat zum 1. Januar 2007 der Euro-Zone bei. Seit dem 30. September 1992 bis zum 14. Januar 2007 waren Tolar-Banknoten gültige Zahlungsmittel. Die Europäische Zentralbank vergab den Präfix-Serienbuchstaben H an die Bank Sloweniens. Der Tauschkurs betrug 239,64 slow. Tolar (SIT) = 1 Euro. Schon seit dem 1. März 2006 wurden alle Preise in Tolar und in Euro angegeben. Etwa 108 Mio. Tolar-Banknoten wurden im Januar 2007 in 42 Mio. Euro-Banknoten umgetauscht. Michael H. Schöne Quellen [1] vergl. https://www.bavarikon.de/object/bav:HVB-PAE-0000000000349101 [2] vergl. http://www.zal-lj.si/slovenci-zacenjajo-se-novi-casi/od-krone-do-dinarja lt. der Diplomarbeit von TomaŽ Torkar („Währungsreformen auf dem Gebiet Jugoslawiens zwischen den Jahren 1918 und 1949“, Ljubljana 2006) rechnete den Dinar man vom November 1918 bis 18. März 1919 zu 2 Kronen, vom 19.März 1919 bis 4. Juni 1919 zu 2,50 Kr., vom 5. Juni 1919 bis 12. November 1919 zu 3,00 Kr., vom 13. November 1919 bis 31. Dezember 1919 zu 3,50 Kr. und schließlich ab 1. Januar 1920 zu 4,00 Kr. [3] vergl. Peter Kos „Slovenska partizanska placilna sredstva“, Ljubljana 1977: auf der Seite 24 ist Branko Simčič bei der Bearbeitung der Druckvorlagen zum 10-Lir-Schein im April 1944 abgebildet und auf Seite 25 sieht man den Druckvorgang – auf einer Tiegeldruckpresse werden die Druckbogen in 2 × 4 Nutzen mit dem grünen Text in Handanlage ergännzt; weiterführende Angaben: Uwe Bronnert „Noten des Währungsinstituts Slowenien 1944/45“, geldscheine-online.com 4. Januar 2021/14. November 2023 [4] vergl. Uwe Bronnert „Die Geldanweisungen der Sparkasse der Provinz Laibach (1944)“, geldscheine-online.com 14. Dezember 2020/14. November 2023 http://projects.ung.si https://belokranjski-muzej.si https://de.wikipedia.org https://italianiinguerra.wordpress.com https://ojs.inz.si https://siol.net https://www.auktionen-fruehwald.com https://www.bsi.si https://www.krone.at https://www.muzej-nz.si https://www.obramba.com https://www.picturedesk.com Jože Krall:„Partizanska tiskarna ,Triglavʻ na Goteniškem Snežniku“, Banka Slovenije: „Zgodba o denarju“, Ljubljana 2021

  • Leserpost: Kleingeldscheine der Reichsbankstelle Wilhelmshaven 1920

    Sehr geehrter Herr Besler (Grabowski), vor fast genau einem Jahr hatte ich Ihnen meinen Kleingeldschein der Reichsbankstelle Wilhelmshaven RBK-16 (1 Pfennig auf graugelbem Karton) vorgestellt. Dieser hat das Format 63 x 38 mm. Hierzu kann ich Ihnen aufgrund meiner letzten Neuerwerbungen nun noch weitere Informationen mitteilen. Der Schein RBK-16 liegt mir jetzt auch noch im Format 51 x 40 mm vor, entsprechend dem Format des bereits im Katalog abgebildeten Scheins RBK-15 (2 Pfennig auf blauem Karton). Der Schein RBK-15 liegt mir mittlerweile auch in zwei Formaten vor: einmal in 50 x 40 mm (entsprechend dem im Katalog abgebildeten Exemplar) und auch im Format 62 x 37mm (entspricht ca. dem Format des von mir ursprünglich erworbenen RBK-16). Ich gehe deshalb davon aus, dass es die Notgeldscheine auf Karton generell in zwei Formaten gibt. Leider konnte ich bis jetzt keinen RBK-14 (1 Pfennig auf blauem Karton) finden, um meine Theorie zu bestätigen. Liegen Ihnen hierzu weitere Erkenntnisse vor? Bezüglich der Scheine RBK-17 und RBK-18 habe ich ebenfalls Bilder angehängt. Diese Scheine sind auf Papier mit unterschiedlicher Grammatur ausgeführt, nicht wie im Katalog beschrieben auf Karton. Hier liegen mir ein Schein in Urschrift und zwei Scheine in Durchschrift vor. Das Format passt zur Angabe im Katalog, hier konnte ich auch keine andere Größe bisher feststellen.   Gerne können Sie die Abbildungen für Kataloge oder dergleichen verwenden oder meine Email im Geldscheine-Online-Blog veröffentlichen. Die Rubrik „Leserpost“ finde ich persönlich immer sehr spannend.   Vielen Dank auch an dieser Stelle noch mal an Sie und Ihr Team für Ihre hervorragende und stets hochinformative Arbeit auf der Geldscheine-Online-Seite. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Mit freundlichen Grüßen M. Brand Antwort der Redaktion vielen Dank für Ihre E-Mail und die Abbildungen zu den Kleingeldscheinen der Reichsbankstelle Wilhelmshaven von 1920. Die Scheine wurden damals primitiv auf farbigem Karton bzw. Kartonpapier mit Schreibmaschine beschriftet, abgestempelt, mit Prägestempel versehen, handschriftlich unterschrieben und von Hand beschnitten. Deshalb gibt es auch keine einheitlichen Formate, wie das bei gedruckten Scheinen der Fall ist. Der Beschnitt wird sich vielmehr nach der Handunterschrift gerichtet haben. Dass unterschiedliche Formate vorkommen (fast quadratisch und rechteckig im Querformat) ist möglich und völlig normal, aber sicher keine Absicht in Bezug auf verschiedene geplante Varianten. Die Formatangaben in meinem Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" beziehen sich immer auf das abgebildete Stück. Sehr gefreut habe ich mich, dass Sie bereits letztes Jahr eine Abbildung zu RBK-16 (1 Pfennig mit kaiserlichem Reichsadler im Prägestempel) zur Verfügung gestellt haben, die bislang im Katalog noch fehlte. Wichtig ist auch der Hinweis zu dem farbigen Papier bei RBK-17 und 18. Nochmals besten Dank, ich habe mir die Ergänzungen und Änderungen bereits für die nächste Auflage des Katalogs vorgemerkt. Ganz herzlichen Dank auch für Ihre großzügige Spende für „Geldscheine-Online“. Das hilft uns, den Blog weiter betreiben zu können. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und für 2025 alles Gute, vor allem Gesundheit. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Leseprobe Zum Shop

  • Aus privaten Sammlungen: 10 Shillings des Southern Rhodesia Currency Board von 1945

    Aus dem seit 1891 bestehenden britischen Protektorat entstand 1923 die selbstverwaltete Kronkolonie Südrhodesien – benannt nach Cecil Rhodes, der Ende des 19. Jahrhunderts die Gebiete nach und nach erworben hatte. Während die benachbarten Kolonien Nordrhodesien und Njassaland im Jahr 1964 als Sambia und Malawi in die Unabhängigkeit entlassen worden waren, verweigerte das Mutterland Südrhodesien die Souveränität, da die weiße Minderheitsregierung eine Beteiliung der schwarzen Mehrheit an der Regierung ausschloss. So erklärte Südrhodesien am 11. November 1965 einseitig die Unabhängigkeit Rhodesiens, die jedoch keine Anerkennung erfuhr: Von der internationalen Staatengemeinschaft wurde ein Embargo sowie weitere Sanktionen gegen Rhodesien ausgesprochen. Unter britischer Aufsicht fanden schließlich im März 1980 die ersten Wahlen unter Beteiligung aller politischen Gruppen statt, aus denen eine schwarze Mehrheitsregierung hervorging. Im April desselben Jahres wurde das Land endgültig als Republik Simbabwe in die Unabhängigkeit entlassen. Objekttyp: Staatspapiergeld Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Südrhodesien, Salisbury Emittent: Southern Rhodesia Currency Board Nominal: 10 Shillings Datum: 1. Februar 1945 Vorderseite: Mittig Landschaft im Osten Südrhodesiens; rechts Büste von König Georg VI. Rückseite: Sog. "Devil's Cataract" am westlichen Ende der Victoriafälle des Flusses Sambesi zwischen den heutigen Staaten Simbabwe und Sambia; links im Medaillon Antilope. Wasserzeichen: Büste des Cecil Rhodes Format: 133 mm x 76 mm Material: Papier Nummerierung: A/39, KN 043,802 Druck: Bradbury, Wilkinson & Co Ltd., New Malden, Surrey, England Zitate: SRH-9 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B103d2 (Owen W. Linzmayer, The Banknote Book – Southern Rhodesia) PMG-Grading (9b): ​16 Stück zum 13.10.2023 gegradet, 66EPQ (TOP POP, 4 Stück), 65EPQ (4 Stück), 64EPQ (2 Stück) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Emporium: Nachbericht zur Auktion 108 Banknoten & Notgeld am 13. Dezember 2024

    Vom 09. bis 13. Dezember 2024 hatte Emporium Hamburg zu den Auktionen 107 „Münzen & Medaillen“ sowie 108 „Banknoten & Notgeld“ geladen. Von der Antike über internationale Prägungen bis hin zu den vielfältigen Ausgaben der Deutschen Lande wurden sowohl altbekannte Klassiker als auch numismatische Raritäten versteigert. Im Nachverkauf, der am 02. Januar 2025 beginnt, winkt Bietern noch die zweite Chance, nicht versteigerte Lose zu erwerben. Auktion 108 „Banknoten & Notgeld“ Die Auktion 108 „Banknoten & Notgeld“ konnte als äußerst erfolgreich verbucht werden. Ab dem ersten Los, beginnend mit Weltbanknoten in Chile, war das Interesse ungebrochen und zog sich durch den ganzen Auktionstag. Über Estland, Kanada und Korea hinweg steigerten sich die Gebote und der Zuschlag ließ, zu Freuden der Einlieferer, immer länger auf sich warten. Zu den außerordentlich hervorragend versteigerten Losen zählen die Scheine der Deutsch-Asiatischen Bank, allen voran die 25 Dollar aus Peking (Los 3497). Das Los erreichte einen Spitzenpreis von 15.000,00 Euro. Auch zahlreiche Sammellots mit bis zu 1000 Banknoten fanden im Bereich der Weltbanknoten sowie bei deutschen Ausgaben und Notgeld neue Besitzer. Los 3358: Chile, Redslob Y CA. 10 Centavos 1882. Erhaltung: III. Schätzpreis: 100,00 Euro. Zuschlag: 780,00 Euro. Los 3372: Kanada, Dominion of Canada. 5 Dollar 1954. Erhaltung: I. Schätzpreis: 180,00 Euro. Zuschlag: 6.200,00. Los 3389: Polen, Polska Krajowa Kasa Pozyczkowa. Lot von 20 Scheinen. 100 Marek vom 15.2.1919. Erhaltung: II-IV. Schätzpreis: 150,00 Euro. Zuschlag: 1450,00 Euro. Los 3474: BRD. 50 Euro 2002, Vorderseite mit teilweise fehlendem Druck. Erhaltung: I. Schätzpreis: 100,00 Euro. Zuschlag: 660,00 Euro. Los 3497: Deutsch-Asiatische Bank. 25 Dollar 01.03.1907, Peking. Perforiert Druckprobe. Sehr selten, restauriert. Schätzpreis: 2000,00 Euro. Zuschlag: 15.000,00 Euro. Nachverkauf ab 02. Januar 2025 Der Nachverkauf beginnt aufgrund der Feiertage erst am 2. Januar 2025. Die Ergebnisliste und weitere Informationen erhalten Sie unter muenzkurier.de/auktion. Die nächsten Auktionen 109 & 110 „Münzen & Banknoten“ finden vom 12. bis 16. Mai 2025 statt, Einlieferungen werden noch bis zum 14. Februar 2025 entgegengenommen. Wir bedanken uns bei allen Einlieferern und Bietern für das uns entgegengebrachte Vertrauen und wünschen einen guten Rutsch ins neue Auktionsjahr! Direkt zu den Auktionskatalogen: https://emporium-hamburg.com/auktionen/ Emporium Hamburg Süderstraße 288 20537 Hamburg www.emporium-hamburg.com numis@emporium-hamburg.com

  • Die Währungsreform in der Tschechoslowakei im November 1945

    Seit der Gründung der Tschechoslowakei im Oktober 1918 wurden auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik vier Währungsumstellungen vorgenommen: Im März 1919, im November 1945, im Juni 1953 und schließlich im Oktober 1992, als – nachdem sich die Tschechoslowakische Föderative Republik ( ČSFR) Ende 1991 aufgelöst hatte und die beiden Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei entstanden waren – eine Separierung der Währung in eine tschechische und eine slowakische Krone erfolgte. Im Rahmen einer Beitragsreihe sollen Ursachen, Hintergründe und die Durchführung der einzelnen Währungsumstellungen beleuchtet, und dabei natürlich auch Geldscheine vorgestellt werden, die im Rahmen dieser Umtauschaktionen ausgegeben wurden. Der erste Teil der Reihe beschäftigt sich mit der Neuordnung der Währungsverhältnisse in der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.   Im Mai 1945 liefen auf dem Gebiet des wiedererstandenen Staates Tschechoslowakei insgesamt fünf verschiedene Währungen um: In den 1938 im Zuge des Münchner Abkommens von 1938 an das Deutsche Reich angegliederten Gebieten des Sudetenlandes und Niederschlesiens die Reichs- und Rentenmark sowie seit Frühjahr 1945 Alliierte Militärmarknoten [1] . Auf dem Gebiet des sogenannten Protektorats Böhmen und Mähren kursierten auf Kronen lautende Staatsnoten zu 1, 5, 10, 20, 50 und 100 Kronen sowie die Banknoten der Nationalbank für Böhmen & Mähren in den Wertstufen 500, 1000 und 5000 Kronen [2] . Die Krone des Protektorats war im Verhältnis 10:1 an die Reichsmark gebunden, die im Protektorat neben der Krone ebenfalls gesetzliches Zahlungsmittel war. Auf dem Gebiet der Slowakei (und nur dort [3] ) galten die auf slowakische Kronen lautenden Staatsnoten sowie die Banknoten der 1939 gegründeten Nationalbank der Slowakei [4] , in den der Slowakei angegliederten Teilen Ungarns der ungarische Pengö. Daneben waren in den von deutschen und ungarischen Truppen geräumten Gebieten ab Februar 1945 in der Sowjetunion durch die Druckerei Gosnak gedruckte sogenannte Anweisungen (Poukaszka) mit Datum 1944 [5] ausgegeben worden. Anweisung zu 1000 Kronen von 1944, ausgegeben ab Februar 1945, Pick Nr. 50. Gedruckt bei Gosnak in Moskau. Bildnachweis: Aus der 6. Auktion Bankovky, Prag. Rechtsgrundlage hierfür war das Dekret Nr. 16 der tschechisch-slowakischen Exilregierung in London vom 12. November 1944 über die Verwaltung der Währung und die Ausgabe von Zahlungsmitteln in den befreiten Gebieten. Die Komplexität des Geldumlaufs wurde zudem noch weiter dadurch erhöht, dass die Slowakische Nationalbank im Juli 1945 eine Kennzeichnung der umlauffähigen Noten zu 100, 500 und 1000 slowakischen Kronen durch Klebemarken vorgenommen, sowie am 24. August 1945 eine nur auf dem Gebiet der Slowakei umlauffähige Kassenanweisung der Tschechoslowakei zu 2000 Kronen [6] ausgegeben hatte. Schließlich waren durch Erlass des Finanzministeriums [7] die offiziell bereits eingezogenen Banknoten der Vorkriegszeit zu 20 Kronen (vom 1. Oktober 1926), zu 50 Kronen (vom 1. Oktober 1929) und zu 100 Kronen (Ausgabe vom 10. Januar 1931) [8] ab 25. August 1945 erneut für umlauffähig erklärt, vermutlich weil die Bevölkerung auf dem Gebiet des vormaligen Protektorats, wo diese Banknoten teilweise noch Jahre nach Kriegsbeginn umlauffähig waren, Bestände gehortet und nicht gegen Protektorats-Kronen umgetauscht hatte.   Gemäß Dekret Nr. 7/1945 vom 19. Mai 1945 verlor die Reichsmark auf dem Gebiet des ehemaligen Protektorats bereits am selben Tag ihre Gültigkeit. Noten und Münzen in Reichs- und Rentenmark konnten (nur) von tschechoslowakischen Bürgern bei den Postämtern gegen Quittung hinterlegt werden. Entsprechende Guthaben blieben zunächst gesperrt. Die im Sudentenland und Niederschlesien umlaufende Reichs- und Rentenmark sowie Alliierten Militärmark-Noten waren dort ab 31. Juli 1945 keine Zahlungsmittel mehr und mussten im Zeitraum von 1. bis 10. August 1945 bei benannten Umtauschstellen ebenfalls hinterlegt werden. Natürliche Personen tschechischer Staatsangehörigkeit konnten sofort Beträge bis 100 RM im Verhältnis von 1:10 gegen Kronen-Noten umtauschen, für Angehörige der deutschen und ungarischen Nationalität war der Umtauschbetrag auf 30 RM begrenzt [9] . Später erfolgten monatlich gestaffelt weitere Freigaben. Auf dem der Slowakei angegliederten Gebiet Ungarns umlaufende ungarische Pengö wurden im Sommer 1945 in slowakische Kronen umgetauscht. Vernichtung ungültiger Banknoten des ehemaligen Protektorats durch die Nationalbank in Prag, Dezember 1945. Bildnachweis: Archiv der Č NB. Übergangsweise war mit der Geldausgabe in der Tschechoslowakei das ebenfalls durch Dekret Nr. 16 vom 12. Dezember 1944 gegründete Währungsamt befasst worden, bevor am 4. Oktober 1945 die Nationalbank der Tschechoslowakei als Emissionsbank und Nachfolgerin der Nationalbank für Böhmen und Mähren – die sich ab dem 8. Mai 1945 nur Nationalbank nannte – ihre Geschäftstätigkeit aufnahm, und die im November 1945 formell auch die Geschäfte der slowakischen Nationalbank übernahm, wobei die Zusammenlegung beider Institute sich bis April 1948 hinzog.   Während des Kriegs war der Bargeldumlauf in den Gebieten der Tschechoslowakei erheblich angestiegen. Betrug er Ende 1938 14,3 Milliarden Kronen, waren es am 31. Oktober 1945 123,5 Milliarden Kronen. Zugleich hatten sich die Kontoguthaben verdreifacht, ohne dass diesen Geldbeträgen ein entsprechendes Waren- und Dienstleistungsangebot gegenüberstand. Daher war es, wie in allen anderen vom Krieg betroffen Staaten Europas, auch in der Tschechoslowakei offensichtlich, dass der bestehende Geldüberhang der vorhandenen Warenmenge angepasst werden musste. Ankunft der in England gedruckten neuen Geldzeichen in Prag, September 1945. Bildnachweis: Archiv der Č NB. Schon 1944 [10] war durch die tschechoslowakische Exilregierung in London der Druck von Staatsnoten in den Werten zu 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Kronen [11] bei Bradbury, Wilkinson & Co in New Malden/England beauftragt worden. Diese nennen als Emittent nur die Tschechoslowakische Republik und tragen kein Ausgabedatum, wohl aber die Unterschrift von Dr. Ladislav Karel Feierabend, der seit 1941 Finanzminister zunächst der tschechoslowakischen Exilregierung, und dann der neuen tschechoslowakischen Regierung war, bis er nach dem kommunistischen Putsch 1948 in die USA emigrierte. Die Scheine waren im September 1945 per Flugzeug von London nach Prag transportiert worden. Staatsnote zu 500 Kronen ohne Datum, gedruckt bei Bradbury, Wilkinson & Co. in New Malden/England und ausgegeben ab 1. November 1945, Pick Nr. 64. Es gibt eine Nachauflage mit Datum 12. März 1946 (Pick Nr. 73), die von den leicht modifizierten Platten der Erstauflage 1946 bei der Druckerei der Nationalbank in Prag hergestellt wurde. Bildnachweis: Aus der 6. Auktion Bankovky, Prag. In Unkenntnis des von der tschechoslowakischen Exilregierung in Auftrag gegebenen Banknotendrucks hatten auch Mitarbeiter der Notendruckerei der Nationalbank für Böhmen und Mähren seit Anfang 1945 heimlich mit der Vorbereitung von Entwürfen für Banknoten für einen Währungsumtausch nach Kriegsende begonnen. Entworfen wurde eine Staatsnote zu 100 Kronen sowie eine Banknote der Nationalbank im Nennwert von 1000 Kronen [12] , die beide mit Datum 16. Mai 1945 ab Ende Mai 1945 in der Druckerei der Nationalbank in Prag im Offsetdruck sowie teilweise in privaten Druckereien hergestellt wurden [13] . Diese Noten standen für eine Währungsreform bereit. Eine ebenfalls durch die Druckerei der Nationalbank Prag entworfene und gedruckte Staatsnote zu 5000 Kronen [14] mit Datum 1. November 1945 wurde erst im Mai 1946 ausgegeben. Banknote zu 1000 Kronen mit Datum 16. Mai 1945, gedruckt in der Druckerei der Nationalbank in Prag, Pick Nr. 74. Mit den Vorbereitungen für den Druck dieses Scheins war bereits Anfang 1945 begonnen worden. Bildnachweis: Aus der 6. Auktion Bankovky, Prag. Durch das Dekret Nr. 91/1945 vom 19. Oktober 1945 wurden mit Wirkung vom 1. November 1945 die Tschechoslowakische Krone als neues gesetzliches Zahlungsmittel, sowie die Modalitäten des Geldumtauschs festgelegt. Das Dekret 92/1945 beschrieb die neu auszugebenden Geldscheine. Bis zum 15. November waren alle Beträge alten Geldes auf Konten einzuzahlen, die zunächst gesperrt wurden. In bar umgetauscht werden konnten in der Zeit vom 29. Oktober bis 4. November 1945 höchstens 500 Kronen je Person gegen Vorlage einer Haushaltskarte und einer Lohnabrechnung im Verhältnis 1:1 gegen altes Geld. Natürlichen sowie juristischen Personen, die eine selbständige Tätigkeit ausübten, konnte daneben für Lohnzahlungen aus ihren Kontoguthaben einen Betrag in Höhe eines Monatsgehalts des Lohns ihrer Arbeitnehmer, maximal 500 Kronen je Person, ausgezahlt werden. Sonderregelungen gab es für politische Parteien, öffentliche Institutionen und die Streitkräfte einschließlich der Roten Armee. In der Folgezeit konnten von gesperrten Konten Freigaben beantragt werden, wovon sowohl von privater als auch gewerblicher Seite reichlich Gebrauch gemacht wurde. Es gab intensive politische Diskussionen darüber, ob und wie die aus der Währungsumstellung entstanden Einlagen abgewertet oder besteuert werden sollten. Durchgreifende Maßnahmen hierzu blieben weitgehend aus [15] . Der nach der Goldparität festgelegte offizielle Wechselkurs der Krone betrug 50 Kronen je US-Dollar, nachdem die Č SR im Dezember 1946 Mitglied des Internationalen Währungsfonds geworden war.   Ausgegeben wurden durch die als Wechselstellen fungierenden Banken und Postsparkassen die in London von der Exilregierung gedruckten Scheine, sowie die in Prag gedruckten Noten zu 100 und 1000 Kronen. Eingezogen wurden die Scheine des Protektorats, der Slowakei sowie die in Moskau gedruckten Anweisungen mit Ausgabedatum 1944. Im Umlauf blieb allein die Anweisung zu 1 Krone Ausgabe 1944, sowie die Staatsnote zu 1 Krone der Protektorats-Ausgabe [16] ; beide waren bis zum 4. Mai 1946 gültig. Der Gesamtbetrag an neu ausgegeben Noten betrug etwa 19 Milliarden Kronen. Ausgabe der neuen Banknoten in den Räumen der Nationalbank, November 1945. Bildnachweis: Archiv der Č NB. Im November 1945 fand also kein Währungsschnitt – eine Anpassung der Geldmenge an die verfügbare Warenmenge – statt, wie das etwa bei der Währungsreform in Westdeutschland am 20. Juni 1948 der Fall war, sondern lediglich eine Blockierung von Kontoguthaben sowie nachgelagert deren Besteuerung, die in der Folgezeit nicht konsequent umgesetzt wurde und sich insgesamt als zu gering erwies, um die Inflation einzudämmen. Hierin lag eine Schwachstelle der Währungsreform von 1945. Da zudem in der Folgezeit in immer größerem Umfang im November 1945 blockierte Kontoguthaben vom Finanzministerium freigegeben wurden, das Warenangebot aber nicht in gleichem Umfang zunahm, kam es auf dem freien, nicht staatlich kontrollierten Markt zu einem deutlichen Anstieg der Preise. Diese lagen 1948 für Konsumgüter etwa 3- bis 4-mal höher als die staatlich festgelegten Preise, was wiederum auf Druck der Gewerkschaften zu deutlichen Lohnerhöhungen führte. Die Nationalbank hatte aufgrund der Kontenfreigaben, für die das Finanzministerium verantwortlich war, keine vollständige Kontrolle über den Geldumlauf. Die Notwendigkeit einer erneuten Währungsreform war daher bereits im Februar 1948 offensichtlich [17] , als die kommunistische Partei unter Klement Gottwald in einem Staatsstreich die Macht übernahm. Diese gestalteten innerhalb kurzer Zeit die tschechoslowakische Wirtschaft in eine kommunistische Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild um, und verfolgte mit einer anstehenden Geldreform vor allem politische Ziele, unter anderem die Enteignung privater Vermögen, wie die heimlich vorbereite und am 31. Mai 1953 verkündete Währungsreform zeigen sollte. Sie fand auch eine Regelung bezüglich der gesperrten und noch nicht freigegeben Einlagen aus der Währungsreform vom November 1945: Sie wurden am 1. Juni 1953 ersatzlos gestrichen. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen: [1] Dazu Schöne, Die Militärmark-Scheine der Alliierten von 1944 bis 1948 in Deutschland, Pirna 2021, S. 97-99. [2] Pick 3 – 15 und 17. [3] Nach § 2 des Dekrets 7/1945 vom 19.5.1945 ( https://www.e-sbirka.cz/sb/1945/7?odkazId=20637101&zalozka=text ) galt nach der Wiederherstellung der Tschechoslowakei die slowakische Krone nur auf dem Gebiet der Slowakei, die Währung von Böhmen & Mähren nur in diesem Landesteil. Alle für die Geldausgabe wichtigen Dekrete sind aufgeführt bei Graichen, Die Geldzeichen der Tschechoslowakei, Berlin (Ost) 1983, S. 272 ff. [4] Pick 2, 4 bis 14. [5] Pick 45-50. [6] Pick 50A [7] Dekret 41/1945 vom 20. August 1945 ( https://www.e-sbirka.cz/sb/1945/41?zalozka=text ) [8] Pick 21, 22 und 23. [9] Rechtsgrundlage hierfür bildete die auf Basis des Dekrets 7/1945 erlassene Verordnung des Finanzministers der Tschechoslowakei vom 13. Juli 1945, die die Modalitäten des Umtausches und auch den Umtauschkurs festlegte ( https://www.e-sbirka.cz/ul0/1945/103?zalozka=text .)  Zu den auf Reichsmark lautenden Notgeldausgaben in Nordwestböhmen im Frühjahr 1945 s. Michael H. Schöne https://www.geldscheine-online.com/post/deutsches-notgeld-in-nordwestbo-hmen-1945 . Nach Schöne a.a.O. soll der Umtausch erst am 27. Oktober 1945 abgeschlossen gewesen sein. [10] Nach anderen Quellen bereits 1942. [11] Pick 59-65. [12] Pick 67 und 74. Der Schein zu 1.000 Kronen soll ursprünglich als Reservenote für die Nationalbank von Böhmen & Mähren geplant gewesen sein, s. Tomsik et. al, S. 242. [13] 100 Kronen Serie H in der Druckerei Haase und Serie N in der Druckerei Neubert & Söhne, beide Prag. [14] Pick 75 [15] S. dazu https://www.idnes.cz/finance/financni-radce/historie-financi-vazane-vklady-valecne-skody.A160804_150333_viteze_kho [16] Die mit Hand- und Maschinenstempel des Protektorates versehen 1-Kronennote der Tschechoslowakei hatte bereits zum 31. Mai 1940 ihre Funktion als Zahlungsmittel verloren und konnte nur bis zum 31. August 1940 umgetauscht werden. [17] Die Situation ist vergleichbar mit derjenigen in Österreich, wo es nach der Einführung der Schillingwährung im Dezember 1945 nur drei Jahre später, im Dezember 1947, zu einer erneuten Währungsreform verbunden mit einem Währungsschnitt von 3:1 kam, der allerdings nur Bargeld und Kontoguthaben betraf.

  • Teutoburger Münzauktion: Nachbericht zur Banknoten-Auktion 166 – Nachverkauf läuft!

    Größte Sammlung altdeutscher Banknoten der letzten Jahrzehnte am 13. Dezember 2024 erfolgreich in Borgholzhausen versteigert! Vom 9. bis 13. Dezember 2024 fand die 166. Teutoburger Münzauktion statt. Nach den sehr erfolgreichen Teilen I (Gold), II (Hauptkatalog) und III (Briefmarken) folgte am 13. Dezember Teil IV zu den Banknoten mit 1.125 Positionen, der viele Raritäten – insbesondere bei altdeutschen Geldscheinen – bot. Ohne Übertreibung kann man speziell für diesen Bereich der deutschen Papiergeldgeschichte von einer "Jahrhundert-Auktion" sprechen! Die Auktion erzielte Rekordpreise für die großen Raritäten der Notaphilie des 19. Jahrhunderts! Neben Talerscheinen und Belagerungsgeld kamen auch seltene Reichsbanknoten und Notgeldscheine besonderer Art zum Ausruf. Der Nachverkauf läuft ab sofort bis zum 10. Januar 2025! Hier geht es direkt zum Nachverkauf im Banknotenteil der 166. Teutoburger Münzaktion Nachfolgend stellen wir eine kleine Auswahl an Ergebisse aus dem Banknotenteil vor: Los 4188:   Banknoten, Altdeutschland, Anhalt-Dessau-Cöthen Grabowski/Kranz 35, Pick S133. Kassenschein, 10 Thaler 1.10.1855. Herzoglich Anhaltische Regierung 1855. Serie A. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet. IV+, etwas restauriert. Zuschlag: 3.600 EUR Los 4192:   Banknoten, Altdeutschland, Anhalt-Gesamtstaat, Herzogtum (ab 1863). Grabowski/Kranz 41, Pick S140. Banknote, 100 Mark 1.7.1874. Anhalt-Dessauische Landesbank 1864 - 1874. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet. I- / II+, leichter Mittelknick 1874. Serie XVII. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet. III, kl. Risse, äußerst selten. Zuschlag: 3.500 EUR Los 4197:   Banknoten, Altdeutschland, Baden. Grabowski/Kranz 52, Pick S901. Bankschein, 10 Gulden 1.12.1870. Badische Bank, Lit. A. III. Zuschlag: 5.750 EUR Los 4200:   Banknoten, Altdeutschland, Bayern, Königreich. Grabowski/Kranz 60, Pick S157 Bank-Note, 100 Gulden 1.6.1839. Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 1834 - 1874. Serie XVII. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet. III, kl. Risse, äußerst selten. Zuschlag: 7.750 EUR Los 4203: Banknoten, Altdeutschland, Bayern, Königreich . Grabowski/Kranz 67, Pick S164. Banknote, 10 Gulden 1.7.1865. Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 1834 - 1874. Serie XXXII. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgbildet. III. Zuschlag: 4.000 EUR Los 4215:   Banknoten, Altdeutschland, Frankfurt am Main, Stadt (bis 1866). Grabowski/Kranz 113M, Pick S216. Bankschein, 35 Gulden 1.1.1855. Frankfurter Bank 1855. Musterschein mit Fol. 1 und No. I, Vs. mit schwarzem Balkenstempel „AUSSER COURS“. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet (Titelstück). II+, von größter Seltenheit. Zuschlag: 13.500 EUR Los 4238:   Banknoten, Altdeutschland, Hessen-Homburg. Grabowski/Kranz 168, Pick S291. Banknote, 5 Gulden 1.1.1855. Landgräflich Hessische Concessionierte Landesbank 1855. Lit. B, Ser. II. IV+, etwas restauriert. Zuschlag: 4.200 EUR Los 4242:   Banknoten, Altdeutschland, Lübeck, Freie Hansestadt. Grabowski/Kranz 181, Pick S317. Banknote, 50 Thaler 2.1.1858. Credit- und Versicherungs-Bank in Lübeck 1858. Lit. V, Serie E. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III. Zuschlag: 12.000 EUR Los 4243:   Banknoten, Altdeutschland, Lübeck, Freie Hansestadt. Grabowski/Kranz 182, Pick S318. Banknote, 100 Thaler 2.1.1858. Credit- und Versicherungs-Bank in Lübeck 1858. Lit. B, Serie C. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III. Zuschlag: 12.000 EUR Los 4246:   Banknoten, Altdeutschland, Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum. Grabowski/Kranz 202M2, Pick S349. Banknote, 100 Mark 1.1.1874. Rostocker Bank 1850 - 1874. Muster mit KN „00000“, ohne Perforation, Lit. A. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet. III. Zuschlag: 6.250 EUR Los 4252:   Banknoten, Altdeutschland, Nassau, Herzogtum. Grabowski/Kranz 217, Pick S361. Landescreditkassenschein, 1 Gulden 3.12.1840. Nassauische Landes-Credit-Casse-Direction 1840 - 1847. IV, 2cm eingerissen, selten. Zuschlag: 3.000 EUR Los 4287:   Banknoten, Altdeutschland, Preußen, Königreich, Gesamtstaat. Grabowski/Kranz 314, Pick S454. Banknote, 100 Mark 1.5.1874. Preussische Haupt-Bank, Haupt-Bank-Directorium. Ser. b. Dieser Schein im Grabowski/Kranz abgebildet. III. Zuschlag: 10.500 EUR Los 4303:   Banknoten, Altdeutschland, Preußen, Westpreußen, Provinz. Grabowski/Kranz 433, Pick S528. Note, 50 Thaler 2.1.1865. Danziger Privat-Actien-Bank 1857 - 1887. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. I / I-, von größter Seltenheit. Zuschlag: 21.000 EUR Los 4304:   Banknoten, Altdeutschland, Preußen, Westpreußen, Provinz. Grabowski/Kranz 434, Pick S529. Note, 100 Thaler 1.7.1867. Danziger Privat-Actien-Bank 1857 - 1887. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. I-, Fleck, von größter Seltenheit . Zuschlag: 18.500 EUR Los 4310:   Banknoten, Altdeutschland, Sachsen, Kurfürstentum und Königreich (ab 1806). Grabowski/Kranz 449a, Pick S616. Interims-Cassen-Schein, 1 Reichs-Thaler 18.12.1815. Königlich Sächsische Interims-Cassen-Scheine 1815. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III+ / III. Zuschlag: 1.650 EUR Los 4319:   Banknoten, Altdeutschland, Sachsen, Kurfürstentum und Königreich (ab 1806). Grabowski/Kranz 469, Pick S950. Banknote, 100 Mark 1.1.1874. Sächsische Bank zu Dresden 1866 - 1890. Lit. F, Ser. XVII. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. I, äußerst selten. Zuschlag: 3.100 EUR Los 4329:   Banknoten, Altdeutschland, Schaumburg-Lippe, Fürstentum. Grabowski/Kranz 519, Pick S738. Banknote, 100 Mark 1.1.1874. Niedersächsische Bank, Bückeburg 1856 1874. KN. 000098. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III- / IV+, etwas restauriert. Zuschlag: 11.000 EUR Los 4331:   Banknoten, Altdeutschland, Schleswig-Holstein, Herzogtümer. Grabowski/Kranz 524, Pick S761. Zettel, 5 Reichsthaler 1801. Schleswig-Holsteinische Leihe-Institut Altona, Kopenhagen (Cassa-Admin. Altona) 1801 - 1810. Serie A. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III. Zuschlag: 2.700 EUR Los 4347:   Banknoten, Altdeutschland, Thüringen, Reuß jüngere Linie, Fürstentum. Grabowski/Kranz 617, Pick S597. Banknote, 100 Mark 1.1.1874. Geraer Bank 1856 - 1874. III, Fleck. Zuschlag: 3.700 EUR Los 4360:   Banknoten, Altdeutschland, Thüringen, Sachsen-Weimar-Eisenach, Großherzogtum. Grabowski/Kranz 649, Pick S731. Banknote, 100 Mark 1.1.1874. Weimarische Bank, Weimar 1854 - 1874. Lit. A. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III- / IV+, etwas restauriert. Zuschlag: 2.700 EUR Los 4378:   Banknoten, Altdeutschland, Belagerungs-Ausgaben, Erfurt. Grabowski/Kranz 711, Pick S1461a. „Blokade-Schein“, 2 Groschen 1.11.1813. Kaiserlich Französisches Militair-Gouvernement 1813. Dieser Schein bei Grabowski/Kranz abgebildet. III, kl. Loch. Zuschlag: 2.600 EUR Los 4396:   Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945. Rosenberg 4, Grabowski DEU-1. 100 Mark 1.1.1876. Muster mit gekreuztem Aufdruck „Muster-Abdruck - werthlos.“ und vier Perforationen „DRUCKPROBE“, Rs. KN. „000000“ und Serie a. I, von größter Seltenheit. Zuschlag: 35.000 EUR Los 4398:   Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945. Rosenberg 7, Grabowski DEU-49. 20 Mark 10.1.1882. Serie D. II, selten. Zuschlag: 7.000 EUR Los 4453:   Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945. Rosenberg 137, Grabowski DEU-170. 100 Billionen Mark 15.2.1924. Serie A. I- / II+, etwas wellig u. leichter Knick auf der rechten Seite, äußerst selten. Zuschlag: 12.500 EUR Los 4454:   Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945. Rosenberg 160, Grabowski DEU-205. 500 Rentenmark 1.11.1923. Serie A, 4x perforiert „DRUCKPROBE“. I / I-, winz. Fleck, äußerst selten. Zuschlag: 18.000 EUR Zur Teutoburger Münzauktion 166!

  • Aus privaten Sammlungen: Behelfsausgabe zu 1000 Francs unter deutscher Besatzung in Tunesien

    Frankreich hatte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts den Großteil Nordwestafrikas als Kolonien einverleibt. Französisch-Westafrika umfasste schließlich die heutigen Länder Marokko, Algerien, Mauretanien, Mali, Niger, Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, Gabun, Benin, Togo (bis 1918 deutsche Kolonie), die Elfenbeinküste, Ghana, Burkina-Faso, Guinea und den Senegal. 1881 wurde auch das nordafrikanische Tunesien französisches "Schutzgebiet". Im Zusammenhang mit dem Kampf der Italiener und des zu ihrer Unterstützung entsandten deutschen Afrikakorps unter Führung des späteren Generalfeldmarschalls Rommel um die italienische Kolonie Libyen gegen die Briten, rückten deutsche und italienische Truppen am 9. November 1942 in Tunesien ein, um einer Landung der Alliierten zuvorzukommen. Nach der Aufgabe von Libyen zogen sich Ende Januar 1943 die Reste der deutschen und italienischen Truppen völlig nach Tunesien zurück. Trotz großer Anstrengungen, der hier am 23. Februar 1943 gebildeten Heeresgruppe Afrika Verstärkungen und Nachschub zuzuführen, wurde die Lage der verbündeten Truppen immer schwieriger. Der „Brückenkopf Tunesien“ konnte nur von Sizilien und vom italienischen Festland aus mit dort stationierten deutschen Transportflugzeugen versorgt werden, die größtenteils von der Ostfront abgezogen werden mussten. Die alliierte Lufthoheit war aber bereits so erdrückend, dass trotz Begleitschutz nur noch wenig Nachschub Tunesien erreichte. Nach Stalingrad wurde Tunesien zur verlustreichsten Versorgungsaktion eingekesselter Truppen der Achsenmächte. Viele Transportmaschinen wurden über dem Mittelmeer abgeschossen oder am Boden zerstört. Bereits am 7. März 1943 hatte Generaloberst von Arnim die Führung der Heeresgruppe Afrika übernommen, da Rommel erkrankt war und nach Deutschland zurückkehren musste. Im März und April 1943 verschlechterte sich die Lage in Tunesien weiter. Ende April starteten die Alliierten ihre letzte Offensive gegen die deutsch-italienischen Stellungen. Als am 1. Mai 1943 die Amerikaner nördlich von Tunis vorrückten, verfügte die Heeresgruppe Afrika nur noch über 86 Panzerkampfwagen. Der deutsche „Brückenkopf Tunesien“, den die Alliierten als „Sprungbrett“ für ihre Invasion in Italien nutzen wollten, schrumpfte immer weiter zusammen. Am 7. Mai fuhren die Vorausabteilungen der Briten in Tunis ein, und Hitler forderte von den stark dezimierten, völlig erschöpften und kaum noch kampffähigen Truppen, Widerstand bis zum letzten Mann zu leisten. Am 13. Mai 1943 kapitulierten die Reste der Heeresgruppe Afrika bei Tunis vor den Alliierten. 130.000 deutsche und 120.000 italienische Soldaten gingen in Gefangenschaft. Die deutsch-italienischen Verluste im „Afrikafeldzug“ betrugen am Ende 975.000 Mann, 7.600 Flugzeuge, 6.200 Geschütze, 2.550 Panzer, 624 Schiffe und 70.000 Lastkraftwagen. Nach der Eroberung Nordafrikas bereiteten die Alliierten ihre Landung auf Sizilien vor. Hierzu wurden im Vorfeld massive Bombenangriffe auf die Insel und Süditalien geflogen. Mit der Landung der Alliierten auf Sizilien im Sommer 1943 war auch das Schicksal des Duce und der Achse „Rom-Berlin“ besiegelt. Seit der französischen Herrschaft erfolgte die Bereitstellung von Zahlungsmitteln für Tunesien durch die Banque de l’Algérie. Um der Zahlungsmittelknappheit während der deutsch/italienischen Besatzung zu begegnen, gaben die Deutschen in der Zeit vom Dezember 1942 bis zum Mai 1943 mit Überdruck versehene 100-Francs-Noten der „Banque de France“ aus dem Jahr 1892, die in Banktresoren der Hauptstadt Tunis gefunden worden waren, als 1000-Francs-Noten der „Banque de l’ Algerie“ aus. Objekttyp: Banknote (Behelfsausgabe) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original (Abbildungsvorlage für Katalog) Land/Region/Ort: Tunesien Emittent: Banque de l’ Algerie, Tunis Nominal: 1000 Francs Datierung: 11. Juli 1892 (alte Daten von Mai bis August 1892) Vorderseite: Allegorische Figuren, schwarzer Überdruck mit neuem Banknamen und neuem Nennwert Rückseite: Allegorische Figuren Material: Papier mit zwei antiken Kopfbildnissen als Wasserzeichen Format: 180 mm x 112 mm Druck: Banque de France Nummerierung: 048/R.50 – 1241048 Gültigkeit: Dezember 1942 bis Mai 1943 Zitate: ZWK-12 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra 668 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) SCWPM 31 (Standard Catalog of World Paper Money: Tunisia) B221 (Linzmayer: The Banknote Book – Tunisia) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com . Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe   Bestellung über den Verlags-Shop

  • Wo die D-Mark nach der Währungsreform von 1948 noch eingeführt wurde

    Im Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos vor den alliierten Streitkräften der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs. Sie legten auch die künftigen Grenzen nach außen und innen fest: Nach Abtrennung der deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße wurde der Rest Deutschlands in vier Besatzungszonen und Berlin in vier Besatzungssektoren aufgeteilt. Im Potsdamer Abkommen wurde eine künftige neue deutsche Währung vereinbart – durch unterschiedliche Interessen der Westalliierten und der Sowjetunion kam es bekanntermaßen nicht dazu. Nach zähen Verhandlungen verkündeten die USA, Großbritannien und Frankreich am 18. Juni 1948 den Geldumtausch der Reichsmark in eine neue Währung. Die „Deutsche Mark“ kam ab dem 21. Juli 1948 in den westlichen Besatzungszonen in Umlauf. Die schon ab 1947 in den USA gedruckten neuen Banknoten wurden kurz vor den Umtauschaktionen in die jeweiligen Verteilungszentren geliefert. Abb. 1: Ladeliste über 53 Kisten vom 14. Juni 1948, mit einem zweiten Lkw nach Bremen gelieferte BdL-Noten im Wert von 23,26 Mio. DM (7 Kisten ½ D-Mark Code 1-40; 8 Kisten 1 D-Mark 2-40; 10 Kisten 2 D-Mark 3-40; 6 Kisten 5 D-Mark 4-40 BdL I; 15 Kisten 20 D-Mark 5-32 BdL I und 7 Kisten 50 D-Mark 3-32 BdL I für Bremen und Bremerhaven, US-Zone) – das sind die Banknoten, die als „Kopfgeld“ ausgegeben wurden; alle anderen Scheine wurden später ausgegeben: 10 D-Mark BdL I, 20, D-Mark BdL II, 50 D-Mark BdL II/Liberty und 100 D-Mark BdL I. Abb. 2: 20 D-Mark 1948, Vs., die Erstlieferungen wurden nur in den inzwischen gegründeten Ländern der westlichen Besatzungszonen ausgegeben: Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen (brit.), Bremen/Bremerhaven, Hessen, Württemberg-Baden, Bayern (US-amerik.) und Rheinland-Pfalz, Württemberg-Hohenzollern, Baden (franz. Zone). Nicht in allen Regionen, Städten und Gemeinden in der heutigen Bundesrepublik kamen am 21. Juni 1948 die neuen D-Mark-Banknoten in Umlauf. Der Grund dafür waren die Verträge, Vereinbarungen oder zweiseitigen Abkommen der Siegermächte. Nicht immer wurden sie eingehalten und die abweichenden Beschlüsse wurden von den jeweils anderen Militärregierungen akzeptiert und hingenommen. Folgende Gebiete in Deutschland kamen in der Folgezeit zum Währungsgebiet der D-Mark: Westberlin, DM ab 25. Juni 1948 (mehr als 2,0 Mio. Bewohner) Die Sowjetunion beabsichtigte in ihrem SMAD-Befehl Nr. 111/48 vom 23. Juni 1948 eine eigene Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone und Gesamtberlin. Obwohl die westalliierten Gesetze [1] die Westsektoren Berlins in den Geltungsbereich nicht mit einbezog, kam es zu den historischen Ereignissen, wie den Währungsstreit und die Berliner Blockade zu Land und Wasser („Luftbrücke). Resultat der ergebnislosen Verhandlungen zwischen Ost und West war die Einführung der D-Mark/West ab dem 25. Juni 1948 auch in den Berliner Westsektoren. Zum Zweck der Währungskontrolle wurden die in Westberlin umlaufenden Banknoten zunächst mit dem Großbuchstaben B abgestempelt, später mit einem B perforiert, so dass Zwitterkennzeichnungen mit Stempel und Perforation vorkommen. Ab Dezember 1953 verzichteten die Behörden auf diese Markierungen. Abb. 3: 20 Reichsmark 16. Juni 1939, Vs., Reichsbanknote der Deutschen Reichsbank; der damalige Wert war 10,00 D-Mark (später wurde die Umtauschquote von ursprünglich 10:1 auf 10:0,65 heruntergesetzt (man erhielt ab dem 4. Oktober 1948 nur noch 6,50 DM für 100 RM auf Konten gutgeschrieben). Abb. 4: 20 D-Mark 1948, Vs., Austauschschein (G...G) mit B-Stempel für Westberlin; der damalige Wert war 40,00 RM (ab 20. März 1949 war die D-Mark alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in Westberlin). Insel Helgoland, D-Mark seit Sommer 1952 (unter 1.000 Bewohner) Im „Vertrag über Kolonien und Helgoland“ (Helgoland-Sansibar-Vertrag) von 1890 übergab Großbritannien die Insel im Austausch für Gebiete in Ost- und Südwestafrika an das Deutsche Reich. Während des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 2.500 Helgoländer ab 20. April 1945 von der Insel evakuiert. Am 11. Mai 1945 besetzten britische Truppen das Trümmerfeld. Helgoland war ab 1946 Zielpunkt britischer und US-amerikanischer Bombenabwürfe, wie die sog. „Operation Big Bang“ am 18. April 1947. Danach gab es eine britische Besatzung auf der Insel, die aber verwaltungsmäßig weiterhin zur britischen Besatzungszone gehörte. Vier Tage vor Weihnachten 1950 „besetzten“ die Heidelberger Studenten Georg v. Hatzfeld und René Leudesdorff mit 14 Gleichgesinnten Helgoland und wollten so für die Rückgabe demonstrieren. Eine Woche später räumte deutsche Polizei die Leute aus Luftschutzbunkern, am 9. Januar 1951 kam britisches Militär, um weitere 19 Demonstranten zu vertreiben. Damit war in der deutschen und britischen Öffentlichkeit die Forderung nach Rückgabe der Insel gewachsen. Drei Tage später schickte die deutsche Regierung eine formelle Anfrage an die britische Regierung mit der Bitte um Rückgabe Helgolands. Am 7. März 1951 stimmte die britische Regierung zu, die Insel innerhalb eines Jahres an Deutschland abzutreten. Am 1. März 1952 erfolgte tatsächlich die Rückgabe, seitdem gehört Helgoland zum Bundesland Schleswig-Holstein. Abb. 5: 1 Pound o. D. (1948), Vs., britischer Militärgeldschein, 2. Serie der British Armed Forces; der damalige Wert war 11,72 D-Mark. Abb. 6: 100 D-Mark 9. Dezember 1948, Vs., Banknote der Bank deutscher Länder; Helgoland war von den Briten zwischen 1945 und 1952 mit stationierten Militäreinheiten besetzt, aber unbewohnt; dort galt theoretisch das Pfund Sterling. 100 D-Mark hatten den Wert von 8 £ 10 Sh. 6 p. Stadt Kehl, D-Mark ab 29. Juli 1949 bis 9. April 1953 (über 8.400 Bewohner) Die Bevölkerung der badische Stadt am Rhein wurde in den ersten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch die deutschen Wehrmacht evakuiert. Die Stadt lag in der „Roten Zone“ am Westwall. Erst nach dem siegreichen Westfeldzug konnte die Bevölkerung, die in den Schwarzwald gebracht wurde, am 22. Juni 1940 nach Kehl zurückkehren. Die Stadt wurde nach Straßburg eingemeindet, die nunmehr die Hauptstadt des Gaues Baden-Elsaß wurde. Alliierte Truppen besetzten am 23. November 1944 Straßburg, einen Tag später musste die zivile Bevölkerung abermals Kehl verlassen; am 15. April 1945 rückten französischen Truppen in die Stadt ein. Kehl blieb ein Vorort von Straßburg (Strasbourg) und wurde kein Teil der französischen Besatzungszone. Straßen und Plätze wurden umbenannt; man sprach Französisch statt Deutsch (elsässischer Dialekt) in der Stadt. Auf der Außenministerkonferenz 1949 wurde im Washingtoner Abkommen der Austausch der französischen durch die deutsche Bevölkerung der Stadt Kehl beschlossen. Ab dem 29. Juli 1949 bis zum 8. April 1953 wurde die Stadt in 43 Stufen an die Bundesrepublik übergeben; Hauptursache der dreijährigen Dauer war der fehlende Wohnraum für die französische Bevölkerung Kehls. Auch stellten die französischen Militärbehörden nur zwei Lastwagen für den Transport der Personen nach Straßburg zur Verfügung; etwa 30 deutsche Arbeiter halfen bei der Beförderung. Der französische Hochkommissar François-Poncet bestätigte am 28. August 1951 nochmals, dass das „Territoire de Kehl“ übergeben werde. Auch der Streit über den Kehler Hafen wurde am 1. Januar 1952 beigelegt. Eine lokale Zeitung titelte nach der Rückgabe der Stadt „Die Rue de Stalingrad heißt wieder Bismarckstraße“ – eine andere „Kehl kehrt aus der Gefangenschaft heim“. Abb. 7: 5.000 Francs 2. Januar 1953, Vs., Banknote der Banque de France; der damalige Wert war 60,05 D-Mark. Abb. 8: 100 D-Mark 1948, Vs., Banknote der Bank deutscher Länder; der damalige Wert war 8.326,00 französische Francs. Gemeinde Losheim u. a, D-Mark ab 24. September 1958 (etwa 1.000 Bewohner) Entgegen der geschaffenen Grenzen der jeweiligen Besatzungszonen, beanspruchten einige Nachbarländer deutsche Gebietsteile. So besetzte Belgien noch vor Gründung der Bundesrepublik kleinere Orte und Fluren: Hemmeres, Losheim, Siedlung Bildchen (Aachen), Siedlung Losheimergraben (Hellenthal), Teile von Leykoul – vom 23. April 1949 bis 28. August 1958 belgisch. [2] Belgische Pläne, weitere Gemeinden zu annektieren, wurden 1949 fallen gelassen: Mützenich, Lammersdorf, Roetgen, Ruitzhof. Die Bundesregierung zahlte Belgien 1,3 Mio. D-Mark als "Entschädigung". Abb. 9: 100 belgische Francs 20. Oktober 1948, Vs., Banknote der Banque Nationale de Belgique/Nationale Bank van België; der damalige Wert war 8,34 D-Mark. Abb. 10: 20 D-Mark 22. August 1949, Vs., Banknote der Bank deutscher Länder; der damalige Wert war 240,00 belgische Francs. Saarland, D-Mark ab 6. Juli 1959 (knapp 1,0 Mio. Bewohner) US-amerikanische Truppen besetzten ab dem 21. März 1945 das Saargebiet und übergaben es am 7. Juli 1945 an die Franzosen, wodurch es sechs Wochen später Bestandteil der französischen Besatzungszone wurde. Am 11. Juli 1946 beschloss die Regierung in Paris die Lostrennung der Saar aus ihrer Besatzungszone; die USA und Großbritannien akzeptierten die Entscheidung. Die Verfassungsgebende Versammlung in Saarbrücken verabschiedete am 8. November 1947 die erste Landesverfassung für das Saarland. Der französische Franc wurde am 20. November 1947 gesetzliches Zahlungsmittel, nachdem die Saar-Mark ab dem 16. Juni 1947 die Reichsmark ersetzt hatte. Entsprechend des Luxemburger Vertrags [3] erklärte am 14. Dezember 1956 der saarländische Landtag nach einer zuvor erfolgten Volksabstimmung den Beitritt zum Geltungsbereich des westdeutschen Grundgesetzes und verabschiedete am 23. Dezember 1956 das Gesetz über die Eingliederung des Saarlandes zum 1. Januar 1957. Der Währungsaustausch erfolgte jedoch erst ab dem 6. Juli 1959. Abb. 11: 10.000 Francs 7. Juni 1956, Vs., Banknote der Banque de France; der damalige Wert war 85,07 D-Mark. Abb. 12: 50 D-Mark 9. Dezember 1948, Vs., Banknote der Deutschen Bundesbank; der damalige Wert war 5.875,00 französische Francs. Gemeinde Elten u. a., D-Mark ab 1. August 1963 (knapp 10.000 Bewohner) Auch die Niederlanden hegten nach 1945 Annexionspläne bzw. Gebietsforderungen gegenüber Deutschland. Wie im Fall belgischer Ansprüche legte die Britische Militärregierung keinerlei Widerspruch ein. So kam es in Verhandlungen zur Rückgabe bewohnter Gebiete: Stadt Elten, Gemeinden Heilder, Kerkrade, Mindergangelt, Selfkant mit Tüddern, Flur Siebengewald, Siedlung bei Arcen, Siedlung Suderwick, Teile von Sittard, Gebiete bei Eygelshoven und bei Losser – vom 23. April 1949 bis 31. Juli 1963 niederländisch. [4] Schon am 25. August 1945 gründete sich ein Nederlandsch Comité voor Gebiedsuitbreiding (= Niederländisches Komitee für Gebietserweiterungen). Die Alliierte Hohe Kommission für Deutschland lehnte die Pläne A, B und C der NCG ab, nach denen große Landesteile mit großen Städten nach den Niederlanden eingegliedert werden sollten; Ortsumbenennungen waren geplant, z. B.: Aken (Aachen), Keulen (Köln), Monniken-Glaadbeek (München-Gladbach), Kleef (Kleve), Noordhoorn (Nordhorn), Osnabrugge (Osnabrück). Die Bundesregierung zahlte 280,0 Mio. D-Mark als "Entschädigung" an die Niederlande. Am 26. März 1949 beschlossen die USA, Großbritannien, Frankreich und die Beneluxländer auf der Londoner Deutschland-Konferenz, die Grenzziehung zwischen den Beneluxländern, Frankreich und Deutschland anzupassen. Wie die Beispiele zeigen, liefen D-Mark-Banknoten bis zu den Besetzungen durch Belgien und den Niederlanden von Juni 1948 bis April 1949 in den genannten Gebieten erstmals um. Abb. 13: 10 Gulden 23. März 1953, Vs., Banknote der Nederlandsche Bank; der damalige Wert war 11,06 D-Mark. Abb. 14: 50 D-Mark 2. Januar 1960, Vs., Banknote der Deutscher Bundesbank; der damalige Wert war 45,23 Gulden. DDR, D-Mark ab 1. Juli 1990 (etwa 16,4 Mio. Bewohner) Als Folge der Massendemonstrationen in der DDR ab September 1989 trat die Regierung am 7. November 1989 geschlossen zurück – das Politbüro der SED am folgenden Tag. Das Ergebnis der ersten freien Wahlen am 18. März 1990 in Mitteldeutschland war letztlich der Beitritt der DDR am 3. Oktober 1990 zur Bundesrepublik. Zuvor trat am 1. Juli 1990 der Staatsvertrag zwischen der BRD und der DDR in Kraft. [5] Im Punkt 5. des Artikels 10 wurde kein wirklicher Geldumtausch vereinbart, sondern die Konten im Verhältnis 2 DDR-Mark zu 1 D-Mark umgestellt. Der „freie“ Wechselkurs lag im Oktober 1989 bei etwa 9:1. Kleinmünzen der DDR waren bis zum 30. Juni 1991 nur im Gebiet der ehemaligen DDR im Verhältnis 1:1 umlauffähig. Guthaben, die nach dem 31. Dezember 1989 auf angelegten Konten gebildet wurden, unterlagen dem Kurs von 3:1. Abb. 15: 100 Mark der DDR 1975, Vs., Banknote der Staatsbank; der damalige Wert war 50,00 D-Mark nach dem vereinbarten Umtauschkurs 2:1; Kontoinhaber erhielten je nach Alter Freibeträge in Höhe von 2.000, 4.000 oder 6.000 DDR-Mark im Verhältnis 1:1. Abb. 16: 100 D-Mark 2. Januar 1989, Vs., Banknote der Deutscher Bundesbank; der damalige Wert war 200,00 Mark der DDR; Geldscheine im Wert von 27,5 Mrd. D-Mark wurden für den Geldumtausch in die DDR gebracht. Unklar ist der Umlauf des luxemburgischen Francs in der Gemeinde Roth (a. d. Our) vom 23. April 1949 bis zum 7. August 1960 für etwa 250 Bewohner. In Teilen der luxemburgischen Bevölkerung gab es nach 1945 den Wunsch eines „Großluxemburgs“ mit einer Erweiterung des Großherzogtums – im Nordosten die Gebiete um Prüm und Bitburg und im Südosten bis an die Saar. Die meisten Luxemburger lehnten solche Forderungen der Lëtzebuerger Nationalunioun aus Furcht vor einer "Überfremdung" mit mehreren Zehntausend Deutschen jedoch ab. So forderte die großherzogliche Regierung in ihrem Memorandum vom 27. November 1946 nur eine Grenzverschiebungen von max. 10 Kilometer ins deutsche Gebiet. In der Verordnung Nr. 212 der französische Militärregierung genehmigte man nur die Eingliederung der Gemeinde Roth und des Kammerwalds ins luxemburgische Staatsgebiet. [6] Angeblich wurde Roth von Luxemburg nicht verwaltet. Die Bundesrepublik zahlte als Gegenleistung 58,3 Millionen DM an das Großherzogtum Luxemburg. Anmerkungen Einige Ereignisse und Gebietsaustausche zwischen 1945 und 1990 sind für den Umtausch/Rücktausch der D-Mark nicht von Bedeutung, da er an solchen Orten nicht stattfand. Jedoch wurden im Mai 1945 die etwa 5.000 deutschen Bewohner der Stadt Haren/Ems auf Anordnung der britischen Militärverwaltung ins Umland ausgesiedelt. Polnisches Militär verwaltete den zuerst in Lwów und später in Maczków umbenannten Ort. In die Häuser zogen etwa 4.000 Soldaten und Offiziere der Polnischen Exilarmee und ihre Familien sowie polnische DPs. Auch Straßen wurden umbenannt. Im August 1948 verließen die letzten Polen die Stadt, die am 10. September 1948 wieder ihren alten Namen erhielt. Über polnische Zahlungsmittel aus dieser Zeit lässt sich in geschichtlichen Quellen nichts finden. [7] Die Besetzung der Westberliner Exklave Steinstücken am 18. Oktober 1951 durch DDR-Polizei dauerte drei Tage. In den 1960er Jahren kam es zum Austausch von Gebieten der Schweiz und Deutschland; dabei handelte es sich um größere und kleinere Fluren im Grenzgebiet, für die die Bundesrepublik Ausgleichszahlung in Höhe von 20.000 Franken leistete. [8] In der deutschen Exklave Büsingen zahlt(e) man de facto mit Schweizer Franken und bis 2002 mit der D-Mark und danach mit dem Euro. Die Waren in Büsingen unterliegen der Schweizer Mehrwertsteuer mit 8,1 Prozent. Auch beim Gebietsaustausch zwischen der DDR und Westberlin in den Jahren 1971 und 1988 handelte es sich nur um unbewohnte Flächen. Bis Ende 2001 war die D-Mark auch gültiges Zahlungsmittel im österreichischen Kleinwalsertal. In Montenegro wurde am 12. November 2000 die D-Mark per Gesetz eingeführt – mit Duldung der Deutschen Bundesbank; im August 1999 wurde im Kosovo der jug. Dinar nach und nach aus dem Verkehr gezogen und die UN-Verwaltung erklärte die D-Mark zum offiziellen Zahlungsmittel im Kosovo. Als Zweitwährung gilt der Dinar in serbischen Enklaven. Beide Länder nutzen heute den Euro als Landeswährung. Michael H. Schöne Quellen [1] Gesetz Nr. 61 der Militärgouverneure und Oberste Befehlshaber der US-amerikanischen und britischen Zone und Gesetz Nr. 158 des Militärgouverneurs und Obersten Befehlshaber der französischen Zone [2] Vertrag zwischen Belgien und der Bundesrepublik vom 6. August 1958/Gesetz zum Vertrag vom 24. September 1958 [3] Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik zur Regelung der Saarfrage vom 27. Oktober 1956 [4] Vertrag vom 8. April 1960 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande/Gesetz zum Vertrag vom 10. Juni 1963 [5] Vertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (Staatsvertrag) vom 18. Mai 1990 [6] Vertrag vom 11. Juli 1959 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Großherzogtum Luxemburg/Gesetz zum Vertrag vom 8. August 1960 [7] siehe: https://banknotesworld.com vom 5. Dezember 2012/„Ro. 445 mit 2 Stempeln“ [8] Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Bereinigung der Grenze im Abschnitt Konstanz-Neuhausen am Rheinfall vom 23.11.1964

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Jahre Republik Türkei – 500 Türkische Lira 1930, Ausgabe 1959

    „Die Freiheit und Unabhängigkeit bilden meinen Charakter“ ( Kemal Atatürk ). Am 29. Oktober 1923 wurde die Republik Türkei gegründet. Vorausgegangen waren gravierende geopolitische Veränderungen infolge des Ersten Weltkriegs, bei dem das Osmanische Reich aufseiten der Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn stand. Große Gebiete im Nahen Osten gingen verloren, das Staatsgebiet der heutigen Türkei wurde teilweise von alliierten und griechischen Truppen besetzt. Der von der türkischen Regierung am 10. August 1920 unterschriebene Friedensvertrag von Sèvres sah eine weitgehende Kontrolle der Alliierten über einen osmanischen Reststaat vor. Hiergegen erhob sich massiver innenpolitischer Widerstand. Prägender Charakter dieses Widerstands und des Strebens nach einem unabhängigen Staat war der türkische Offizier Mustafa Kemal Pascha (1881-1938), seit 1934 genannt "Atatürk" (Vater der Türken). Sein Ziel war es, die alliierte Besatzung zu beenden und den Osmanischen Reststaat als modernen, unabhängigen und nicht religiös geprägten Staat neu auszurichten. Mit dem am 24. Juli 1923 zwischen der Türkei, Griechenland, den Alliierten, Japan, Rumänien sowie dem SHS-Königreich (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das spätere Jugoslawien) abgeschlossenen Vertrag von Lausanne konnten die Auseinandersetzungen zwischen türkischen und griechischen Truppen beendet werden. Der Vertrag garantierte zudem die Souveränität des türkischen Staates. Am 29. Oktober 1923 erfolgte daraufhin die Gründung der Republik Türkei, "Atatürk" wurde erster Staatspräsident. In der Folgezeit wurden unter seiner politischen Führung zahlreiche gesellschaftliche Veränderungen mit teils gravierenden Auswirkungen beschlossen – neben der Einführung des westlichen Kalenders und Übernahme westlicher Rechtssysteme (Grundlage des türkischen Zivilrechts etwa sind das Schweizer Zivil- und Obligationenrecht, das türkische Handelsgesetzbuch beruht auf dem deutschen) und der Abschaffung osmanischen Kalifats 1924 war ein politisches Ziel die Gleichstellung von Mann und Frau. Bei der Umsetzung seiner Pläne ging Kemal Atatürk mit sehr großem persönlichem Einsatz, jedoch oft autokratisch vor, worüber zahlreiche Berichte überliefert sind. Er verstarb am 10. November 1938 in Istanbul an den Folgen einer Leberzirrhose. Zu den Maßnahmen zur Modernisierung des Staates gehörte auch die Gründung der Türkischen Zentralbank, die auf Grundlage des Gesetzes Nr. 1715 vom 11. Juni 1930 (welches auf der abgebildeten Banknote als Rechtsgrundlage für deren Ausgabe genannt ist) im Oktober 1931 erfolgte. Die Bank nahm im Januar 1932 ihre Geschäfte auf, zu denen auch das Recht zur Ausgabe von Banknoten gehört. Die Banknoten der Türkei zeigen seit 1927 – bis auf wenige Ausnahme – auf der Vorderseite ein Porträtbild von Kemal Atatürk. Es gibt diverse Varianten. Auf dem vorliegenden Schein ist Atatürk im Frack mit weißer Fliege zu sehen. Dieses Bild entspricht den offiziellen Porträtfotografien der Zeit. Die Abbildung auf der Rückseite zeigt die Sultan-Ahmed-Moschee, den Obelisken und das Hypodrom in der Altstadt von Istanbul, ohne umgebende Bebauung. Die Gegend ist heute dicht bebaut, sie liegt nahe dem großen Basar und ist gerade an Feiertagen oft von Menschenmassen überlaufen. Mit der Wiedereinführung der Straßenbahn versucht man seit 1992 dem Verkehrschaos Herr zu werden. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Republik Türkei Emittent: Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası (Türkische Zentralbank) Nominal: 500 Lirasi (Pfund) Datierung: Gesetz Nr. 1715 vom 11. Juni 1930 (Türkisches Zentralbankgesetz) Vorderseite: Guillochenrahmen, Wertangabe, Unterschriften, Porträt von Mustafa Kemal Pascha, später "Atatürk" (Vater der Türken) Rückseite: Sultan-Ahmed-Moschee, Obelisk und (antikes) Hypodrom in Istanbul Material: Papier mit Wasserzeichen Porträt Atatürk nach rechts Unterschriften: Mustafa Nail Gidel, Fikri Diker und Ekrem Sungar Druck: Bradbury, Wilkinson & Co., New Malden, Surrey, England Format: 170 mm x 80 mm Umlauf: 16. Februar 1959 bis in die 1970er-Jahre Nummerierung: N17 / 06911 Zitate: 171 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B255 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book : Turkey) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

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