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  • Inflation 1923 – Krieg, Geld, Trauma

    Historisches Museum Frankfurt: Nathalie Angersbach / Frank Berger (Hrsg.) Inflation 1923 – Krieg, Geld, Trauma Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung 166 Seiten, durchgängig farbig und schwarzweiß bebildert, Format 20 cm x 25,5 cm, Harteinband, Frankfurt am Main, 2023. Preis: 24,95 Euro + 7,00 Euro Versand. ISBN: 978-3-96320-071-7. "Die Mark sinkt immer weiter. Es ist unheimlich. Heute steht der Dollar über 1.000 Mark! Der Schweizerfranken auf 200! Das Volk tut einem in der Seele leid. Man sieht das Elend förmlich um sich greifen." Das schrieb eine in Frankfurt am Main lebende Schweizer Studentin im August 1922. Sie konnte nicht ahnen, dass Ende 1923 ein US-Dollar 4,2 Billionen Mark kosten würde. Eine Sonderausstellung mit dem Titel "Inflation 1923 – Krieg, Geld, Trauma" im Historischen Museum Frankfurt am Main vom 3. bis 10. September 2023 beschäftigte sich mit der Inflation von vor nunmehr 100 Jahren, die sich im kollektiven Gedächtnis der Deutschen eingebrannt hat. Der gleichnamige Begleitband ist aber nicht nur ein Muss für jeden geld- und zeitgeschichtlich Interessierten, der es nicht in dem relativ kurzen Zeitraum der Sonderausstellung in das Museum geschafft hat, sondern auch für alle Numismatiker, denen der historische Kontext wichtig ist. Das Buch enthält umfangreiche Bildstrecken zu Ausstellungsexponaten und Texte verschiedener Autoren, die dem Leser interessante Einblicke in die Geldgeschichte sowie in die Geschichte von Inflationen insgesamt und in die der deutschen im Besonderen bieten. Nach einer allgemeinen Einleitung zum Thema Inflation folgt eine "Kurze Geschichte der Inflation" mit Beiträgen über Frankfurt in der Kipper- und Wipperzeit, über das frühe Geld der Chinesen vom 14. bis zum 15. Jahrhundert, zu den "Truhen der Kipper", zu John Law und die "Mississippi-Blase" und zu Goethe und dem "Zettelwesen". Der Erste Weltkrieg bildet einen weiteren Schwerpunkt, dem sich Beiträge von Eckehard Gottwald, der Numismatikern natürlich bekannt ist, zum Notgeld in Frankfurt am Main sowie von weiteren Autoren zum Goldstandard, zur Kriegsfinanzierung durch Kriegsanleihen und zum Thema "Gold gab ich zur Wehr – Eisen nahm ich zur Ehr" über die Spendenaktionen der deutschen Bevölkerung während des Kriegs widmen. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den Wellen der Inflation 1919 bis 1922 in Texten zu den von Deutschland zu leistenden Kriegsreparationen, zur Rationierung der Lebensmittelversorgung im Ersten Weltkrieg, zur französischen Besetzung des Rheinlands sowie zur Ermordung des damaligen Reichsaußenministers Walther Rathenau 1922. Das Jahr 1923 begann mit der französisch-belgischen Besetzung des Ruhrgebiets, weil Deutschland mit den geforderten Kohle-Lieferungen in Verzug geriet. Das löste schließlich den unaufhaltsamen Absturz der Mark ein. Folgerichtig finden wir hier Beiträge zu den Themen "Hände weg vom Ruhrgebiet!", zum Papiergeld des Deutschen Reichs, zum "Frankfurter Gold", zu einem ganz besonderen "Inflationskleid", das in der Ausstellung gezeigt wurde und zum "König der Inflation" Hugo Stinnes. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das "Wunder" der Rentenmark mit Beiträgen zu Gustav Stresemann, zu den "Gefahren der Münchener Bräukeller", mit zeitgenössischer Satire zur Einführung der Rentenmark und zur Aufwertung der deutschen Währung von 1925. Abschließend folgen Betrachtungen zur "Mark im Wandel" mit Beiträgen zur Währungsreform und zur Einführung der D-Mark 1948 zum Thema Inflation als Instrument nationalsozialistischen Wahlkampfs, zur "Zigarettenwährung" und zur heutigen Inflation. Der Begleitband ist hervorragend schwarzweiß und farbig bebildert. Besonders hervorzuheben sind die prächtigen Bildstrecken zu Objekten aus der Ausstellung, darunter werden auch äußerst seltene farbige Entwürfe von Geldscheinen der "Separatisten" für die geplante "Rheinische Republik" von 1923 gezeigt. Bestellmöglichkeit: Den Begleitband zur Ausstellung kann man direkt auf der Seite https://www.historisches-museum-frankfurt.de/de/ausstellung/inflation bestellen. Anmerkung der Redaktion Den Ausgaben der Separatisten in den besetzten Gebieten des Rheinlands und Hessens wird sich auch eine mehrteilige Reihe hervorragend recherchierter Aufsätze von Uwe Bronnert widmen, die hier im Blog erscheinen werden. Den Abschluss bildet ein Aufsatz, der erstmals alle Entwürfe der "Rheinischen Republik" in Farbe zeigen wird. Hans-Ludwig Grabowski

  • Leserpost: Reichskreditkassenschein mit belgischem Gemeindestempel

    Sehr geehrter Herr Grabowski, eine meiner letzten Erwerbungen war ein Reichskreditkassenschein ZWK-2 mit (leider nicht perfektem, aber doch erkennbarem) belgischem Gemeindestempel der Stadt St. Vith. Allerdings ist der Stempel hier auf einem Grundschein ZWK-2b (ohne Prägestempel). Diese Kombination ist so in Ihrem Katalog nicht beschrieben. Sind Ihnen, analog zu ZWK-3f, hier bisher auch gestempelte 1 Reichsmark-Scheine ohne Prägestempel bekannt? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen, M. Brand Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Brand, Herr Grabowski war so freundlich und hat mir Ihre Anfrage weitergeleitet. Alle Varianten der Reichskreditkassenscheine kommen mit belgischen Abstempelungen vor, entweder mit Gemeindestempel u. ä. von 1944 oder mit Lagergeldstempel meist von 1945. Abstempelungen von Gemeinden sind seltener; auch andere 1-RM-Scheine ohne Prägestempel sind belegt: z. B. mit "Administration Communale de Monas - Hainaut". Insgesamt kommen die Abstempelungen auf RKKS nicht häufig vor; Ihr Schein ist schon besonders, zumal die Erhaltung recht gut ausschaut. Eine Ergänzung im "Grabowski" sollte eingefügt werden. Mit freundlichen Grüßen Michael H. Schöne Ich werde die Variante noch mit in den Katalog aufnehmen, das wäre dann: ZWK-2f wie b), doch mit belgischem Gemeindestempel 120 / 50 Euro. Beste Dank und noch viel Spaß beim Sammeln. Hans-Ludwig Grabowski

  • Wertbeständiges Notgeld 1923: Kommunalmark-Pläne 1923/24

    Die Pläne, für das gesamte besetzte Gebiet Deutschlands* ein einheitliches wertbeständiges Notgeld auszugeben, die sogenannte Kommunalmark, sind nie verwirklicht worden. Es soll aber über sie berichtet werden, denn sie haben die Ausgabe anderen wertbeständigen Notgelds in diesem Gebiet beeinflusst. Man muss sie im Zusammenhang mit den Bemühungen rheinischer Kreise um die Gründung einer „Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbank“ sehen, um zu erkennen, dass sie mehr als Pläne, nämlich Ausdruck des politischen Ringens um das Rheinland waren. Die Besatzungsbehörden hatten die Verwendung der Goldanleihestücke des Deutschen Reichs und der neu geschaffenen Rentenmark im besetzten Gebiet verboten und unter Strafe gestellt, da sie entgegen einer Spezial-Verordnung vom Oktober 1923 ausgegeben wurden, ohne in dieser Form der Interalliierten Rheinlandkommission ( IARK)** vorgelegt worden zu sein“. Nördlicher Teil des von den Alliierten besetzten Rheinlands. Die Rentenmark basierte im Wesentlichen auf Grundbesitz (Rentenbriefen). Da der westdeutsche Grundbesitz nach dem Willen der Besatzungsbehörden aber im besetzten Gebiet von der Haftung ausgeschlossen war, bestand aus ihrer Sicht für die Rentenmark im besetzten Gebiet keine Deckung und somit keine Umlaufmöglichkeit. Die Finanzdezernenten der größeren westdeutschen Städte standen bei Besprechungen ab November 1923 einstimmig auf dem Standpunkt, dass die Ausgabe wertbeständigen Notgelds als Ersatz für Goldanleihe und Rentenmark durch sie nicht in Betracht komme, sondern dass ihre Versorgung mit solchem Geld Sache des Reiches sein müsse. Sie verurteilten sogar die eigenmächtige Herausgabe von Goldmark-Notgeld durch einzelne Städte und Kreise. Zur gleichen Zeit bemühte sich eine mit französischen Finanziers sympathisierende Gruppe rheinischer Bankiers unter Führung des Präsidenten der Kölner Handelskammer, Louis Hagen, sowohl von den Besatzungsmächten als auch von der Reichsregierung die Zustimmung zur Errichtung einer Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbank zu erhalten. Sie beabsichtigte die Emission einer „Rheinmark“, deren Wert auf 42 Goldpfennige festgelegt und die mit französischer Hilfe voll in Gold gedeckt werden sollte. Die Gruppe um Louis Hagen konnte französischer Unterstützung gewiss sein, da einer autonomen rheinischen Notenbank ein von Frankreich dominiertes autonomes Rheinland hätte folgen können, was den politischen Wünschen der führenden Männer Frankreichs entsprach. Aus dem gleichen Grund hätte sie allerdings auch gewiss sein müssen, die Zustimmung der Reichsregierung zu diesem Projekt nicht zu erhalten. Um dieser Gefährdung des Bestandes der Reichseinheit entgegenzuwirken, beschlossen die westdeutschen Städte in einer Sitzung am 17. November 1923 in Köln nun doch für die Herausgabe eines einheitlichen wertbeständigen Notgelds zu stimmen. Bei der Reichsregierung und bei den Besatzungsbehörden wurde hierzu um Genehmigung nachgesucht. Die Reichsregierung stimmte auf Grund einer Vereinbarung mit den Vertretern des Verbands der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebiets vom 6. Dezember 1923 zu. Danach war auch vorgesehen, dass die Städte dem Deutschen Reich eine später festzulegende Quote des Notgelds gegen Kostenbeteiligung überlassen sollte. Ferner war für Übernahme dieses kommunalen Notgelds durch Stadt- und Landkreise eine „Notenabgabe“ von 4% und durch Privatbetriebe eine „Steuer“ von 3% der bezogenen Volumina in Aussicht genommen, die an das Reich abgeführt werden sollten. Die Besatzungsbehörden lehnten dagegen die vorgesehene Bezeichnung „Goldmark“, die Relation zum Dollar, die Reichsaufsicht und damit die Genehmigung ab. Daraufhin wurde die Genehmigung der Bezeichnung „Kommunalmark“ und der Rheinischen Landesbank als Aufsichtsorgan beantragt. Anfangs war vorgesehen, die auszugebende Notgeldmenge zu 60% in Goldanleihe und zu 40% mit Wechseln der empfangenden Stellen zu decken. Als sich herausstellte, wie groß der Umfang der Auflage sein würde, zeigte sich die Unmöglichkeit der Deckung in dieser Form, und man begann nach Ersatz zu suchen. Mit Schreiben vom 20. Dezember 1923 an die Stadt- und Landkreise des besetzten Gebiets teilte der Vorsitzende des Verbands, Dr. Konrad Adenauer, mit, dass die Emissionsgenehmigung der Interalliierten Rheinlandkommission (IARK) noch nicht eingegangen sei, und mit Schreiben vom 8. Januar 1924 fragte er bei den Städten und Kreisen an, wie groß ihr Bedarf an dem kommunalen Notgeld sei. Im Durchschnitt errechnete sich danach ein Bedarf von 20 bis 30 Goldmark je Kopf der Bevölkerung und ein Gesamtbedarf von rund 300 Mio. Goldmark für das besetzte Gebiet. Geplantes gemeinsames Notgeld aller Kommunen des besetzten rheinischen Gebiets. Das Notgeld kam nicht mehr zur Ausgabe. Aus einigen Sammlungen ist ein Probedruck über 5 Kommunalmark bekannt. Er trägt das Datum 1. Januar 1924, ausgegeben durch die Landesbank der Rheinprovinz, Düsseldorf. Nach seinem Text sollte Aufruf im Deutschen Reichsanzeiger und Einlösung in Kommunalanleihe, Reichsgoldanleihe, Schatzanweisungen des Deutschen Reichs oder in einem Barbetrag entsprechend dem Kurs dieser Anleihen erfolgen (Vorderseite). Probedruck über 5 Kommunalmark bekannt. Er trägt das Datum 1. Januar 1924, ausgegeben durch die Landesbank der Rheinprovinz, Düsseldorf (Rückseite). In dieser Höhe sollte nunmehr eine 6%ige Goldanleihe durch die Kommunen aufgenommen werden, für die die Kommunalverbände die selbstschuldnerische Bürgschaft für Verzinsung, Tilgung und Kosten übernehmen sollten. Zugleich mit der Ausgabe des neuen wertbeständigen Geldes sollte sämtliches umlaufendes Papiermark-Notgeld zurückgezogen werden. Am 6. Dezember 1923 erteilte das Reichsfinanzministerium vorsorglich Druckauftrag. Mitte Dezember 1923 wurden neun Druckereien, die sich auf das ganze besetzte Gebiet verteilten, zur Durchführung des Drucks gewonnen. Die Herstellung des Notgelds war in der Stückelung 0,10, 0,25, 0,50, 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kommunalmark vorgesehen, wurde aber weiterhin verschoben, da inzwischen auch eine neue politische Situation eingetreten war. Nach der Aufgabe des passiven Widerstands an der Ruhr hatten am 5. Oktober 1923 in Düsseldorf Verhandlungen zwischen der sogenannten „Sechserkommission des Bergbaulichen Vereins“ und der „Micum: Mission Interalliée de Contrôle des Usines et des Mines“, einer wirtschaftspolitischen Organisation der französischen Besatzungsmacht, zwecks Wiederaufnahme der Produktion und insbesondere der Kohlenlieferungen an Frankreich begonnen. Sie zogen sich wochenlang hin und in ihrem Verlauf wurde ersichtlich, dass für die Inbetriebnahme der Zechen unbedingt Kredit und wertbeständiges Geld erforderlich waren. Ohne dass dieses bis dahin sichergestellt war, wurden die Verhandlungen am 23. November 1923 mit dem Abschluss eines „allgemeinen Lieferungsvertrages“ beendet. Da das "Micum-Abkommen" für die Besatzungsmacht von erheblicher Bedeutung war, gestattete sie nunmehr den Umlauf der Rentenmark, jedoch nicht die Ausdehnung der Rentenbank-Gesetzgebung auf das besetzte Gebiet. Jetzt wiederum war die Reichsregierung der Auffassung, die Rentenmark könne nicht in einem Gebiet kursieren, in dem durch französisches Dekret die Haftung von Grundbesitz und Wirtschaft für das Geld ausgeschlossen sei. Sie gab deshalb die für die Inbetriebsetzung der Zechen ursprünglich vorgesehenen 100 Mio. Rentenmark nicht an das besetzte Gebiet ab. Keine Seite war zu entscheidenden Zugeständnissen bereit. Die deutsche Regierung versagte ihre Genehmigung zur Errichtung der Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbank, die französische Besatzungsmacht die ihre zur Ausgabe des gemeinsamen wertbeständigen Kommunalmark-Notgelds. Aber die Verhandlungen gingen weiter. Sie wurden auch noch dadurch gehemmt, dass die Interalliierte Rheinlandkommission (IARK) in allen wichtigen Fragen die Genehmigung der französischen Regierung einholen musste. Inzwischen schritten weitere Städte und Firmen zur Ausgabe eigenen wertbeständigen Notgelds, weil sie nicht mehr an die Verwirklichung des Plans vom gemeinsamen Notgeld glaubten. Als die Genehmigung der IARK bis zum 29. Januar 1924 noch immer nicht erteilt war, wurden alle Vorbereitungsarbeiten eingestellt. Die Pläne für eine einheitliche wertbeständige Kommunalmark und eine Rheinisch-Westfälische Goldnotenbank in den besetzten Gebieten waren gescheitert. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (8/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf: Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Anmerkungen * Zum „besetzten Gebiet“ gehörten im Herbst 1923: der gesamte linksrheinische Raum, das sogenannte „Sanktionsgebiet“ etwa identisch mit dem nördlichen Teil der rechtsrheinischen Provinz Rheinland; das sogenannte „Ruhr-Einbruchsgebiet“, das im Norden bis Haltern, im Osten bis hinter Dortmund und im Süden bis kurz vor Hagen reichte, ferner große Teile des Bergischen Landes nördlich, östlich und südöstlich von Köln und einige Brückenköpfe, von denen die am weitesten in das unbesetzte Gebiet hineinragenden die von Koblenz (bis Diez) und von Mainz (bis kurz vor Frankfurt) waren. Politisch betrachtet umfasste es die gesamte Bayerische Pfalz, fast die gesamte Rheinprovinz, das zu Oldenburg gehörende Land Birkenfeld, wesentliche Teile der Provinz Westfalen und kleinere Teile von Hessen und von Hessen-Nassau. ** I.A.R.K.: Der Interalliierte Hohe Ausschuss für die Rheinlande, auch als Interalliierte Rheinlandkommission (IRKO oder IARK) bezeichnet, war eine nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ab 1920 im Rheinland bestehende Institution der vier alliierten Besatzungsmächte Frankreich, Belgien, USA und Großbritannien mit Sitz in Koblenz. Sie fungierte in den aufgrund des Friedensvertrags von Versailles und des zugehörigen Rheinlandabkommens besetzten Gebieten des Rheinlands als oberste Verwaltungsbehörde. Angelehnt an Rheinbrückenköpfe wurden drei Besatzungszonen gebildet: Eine britische Zone mit Sitz in Köln, eine US-amerikanische Zone mit Sitz in Koblenz und eine französisch-belgische Zone mit Sitz in Mainz. Die Kommission konnte Ordonnanzen (Verordnungen) erlassen, die vor allem die Sicherheit und den Unterhalt der Besatzungstruppen sowie die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens sicherstellen sollten. Sie war gegenüber den deutschen Behörden in den besetzten Gebieten weisungsberechtigt, deutsche Gesetze und Verordnungen mussten durch die Kommission genehmigt werden. Verstöße gegen die Anweisungen der Kommission waren strafbar. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-500-8 Auflage: 2. Auflage 2006 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 640 Preis: 39,80 Euro

  • Münzen Gut-Lynt: Vorschau auf die Online-Auktion 13 am 30. September 2023

    Münzen Gut-Lynt, Online-Auktion 13, Samstag, den 30. September und Sonntag, den 1. Oktober 2023, jeweils ab 10:00h (MESZ). Das Online Auktionshaus Münzen Gut-Lynt hat in diesem Jahr bereits vier äußerst erfolgreiche Auktionen durchgeführt – darunter die Gut-Lynt 11 und 12, beide mit je über 3000 Losnummern. Am Wochenende des 30.09. und 1.10.2023 wartet die Gut-Lynt 13 mit einer herausragenden Auswahl an Banknoten aus aller Welt am ersten und mit Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart am zweiten Tag auf; wobei sich Sammler der Antike auf ein spezielles Glanzlicht freuen dürfen. Doch davon später. Hier ein Überblick. Der faszinierenden Welt der Banknoten widmet sich die Gut-Lynt 13 am ersten Auktionstag. Viele seltene Einzelnoten kommen zur Versteigerung, spannende Spezialserien – wie unter anderem »Danzig« –, zudem interessante Konvolute. Den unzweifelhaften Höhepunkt bildet jedoch eine einzigartige Sammlung von Banknoten der Bundesrepublik Deutschland ab 1948. Sie ist hoch spezialisiert und enthält eine atemberaubende Fülle an Seltenheiten in ausgezeichneten Qualitäten, äußerst seltene Musterscheine, zahlreiche Austauschnoten inklusive kompletten Bündeln sowie Druckabarten in kaum vorstellbarer Mannigfaltigkeit. Viele Seltenheiten sind mehrfach vorhanden. Ein derartig hochwertiges Objekt ist in dieser Zusammenstellung bislang wohl noch nicht im Markt angeboten worden. Australien, Testnote der Note Printing Australia, Vs. Porträt Rembrandt, Rs. Porträt Picasso, I, Taxe 200 Euro. Bahamas, 4 Shilings 1919 (1930), III-, Taxe 1.400 Euro. Hong Kong, Banking Corporation, 50 Dollars 01.10.1930, III-IV, Taxe 1.200 Euro. Danzig, 50 Pfennig bis 20 Mark 1914/1918 mit Rs. Stempel «UNGÜLTIG», I Danzig, 500 Gulden 10.02.1924, I-, Taxe 2.500 Euro. Danzig, 10 Gulden, 01.07.1930, I, Taxe 3.000 Euro. Danzig, 25 Gulden 02.01.1931, III, Taxe 2.500 Euro. Deutschland, Reichsbanknote, 100 Mark 01.05.1891, Serie C, IV, Taxe 1.000 Euro. Deutsch-Südwestafrika, 100 Mark 08.08.1914, Trockensiegel vollständig, I-, Taxe 2.000 Euro. Deutsche Länderbanknoten, Württembergische Notenbank, 50 Reichsmark 01.08.1925, Handunterschrift, nicht entwertet, IV, Taxe 1.200 Euro. Deutschland, 10, 20, 50 und 100 Deutsche Mark 1948, ORIGINALMUSTER der ABNC, I. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1948, Roter Hunderter, I, Taxe 2.500 Euro. Deutschland, 20 Deutsche Mark o. D., Liberty, I-, Taxe 800 Euro. Deutschland, 50 Deutsche Mark o. D., I, selten, Taxe 7.000 Euro. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1948, Muster, etwas stockfleckig, I-, Taxe 800 Euro. Deutschland, 500 Deutsche Mark 01.08.1991, Kontrollnummer AD0000002D4, I, Taxe 800 Euro. Deutschland, 1000 Deutsche Mark 1993, falsch eingelegter Bogen, Wasserzeichen kopfstehend und Silberfaden rechts, II-III, Taxe 1.000 Euro. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1996, Serie ZZ – Testdruck der Firma Siemens, Rückseite kopfstehend, I-, Taxe 500 Euro. Deutschland, 100 Mark 1996, Rückseite blanko, I, Taxe 400 Euro. Deutschland, 100 Mark 1996, KN KL0000008Y4, I-, Taxe 150 Euro. Deutschland, 100 Mark 1996, . KN KL0000001, 02, 03, 04, 05, 06, 6 Scheine, I-, Taxe 1.000 Euro. Saargebiet, 100 Mark 1947, III-, Taxe 3.500 Euro. Kongo, 500 Francs o. D. Pick 2 a. PMG 67 EPQ.Taxe 1.000 Euro. Libanon, 50 Livres 1950, stark restauriert, V, Taxe 800 Euro. 301-135 Malaya, 100 Dollars 1.1.942, III-IV, Taxe 3.500 Euro. Neuseeland, 50 Pounds o. D. Pick 162b, III, Taxe 1.500 Euro. Ungarn, 100 Forint 27.02.1947, Specimen, IV, Taxe 800 Euro. Zentralafrikanische Republik, 1000 Francs o. D., Pick 2, PMG 69 EQP, Taxe 1.500 Euro. Notieren Sie sich jetzt schon die Daten: Gut-Lynt 13, Numismatische Online-Auktion Tag 1, Samstag, den 30. September: Banknoten aus aller Welt. Tag 2, Sonntag, den 1. Oktober: Münzen und Medaillen aus aller Welt von der Antike bis zur Gegenwart. Auktionsbeginn: Jeweils 10:00 Uhr (MESZ). Der Online-Katalog der Gut-Lynt 13 steht auf der Auktionsplattform zur Verfügung. Bitte vergessen Sie nicht, sich rechtzeitig zu registrieren, falls Sie zum ersten Mal mitbieten möchten. Auf Instagram »muenzen_gut_lynt« begleiten wir übrigens jede Auktion mit exklusiven Höhepunkten. Auch unsere Internetseite www.gut-lynt.de bietet Vor- und Rückschauen sowie jeweils aktuelle Informationen zu Auktionsterminen und Einlieferungsfristen. Bei Fragen rund um die Münzen Gut-Lynt Auktion 13 sind wir gerne für Sie da: Schreiben Sie einfach an info@gut-lynt.de oder rufen Sie uns an: (+49) 02156 4874819. Wir freuen uns auf Sie. Hinweis der Redaktion: Notgeld-Entwürfe In der kommenden Auktion werden übrigens auch alle Entwürfe des Karlsruher Künstlers Professor Alfred Kusche angeboten, die im Beitrag Nullen auf Papier – Besuch bei einem Notgeldkünstler hier im Geldschein-Blog vorgestellt wurden.

  • MIF Paper Money Fair 23./24. September 2023 im MECC in Maastricht

    Willkommen zur Herbstbörse in Maastricht! Bereits ab 19. September 2023 ist die MIF Paper Money Fair – die weltweit größte Spezialbörse für Händler und Sammler von Papiergeld – im MECC in Maastricht für den Fachhandel und Aussteller geöffnet. Bis jetzt haben sich bereits über 200 Händler aus 64 Nationen zu der Veranstaltung angemeldet, weitere werden noch folgen. Ein Blick in den Eingangsbereich des MECC zur Frühjahrsmesse 2023. Impressionen von der Frühjahrsmesse 2023. Für Messebesucher ist am Samstag und Sonntag (23./24. September 2023) der Eintritt wieder frei. Ein besonderer Höhepunkt werden die Präsentationen der weltbekannten niederländischen Banknotendruckerei Royal Joh. Enschedé sein (1 x am Freitag und 3 x am Samstag), zu denen sich Besucher nicht nur über die Herstellung von Banknoten informieren können, sondern jeder Besucher der Präsentationen erhält auch ein besonderes Überraschungsgeschenk der Druckerei. MIF freut sich, ankündigen zu können, dass der Hauptsponsor und offizielle Auktionator Stack's Bowers Galleries im Anschluss an die MIF Paper Money Fair eine Auktion durchführen wird, deren Lose während der Messe besichtigt werden können. In seiner 90-jährigen Geschichte ist Stack's Bowers Galleries dafür bekannt, die wertvollsten Münz- und Papiergeldsammlungen zu versteigern, die jemals weltweit über den Auktionsblock gegangen sind. Am Stand von PMG auf der MIF Paper Money Fair im Frühjahr 2023. Vom 19. bis 24. September führt die Firma PMG (Paper Money Guaranty) auch wieder Vorort-Grading durch. Hierfür werden extra 25 Grading-Experten für Papiergeld aus den USA erwartet. Der Veranstalter, Dimitri Waltmans, freut sich, dass PMG, der offizielle Bewertungsservice und Co-Sponsor der Börse, der Messe damit eine weitere Dimension hinzufügt, indem umfangreiche Bewertungen vor Ort erfolgen. Für alle Aussteller gibt es auch wieder den inzwischen sehr beliebten B2B-Abend! Hans-Ludwig Grabowski

  • Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma – Aktuelle Ausstellung in Frankfurt am Main

    Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt am Main vom 3. Mai bis 10. September 2023 (Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr). „Die Mark sinkt immer weiter. Es ist unheimlich. Heute steht der Dollar über 1000 Mark! Der Schweizerfranken auf 200! Das Volk tut einem in der Seele leid. Man sieht das Elend förmlich um sich greifen […]“, schrieb die in Frankfurt lebende Schweizer Studentin Lilly Staudenmann-Stettler im August 1922. Nichtsahnend, dass Ende des Jahres 1923 ein Dollar 4,2 Billionen Mark kosten sollte. Das Krisenjahr der Hyperinflation wird nun 100 Jahre später vom Historischen Museum Frankfurt mit einer Sonderausstellung in den Blick genommen. Bereits 1914 hatte sich die Geldmenge durch die kriegsbedingte Finanzpolitik des Deutschen Reichs und der Reichsbank entscheidend vermehrt. Die Inflation wurde jedoch erst nach der Kriegsniederlage spürbar, als Anleger, Anlegerinnen und Unternehmen ihr in Kriegsanleihen angelegtes Kapital verloren. Damit ging auch der Verlust des Vertrauens in den Staat einher, was eine schwere Hypothek für die junge Weimarer Republik war. Die Belastungen der Friedensbedingungen und der Demobilmachung, sowie die Versorgung von Kriegsopfern und Hinterbliebenen verschärfte die Situation. Politische Morde und die Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen infolge nichtgeleisteter deutscher Reparationszahlungen führten schließlich zum völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Eine bewegte Zeit auch für Frankfurt, das 1919 an der Grenze zu den französisch besetzen Gebieten lag, zu denen auch Höchst, Nied und Griesheim gehörten. Die in den folgenden Jahren zunehmende Nahrungsmittel- und Wohnungsverknappung, der Schwarzhandel und die Plünderungen, Streiks und Krawalle prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis der Menschen in Frankfurt ein. Die Ausstellung rahmt das Inflationserleben um 1923 mit der Darstellung historischer Teuerungen, dem nachfolgenden Aufstieg Hitlers und einer zweiten Inflation ein, um anschließend über die Währungsreformen 1948, 1990 und 2001 in die Gegenwart zu führen: Wie sieht es heute mit der Inflation aus? Die Bundesbank ist Kooperationspartner und finanzieller Unterstützer der Ausstellung „Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma“, zusammen mit dem Bankhaus Metzler und der Frankfurter Sparkasse. Pressetext des Historischen Museums Frankfurt am Main Anmerkung der Redaktion Zur Ausstellung ist auch ein reich bebilderter Katalog erschienen, den man für 24,95 Euro direkt auf der Seite https://www.historisches-museum-frankfurt.de/de/ausstellung/inflation bestellen kann.

  • Lexikon: Goldmark

    Die "Goldmark" war kein allgemeines Zahlungsmittel (lediglich als sog. wertbeständiges Notgeld), sondern eine deutsche Rechnungseinheit während der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg. Der Wert der Goldmark entsprach dabei dem Wert der Mark vor dem Krieg. Die Goldmark steht im Gegensatz zur "Papiermark", die 1923 von der "Rentenmark" und dann 1924 von der "Reichsmark" abgelöst wurde. Thüringische Staatsbank, THU-74h: Wertbeständiger Notgeldschein über 2 Goldmark vom 20. November 1923, Vorder- und Rückseite. Abb. Sammlung Grabowski. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Milliarden Mark der Reichsbahndirektion Stettin von 1923

    Objekttyp: Notgeldschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Mit der Weimarer Verfassung vom August 1919 trat am 1. April 1920 der Staatsvertrag über die Reichseisenbahnen in Kraft, womit die vormaligen Länderbahnen dem Reichsverkehrsminister unterstellt wurden. Während der Inflation gaben auch Verwaltungseinheiten und Dienststellen von Reichsbahn und Reichspost eigenes Notgeld aus. Die Ausgaben der Zweigstelle des Reichsverkehrs­ministeriums Bayern in München galten in ganz Bayern, die der Reichsbahndirektionen (RBD), deren Grenzen nicht mit Ländergrenzen übereinstimmten, sowie die einzelner Dienststellen nur in diesen. Die Ausgaben des Reichsverkehrsministers waren an allen Kassen der Deutschen Reichsbahn und schließlich zusätzlich auch noch an allen öffentlichen Kassen im gesamten Reichsgebiet gültig. Wegen dieser reichsweiten Bedeutung wurden sie auch in meinen Katalog Die deutschen Banknoten ab 1871 aufgenommen. Die Ausgaben der Direktionen und Dienststellen der Deutschen Reichsbahn findet man in einem gesonderten Katalog (Deutsches Notgeld, Band 13: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost). Von der Reichspost gab es lediglich Ausgaben verschiedenen Postdirektionen, jedoch keine, die reichsweite Gültigkeit besaßen. Folgende Reichsbahndirektionen haben während der Inflation 1923 eigene Geldscheine ausgegeben: Altona, Breslau, Cassel, Dresden, Elberfeld, Erfurt, Frankfurt/Main, Frankfurt/Oder (RBD Osten), Halle (S.), Hannover, Karlsruhe, Köln, Königsberg (Pr.), Magdeburg, München (Reichsverkehrsministerium, Zweigstelle Bayern), Münster, Oppeln, Stettin und Stuttgart. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Preußen, Provinz Pommern, Stettin Emittent: Deutsche Reichsbahn, Reichsbahndirektion Stettin Nominal: 100 Milliarden Mark Datierung: 26. Oktober 1923 Vorderseite: Flügelrad und Text auf grauem Ornament-Unterdrck mit Siegel der Reichsbahndirektion Stettin, Prägestempel der RBD Stettin Rückseite: Druck einseitig Material: Papier Druck: F. Hessenland G.m.b.H., Stettin Wasserzeichen: Achteckfliesen Format: 140 × 90 mm Nummerierung: 149576 ❉ Authentizität: Original Zitate: 020.16 (Müller, Geiger, Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 13: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost) GER-S1367 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Holzwert-Gutscheine 1923

    In der Gruppe der wertbeständigen Sachwertscheine waren die über Holz lautenden Gutscheine nach den Roggengutscheinen die häufigsten. Die Basis einer Sachwertsicherung beim wertbeständigen Notgeld sollte ein Sachwert mit möglichst breitem Markt sein. Dies war bei Holzwert-Gutscheinen sicherlich nicht der Fall, es waren eher ungewöhnliche und exotische Gutscheine. Die in der Hyperinflationszeit des Jahres 1923 ausgegeben Holzwert-Gutscheine lauteten auf den Geldwert (in Goldmark) bestimmter Mengen Holz. Die Bemessung der Mengen von Holz erfolgte in der Regel auf Festmeter (fm), seltener auf Raummeter (rm) bzw. ein Mehrfaches davon. In der forstwirtschaftlichen Praxis war seinerzeit der Festmeter als Raummaß allgemein üblich. Der Geldwert ergab sich durch die Verknüpfung von Holzmenge bestimmter Qualität mit Goldmark. Die Emittenten der Holzwert-Gutscheine waren ausschließlich Städte und Gemeinden aus waldreichen Gegenden. Stadt Glogau (Schlesien), Interims-Anteilschein über 1/8 Festmeter 5% Glogauer Holzwert-Anleihe im Werte von 5 Goldmark, ausgegeben in Glogau am 1. November 1923. Die schlesische Stadt Glogau gab am 1. November 1923 für 20.000 Festmeter (fm) Rundholz Klasse 1-4 in sechs Wertstufen „Interims-Anteilscheine über 1/4000 Festmeter 5 % Glogauer Holzwert-Anleihe im Wert von 1 Goldpfennig“ bis „Interims-Anteilscheine über 1/8 Festmeter 5 % Glogauer Holzwert-Anleihe im Werte von 5 Goldmark“ aus. Die kleingestückelten Anteilscheine standen im praktischen Gebrauch an der Grenze, gewissermaßen in einer Scharnierfunktion zwischen Wertanleihe und wertbeständigem Notgeld. Die Anteilscheine waren im Buchdruck hergestellte, nicht durchnummerierte Inhaberscheine und dienten als wertbeständiges Notgeld insbesondere bei den täglichen Einkäufen ohne die Notwendigkeit, sie mit Unmengen von täglich wertloserer Papiermark zu zahlen. Eine gesetzliche Annahmepflicht für diese Geldsurrogate bestand nicht. Die Interims-Anteilscheine waren darauf angelegt, ab November 1923 zunächst als Notgeld zu zirkulieren. Die Tilgung der Scheine sollte von der Stadtbank Glogau einerseits durch Umtausch ab dem 1. April 1924 in Schuldverschreibungen der 5% Glogauer Holzwertanleihe von 1923 nach Maßgabe der Stückelung erfolgen. Die damit eingetauschten Schuldverschreibungen waren dann aber kein Geld mehr, sondern Vermögenswert. Andererseits war die Stadtgemeinde berechtigt, den Eintausch schon vorher zum angegebenen Goldwertbetrag in Rentenmark oder in Goldanleihe des Deutschen Reichs vorzunehmen. Die Stadt Lemgo (Lippe-Detmold) emittierte am 6. November 1923 Gutscheine zum Erwerb von Brenn- und Nutzholz aus den Waldungen der Stadt über 1, 2 und 5 Goldmark. Die Lemgoer Scheine waren nach ihrer Ausstattung kein Holzsachwert, sondern auf Goldmark lautendes Notgeld, das in seinem Verwendungszweck ausschließlich auf den Ankauf von Holz beschränkt sein sollte. Die über unterschiedliche Mengen von Holz lautenden Scheine der württembergischen Gemeinde Horgen ob Rottweil, der hessischen Stadt Wimpfen, der bayerischen Stadt Wörth am Main und der Stadt Bad Wildungen (Waldeck) wurden vom 21. Oktober bis zum 20. November 1923 in den Verkehr gebracht. Dem Wimpfener Holznotgeld lag ein Ausgabe- und Einlösungsverfahren zugrunde, das dem für die Kartoffel-Roggen-Gutscheine des Landes Waldeck ähnelte. Zur Versorgung der Stadtbevölkerung mit Weizen, Roggen und Kartoffeln wurde die Landbevölkerung durch öffentlichen Aufruf vom 10. November 1923 aufgefordert, diese Nahrungsmittel frei „Steinhaus“ oder Bahnhof Wimpfen anzuliefern und dafür je gelieferte 1,10 Zentner Weizen oder 1,40 Zentner Roggen oder 5 Zentner Kartoffeln einen Gutschein über 1 Raummeter Brennholz, Scheiter mittlerer Güte, im Werte von 10,50 Goldmark entgegenzunehmen. Der Aktion war kein großer Erfolg beschieden, da es der Landbevölkerung zu der Zeit anscheinend möglich war, Holz auch ohne Abgabe ihrer höherwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erwerben. Damit hatte das Wimpfener Holznotgeld keine besondere Bedeutung als Zahlungsmittel gehabt. Stadt Wörth am Main, Gutschein über einen Ster Kiefernprügelholz II. Klasse gleich sechs Goldmark, ausgegeben in Wörth am Main am 15. Dezember 1923. Die Gutscheine der Stadt Wörth am Main über „einen Ster Kiefernprügelholz II. Klasse gleich sechs Goldmark“ sollten ausschließlich zur Bezahlung von Bauhandwerkern verwendet werden, denen die Stadtverwaltung die Errichtung einiger Häuser in Auftrag gegeben hatte. Die Bauhandwerker brachten sie jedoch in den „allgemeinen Zahlungsverkehr, indem sie sie bei Einkäufen weitergaben und nur ausnahmsweise gegen Holz umtauschten.“ Von größerer örtlicher Bedeutung waren die am 5. November 1923 ausgegebenen Holzgutscheine von Bad Wildungen über 1/20, 1/10, ¼, ½ und 1 Festmeter Buchennutzholz mittlerer Güte. Festgelegt war: Die Gemeinde konnte bei der Rückzahlung bestimmen, dass die Einlösung statt in Holz in Geld beliebiger Währung erfolgen konnte. Der Festmeter Buchennutzholz mittlerer Güte sollte dann mit 20 Goldmark nach dem letzten amtlichen Kurs des der Zahlung vorausgehenden Tages berechnet werden. Die Gutscheine waren für den örtlichen Zahlungsverkehr durchaus von größerer Bedeutung und blieben neben dem Goldmarknotgeld des Landes Waldeck noch bis Ende März 1924 im Umlauf. Bad Wildungen, Holzgutschein über ½ Festmeter Buchennutzholz mittlerer Güte, ausgegeben in Bad Wildungen am 5. November 1923. Die auf den Holzwert-Gutscheinen seinerzeit angegebenen Goldmarkpreise je Festmeter Holz lassen sinnvolle Wertvergleiche nicht zu, da ihnen unterschiedliche Zeitwerte zu Grunde lagen, ferner die Holzarten und Qualitäten sehr unterschiedlich waren. Die Preise reichen von 6 Goldmark für Kiefernprügelholz II. Klasse bei Wörth, über 10,50 Goldmark für Brennholz Scheiter mittlerer Güte bei Wimpfen, 20 Goldmark für Buchennutzholz mittlerer Güte bei Bad Wildungen, 30 Goldmark für Nadelstammholz I. Klasse bei Horgen bis zu 40 Goldmark für Holz unbekannter Art und Güte bei Glogau. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (7/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Emporium Hamburg, Auktionen 102 und 103 vom 8. bis 11. Mai 2023

    Emporium Hamburg öffnet seine digitalen Saaltüren erneut für die Frühjahrsauktionen 102 & 103 „Münzen & Banknoten“. Die Auktionen finden dieses Jahr wieder online statt und können an allen vier Tagen über die Bieterplattform Auctionmobility verfolgt werden. Auf der Internetseite www.emporium-numismatics.com finden Sie alle relevanten Informationen rund um das Thema „Live-Bidding“. Gern nehmen wir Ihre Gebote auch schriftlich oder telefonisch entgegen. Die 102. Auktion „Münzen & Medaillen“ bietet ein umfangreiches Angebot von gut 3500 Losen von der Antike bis in die Gegenwart. Unter den 514 Losen der Antike finden Sie u.a. seltene Exemplare der Kelten, des griechischen und des byzantinischen Reiches. In der Kategorie Ausland sind unter den 1150 Losen besonders die bolivianische und peruanische Sammlung (Los 552-743 und Los 1020-1401) hervorzuheben, die einen historisch einmaligen Einblick in die Kolonialzeit und Unabhängigkeitskämpfe dieser Länder geben. Einen näheren Blick sollten Sie auch auf das Los 894 werfen: Una and the Lion, 200 Pfund, geprägt 2019 unter Königin Elisabeth II. Dieses Motiv, welches auf den englischen Dichter Edmund Spenser und sein Epos „The Faerie Queene“ zurückgeht, wurde erstmals unter Queen Victoria 1839 ausgegeben und symbolisierte die Stärke und Ausdauer der jungen Königin. Eine Ausdauer, die auch Elisabeth II. auszeichnete – kein britisches Staatsoberhaupt regierte je so lange, wie sie es tat. Nach einem kurzen Intermezzo thematischer Münzen, Medaillen und Orden- und Ehrenzeichen (Los 1669-1707) leitet eine Rarität aus dem 9. Jahrhundert den Auktionsbeginn der deutschen Münzen ein: der äußerst seltene Karolinger, Schätzwert 100 000,- Euro, dessen Münzstätte und Prägungsjahr noch immer unbekannt sind (Los 1714). In der Sammlung der deutschen Münzen vom Mittelalter bis in das Deutsche Kaiserreich wird (beinahe) jede Region abgedeckt, die in Gold und Silber erfasst wurde (Los 1715-2714). Auch zahlreiche Stücke aus alter norddeutscher Sammlung sind hier vertreten, wie das Prachtexemplar 20 Mark 1904 von Friedrich II. (Los 2600). Im letzten Teil der Münzauktion erwarten Sie Raritäten aus der Weimarer Republik, besetzten Gebieten und der DDR und BRD (Los 2742-2955). Bemerkenswert hier ist die 5 Mark Otto Hahn in Silber aus dem Jahr 1979, die zu den großen Seltenheiten der Münzprägung der Bundesrepublik Deutschland gehört. Am Donnerstag, 11. Mai 2023, beschließt die 103. Auktion „Banknoten & Notgeld“ die Auktionswoche mit 526 Losen aus zahlreichen Sammelgebieten. Unter den ausländischen Scheinen befindet sich eine beeindruckende Serie aus der freien Stadt Danzig (Los 4289-4313). Aus der frühen Republik Frankreichs werden ausgewählte Assignats und Rescriptions de l’emprunt forcé (Los 4012-4015) präsentiert. Besonderes Augenmerk liegt auf der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts mit über 70 Banknoten der Bank deutscher Länder und der Bundesbank (Los 4185-4259). Bemerkenswert ist hier der „Rote Hunderter“, 100 Deutsche Mark aus dem Jahr 1948 in Erhaltung II (Los 4200, Ros 244). Los 4200: BRD. 100 Deutsche Mark 1948, Serie L/A, Roter Hunderter. Erhaltung II. Taxe: 1200,- Euro Einen weiteren Höhepunkt stellt das Titelstück der Auktion dar: 100 Mark Saarmark-Noten 1947 (Los 4328, Ros 872). Los 4328: SAARLAND. Saarmark-Noten, 100 Mark, 1947. Minimale Stockflecken, sonst Erhaltung I-. Erhaltung II+. Taxe: 6000,- Euro Auch die Sammler von Notgeld (Los 4348-4517) werden auf ihre Kosten kommen. Exemplarisch sei hier der Satz Freienwalde aus Pommern, bestehend aus vier Scheinen zu 4, 10, 25 und 50 Pfennig aus dem Jahre 1920, genannt (Los 4429). Los 4429: POMMERN. Freienwalde. 4, 10, 25, 50 Pfennig Nov. 1920. Probedrucke auf farbigem Papier. Erhaltung I. Taxe: 200,- Euro Ab dem 3. April 2023 sind die Auktionen online einsehbar. Ein Katalogexemplar können Sie jederzeit bei uns anfordern. Eine Vorbesichtigung der Auktion ist nach Terminabsprache bis zum 5. Mai 2023 möglich. Kontaktieren Sie uns gerne unter: Zur Auktion! Emporium Hamburg, Abteilung Numismatik, Süderstraße 288, 20537 Hamburg. Telefon: +49 40 25799-137, Fax: +49 40 25799-100. E-Mail: numisgruppe@emporium-hamburg.com Homepage: www.emporium-numismatics.com

  • Nachbericht zur Teutoburger Münzauktion: Auktion 154 – Banknoten

    Vom 24.2. bis 2.3.2023 fanden die Auktionen 154 und 155 der Teutoburger Münzauktion GmbH statt. Angeboten wurden Banknoten, Briefmarken, Münzen und Medaillen. Hier eine kleine Auswahl von Ergebnissen aus dem Banknoten-Bereich (Auktion 154): Los 68: Herzogtum Warschau, 2 Taler 2.12.1810. III-, äußerst selten, Ausruf: 500 Euro – Zuschlag: 3.100 Euro Los 82: Banknoten - Ausland - SurinameVögel, komplette Serie mit insgesamt 9 Scheinen von 5 Gulden bis 25000 Gulden 1.1.2000. I bis I-, selten komplett angeboten Ausruf: 360 Euro – Zuschlag: 1.100 Euro Los 93: Banknoten - Altdeutschland - Anhalt-Cöthen Eisenbahn-Cassen-Schein, 1 Thaler 2.3.1846. Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft 1846-1856. III, winz. Einriss, Rs. Kleberreste Pick S126. Grabowski/Kranz 18. Ausruf: 675 Euro – Zuschlag: 1.750 Euro Los 94: Banknoten - Altdeutschland - Anhalt-Cöthen Eisenbahn-Cassen-Schein, 1 Thaler 20.2.1850. Anhalt-Cöthen-Bernburger Eisenbahn-Gesellschaft 1846-1856. Mit Wasserzeichen. IV+, selten Pick S127a. Grabowski/Kranz 19. Ausruf: 360 Euro – Zuschlag: 725 Euro Los 99: Banknoten - Altdeutschland - Anhalt-Dessau Staatskassen-Schein, 1 Thaler 1.8.1849. Herzoglich Anhalt-Dessauische Regierung 1849. III, kl. Fehlstelle in der Mitte, sehr selten. Pick S131. Grabowski/Kranz 32. Ausruf: 250 Euro – Zuschlag: 825 Euro Los 102: Banknoten - Altdeutschland - Anhalt, Gesamtstaat, Herzogtum (ab 1863)1 Thaler 2.1.1864. Anhalt-Dessauische Landesbank 1864-1874. III+, selten Pick S138. Grabowski/Kranz 39. Ausruf: 270 Euro – Zuschlag: 1.950 Euro Los 144: Banknoten - Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg - Deutsches Reich, 1871-1945. 5000 Mark 15.3.1923. Serie E. I-, sehr selten. Rosenberg 86. Grabowski. DEU-98. Ausruf: 180 Euro – Zuschlag: 460 Euro Los 247: Banknoten - Deutsches Notgeld und KGL - Berlin (Brandenburg) Tägliche Rundschau, 146 verschiedene Scheine zu 50 Pfg., alle ohne Stempel. Bis auf 88.1. 115, 117, 127 und 142 komplett. I-II. Lindman 88.1. Ausruf: 1.350 Euro – Zuschlag: 3.300 Euro Los 415: Bielefeld, Ausnahmesammlung aus einem Nachlass. Insgesamt 240 Notgeldscheine aus Papier und besonderer Art, darunter Proben, Scheine mit verschiedenen Borten und Spitzen, viele Spitzenstücke u.a. Wunderlich-Schein, Stadt-Sparkasse Bielefeld Kriegsjahr 1917, ein Bogen der auf Karton gespannt ist und vieles mehr. Ein Posten der jeden Kenner zum staunen bringt. Unbedingt besichtigen, günstig geschätzt. unterschiedlich erhalten Ausruf: 2.250 Euro – Zuschlag: 15.000 Euro Hans-Ludwig Grabowski Hier geht es direkt zum Nachverkauf Auktion 154 (Banknoten): https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/8941/seite/1/?lot_range=1-1000&items=18&sale_type=AFTER_AUCTION_SALE

  • Nachbericht zur Frühjahrsauktion 102 & 103 von Emporium Hamburg vom 8. bis 11. Mai 2023

    Emporium Hamburgs große Frühjahrsauktion erstreckte sich in diesem Jahr über vier Tage mit knapp 3500 grandiosen Losen. Sowohl der Bereich Antike und Deutsches Kaiserreich als auch Hamburg, Stadt, Großbritannien und Notgeld aus dem Saarland haben zahlreiche Interessenten angezogen. Wie in den vorherigen Jahren fand auch diese Auktion ohne Saalbieter statt. Viele interessante und mit attraktiven Schätzpreisen angesetzte Stücke fanden dennoch in spannenden Live-Bieterwettkämpfen über Telefon und Online zu neuen Besitzern und so manche Raritäten konnten neue Höchstgebote erzielen. Auktion 102: Münzen und Medaillen Den Start machte der Bereich Antike und zeigte mit dem Los 47 schon den ersten von vielen sensationellen Zuschlägen der Auktion. Los 47 Thrakien Lysimachos, 323-281 v. Chr. AV Stater, Alexandria-Troas. f.vz Schätzpreis: € 3500,- Zuschlag: € 8200,- Auch die Münzen aus dem Seleukidischen Reich erfreuten sich großer Beliebtheit. Die vorzüglichen AR Tetradrachmen von Antiochos VI. (154-142 v. Chr.) erhielten jeweils einen Zuschlag von € 1300,- (Los 110, Schätzpreis € 1000,-) und € 1250,- (Los 111, Schätzpreis € 1000,-). Los 110 Los 111 Im Sammelgebiet Ausland erzielten vor allem die Länder Bolivien und Peru, Großbritannien und die Vereinigten Staaten großartige Ergebnisse. Im Bereich der Vereinigten Staaten waren besonders die Goldmünzen stark umkämpft. Das Prachtexemplar unter der Losnummer 1637 (1 Dollar 1922, Grant Memorial, Schätzpreis € 1000,-) fand bei einem Zuschlag von € 1250,- einen neuen Besitzer. Los 1637 Auch Los 1638 (3 Dollars 1878, Philadelphia) übertraf seinen Schätzpreis von € 1750,- und wurde mit € 2100,- dem Höchstbietenden zugeschlagen. Los 1638 Einen weiteren überraschenden Höhepunkt erlebte das Los 752 aus Bulgarien: Los 752 Bulgarien Alexander I, Br.-Med. 1879 a. d. Verfassung. f.st Schätzpreis: € 75,- Zuschlag: € 3600,- Bei den dänischen Münzen stach besonders das Los 815 hervor, ein Prachtexemplar 2 Christian d’or 1847 (Schätzpreis € 2600,- verkauft für € 2900,-). Los 815 Aus Großbritannien übertraf das Los 879, ein Jubiläumsset von 1887 in Gold und Silber, Victoria mit Schleier, alle Erwartungen: Bei einem Schätzpreis von € 6800,- erhielt das Los einen Zuschlag von € 10500,-. Los 879 Bemerkenswert war auch das Los 892, 5 Pounds 1937 (Georg VI.), welches einen Zuschlag von € 20.000,- erzielte (Schätzpreis € 11.500,-). Los 892 Großbritannien Georg VI., 5 Pounds 1937. Gold, sehr selten i. d. Erh., PCGS PR65 DCAM Schätzpreis: € 11.500,- Zuschlag: € 20.000,- Die bekannte Goldmünze 200 Pounds 2019 „Una and the Lion“ (Los 894, Schätzpreis € 45.000,-) erreichte einen Zuschlag von € 50.000,-. Los 894 Großbritannien Elisabeth II., 200 Pounds 2019, Una and the Lion Gold, selten i. d. Erh., NGC PF70 Ultra Cameo Schätzpreis: € 45.000,- Zuschlag: € 50.000,- Die klaren Favoriten der Auktion waren die Sammlungen aus Bolivien und Peru, sowohl aus der Kolonialzeit als auch aus der Zeit der Republik. Hier überschlugen sich die Gebote: Diese Münzen erzielten fast fortwährend ein Vielfaches ihres Schätzpreises. Von insgesamt 574 Losen finden Sie nur noch 18 im Nachverkauf wieder. Besonders das Los 1279 (2 Reales 1843 Po M, Pasco, Schätzpreis € 400,-) mit einem Zuschlag von € 1950,- und das Los 1308 sorgten für große Bieter-Freude. Los 1279 Los 1308 Peru, Republik 8 Reales 1823 LIMA JP, Lima. ss Schätzpreis: € 150,- Zuschlag: € 4200,- Weitere Zuschlag-Highlights waren: Los 553 Bolivien Philipp II., 4 Reales o. J. (1574-1586) P R, Potosi. Ss Schätzpreis: € 180,- Zuschlag: € 880,- Los 1023 Lima 8 Reales o. J. (1577-1588) Ss Schätzpreis: € 500,- Zuschlag: € 1100,- Los 1237 8 Reales 1823 LIMAE JP f.ss Schätzpreis: € 85,- Zuschlag: € 640,- Im Sammelgebiet Altdeutschland hat auch das Titelstück der Auktion seinen Schätzpreis übertroffen: Los 1885, der dicke doppelte Reichstaler 1680 mit Titel Leopold I. a. d. Frieden von Nijmegen, hat nicht zuletzt aufgrund seiner großen Seltenheit einen Zuschlag von € 31.000 erzielt. Los 1885 Hamburg Stadt Dicker doppelter Reichstaler 1680 Von großer Seltenheit, vz/vz+ Schätzpreis: € 28.000,- Zuschlag: 31.000,- Ebenfalls aus Hamburg, Stadt, zog das Los 1890 viele Gebote auf sich: Ausgestattet mit dem Original-Etui konnte der ½ Goldportugaleser 1888 als Prachtexemplar einen Zuschlag von € 5600,- erreichen (Schätzpreis € 3500,-). Los 1890 Und auch unter den Deutschen Münzen etablierte sich wieder eine Hamburger Münze weit vorn. Ein Dukat 1872 B, Hannover wurde für € 1100,- verkauft (Los 2141, Schätzpreis € 600,-). Großer Beliebtheit erfreuten sich die Stücke aus alter norddeutscher Sammlung, so auch die seltenen Prachtexemplare Los 2321 (3 Mark 1909, Schätzpreis € 500,- verkauft für € 820,-) und Los 2323 (3 Mark 1911, Schätzpreis € 500,- verkauft für € 800,-). Los 2321 Los 2323 Das Kaiserreich in Gold hielt zahlreiche spannende Stücke und damit einhergehende Zuschläge bereit: Die 10 Mark 1913 G kam auf € 2200,- Zuschlag (Los 2615, Schätzpreis € 1000,-). Los 2615 Das Prachtexemplar 20 Mark 1903 aus Waldeck und Pyrmont kam bei € 13.000,- unter den Hammer (Los 2725, Schätzpreis € 11.000,-). Los 2725 Das Höchstgebot unter den Goldmünzen erhielt das Los 2721 aus dem Bereich Sachsen-Meiningen: Die 20 Mark 1882 erreichten einen Zuschlag von € 17.500,- bei einem Schätzpreis von € 16.800,-. Los 2721 Auktion 103: Banknoten und Notgeld Die zweite Hälfte des vierten Auktionstages war einzig und allein den Banknoten und dem Notgeld reserviert. Auch hier waren zahlreiche Bieter erfolgreich mit ihren Geboten. Das Los 4003 erreichte gleich zu Beginn einen äußerst hohen Zuschlag. Los 4003 Burma Government of India. 10 Rupien 26.08.1918. PMG 25 Schätzpreis: € 1200,- Zuschlag: € 5800,- Von der Österreichisch-Ungarischen Bank erzielte das Los 4045 ein Höchstgebot von € 1050,- (Schätzpreis € 100,-). Los 4045 Los 4059 Rumänien Banca Nationale a Romaniei. 1000 Lei 22.IV.1920 III Schätzpreis: € 900,- Zuschlag: € 1150,- Gleich zwei Rote Hunderter übertrafen ihre Schätzpreise: Los 4200 (100 Deutsche Mark 1948, Schätzpreis € 1200,-) mit einem Zuschlag von € 1450,- und Los 4201. Los 4200 Los 4201 Bank Deutscher Länder 100 Deutsche Mark 1948, L/B, Roter Hunderter. II- Schätzpreis: € 800,- Zuschlag: € 1850,- Los 4306 Nebengebiete 10 Gulden 22.10.1923. III Schätzpreis: € 600,- Zuschlag: € 3700,- Los 4308 Nebengebiete 1000 Gulden 10.02.1924. I Schätzpreis: € 2500,- Zuschlag: € 5200,- Höhepunkt dieser Auktion war jedoch unbestritten das Titelstück aus den Nebengebieten: Nach einem spannenden Bietergefecht fand die Saarmark-Note 100 Mark 1947 einen neuen Besitzer. Los 4328 Nebengebiete Saarmark-Noten. 100 Mark 1947. II+ Schätzpreis: € 6000,- Zuschlag: € 10.000,- Die nächste Auktion kommt bestimmt! Wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Auktionen 104 & 105, die vom 13. bis 17. November 2023 stattfinden werden. Bei Interesse zu Einlieferungen von Münzen und Banknoten wenden Sie sich gerne an das Team der Emporium Hamburg Numismatik. Einlieferungsschluss ist der 24. Juli 2023. Emporium Hamburg Abteilung Numismatik Süderstraße 288 20537 Hamburg. Telefon: +49 40 25799-137 Fax: +49 40 25799-100 E-Mail: numisgruppe@emporium-hamburg.com Homepage: www.emporium-numismatics.com

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