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Österreich: Bereits 1949 war in Wien eine Internationale Gesellschaft für Papiergeldkunde geplant

Als zentrale Anlaufstelle für Banknotensammler aus aller Welt fungiert heutzutage die 1961 gegründete IBNS (International Banknote Society). Wenig bekannt ist, dass es bereits viel früher in Österreich Versuche gab, eine internationale Papiergeldorganisation ins Leben zu rufen. Davon zeugt heute nur mehr die als Titelbild dieses Beitrags gezeigte historische Einladung zum ersten Tauschabend der Internationalen Gesellschaft für Papiergeldkunde am 16. September 1949 und ein zeitgenössischer Bericht in der Zeitung „Die Weltpresse“.


Einladung zum Papiergeld-Tauschabend der "Internationalen Gesellschaft für Papiergeldkunde" am 16. September 1949 in Wien.


Zeitungsausschnitt zur Internationalen Gesellschaft für Papiergeldkunde,

(Weltpresse, 19.09.1949).


Die Pläne waren demnach sehr ambitioniert und beinhalteten die erstmalige Erstellung und Herausgabe eines Weltbanknoten-Katalogs, damals existierte noch kein solches Werk.

Dazu gab sogar schon eine Abbildung des Titels mit der Katalogbezeichnung „Hugl’s World Catalogue for Paper money and Philassignaty“.

Als (geplanter) Autor firmierte vermutlich Fritz Hugl, der als einer der Funktionäre der Gesellschaft genannt wird. Das Wort „Philassignatie“ ist eine eigene Wortschöpfung der Gesellschaft für das Sammeln von Banknoten, Notgeld und Lagergeld. Ihr gehörten zu diesem Zeitpunkt rund 400 Mitglieder an, zum größten Teil allerdings Münzensammler.


Die Pläne waren weitreichend, aber zu dem Katalog dürfte es nie gekommen sein und auch die Gesellschaft selbst sowie die laut Einladung geplanten wöchentlichen Sammlertreffen im Cafe Kraus, Wien VII, dürften nicht lange Bestand gehabt haben, denn man findet dann später keinerlei Hinweise mehr auf Aktivitäten einer Internationalen Gesellschaft für Papiergeldkunde. Das Ziel, Wien zu einem wichtigen Zentrum des Banknotensammelns zu machen, wurde damit leider verfehlt.


Johann Kodnar

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