Satzfehler im Titel des neuen Altdeutschland-Katalogs?


Im Forum "Banknotesworld" wurde eine Diskussion um einen Satzfehler im Titel des neu erschienenen Katalogs "Das Papiergeld der altdeutschen Staaten" geführt, zu der ich gern als Autor und im Namen des Verlags Stellung beziehen möchte.


Titel mit dem sog. "Schluss-s".
Titel mit dem sog. "langen s".

Um was geht es? Es geht um das "s" im Wort "altdeutschen"! Nach den alten Rechtschreibregeln für sog. gebrochene Schriften und Sütterlin ist an dieser Stelle eigentlich ein langes "s" zu verwenden und kein Schluss-s.

Warum hat der Verlag hier einen Fehler gemacht? Ist das niemandem aufgefallen?


Wir haben ganz bewusst den Titel mit dem viel leichter als solches zu lesenden „s“ geschrieben und nicht, wie es richtig gewesen wäre, mit dem langen „s“. 

Warum verstoßen wir damit bewusst gegen die alten Regeln von Schriften, die man heute jedoch kaum mehr nutzt? Wir haben das Buch für die Lebenden gemacht und nicht für die Toten, die die Regeln zu langem und Schluss-s noch in der Schule gelernt haben.


Leider haben viele heute sogar Probleme einfache Fraktur zu lesen, geschweige denn Sütterlin. Davon kann man auch Sammler nicht ausschließen, die mir z.B. immer wieder auch falsche Serien oder Firmenzeichen melden, nur weil sie das lange „s“ als „f“ interpretieren oder z.B. ein A als U. Das kenne ich seit vielen Jahren. Ich lasse mir u.a. auch deshalb in aller Regel oder bei Zweifeln zu jeder Meldung auch eine Kopie als Beleg schicken.


Wir wollten mit der Frakturschrift eine Brücke in die Zeit der altdeutschen Scheine spannen und auf der anderen Seite den Titel auch trotzdem noch für alle lesbar halten.

Anderenfalls hätte es wahrscheinlich zahlreiche Kritiken gegeben, dass dieser merkwürdige Buchstabe wohl ein Druckfehler sein muss und das dann ausgerechnet auch noch im Titel.

Der Titel in Fraktur mit dem falschen, aber allgemein bekannten, "s" ist somit nichts anderes als ein Entgegenkommen für die Leser von heute.


Hans-Ludwig Grabowski