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- Leserpost: Muster eines Kleingeldscheins aus Nienburg
Hallo Herr Grabowski, heute noch ein N46.1a. Nicht nur Scheine ohne KN sind Muster, sondern natürlich gerade die mit Perforation MUSTER (siehe Abbildungen). Nienburg (Weser), Muster zu 25 Pfennig ohne Datum (1917), Muster ohne KN und mit Muster-Perforation, Vorder- und Rückseite. Beste Grüße aus Berlin, T. Neldner Antwort der Redaktion Besten Dank! Im Katalog zu den deutschen Kleingeldscheinen hatte ich vermerkt, dass es sich bei Scheinen dieser Ausgabe ohne Kontrollnummer um Muster handelt. Sie haben natürlich recht, ganz eindeutig sind solche Stücke natürlich durch die entsprechende Perforation "MUSTER" zu identifizieren. Tieste führt dieses Muster unter 5105.05.01M auf. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 5+6: Deutsche Kleingeldscheine Amtliche Verkehrsausgaben 1916 – 1922 1. Auflage 2004 ISBN: 978-3-924861-85-8 976 Seiten, durchgehend farbig Broschur Preis: 59,80 Euro Mehr lesen
- Geldscheinporträts: Lenin – Zum 100. Todestag
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Wladimir Iljitsch Lenin (1920), Abb. gemeinfrei, restauriert mit KI. Man würde sarkastisches Gelächter ernten, wollte man heute ernsthaft vorschlagen, "Lenin" einer Reaktualisierung zu unterziehen. Sein Name ist untrennbar mit der „stalinistischen Wende“, dem roten Terror und den Leiden des „real existierenden“ Sozialismus verbunden. Doch jenseits propagandistischer Umdeutungen seines Lebens ist es auch heute, 100 Jahre nach seinem Tod, lehrreich, sich mit ihm zu beschäftigen. Wie kaum ein anderer hat er den Verlauf des 20. Jahrhunderts geprägt. Der junge Lenin Lenin - eigentlich Wladimir Iljitsch Uljanow - wurde 1870 in Simbirsk geboren. Im zaristischen, agrarisch geprägten, rückständigen Russland wuchs er in einer großbürgerlichen Intellektuellenfamilie auf. In seiner Jugend galt er als Musterschüler, legte seine Abschlussprüfungen mit Auszeichnung ab und war stets Jahrgangsbester. 1887 kam ein Bruch in sein Leben. Sein Bruder Alexander hatte als Student mit einer revolutionären Gruppe ein Attentat auf den Zaren vorbereitet. Der Plan flog auf und Alexander wurde hingerichtet. Die Familie Uljanow war fortan geächtet. Doch nicht nur der Tod seines Bruders prägte das Leben von Wladimir Iljitsch Uljanow, sondern auch die Lektüre marxistischer und sozialrevolutionärer Werke. Auch den exilierten Schriftsteller Nikolai Tschernyschewski, der für eine klassenlose Gesellschaft eintrat, verehrte Lenin sehr. In seiner Brieftasche trug er zeitlebens ein kleines Porträt von ihm. Lenin widmete sein Leben dem revolutionären Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft und die russische Zarenherrschaft. Lenins Schicksal als Revolutionär In den folgenden Jahren studierte Lenin Rechtswissenschaften in Kasan. Der Zugang zur Universität in St. Petersburg wurde ihm aufgrund der Vergangenheit seines Bruders verwehrt. Das Jurastudium war nur eine Nebenbeschäftigung. Unermüdlich setzte er sein Studium der marxistischen Theorie fort und beteiligte sich an Aufständen und Demonstrationen. Lenin begann auch eigene Schriften zu verfassen und tauschte sich mit politischen Mitstreitern wie Georgi Plechanow aus. 1895 gründete er den "Petersburger Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse". Als er im selben Jahr die illegale Zeitung "Die Sache der Arbeiter" vorbereitete, wurde er verhaftet. Das Urteil: 1000 Tage Verbannung nach Sibirien. Die Zeit in Sibirien versuchte er so produktiv wie möglich zu nutzen. In Sibirien heiratete er Nadeschda Krupskaja, eine politisch Gleichgesinnte, die ihn sein Leben lang begleiten wird. Im Exil Nach seiner Verbannung verließ Lenin wie viele andere russische Revolutionäre seine Heimat. Er ließ sich in München Schwabing nieder. Dort verfasste er eine seiner bekanntesten Schriften: "Was tun?". Darin beschäftigte er sich mit strategischen Fragen, die seine Erfahrungen mit der Repression im zaristischen Russland und seine Überlegungen zum Zustand der Sozialdemokratischen Partei Russlands widerspiegelten. In dieser Schrift kritisierte er vor allem die Strömungen, die er als ökonomistisch und syndikalistisch bezeichnete. Diese beschränkten sich auf den gewerkschaftlichen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in den Betrieben, während für Lenin auch der politische und theoretische Kampf von zentraler Bedeutung war. Lenins Ziel war es, die Ursache der Ausbeutung, das kapitalistische Lohnarbeitssystem, abzuschaffen. Seinen Parteigenossen warf er theoretische Beliebigkeit und Unschärfe vor. Lenin argumentierte, dass das revolutionäre Bewusstsein von außen in die Arbeiterschaft getragen werden müsse und forderte deshalb eine Kaderpartei mit Berufsrevolutionären. Diese Auseinandersetzungen blieben nicht ohne Folgen: Auf dem Parteitag der russischen Sozialdemokraten 1903 in London trieb Lenin die faktische Spaltung der Partei voran. Er bezeichnete seine Anhänger als "Bolschewiki" (Mehrheitsfraktion) im Gegensatz zu den "Menschewiki" (Minderheit). Als 1905 in Russland ein landesweiter Aufstand gegen das Zarenregime ausbrach, jubelte Lenin. Doch bald erkannte er, dass die Hoffnungen der Bolschewiki unbegründet waren und mahnte zur Geduld. Die Revolution scheiterte, der Zar war zu Reformen bereit und konnte das Volk besänftigen. Die nächsten Jahre verbrachte Lenin in Helsinki, Paris und Genf. Die politische Verfolgung zwang ihn zu ständigen Ortswechseln. Er widmete sich wieder verstärkt seinen marxistischen Studien. 1912 gab er die erste Ausgabe der "Prawda" (Wahrheit) heraus. 1916 veröffentlichte er die Schrift "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus". Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs schockierte Lenin. Mit Bestürzung nahm er die „vaterländische Linie“ der sozialdemokratischen Parteien Europas zur Kenntnis. Lenin vermutete zunächst sogar, dass die Ausgabe des "Vorwärts", der von der SPD herausgegebenen Tageszeitung, die über die Zustimmung der Sozialdemokraten im Reichstag zu den Kriegskrediten berichtete, eine Fälschung der Ochrana, der russischen Geheimpolizei, sei, um die russischen Arbeiter zu täuschen. Er erkannte jedoch, dass im Chaos des Weltkrieges die Chance für eine Revolution liegen könnte. Reise im plombierten Wagen Februar 1917: Der Krieg hat seine Spuren hinterlassen. Russland befand sich in einer desolaten Lage, Unzufriedenheit machte sich breit. Die Proteste sind nicht mehr einzudämmen. Schließlich musste der Zar abdanken. Es bildete sich eine Doppelregierung aus Duma und Petrograder Sowjet. Lenin war als halb-anonymer politischer Emigrant in Zürich gestrandet. Er hatte keine verlässlichen Kontakte nach Russland und erfuhr von den Ereignissen hauptsächlich aus der Schweizer Presse. Der Niedergang der Bolschewiki, die während des Krieges nicht zum Kampf gegen die Deutschen, sondern gegen die eigene Regierung aufgerufen hatten, und die Verfolgung durch die Ochrana hatten tiefe Spuren hinterlassen. Aber Lenin erkannte sofort die revolutionäre Veränderung. Er wusste, wenn er diesen Moment nicht nutzte, war die Chance vertan, vielleicht für Jahrzehnte. Er drängte auf eine Wiederholung der Februarrevolution. Sogar das Zentralkomitee seiner eigenen Partei machte sich über ihn lustig. Nach der bürgerlichen Revolution und dem Sturz des Zaren war Russland eines der demokratischsten Länder Europas mit einem beispiellosen Maß an Massenmobilisierung, Organisations- und Pressefreiheit. Doch Lenin blieb hartnäckig und verschriftlichte seinen Aufruf später in den sogenannten "Aprilthesen", in denen er unter anderem die Beendigung des Krieges, den Sturz der Regierung und „Alle Macht den Sowjets“ forderte. Dazu musste Lenin allerdings erst nach Russland reisen. Die Triple Entente lehnte seinen Visumsantrag ab. Erst das deutsche Auswärtige Amt ermöglichte die Reise. In einem Telegramm an die Oberste Heeresleitung schrieb dies: „Da wir ein Interesse daran haben, dass der Einfluss des radikalen Flügels in Russland die Oberhand gewinnt, erscheint eine eventuelle Durchreiseerlaubnis durch Deutschland angezeigt“. Am Nachmittag des 9. April 1917 fuhr der Zug mit dem russischen Revolutionär und seinem Gefolge von Zürich über Mannheim, Frankfurt am Main und Berlin und erreichte am 10. April Saßnitz auf Rügen. In Petrograd wurde Lenin von seinen Anhängern empfangen. Seine "Aprilthesen" verbreiteten sich schnell. Als ihm ein Hochverratsprozess drohte, tauchte Lenin unter. Er setzte seine Aktivitäten aber intensiv fort. Die Auflage der "Prawda" stieg auf über 100.000 Exemplare. Lenin gelang es mehr und mehr, seine Parteigenossen von seinen Plänen zu überzeugen. Die Bolschewiki bereiteten nun den bewaffneten Aufstand vor, ihr zentraler Stratege war Leo Trotzki. Der eigentliche Umsturz im Oktober 1917 verlief dann friedlicher als erwartet, die Garnisonen waren nicht bereit, die bürgerliche "Februarregierung" zu verteidigen. Am 8. November 1917 verkündete Wladimir Iljitsch Lenin die Umsturzdekrete, darunter das "Dekret über den Frieden", das Friedensverhandlungen mit den Mittelmächten ankündigte und zum Friedensvertrag von Brest-Litowsk führte. Nach der Revolution Lenin wurde zum Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare gewählt. Die zentrale Frage war nun die Stabilisierung und Durchsetzung gegen die Gegner der Revolution. Dabei ging Lenin mit aller Härte vor, schreckte nicht davor zurück, Exempel zu statuieren und Hinrichtungen anzuordnen. Schon im Januar 1918 begann der Bürgerkrieg. Im ganzen Land kämpften bewaffnete Gruppen gegen die Pläne der Bolschewiki. Hauptgegner war die „Weiße Armee“ aus ehemaligen Offizieren, die für eine Militärregierung oder die Wiederherstellung der Monarchie eintraten. Unterstützt wurden sie von Teilen der Landbevölkerung, die sich durch die Bodenreform benachteiligt fühlten. Ein wesentlicher Faktor für den Sieg der Bolschewiki war der Aufbau der "Roten Armee", die Trotzki ab Januar 1918 organisierte. Dabei griff er auf ehemalige zaristische Offiziere als Berater zurück, deren Familien er als Geiseln nehmen ließ, um sich ihre Loyalität zu sichern. Am 29. Mai 1918 wurde die Wehrpflicht wieder eingeführt, Rangabzeichen, militärische Grußformen, Disziplinarstrafen bis hin zur Todesstrafe kamen hinzu. Trotzki erwies sich als begnadeter Militärstratege, der mit seinem berühmten Eisenbahnzug von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz eilte. Lenin war bereit, die Revolution mit eisernem Willen zu verteidigen. Der von Lenin geleitete Rat der Volkskommissare hielt es für notwendig, „die Sowjetrepublik von den Klassenfeinden zu säubern und sie deshalb in Konzentrationslagern zu isolieren. Alle Personen, die mit weißgardistischen Organisationen, Verschwörungen und Aufständen in Verbindung stehen, sind zu erschießen“. Der „rote Terror“ begann. Die Geheimpolizei Tscheka wurde gegründet und mit weitreichenden außergerichtlichen Vollmachten ausgestattet. Die Todesstrafe, die die Bolschewiki wie alle sozialistischen Parteien bis dahin konsequent abgelehnt hatten, wurde zum normalen Mittel der Unterdrückung sogenannter "Klassenfeinde". Wer als Klassenfeind galt, war unklar. Im Juni 1918 wurden auch Sozialrevolutionäre und Menschewiki zu „Konterrevolutionären“ erklärt. Die Sozialrevolutionärin Fanny Kaplan verübte schließlich im August 1918 ein Attentat auf Lenin. Sie hielt ihn für einen „Verräter der Revolution“. Lenin erholte sich nie ganz von diesem Attentat. Die Kugel wurde erst 1922 aus seinem Hals entfernt, das Blei vergiftete ihn immer mehr. 1922 erlitt er einen ersten Schlaganfall. Schon vor seinem Tod gab es Ansätze zu einem Personenkult um ihn, der ihm sehr zuwider war. Die wachsende Macht Josef Stalins bereitete ihm Sorgen: „Genosse Stalin hat, indem er Generalsekretär geworden ist, eine unermessliche Macht in seinen Händen konzentriert, und ich bin nicht überzeugt, dass er es immer verstehen wird, mit dieser Macht vorsichtig genug umzugehen.“ Als Nachfolger hielt er ihn für ungeeignet: „Stalin ist zu grob.“ Er beklagte auch die Bürokratisierung. Beides – Stalin und Bürokratie – konnte Lenin nicht mehr verhindern. Am 21. Januar 1924 starb Wladimir Iljitsch Lenin im Alter von nur 53 Jahren. Nach seinem Tod entwickelte sich ein Personenkult um ihn. Sein Leichnam wurde einbalsamiert, ein Mausoleum errichtet. Er wurde in eine Reihe mit Karl Marx und Friedrich Engels gestellt. Staatsbank der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken: 3 Tscherwonez von 1937 mit Porträt von Wladimir Iljitsch Lenin, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. Im heutigen Russland spielt Lenin keine große Rolle mehr. Sein Erbe ist verblasst, von kommunistischen Visionen ist wenig zu spüren. Für Putin dient Lenins Politik als Feindbild, um den Krieg in der Ukraine zu rechtfertigen. Er behauptet sogar, Lenin und die Bolschewiki hätten den ukrainischen Staat erst geschaffen. Elias Heindl
- Europäische Währungsunion: Produktion von Euro-Banknoten 2025
Kürzlich hat die Europäische Zentralbank Informationen zu der für 2025 geplanten Produktion von Eurobanknoten veröffentlicht. Insgesamt sollen 3.421.500.000 Euro-Banknoten im Gesamtwert von 70.129.500.000 Euro gedruckt werden. Dies ist der niedrigste Wert seit der Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002, und auch die Anzahl der Banknoten ist im Vergleich zu 2002 am niedrigsten. Für das Jahr 2025 hat die EZB die Produktion der 5-Euro-Banknoten an die Zentralbanken Griechenlands und Spaniens vergeben. Da die Banknoten in diesen Ländern sicherlich "vor Ort" gedruckt werden, werden die Kontrollnummern voraussichtlich mit den Buchstaben Y und V beginnen. Für 2025 ist eine Auflage von 495 Millionen 5-Euro-Banknoten geplant. Mit der Produktion der 10-Euro-Banknoten hat die EZB die Zentralbanken von Belgien, Deutschland, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich und Portugal beauftragt. Belgien, Österreich und Portugal werden sicherlich wieder "im Land" drucken und die Kontrollnummern sollten deshalb mit Z, N und M beginnen. Deutschland, Kroatien, Lettland und Litauen haben sich zu einer Beschaffungsgemeinschaft zusammengeschlossen. Soweit bekannt, ist die Auftragsvergabe noch nicht abgeschlossen. Mal sehen, welche Druckereien den Zuschlag bekommen. Die geplante Auflage der 10-Euro-Banknoten beträgt 1.016.400.000 Stück. Die Produktion der 20-Euro-Banknoten wurde von der EZB an die Zentralbanken Deutschlands, Estlands, Irlands, Frankreichs, Italiens, Zyperns, Luxemburgs, Maltas, der Niederlande, Sloweniens, der Slowakei und Finnlands vergeben. Die geplante Auflage beträgt 1.267.100.000 Stück. Die Produktion der 50-Euro-Banknoten wurde an die Zentralbanken von Spanien, Frankreich und Italien vergeben. Wir dürfen uns also auf weitere druckfrische Euro-Banknoten mit den Buchstaben V, U und S freuen. Geplant ist eine Auflage von 643 Millionen Stück. Für 2025 ist NICHT geplant, Banknoten im Wert von 100 und 200 Euro zu drucken. Diese beiden Nennwerte wurden/werden in den Jahren 2022, 2023 und 2024 in relativ großen Stückzahlen hergestellt. Die Aufträge hierfür wurden von der EZB jeweils nur an die Bundesbank vergeben. Ralf Faust
- Soldat, ergib Dich! – Drei ukrainische Propaganda-Noten
Der Werchowna Rada, der ehemalige Oberste Sowjet der Ukraine, erklärt am 24. August 1991 die Unabhängigkeit des Landes, die durch ein Referendum am 1. Dezember 1991 von der Bevölkerung bestätigt wurde. Russland, Belarus und die Ukraine gründeten am 8. Dezember 1991 als „Nachfolge-Organisation“ der UdSSR die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).[1] Ziel der Gemeinschaft war die Pflege eines gemeinsamen Wirtschafts- und Sicherheitsraumes. Nach dem Zerfall der UdSSR wandten sich die osteuropäischen Staaten dem Westen zu, wurden Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Anfang der 2000er-Jahre nahm auch in der Ukraine das Interesse zu, sich dem Westen zu nähern. Zwischen dem 21. November 2013 und 26. Februar 2014 gingen Hundertausende auf dem Majdan Nesaleschnosti („Platz der Unabhängigkeit“) in Kiew auf die Straße und protestierten gegen die überraschende Erklärung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu unterzeichnen. Die blutigen Proteste führten schließlich zur Amtsenthebung des pro-russischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch und zu vorzeitigen Präsidentenwahlen. Die Schwäche der ukrainischen Führung nutzte im Frühjahr 2014 Russland, um die ukrainische Krim zu besetzten und die Halbinsel am 18. März 2014 zu annektieren.[2] Der Bruch völkerrechtlicher Verträge, wie des Budapester Memorandums von 1994 über die Achtung der bestehenden Grenzen der Ukraine sowie weiterer Grundsätze der KSZE-Schlussakte von 1975, der Charta von Paris 1990 und der NATO-Russland-Grundakte von 1997 durch Russland erzeugte eine internationale Krise. Auch der 2008 verlängerte russisch-ukrainische Freundschaftsvertrag garantierte die Grenzen der Ukraine. In Resolution 68/262 der UN-Generalversammlung wurde am 27. März 2014 die territoriale Integrität der Ukraine und die Ungültigkeit des von Russland initiierten Referendums festgehalten und die friedliche Beilegung des Konflikts gefordert. Acht Jahre nach der Annexion der Krim erreichten die Spannungen ihren vorläufigen Höhepunkt. Am 24. Februar 2022 geschah das, was westliche Mächte mit Gesprächen und den Androhungen von Sanktionen verzweifelt zu verhindern versucht hatten: Präsident Wladimir Putin ließ russisches Militär in die Ukraine einmarschieren – drei Tage nachdem er die Unabhängigkeit der selbsternannten ostukrainischen „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk anerkannt hatte. Dieser Schritt ermöglichte die Anordnung der militärischen Operation zur Unterstützung der pro-russischen Separatistenführer im Donbass. Seitdem dauert der Angriffskrieg Russlands – von Putin verharmlosend „Spezialoperation“ genannt – mit zunehmender Härte und Zerstörung an. Der britische Militärgeheimdienst geht von 220 – 280.000 getöteten bzw. verwundeten russischen Soldaten aus, während auf ukrainischer Seite nach US-amerikanischen Schätzungen 100 – 120.000 Soldaten verwundet oder getötet wurden. Die genauen Opferzahlen sind unbekannt. 13,7 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer verließen nach Angaben des UNHCR ihr Land. 6,4 Millionen von ihnen sind zwar in der Zwischenzeit wieder zurückgekehrt, aber mehr als 7 Millionen Zivilisten sind innerhalb der Ukraine vor dem Krieg auf der Flucht. Nato- und EU-Staaten beschlossen umfangreiche Sanktionen gegen Russland und liefern humanitäre Hilfsgüter und Waffen zur Verteidigung des Landes. Die Ukraine wehrt sich nicht nur mit Waffen, sondern auch mit psychologischen Mitteln. In den vergangenen Wochen wurden in einer Internet-Auktion sog. ukrainische Propaganda-Scheine zum Kauf angeboten. Bei den drei Scheinen handelt es sich um nachempfundene Banknoten der Bank von Russland, und zwar um 1000- und 5000-Rubel-Scheine mit der Jahreszahl 1997 und dem 2000-Rubel-Schein von 2017. Die Originale wurden in der Wertzeichendruckerei Goznak in der Größe 157 x 69 mm auf Papier mit Wasserzeichen und gefensterten Sicherheitsstreifen gedruckt. Abb. 1.1/2: Propaganda-Note zu 1000 Rubel, Vorder- und Rückseite. Abb. 2.1/2: Bank von Russland, 1997, 1000 Rubel, Vorder- und Rückseite. Die Vorderseite des 1000-Rubel-Scheins zeigt im mittleren Feld links die Statue des Fürsten Jaroslaw dem Weisen und rechts die Kapelle „Unserer Lieben Frau“ in Kasan mit der Mauer des Jaroslawler Kremels im Hintergrund. Das Wappen in OVI-Druck bildet einen stehenden Bären mit einer Hellebarde ab. Auf der Rückseite ist die Kirche „St. Johannes des Täufers“ und der Glockenturm in Jaroslawl zu sehen. Abb. 3.1/2: Propaganda-Note zu 2000 Rubel, Vorder- und Rückseite. Abb. 4.1/2: Bank von Russland, 2017, 2000 Rubel, Vorder- und Rückseite. Im Mittelpunkt des Wertes zu 2000 Rubel findet sich auf der Vorderseite die Abbildung einer Schrägseilbrücke in Wladiwostok und auf dem rechten Schaurand ein Gebäude der Universität, während die Rückseite eine Rakete auf der Startrampe des Kosmodrom Wostotschny im Oblast Amur und eine Karte des östlichen Russlands zeigt. Abb. 5.1/2: Propaganda-Note zu 5000 Rubel, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: Bank von Russland, 1997, 5000 Rubel, Vorder- und Rückseite. Die 5000-Rubel-Banknote zeigt im mittleren Feld der Vorderseite die Statue des Staatsmannes Nikolaj Nikolajewitsch Murawjow-Amurski, rechts davon der Turm in Chabarowsk mit einem Handelsschiff, sowie das Wappen von Chabarowsk in einem kaminrot-grünem OVI. Auf dem linken Schaurand oben das OVI-Banksiegel. Die Rückseite zeigt eine Autobrücke über den Amur. Die Propaganda-Scheine weisen nur geringfügige Veränderungen gegenüber den Originalnoten auf. Die Aufschrift „БИЛЕТ БАНКА РОССИИ“ (BANKNOTE DER BANK VON RUSSLAND) am oberen Rand wurde in „СОЛДАТ, СДАВАЙСЯ!“ (SOLDAT, ERGIB DICH!) abgewandelt. Dieser Aufdruck erscheint auch auf der Rückseite am oberen Rand. Auf Vor- und Rückseite wurde auf dem jeweiligen linken Schaurand der zusätzliche vierzeilige Text „зто не твоя война. / получишъ денъги и / международный / иммунтет." aufgedruckt, der übersetzt „Es ist nicht Ihr Krieg. Sie bekommen Geld und internationale Immunität.“[3] lautet. Auf dem gegenüber liegenden Schaurand findet sich ebenfalls vierzeilig der folgende Text: „+38 099 669 79 79 / (Whatsapp, Signal, / Telegram, Viber) / 24savelife@gmail.com“. Die Scheine haben die gleichen Maße wie die Originale, sind jedoch auf glattem Papier hergestellt. Über die Urheber der Propagandadrucke ist leider nichts bekannt, da keine zusätzlichen Druckangaben gemacht wurden. Sie können sowohl aus „offizieller“ Quelle stammen als auch private Erzeugnisse sein. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Am 21. Dezember 1991 schlossen sich mit Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldau, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan acht weitere ehemalige Sowjetrepubliken der neuen Gemeinschaft an. 1993 trat auch Georgien dem Bund bei. Damit bestand die Gemeinschaft aus zwölf der ehemaligen 15 Sowjetrepubliken. Die drei baltischen Staaten – Litauen, Lettland und Estland – hielten sich von Anfang an der GUS fern. 2009 trat Georgien und 2018 die Ukraine wieder aus und Turkmenistan ist seit 2005 nur noch beigeordnetes Mitglied. Vgl. (08.01.2024). [2] Ein Blick auf die Geschichte der Krim-Halbinsel zeigt ein verworrenes Bild der staatlichen Zugehörigkeiten. Im Zuge der Auflösungserscheinungen der Goldenen Horde entstand um 1430 das Krim-Khanat, das bereits um 1475 unter osmanische Herrschaft kam, jedoch eine gewisse Autonomie behielt. Ende des 17. Jahrhunderts begannen erste russische Versuche, die Herrschaft über die Halbinsel zu erlangen. Erst am 8. April 1783 übernahm Zarin Katharina II. formell die Halbinsel. Nach dem Friedensschluss von Brest-Litowsk wurde am 3. März 1918 auf der Krim die Sowjetische Sozialistische Republik Taurien ausgerufen. Im Russischen Bürgerkrieg hielten die Weißen Garden die Halbinsel besetzt. Nach der Niederlage General Wrangels marschierte die Rote Armee ein und 1921 wurde die Krim zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik im Rahmen der Russischen Sozialistischen Förderration Sowjetrepublik (RSFSR). Die Deportation der Krimtataren im Mai 1944 schuf die Voraussetzungen, den Autonomiestatus aufzuheben. Seit dem 30. Juni 1945 bildete die Krim nur noch eine Oblast innerhalb der RSFSR. Nach dem Tod Stalins wurde 1954 die Krim der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik übergeben. Nach der Auflösung der UdSSR sprachen sich am 17. März 1991 in einem Referendum 93 % der Krimbewohner für eine Wiedergründung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) und dem Verbleib in der Sowjetunion aus. Im Referendum vom 1. Dezember 1991 über die Unabhängigkeit der Ukraine stimmten auch in der ASSR 54 % der Wähler mit Ja. Das Parlament der Krim sprach sich dagegen für eine Unabhängigkeit der Halbinsel aus. Am 30. Juni 1992 schließlich erhielt die Krim weitreichende Autonomierechte bezüglich Finanzen, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Recht. Außen-, Verteidigungs- und Währungspolitik blieben bei Kiew. Nach der Besetzung durch russische Truppen sprachen sich nach russischen Angaben am 16. März 2014 96,77 % der Wähler bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 % für den Anschluss an Russland aus. Am 18. März informierte der russische Präsident Wladimir Putin die Öffentlichkeit über das Beitrittsgesuch der Republik Krim zur Russischen Föderation. Noch am selben Tag unterzeichnete Putin zusammen mit dem Ministerpräsidenten der Republik Krim Sergei Aksjonow, dem Parlamentsvorsitzenden Wladimir Konstantinow sowie dem Vorsitzenden des Koordinationsrates zur Organisation der Stadtverwaltung von Sewastopol, Alexei Tschaly, den Beitrittsvertrag der Krim zu Russland. Die Krim ist für Russland von besonderer Bedeutung, da Sewastopol der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte ist. Abb. Propagandascheine: Uwe Bronnert, Banknoten der Bank von Russland: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de
- Außergewöhnlicher Hortfund: Rationierungsbelege der DDR für den "Dritten Weltkrieg"
Manchmal gibt es sie doch, die außergewöhnlichen Funde, die auf außergewöhnlichen Geschichten beruhen! Bereits kurz nach dem Ende der DDR machten Gerüchte über Lebensmittelkarten die Runde, die angeblich für den "Dritten Weltkrieg" vorbereitet waren. Lange blieb es nur bei Gerüchten, viele haben davon gehört, doch keiner hat solche Stücke wirklich einmal in Händen gehalten. Dann tauchten erste Scheine auf Flohmärkten auf und in Heft 7/2000 von "Der Geldscheinsammler" konnten dann sechs verschiedene Rationierungsbelege vorgestellt werden, die für den Einsatz auf dem Gebiet der DDR in Krisen- und Kriegszeiten vorbereitet und in jedem DDR-Bezirk eingelagert waren. Nach Wende und Wiedervereinigung waren die meisten dieser zeitgeschichtlich so interessanten Belege vernichtet worden. Anfang der 1990er-Jahre sollten ausgerechnet ABM-Kräfte (ABM = Arbeitsbeschaffungs-maßnahme) die ehemalige Außenstelle der Zivilverteidigung der DDR für den Bezirk Magdeburg in Wanzleben räumen, der zu DDR-Zeiten der Staatssicherheit unterstellt war. Hier entdeckte ein Mann merkwürdige Pakete, die noch verplombt waren. Er öffnete ein Paket und zum Vorschein kamen weitere Pakete, die seltsame Scheine enthielten. Er konnte zwar nicht auf einen möglichen Verwendungszweck schließen, aber der offiziell wirkende Druck mit der Staatsbezeichnung der DDR und dem Papier mit Wasserzeichen weckte dann doch genug Interesse, um die Pakete nicht wie vorgesehen zu vernichten, sondern in Sicherheit zu bringen und damit für die Nachwelt zu bewahren. Kürzlich fand in einer Scheune bei Wanzleben eine Haushaltsauflösung statt. Ein Antik-Händler aus der Gegend war auf der Suche nach alten Stühlen, doch was er fand, das verschlug ihm die Sprache. Ein großes verschnürtes und verplombtes Paket mit der Aufschrift "VII-5-09" sowie 19 Einzelpakete zu je 1000 Scheine mit der Aufschrift "VII-F-5". Die "VII" steht für den ehemaligen DDR-Bezirk Magdeburg, die Nummer "5" steht für die Karte 5 (TW = Tabakwaren), die "09" auf dem großen Paket für neun Einzelpakete mit je 1000 Karten. Insgesamt also 28.000 Tabakwaren-Karten der DDR, die in einem möglichen "Dritten Weltkrieg" für den Bezirk Magdeburg vorgesehen waren und der Vernichtung nur knapp entgangen sind. Neben der Karte F-5 für Tabakwaren (TW) gab es z.B. auch die Grundkarten F-1 (GK) und die Karten F-4 für Kleidung und Textilien (KT) sowie F-6 für Verbrauchsmittel (VM). Heute werden die Rationierungsbelege der DDR für den "Dritten Weltkrieg" mit bis zu 50 Euro pro Stück gehandelt. Würde man eine solch große Anzahl auf den Markt werfen, dann würde der Wert dieser Tabak-Karten rapide fallen. Wir haben dem glücklichen Besitzer deshalb empfohlen, sich an das DDR-Museum in Berlin zu wenden oder auch an andere DDR-Museen. Diese würden bestimmte gerne solch historisch interessante Stücke – noch dazu in Original-Paketen – ausstellen. Ein kleinerer Teil wird sicher auch auf dem Sammlermarkt willkommen sein. Hans-Ludwig Grabowski
- Stadt Langensalza: Goldmark-Notgeld von 1923
Ab 23. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung Kommunen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese Anleihe gedeckt war. Das Notgeld musste nominal auf 4,20 Mark Gold oder kleiner lauten. Die Scheine mussten neben der Bezeichnung „Notgeldschein“ den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Die Reichsgoldanleihe wurde daraufhin in beträchtlichem Umfange von Städten erworben, bei der Reichsbank hinterlegt und zur Deckung ihrer eigenen wertbeständigen Notgeldausgaben verwendet, so auch in der Stadt Langensalza in Thüringen. Stadt Langensalza, wertbeständige Notgeldscheine über 5 und 50 Goldpfennig (Dezember- Reihe, ausgestellt am 10. Dezember 1923) sowie 0.21, 1.05 und 2.10 Goldmark (November- Reihe, ausgestellt in Langensalza am 30. November 1923). Stadt Langensalza, wertbeständiger Notgeldschein über 2,10 Mark-Gold = 1/2 Dollar vom 30. November 1923. Einen mengen- und wertmäßig erheblichen Umfang hatte das Goldmarknotgeld der kleinen Stadt Langensalza. Dort wurden am 15. und 30. November 1923 und am 10. Dezember 1923 insgesamt vier Reihen in den Verkehr gebracht; drei Reihen im November, die in den Nennwerten auf den Dollar abgestellt waren (21, 42 Goldpfennige sowie 1.05, 2.10, 4.20 und 8.40 Goldmark) sowie eine Reihe im Dezember, die auf die Mark abgestellt war (5, 10, 20, 50 Goldpfennige sowie 1, 2, und 5 Goldmark). Nach den Archivakten der Stadt betrug die Gesamtauflage der Notgeldemission rund 170.000 Goldmark. Im "Langensalzaer Allgemeinen Anzeiger" vom 18. Dezember 1923 heißt es zur mehrfachen Verschiebung der Einlösung des wertbeständigen Notgelds über den ursprünglich vorgesehenen 15. Dezember 1923 hinaus: „Nach einer Verordnung des Reichskabinetts soll der Aufruf der wertbeständigen Notgelder nicht vor Mitte Januar 1924 stattfinden, weil das Reichsfinanzministerium befürchtet, dass bei Aufruf vor vollständiger Ausgabe der Rentenmark sich sofort ein fühlbarer Mangel an Kleingeld bemerkbar machen würde. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat / Battenberg Gietl Verlag Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Leserpost: Druckproben von Bodenwerder
Hallo Herr Grabowski, zu den Scheinen Bodenwerder in Ihrem Katalog B.71.17 (Wz. schlecht bestimmbar) habe ich vier Scheine mit Raster ohne KN aber mit Perforation DRUCKPROBE gefunden. Könnte evtl. interessant für Sie sein. Scans natürlich anbei. Bodenwerder a. W., Stadt, Druckprobe zum Kleingeldschein über 20 Pfennig vom 1. November 1920 mit Perforation, ohne Kontrollnummer, Vorder- und Rückseite. Bodenwerder a. W., Stadt, Druckprobe zum Kleingeldschein über 25 Pfennig vom 1. November 1920 mit Perforation, ohne Kontrollnummer, Vorder- und Rückseite. Bodenwerder a. W., Stadt, Druckprobe zum Kleingeldschein über 50 Pfennig vom 1. November 1920 mit Perforation, ohne Kontrollnummer, Vorder- und Rückseite. Bodenwerder a. W., Stadt, Druckprobe zum Kleingeldschein über 75 Pfennig vom 1. November 1920 mit Perforation, ohne Kontrollnummer, Vorder- und Rückseite. Beste Grüße aus Berlin, T. Neldner Antwort der Redaktion Wie für Banknoten und Staatspapiergeld gab es auch für Notgeldscheine Muster und Probedrucke. Es ist natürlich immer etwas Besonderes, wenn ein Sammler neben den normalen Umlaufstücken auch solche oft seltenen Muster und Proben in seine Sammlung aufnehmen kann. Vielfach wurde sogar gefordert, alle Muster in die Kataloge aufzunehmen, wie z.B. in meinen Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871". Das ist kaum möglich, schon gar nicht bei Notgeldausgaben, da solche Stücke nur gelegentlich auftauchen. Bodenwerder an der Weser (ehemals Provinz Hannover) gab in der Zeit von 1917 bis 1921 eine Vielzahl verschiedener Kleingeldscheine heraus. In der vorliegenden Ausführung gibt es Scheine mit den Wasserzeichen Schippen bzw. verflochtene Quadrate. Die Wasserzeichen sind bei den Kleingeldscheinen tatsächlich oft schwer zu bestimmen. Ich habe diese Ausgaben in meinem Katalog der deutschen Kleingeldscheine unter B71.17 und B71.18 aufgeführt. Nach Ihren Angaben wären die Probedrucke unter B71.17 einzuordnen, also mit dem Wasserzeichen Schippen. Tieste führt diese Scheine ohne Kontrollnummer in seinem Katalog unter 0800.05.095-098.1, ich unter B71.17.III i-l auf. Ihre Scheine haben außer der fehlenden Kontrollnummer auch die Perforation "DRUCKPROBE". Ich habe dies im Katalog vermerkt. Vielen Dank für den Hinweis und die Bilder! Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 5+6: Deutsche Kleingeldscheine Amtliche Verkehrsausgaben 1916 – 1922 1. Auflage 2004 ISBN: 978-3-924861-85-8 976 Seiten, durchgehend farbig Broschur Preis: 59,80 Euro Mehr lesen
- 1. Teutoburger e-live-Auktion: Vorschau
Vom 19. bis 22. Februar 2024 (immer ab 17 Uhr) findet die 1. Teutoburger e-live-Auktion statt. Angeboten werden über 2.700 Lose, unter anderem Münzen von der Antike bis zur Gegenwart, Medaillen, numismatische Fachliteratur, Orden und Ehrenzeichen, Briefmarken und natürlich auch Papiergeld. Vorbesichtigung ab 29. Januar 2024 nach Terminvereinbarung! Hier geht es direkt zur Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/auktion/10095/#6894 Hier geht es direkt zum Papiergeld-Teil der 1. Teutoburger e-live-Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/10095/seite/1/?lot_range=6894-7225 Als Auktionsvorschau stellen wir hier eine kleine Auswahl an Geldscheinen vor, die zur Versteigerung stehen. Los 6894 China, Pick AA10, Kuan o.J.(1368/1398). Kaiser Tai Zu, Epoche Hong Wu. Maulbeerbaum-Papier. Smith/Matravers T36-20. Eine der frühesten Banknoten der Welt. Erh. IV, Einrisse. Ausruf: 300 Euro Los 6903 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948, Ro 234b, (WBZ-3b) 2 Deutsche Mark, Austauschnote 1948. Serie G/G. III- / IV+, äußerst selten Ausruf: 750 Euro Los 6904 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948, Ro 236 b (WBZ-4b), 5 Deutsche Mark Austauschnote, Serie 1948. Kennbuchst. G, Serie G (Patte 62). III, äußerst selten Ausruf: 2.000 Euro Los 6909 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948, Ro 268a (BRD-12a), 1000 Deutsche Mark 2.1.1960. Serie W/A. PMG Grading 55 About Uncirculated. Ausruf: 1.000 Euro Los 6942 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Bergisch Gladbach (Rheinland) Stadt, Dießner 051.2, 5 Bio. Mark 5.9.1923. Wz. Schleifenkreuz I- Ausruf: 150 Euro Los 7012 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Brilon (Westfalen) Kreissparkasse, Dießner 087.2, 5 Bio. Mark 25.09.1923. I- bis II+ Ausruf: 100 Euro Los 7088 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Köln (Rheinland) Stadt, Dießner 382.3d, 10 Bio. Mark 1.11.1923. Wz. Mauerwerk, Serie A. III Ausruf: 100 Euro Los 7168 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Neustadt an der Haardt (Pfalz) Stadt, 1 Bio. Mark 10.10.1923. Gültig bis 25.12.1923. Wz. „gegenüber“. III, selten Ausruf: 150 Euro Los 7183 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, Pfarrkirchen (Bayern) Bezirkssparkasse, Dießner 575.1, 2, 3, 4, 4 Scheine zu 1, 5, 10 u. 20 Bio. Mark November 1923. Gedruckte Schecks auf die Städtische Sparkasse, ohne Wz. I-II Ausruf: 200 Euro Los 7194 Banknoten, Deutsches Notgeld und KGL, St. Goarshausen (Hessen-Nassau) Kreisausschuss, Dießner 625, 2 x 1, 5, 10 und 20 Bio. Mark 22.10.1923. Ohne Wz. I-II Ausruf: 150 Euro Hier geht es direkt zur Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/auktion/10095/#6894 Hier geht es direkt zum Papiergeld-Teil der 1. Teutoburger e-live-Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/10095/seite/1/?lot_range=6894-7225 Teutoburger Münzauktion GmbH https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Hochdruck
Der Hochdruck oder auch Buchdruck ist ein Druckverfahren, bei dem nur die höher liegenden Teile der Druckform eingefärbt werden und drucken. Ist die Druckform eben, spricht man auch vom Flachdruck (nicht zu verwechseln mit dem chemischen Druckverfahren Flachdruck) im Gegensatz zum Rotationsdruck mit zylindrischer Druckform. Der Hochdruck lässt sich vom Tiefdruck dadurch unterscheiden, dass er auf dem Papier Druckstellen hinterlässt, so dass also der druckende Teil eingedrückt erscheint, während beim Tiefdruck der druckende Teil durch die aufliegende Farbe auf dem Papier erhoben und oft reliefartig erscheint. Der Hochdruck ist das älteste Druckverfahren. Alle frühen Geldscheine wurden mit diesem Verfahren hergestellt, teilweise noch mit Hilfe von Holzschnitten. Die Art des einseitigen und einfarbigen Druckes von Geldscheinen hat sich auch trotz der Verbesserung der Techniken und dem Wechsel zum Tiefdruck vereinzelt noch bis in unsere Zeit erhalten. So waren die englischen Banknoten bis nach dem Zweiten Weltkrieg einseitig und in Schwarzdruck hergestellt. Bank of England: 5 Pounds vom 5. November 1945, ausgeführt in einfachem Hochdruck (Schwarzdruck), Vorder- und Rückseite. Deutsche Bundesbank: 100 Deutsche Mark vom 2. Januar 1980, Vorder- und Rückseite. Anfang des 19. Jahrhunderts gewann der Tiefdruck, vor allem der Kupfertiefdruck und später der Stahltiefdruck, immer mehr an Bedeutung. Obwohl der Tiefdruck exakter und fälschungssicherer ist, konnte er bei der Geldscheinherstellung den preisgünstigeren und schnelleren Buchdruck nie ganz verdrängen. Als der Geldschein im 20. Jahrhundert zum bedeutendsten Zahlungsmittel wurde, erlebte der Buchdruck bei der Papiergeldherstellung sogar eine Renaissance. Neue Technicken wurden entwickelt, so der indirekte Buchdrucl, bei dem, ähnlich wie beim Offsetdruck, der Druck nicht direkt auf das Papier, sondern erst auf ein Gummituch des Hauptzylinders und von diesem auf das Papier erfolgt (Beispiel: Die Banknoten der Deutschen Bundesbank). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. 5 Pounds: Sammlung Schilde, 100 DM: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Das Wichtigste im Leben?
Zitate rund ums Geld und Diese Welt: "Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt." Oscar Wilde Oscar Fingal O’Flahertie Wills Wilde (1854–1900) Irischer Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker. Wilde war einer der bekanntesten und umstrittensten Schriftsteller im viktorianischen Großbritannien.
- Aus privaten Sammlungen: 20 Mark Gefängnisgeld der DDR 1982 bis 1990
Auch wenn es in verschiedenen Ländern Gefängisgeld gab, so war dessen Ausgabe und Nutzung wohl nirgends besser geplant und umgesetzt als im Strafvollzug der DDR. Erfunden und erstmals in der Praxis erprobt wurden die Wertgutscheine im berüchtigten Gefängnis „Bautzen I“, das auch „Gelbes Elend“ genannt wurde. Von hier aus erfolgte auch die Ausgabe und Verwendung in allen Strafvollzugseinrichtungen (StVE) des Ministeriums des Innern (MdI) der DDR. Eine Verwendung in den Strafvollzugseinrichtungen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und im Militärstrafvollzug der NVA kann ausgeschlossen werden. Die Wertgutscheine wurden ab 1974 genutzt und dienten einerseits als Ersatzwährung, andererseits aber auch als Prämienanreiz zur Steigerung der Arbeitsleistungen der Häftlinge, da mit ihnen der Einkauf von Zusatzversorgung möglich wurde. Bei dem ständigen Arbeitskräftemangel in der DDR spielte die maximale Ausbeutung der Arbeitskraft der Gefangenen eine große Rolle. Vorläufer der Wertgutscheine waren Wertkarten mit Abschnitten von Wertmarken. Mit der Währungsunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR 1990 gab es auch eine Einführung der DM als letzte Wertgutscheine des MdI in den Gefängnissen der DDR. Vierte Ausgabe 1981 Vorgestellt wird ein Schein der vierten Ausgabe für die Südbezirke der DDR aus dem Jahr 1981. Bis 30. Juni 1985 waren die Scheine nur mit Stempel der StVE, danach auch ohne Stempel, gültig. Verwendet wurden sie nur in den acht südlichen Bezirken der DDR (Halle, Leipzig, Cottbus, Karl-Marx-Stadt, Dresden, Erfurt, Gera, Suhl). Objekttyp: Wertgutschein, Gefängnisgeld Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsche Demokratische Republik, Südbezirke Emittent: Ministerium des Innern Nominal: 20 Mark Datierung: ohne Datum (1981) Vorderseite: Druck einseitig grün auf Unterdruck mit Wertangabe Rückseite: ohne Druck Unterschrift: ohne Material: Papier ohne Wasserzeichen Format: 90 mm x 65 mm Nummerierung: Serie A (Auflage 2,5 Millionen Stück), 0217070 Umlauf: 1. Januar 1982 bis 30. Juni 1990 Zitate: MDI-32 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) 5.8 (Huschka: Ersatzgeld und geldähnliche Belege in der DDR) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Bestellung über den Verlags-Shop
- Greifswald: Goldmark-Notgeld 1923
Ab 23. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung Unternehmen und Kommunen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese Anleihe gedeckt war. Das Notgeld musste nominal auf 4,20 Mark Gold oder kleiner lauten. Die Scheine mussten neben der Bezeichnung „Notgeldschein“ den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Die höheren Nennwerte der Reichsgoldanleihe wurden daraufhin in beträchtlichem Umfange von Städten bei der Reichsbank hinterlegt und so zur Deckung ihrer eigenen wertbeständigen Notgeldausgaben verwendet, so auch in der Stadt Greifswald. Stadt Greifswald, Notgeldscheine über 42 Goldpfennig sowie 1.05, 2.10 und 4.20 Goldmark, ausgestellt in Greifswald am 10. November 1923 begonnen. Stadt Greifswald, Notgeldschein zu 1,05 Goldmark vom 10. November 1923. Der pommersche Stadt Greifswald war vom Reichsminister der Finanzen am 3. November 1923 die Genehmigung zur Emission von 100.000 Goldmark wertbeständigen Notgelds erteilt worden. In der örtlichen Druckerei Emil Hartmann wurde sofort mit dem Druck von Scheinen in den Wertstufen 42 Goldpfennig sowie 1.05, 2.10 und 4.20 Goldmark begonnen. Am 13. November 1923 lieferte die Druckerei für rund 25.000 Goldmark Notgeld ab, das vom nächsten Tage an überwiegend an die städtischen Angestellten und an die Greifswalder Bäcker abgegeben wurde, jedoch nur in Höhe von 9.610 Goldmark. Am 6. Dezember 1923 hatte die Druckerei einen weiteren Posten im Nennwert von rund 64.000 Goldmark fertiggestellt, von dem allerdings gar keine Stücke mehr in den Verkehr gelangten. Die Stadt hatte die Ausgabe von Goldmark-Notgeld mit dem 5. Dezember 1923 eingestellt; die Gründe hierfür waren aus Archivakten nicht erkennbar. Es ist möglich, dass die Aktion deshalb abgebrochen wurde, weil während des Drucks unfertige Scheine entwendet worden und in den Verkehr gelangt waren. Bei der Einlösung wurden später 69 solcher Scheine festgestellt. Das Verlangen nach wertbeständigem Geld war so groß, dass sein Erscheinen in den ersten Tagen auch unberechtigte Spekulations-Hoffnungen weckte; hierfür spricht eine Notiz der "Greifswalder Volkszeitung" vom 21. November 1923, wonach „Personen versucht haben, wertbeständiges Geld zu verkaufen und hierbei einen Aufschlag von 100 bis 150 Prozent gefordert haben“. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat / Battenberg Gietl Verlag Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro












