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- Farbenfabrik Bayer in Leverkusen: Goldmark 1923
Ende 1923 forderten die Vertreter der Arbeitnehmerschaft in vielen Betrieben der Chemischen Industrie die Einführung wertbeständigen Geldes bei der Lohnzahlung. Im besetzten Rheinland bedurfte die Ausgabe von Goldmarknotgeld allerdings der Zustimmung der Interalliierten Rheinlandkommission I.A.R.K. Die Hohe Interalliierte Rheinlandkommission gestattete im Oktober 1923 den Farbenfabriken Bayer in Leverkusen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld zum Zwecke der Lohn- und Gehaltszahlungen. Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., ungültig gestempelter Gutschein für den Einzelhandel im Werte von 1,05 Goldmark, ausgegeben in Leverkusen am 5. November 1923 (Vorder- und Rückseite). Die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen, gaben Ende 1923 zum Zwecke der Lohn- und Gehaltszahlungen Goldmarknotgeld im Gesamtwert von 700.000 Goldmark aus. Ab dem 5. November 1923 gab die Farbenfabrik Bayer zwei Emissionen Goldmarkgutscheine für den Einkauf im Einzelhandel aus. Die über den Geldwert von 1.05 Goldmark lautenden Stücke der Farbenfabrik waren bei der ersten Auflage bis zum 5. Dezember, bei der zweiten bis zum 31. Dezember 1923 gültig. Gutscheine beider Auflagen wurden aber auch noch im Januar 1924 von der Gesellschaft eingelöst. Sie wurden außer in Leverkusen auch im Einzelhandel der Orte Wiesdorf, Schlebusch, Köln, Mülheim, Opladen und Frechen angenommen. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Der Geldumtausch in Österreich im Dezember 1947 – Aus 3 wird 1!
Am Mittwoch, den 10. Dezember 1947, begrüßten die österreichischen Zeitungen ihre Leser mit einer schlechten Nachricht zum bevorstehenden Weihnachtsfest: Vom 10. bis zum 24. Dezember 1947 würde ein Umtausch aller bisher in Österreich umlaufenden Zahlungsmittel erfolgen. Für drei alte Schillinge würde es einen neuen Schilling geben. Zudem würden auch bestehende Bankguthaben im Verhältnis 3:1 abgewertet werden. Das bedeutete für die zumeist in schlechten wirtschaftlich Verhältnissen lebende Bevölkerung Nachkriegsösterreichs eine Hiobsbotschaft. Warum standen Regierung und Nationalbank Ende 1947 vor der Herausforderung, nach nurmehr zwei Jahren erneut eine Währungsreform durchzuführen? Republik Österreich, Oesterreichische Nationalbank: Banknote zu 100 Schilling vom 29. Mai 1945, ausgegeben ab 13. Dezember 1945, Vorder- und Rückseite. Im Dezember 1945 hatte es eine erste Währungsumstellung in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben. Das Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiet der Währung (Schillinggesetz) vom 30. November 1945[1] legte die rechtlichen Grundlagen für die Ausgabe neuer Banknoten nach Kriegsende fest. Es regelte zum einen die Wiedereinführung des Schilling als alleinige österreichische Währung ab dem 21. Dezember 1945. Zum anderen wurde ein Umtausch von Reichsmark und Alliierten Militärschillingen in den Wertstufen ab 10 RM/Schilling und darüber in neue Schillingnoten im Verhältnis 1:1 im Zeitraum vom 13. bis zum 20. Dezember 1945 (für Einzelhändler bis zum 22. Dezember 1945) verfügt. Natürlichen Personen wurde im Rahmen des Geldumtauschs ein Betrag von 150 Schilling in neuen Noten bar ausbezahlt. Darüber hinausgehende Beträge wurden auf ein beschränkt verfügbares Konto gutgeschrieben. Durch das Schillinggesetz vollzog Österreich die währungsrechtliche Trennung vom Umlaufgebiet der Reichsmark, welche durch Verordnung vom 17. März 1938[2] in Österreich als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt worden war. Das Land verfügte wieder über eine eigene Währung. Allerdings blieb der Banknoten- und Münzumlauf weiterhin nicht vollständig unter der Kontrolle der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), denn Zahlungsmittel blieben neben den Alliierten Militärschillingnoten zu 50 Groschen sowie 1, 2 und 5 Schilling[3] auch die Noten zu 1 und 2 Rentenmark der Deutschen Rentenbank der Ausgabe 1937, die Scheine zu 5 Rentenmark der Ausgabe 1926 sowie die Banknoten zu 5 Reichsmark der Deutschen Reichsbank der Ausgabe 1942[4]. Die durch die Alliierten in Deutschland ausgegeben Militärmarknoten zu ½, 1 und 5 Mark galten in Österreich nicht, auch wenn sie 1945 auf Teilen des Gebietes von Österreich umliefen. Gültig waren zudem weiterhin die Münzen der Reichsmark-Währung. Zwar war mit der Einführung der Schilling-Währung die Einfuhr von Reichs- und Rentenmark-Noten im Nennwert bis 5 RM nach Österreich auf 10 RM pro Kopf beschränkt worden. Dennoch bestand Druck auf den Zahlungsmittelumlauf durch die Einfuhr solcher Scheine und Münzen durch Kriegsheimkehrer, Flüchtlinge sowie durch eine illegale Verbringung aus den Umlaufgebieten der Reichswährung etwa im vormaligen Sudetenland, in denen diese als Zahlungsmittel ungültig geworden waren. Auch war für die österreichischen Behörden nicht kontrollierbar, in welchem Umfang die Besatzungsmächte solche Zahlungsmittel in Umlauf brachten. Perspektivisch galt es, den gesamten Zahlungsmittelumlauf vollständig unter österreichische Kontrolle zu bringen. Hinzu kamen die wirtschaftlich desaströsen Verhältnisse im Österreich der Nachkriegszeit. Die Güterproduktion lag deutlich unter Vorkriegsniveau, der Wert der Im- und Exporte ebenfalls[5]. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln stand es schlecht. Schon Ende 1945 trat in Österreich eine starke inflationäre Entwicklung ein, weil die bis 1945 eingefrorenen Preise sich inflationsbedingt deutlich erhöhten. Im Jahr 1947 lag die Inflationsrate bei 97 %. Zudem führten die sehr hohen Besatzungskosten, die 1946 etwa ein Drittel der Staatsausgaben ausmachten (allein im Zuge der Währungsumstellung 1945 erhielten die Alliierten als Erstausstattung einen Betrag von knapp 2 Milliarden Schilling in neuen Banknoten[6]), sowie die Freigabe gesperrter Guthaben aus der Währungsumstellung 1945 zu einem deutlichen Anstieg des Banknotenumlaufs. Während der gewerblichen Wirtschaft oft Liquidität fehlte, da die Banken infolge des Rückgangs der Sparguthaben nur sehr eingeschränkt Kredite vergaben, verfügten Privatpersonen aufgrund des fehlenden Warenangebots oft über Liquidität, die in den Schwarzmarkt floss. Diese Entwicklung musste gestoppt werden, wenn es zu einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Lebensstandards der Bevölkerung kommen sollte. Die Notwendigkeit der Durchführung einer weiteren Währungsreform war damit jedenfalls Anfang 1947 in Fachkreisen sowie bei der OeNB bereits absehbar[7]. Am 19. November 1947 beschloss der Nationalrat das Bundesgesetz über die Verringerung des Geldumlaufs und der Geldeinlagen bei Kreditunternehmungen (Währungsschutzgesetz)[8], das aber wegen eines Einspruchs der sowjetischen Besatzungsmacht erst am 9. Dezember 1945 veröffentlicht werden konnte und am Folgetag, dem 10. Dezember 1947, in Kraft trat, wenngleich die Grundzüge des Gesetzes seit seinem Beschluss in der Öffentlichkeit bekannt waren[9]. Danach sollte im Zeitraum vom 10. bis 24. Dezember 1947 ein erneuter Geldumtausch stattfinden. Natürliche Personen waren berechtigt, einen Betrag von bis zu 150 Schilling 1:1 gegen neue Banknoten umzutauschen. Für darüber hinausgehende Beträge kam ein Umtauschverhältnis von 3:1 zur Anwendung, das auch für sämtliche Geldbeträge juristischer Personen galt. Ebenso wurden Kontoguthaben im Verhältnis 3:1 umgestellt. Die gemäß Schillinggesetz vom 30. November 1945 gesperrten Kontoguthaben von Unternehmen und Privaten wurden durch das Währungsschutzgesetz endgültig gestrichen. Löhne und Preise wurden durch das Gesetz dagegen nicht berührt. Das Währungsschutzgesetz hatte damit allein den Zweck, Bargeldvermögen und Kontoguthaben auf ein Drittel ihres Wertes zu reduzieren. Die OeNB informierte die Bankenverbände und gab zum Geldumtausch ein Merkblatt für Banken als Umtauschstellen heraus, in denen die Einzelheiten des Umtauschs bis hin zur Form der Verschnürung der Banknotenpakete detailliert geregelt wurden. Umgetauscht werden konnte in der Hauptstelle der OeNB in Wien (aber nicht in deren Zweiganstalten in den Ländern, die nur als Ausgabestellen der neuen Noten für die örtlichen Banken fungierten), ferner bei allen Banken, Postsparkassen und Postämtern mit Postsparkassendienstleistungen, Hypothekaranstalten, Raiffeisen- und Kreditgenossenschaften mit Zahlungsverkehr. Je Haushalt war ein Umtauschschein für eine Gebühr von 1 neuen = 3 alten Schilling zu erwerben, der auszufüllen und in drei Ausfertigungen (eine davon ging an das Finanzamt) zusammen mit den alten Geldzeichen einzureichen war. Um einen Betrag von bis zu 150 Schilling im Verhältnis 1:1 in neue Banknoten umtauschen zu können, war für jede Person die zu Beginn der Umtauschperiode gültige Lebensmittelkarte vorzulegen. Muster eines Umtauschscheins. Die Umtauschstellen erhielten durch die Zweiganstalten der OeNB Zuweisungen an neuen Noten und Münzen, die vor Ort an den Schaltern der OeNB abgeholt werden mussten. Bei Sitz in anderen Orten erfolgte ein Versand durch Wertbrief. Für die Postsparkasse war eine Verteilung der neuen Noten und Münzen über das Postabfuhrsammelamt vorgesehen. Die eingezogenen alten Scheine und Münzen waren spätestens am Tag nach Abschluss des Umtauschs (also am ersten Weihnachtstag) zusammen mit den nicht benötigten neuen Scheinen bei den Zweiganstalten der OeBN wieder abzugeben bzw. nach dort zurückzusenden. Das Merkblatt für die Postämter zum Geldumtausch enthielt neben Regelungen zum Ein- und Auszahlungsverkehr in neuen und alten Schilling während der laufenden Umtauschfrist (Ein- und Auszahlungen wurden nach einem zeitweisen Stopp von Auszahlungen bis zum 15. Dezember in neuen Schillingnoten gerechnet, die alten Scheine waren bis zum 24. Dezember zu einem Drittel ihres Wertes anzunehmen) u. a. auch den Hinweis, dass Postbedienstete bei der Annahme von gefälschten Noten ersatzpflichtig seien und dass mit einem Schnurrbart versehene (!) oder sonst verunstaltete Altnoten ohne die sonst übliche Gebühr eingelöst würden. Wahrscheinlich hatte man hier bereits entsprechende Erfahrungen gemacht. Schillingumtausch in der Filiale Richard-Wagner-Platz 16 der Zentralsparkasse Wien. Bildnachweis: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Datei:Schilling.jpg (digital restauriert). Umtauschfähig waren nach den Merkblättern der OeNB die Banknoten zu 10, 20, 100 und 1000 Schilling der Ausgabe vom 29. Mai 1945[10], die Alliierten Militärschillingnoten zu 5, 2, 1 Schilling sowie 50 Groschen, ferner Reichsmünzen im Nennwert von 50 Reichspfennig und darüber (die Werte zu 1, 2, 5 und 10 Reichspfennig blieben im Umlauf) einschließlich der Silbermünzen zu 2 und 5 Reichsmark der Ausgaben Luther, Potsdam, Schiller und Hindenburg. Die Rentenbankscheine zu 1 und 2 Rentenmark Ausgabe 1937 sowie zu 5 Rentenmark der Ausgabe 1926 sowie die Reichsbanknote zu 5 Reichsmark Ausgabe 1942 wurden nicht erwähnt und konnten entsprechend nicht umgetauscht werden. Die OeNB hatte schon in den Jahren 1946 bis 1947 versucht, diese Geldzeichen im Umtausch gegen Alliierte Militärschillinge einzuziehen. Neu ausgegeben wurden Banknoten zu 10 Schilling und 100 Schilling mit der Angabe "ZWEITE AUSGABE" sowie zu 50 Schilling, alle mit Ausgabedatum 29. Mai 1945, zu 5 Schilling mit Ausgabedatum 4. September 1945 sowie zu 1000 Schilling mit Ausgabedatum vom 1. September 1947[11], ferner Münzen zu 50 Groschen, 1 und 2 Schilling in Aluminium der Prägejahre 1946 und 1947. Die Druckaufträge für die ausgegebenen Banknoten waren teilweise schon deutlich vor den Planungen zur Währungsreform erteilt worden, für die in der Staatsdruckerei Wien hergestellten Banknoten zu 50 und 100 Schilling etwa bereits Ende Dezember 1946. Auch hier wurde für alle Klischees auf die bereits vor März 1938 umlaufenden österreichischen Banknoten zurückgegriffen. Lediglich die Farbgebung, das Ausgabedatum und der Unterschriftenblock wurde geändert. Republik Österreich, Oesterreichische Nationalbank: Banknoten 100 Schilling Datum vom 29. Mai 1945, ausgegeben ab 10. Dezember 1947 mit zusätzlicher Angabe "ZWEITE AUSGABE" in Ornamentband auf Vorder- und Rückseite. Als Erstausstattung stand den rund 3000 Umtauschstellen Anfang Dezember 1947 an neuen Noten und Münzen ein Betrag von insgesamt etwa 2,8 Milliarden Schilling zur Verfügung. Die Versendung der neuen Scheine und Münzen an die Niederlassungen der OeNB erfolgte am 4. Dezember 1947 mit zwei Sonderzügen von Wien aus. Von der Erstausstattung flossen rund 417 Millionen Schilling wieder an die OeNB in Wien zurück. Die mit Abstand geringsten Ausgabezahlen verzeichnete die Banknote zu 1000 Schilling. Bei dieser liefen etwa die Hälfte der den Ausgabestellen zur Verfügung gestellten 482.000 Scheine wieder an die OeNB in Wien zurück. Übersicht über die Erstausstattung mit neuen Banknoten und Münzen, und der in Reserve verfügbaren Stückzahlen je Wertstufe. Quelle: Bankhistorisches Archiv, Wien. Trotz der Herausforderungen der Zeit, insbesondere knapper LKW-Kapazitäten für den Transport der neuen Noten (die Alliierten lehnten eine Beteiligung an der Umtauschaktion ab und stellten auch keine Transportkapazitäten zur Verfügung), scheint der Umtausch gemäß einem internen Bericht der OeNB vom 5. Januar 1948 insgesamt reibungslos verlaufen zu sein. Dass die Gerüchteküche vor und auch während der Umtauschfrist brodelte, zeigt etwa ein Fernschreiben der OeNB Zweiganstalt Salzburg an die Hauptverwaltung in Wien[12], wonach der Umtausch in Teilen des Bundeslandes Salzburg nachgelassen habe bzw. über den (1:1 umtauschbaren) Betrag von 150 Schilling pro Person nicht hinaus ginge, weil die Bevölkerung mit einer nachträglichen Korrektur der Umtauschrate rechne. Der Wunsch der Zweiganstalt Salzburg, diesen Gerüchten etwa durch Veröffentlichungen in der Presse entgegenzutreten, entsprach die Hauptverwaltung der OeNB in Wien nicht. Mit Ablauf des 24. Dezember 1947 wurden alle alten Banknoten ungültig. Diese Regelung setzte die OeNB äußerst konsequent um und lehnte Anträge auf einen nachträglichen Umtausch verspätet eingereichter Banknoten regelmäßig ab, wie etwa Schriftverkehr aus dem Bankhistorischen Archiv belegt: Selbst den Österreichischen Bundesbahnen, einem Staatsbetrieb, wurde ein Umtausch verspätet vorgelegter Banknoten aus dem Verkauf von Fahrkarten verwehrt. Die zur OeNB zurückgelaufenen ungültigen Scheine wurden bereits ab Anfang Januar 1948 durch Verkollerung vernichtet. Anders als die Währungsreform in Westdeutschland vom 20. Juni 1948 hat die zweite Währungsumstellung in Österreich im Dezember 1947 nicht zu einer Initialzündung der Wirtschaft geführt. Sie hat jedoch währungsseitig die Grundlagen zu einer Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Österreich gelegt, die parallel mit einem deutlichen Rückgang der Inflation ab Ende der 1940er-Jahre eintrat und in das österreichische Wirtschaftswunder nach 1953 mündete. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] StGBL 1945, Nr. 231 [2] RGBl 1938 I S. 253 [3] Pick (SCWPM): 102-105, Kodnar/Künstner: 207-210 [4] Grabowski: DEU 209, DEU-220, DEU-222, DEU-223 [5] 1946 wurden nominell lediglich 17%, preisbereinigt 7% der Im- und Exportwerte von 1937 erreicht, s. dazu Monatsberichte des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung 1946, Heft 10-12, S. 238 [6] Genau waren es 1,98 Milliarden Schilling – s. Monatsberichte, a.a.O S. 177 [7] Monatsberichte a.a.O, S. 169 ff. [8] BGBI.Nr.250/1947 [9] Hans Seidel, Währungsreform und Besatzung in Österreich 1945-47, Wirtschaft und Gesellschaft 25. Jahrgang 1999, S. 307 [10] Pick (SCWPM): 114, 116, 118, 120, Kodnar/Künstner: 221-224 [11] Pick (SCWPM): 115, 117, 119, 121, 125, Kodnar/Künstner: 225-229 [12] Fernschreiben der ÖBN NLÖ Salzburg vom 17.12.1947 an Dir. Klier, Bankhistorisches Archiv
- Lexikon: Handel mit Papiergeld
Der Handel mit Papiergeld für Sammlerzwecke entstand erst in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Vorher wurden einzelne Stücke vom Münzhandel, zum Teil auch in Katalogen angeboten (Zschiesche & Köder, Leipzig boten Ende des 19. Jahrhunderts in ihren Katalogen ständig Papiergeldscheine an). Handel: Verkaufsliste der Münzhandlung Zschiesche & Köder, Leipzig, vom Oktober 1899 mit Angeboten von Münzen und Papiergeld. Die wenigen großen Papiergeldsammlungen in dieser Zeit wechselten meist ohne Zwischenhandel den Besitzer. So ging die Sammlung von Ludwig Clericus an die Deutsche Reichsbank. Doch wurden auch einige Sammlungen über den Handel verkauft, wie die von Franz Sedlakovich und die von Dr. Wilhelm Schlesinger, die 1894 über die Firma H. Cubasch, Wien, versteigert wurden. Durch das deutsche und österreichische Notgeld des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit entstand der Notgeldhandel, der sich vor allem in der Zeit von 1921 bis 1923 entfaltete. Wichtig hierfür waren auch die ersten Kataloge für Notgeld von Pionieren wie Dr. Arnold Keller und einschlägige Notgeld-Zeitschriften. Mit dem nachlassenden Interesse am Notgeld verschwand dieser Handel vorerst wieder. Dr. Arnold Kellers erstes Ladengeschäft für Münzen, Notgeld und Medaillen in der Berliner Zimmerstraße 22, Aufnahme vom Mai 1922 (Arnold Keller im Eingang rechts). Als das Interesse am Papiergeldsammeln nach dem Zweiten Weltkrieg zunahm, entwickelte sich verstärkt der Fachhandel in den USA und England. Bestehende große Münz- und Briefmarkenhandlungen gliederten ihren Firmen eigene Papiergeldabteilungen an, so Spink / Son, London, Stanlay Gibbons, London und Paramount International Coin Ltd. Auch ganz neue Firmen entstanden, die sich ausschließlich mit Papiergeld beschäftigten. Die Namen aktueller Firmen findet man in aktuellen Fachzeitschriften, Katalogen und in Werbeanzeigen hier im Geldschein-Blog. Neben den Sammlervereinigungen und Gesellschaften, den Zeitschriften und der gesamten Fachliteratur ist der Fachhandel (heute zumeist im Internet) das dritte Bindeglied der Sammler. Durch seine Preisgestaltung kann er wesentlich die Entwicklung des Papiergeldsammelns im Positiven wie auch im Negativen beeinflussen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld 1923
In einigen Industriebetrieben gab es inflationsbedingt 1923 Bestrebungen sich zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld in Gemeinschaften zusammenzuschließen, um eine Wertbeständigkeit bei der Zahlung von Löhnen und Gehältern zu gewährleisten. So bildeten sieben Industriebetriebe in Biebrich zu diesem Zweck die „Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld“. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 1/10 Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. In Biebrich am Rhein (Provinz Hessen-Nassau) wurde im Oktober 1923 eine „Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld“ gegründet, deren Geschäftsführung in Händen der Firma Kalle & Co. A.-G. lag. Die Gemeinschaft gab Anfang November mit Genehmigung der I. A. R. K. (Hohe Interalliierte Kommission) Notgeld über 1/10, ¼, ½, 1 und 3 Dollar aus, für die sie zuvor Deckung in Devisen bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz zu hinterlegen hatte. Dieses Bankinstitut wurde auch bei mehreren anderen Emissionen im besetzten deutschen Gebiet mit der Verwahrung der Deckungswerte bei der Ausgabe von Goldmark-Notgeld betraut. Das Notgeld war im ganzen Regierungsbezirk Wiesbaden umlauffähig und mindestens bis 31. Januar 1924 gültig. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über ¼ Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. An der Biebricher Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld waren folgende Gesellschaften beteiligt: Chemische Fabrik Griesheim-Elektron in Griesheim am Main, Chemische Werke vormals H. & E. Albert in Amöneburg, Dyckerhoff & Widmann A.-G. in Biebrich am Rhein, Philipp L. Fauth Aktiengesellschaft in Dotzheim, Kalle & Co. A.-G. in Biebrich am Rhein, Portland-Cement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne G.m.b.H. in Amöneburg und Ludwig Ganz A.-G. in Mainz. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über ½ Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 1 Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 3 Dollars, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923 (Vorderseite). Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 3 Dollars, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923 (Rückseite mit Einlösungsbedingungen; interessante Warnung hier aufgedruckt: Wer dieses Notgeld nachmacht oder verfälscht oder nachgemachtes oder verfälschtes sich verschafft und in Verkehr bringt wird mit Zuchthaus bestraft.) Die Einlösung der Notgeldscheine erfolgte in gesetzlicher Währung (Papiermark) zu dem Gegenwert 1 Dollar U.S.A. = 4,20 Goldmark, berechnet nach der dem Einlösungstage vorangehenden letzten New-Yorker Briefnotierung bei den Filialen der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz und Wiesbaden sowie bei den Kassen der beteiligten Betriebe. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (7/2023) Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Geldscheinporträts: Lessja Ukrajinka – Ukrainische Nationaldichterin und Patriotin
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Abbildung 1: Porträt von Lessja Ukrajinka https://commons.wikimedia.org/wiki/File: Lesya_Ukrainka_portrait.jpg. Neubearbeitung: Hans-Ludwig Grabowski. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Reste der ukrainischen Autonomie abgeschafft. Gleichzeitig entstand eine neue Nationalbewegung. Alte Traditionen lebten wieder auf, das Kosaktentum wurde idealisiert und das Interesse an Volkstum und Volksdichtung stieg, eng angelehnt an aus Deutschland stammende Gedanken der Romantik. Etwa ein halbes Jahrhundert später erreichte das Streben nach nationaler Selbstständigkeit auch die ukrainischen Intellektuellen. Das russische Kaiserreich reagierte mit Zensur und Unterdrückungsmaßnahmen. In dieser Zeit des nationalen Aufbruchs lebte Lessja Ukrajinka. Sie wurde 1871 als Laryssa Petriwna Kossatsch geboren. Schon im Kindesalter erkrankte sie an Tuberkulose. Die Krankheit schränkte sie zeitlebens stark ein und zwang sie, zu Ärzten und Kuraufenthalten im In- und Ausland zu reisen. Ihre Eltern waren bekannte Intellektuelle. Der Vater Petro Kossatsch war Jurist und Staatsrat, die Mutter Olha Drahomaniv (besser bekannt unter ihrem Pseudonym Olena Pschilka) war prominente Schriftstellerin. Beide bemühten sich, ihren Kindern eine gründliche und umfassende Erziehung zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk legte Lessjas Mutter dabei auf die sprachliche Bildung. Bereits als Jugendliche hatte Lessja Ukrajinka das Ziel, alle europäischen Hauptsprachen zu erlernen, um die betreffenden Literaturen kennenzulernen. Seit ihrer frühen Jugend las sie nicht-ukrainische Autoren wie Victor Hugo, Shakespeare, Musset, Byron oder Ibsen. Besonders Heinrich Heine und Gerhart Hauptmann prägten ihr späteres Werk. Dennoch achtete ihre Mutter darauf, den Kindern den aufkommenden ukrainischen Nationalismus mitzugeben. Sie nahm sie mit aufs Land, ließ ihnen Volkslieder vorsingen und unterrichtete sie im wolhynischen Dialekt. 200-Hrywnja-Banknote, Nationalbank der Ukraine, 2014. Vorderseite: Porträt von Lessja Ukrajinka, Silhouette ihres Landhauses in Kolodjaschne (Oblast Wolyn). Rückseite: Storch im Flug, rechts Turm der Burg Lubata in Luzk. Sammlung Grabowski. Schon im Kindesalter verfasste Lessja Ukrajinka auch eigene Gedichte. Ihre Mutter unterstützte sie anfangs dabei, die ersten Werke wurden 1884 publiziert. Auch ihr Onkel Mykhailo Drahomaniv hatte entscheidenden Einfluss auf Lessja. Mit ihm stand sie in regem Austausch, obwohl er nach Repressionen durch das zaristische Regime gezwungen war, das Land zu verlassen. Er ermutigte sie stets, ihren literarischen Horizont zu erweitern und schickte ihr Anregungen und Empfehlungen. Diese Einflüsse bewegten sie dazu, sich intensiv für eine Europäisierung der ukrainischen Kultur einzusetzen. So arbeitete sie an zahlreichen Übersetzungen mit. Sie wählte bewusst volksnahe Texte aus, um die ukrainische Sprache populär zu halten. Die zaristische Regierung hatte als Reaktion auf die wachsende Nationalbewegung alle nicht-historischen Publikationen in ukrainischer Sprache verboten. Nach Übersetzungen von Werken aus Frankreich und Texten von Lenin, Marx und Engels begann sie, mit sozialistischen Ideen zu sympathisieren. Sie schrieb mehrere politische Satiren, in denen sie die Bourgeoisie kritisierte. Von ihrem Patriotismus löste sich Lessja Ukrajinka jedoch nicht. Ein wichtiges Motiv in ihrem Werk ist die Unterdrückung der Ukraine, die sie mit der Unterdrückung der Frau verknüpfte. Ukrajinka musste wegen ihrer Krankheit zwar viel reisen, hat aber den größten Teil ihres Lebens im vom russischen Kaiserreich okkupierten Kyjiw (Kiew) verbracht. Dennoch ist in ihrem gesamten Werk immer das multikulturelle Umfeld der österreichischen Westukraine mit ihrem deutsch-ukrainisch-polnisch-jiddischen Sprachgemisch omnipräsent. Sie wird Vorreiterin der literarischen Moderne in der Ukraine. Die Ukraine unterschied sich von nahezu allen anderen europäischen Literaturen dadurch, dass die Moderne mit zwei sehr ungewöhnlichen Frauen begann: Olha Kobyljanska und Lessja Ukraijinka. Mit ihnen beiden wurde die Frau als Künstlerin und Erzieherin der Nation zum neuen Paradigma und Topos der Literatur. 1913 starb Lessja Ukrajinka an ihrer Tuberkulose-Erkrankung. Zuletzt hielt sie sich aufgrund des wärmeren Klimas zunehmend in Ägypten auf. Ihr Konterfei ist seit 2001 auf der 200-Hrywnja-Banknote der Nationalbank der Ukraine abgebildet, seit 2007 ergänzt um die ersten beiden Verse eines Gedichts der Autorin („Um der Wahrheit Willen, Brüder, lasst uns aufrichtig zusammenarbeiten. Es gibt nur einen richtigen Weg…“). Elias Heindl Literatur/Quellen: Ukrajinka, Lesja: Mein Weg. Dichtungen und »Das Waldlied« = Mij šljach. Hrsgg. von Katschaniuk-Spiech, Irena; Udolph, Ludger und Wöll, Alexander. Thelem Universitätsverlag, Dresden, 2023. Bojko-Blochyn, Jurij; Rothe, Hans; Scholz, Friedrich (Hrsg.): Lesja Ukrajinka und die europäische Literatur. Böhlau, Köln 1994 (Schriften des Komitees der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der slawischen Studien; 18). Bida, Constantine; Rich, Vera: Lesya Ukrainka. University of Toronto Press, 1968, S. 3-26. Lindekugel, Jutta: Feministin und Patriotin – Zum 100. Todestag von Lesja Ukrajinka. Titel Kulturmagazin, 01.08.2023, aufgerufen über: https://titel-kulturmagazin.net/2013/08/01/feministin-und-patriotin-zum-100-todestag-von-lesja-ukrajinka/ (zul. am 13.09.2023).
- Großtauschtag am 22. Oktober 2023 in Cham!
Am 2. Oktober 2023 findet in Cham wieder ein Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten statt, an dem aber sicher auch Papiergeld zu finden sein wird. Neben Vereinsmitgliedern der Briefmarkenfreunde Cham und Umgebung sind auch rund 20 Fachhändler aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Böhmen mit eigenen Tischen vertreten. Der Verein freut sich auf regen Besuch aus Nah und Fern! Hans-Ludwig Grabowski Auch mich wird man am kommenden Sonntag in Cham antreffen.
- Gewinnspiel: Wir verlosen ein Exemplar des neuen Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871"
Wir verlosen unter allen Newsletter-Abonnenten ein Exemplar von Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 (23. Auflage 2024). Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "Deutschlandkatalog". Bitte beachten Sie, dass nur Abonnenten unseres Newsletters gewinnberechtigt sind. Ich will mich zum Newsletter anmelden! Einsendeschluss ist der 25. Oktober 2023. Später eingehende E-Mails nehmen nicht an der Ziehung teil. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Verlagsmitarbeiter, deren Angehörige und Gewinnspielservices dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Datenschutzbestimmungen finden Sie hier. Wir wünschen Ihnen viel Glück!
- Zentralafrikanische Staaten: Gut gemachte Fälschungen sind in Umlauf!
Am 15.12.2022 wurde bekanntlich die neue Geldscheinserie ''Serie 2020'' der ''Banque des Etats de l’Afrique centrale'' (BEAC) in ihrem Währungsgebiet, das die Länder Kamerun, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea, Republik Kongo und Gabun umfasst, eingeführt bzw. erstmalig in den Umlauf gebracht. Doch schon vier Monate später, Ende April 2023, sind die ersten gut gemachten Fälschungen der neuen Geldscheinserie auf Märkten in einer nördlichen Provinz von Kamerun aufgetaucht. Die Fälschungen wurden von Händlern vor Ort als so problematisch angesehen, dass sie zeitweise die Annahme der neuen Geldscheine ablehnten. Die Behörden teilten auf Nachfrage mit, dass es sich bei den Fäschungen um 5000-Francs-Scheine mit der Kontrollnummer 02059119A1 und um 10.000-Francs-Scheine mit der Nummer 01776324B5 handelt. Vor Ort fragt man sich, wie es den Fälschern gelingen konnnte, in so kurzer Zeit recht gute Fälschungen zu produzieren, und damit das Vertrauen in die neue Geldscheinserie zu untergraben. Ralf Faust
- Geldschein-Puzzle funktionieren wieder!
Hallo, das Puzzle dieser Ausgabe (Newsletter 40/2023) lässt sich nicht öffnen. Fehlermeldung: "The custom jigsaw puzzle subject failed to load. Ensure the image link used to create this puzzle points to a valid JPG, PNG, WEBP, or GIF image file". R. Jansen Antwort der Redaktion Hallo Herr Jansen, Sie haben recht! Ich hatte es kurz vor dem Versand des Geldschein-Newsletters noch einmal getestet, und da funktionierte das Puzzle noch. Der Link stimmt, das Problem liegt wahrscheinlich beim Bild. Man muss wohl davon ausgehen, dass die Abbildung als moderne Banknote erkannt wurde (ähnlich wie aktuelle Bildbearbeitungsprogramme, Kopierer und Scanner Banknotenabbildungen erkennen können) und deshalb das Bild nun abgelehnt wird. Es tut mir leid, aber der Einsatz von immer mehr "Künstlicher Intelligenz" (KI) zeigt wohl nun auch hier Wirkung. Ich werde mich in Zukunft wieder mehr historischen Geldscheinen für das Puzzle widmen, bei denen es kein Problem geben sollte. Beste Grüße und vielen Dank für die Meldung. Unser Geldschein-Puzzle ist inzwischen sehr beliebt und auch ich lasse es mir nicht nehmen, jedes neue Puzzle selbst zu lösen. Hier finden Sie übrigens alle bereits erschienenen Puzzle: https://www.geldscheine-online.com/puzzle Ich habe eben diese Meldung für den Blog geschrieben und dabei auf die anderen Geldschein-Puzzle verwiesen. Dabei musste ich feststellen, dass inzwischen alle Puzzle nicht mehr funktionieren. An den Banknotenbildern liegt es nicht. Ich habe eben auch ein Puzzle mit einem normalen Foto und in anderen Bildformaten erstellt, es kommt immer diese Fehlermeldung. Ich kann nur davon ausgehen, dass es sich um einen vorübergehenden Softwarefehler beim Anbieter der Puzzle-Software handelt, der hoffentlich bald behoben wird. Letzte Meldung, 12. Oktober, 15:45 Uhr: Unsere Geldschein-Puzzle funktionieren wieder. Es handelte sich tatsächlich um Softwareprobleme! Da hat uns die KI doch nochmal verschont! Hans-Ludwig Grabowski
- Niederländische Antillen: Neue Münzen und Geldscheine
Die Centrale Bank van Curaçao en Sint Maarten gab bereits Ende April 2023 bekannt, dass die neuen Münzen des karibischen Guldens von der Royal Canadian Mint und die neuen Geldscheine von Crane Currency entworfen und produziert werden sollen. Bei Bekanntgabe dieser Nachrichten ging die CBCS von einer Einführung der neuen Währung im zweiten Halbjahr 2024 aus. Im Juli 2023 wurde jedoch bekannt, dass sich die Einführung möglicherweise auf 2025 verschieben könnte. Seit einiger Zeit sind in Curaçao sehr gut gemachte Fäschungen der aktuellen 100-Gulden-Banknote (und schlechte der 50 Gulden) im Umlauf gefunden worden. Offensichtlich wir es Zeit, dass die neue Serie in den Umlauf gelangt. Am 28. September 2023 wurde bekannt, dass sich die Einführung des Karibischen Guldens nun definitiv von der zweiten Hälfte 2024 ins Jahr 2025 verschiebt. Als vorläufiger neuer Termin nennt die ''Centrale Bank van Curaçao en Sint Maarten'' (CBCS) den 31. März 2025. Einen neuen offiziellen Termin für die Einführung gibt es noch nicht. Die Verschiebung erfolgt auf Wunsch von Banken auf Curaçao, die mehr Zeit für die Währungsumstellung brauchen als ursprünglich gedacht. Damit zieht sich die Einführung der neuen Banknoten und Münzen weiter hin, obwohl neue Münzen und Geldscheine eigentlich dringend gebraucht werden. Ralf Faust
- Ähnliche Gestaltung von russischem und afghanischem Geldschein
Manchmal sieht man schon auf den ersten Blick, dass zwei oder mehr Geldscheine aus der gleichen Druckerei kommen. Ein sehr interessanter Beitrag hat vor einiger Zeit Geldscheine aus aller Welt vorgestellt, die von der ABNC – der American Bank Note Company – hergestellt wurden[1]. Das immer wieder genutzte Motiv ist eine sitzende Allegorie der Wissenschaft mit Buch und großem Globus. Die ersten Ausgaben mit diesem Motiv gab es bereits 1883 für Venezuela und Bolivien, es folgten mindestens sieben weitere Länder. Letzter in dem genannten Beitrag aufgeführter Schein mit diesem Motiv ist der Schein zu 100 DM von 1948, der „rote Hunderter“. Beim Betrachten von Geldscheinen aus Russland und Afghanistan fällt auf, dass der russische 1-Rubel-Schein der Ausgabe 1898 ganz offensichtlich als Vorlage für den afghanischen Schein zu 10 Afghani von 1926/28 gedient hat. Und zwar nicht nur als Anregung zur Gestaltung. Der Kreis auf der Rückseite mit den zwei dahinter liegenden Zweigen ist nahezu identisch. Das Flechtwerk um den Kreis ist völlig identisch, bei Eichen- und Lorbeerzweig gibt es nur minimale Veränderungen. Die Kreise auf beiden Scheinen sind von gleicher Größe (49 mm auf der Mittellinie gemessen), die Länge der Zweige unterscheidet sich um 1 bzw. 2 mm. Wurde für den afghanischen Schein der russische Schein als Vorlage verwendet? War es der gleiche Künstler? Oder vielleicht sogar die gleiche Druckerei? Russland, 1 Rubel,1898 (hier spätere Ausgabe ab 1915). Russland: 1 Rubel (Staatliche Kreditnote) von 1898. Die Vorderseite ist wie ein Gebäude gestaltet, im linken Feld befindet sich das Wappen – ein freischwebender Adler mit Herzschild und weiteren acht auf den Flügeln liegenden Wappenschilden, im rechten Feld das Monogramm "N II" für Nikolaus II. und die Wertangabe. Die Rückseite zeigt eine etwas größere Wappendarstellung, im Kreisring die mehrfach wiederholte Wertangabe, dahinter liegen gekreuzt je ein Lorbeer- und Eichenzweig. Dazu kommen die Wertangabe und Kleingedrucktes. Die Maße betragen 150 mm x 90 mm. Der Geldschein ist durch die Seriennummer mit 3 Ziffern und die Unterschrift von Schipow auf den Zeitraum ab 1915 datierbar, in diesem Jahr wurde die Umstellung von der Einzelnummerierung auf eine Seriennummerierung vorgenommen. Eine Vorgängerausgabe in nahezu identischer Gestaltung war schon seit 1887 unter Alexander III. ausgegeben worden. Afghanistan, 10 Afghani, 1926–28, gestempelt 1928. Afghanistan: 10 Afghanis, der Originalschein stammt aus der Zeit 1926–28, abgestempelt wurde er 1928 während der Rebellion von Habibullah Kalakâni. Er hatte den bis dahin herrschenden König Aman Ullah gestürzt und regierte als König von Januar bis Oktober 1929, von Teilen der Bevölkerung wurde er Batscha-e Saqqao (Sohn eines Wasserträgers) genannt[2]. Die Maße des Scheines sind 196,5 mm x 106 mm, ein Stempel befindet sich auf der Vorderseite, vier auf der Rückseite, rund bzw. sechseckig. Einer dieser Stempel soll die Datierung enthalten – beim vorliegenden Schein ist hiervon nichts zu erkennen. Die Vorderseite wird bestimmt durch einen großen breiten Rahmen, gefüllt mit geometrischem Muster. Im Inneren gibt es drei Textzeilen, in Persisch „Der hohe Staat Afghanistan“ und in Pashto „Dieser Schein gilt in allen Kassen mit (dem Wert) 10 Afghani“[3]. Dazu kommen vier Kreise diese enthalten eine Thugra, das Wappen und zweimal die Wertangabe, in westlichen und arabischen Ziffern - „10“ und „١٠“. Auf der Rückseite besteht der Rahmen aus einer endlosen Wiederholung von kleinen mit der Wertangabe „١٠“ gefüllten Kreisringen, gebildet aus endlosen beschrifteten Schnüren. Dazu kommen zwei Textblöcke in Französisch und Persisch. Darin heißt es: „Unter Vorlage dieses Billets/Scheines zahlt die Finanzverwaltung dem Überbringer die Summe von 10 Afghani“. Mittig liegt ein großer Kreis, in dessen Mitte befindet sich die Wertangabe, im Ring selbst ist es ein sich ständig wiederholender Text. Hinter dem Kreis kreuzen sich Lorbeer- und Eichenzweig. Eine Anmerkung noch zu den Sprachen: Die Aussage im Dictionary of Languages von Andrew Dalby, wonach im Jahr 1933 Dari als Sprache der Regierung durch Pashto abgelöst wurde, ist zumindest sehr irreführend. Denn erstens wurde der Sprachname Dari für das in Afghanistan gesprochene Persisch offiziell erst 1964 eingeführt und zweitens belegt der Schein aus den 1920er-Jahren die Verwendung beider Sprachen bei „amtlichen“ Papieren. Sowohl Persisch/Dari als auch Pashto werden in arabischer (arabisch/persischer) Schrift geschrieben. Um einer Antwort auf die oben gestellte Frage näher zu kommen, muss man einen Blick in die Geschichte werfen. Nach der Ermordung des englandhörigen Emirs Habib Ullah[4] kam im Februar 1919 Aman Ullah, Vertreter der Jung-Afghanen, an die Macht. Er proklamierte am 28.2.1919 die Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien. Die Briten begann einen Krieg gegen das Land, den Dritten Britisch-Afghanischen Krieg, und verloren ihn. Im Frieden von Rawalpindi musste Großbritannien am 9.8.1919 die Unabhängigkeit Afghanistans anerkennen. Zur Sicherung dieser Unabhängigkeit schloss Afghanistan Verträge mit Sowjetrussland, dem Iran und der Türkei. Bei der Überwindung der Rückständigkeit orientierte sich Aman Ullah an Kemal Atatürk. 1923 wurde eine erste Verfassung angenommen, der Sklavenhandel wurde verboten, der Geistlichkeit wurde die Zuständigkeit für Schule und Gerichtsbarkeit entzogen und der Feudal- und Stammes-Aristokratie das Recht auf Einnahme der Steuern. Den Verlust ihrer Privilegien beantworteten sie mit Aufständen 1924/25 und 1928/29. 1929 erfolgte der Rücktritt von Aman Ullah. Es folgten Bürgerkrieg und das Terrorregime von Habibullah Kalakâni, der als Habib Ullah II. in Kabul residierte. Im Oktober 1929 eroberte Muhammad Nadir Chan den Thron[5]. In Umsetzung des mit Sowjetrussland 1921 abgeschlossenen Freundschaftsvertrages leistete dieses wirtschaftliche und technische Hilfe bei der Entwicklung des Landes. Es erscheint demzufolge plausibel, dass eine russische Druckerei unter Verwendung älterer Vorlagen – in enger Zusammenarbeit mit afghanischen Fachleuten – diesen Geldschein entworfen und gedruckt hat. Und warum Französisch als Zweitsprache? Bis 1919 gab es keine eigenen Geldscheine im Land. Nach Erringung der Unabhängigkeit kam Englisch aus politischen Gründen nicht mehr in Frage. Um für Ausländer, die arabische bzw. persische Schrift nicht lesen können, den Umgang mit den Scheinen zu erleichtern, musste eine Ersatzsprache gefunden werden – und das war offensichtlich Französisch. Rainer Geike Anmerkungen [1] Michael H. Schöne: Alfred Jones und der „rote Hunderter“, In: Münzen & Sammeln, Heft 12/2018, S. 112-117. [2] Wikipedia, Stichwort Habibullah Kalakâni. [3] Danke für die Übersetzung an Lutz Rzehak. [4] Je nach verwendeter Quelle unterschiedliche Schreibweise der Namen. [5] Informationen nach: Kleine Enzyklopädie Weltgeschichte, Leipzig 1979]
- Aus privaten Sammlungen: Litauische Gedenkbanknote aus dem Jahr 1930
Gedenkbanknote zum 500. Todestag von Großfürst Vytautas dem Großen Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Josef Gerber Historischer Kontext: Vytautas hatte sich 1382 auf der Flucht vor seinem Onkel in den Schutz des Deutschen Ordens begeben und konnte mit dessen Hilfe 1383 den Machtkampf in Litauen für sich entscheiden. Bereits im Jahr darauf wandte er sich aber gegen den Orden und suchte die Union mit Polen. 1392 wurde er Großfürst und die kriegerische Expansionspolitik des neuen polnisch-litauischen Staats erweiterte dessen Machtbereich bis nach Smolensk und bis zum Schwarzen Meer. Vytautas stieg zum bedeutendsten Herrscher im Osten Europas auf und 1409 begann er gegen den Deutschen Orden zu Felde zu ziehen, was 1410 in seinem Sieg in der Schlacht von Tannenberg gipfelte und dem Orden seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit nahm. 1920 war Ostpreußen östlich der Memel unter Mandat des Völkerbunds gestellt und von französischen Truppen besetzt. Da Litauen noch nicht als Staat anerkannt war, wurde von Polen nicht nur das Memelgebiet, sondern auch ganz Litauen beansprucht. Die polnischen Ansprüche auf ein neues Großpolnisches Reich bezogen sich nicht zuletzt auch auf den durch Großfürst Vytautas eroberten Machtbereich der polnisch-litauischen Union. So überfiel Polen bereits 1919/1920 das von Krieg, Revolutionen und Bürgerkrieg geschwächte Russland und verschob seine Grenzen 250 km nach Osten auf weißrussisches und ukrainisches Gebiet. 1920 überfiel Polen auch Litauen, dessen Süden es annektierte. Als Ausgleich für das verlorene Südlitauen mit der Hauptstadt Wilna (Vilnius) besetzten litauische Freischärler am 15.1.1923 das deutsche Memelgebiet, mit der auf der Rückseite der Gedenkbanknote dargestellten Stadt Memel. Dessen Anschluss an Litauen wurde bereits am 16. Februar 1923 durch die Alliierten als Fakt anerkannt, ohne dass sich Deutschland dagegen wehren konnte. Land/Region/Ort: Litauen Emittent: Lietuvos Bankas Nominal: 20 Litu Datierung: 5. Juli 1930 Vorderseite: Links: Porträt des Großfürsten Vytautas der Große (Vytautas Didysis Kunigaikštis, auch Vitold oder Wigand, 1350 – 1430, ab 1392 litauischer Großfürst) mit den Jahreszahlen 1430 und 1930. Mitte: Vytautas-Kirche in Kauen (Kaunas). Rückseite: Links: Litauische Freiheitsstatue in Kauen (Kaunas). Mitte: Frachtschiff auf dem Seekanal ins Kurische Haff vor der Stadtansicht von Memel (Klaipeda). Material: Papier ohne Wasserzeichen Druck: Bradbury, Wilkinson & Co, Großbritannien Format: 140 mm x 77 mm Nummerierung: C963,763 Authentizität: Original Zitate: 27 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B129 (Linzmayer: The Banknote Book – Lithuania) LIT-27 (Grabowski/Gerber: Gedenkbanknoten der Welt ) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












