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- Sensationelles Auktionsergebnis für DDR-Reiseschecks
In der 127. Berliner Münzauktion, die am 24. September 2022 stattfand, waren mit der Los-Nummer 1333 sechs verschiedene Muster von Reiseschecks der Deutschen Aussenhandelsbank AG zu 20, 100 und 500 Mark der DDR mir rückseitiger Auflistung von Auszahlstellen sowie zu 50, 200 und 500 Mark der DDR mit Umrechnungskursen zu sechs sozialistischen Währungen auf den Rückseiten im Angebot. Deutsche Außenhandelsbank AG: Muster zu Reisescheck über 200 Mark der DDR, Vorderseite. Deutsche Außenhandelsbank AG: Muster zu Reisescheck über 500 Mark der DDR, Vorderseite. Lesen Sie hier einen Beitrag zu den Reiseschecks der Deutschen Aussenhandelsbank der DDR in unserem Blog: https://www.geldscheine-online.com/post/reiseschecks-der-deutschen-aussenhandelsbank-ag-der-ddr Der Ausruf lag bei gerade einmal 30 Euro, also bei 5 Euro pro Muster! Dass der Preis viel zu niedrig angesetzt wurde, war klar. Welcher Preis dann aber am Ende erzielt werden sollte, sprengte alle Vorstellungskraft. Zugeschlagen wurde das Los bei sage und schreibe 9.600 Euro + 23 % Aufgeld = 11.808 Euro + 19 % Mehrwersteuer = 14.051,52 Euro! Respekt! Es handelt sich ganz sicher um sehr seltene Belege zur Geldgeschichte der DDR, daran besteht kein Zweifel. Doch Sammler müssen sich inzwischen fragen, ob sie sich in inflationären Zeiten und bei solchen Zuschlägen in Zukunft überhaupt noch ein paar Sammlerträume erfüllen können oder alle interessanten Stücke in den Tresoren von Geldanlegern landen. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Berliner Münzauktion, www.berlinermuenzauktion.de E-Mail: info@berlinermuenzauktion.de
- Die geheimen Banknotenserien der skandinavischen Länder im "Kalten Krieg"
Die skandinavischen Länder sind stolz auf ihre lange Tradition der Unabhängigkeit und Neutralität. Zuletzt hatten die Schweden im großen Stil auf Seiten der Protestanten in den "Dreißigjährigen Krieg" eingegriffen und Dänemark und Norwegen standen im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung, während Schweden immer wieder in humanitären Fragen vermittelte. Erst der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine veranlasste Schweden wie auch Finnland, um Beitritt zur NATO zu ersuchen. Unvereinbare politische Gegensätze und die Ausdehnung der sowjetischen Interessensphäre auf ganz Ost- und Teile Mitteleuropas spalteten schon bald nach dem gemeinsamen Sieg über Hitler-Deutschland die einstigen Alliierten und führten zum sog. "Kalten Krieg", in dem sich beide Seiten auf den militärischen Ernstfall vorbereiteten und in dem das geteilte Deutschland zum Hauptschlachtfeld geworden wäre. Auch die skandinavischen Länder fühlten sich durch den Sowjet-Imperialismus bedroht, dem immer mehr Völker zum Opfer gefallen waren. So gehörten Dänemark und Norwegen bereits 1949 zu den Gründungsmitgliedern des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO). Zu den unmittelbaren Vorbereitungen auf eine mögliche Kriegsgefahr gehörten für die Skandinavier, was bis heute kaum bekannt ist, auch eigene Ersatzwährungen, die strenger Geheimhaltung unterlagen. Auch die Deutsche Bundesbank hatte bekanntermaßen in den 1960er Jahren geheime Ersatzserien für Westdeutschland (1960) und Westberlin (1963) sowie sog. Bundeskassenscheine (1967) drucken lassen. Die geheimen Banknoten Norwegens Bereits mit der Jahresangabe 1950 wurden im Auftrag der Norges Bank Entwurfszeichnungen für geheime Ersatzbanknoten geschaffen. Bekannt wurden Zeichnungen für Werte zu 5 und 10 Kronen. Mit Angabe des Jahres 1952 folgten dann auch Entwürfe für 100-Kronen-Scheine. 5 Kronen Original-Entwurfszeichnung zu 5 Kronen mit Jahr 1950, einseitig, Rückseite mit Kleberesten. (Sammlung Kjell William Riibe) Probedruck zu 5 Kronen ohne Datum (1950–1952) der Rückseite mit Aufdruck "Probedruck ohne Wert" und Kleberesten, Vorder- und Rückseite. (Sammlung Kjell William Riibe) Probedruck zu 5 Kronen 1952 der Vorderseite, Rückseite mit wiederholter Angabe "Probedruck ohne Wert" , Vorder- und Rückseite. (Sammlung Kjell William Riibe) 10 Kronen Original-Entwurfszeichnung zu 10 Kronen mit Jahr 1950, einseitig, Rückseite mit Kleberesten. (Sammlung Kjell William Riibe) Original-Entwurfszeichnung zu 10 Kronen mit Jahr 1950 in veränderter Zeichnung, einseitig, Rückseite mit Kleberesten. (Sammlung Kjell William Riibe) Probedruck zu 10 Kronen ohne Datum (1950–1952) der Vorderseite mit Aufdruck "Probedruck ohne Wert", Vorder- und Rückseite. (Sammlung Kjell William Riibe) Probedruck zu 10 Kronen ohne Datum (1950–1952) der Rückseite mit Aufdruck "Probedruck ohne Wert" und Kleberesten, Vorder- und Rückseite. (Sammlung Kjell William Riibe) 100 Kronen Original-Entwurfszeichnung zu 100 Kronen mit Jahr 1952, einseitig. (Sammlung Kjell William Riibe) Original-Entwurfszeichnung zu 100 Kronen mit Jahr 1952, einseitig. Rückseite mit Kleberesten, (Sammlung Kjell William Riibe) Geheime Reservebanknote zu 100 Kronen ohne Datum (1980–1990), Vorder- und Rückseite, (Sammlung Kjell William Riibe) 1000 Kronen Geheime Reservebanknote zu 1000 Kronen ohne Datum (1980–1990), Vorder- und Rückseite, (Sammlung Kjell William Riibe) Die geheimen Banknoten Dänemarks Auch die Dänen haben sich im "Kalten Krieg" auf die Einführung einer geheim gehaltenen Reservewährung vorbereitet. Gezeigt werden hier Noten der Dänischen Nationalbank zu 1, 10 und 100 Kronen, die wahrscheinlich aus den 1950er Jahren stammen. Danmarks Nationalbank, Reservebanknote zu 1 Krone ohne Datum (Gesetz vom 7. April 1936), Vorder- und Rückseite. Danmarks Nationalbank, Reservebanknote zu 10 Kronen mit Jahr 19XX, Vorder- und Rückseite. Danmarks Nationalbank, Reservebanknote zu 100 Kronen mit Jahr 19XX, Vorder- und Rückseite. Die geheimen Banknoten Schwedens Wie die schwedische Zeitschrift "MILITÄR HISTORIA" bereits im Februar 2012 berichtet hat, legte die Schwedische Reichsbank im "Kalten Krieg" eine geheime Kriegskasse im Wert von mehreren Milliarden Kronen als sog. "Kriegsvaluta" an. Im Königlichen Münzkabinett sind einige dieser Scheine zu sehen. Berühmte Schweden wie Esaias Tegnér, Axel Oxenstierna und Carl von Linné sind auf den geheimen Geldscheinen abgebildet. In den frühen 1950er Jahren ergriff die Schwedische Reichsbank besondere Maßnahmen, um die Geldversorgung des Landes in Zeiten von Unruhen und Krieg sicherzustellen. Es wurden sogenannte "Notgeldscheine" im Wert von schätzungsweise 4,3 Mrd. SEK hergestellt, was 2012 etwa 55 Mrd. SEK entsprach. Die Banknoten wurden heimlich bei Thomas De La Rue in London gedruckt und dann in schwedischen Tresoren gelagert, für den Fall, dass der "Kalte Krieg" auf Schweden übergreifen würde. Sveriges Riksbank: Geheime Reservebanknoten zu 5, 10 und 100 Kronen, Vorder- und Rückseiten. Rein zufällig wurde in der Reichsbank ein kleiner Stoffbeutel gefunden, der 3.000 Notgeldscheine enthielt: 1.000 Stück 5-Kronen-Banknoten, 1.000 Stück 10-Kronen-Banknoten und 1.000 Stück 100-Kronen-Banknoten. Erst 1982 war beschlossen worden, die Scheine zu vernichten. Sveriges Riksbank: Geschredderte Reservebanknoten. Es versteht sich von selbst, dass derartige Reservebanknoten des "Kalten Kriegs", egal ob es Dänemark, Norwegen oder Schweden betrifft, selten und für Sammler und Historiker ganz besondere Belege der Geld- und Zeitgeschichte sind. Hans-Ludwig Grabowski Herzlichen Dank für die Abbildungen aus der Sammlung von Kjell William Riibe und für die bereitgestellten Abbildungen durch Manfred Dietl.
- Thailand: Fehlerhafte Kontrollnummern bei 20-Baht-Noten
Laut einem Artikel in "The Nation" vom 29. September 2022 hat die thailändische Zentralbank eingeräumt, dass bei einer Reihe von 20-Baht-Polymerscheinen (nicht im SCWPM, Linzmaier B200), die von der Firma De La Rue gedruckt wurden, die thailändischen und englischen Kontrollnummern nicht übereinstimmen. Die Bank zieht die fehlerhaften Banknoten aus dem Verkehr, obwohl sie weiterhin gesetzliche Zahlungsmittel sind. Leider geht aus der Pressemitteilung nicht hervor, wie viele fehlerhafte Banknoten vermutlich produziert wurden. Bei der abgebildeten Banknote lautet die zweite Ziffer der thailändischen Kontrollnummer ๖ (6), während sie wie bei der englischen Kontrollnummer eigentlich ๑ (1) lauten müsste bzw. umgekehrt. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Owen W. Linzmaier (www.banknotebook.com)
- Aus privaten Sammlungen: 25 Thaler der Preußischen Bank vom 26. Mai 1857
Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Hensengerth Historischer Kontext: Die 1846 errichtete Preußische Haupt-Bank war die Zentralbank des Königreichs Preußens im frühen Industriezeitalter. Sie ging durch eine Neuorganisation aus der staatlichen Königlichen Giro- und Lehn-Banco von 1765 hervor. Ihre Kapitalbasis wurde 1846 durch die Beteiligung privater Aktionäre erheblich verstärkt, so dass sich die Bank auch in schwierigen Zeiten wie der Handels- und Bankenkrise 1857 als stabil und handlungsfähig erwies. Ihre Banknoten in Stückelungen von 10 bis 500 Thalern wurden über Preußen hinaus geschätzt und akzeptiert. Die Preußische Bank war die mit Abstand bedeutendste deutsche Notenbank. Nachdem sie 1856 ein unbeschränktes Notenausgaberecht erhalten hatte, bestritt sie rund zwei Drittel des gesamten deutschen Banknotenumlaufs, der sich von 1850 bis 1871 von 31 Millionen Thaler auf 355 Millionen Thaler mehr als verzehnfachte. Davon betrug der Notenumlauf der Preußischen Bank 19 Millionen Thaler am Jahresende 1850, 88 Millionen Thaler 1860 und 242 Millionen Thaler 1871. Den höchsten Notenumlauf verzeichnete die Bank im durch die Reichsgründung ausgelösten Wirtschaftsboom 1872/73 mit über 300 Millionen Thalern. Die Stückelung ihrer ausgegebenen Noten betrug (nach Adolph Wagner, System der Zettelbankpolitik, Freiburg i. Br. 1873, S. 701) Ende 1872: 945.600 Noten zu 10 Thalern, 2.240.840 Noten zu 25 Thalern, 171.940 Noten zu 50 Thalern, 1.527.320 Noten zu 100 Thalern und 166.950 Noten zu 500 Thalern; insgesamt gut fünf Millionen Banknoten im Gesamtwert von etwa 311 Millionen Thaler. Zum 1. Januar 1876 entstand aus der Preußischen Bank die Deutsche Reichsbank. Von der Banknote zu 25 Thaler gab es drei verschiedene, unterschiedlich gestaltete Emissionen: Die erste aus dem Jahr 1846, die vorliegende von 1857 und die letzte von 1868. Nur wenige Exemplare sind von den einst hohen Stückzahlen bis heute erhalten geblieben. Land/Region/Ort: Deutscher Bund, Königreich Preußen, Berlin Emittent: Preußische Haupt-Bank Nominal: 25 Thaler Datum: 26. Mai 1857 Vorderseite: Mitte oben bekröntes preußisches Wappen mit Wappendecke und zwei Schildhaltern. Rückseite: Weibliche Allegorien (Mitte oben bekrönte Borussia mit Wappenschild, Zepter und flankiert von zwei preußischen Adlern), links und rechts mit Putten sowie Ornamente. Format: 148 mm x 97 mm Material: Papier Nummerierung: I. Lit. D. (bisher nicht katalogisiert), No. 283023 Authentizität: Original Zitate: GK-305 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) A 447 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S249 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Dr. Bernd Sprenger Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturhinweis: Hans-Ludwig Grabowski | Manfred Kranz Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mehr lesen … Leseprobe
- Lexikon: Enschede en Zonen
Die Firma Joh. Enschede en Zonen in Haarlem (heute Koninklijke Joh. Enschedé) ist eine bekannte alte niederländische Banknotendruckerei. Sie druckte die meisten Noten der Nederlandsche Bank und viele Scheine der ehemaligen niederländischen Kolonien (z. B. Javasche Bank). 1703 trat Izaak Enschedé in die Gilde der Buchdrucker in Haarlem ein. In seiner Druckerei wurden schon bald Bücher mit besonderen Schrifttypen hergestellt. 1769 druckte Johannes Enschedé dann Anleihen für die Gemeinde Haarlem und in den folgenden Jahren immer mehr Wertpapiere. Johannes Enschede (1708 bis 1780) Stich von C. van Noorde aus dem Jahr 1763. Lettern-Gießerei von Johannes Enschede in Haarlem, Stich aus dem Jahr 1768. Der ursprüngliche Firmensitz in der Klokhuisplein in Haarlem. 1810 druckte das Unternehmen zum ersten mal Banknoten für Niederländisch-Ost und -Westindien. 1866 druckte es die zweite Ausgabe niederländischer Briefmarken. Seither werden hier alle niederländischen Briefmarken gedruckt. Aber auch andere Länder, wie z. B. Großbritannien, lassen hier Briefmarken drucken. Im 20. Jahrhundert arbeitete sie mit der staatlichen Druckerei Sdu zusammen, um Pässe und Führerscheine zu drucken. Javasche Bank, NLI-72c: Banknote zu 50 Gulden vom 12. August 1929 mit Druckvermerk: Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem; Vorder- und Rückseite. Nederlandsche Bank, NLD-51c: Banknote zu 100 Gulden vom 10. März 1944 mit Druckvermerk: Joh. Enschedé en Zonen Imp.; Vorder- und Rückseite. Nederlandsche Bank, NLD-92a: Banknote zu 25 Gulden vom 110. Februar 1971 mit Druckvermerk: Joh. Enschedé en Zonen Imp; Vorder- und Rückseite. Weitere Beispiele von Banknotendrucken der Firma Enschede: Brasilien, Caixa de Conversao 1906: 500 und 1000 Milreis Luxemburg 1929: 20 Francs/Franken und 1932: 50 Francs/Franken Israel 1958: 1/2 und 1 Pfund; 1960: 50 Pfund; 1968: 5, 10, 50, 100 Pfund; 1973: alle Werte. Indonesien 1952: alle Werte Suriname: Noten der Bank von Suriname Niederländische Antillen: Alle Noten der Bank van de Nederlandse Antillen Die alten von Enschede gedruckten Noten fallen vor allem durch ihre mehrfarbigen, schmuckvollen und oft die ganze Notenfläche bedeckenden Guillochen auf. Einen ganz modernen Notenstil zeigen die Noten der Nederlandse Bank in den 1960er und 70er Jahren. Mit Einführung des Euro wurde die Joh. Enschede Security Printing auch in dessen Herstellung einbezogen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Geldscheine: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 39
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 835 Roger Pfund Geboren 1943 in Bern. Seit 1971 für die Schweizerische Nationalbank tätig. Von ihm stammen Entwürfe zur letzten französischen Banknotenserie und zum Schweizer Pass. Er nahm an zahlreichen PR-Kampagnen teil und wirkte u. a. als Designer für die 700-Jahr-Feier der Schweiz und die 50-Jahr-Feier der Vereinten Nationen. 2002 wurde er zum "Officier" des französischen Kultur-Ordens ernannt. Seine Euro-Entwurfsserie vermittelt einen Gesamteindruck der menschlichen Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte. Die Vorderseiten zeigen Porträts bedeutender Kunstwerke der verschiedenen Epochen und die Rückseiten architektonische Motive. 5 Euro, Vorderseite mit einer steinernen Skulptur (Thukydides), Geschichte des Peloponnesischen Kriegs (495–429 v. u. Z.), Porträt von Perikles (griechischer Staatsmann) im Schaurand; Rückseite mit griechischem Fries, Concordia-Tempel in Agrigent (5. Jahrhundert v. u. Z.) und Theater von Epidaurus (350 v. u. Z.). 10 Euro, Vorderseite: Buchmalereien und Schriften; Porträts der Äbtissin Heloisa im Schaurand und des Theologen Peter Abaelard; Tympanon der Basilika St. Madeleine in Vézelay von 1120; mittelalterlicher Wagen. Rückseite: Mittelschiff der Basilika St. Madeleine und romanischer Fußboden in Katalonien. 20 Euro, Vorderseite: Porträt des Heiligen Thomas von Aquin im Schaurand (1228–1274, italienischer Theolog und Philosoph); italienischer Altar von Jacobello (1380). Rückseite: Chorgewölbe der Kathedrale von Amiens (1270) und Fensterrose der Kathedrale Notre Dame in Paris. 50 Euro, Vorderseite: Porträt Humanisten Erasmus von Rotterdam im Schaurand (1469–1536), Entstehung der Kartographie und Flugmaschine von Leonardo da Vinci. Rückseite: Tempietto von San Pietro in Montorio (1502) und Piazza Campidoglio von Michelangelo Buonarroti in Rom. 100 Euro, Vorderseite: Porträt von William Shakespeare (1564–1616) im Schaurand; Deckenverzierung im Kloster Melk und Heißluftballon. Rückseite: Kuppel der Wieskirche in Bayern (1750) und Kuppel der Kapelle des Turiner Grabtuches. 200 Euro, Vorderseite: Porträt von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) im Schaurand; Briefmarke und Börse von Amsterdam (von H. P. Berlage). Rückseite: Gewächshäuser in Kew Gardens in England (1850) und Pariser Getreidebörse. 500 Euro, Vorderseite: Porträt von Albert Einstein (1879–1955) im Schaurand; Centre Georges Pomidou (1971) und Flugzeug. Rückseite: Sanatorium in Paimio in Finnland (1930) und modulare Struktur der Vordersicht eines modernen Gebäudes. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Leserpost: Nicht katalogisierter Zeller Gutschein
Anbei Abbildungen eines Zeller Notgeldscheins, der nicht im "Keller" ist, aber evtl. schon bekannt? T. Neldner Antwort der Redaktion Unter Zell-Harmersbach führte Dr. Arnold Keller in seinem Katalog "Das Notgeld der deutschen Inflation 1923" (Original-Ausgabe von 1958) mit Nr. 5766 die Gutscheine der Vereinigten Zeller keramischen Fabriken Georg Schmider auf. Danach gab es handschriftlich erstellte und dann lithographisch vervielfältigte Gutscheine auf drei verschiedene Banken Süddeutsche Diskonto-Gesellschaft AG Offenbach, Zahlstelle Gengenbach Gewerbebank Zell am Harmersbach Städtische Sparkasse Zell am Harmersbach im Nennwert zu 100.000 Mark mit dem Datum vom 30. August 1923 auf den Rückseiten gedruckter Preislisten der Firma. Günter Rupertus führt in seinem Katalog "Das Papiergeld von Baden 1849–1948" aus dem Jahr 1988 dann schon folgende Gutscheine unter Nr. 365 auf: 500.000 Mark vom 22.08.1923 1 Million Mark vom 22.08.1923 100.000 Mark vom 30.08.1923 Bei Ihrem 2-Millionen-Mark-Gutschein vom 30. August 1923 dürfte es sich also um eine Neuentdeckung handeln. Ob der Schein in Kreisen badischer Regionalsammler bereits bekannt ist, kann ich nicht beurteilen. Fest steht aber, dass alle Ausgaben dieses Emittenten heute sehr selten und gesucht sind. Hans-Ludwig Grabowski
- Ukraine: Notenbankchef ist zurückgetreten
Wie die Tagesschau aktuell meldete, steht die ukrainische Wirtschaft wegen des russischen Angriffskriegs vor einem beispiellosen Einbruch. Die Weltbank sagt voraus, dass sich die Wirtschaftskraft des Landes in diesem Jahr fast halbieren wird. Das sorgt auch für Turbulenzen auf dem Währungsmarkt. Zwar sei noch keine Panik ausgebrochen, weil ein massiver Kapitalabfluss laut Zentralbank gestoppt worden sei, doch die Teuerung war zuletzt auf 23,8 % gestiegen. Zur Eindämmung der Inflation beträgt der Leitzins in der Ukraine derzeit 25 % und die Landeswährung hat gegenüber dem US-Dollar etwa die Hälfte am Wert verloren. Nationalbank der Ukraine: Gedenkbanknoten zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit über 200 Griwna von 2021, Vorderseite. Überraschend hat nun der 49-jährige ukrainische Notenbankchef Kyrylo Schewtschenko seinen Rücktritt aus "gesundheitlichen Gründen" eingereicht. Laut Medienberichten hat sich der Konflikt zwischen Finanzministerium und der Zentralbank immer mehr verschärft. Schewtschenko hatte sich für Einsparungen ausgesprochen. Die weitere Finanzierung sollte wegen der Gefahr einer Hyperinflation nicht länger über die Notenpresse erfolgen. Für das Jahr 2023 muss die Ukraine gut die Hälfte des Haushalts mit ausländischen Krediten bestreiten. Inzwischen wurde gegen den zurückgetretenen Notenbankchef ein Verfahren wegen Unterschlagung eingeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sollen in seiner Zeit als Leiter der staatlichen Ukrhasbank von 2014 bis 2019 umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro gestohlen worden sein. Schewtschenko drohen nun bis zu zwölf Jahren Haft. Hans-Ludwig Grabowski
- Militärmark-Katalog ist IBNS Book of the Year 2021
Michael H. Schöne ist Geldscheinsammlern als akribisch forschender Autor mit breitem Fachwissen bekannt, der schon eine ganze Reihe wichtiger Publikationen vorgelegt hat. Jetzt wurde sein Katalog Die Militärmark-Scheine der Alliierten von 1944 bis 1948 in Deutschland mit dem Literary Achievement Award der International Bank Note Society (IBNS) als 2021 Book of the Year ausgezeichnet. Das Buch haben wir hier vorgestellt! Hier geht es zu den Fachbeiträgen von Michael H. Schöne in unserem Blog! Die Redaktion von geldscheine-online.com gratuliert ganz herzlich für diese mehr als verdiente Ehrung, wünscht Gesundheit und auch weiterhin viel Freude an der Notaphilie. Hans-Ludwig Grabowski
- Wir verlosen Eintrittskarten zur Aachen-Show
Lesen Sie hier unseren Bericht zur Aachen-Show vom März 2022! Wir verlosen 10 Tageskarten für die 3. Internationale Banknoten-Messe (Aachen-Show) vom 14. bis 16. Oktober 2022. Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "Aachen-Show" und der Angabe für welchen Tag Sie eine Karte gewinnen möchten. Bitte geben Sie auch Ihre Kontaktdaten an. Sollten Sie gewinnen, werden diese an der Kasse hinterlegt und Sie erhalten gegen Vorlage Ihrer Gewinnbenachrichtigung Ihre kostenlose Eintrittskarte. Einsendeschluss ist der 12. Oktober 2022! Später eingehende E-Mails nehmen nicht an der Verlosung teil. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt! Verlagsmitarbeiter, deren Angehörige und Gewinnspielservices dürfen nicht an der Verlosung teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Datenschutzbestimmungen finden Sie hier. Wir wünschen viel Glück!
- Das "Stiefelsohlengeld" aus Pößneck und seine Nachprägungen
Die Gewerbe der thüringischen Stadt Pößneck waren schon seit Jahrhunderten durch Tuchmacher und Lohgerber geprägt. Um 1860 begann der Aufstieg Pößnecks als Industriestadt mit bedeutender Textil- und Lederindustrie. Hier wurde 1891 auch der Deutsche Textilarbeiterverband (später Gewerkschaft Textil-Bekleidung) gegründet. Nachdem die Stadt 1922 Notgeldscheine zu 100 und 500 Mark aus dickem Pergamentpapier ausgegeben hatte, nutzte man mit Beginn der Hochinflation auch Leder und sogar Schuhsohlen für die Herstellung von städtischem Notgeld. Gutschein der Stadt Pößneck über 100 Mark vom 13. September 1922 aus dickem Pergament, Gültigkeit durch Stempel verlängert bis 5. Februar 1923, Druck einseitig. Notgeld der Stadt Pößneck über 5 Millionen Mark vom 11. August 1923 aus Schafsleder, Vorderseite mit Ansicht der alten Gerberstadt und Rückseite mit Schabebaum. Die Gestaltung übernahm der Pößnecker Grafiker Kühlborn, den Druck der Inflationsausgaben die Firma C. G. Vogel in Pößneck. Das Stiefelsohlengeld Das sog. "Stiefelsohlengeld" war wertbeständiges Notgeld der Stadt Pößneck, das auf dicke Lederformen für Absätze geprägt wurde. Eine zeitgenössische Zeitungs-Meldung dazu lautet: Das Pößnecker "Stiefelsohlengeld" Eine der originellsten Notgeldschöpfungen dürfte das von der Stadt Pößneck i. Th. im September 1923 herausgebrachte Stiefelsohlengeld sein. Diese drei Tauschwertscheine, 1 Sohle zu 1,50 Goldmark, 1 Absatzstück 50 Goldpfennig u. 1 Absatzstück 25 Goldpfennig, aus unverwüstlichem Pößnecker Sohlenleder, sind die Vorläufer der wertbeständigen Währung gewesen. In den letzten Tagen der Inflation waren diese Stiefelsohlen ein gern genommenes Zahlungsmittel, welches bei Teillohnzahlungen in größeren und kleineren Betrieben Verwendung fand. Nach unseren Ermittlungen ist eine Gesamtauflage von 997 Sohlen zu 1,50 Goldmark, 997 Absatzstücke zu 50 und 997 Absatzstücke zu 25 Goldpfennig hergestellt worden. Der größte Teil dieser Scheine dürfte bei Eintritt stabiler Währungsverhältnisse seiner natürlichen Bestimmung zugeführt worden sein. Pößnecker Stiefelsohlengeld, Originale zu 25 Goldpfennig (Damenabsatz) und 50 Goldpfennig (Herrenabsatz) mit Datum vom 27. September 1923. Pößnecker Stiefelsohlengeld, Original zu 1,50 Goldmark (Stiefelsohle) mit Datum vom 27. September 1923. Die Originale wurden auf dickem Schuhsohlenleder (dunkelbraune Rindslederstücke) geprägt. Vom höchsten Wert zu 1,50 Goldmark gibt es sowohl rechteckigen Stücke (wie abgebildet), als auch bereits als Sohle in Form geschnittene Stücke. Die Auflagezahlen wurden lange Zeit, soch auch noch bei den Nachprägungen des Kulturbunds der DDR, mit knapp 1000 Stück je Nennwert angegeben. Zwischenzeitlich scheint aber sicher, dass je Wert 1.200 Stück Originale hergestellt wurden. Nachprägungen des Kulturbunds der DDR Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Fachgruppe Numismatik Pößneck im Kulturbund der DDR ließ der Verein Ende der 1980er Jahre das "Sohlengeld" der Stadt mit dem Zusatz "Numismatik Pößneck" nachprägen. Für die Sohle wurde hierzu der Originaldruckstock verwendet. Die "Absätze" wurden nachempfunden. Während die Originale auf dunkelbraunem Sohlenleder geprägt waren, wurden alle Ausgaben des Kulturbunds auf hellem Leder geprägt. Die Nachprägungen wurden durch die Firma Schleizer Alben realisiert. Jeden Wert gibt es in drei verschiedenen Ausführungen: als Blindprägung, Prägung in Silber und als Prägung in Gold. Die 1,50-Goldmark-Prägungen erfolgten im November 1988. Die beiden kleineren Werte wurden dann im November 1989 geprägt. Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 25 Goldpfennig auf hellem Leder vom November 1989 als Bildprägung. Folgende Stückzahlen wurden nachgeprägt: 25 Goldpfennig vom 27.9.1923 (Nachprägung im November 1989) Blindprägung: 580 Stück Silberprägung: 200 Stück Goldprägung: 150 Stück Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 50 Goldpfennig auf hellem Leder vom November 1989 als Bildprägung (links) und Goldprägung (rechts). 50 Goldpfennig vom 27.9.1923 (Nachprägung im November 1989) Blindprägung: 645 Stück Silberprägung: 200 Stück Goldprägung: 150 Stück Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 1,50 Goldmark auf hellem Leder vom November 1988 als Bildprägung, Vorder- und Rückseite mit Angaben des Kulturbunds. 1,50 Goldmark vom 27.9.1923 (Nachprägung im November 1988) Blindprägung: 645 Stück Silberprägung: 200 Stück Goldprägung: 150 Stück Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 1,50 Goldmark auf hellem Leder vom November 1988 als Goldprägung, Vorderseite. Damit der auf dunklen Originalsohlen nur schlecht lesbare Text auf den großen "Stiefelsohlen" auch zur Geltung kommt, möchte ich hier noch eine Nachprägung auf hellem Leder groß abbilden. Und wer die alte Frakturschrift nicht mehr lesen kann, dem sei das nette Gedicht auch in einer Transkription geboten: Der Geldschein ist nur Scheingeld, Das nicht mehr seinen Wert hält; Doch Pößnecks Leder ihr achten sollt Wie altes Geld von echtem Gold. Vorm Kriege eine Mark ich galt, Drob schätze hoch mich jung und alt, Mir wuchs danach ein Nullenschweif. Fürs Irrenhaus die Welt ist reif. Die deutsche Mark kam auf den Hund, Doch deutscher Arm ist noch gesund! Was der an Werten täglich schafft, Der Börsenschwindel an sich rafft. Kauf'st Du ne Serie Sohlengeld, Der Wuchrer nichts von Dir erhält! Geschützt bist Du ein ganzes Jahr Vor Schnupfen und vor Reißen gar, Denn diese Sohlen zäh und dicht, Die dulden kalte Füße nicht. Verwiesen wird außerdem auf "Neptunio" (D.R.P. = Deutsches Reichspatent) – Das beste Sohlenleder der Welt und zwei Pößnecker Lederfabriken. Die Unterscheidung zwischen Originalen und Nachprägungen dürfte Sammlern also keine Schwierigkeiten bereiten, bedenkt man die unterschiedlichen Lederarten. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Sämtliche Ausgaben des Pößnecker Ledergelds findet man in meinem Katalog zum Notgeld der besonderen Art. Hans-Ludwig Grabowski Deutsches Notgeld, Band 9: Notgeld der besonderen Art Geldscheine aus Stoff, Leder und sonstigen ungewöhnlichen Materialien Mehr lesen … Leseprobe
- Liberia: Neue 500- und 1000-Dollars-Scheine von 2022
Voraussichtlich Ende 2022 sollen neue 500- und 1000-Dollars-Noten der Central Bank of Liberia mit der Jahresangabe 2022 eingeführt werden. Als Signaturen werden die von Tweah/Tarlue verwendet. Wahrscheinlich starten die neuen Noten jeweils mit der Serie AA. Der Fünfhundert zeigt auf der Vorderseite zentral sieben Frauen (Gestalterinnen der liberianischen Flagge) im Kreis bei der Arbeit an der Nationalflagge des Landes. Auf der Rückseite ist ein erwachsenes Nilpferd mit einem Kalb zu sehen. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehört ein grün-blau gefensterter Sicherheitsfaden mit entmetallisierten Sternen, Nennwert und der Bankabkürzung CBL. Das Format beträgt 143 mm x 66 mm. Der neue Tausender zeigt auf der Vorderseite mittig Stammesmasken der 16 indigenen ethnischen Völker Liberias. In Liberia können nur Personen afrikanischer Abstammung die Staatsbürgerschaft erlangen. Als Staatssprache wird allerdings Englisch benutzt, obwohl das Land im 19. Jahrhundert nicht kolonisiert wurde, weil sich keine der hier gesprochenen westafrikanischen Staaten durchsetzen konnte. Deshalb ist auch die Beschriftung der Banknoten in Englisch gehalten. Die Rückseite zeigt das Kapitol in der Hauptstadt Monrovia. Format und Sicherheitsmerkmale sind wie beim Fünfhunderter ausgeführt. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com












