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3669 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Aus privaten Sammlungen: Britisches Kantinengeld über eine Sechstel-Mark aus Bad Oeynhausen

    Historischer Kontext: Am 3. April 1945 war der Krieg im westfälischen Bad Oeynhausen zu Ende. Die Stadt wurde vom Stabsarzt Dr. Werner Aly kampflos gegen 14.00 Uhr an Einheiten der 5th Armored Division der US-Armee unter Leutnant Enno Hobbing übergeben. Eine Woche später übernahm die britische 21st Army Group die Kurstadt. Dort richteten sie im Badehotel „Königshof“ ihr Hauptquartier ein; fortan war es das Befehlszentrum der British Army of the Rhine (BAOR) in der Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung ordnete am 3. Mai 1945 die Evakuierung der Innenstadt an; über 9.000 Einwohner mussten bis 12. Mai innerhalb von 24 Stunden ihre Wohnungen in 959 Häusern verlassen. Diese musste sich am Rande der Stadt einrichten und Unterkünfte mit den Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten und den Evakuierten aus dem Ruhrgebiet teilen. Die Innenstadt wurde zur verbotenen Zone, mit einem Stacheldrahtzaun abgeriegelt und strengstens bewacht. Etwa 6.000 Briten lebten darin. Abb. 1: „Am Kurpark 5“ = Adresse des Hauptquartiers der britischen Rheinarmee von 1945 bis Oktober 1954; im Sprachgebrauch nannten die Briten die Stadt „Bad-O“. An der Ecke Klosterstraße 2/Herforder Straße wurde zur Betreuung, Versorgung und für Vergnügungen der Militärangehörigen ein YMCA-Klub eingerichtet. Abb. 2: YMCA-Club im ehemaligen „Modenhaus Eisenreich“, bis 1937 im Besitz der jüdischen Familie Rüdenberg. Wie an anderen Orten in der britischen Zone auch wurde in unterschiedlichen Einrichtungen wie Klubs und Gaststätten auch in Bad Oeynhausen Kantinengeld verwendet – meist in Reichsmark-Währung und in der Wertstufe 1/6 Mark. Nach der Festlegung des alliierten Militär-Rechnungskurses vom Oktober 1944 galt 1 Pfund = 40 RM; die Sechstel-Mark-Scheine entsprachen damit einem Wert von 1 Penny und wurden bis März 1948 verwendet. Abb. 3: Kantinengeld, Vs., 80 × 70 mm, „TOKEN VOUCHER FOR ONE SIXTH OF A MARK“ / „VALID AT Y.M.C.A. CANTEEN BAD OEYNHAUSEN ONLY“; bisher sind nur 4 Exemplare dieser Ausgabe belegt. Die Gestaltung der Scheine ähnelt sehr den alliierten Militärmark-Scheinen zu einer halben Mark mit Datum 1944. Diese hatten jedoch die Größe von 78 × 67 mm. Derartige Scheine sind aus weiteren Städten bekannt: Token Voucher for One Sixth of a Mark / Y.M.C.A. canteen Herford & Bad Salzuflen; One Sixth Mark Token / TOC H Restaurant „Krefelder Hof“ Süchteln; One Sixth Mark Token TOC H Restaurant Lübbecke; One Sixth Mark Token „Empire Club“ Salzuflen und in vereinfachter Gestaltung One Sixth Mark Token TOC H Service Club Hanover; ebenso eine Ausgabe über 1/6 Mark YMCA Bad Lippspringe. Im „Empire Club“ Bad Salzuflen wurden (möglicherweise nach der Währungsreform im Juni 1948) ähnliche Scheine zu 1 Penny und zu 6 Pence verwendet. Von einigen Scheinen existieren Druckvarianten – sie sind allesamt selten bis sehr selten zu finden und kommen auf dem Sammlermarkt kaum vor. Abb. 4: alliierter Militärmark-Schein ½ Mark/50 Pfennig 1944, Vs. Abb. 5: Kantinengeld, Vs., 80 × 70 mm, in zwei Druckvarianten bekannt – rot und grün (mit Stempel „HQ GHQ TPS“ = Headquarters General Headquarters Troops“; die Scheine zeigen eine Distel (für Schottland) und ein Ahornblatt (für Kanada). Es ist nicht belegt, dass die Oeynhausener Scheine auch im Offiziersklub „Margarethenhof“ oder im „Victory Club“ verwendet wurden. Und auffallend ist das Fehlen weiterer Kantinengelder höherer Wertstufen. Wahrscheinlich dienten die Sechstel-Mark-Scheine als Kleingeld für die ab 1. August 1946 geltenden British Armed Forces Special Vouchers. Die erste Serie und die folgenden Serien hatten als niedrigsten Wert die 3-Pence-Militärgeld-Scheine; die 50 Reichspfennig entsprachen. Hinweise auf die ausführende Druckerei und die Menge der gedruckten Scheine ließen sich bis heute in den alliierten Archiven nicht finden. Land/Region/Ort: Deutschland, Britische Besatzungszone, Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen Objekttyp: Kantinengeld, Sammlung M. H. Schöne Emittent: YMCA (Young Men‘s Christian Association; deutscher Ableger ist der CVJM = Christlicher Verein Junger Männer) Nominal: 1/6 Mark = One Sixth of a Mark (= 1 Penny) Datum: ohne Datum Umlauf: 1947/48 Vorderseite: Text und Wertangabe im Ornamentrahmen, YMCA-Emblem Rückseite: unbedruckt Material: Karton Wasserzeichen: ohne Format: 80 × 76 mm Nummerierung: ohne Authentizität: Original Zitat: Schöne # 3101 in: „Militär-, Kantinen- und Lagergeld-Ausgaben der Alliierten seit 1944 in Deutschland“ (2013) Michael H. Schöne Quellen https://en.wikipedia.org https://www.badoeynhausen.de , Stadtchronik https://www.baor-locations.org https://www.criticalpast.com https://www.vorablesen.de , Rezensionen zu Theresia Graw „Don’t kiss Tommy“, 2024 https://www.westfalen-blatt.de

  • Leserpost: 5 Milliarden Mark mit Firmenzeichen D

    Dear Mr. Grabowski. I have a banknote in my possession, which according to your classification is DEU-117b. However, the logo (Firmenzeichen) is located next to the serial number, although in other banknotes it is located at the top left, separately from the number. Is this banknote DEU-117b or is it another variety? Sincerely, M. Furman Übersetzung: Ich besitze eine Banknote, die Ihrer Klassifizierung nach DEU-117b entspricht. Das Firmenzeichen befindet sich jedoch neben der Seriennummer, obwohl es sich bei anderen Banknoten oben links befindet, getrennt von der Nummer. Ist diese Banknote DEU-117b oder handelt es sich um eine andere Variante? Antwort der Redaktion Es handelt sich um DEU-117b, obwohl das Firmenzeichen D direkt ein Teil der Nummerierung ist. Das Nummerierwerk der Sondertype 16 kommt nur mit den Firmenzeichen A (Greiner & Pfeiffer, Stuttgart) und D (wahrscheinlich der selben Firma) vor. Andere private Druckereien, die ebenfalls Reichsbanknoten herstellten, verwendeten andere Nummerierwerke. Vielleicht sollte man darauf in einem Fachartikel oder im Anhang des Katalogs zu den deutschen Banknoten näher eingehen. Ich wünsche noch viel Freude beim Sammeln von Geldscheinen und bei der Beschäftigung mit der Geschichte dazu. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Shop

  • Der ungeeignetste US-Präsident auf Geldscheinen

    Washington/DC im Jahr 1872: an der Kreuzung 13th/M Street stoppte der schwarze Polizist William Henry West den damals amtierenden US-Präsidenten Ulysses S. Grant. In der Nähe des Weißen Hauses war Grant mit seiner Pferdekutsche wieder einmal zu schnell gefahren – wie am Tag zuvor. „ Es tut mir sehr leid, Herr Präsident, dass ich es tun muss, denn Sie sind der Chef der Nation, und ich bin nichts anderes als ein Polizist, aber Pflicht ist Pflicht, Sir, und ich muss Sie unter Arrest setzen.“ Präsident Ulysses S. Grant wurde verhaftet und musste eine Kaution von 20 Dollars hinterlegen, die heute etwa 450 bis 500 Dollars entsprechen. Nach Ansicht von West war Präsident Grant mit seinem schnellen Fahren ein schlechtes Beispiel für andere Einwohner von Washington. „Der Präsident nahm oft an Geschwindigkeitswettbewerben mit seinen Freunden teil“ , behauptete West, und „die Straße war zeitweise gefährlich für Frauen und Kinder.“ Immer wieder beschwerten sich Bürger bei der Polizei über die Zustände, die in ihrer Straße aufgrund der heftigen Rennen herrschten, und es wurde angeordnet, dass die Polizei die Rennfahrer anhalten müsse. [1] Abb. 1: Präsident U. S. Grant mit dem Verleger Robert E. Bonner im Jahr 1868. Eine Beliebtheitsumfrage aus dem Jahr 2008 in den USA brachte Grant auf Platz 18 der damals 43 US-amerikanischen Präsidenten ... zwischen William McKinley und Grover Cleveland. Mit Schärfe charakterisierten Peter Schäfer und Ulrike Skorsetz [2] den ehemaligen Bürgerkriegsgeneral Grant: „Ulysses Simpson Grant gilt als einer der von der Persönlichkeit her ungeeignetsten Männer für das Amt des Präsidenten in der Geschichte der USA. Er besaß weder Erfahrung auf dem Gebiet der Politik noch das geistige Format und die für ein solches Amt notwendige Sensibilität, noch die erforderliche Menschenkenntnis. Was ihn zum Präsidenten machte, war seine Popularität, die aus seinen militärischen Erfolgen während des Bürgerkrieges resultierten, sowie die in den Augen der Wähler fehlende Alternative.“ In Washington war man 1885 völlig anderer Meinung. Die Verantwortlichen entschieden im US-Finanzministerium, Präsident U. S. Grant erstmals auf Geldscheinen abzubilden: auf den 5-Dollars-Noten von 1886. Abb. 2: 5 Dollars 1886, Vs., Silver Certificate 1899, gedruckt zwischen 1891 und 1893. Es folgten weitere Geldscheine – jeweils mit einem ähnlichen Porträt des Präsidenten: 5 Dollars 1896 SC, 1 Dollar 1899 SC, 50 Dollars 1913 GC, 50 Dollars 1914 FRN rotes Siegel, 50 Dollars 1914 blaues Siegel, 50 Dollars 1918 FRB/NC, 50 Dollars 1928 GC, 50 Dollars 1929 NC Typ I und II, 50 Dollars 1934–1993 FRN, 50 Dollars 1996–2001 FRN und 50 Dollars 2004 FRN bis heute. Abb. 3: Ulysses S. Grant (1822–1885), 1869–1877; 18. Präsident der USA, zwischen 1870 und 1880 fotografiert © Brady-Handy Collection, Library of Congress, Prints and Photographs Division – nach dieser Fotografie gravierte Lorenzo J. Hatch den Präsidenten für einige Geldscheine. Abb. 4: 5 Dollars 1896, Rs., Silver Certificate, Bürgerkriegsgeneräle U. S. Grant/links und P. H. Sheridan/rechts. Abb. 5: 1 Dollars 1899, Vs., Silver Certificate, Präsidenten A. Lincoln/links, U. S. Grant/rechts. Abb. 6: 50 Dollars 1913, Vs., Gold Certificate, ähnliche Gold-Scheine im Großformat wurden mit dem Datum 1922 ausgegeben. Abb. 7: 50 Dollars 1914, Vs., Federal Reserve Note, ähnliche Scheine mit blauem Stempel waren eine Nachauflage. Abb. 8: 50 Dollars 1918, Vs., National Currency, nur zwei Ausgabestellen sind von diesem Typ nachweisbar – hier FRB St. Louis/Missouri, SBst. H; Ausgabe für Atlanta/Georgia hatte die Kennung 6-F. Auch nach der Verkleinerung des Papierformats wurden 50-Dollars-Noten mit dem Porträt von U. S. Grant gedruckt. Die als „large-size notes“ bezeichneten US-Scheine von 1861 bis 1927 hatten die oft leicht abweichenden Maße 189 x 80 mm – die „small-size notes“ sind seit 1928 bis heute hingegen nur 156 × 67 mm groß. Abb. 9: 50 Dollars 1928, Vs., Gold Certificate. Abb. 10: 50 Dollars 1918, Vs., National Currency, nur sieben Ausgabestellen sind von diesem Typ nachweisbar – hier FRB New York/NY, SBst B. Abb. 11: 50 Dollars 1934, Vs., Federal Reserve Note, dieser Typ wurde ab 1928 in 26 Varianten bis 1993 gedruckt– hier FRB New York/NY, SBst B. Abb. 12: 50 Dollars 1996, Vs., Federal Reserve Note, dieser Typ wurde 1996 und 2001 in zwei Varianten gedruckt – hier Austauschnote der FRB San Francisco 12-L. Abb. 13: 50 Dollars 2004, Vs., Federal Reserve Note, davon wurden seit 2004 Scheine in sechs Varianten gedruckt; hier Standardschein der FRB San Francisco 12-L. Abb. 14: 15 Cents o. D. (1867–1869), Vs., Probedruck der Druckerei des US-Schatzamts; Unterschriften: Noah Lemuel Jeffries (links)/Francis Elias Spinner (rechts). Erwähnenswert sind Probedrucke zu 15 Cents der sog. Fractional Currency. Diese Kleinbanknote mit den Porträts von Philip H. Sherman und Ulysses S. Grant kam nie in Umlauf. Das Gesetz des 39. US-Kongresses vom 7. April 1866 verbot eine Abbildung lebender Personen auf Geldscheinen. Trotzt seiner militärischen Erfolge während des Bürgerkriegs war Grant mehr als umstritten. Korruptionsskandale, sein Versagen beim Kampf gegen den Ku-Klux-Klan und vor allem sein Generalbefehl Nr. 11 vom 17. Dezember 1862, nach dem allen Juden befohlen wurde, Mississippi, Kentucky und Tennessee binnen 24 Stunden zu verlassen, machten ihn beim US-amerikanischen Volk mehr als unbeliebt. Nach Beschwerden in Washington wies Präsident Lincoln am 7. Januar 1863 Grant an, den Befehl umgehend zurückzunehmen. 1873 gewann Grant die Wiederwahl zum Präsidenten mit einem Erdrutschsieg, was vor allem auf das Unvermögen von Horace Greeley, Kandidat einer Abspaltung der Republikaner, der Liberal-Republikanischen Partei, geschuldet war. 1876 wollte Grant trotzdem nochmals antreten, doch die Republikaner verweigerten ihm die Gefolgschaft mit Verweis auf das Vorbild George Washingtons. Grant verstarb am 23. Juli 1885 an Kehlkopfkrebs. Unterschiedliche Dollar-Redesign-Scheine mit dem Bildnis von U. S. Grant sind aus jüngster Zeit bekannt – dem ungeeignetsten US-Präsidenten aller Zeiten ... Stand 1999! Abb. 15: 50 Dollars 2015, Vs., „Federal Reserve Note“ mit fiktiven Unterschriften, links „Treasurer Suzy Smith Due“/rechts „Secretary J. G. Doe“ – vergleichbar mit „Mustermann“ im Deutschen; Spielgeld und sog. Funny Notes werden heutzutage angeboten ... auch in den Wertstufen bis 1 Mio. Dollars. Michael H. Schöne Quellen [1] „Sunday Star“ Washington DC vom 27. September 1908 „Only Policeman who ever arrested a President“ [2] Schäfer, P./Skorsetz, U. „Die Präsidenten der USA in Lebensbildern“, Berlin 1999 https://de.wikipedia.org https://en.wikipedia.org https://www.historytoday.com/reviews/ulysses-s-grant-great-soldier-poor https://www-nps-gov

  • Lexikon: Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden

    Die Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden wurde aufgrund des Gesetzes über Zahlungsverbindlichkeiten gegenüber dem Ausland vom 9. Juni 1933 errichtet und arbeitete eng mit der Deutschen Reichsbank zusammen. Zahlungen von fällig gewordenen Tilgungsbeträgen und Zinsen für ausländische Vermögensanlagen mussten an die Konversionskasse gezahlt werden. Dadurch ging die Zahlungsverpflichtung vom Schuldner auf die Konversionskasse über, die mit auf Reichsmark lautenden unverzinslichen Schuldscheinen (Konversionskassenscheine, sog. "Scrips") bezahlte (§ 4 der Satzung der Konversionskasse). Im Grunde war dies eine Sofortmaßnahme der neuen nationalsozialistischen Regierung zur Devisenbewirtschaftung, auch im Zusammenhang mit den enormen Auslandsschulden Deutschlands im Rahmen der einseitig von den Alliierten festgesetzten Reparationsforderungen nach dem Ersten Weltkrieg. DEU-226a: Schuldschein der Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden über 30 Reichsmark vom 28. August 1933, 1. Ausgabe, Vorderseite. DEU-237E2: Schuldschein der Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden über 100 Reichsmark vom 28. August 1933, 2. Ausgabe 1934 mit Perforation "WERTLOS", Vorder- und Rückseite. Diese Scrips, die in den Werten 5, 10, 30, 40, 50, 100, 500 und 1000 Reichsmark ausgegeben wurden, waren nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt, also im eigentlichen Sinne keine Geldscheine, werden aber als papiergeldähnliche Wertpapiere auch von Geldscheinsammlern gesammelt und im Standardkatalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" aufgeführt und bewertet. Das aufgedruckte Datum lautet 28. August 1933, eine spätere Ausgabe erhielt einen roten Überdruck "1934". Die Scrips wurden dann 1934 durch verzinsliche (3 bzw. 4%) zehnjährige Schuldverschreibungen, sog. Fundierungsbonds, ersetzt. Mit Perforation "ENTWERTET" oder "WERTLOS" perforierte Konversionskassenscheine gehörten zum "Reichsbankschatz" aus dem Besitz der ehemaligen Staatsbank der DDR, der Mitte 2006 versteigert wurde. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Shop

  • Nanotechnologie trifft Banknoten: Neuer Sicherheitsfaden von G+D sorgt für einzigartige Effekte

    München/Maskat, 30. September 2024 – Giesecke+Devrient (G+D) hat auf dem Global Currency Forum 2024 in Oman einen neuen, hochinnovativen Sicherheitsfaden für Banknoten vorgestellt. RollingStar Venus nutzt erstmals Nanotechnologie in Kombination mit Mikrospiegeln und ermöglicht damit zwei völlig neue Effektklassen für eine sichere Authentifizierung. Diese heben die Attraktivität und Sicherheit von Banknoten auf ein neues Niveau. Zentralbanken tragen die Verantwortung dafür, dass die von ihnen ausgegebenen Banknoten im täglichen Gebrauch einfach, schnell und sicher auf ihre Echtheit geprüft werden können. Optisch wechselnde und dynamische Effekte, brillante Farben sowie klare Erkennbarkeit der Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Mit dem RollingStar Venus erweitert die G+D-Tochter Louisenthal ihr umfangreiches Sicherheitsfaden-Portfolio für Banknoten um ein innovatives und zukunftsweisendes Produkt. Auf die hochmodernen Mikrospiegelelemente des Fadens sind zusätzlich Nanostrukturen aufgebracht, die ein extrem präzises Zusammenspiel von Farbgebung und Dynamik erlauben. So entstehen zwei völlig neuartige Effektklassen: „ColorFlip“ und „Color MotifFlip“. Neue Effektklassen sorgen für höchste Fälschungssicherheit Bei direkter Betrachtung zeigt der RollingStar-Venus-Faden ein sicheres, hochpräzises und attraktives zweifarbiges Erscheinungsbild. Wird die Note gekippt, entsteht der dynamische ColorFlip-Effekt: Einzelne farbige Bereiche des Fadens scheinen sich zu bewegen und dabei die Farbe zu ändern. Dieser Effekt wird durch kontrollierte Dynamik und Farbgebung auf jedem einzelnen Mikrometer des Fadens ermöglicht. Der Color-MotifFlip-Effekt zeigt zusätzlich einen dynamischen Wechsel zweier farbiger Motive, was die Wiedererkennung verbessert und die Fälschungssicherheit erheblich erhöht. G+D RollingStar Venus, Vorderseite der Musternote "Kolibri" (Quelle: G+D). G+D RollingStar Venus, Rückseite der Musternote "Kolibri" (Quelle: G+D). G+D demonstriert die neuen Effekte anhand zweier Musternoten, die im Rahmen des Global Currency Forum präsentiert werden. Diese zeigen einen fliegenden Kolibri sowie eine in ihr Spiel vertiefte Pianistin. Der Sicherheitsfaden der Kolibri-Musternote zeigt eine Blüte, die beim Kippen der Note dynamisch zwischen den Komplementärfarben grün und rot wechselt (ColorFlip). Bei der Musternote mit der Pianistin alterniert das Motiv auf dem Sicherheitsfaden zwischen der Zahl 100 und einer Musiknote (Color MotifFlip). Die beiden orangefarbenen Motive wechseln dabei auf einem lilafarbenen Hintergrund, wodurch für den Betrachter ein Display-ähnlicher Eindruck entsteht. G+D RollingStar Venus, Vorderseite der Musternote "Piano" (Quelle: G+D)​. G+D RollingStar Venus, Rückseite der Musternote "Piano" (Quelle: G+D)​. Die Millionen Mikrospiegel des Sicherheitsfadens und die darauf aufgebrachten Nanostrukturen reflektieren einen Großteil des einfallenden Lichts. Im Zusammenspiel mit einer hochreflektierenden metallischen Oberfläche gewährleisten sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen optimale Sichtbarkeit. Die Kombination aus Nanoeffekten und modernster Spiegeltechnologie macht RollingStar Venus zu einem hochattraktiven Merkmal, das die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht und die Echtheitsprüfung der Banknote so einfach wie nie zuvor macht. „Unser neuer Sicherheitsfaden RollingStar Venus ist eine bedeutende technologische Innovation, mit der wir die Sicherheit bei Banknoten auf ein neues Niveau heben“, erklärt Clemens Berger, Geschäftsführer von Louisenthal. „Nanotechnologie ermöglicht dynamische und faszinierende Effekte im Banknotendesign. Mit dem Venusfaden nutzen wir diese Effekte, um die Attraktivität und Fälschungssicherheit von Banknoten langfristig zu gewährleisten.“ Patch mit ColourShift-Technologie Neben dem RollingStar-Venus-Sicherheitsfaden präsentiert G+D auf dem Global Currency Forum auch seinen RollingStar Patch mit ColourShift-Technologie. Dieses Sicherheitselement ermöglicht mit seinen dynamischen visuellen Effekten ebenfalls eine intuitive Echtheitsprüfung von Banknoten und wurde erstmals in der neuen 5.000-Tenge-Banknote eingesetzt, die seit Dezember 2023 von der kasachischen Notenbank ausgegeben wird. Beide Innovationen folgen dem bewährten „Security+“-Ansatz von Louisenthal. Das Unternehmen bietet Zentralbanken mit seinen Produkten Merkmale, die nicht nur extrem sicher sind, sondern über den reinen Sicherheitsaspekt weit hinausgehen. Zentralbanken profitieren zusätzlich von wertvollen Extras in Bezug auf Technologie, Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Video: Neue Effekte „ColorFlip“ und „Color MotifFlip“ auf dem Sicherheitsfaden RollingStar Venus Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms and Currency Technology. G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3 Milliarden Euro. G+D ist mit 123 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 40 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com . Pressemitteilung

  • Leserpost: Nicht bei Keller – Eine unbekannte Ausführung von 1 Milliarde Mark aus Friedrichshafen 1923

    Sehr geehrte Damen und Herren und Leser des Geldschein-Blogs, ich schon wieder... :-)) Der fiel mir heute in die Hände! Unter Nummer 1630c mit dickem, gelblichen, gehämmerten Papier ist bei Keller nur der 5-Milliarden-Mark-Schein gelistet. In dieser Form gibt es aber auch 1 Milliarde Mark. T. Neldner Antwort der Redaktion Vielen Dank für die neue Meldung. Zwar hatte Dr. Arnold Keller in seinem 1958 erschienenen Katalog zum Notgeld der deutschen Inflation 1923 bei den Ausgaben der Stadt Friedrichshafen am Bodensee vom 10. Oktober 1923 nur den Schein zu 5 Milliarden Mark auf dickem, gehämmerten Papier unter 1630c aufgeführt, doch Klaus Karau führte in seinem Band 9/4 zum Papiergeld von Württemberg 2003 auch den Wert zu 1 Milliarde Mark auf gleichem Papier auf. Die Variante war also bereits bekannt. Trotzdem ist die Meldung mit dem Bildnachweis wichtig, da nur wenige Sammler die Kataloge von Karau besitzen dürften und der "Keller-Katalog" bis heute für die Hochinflation als Zitierwerk gilt. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Arnold Keller: Deutsches Notgeld, Band 7+8: Die Notgeldscheine der deutschen Inflation 1923 Titel:  Battenberg Verlag ISBN:  978-3-86646-257-1 Auflage:  2. Auflage 2024, Reprint der Originalausgabe von 1958 Format:  14,8 x 21 cm Abbildungen:  zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ:  Broschur Seitenanzahl:  1236 Preis:  69,00 EUR Leseprobe Zum Shop

  • Solidarität mit Vietnam: 1 Dong der Sozialistischen Republik Vietnam von 1976

    Am 30. April 1975 endete mit der Eroberung des Präsidentenpalastes in Saigon durch nordvietnamesische Truppen der Vietnamkrieg. Die letzten in Saigon verbliebenen Soldaten der USA verließen das Land am selben Tag. Der Konflikt zwischen Nord- und Südvietnam hatte mehrere Millionen Todesopfer gefordert und hinterließ ein katastrophal zerstörtes Land. Der Vietnamkrieg war ein Stellvertreterkrieg der politischen Systeme, bei dem Nordvietnam durch China, die UdSSR und andere sozialistische Staaten unterstützt wurde, Südvietnam vor allem durch die USA. Politisch wurde Vietnam im Juli 1976 wiedervereinigt. Zu einer einheitlichen Währung kam es erst im Mai 1978. Bis dahin galten in den ehemalig getrennten Landesteilen unterschiedliche Währungen. Die entsprechenden Banknoten für beide Landesteile waren in China gedruckt worden. Die politische Solidarität mit Nordvietnam prägte die Außenpolitik der DDR seit den 1960er-Jahren. Unter der Losung „Solidarität mit Vietnam“ wurden in der DDR zahlreiche Spenden- und Solidaritätsaktionen ausgerufen. Auch in Westdeutschland wurde der Krieg in Vietnam und die Rolle der USA darin seit Ende der 1960er Jahre zunehmend kritisch gesehen, wenngleich die Politik der Bundesrepublik politisch den USA verpflichtet blieb und daher Nordvietnam nicht unterstützte. Auf seiner Sitzung vom 8. Juli 1975 beschäftigte sich das Politbüro der DDR (das höchste politische Führungsgremium der SED) erstmals mit der Frage der Herstellung von Münzen und Banknoten für Vietnam. Kapazitäten dazu fehlten in Vietnam selbst. Die Münzen sollten durch die Staatliche Münze der DDR in Berlin, die Banknoten durch den VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig (DWD) hergestellt werden, und die Produktion bis Ende 1977 abgeschlossen sein. Aufgrund des Beschlusses des Politbüros erfolgten Analysen bezüglich möglicher Fertigstellungsmengen und -daten sowie hinsichtlich der Auswirkung dieses Großauftrags auf den laufenden Druck der Banknoten zu 5, 20 und 100 Mark der DDR, Ausgabe 1975, der im Ergebnis zugunsten des Druckauftrags für Vietnam zurückstehen musste. In der Sitzung des Politbüros vom 24. Februar 1976 wurde schließlich ein Vertrag zwischen dem Finanzministerium der DDR (dem die DWD unterstand) und der Sozialistischen Republik Vietnam abgesegnet, der neben weiteren Wertstufen den Druck von 250 Millionen Scheinen zu 1 Dong vorsah. Die Gestaltungs- und Abbildungsvorlagen dazu lieferte Vietnam, die Herstellung der Druckvorlagen und Druckplatten erfolgte durch die DWD unter Verstärkung von technischem Personal, das aus Vietnam entsandt wurde. Der Druck der Scheine zu 1 Dong begann am 31. Juli 1976, der Versand erfolgte im Herbst 1976 per Schiff über den Ostseehafen Rostock. Bis 1985 fertigte die DWD in Leipzig weitere Banknoten für Vietnam an. Nach Abschluss der jeweiligen Druckaufträge wurden die Druckplatten an Vietnam übergeben. Dort, und in der UdSSR, wurden teilweise Nachauflagen angefertigt. Diese sind an den Varianten der Kontrollziffern zu erkennen. In den Zahlungsverkehr gegeben wurden die in der DDR gedruckten Banknoten mit der Währungsreform ab dem 3. Mai 1978, bei der die bisher in Nord- und Südvietnam umlaufenden Banknoten eingezogen worden. Das Umtauschverhältnis betrug 1:1 für den nordvietnamesischen Dong und 1:0,8 für den 1976 eingeführten südvietnamesischen Dong. Die Umtauschquoten waren begrenzt und unterschieden sich danach, ob eine Familie in der Stadt oder auf dem Land wohnte. Je städtischer Familie durften zwei Familienmitglieder maximal 100 Dong pro Person umtauschen, jedes weitere Familienmitglied höchstens 50 Dong, insgesamt bis zu 500 Dong pro Familie. Für Familien auf dem Land betrugen die Werte 50 Dong für das erste und zweite Familienmitglied, für jedes weitere 30 Dong bis zu einem Gesamtbetrag von 300 Dong. Dieses Umtauschverhältnis kam angesichts der Tatsache, dass Zahlungen im Land in bar geleistet wurden, praktisch einer Enteignung des Bargeldbesitzes gleich. Die Einführung einer staatlichen sozialistischen Wirtschaftsordnung in Vietnam unter Verstaatlichung von Wirtschaft und Landbesitz scheiterte. Die Versorgungslage verschlechterte sich katastrophal, die Inflation erreichte dreistellige Werte. Zugleich nahm der politische Druck auf Andersdenkende ständig zu. Die miserablen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen führten ab 1978 zu einer verstärkten Fluchtbewegung insbesondere aus dem ehemaligen Südvietnam. Viele Menschen wagten sich in offenen Booten auf das Meer in der Hoffnung auf Rettung. Nach dem völligen Zusammenbruch der Wirtschaft setzte die Regierung ab 1986 auf eine behutsame Wiederzulassung marktwirtschaftlicher Elemente. Der vorliegende Schein war bei seiner Außerkurssetzung im September 1985 bedingt durch die hohe Inflation praktisch wertlos. Weiterführende Literatur: Yang Lingyun, Vietnamese Banknotes Printed by GDR, IBNS-Journal 63-2 (2024), S. 13 Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Vietnam (Sozialistische Repubublik seit 1976) Emittent: Staatsbank von Vietnam (Ngân hàng Nhà nước Việt Nam) Nominal: 1 Dong Datierung: 1976 Vorderseite: Wertangabe, Staatswappen Rückseite: Stahlwerk Thai Nguyen im Norden Vietnams Unterschriften: ohne Material: Papier mit Wasserzeichen Format: 115 mm x 57 mm Druck: VEB Deutsche Wertpapierdruckerei, Leipzig Auflage: 250 Millionen Stück Nummerierung: ZL 0191100 (Reservenote) Umlauf: 3. Mai 1978 bis 14. September 1985 Zitate : SCWPM 80a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues) B8 (Linzmayer: The Banknote Book – Vietnam) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Japans neue Banknotenserie, ein genauerer Blick

    Am 3. Juli 2024 gab das japanische Finanzministerium eine neue Banknotenserie in den Stückelungen 1000, 5000 und 10.000 Yen heraus, wie HIER im Blog berichtet. Dies waren die ersten neuen Banknoten in Japan seit zwei Jahrzehnten. Der obige Artikel zeigt und beschreibt die neuen Banknoten im Detail und hebt die innovative holografische 3-D-Technologie hervor, die zur Eindämmung von Fälschungen eingesetzt wird. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehört aber auch UV-Fluoreszenz: 1000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Vorderseite). 1000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Rückseite). 5000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Vorderseite). 5000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Rückseite). 10.000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Vorderseite). 10.000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Rückseite). Japanische Banknoten sind für ihre detaillierten Wasserzeichen bekannt, und diese neuen Banknoten sind da keine Ausnahme: Die ausgegebenen Scheine haben die Kontrollnummern 000001 bis 900000. Bei Banknoten mit Kontrollnummern über 900000 handelt es sich um Musterscheine. Für die neue Serie gibt es keine Ersatz- bzw. Austauschnoten (sog. Replacement notes). Weitere Informationen zu der neuen Serie finden Sie HIER auf der Website der Bank of Japan. Die Sicherheitsmerkmale werden HIER im Detail vorgestellt und erläutert. Donald Ludwig

  • Neuer Katalog: Billetes Argentinos (Argentinisches Papiergeld)

    Eduardo Colantonio Billetes Argentinos 1884 – 2024 2. Auflage Buenos Aires 2024. 249 Seiten, Format 18 x 25,5 cm, Hardcover, durchgehend farbig mit zahlreichen Abbildungen. In spanischer Sprache. ISBN 978-631-00-4255-8 Kosten ca. EUR 45, zu bestellen beim Autor : educolantonio@gmail.com Internationaler Versand ist möglich, Kosten auf Anfrage. Eduardo Colantonio gilt seit vielen Jahren als ausgewiesener Experte für argentinisches Papiergeld. Sein 2016 erstmals erschienener Katalog über argentinisches Papiergeld, der sich schnell zu einem Standardwerk für dieses Sammelgebiet entwickelt hat, wurde jetzt in zweiter aktualisierter und erweiterter Auflage neu herausgegeben.   Das Sammelgebiet argentinischer Banknoten hat sowohl dem Sammler mit schmalem Geldbeutel als auch dem Experten einiges zu bieten. Seit 1970 hat das Land nicht weniger als fünf Währungen im Strudel der Inflation versenkt – den Peso Ley, Peso Argentino, Australes, den Peso Convertibles sowie den Peso. Geblieben sind zahlreiche Geldscheine, die in kassenfrischer Erhaltung in der Regel für wenige Euro im Handel erhältlich sind. Heute kaum mehr zu glauben ist, dass Argentinien aufgrund seiner landwirtschaftlichen Exporte einst zu den wohlhabendsten Nationen der Welt gehörte. Aus dieser Zeit stammen die Banknoten der Emissionsbanken mit Staatsgarantie, sowie die ab 1895 ausgegebenen Scheine der Konversionskasse (Caja de Conversión), von denen viele heute gesuchte Seltenheiten sind.   Der Katalog von Colantonio beginnt mit den staatlichen Kleingeldausgaben von 1884, behandelt sodann die verschiedenen Ausgaben der Emissionsbanken sowie die Ausgaben der Konversionskasse, bevor sich die ab 1935 ausgegebenen Scheine der Nationalbank anschließen. Dabei verwendet der Autor ein System eigener, fortlaufender Katalognummern. Der Katalog endet mit der ab 7. Mai 2024 herausgegeben, in China gedruckten Banknote zu 10.000 Pesos aus der Serie „Nationalhelden“, die auf der Vorderseite die Portraits von Maria Remedios del Valle und Manuel Belgrano zeigt, auf der Rückseite Soldaten zu Pferd, die der argentinischen Flagge 1812 die Treue schwören – heroische Motive sind auf argentinischen Banknoten weit verbreitet. Den einzelnen Abschnitten werden kurze Einführungen vorangestellt, in denen die Rahmendaten der Ausgabe vorgestellt, sowie Wasserzeichen und Unterschriften abgebildet werden. Das erleichtert den Vergleich und die Zuordnung von Varianten in der eigenen Sammlung.   Alle Geldscheine sind farbig mit Vorder- und Rückseite in etwa 50 % der Originalgröße abgebildet und in der Regel in zwei Erhaltungsstufen bewertet – für die ab 1970 ausgegebenen Geldscheine in XF und UNC, für die älteren Noten in VF und XF bzw. Fine und VF. Das macht Sinn, weil gerade bei den Ausgaben bis zur Gründung der Nationalbank 1935 kassenfrische Scheine im Sammlermarkt praktisch nicht auftauchen. Die Bewertungen werden in USD vorgenommen. Die von Colantonio angegebenen Preise spiegeln recht realistisch die aktuellen Händlerverkaufspreise und Auktionsresultate für argentinische Banknoten in Argentinien und den USA wider. Der derzeit umlaufenden Scheine wurden nicht bewertet.   Der Katalog enthält viele Informationen, die im Katalog SCWPM oder im Banknotebook fehlen, und die für den interessierten Sammler nützlich sind, so etwa Wasserzeichen- oder Unterschriftenvarianten bei einzelnen Ausgaben, oder die Aufstellung der Kontrollnummernkreise, die jeweils den einzelnen Druckjahren zuzuordnen sind und die Rückschlüsse auf die Ausgabezahlen zulassen, die gerade bei älteren Scheinen höherer Nennwerte oftmals recht niedrig sind. So sind etwa von der Note zu 500 Pesos der Konversionskasse Ausgabe 1935 SCWPM 248c) gerade einmal 570.000 Stück gedruckt worden. Sehr nützlich sind zudem die in der Katalogisierung jedes einzelnen Scheins angegeben Referenzen zu den Katalognummern des SCWPM (Standard Catalogue of World Paper Money) sowie zum Katalog von Roberto Bottero über argentinisches Papiergeld aus dem Jahr 2001.   Wer sich ernsthaft mit dem Sammelgebiet der Geldscheine von Argentinien beschäftigen möchte, wird an dem hochwertig gemachten Katalog von Colantonio nicht vorbeikommen. Dr. Sven Gerhard

  • Rekordpreis für eine kleinformatige US-Banknote erzielt

    Bei der Long Beach Expo US Currency Signature® Auktion 3596 von Heritage Auctions, die vom 11. bis 13. September 2024 in Long Beach, Kalifornien, stattfand, wurde ein neuer Rekord für eine kleinformatige US-Banknote erzielt: Los 22313 : 5000 USD, Jahr 1928, Richmond (E) Federal Reserve District, PMG-gegradet 65EPQ, verkauft für 780.000 USD (einschließlich Aufgeld). Drei weitere 5000-USD-Banknoten wurden in derselben Auktion angeboten: Los 22314 : $5000, Jahr 1928, Kansas City (J) Federal Reserve District, PMG-gegradet 40, verkauft für 228.000 USD (einschließlich Aufgeld). Los 22315 : $5000, Jahr 1934, New York (B) Federal Reserve District, PMG-gegradet 40, verkauft für USD 192.000 (einschließlich Aufgeld). Los 22316 : $5000, Jahr 1934, St. Louis (H) Federal Reserve District, PMG-gegradet 25, verkauft für USD 120.000 (einschließlich Aufgeld). In derselben Auktion wurde auch eine 10.000-USD-Banknote verkauft: Los 22317 : $10.000, Jahr 1928, Richmond (E) Federal Reserve District, PMG-gegradet 53, verkauft für 384.000 USD (einschließlich Aufgeld). Donald Ludwig

  • Alles Makulatur?

    Einige Sammler legen sich Papiergeldscheine ausschließlich in absolut bankfrischer Erhaltung in ihre Alben. Sie verschließen sich dadurch möglicherweise der Bedeutung von allerlei Abarten bei der Papiergeld-Herstellung. Solche Abarten – keine Varianten – sind bspw. Probedrucke, Farbmuster, Specimen-Scheine, Austauschscheine, Fehldrucke/Fehlschnitte und Fälschungen/Verfälschungen sowie ... Ausschussscheine. Was sind also Makulatur-Scheine? Das sind die Ausschussscheine! Unterscheiden muss man dabei, dass es sich a) um gewollten, b) um nicht beabsichtigten und c) um illegal beschafften Ausschuss handeln kann. Vereinzelt tauchen ganze Druckbogen auf, die zum Einrichten und den gewünschten Stand der Druckformen und Nummerierwerke dienen – auch Teile und Einzelscheine sind bekannt. Abb. 1: 500.000 Mark, Rs., 17. August 1923, Beispiel eines aus einem Druckbogen herausgeschnittenen Scheins – gut zu erkennen, dass der Einrichtebogen mehrmals bedruckt wurde, bis die Nummerierwerke an richtiger Stelle platziert waren (Druckerei: Stengel & Co. GmbH Dresden). Im Hauptstaatsarchiv Dresden/Sächsisches Staatsarchiv befinden sich sog. Einrichtebogen mit 42 Nutzen der 50-RM-Notgeldscheine von 1945. In der Niedersedlitzer Druckerei verwendete man unfertige Bogen mit Karton-Rückseiten von Reklame-Drucken. Ungewollte Makulatur sind alle Scheine, die mit unterschiedlichen Fehlern gedruckt wurden, also alle Fehldrucke. Ein gutes Beispiel sind die hohen Ausschuss-Mengen bei der Herstellung der 5-DM-Banknoten (Europa auf dem Stier). Abb. 2: 5 D-Mark, 9. Dezember 1948, Vs., Fehldruck einer BdL-II-Note, mit sog. Abklatsch, Teile der Rückseite, 1959 hergestellt, nicht entdeckt und in Umlauf gegeben (Bundesdruckerei Westberlin). Abb. 3: Schreiben der Direktion der Bundesdruckerei vom 3. September 1956 über die Verbrennung von 5-DM-Banknoten in einer Menge von 5.036.975 Stück – innerhalb einer Gesamtauflage von 41,0 Mio. Stück (!). In einem Vernichtungsprotokoll von 1961 wird ein Druckausschuss beim Druck der Serie 12 SBst. A...V von weiteren 1.639.800 Stück genannt (!). Abb. 4: Bescheinigung der Direktion der Bundesdruckerei über die Verbrennung von 5-DM-Banknoten in einer Menge von 2.099.880 Stück – innerhalb einer Gesamtauflage von 20,0 Mio. Stück (!). Die hohen Ausschuss-Quoten beim Druck der 5-DM-Banknoten BdL II bei der Bundesdruckerei in den 1950er Jahren ist bemerkenswert. Wie hoch die Menge beim Banknotendruck anderer Firmen war, lässt sich weder schätzen noch genau bestimmen. Nur aus der Registrierung der Kontrollnummern von Austauschscheinen kann man auf dortige, aber ungenaue Ausschussmengen schließen. Fehlerhafte Scheine wurden gefunden: bei den 1-Militärmark-Scheinen 1944 wurden bei einer Auflage von 41,0 Mio. Stück nur 0,4 Mio. Stück Austauschscheine gedruckt; bei den 132,5 Mio. von 2-DM-Banknoten 1948 waren es über 2,0 Mio. fehlerhafte Scheine. Abb. 5: 1 Mark 1944, Vs., Fehldruck ohne Kontrollnummer (Druckerei: Forbes Lith. Mfg. Co.). Abb. 6: 2 D-Mark 1948, Vs., Fehldruck, die Rückseite wurde korrekt gedruckt = falsch platzierte Vorderseiten (Druckerei: Tudor Press Co.). Nach dem kompletten Druck von Banknoten mit entsprechender Nummerierung werden die Bogen und nach dem Zuschnitt nochmals die Einzelscheine auf Druckfehler kontrolliert, entsprechend ausgesondert und durch Austauschscheine ersetzt. Bei aller Gewissenhaftigkeit werden nicht alle Fehldrucke als solche erkannt ... und gelangen somit in den Umlauf. Peinlich sind dann solche Beispiele eines 1-Militärmark-Scheins von 1944 oder eines 5-Mark-Scheins der DDR von 1975. Abb. 7: 1 Mark 1944, Vs., fehlerhafter Herausschnitt eines Austauschscheins (Druckerei: Forbes Lith. Mfg. Co.). Abb. 8: Mark 1975, Vs., fehlerhafte Nummerierung = hängengebliebenes Nummerierwerk (Druckerei: Staatsdruckerei der DDR). Makulatur sind nicht nur schadhafte Druckbogen sondern auch unbrauchbare Einzelscheine. Der Begriff „Makulatur“ bezeichnete ursprünglich ein „beflecktes Papier“ (= lat. „macula“ = dtsch. „Fleck“). Dieser Abfall ist demnach Altpapier im weitesten Sinne, wird aber von Sammlern gern in die Alben genommen – vor allem, wenn er außergewöhnlich ist. Abb. 9: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., mit „entwertet“ gestempelte fehlerhafte Banknote mit zeitgenössischer Perforation und (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Abb. 10: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., ausgesonderter Fehldruck mit farbschwachem Unterdruck (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 11: 1 Rentenmark 30. Januar 1937, Rs., Serie H, Ausschussschein durch umgeschlagenem Bogenteil (Druckerei: Otto Elsner KG Berlin). Abb. 12: 2 Rentenmark 30. Januar 1937 und 5 Reichsmark 1. August 1942, Vs., Teilbogen aus der letzten Lieferung Mitte März 1945 (Druckerei: Albert Fritsch Berlin). Abb. 13: 10 Reichsmark 22. Januar 1929, Rs. mit Übergröße, einseitiger Unterdruck-Abklatsch mit Teilen der Vorderseite (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 14: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., einseitiger Unterdruck-Abklatsch mit Teilen der Rückseite (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 15: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., seitenverkehrter Hauptdruck-Abklatsch auf der Vorderseite (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Eine Besonderheit sind die oft vorkommenden unfertigen Banknoten und Teilbogen, die nach dem Krieg von Leuten mitgenommen wurden, die sie dann von Hand zuschnitten und manchmal mit Kontrollnummern versahen. Herbert Seemer [1] ist ein Zitat zuzuschreiben, dass sich das so im brandenburgischen Spechthausen zugetragen hat. „Im zweiten Weltkrieg wurden die Druckmaschinen für Banknoten von Berlin in die Papierfabrik nach Spechthausen ausgelagert. Jetzt wurden die Banknoten auch in Spechthausen gedruckt.“ Und Karin Friese schieb darüber: „Als am 22. April 1945 die sowjetischen Truppen einrückten, hätten ungeschnittene Bogen für Briefmarken und Papiergeld, aber auch halbfertige und fertige Scheine, allerdings ohne Kontrollnummer, im Ort verstreut gelegen.“ Auch von Diebstählen in der Berliner Reichsdruckerei zu Kriegsende wurde berichtet, wo ebenfalls ganze Bogen geplündert wurden. Einige Veröffentlichungen berichteten davon: „Amtsblatt der Reichsbahndirektion Erfurt“, 15. September 1945; „Sächsische Volkszeitung“, Dresden 13. Dezember 1945; „Amtliche Bekanntmachungen für das Bundesland Sachsen“, Dresden 18. März 1946. Eine Berliner Tageszeitung schrieb 1945: „Wer durch Einfügen von Nummern oder anderen Druckteilen versucht, den wertlosen Drucken den Anschein von gültigen Reichsbanknoten zu geben, macht sich des Münzverbrechens schuldig, worauf heute, je nach Schwere der Tat, u. U. auch die Todesstrafe verhängt werden kann.“ [2] Abb. 16: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., unfertiger Schein aus Druckbogen mit Hand ausgeschnitten und handschriftlich ergänzter Kontrollnummer (Druckerei: „Reichsdruckerei“ Spechthausen). Abb. 17: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., unfertiger Schein aus Druckbogen (Druckerei: „Reichsdruckerei“ Spechthausen). Abb. 18: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., Teilbogen mit Z(eile) 1, auch unnummerierte Bogenteile mit Z. 4 bekannt (Druckerei: Ernst Steininger Berlin). Abb. 19: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., angehaltener unfertiger Schein, mit Stempel „wertlos“ (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Der Journalist Raymond Daniell kabelte an die „New York Times“ von einem Ereignis, von dem am 4. August 1945 unter der Überschrift „Berliner Fälscherring zerschlagen: US-Soldaten entdecken Betrug“ berichtet wurde: „45 Deutsche sitzen seit heute in Haft. Sie werden beschuldigt, eine riesige Fälscherwerkstatt betrieben zu haben und Reichsmarknoten im Wert von über 100.000 US-Dollar hergestellt zu haben. ... Soldaten der US 2nd Armored Division machten auf Hinweis eines deutschen Zivilisten die Werkstatt im Keller eines Hauses in Berlin-Neukölln ausfindig. ... Dort stellten sie sechs Männer, die von Originalplatten 10- und 20-RM-Banknoten druckten. Die Druckplatten hatten sie offenbar in den chaotischen Tagen nach dem Einmarsch der Roten Armee gestohlen. Sie besaßen auch verschiedene Bogen des Wasserzeichen-Papiers. ... Das Falschgeld wurde noch nicht gezählt, es wird geschätzt, dass bei der Razzia etwa 4 bis 5 Millionen Reichsmark in unfertigen Druckbogen gefunden wurden. ... 29 weitere Personen waren an den Fälschungsaktionen beteiligt. ...“ Bemerkenswert und selten vorkommend sind unfertige oder fertige Druckbogen von Fälschungen, da sie kaum in die Öffentlichkeit gelangen und meist in den Asservatenkammern der zuständigen Behörden liegen. Abb. 20: 20 D-Mark 1948, Vs., Makulatur-Bogenteil von 20-DM-Fälschungen = Plattennummer 31 auf jedem Schein und oberer Schein mit unterschiedlichen Kontrollnummern. Michael H. Schöne Quellen [1] Friese, K.: „Papierfabriken im Finowtal“, S. 242, Eberswalde 2000 [2] Schöne, M. H.: „Berlin 1945: Gestohlene Druckbogen von Reichsmark-Banknoten“, „Der Geldscheinsammler“ Nr. 4, Regenstauf 1991

  • Polen: Neue Gedenkbanknote zum "Wunder an der Weichsel"

    Dem erst kürzlich veröffentlichten Emissionsplan der Nationalbank Polens für das kommende Jahr 2020 ist zu entnehmen, dass für den August nächsten Jahres die Ausgabe einer neuen Gedenkbanknote vorgesehen ist: Der 20-Zloty-Schein soll in einer Auflage von bis zu 50.000 Exemplaren an die Schlacht von Warschau im Polnisch-Sowjetischen Krieg erinnern, die sich 2020 zum 100. Mal jährt. Das Design der Gedenkbanknote ist noch nicht bekannt. Kana Totsuka Literaturempfehlung: In diesem Zusammenhang sei auf das gerade erst neu erschienene Buch von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt "Der vergessene Sieg" zum Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 verwiesen. Ein Krieg, der heute kaum noch thematisiert wird, aber entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung Europas hatte. Link zum Buch Hans-Ludwig Grabowski #Nachrichten #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Europa #Polen #Totsuka #Grabowski

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