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- Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759
Johann Kodnar, Norbert Künstner: Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759 488 Seiten, Format 14,9 cm x 21 cm, Broschur, Wien 2018. Preis: 49,90 Euro. ISBN: 978-3-9504334-1-8 Die beiden Autoren, die letztes Jahr ihr prächtiges zweibändiges Katalogwerk zum österreichischen Notgeld herausgebracht haben, legen nun eine umfangreich bearbeitete und um rund 100 Seiten erweiterte Neuauflage ihres Katalogs zu den österreichischen Banknoten vor. Neben Preisänderungen (die Bewertungen erfolgten in bis zu vier Erhaltungsgraden) wurden einige Gebiete neu aufgenommen. Besonders erfreulich ist die Aufnahme der Abstempelungen von Kronen-Scheinen Österreich-Ungarns in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie. Daneben wurden auch Cassen- und Reichsschatzscheine sowie sog. Patente und Cirkulare aufgenommen. Dabei handelt es sich um Formularbögen mit Informationen zur Einführung von Banknoten. Dass nun auch komplette Bögen bewertet werden, wird hoffentlich dazu beitragen, dass diese nicht mehr zerschnitten werden, um die einzelnen Vorabdrucke (Formulare) zu verkaufen. Österreichische Banknoten sind wegen ihrer schönen Gestaltung nicht nur als numismatische Belege, sondern auch als Kunstobjekte beliebt. Dem tragen die Autoren Rechnung, indem sie bei vielen Scheinen auch die Künstler nennen und denen sogar im Anhang ein eigenes Kapitel widmen. Um Sammlern die Bestimmung zu erleichtern, wurde besonders viel Augenmerk auf die Abbildung von Varianten-Unterschieden gelegt. Im Katalog sind alle österreichischen Banknoten ab Einführung des Papiergelds bis zu den aktuellen Euro-Scheinen aufgeführt. Es werden auch alle Formulare und Musterscheine gelistet. Im Anhang findet man ein umfangreiches Kapitel mit Informationen in Englischer Sprache sowie eine Schnellübersicht. Leider fehlt ein Inhaltsverzeichnis, das ist aber auch schon der einzige Punkt, den man bemängeln könnte. Interessenten wenden sich an: Norbert Künstner, Gumpendorfer Str. 99, 1060 Wien, Tel. 0043/1/5970700 www.internumis.at, kuenstner@internumis.at. Hans-Ludwig Grabowski Münzen & Sammeln, Ausgabe 2018/04 #Weltbanknoten #Europa #Österreich #Grabowski
- Frankfurter Münzhandlung: Vorschau auf Auktion 157 am 3. November 2023
In der Auktion 157 der traditionsreichen Frankfurter Münzhandlung werden mit insgesamt über 1.000 Losen antike Münzen, deutsche Münzen und Medaillen, Medaillen des Hauses Braunschweig-Lüneburg, deutsche Münzen seit 1871, Münzen und Medaillen aus aller Welt sowie deutsche Banknoten angeboten. Der Banktnotenteil kommt in Teil 2 der Auktion am Nachmittag des 3. November 2023 von Lot 913 bis 1056 zur Versteigerung. Das reichhaltige Angebot umfasst eine Vielfalt von seltenen deutschen Geldscheinen, darunter Deutsches Reich, Bundesrepublik, Kolonien, Besatzungsausgaben, Nebengebiete wie Danzig und Saar, Notausgaben und geldscheinähnliche Wertpapiere. In dieser Vielfalt und Zusammenstellung bisher selten angeboten! Ort: Fleming's Selection Hotel Frankfurt-City, Frankfurt am Main (Karte) Zur Auktion! Hier einige Beispiele aus der Auktion: Los 916: 50 Billionen Mark 1924. Ausgabe vom 10. Februar 1924 mit rotem Überdruck "MUSTER". Grabowski DEU 169-M1. Rosenberg 136-M1. Kassenfrisch; I/I-. Minimale Lagerungsspuren., Schätzpreis: 1.250 EUR. Los 950: Saarmark-Noten. 50 Mark 1947. Grabowski SAR 12. Rosenberg 871. Kleine Lagerungsspuren, sonst kassenfrisch; I/I-. Schätzpreis: 1.250 EUR. Los 951: Saarmark-Noten. 100 Mark 1947. Grabowski SAR 13. Rosenberg 872. Von großer Seltenheit. Wenig gebraucht, minimaler Einriss rechts; II-III. Sauberer, sammelwürdiger Schein. Schätzpreis: 6.000 EUR. Los 953: Saarmark-Noten. 100 Mark 1947. Grabowski SAR 13. Rosenberg 872. Von großer Seltenheit. Wenig gebraucht, minimaler Einriss rechts; II-III. Sauberer, sammelwürdiger Schein. Schätzpreis: 750 EUR. Los 963: Bank Deutscher Länder & Ausgaben Westberlin. 100 Deutsche Mark 1948. Sogenannter Roter Hunderter, Serie L/A. Grabowski WBZ 8. Rosenberg 244. Kleine Mittelfalte, sonst kaum gebraucht; II. Farbfrisches Exemplar mit festem Papier. Schätzpreis: 1.000 EUR. Los 965: Bank Deutscher Länder & Ausgaben Westberlin. 20 Deutsche Mark o. J. (1948). Libertykopf, Serie C/A. Grabowski WBZ 9a. Rosenberg 246a. Selten in dieser Erhaltung. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 1.000 EUR. Los 967: Bank Deutscher Länder & Ausgaben Westberlin. 50 Deutsche Mark o. J. (1948). Libertykopf, Serie D/A. Grabowski WBZ 10a. Rosenberg 248a. Von großer Seltenheit, nur wenige Exemplare ausgegeben. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 6.000 EUR. Los 1011: Freie Stadt Danzig. 500 Gulden 1924. Ausgabe vom 10. Februar 1924. Grabowski DAN 60. Rosenberg 836. Kassenfrisch; I. Prachtvolles, farbfrisches Exemplar. Schätzpreis: 2.500 EUR. Los 1012: Freie Stadt Danzig. 1000 Gulden 1924. Ausgabe vom 10. Februar 1924. Grabowski DAN 61. Rosenberg 837. Kleine Lagerungsspuren, sonst kassenfrisch; I/I-. Schätzpreis: 2.500 EUR. Los 1016: Französisch-Belgische Eisenbahnverwaltung. 50 Francs o. J. (1923). Musternote mit Aufdruck "SPECIMEN". Serie 00 und KN 000,000. Grabowski RPR 64-M3. Rosenberg 863d. Kleine Lagerungsspuren, kassenfrisch; I/I-. Schätzpreis: 750 EUR. Los 1021: Litzmannstadt. 2 Mark 1940. Ausgabe vom 15. Mai 1940. Grabowski GET 3. Rosenberg Li 3. Sehr selten in dieser Erhaltung. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 600 EUR. Los 1029: Ausgaben für die Ukraine. 2 Karbowanez 1942. Ausgabe der Zentralnotenbank vom 10. März 1942. Grabowski ZWK 48. Rosenberg 592. Von großer Seltenheit. Wenig gebraucht; II. Die Noten zu 2 Karbowanez gelangten nicht zur Ausgabe. Schätzpreis: 1.750 EUR. Zur Auktion!
- Leipziger Münzhandlung: Vorschau auf die 102. Auktion vom 8. bis 11. November 2023
102. Auktion der Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn e. K. vom 8. bis 11. November 2023 Die 102. Auktion des Leipziger Auktionshauses findet diesmal wegen der großen Anzahl an Einzellosen und Sammlungen zum ersten Mal über vier Tage hinweg vom 8. bis 11. November 2023 in Leipzig statt. Sie beinhaltet wieder ein breitgefächertes und interessantes Angebot von über 3.800 Losen. Die Erwartungen für die diesjährige Herbstauktion wurden bei weitem übertroffen, indem ein ausgesprochen reichhaltiges Angebot an prachtvoll erhaltenen Münzen und Medaillen sowie erlesenen Raritäten in diesen Tagen präsentiert und zur Versteigerung angeboten werden kann. Die Auktion beginnt am Mittwoch mit einer großen Sammlung von 225 Geldschein-Losen mit Banknoten, Notgeldscheinen und Wertpapieren, die sehr seltene Ausgaben der deutschen Papiergeldgeschichte beinhaltet. Zahlreiche Seltenheiten und Spitzenerhaltungen findet man hierbei bei den Reichsbanknoten sowie den Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland. Eine feine Auswahl findet sich bei den deutschen Länderbanken, gefolgt von Seltenheiten der Geldscheine des Deutschen Reichs, darunter auch ausgesprochen gute Erhaltungen, besonders bei den Billionen-Scheinen. Besonders zahlreich sind die Scheine der Bundesrepublik vertreten, die ebenso durch Erhaltungen und Raritäten heraus stechen. Wie unsere erfolgreichen Auktionen zuvor, wird auch diese Auktion mit Publikum in unseren eigenen Auktionsräumen sowie live im Internet stattfinden. Somit können Sie unabhängig Ihres Aufenthaltsortes an unserer Auktion teilnehmen. Bitte registrieren Sie sich dazu rechtzeitig auf unserer Internetseite, damit Ihrem Auktionserlebnis nichts mehr im Wege stehen kann. Selbstverständlich können Sie auch schriftliche Gebote einsenden oder telefonisch mitbieten. Sollten Sie dazu noch Fragen haben, zögern Sie nicht uns anzurufen. Wir beraten Sie gern! Ihre Famile Höhn und das Team der Leipziger Münzhandlung (www.leipziger- muenzhandlung.de). Nachstehend eine kleine Auswahl an Losen aus dem Papiergeld-Teil der kommenden Auktion: Los 1: Sächsische Bank zu Dresden 1874-1924. 100 Mark 1.1.1874. Serie XVII. Ro. SAX 4b, Grab. SAX 4b. In dieser Erhaltung sehr selten, I-. Taxe: 600,– EUR. Los 9: Sächsische Bank zu Dresden 1874-1924. 100 Reichsmark 11.10.1924. Ro. SAX- 27, Grab. SAX- 27. Selten, II-. Taxe: 650,– EUR. Los 17: Württembergische Notenbank 1871-1930. 50 Reichsmark 11.10.1924. Ro. WTB- 27b, Grab. WTB- 27b. Sehr selten, III-, Taxe: 1.000,– EUR. Los 19: Reichsbanknoten und Reichskassenscheine 1874-1914. 5 Mark 11.7.1874. Serie XI. Lit. M. Ro. 1, Grab. DEU-45. Sehr selten, III. Taxe: 2.000,– EUR. Los 21: Reichsbanknoten und Reichskassenscheine 1874-1914. 20 Mark 10.1.1882. Serie J. Ro. 7, Grab. DEU-49. Sehr selten, III+. Taxe: 2.400,– EUR. Los 22: Reichsbanknoten und Reichskassenscheine 1874-1914. 100 Mark 3.9.1883. Reichsbanknote. Serie c. Ro. 9, Grab. DEU-48. Sehr selten, Rev. Kleine Tuschenotitz, III+. Taxe: 900,– EUR. Los 40: Geldscheine der Inflation 1919-1924. 5 Billionen Mark 1.11.1923. FZ R, Ro. 127c, Grab. DEU-157a. Selten in dieser Erhaltung, I-, Taxe: 400,– EUR. Los 42: Geldscheine der Inflation 1919-1924. 10 Billionen Mark 1.11.1923. FZ DB, Ro. 128b, Grab. DEU-160a. Selten in dieser Erhaltung, I. Taxe: 600,– EUR. Los 53: Geldscheine der Inflation 1919-1924. 20 Billionen Mark 5.2.1924. Serie B. Winziges Loch im Schriftzug „ZWANZIG“. Ro. 135, Grab. DEU-168. Sehr selten in dieser Erhaltung, I-. Taxe: 1.400,– EUR. Los 54: Geldscheine der Inflation 1919-1924. 50 Billionen Mark 10.2.1924. Serie A, Ro. 136, Grab. DEU-169. Äußerst selten in dieser Erhaltung, I. Taxe: 2.600,– EUR. Los 63: Deutsche Rentenbank 1923-1937. 1000 Rentenmark 1.11.1923. Serie A, Ro. 161, Grab. DEU-206. Erhaltung III. Taxe: 1.500,– EUR. Los 64: Deutsche Rentenbank 1923-1937. 10 Rentenmark 30.7.1925. Serie A, Ro. 163, Grab. DEU-208. Sehr selten in dieser Erhaltung, I-. Taxe: 1.600,– EUR. Los 69: Deutsche Reichsbank 1924-1945. 10 Reichsmark 11.10.1924. Udr.-Bst. A. Serie Q. Ro. 168b, Grab. DEU-173b. Sehr selten in dieser Erhaltung, I-. Taxe: 1.100,– EUR. Los 70: Deutsche Reichsbank 1924-1945. 20 Reichsmark 11.10.1924. Udr.-Bst. Q, Serie A. Ro. 169, Grab. DEU-174. Sehr selten in dieser Erhaltung, II. Taxe: 700,– EUR. Los 136: Bank deutscher Länder 1948-1949. 50 DM 1948. Ro. 242, Grab. WBZ-7. Sehr selten in dieser Erhaltung, I. Taxe: 1.000,– EUR. Los 137: Bank deutscher Länder 1948-1949. 100 DM 1948. Ro. 244, Grab. WBZ-8. Sehr selten in dieser Erhaltung, II+. Taxe: 1.000,– EUR. Los 138: Bank deutscher Länder 1948-1949. 20 DM 1948. Ro. 246a, Grab. WBZ-9a. Sehr selten in dieser Erhaltung, I-. Taxe: 900,– EUR. Los 151: Deutsche Bundesbank 1960-1999. 1000 DM 2.1.1960. Serie W/B. Ro. 268 a, Grab. BRD- 12. Sehr selten in dieser Erhaltung, I. Taxe: 1.200,– EUR. Los 173: Deutsche Bundesbank 1960-1999. 1000 DM 2.1.1980. Serie NH/K. Rs. links unten „© DEUTSCHE BUNDESBANK 1964“. Ro. 291 a, Grab. BRD- 35a. Sehr selten in dieser Erh., I-. Taxe: 700,– EUR. Los 184: Deutsche Bundesbank 1960-1999. 1000 DM 1.8.1991. Serie AA/L8. Ro. 302 a, Grab. BRD- 46a. Selten, I-. Taxe: 600,– EUR. Hier geht es direkt zu den Geldscheinen bei der 102. Auktion der Leipziger Münzhandlung: https://www.muenzen-leipzig.de//Auktion/Onlinekatalog?intAuktionsId=1401 Kontakt: https://www.leipziger-muenzhandlung.de/ info@leipziger-muenzhandlung.de Tel. +49(0)341 12 47 90 WhatsApp +49 151 70635086
- Vorschau auf die Teutoburger Auktionen 145-147 vom 23.-27. Mai 2022
Die 145. Auktion am 23. Mai 2022 ist nach dem großen Erfolg der Februarauktionen wieder ein Sonderkatalog für Goldmünzen, Goldmedaillen, Golduhren und Goldschmuck aus aller Welt. Es liegt eine große Sammlung antiker Gold- und Elektron-Prägungen vor, dabei sowohl gute griechische Statere und Teilstücke, als auch römische Aurei und Solidi, byzantinische Solidi, Tremisses, Histamena, Hyperpyra, Hunnen, etc. Doch auch Gold aus Mittelalter und Neuzeit ist reich vertreten, u.a. ein Tremissis der Langobarden, diverse Goldgulden, Dukaten und mehrfache Dukaten, Pistolen, usw. mit zahlreichen Raritäten. Die 146. Auktion startet am 24. Mai 2022 mit einem großen Sonderbereich China & Südostasien, darunter u.a. äußerst seltene chinesische Proben, aber auch hochwertige asiatische Antiquitäten aus Tibet, Nepal und Japan. Nach Ausgrabungsgegenständen aus sehr alten Sammlungen und einigen antiken Münzen folgen die Münzen und Medaillen aus aller Welt mit u.a. einer Serie Kirchenstaat und ein paar Raritäten aus Schweden. Reich vertreten sind die habsburgischen und altdeutschen Taler und Teilstücke (besonders Brandenburg-Preussen und Nürnberg). Bei den thematischen Medaillen überwiegen Drittes Reich und Luftfahrt. Im Anschluss folgt der Bereich moderner deutscher Münzen ab 1871 nach Jaeger, vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik und DDR, dann zahlreiche Lots und Sammlungen, darunter riesige, urbelassene Nachlässe. Bei den Orden und Ehrenzeichen ist u.a. ein Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 Mit Gutachten Hartung zu erwähnen, bei den Militaria sind besonders Blankwaffen aus aller Welt, auch des asiatischen Raumes vertreten. Den Abschluss bildet der Varia-Bereich mit u.a. schönen Uhrenposten, aber auch einer Königsberger Bernsteinausgabe von "Mein Kampf". Die 147. Auktion ist ein Sonderkatalog für Briefmarken und Banknoten. Hier sind neben interessanten Einzellosen riesige urbelassene Sammlungen vertreten, deren Besichtigung dringend empfohlen wird. Los 4176 Deutsches Reich, 1871–1945 500 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Zeughaus und Danziger Wappen/Brunnenfigur Neptun. KN 6-stellig rot, Wz. Maske. I, selten Taxe: 2.500,- Euro Los 4221 Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 Musterschein zu 1000 Deutsche Mark 1.8.1991. KN 0000000, Serie AA/A. Vs. roter Überdruck diagonal "MUSTER" und zweizeilig MUSTER und Nr. 0212. Rs. roter Überdruck diagonal "SPECIMEN". I-, leichter Zählknick, von größter Seltenheit Taxe: 2.500,- Euro Los 4382 Deutschland Insgesamt ca. 22.000 verschiedene Serienscheine in 77 Importa-Alben. Komplett belassener Sammlerbestand von A-Z, mit sehr vielen Spitzenstücken, vielen Varianten und Kleinbögen. Bestimmt und sortiert nach Lindman. Katalogwert weit im 6-stelligen Bereich. Sehr interessanter Bestand der unbedingt besichtigt werden sollte und jeden Interessenten begeistern wird. Anbei Aufstellung nach Lindman, Katalogwert 115000€. Fundgrube !! meist I-II Taxe: 35.000,- Euro Los 4218 Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 Musterschein 500 Deutsche Mark 1.8.1991. KN 0000000, Serie AA/A. Vs. roter Überdruck diagonal "MUSTER" und zweizeilig MUSTER und Nr. 0212. Rs. roter Überdruck diagonal "SPECIMEN". I-II, leichte, min. Flecke, von größter Seltenheit Taxe: 1.500,- Euro Los 4214 Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 500 Deutsche Mark 2.1.1980. Serie V/U. I, selten Taxe: 750,- Euro Los 4197 Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 100 Deutsche Mark 9.12.1948. Franzosenschein mit B-Stempel für Westberlin, 2-stellige Blockziffer. I-, selten Taxe: 400,- Euro Teutoburger Münzauktion GmbH Brinkstraße 9 33829 Borgholzhausen Tel.: 05425/930050 E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de www.teutoburger-muenzauktion.de
- Sammlertreffen am Samstag, den 13. Mai 2023 in Melle
Das diesjährige Sammlertreffen der Banknoten- und Notgeldsammler findet am Samstag, den 13. Mai 2023 im Hotel „Alt Riemsloh“ in Melle/Riemsloh statt. Das Hotel ist für Aussteller ab 9:00 Uhr und für Sammler und Besucher ab 10:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Hotel "Alt Riemsloh" Alt Riemsloh 51 49328 Melle Tel. 05226 9825-0 info@hotel-alt-riemsloh.de www.hotel-alt-riemsloh.de Kontakt: Jos Eijsermans: Tel. 02821/7116668, E-Mail: Eijsermans-Events@t-online.de Dieter Pitt: Tel. 0521/162424, E-Mail: DPitt@t-online.de
- Vorschau auf die Münzen Gut-Lynt Auktion 12 am 24. und 25. Juni 2023
Die Gut-Lynt Auktion 12 bietet Ihnen mehr als 3000 Losnummern, die an zwei Tagen versteigert werden. Der erste Teil am Samstag, den 24.06.2023 zur gewohnten Stunde ab 10 Uhr beinhaltet eine bedeutende Spezialabteilung Banknoten sowie ein Angebot an numismatischer Literatur. Am Sonntag, den 25.06.2023 ebenfalls um 10 Uhr geht es mit dem zweiten Teil, den Münzen und Medaillen aus der Antike, Deutschland und aller Welt weiter. Diese große Zahl an Losnummern verspricht ein umfangreiches Angebot aus dem breiten Spektrum der Numismatik, der Notaphilie sowie der dazugehörenden und immer noch wichtigen Literatur. Den Auftakt zu dieser Wochenendauktion bilden ca. 900 Lose Banknoten mit zahlreichen Seltenheiten. Darunter findet man auch eine der seltensten Banknoten des Deutschen Kaiserreiches. Neben dem Papiergeld aus Deutschland gibt es viele Muster und zahlreiche kassenfrische und gesuchte Scheine aus dem Ausland. Belgisch-Kongo, 100 Francs 7.02.1896, Entwertet, rostige Klammerspur, IV Deutschland, 50 Mark Reichskassenschein 11.07.1874, Serie V, Fol. 22, Lit.A. No 109844. Diese Serie bislang in der Literatur unbekannt! Ros. 3. Pick 3. Grab. DEU-47. II / Extremely fine Deutschland, Besatzungsgeld des 1. Weltkrieges, Besetzung Belgien, 20 Francs 10.07.1918, mehrere kleine Nadellöcher, I- Deutschland, Besatzungsgeld des 1. Weltkrieges, Besetzung Frankreich, 100 Francs o. D. (1915), Deichmann-Bon, I- Deutschland, Bayerische Notenbank, 100 Reichsmark 11.10.1924, Unentwertet, I Deutschland, Württembergische Notenbank, 100 Reichsmark 11.10.1924, Hand-Unterschrift, Unentwertet, leichter Mittelbug, II+ Deutschland, Westliche Besatzungszone, Serie aus 5, 10, 20, 50 und 100 DM 1948&1949, je mit rotem Überdruck «MUSTER», Nullnummer bzw. aus laufender Serie, I bzw. I-II Serie aus 10 DM bis 1000 DM 1993/96 mit Seriennummer 1! Meist fast kassenfrisch Australien, 1 Pound n. D. (1932), PMG 25 Very fine Hong Kong, Hong Kong & Shanghai Banking Corporation, 50 Dollars 1.10.1930, Pick 175b, III-IV Kamerun, 50 Centimes n. D. (1922), Nadellöcher, II-III Luxemburg, 20 Mark 1.07.1900, repariert, Pick 4, IV-V Niederländisch Indien, De Javasche Bank, 25 Gulden 7.11.1938, I Qatar, Qatar & Dubai Curreny Board, 10 Riyals n.D. Pick 3, I Sudan, 500 Piasres 1884, Belagerung von Khartoum, I-II USA, 1 Dollar 1969, Originalunterschrift John Lennon, mit Expertise von Tracks Ltd., Chorley, Lancashire, GB, III Direkt im Anschluss der Banknoten folgt die Literaturauktion mit rund 500 Losen. Monographien, ROBERTSON, A.S. Roman Imperial Coins in the Hunter Coin Cabinet, University of Glasgow. 5 Bände, Oxford u.a. 1962-1982. Ganzleinen, Taxe 500 Euro Monographien, METCALF, D. M. Coinage of the Crusades and the Latin East in the Ashmolean Museum Oxford. London 1983., Ganzleinen, Taxe 250 Euro Monographien, KIENAST, G. W. The Medals of Karl Goetz. Cleveland, 1. Ausgabe 1967. 284 Seiten. No 171 von nur 500 Exemplaren mit Signatur. Archiv-Stempeln. Ganzleinen mit Goldaufdruck. Taxe 300 Euro Den Auftakt des zweiten Tages bilden rund 300 Lose Antiker Münzen mit spannenden, seltenen Stücken oder gute Qualitäten. Die meisten Münzen stammen aus einem alten Bestand und es ist bereits der dritte Teil, den wir anbieten dürfen. Ein Schwerpunkt für die große Zahl an Deutschen Münzen und Medaillen ist schwer zu nennen. Es gibt mittelalterliche Pfennige und Brakteaten, Kleinmünzen zahlreicher Staaten, besonders Taler aus 1500-1800, eine attraktive Serie Preußen und Westfalen aus der Zeit vor der Reichsgründung in breiter Auswahl. Und auch dieses Mal finden die Freunde der Nürnberger Numismatik interessante Münzen und Medaillen ab dem 16 Jahrhundert. Es folgt eine Abteilung von Reichsmünzen und die Deutschen Medaillen. Das Spektrum der Ausländischen Münzen und Medaillen erstreckt sich von Äthiopien bis USA, darunter eine attraktive Serie Schweizer Münzen, habsburgische Prägungen sowie einige hübsche Goldmünzen. Abgerundet wird der Auktionstag mit Sammlungen und Posten. Mehr dazu: https://www.muenzen-online.com/post/münzen-gut-lynt-vorschau-auf-die-auktion-12-am-24-und-25-juni-2023 Sie finden alle Lose der der Auktion Münzen Gut-Lynt 12 ab Ende Mai auf unserer bekannten Auktionsplattform www.auktionen.gut-lynt.de. Registrieren Sie sich rechtzeitig auf www.gut-lynt.de. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg! Bei Fragen rund um die Münzen Gut-Lynt Auktion 12 schreiben Sie uns gerne eine Mail info@gut-lynt.de oder rufen Sie uns an unter (+49) 02156 4874819. Möchten Sie auch von unserer Kompetenz und unserem internationalen Netzwerk profitieren? Wir suchen ständig Einlieferungen – ganze Sammlungen oder Einzelstücke, die nicht mehr in Ihre Sammlung passen. Wir bieten faire Konditionen und persönliche Betreuung, von der Einlieferung bis zur Auszahlung. Daneben ist jederzeit ein Direktankauf oder eine Vorschusszahlung auf den zu erwartenden Erlös möglich. Wir freuen uns auf Sie! In diesem Jahr erwarten Sie noch viele weitere spannende Gut-Lynt Auktionen im September und November, darunter auch eine weitere Banknoten-Auktion, eine Ordens-Auktion und weitere numismatische Literatur. Mit dem Gut-Lynt Newsletter bleiben Sie auch mit Blick auf die kommenden Gut-Lynt Auktionen immer aktuell informiert. Melden Sie sich an auf www.gut-lynt.de/newsletter. Wir empfehlen Ihnen auch die exklusiven Vorschauen, die Instagram Gut-Lynt auf ausgewählte Stücke der jeweils kommenden Gut-Lynt Auktionen bietet. Münzen Gut-Lynt GmbH Kehner Weg 144 47918 Tönisvorst info@gut-lynt.de Telefon: (+49) 02156 4874819 www.gut-lynt.de
- Farbenfabrik Bayer in Leverkusen: Goldmark 1923
Ende 1923 forderten die Vertreter der Arbeitnehmerschaft in vielen Betrieben der Chemischen Industrie die Einführung wertbeständigen Geldes bei der Lohnzahlung. Im besetzten Rheinland bedurfte die Ausgabe von Goldmarknotgeld allerdings der Zustimmung der Interalliierten Rheinlandkommission I.A.R.K. Die Hohe Interalliierte Rheinlandkommission gestattete im Oktober 1923 den Farbenfabriken Bayer in Leverkusen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld zum Zwecke der Lohn- und Gehaltszahlungen. Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., ungültig gestempelter Gutschein für den Einzelhandel im Werte von 1,05 Goldmark, ausgegeben in Leverkusen am 5. November 1923 (Vorder- und Rückseite). Die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen, gaben Ende 1923 zum Zwecke der Lohn- und Gehaltszahlungen Goldmarknotgeld im Gesamtwert von 700.000 Goldmark aus. Ab dem 5. November 1923 gab die Farbenfabrik Bayer zwei Emissionen Goldmarkgutscheine für den Einkauf im Einzelhandel aus. Die über den Geldwert von 1.05 Goldmark lautenden Stücke der Farbenfabrik waren bei der ersten Auflage bis zum 5. Dezember, bei der zweiten bis zum 31. Dezember 1923 gültig. Gutscheine beider Auflagen wurden aber auch noch im Januar 1924 von der Gesellschaft eingelöst. Sie wurden außer in Leverkusen auch im Einzelhandel der Orte Wiesdorf, Schlebusch, Köln, Mülheim, Opladen und Frechen angenommen. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Der Geldumtausch in Österreich im Dezember 1947 – Aus 3 wird 1!
Am Mittwoch, den 10. Dezember 1947, begrüßten die österreichischen Zeitungen ihre Leser mit einer schlechten Nachricht zum bevorstehenden Weihnachtsfest: Vom 10. bis zum 24. Dezember 1947 würde ein Umtausch aller bisher in Österreich umlaufenden Zahlungsmittel erfolgen. Für drei alte Schillinge würde es einen neuen Schilling geben. Zudem würden auch bestehende Bankguthaben im Verhältnis 3:1 abgewertet werden. Das bedeutete für die zumeist in schlechten wirtschaftlich Verhältnissen lebende Bevölkerung Nachkriegsösterreichs eine Hiobsbotschaft. Warum standen Regierung und Nationalbank Ende 1947 vor der Herausforderung, nach nurmehr zwei Jahren erneut eine Währungsreform durchzuführen? Republik Österreich, Oesterreichische Nationalbank: Banknote zu 100 Schilling vom 29. Mai 1945, ausgegeben ab 13. Dezember 1945, Vorder- und Rückseite. Im Dezember 1945 hatte es eine erste Währungsumstellung in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben. Das Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiet der Währung (Schillinggesetz) vom 30. November 1945[1] legte die rechtlichen Grundlagen für die Ausgabe neuer Banknoten nach Kriegsende fest. Es regelte zum einen die Wiedereinführung des Schilling als alleinige österreichische Währung ab dem 21. Dezember 1945. Zum anderen wurde ein Umtausch von Reichsmark und Alliierten Militärschillingen in den Wertstufen ab 10 RM/Schilling und darüber in neue Schillingnoten im Verhältnis 1:1 im Zeitraum vom 13. bis zum 20. Dezember 1945 (für Einzelhändler bis zum 22. Dezember 1945) verfügt. Natürlichen Personen wurde im Rahmen des Geldumtauschs ein Betrag von 150 Schilling in neuen Noten bar ausbezahlt. Darüber hinausgehende Beträge wurden auf ein beschränkt verfügbares Konto gutgeschrieben. Durch das Schillinggesetz vollzog Österreich die währungsrechtliche Trennung vom Umlaufgebiet der Reichsmark, welche durch Verordnung vom 17. März 1938[2] in Österreich als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt worden war. Das Land verfügte wieder über eine eigene Währung. Allerdings blieb der Banknoten- und Münzumlauf weiterhin nicht vollständig unter der Kontrolle der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), denn Zahlungsmittel blieben neben den Alliierten Militärschillingnoten zu 50 Groschen sowie 1, 2 und 5 Schilling[3] auch die Noten zu 1 und 2 Rentenmark der Deutschen Rentenbank der Ausgabe 1937, die Scheine zu 5 Rentenmark der Ausgabe 1926 sowie die Banknoten zu 5 Reichsmark der Deutschen Reichsbank der Ausgabe 1942[4]. Die durch die Alliierten in Deutschland ausgegeben Militärmarknoten zu ½, 1 und 5 Mark galten in Österreich nicht, auch wenn sie 1945 auf Teilen des Gebietes von Österreich umliefen. Gültig waren zudem weiterhin die Münzen der Reichsmark-Währung. Zwar war mit der Einführung der Schilling-Währung die Einfuhr von Reichs- und Rentenmark-Noten im Nennwert bis 5 RM nach Österreich auf 10 RM pro Kopf beschränkt worden. Dennoch bestand Druck auf den Zahlungsmittelumlauf durch die Einfuhr solcher Scheine und Münzen durch Kriegsheimkehrer, Flüchtlinge sowie durch eine illegale Verbringung aus den Umlaufgebieten der Reichswährung etwa im vormaligen Sudetenland, in denen diese als Zahlungsmittel ungültig geworden waren. Auch war für die österreichischen Behörden nicht kontrollierbar, in welchem Umfang die Besatzungsmächte solche Zahlungsmittel in Umlauf brachten. Perspektivisch galt es, den gesamten Zahlungsmittelumlauf vollständig unter österreichische Kontrolle zu bringen. Hinzu kamen die wirtschaftlich desaströsen Verhältnisse im Österreich der Nachkriegszeit. Die Güterproduktion lag deutlich unter Vorkriegsniveau, der Wert der Im- und Exporte ebenfalls[5]. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln stand es schlecht. Schon Ende 1945 trat in Österreich eine starke inflationäre Entwicklung ein, weil die bis 1945 eingefrorenen Preise sich inflationsbedingt deutlich erhöhten. Im Jahr 1947 lag die Inflationsrate bei 97 %. Zudem führten die sehr hohen Besatzungskosten, die 1946 etwa ein Drittel der Staatsausgaben ausmachten (allein im Zuge der Währungsumstellung 1945 erhielten die Alliierten als Erstausstattung einen Betrag von knapp 2 Milliarden Schilling in neuen Banknoten[6]), sowie die Freigabe gesperrter Guthaben aus der Währungsumstellung 1945 zu einem deutlichen Anstieg des Banknotenumlaufs. Während der gewerblichen Wirtschaft oft Liquidität fehlte, da die Banken infolge des Rückgangs der Sparguthaben nur sehr eingeschränkt Kredite vergaben, verfügten Privatpersonen aufgrund des fehlenden Warenangebots oft über Liquidität, die in den Schwarzmarkt floss. Diese Entwicklung musste gestoppt werden, wenn es zu einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Lebensstandards der Bevölkerung kommen sollte. Die Notwendigkeit der Durchführung einer weiteren Währungsreform war damit jedenfalls Anfang 1947 in Fachkreisen sowie bei der OeNB bereits absehbar[7]. Am 19. November 1947 beschloss der Nationalrat das Bundesgesetz über die Verringerung des Geldumlaufs und der Geldeinlagen bei Kreditunternehmungen (Währungsschutzgesetz)[8], das aber wegen eines Einspruchs der sowjetischen Besatzungsmacht erst am 9. Dezember 1945 veröffentlicht werden konnte und am Folgetag, dem 10. Dezember 1947, in Kraft trat, wenngleich die Grundzüge des Gesetzes seit seinem Beschluss in der Öffentlichkeit bekannt waren[9]. Danach sollte im Zeitraum vom 10. bis 24. Dezember 1947 ein erneuter Geldumtausch stattfinden. Natürliche Personen waren berechtigt, einen Betrag von bis zu 150 Schilling 1:1 gegen neue Banknoten umzutauschen. Für darüber hinausgehende Beträge kam ein Umtauschverhältnis von 3:1 zur Anwendung, das auch für sämtliche Geldbeträge juristischer Personen galt. Ebenso wurden Kontoguthaben im Verhältnis 3:1 umgestellt. Die gemäß Schillinggesetz vom 30. November 1945 gesperrten Kontoguthaben von Unternehmen und Privaten wurden durch das Währungsschutzgesetz endgültig gestrichen. Löhne und Preise wurden durch das Gesetz dagegen nicht berührt. Das Währungsschutzgesetz hatte damit allein den Zweck, Bargeldvermögen und Kontoguthaben auf ein Drittel ihres Wertes zu reduzieren. Die OeNB informierte die Bankenverbände und gab zum Geldumtausch ein Merkblatt für Banken als Umtauschstellen heraus, in denen die Einzelheiten des Umtauschs bis hin zur Form der Verschnürung der Banknotenpakete detailliert geregelt wurden. Umgetauscht werden konnte in der Hauptstelle der OeNB in Wien (aber nicht in deren Zweiganstalten in den Ländern, die nur als Ausgabestellen der neuen Noten für die örtlichen Banken fungierten), ferner bei allen Banken, Postsparkassen und Postämtern mit Postsparkassendienstleistungen, Hypothekaranstalten, Raiffeisen- und Kreditgenossenschaften mit Zahlungsverkehr. Je Haushalt war ein Umtauschschein für eine Gebühr von 1 neuen = 3 alten Schilling zu erwerben, der auszufüllen und in drei Ausfertigungen (eine davon ging an das Finanzamt) zusammen mit den alten Geldzeichen einzureichen war. Um einen Betrag von bis zu 150 Schilling im Verhältnis 1:1 in neue Banknoten umtauschen zu können, war für jede Person die zu Beginn der Umtauschperiode gültige Lebensmittelkarte vorzulegen. Muster eines Umtauschscheins. Die Umtauschstellen erhielten durch die Zweiganstalten der OeNB Zuweisungen an neuen Noten und Münzen, die vor Ort an den Schaltern der OeNB abgeholt werden mussten. Bei Sitz in anderen Orten erfolgte ein Versand durch Wertbrief. Für die Postsparkasse war eine Verteilung der neuen Noten und Münzen über das Postabfuhrsammelamt vorgesehen. Die eingezogenen alten Scheine und Münzen waren spätestens am Tag nach Abschluss des Umtauschs (also am ersten Weihnachtstag) zusammen mit den nicht benötigten neuen Scheinen bei den Zweiganstalten der OeBN wieder abzugeben bzw. nach dort zurückzusenden. Das Merkblatt für die Postämter zum Geldumtausch enthielt neben Regelungen zum Ein- und Auszahlungsverkehr in neuen und alten Schilling während der laufenden Umtauschfrist (Ein- und Auszahlungen wurden nach einem zeitweisen Stopp von Auszahlungen bis zum 15. Dezember in neuen Schillingnoten gerechnet, die alten Scheine waren bis zum 24. Dezember zu einem Drittel ihres Wertes anzunehmen) u. a. auch den Hinweis, dass Postbedienstete bei der Annahme von gefälschten Noten ersatzpflichtig seien und dass mit einem Schnurrbart versehene (!) oder sonst verunstaltete Altnoten ohne die sonst übliche Gebühr eingelöst würden. Wahrscheinlich hatte man hier bereits entsprechende Erfahrungen gemacht. Schillingumtausch in der Filiale Richard-Wagner-Platz 16 der Zentralsparkasse Wien. Bildnachweis: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Datei:Schilling.jpg (digital restauriert). Umtauschfähig waren nach den Merkblättern der OeNB die Banknoten zu 10, 20, 100 und 1000 Schilling der Ausgabe vom 29. Mai 1945[10], die Alliierten Militärschillingnoten zu 5, 2, 1 Schilling sowie 50 Groschen, ferner Reichsmünzen im Nennwert von 50 Reichspfennig und darüber (die Werte zu 1, 2, 5 und 10 Reichspfennig blieben im Umlauf) einschließlich der Silbermünzen zu 2 und 5 Reichsmark der Ausgaben Luther, Potsdam, Schiller und Hindenburg. Die Rentenbankscheine zu 1 und 2 Rentenmark Ausgabe 1937 sowie zu 5 Rentenmark der Ausgabe 1926 sowie die Reichsbanknote zu 5 Reichsmark Ausgabe 1942 wurden nicht erwähnt und konnten entsprechend nicht umgetauscht werden. Die OeNB hatte schon in den Jahren 1946 bis 1947 versucht, diese Geldzeichen im Umtausch gegen Alliierte Militärschillinge einzuziehen. Neu ausgegeben wurden Banknoten zu 10 Schilling und 100 Schilling mit der Angabe "ZWEITE AUSGABE" sowie zu 50 Schilling, alle mit Ausgabedatum 29. Mai 1945, zu 5 Schilling mit Ausgabedatum 4. September 1945 sowie zu 1000 Schilling mit Ausgabedatum vom 1. September 1947[11], ferner Münzen zu 50 Groschen, 1 und 2 Schilling in Aluminium der Prägejahre 1946 und 1947. Die Druckaufträge für die ausgegebenen Banknoten waren teilweise schon deutlich vor den Planungen zur Währungsreform erteilt worden, für die in der Staatsdruckerei Wien hergestellten Banknoten zu 50 und 100 Schilling etwa bereits Ende Dezember 1946. Auch hier wurde für alle Klischees auf die bereits vor März 1938 umlaufenden österreichischen Banknoten zurückgegriffen. Lediglich die Farbgebung, das Ausgabedatum und der Unterschriftenblock wurde geändert. Republik Österreich, Oesterreichische Nationalbank: Banknoten 100 Schilling Datum vom 29. Mai 1945, ausgegeben ab 10. Dezember 1947 mit zusätzlicher Angabe "ZWEITE AUSGABE" in Ornamentband auf Vorder- und Rückseite. Als Erstausstattung stand den rund 3000 Umtauschstellen Anfang Dezember 1947 an neuen Noten und Münzen ein Betrag von insgesamt etwa 2,8 Milliarden Schilling zur Verfügung. Die Versendung der neuen Scheine und Münzen an die Niederlassungen der OeNB erfolgte am 4. Dezember 1947 mit zwei Sonderzügen von Wien aus. Von der Erstausstattung flossen rund 417 Millionen Schilling wieder an die OeNB in Wien zurück. Die mit Abstand geringsten Ausgabezahlen verzeichnete die Banknote zu 1000 Schilling. Bei dieser liefen etwa die Hälfte der den Ausgabestellen zur Verfügung gestellten 482.000 Scheine wieder an die OeNB in Wien zurück. Übersicht über die Erstausstattung mit neuen Banknoten und Münzen, und der in Reserve verfügbaren Stückzahlen je Wertstufe. Quelle: Bankhistorisches Archiv, Wien. Trotz der Herausforderungen der Zeit, insbesondere knapper LKW-Kapazitäten für den Transport der neuen Noten (die Alliierten lehnten eine Beteiligung an der Umtauschaktion ab und stellten auch keine Transportkapazitäten zur Verfügung), scheint der Umtausch gemäß einem internen Bericht der OeNB vom 5. Januar 1948 insgesamt reibungslos verlaufen zu sein. Dass die Gerüchteküche vor und auch während der Umtauschfrist brodelte, zeigt etwa ein Fernschreiben der OeNB Zweiganstalt Salzburg an die Hauptverwaltung in Wien[12], wonach der Umtausch in Teilen des Bundeslandes Salzburg nachgelassen habe bzw. über den (1:1 umtauschbaren) Betrag von 150 Schilling pro Person nicht hinaus ginge, weil die Bevölkerung mit einer nachträglichen Korrektur der Umtauschrate rechne. Der Wunsch der Zweiganstalt Salzburg, diesen Gerüchten etwa durch Veröffentlichungen in der Presse entgegenzutreten, entsprach die Hauptverwaltung der OeNB in Wien nicht. Mit Ablauf des 24. Dezember 1947 wurden alle alten Banknoten ungültig. Diese Regelung setzte die OeNB äußerst konsequent um und lehnte Anträge auf einen nachträglichen Umtausch verspätet eingereichter Banknoten regelmäßig ab, wie etwa Schriftverkehr aus dem Bankhistorischen Archiv belegt: Selbst den Österreichischen Bundesbahnen, einem Staatsbetrieb, wurde ein Umtausch verspätet vorgelegter Banknoten aus dem Verkauf von Fahrkarten verwehrt. Die zur OeNB zurückgelaufenen ungültigen Scheine wurden bereits ab Anfang Januar 1948 durch Verkollerung vernichtet. Anders als die Währungsreform in Westdeutschland vom 20. Juni 1948 hat die zweite Währungsumstellung in Österreich im Dezember 1947 nicht zu einer Initialzündung der Wirtschaft geführt. Sie hat jedoch währungsseitig die Grundlagen zu einer Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Österreich gelegt, die parallel mit einem deutlichen Rückgang der Inflation ab Ende der 1940er-Jahre eintrat und in das österreichische Wirtschaftswunder nach 1953 mündete. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] StGBL 1945, Nr. 231 [2] RGBl 1938 I S. 253 [3] Pick (SCWPM): 102-105, Kodnar/Künstner: 207-210 [4] Grabowski: DEU 209, DEU-220, DEU-222, DEU-223 [5] 1946 wurden nominell lediglich 17%, preisbereinigt 7% der Im- und Exportwerte von 1937 erreicht, s. dazu Monatsberichte des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung 1946, Heft 10-12, S. 238 [6] Genau waren es 1,98 Milliarden Schilling – s. Monatsberichte, a.a.O S. 177 [7] Monatsberichte a.a.O, S. 169 ff. [8] BGBI.Nr.250/1947 [9] Hans Seidel, Währungsreform und Besatzung in Österreich 1945-47, Wirtschaft und Gesellschaft 25. Jahrgang 1999, S. 307 [10] Pick (SCWPM): 114, 116, 118, 120, Kodnar/Künstner: 221-224 [11] Pick (SCWPM): 115, 117, 119, 121, 125, Kodnar/Künstner: 225-229 [12] Fernschreiben der ÖBN NLÖ Salzburg vom 17.12.1947 an Dir. Klier, Bankhistorisches Archiv
- Lexikon: Handel mit Papiergeld
Der Handel mit Papiergeld für Sammlerzwecke entstand erst in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Vorher wurden einzelne Stücke vom Münzhandel, zum Teil auch in Katalogen angeboten (Zschiesche & Köder, Leipzig boten Ende des 19. Jahrhunderts in ihren Katalogen ständig Papiergeldscheine an). Handel: Verkaufsliste der Münzhandlung Zschiesche & Köder, Leipzig, vom Oktober 1899 mit Angeboten von Münzen und Papiergeld. Die wenigen großen Papiergeldsammlungen in dieser Zeit wechselten meist ohne Zwischenhandel den Besitzer. So ging die Sammlung von Ludwig Clericus an die Deutsche Reichsbank. Doch wurden auch einige Sammlungen über den Handel verkauft, wie die von Franz Sedlakovich und die von Dr. Wilhelm Schlesinger, die 1894 über die Firma H. Cubasch, Wien, versteigert wurden. Durch das deutsche und österreichische Notgeld des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit entstand der Notgeldhandel, der sich vor allem in der Zeit von 1921 bis 1923 entfaltete. Wichtig hierfür waren auch die ersten Kataloge für Notgeld von Pionieren wie Dr. Arnold Keller und einschlägige Notgeld-Zeitschriften. Mit dem nachlassenden Interesse am Notgeld verschwand dieser Handel vorerst wieder. Dr. Arnold Kellers erstes Ladengeschäft für Münzen, Notgeld und Medaillen in der Berliner Zimmerstraße 22, Aufnahme vom Mai 1922 (Arnold Keller im Eingang rechts). Als das Interesse am Papiergeldsammeln nach dem Zweiten Weltkrieg zunahm, entwickelte sich verstärkt der Fachhandel in den USA und England. Bestehende große Münz- und Briefmarkenhandlungen gliederten ihren Firmen eigene Papiergeldabteilungen an, so Spink / Son, London, Stanlay Gibbons, London und Paramount International Coin Ltd. Auch ganz neue Firmen entstanden, die sich ausschließlich mit Papiergeld beschäftigten. Die Namen aktueller Firmen findet man in aktuellen Fachzeitschriften, Katalogen und in Werbeanzeigen hier im Geldschein-Blog. Neben den Sammlervereinigungen und Gesellschaften, den Zeitschriften und der gesamten Fachliteratur ist der Fachhandel (heute zumeist im Internet) das dritte Bindeglied der Sammler. Durch seine Preisgestaltung kann er wesentlich die Entwicklung des Papiergeldsammelns im Positiven wie auch im Negativen beeinflussen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld 1923
In einigen Industriebetrieben gab es inflationsbedingt 1923 Bestrebungen sich zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld in Gemeinschaften zusammenzuschließen, um eine Wertbeständigkeit bei der Zahlung von Löhnen und Gehältern zu gewährleisten. So bildeten sieben Industriebetriebe in Biebrich zu diesem Zweck die „Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld“. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 1/10 Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. In Biebrich am Rhein (Provinz Hessen-Nassau) wurde im Oktober 1923 eine „Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld“ gegründet, deren Geschäftsführung in Händen der Firma Kalle & Co. A.-G. lag. Die Gemeinschaft gab Anfang November mit Genehmigung der I. A. R. K. (Hohe Interalliierte Kommission) Notgeld über 1/10, ¼, ½, 1 und 3 Dollar aus, für die sie zuvor Deckung in Devisen bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz zu hinterlegen hatte. Dieses Bankinstitut wurde auch bei mehreren anderen Emissionen im besetzten deutschen Gebiet mit der Verwahrung der Deckungswerte bei der Ausgabe von Goldmark-Notgeld betraut. Das Notgeld war im ganzen Regierungsbezirk Wiesbaden umlauffähig und mindestens bis 31. Januar 1924 gültig. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über ¼ Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. An der Biebricher Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld waren folgende Gesellschaften beteiligt: Chemische Fabrik Griesheim-Elektron in Griesheim am Main, Chemische Werke vormals H. & E. Albert in Amöneburg, Dyckerhoff & Widmann A.-G. in Biebrich am Rhein, Philipp L. Fauth Aktiengesellschaft in Dotzheim, Kalle & Co. A.-G. in Biebrich am Rhein, Portland-Cement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne G.m.b.H. in Amöneburg und Ludwig Ganz A.-G. in Mainz. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über ½ Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 1 Dollar, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923. Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 3 Dollars, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923 (Vorderseite). Industriegemeinschaft für wertbeständiges Notgeld, Notgeld über 3 Dollars, ausgegeben in Biebrich am Rhein im November 1923 (Rückseite mit Einlösungsbedingungen; interessante Warnung hier aufgedruckt: Wer dieses Notgeld nachmacht oder verfälscht oder nachgemachtes oder verfälschtes sich verschafft und in Verkehr bringt wird mit Zuchthaus bestraft.) Die Einlösung der Notgeldscheine erfolgte in gesetzlicher Währung (Papiermark) zu dem Gegenwert 1 Dollar U.S.A. = 4,20 Goldmark, berechnet nach der dem Einlösungstage vorangehenden letzten New-Yorker Briefnotierung bei den Filialen der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz und Wiesbaden sowie bei den Kassen der beteiligten Betriebe. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (7/2023) Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Geldscheinporträts: Lessja Ukrajinka – Ukrainische Nationaldichterin und Patriotin
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Abbildung 1: Porträt von Lessja Ukrajinka https://commons.wikimedia.org/wiki/File: Lesya_Ukrainka_portrait.jpg. Neubearbeitung: Hans-Ludwig Grabowski. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Reste der ukrainischen Autonomie abgeschafft. Gleichzeitig entstand eine neue Nationalbewegung. Alte Traditionen lebten wieder auf, das Kosaktentum wurde idealisiert und das Interesse an Volkstum und Volksdichtung stieg, eng angelehnt an aus Deutschland stammende Gedanken der Romantik. Etwa ein halbes Jahrhundert später erreichte das Streben nach nationaler Selbstständigkeit auch die ukrainischen Intellektuellen. Das russische Kaiserreich reagierte mit Zensur und Unterdrückungsmaßnahmen. In dieser Zeit des nationalen Aufbruchs lebte Lessja Ukrajinka. Sie wurde 1871 als Laryssa Petriwna Kossatsch geboren. Schon im Kindesalter erkrankte sie an Tuberkulose. Die Krankheit schränkte sie zeitlebens stark ein und zwang sie, zu Ärzten und Kuraufenthalten im In- und Ausland zu reisen. Ihre Eltern waren bekannte Intellektuelle. Der Vater Petro Kossatsch war Jurist und Staatsrat, die Mutter Olha Drahomaniv (besser bekannt unter ihrem Pseudonym Olena Pschilka) war prominente Schriftstellerin. Beide bemühten sich, ihren Kindern eine gründliche und umfassende Erziehung zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk legte Lessjas Mutter dabei auf die sprachliche Bildung. Bereits als Jugendliche hatte Lessja Ukrajinka das Ziel, alle europäischen Hauptsprachen zu erlernen, um die betreffenden Literaturen kennenzulernen. Seit ihrer frühen Jugend las sie nicht-ukrainische Autoren wie Victor Hugo, Shakespeare, Musset, Byron oder Ibsen. Besonders Heinrich Heine und Gerhart Hauptmann prägten ihr späteres Werk. Dennoch achtete ihre Mutter darauf, den Kindern den aufkommenden ukrainischen Nationalismus mitzugeben. Sie nahm sie mit aufs Land, ließ ihnen Volkslieder vorsingen und unterrichtete sie im wolhynischen Dialekt. 200-Hrywnja-Banknote, Nationalbank der Ukraine, 2014. Vorderseite: Porträt von Lessja Ukrajinka, Silhouette ihres Landhauses in Kolodjaschne (Oblast Wolyn). Rückseite: Storch im Flug, rechts Turm der Burg Lubata in Luzk. Sammlung Grabowski. Schon im Kindesalter verfasste Lessja Ukrajinka auch eigene Gedichte. Ihre Mutter unterstützte sie anfangs dabei, die ersten Werke wurden 1884 publiziert. Auch ihr Onkel Mykhailo Drahomaniv hatte entscheidenden Einfluss auf Lessja. Mit ihm stand sie in regem Austausch, obwohl er nach Repressionen durch das zaristische Regime gezwungen war, das Land zu verlassen. Er ermutigte sie stets, ihren literarischen Horizont zu erweitern und schickte ihr Anregungen und Empfehlungen. Diese Einflüsse bewegten sie dazu, sich intensiv für eine Europäisierung der ukrainischen Kultur einzusetzen. So arbeitete sie an zahlreichen Übersetzungen mit. Sie wählte bewusst volksnahe Texte aus, um die ukrainische Sprache populär zu halten. Die zaristische Regierung hatte als Reaktion auf die wachsende Nationalbewegung alle nicht-historischen Publikationen in ukrainischer Sprache verboten. Nach Übersetzungen von Werken aus Frankreich und Texten von Lenin, Marx und Engels begann sie, mit sozialistischen Ideen zu sympathisieren. Sie schrieb mehrere politische Satiren, in denen sie die Bourgeoisie kritisierte. Von ihrem Patriotismus löste sich Lessja Ukrajinka jedoch nicht. Ein wichtiges Motiv in ihrem Werk ist die Unterdrückung der Ukraine, die sie mit der Unterdrückung der Frau verknüpfte. Ukrajinka musste wegen ihrer Krankheit zwar viel reisen, hat aber den größten Teil ihres Lebens im vom russischen Kaiserreich okkupierten Kyjiw (Kiew) verbracht. Dennoch ist in ihrem gesamten Werk immer das multikulturelle Umfeld der österreichischen Westukraine mit ihrem deutsch-ukrainisch-polnisch-jiddischen Sprachgemisch omnipräsent. Sie wird Vorreiterin der literarischen Moderne in der Ukraine. Die Ukraine unterschied sich von nahezu allen anderen europäischen Literaturen dadurch, dass die Moderne mit zwei sehr ungewöhnlichen Frauen begann: Olha Kobyljanska und Lessja Ukraijinka. Mit ihnen beiden wurde die Frau als Künstlerin und Erzieherin der Nation zum neuen Paradigma und Topos der Literatur. 1913 starb Lessja Ukrajinka an ihrer Tuberkulose-Erkrankung. Zuletzt hielt sie sich aufgrund des wärmeren Klimas zunehmend in Ägypten auf. Ihr Konterfei ist seit 2001 auf der 200-Hrywnja-Banknote der Nationalbank der Ukraine abgebildet, seit 2007 ergänzt um die ersten beiden Verse eines Gedichts der Autorin („Um der Wahrheit Willen, Brüder, lasst uns aufrichtig zusammenarbeiten. Es gibt nur einen richtigen Weg…“). Elias Heindl Literatur/Quellen: Ukrajinka, Lesja: Mein Weg. Dichtungen und »Das Waldlied« = Mij šljach. Hrsgg. von Katschaniuk-Spiech, Irena; Udolph, Ludger und Wöll, Alexander. Thelem Universitätsverlag, Dresden, 2023. Bojko-Blochyn, Jurij; Rothe, Hans; Scholz, Friedrich (Hrsg.): Lesja Ukrajinka und die europäische Literatur. Böhlau, Köln 1994 (Schriften des Komitees der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der slawischen Studien; 18). Bida, Constantine; Rich, Vera: Lesya Ukrainka. University of Toronto Press, 1968, S. 3-26. Lindekugel, Jutta: Feministin und Patriotin – Zum 100. Todestag von Lesja Ukrajinka. Titel Kulturmagazin, 01.08.2023, aufgerufen über: https://titel-kulturmagazin.net/2013/08/01/feministin-und-patriotin-zum-100-todestag-von-lesja-ukrajinka/ (zul. am 13.09.2023).
- Großtauschtag am 22. Oktober 2023 in Cham!
Am 2. Oktober 2023 findet in Cham wieder ein Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten statt, an dem aber sicher auch Papiergeld zu finden sein wird. Neben Vereinsmitgliedern der Briefmarkenfreunde Cham und Umgebung sind auch rund 20 Fachhändler aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Böhmen mit eigenen Tischen vertreten. Der Verein freut sich auf regen Besuch aus Nah und Fern! Hans-Ludwig Grabowski Auch mich wird man am kommenden Sonntag in Cham antreffen.












