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- Wie Che einmal Fidel ärgerte
Oft arbeiteten in der Geschichte drei Männer zusammen, um neue Machtverhältnisse in einem Land zu schaffen. In Kuba waren dies Fidel Castro, gen. El Maximo Lider, Ernesto Guevara, gen. Che, und Emilio Cienfuegos gewesen. Schon bald nach der siegreichen Revolution verschwand Cienfuego auf mysteriöse Weise, angeblich bei einem Flugzeugabsturz. Guevara arbeitete einige Jahre in der kubanischen Staatsführung mit, um dann allerdings wieder zum Partisanenkampf in Afrika und Südamerika zurückzukehren. Übrig an der Spitze blieb Fidel Castro (1927–2016). Das änderte jedoch nichts daran, dass auch Emilio Cienfuego (1932–1959) zumindest durch einen Geldschein nachgeborenen Banknotensammlern auf der ganzen Welt präsent bleibt. Einer übertrifft aber beide im Bekanntheitsgrad, dies ist unzweifelhaft Ernesto „Che“ Guevara (1928–1967). Abb. 1: CUB-113, Kubanische Nationalbank 1995, Vorderseite der farbigen Banknote über 3 Pesos mit dem bekannten aufgearbeiteten Porträt Che Guevaras von Alberto Korda 1960. Der Arzt und gebürtige Argentinier – daher sein Kampfname „Che“ – wurde nach dem Sieg der Revolutionäre 1959 auf Kuba Präsident der Nationalbank, da er an der falschen Stelle die Hand gehoben hatte, als die Ämter vom „Maximo Lider“ verteilt wurden. Als solchem oblag Ernesto Rafael Guevara de la Serna, so sein vollständiger Name, danach auch die Pflicht zur Unterschrift auf den neuen kubanischen Banknoten, die anfangs noch sehr traditionell daherkamen, zumindest was die Vorderseiten betraf. Che verstand nicht viel von Ökonomie, aber die anderen Revolutionäre noch weniger. Er war fleißig, aber verachtete Geld und unterschrieb nur flüchtig mit seinem Spitznamen. Fidel und Che waren beide Söhne aus großbürgerlichen Familien und diese Missachtung der kubanischen Währung missfiel dem Führer der kubanischen Revolution. Abb. 2: Vergrößerung der Unterschrift von Ernesto „Che“ Guevara auf der 20-Pesos-Note der Kubanischen Staatsbank 1961. Abb. 3: CUB-97, Der kubanische Revolutionsführer Cienfuegos mit seinem typischen Hut auf einer kubanischen 20-Pesos-Note von 1961, Vorderseite. Abb. 4: ders. Rückseite, Darstellung der Anlandung der ersten Guerilleros am 2. Dezember 1956 an der Küste Kubas mit der Yacht Granma. Die unterschiedliche Auffassung über die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Karibikinsel führte bei Che, der seit 1961 auch Industrieminister war, zu einer größeren Unzufriedenheit mit der Politik Fidels. Er blieb loyal, verschwand jedoch 1965 lieber in den Urwäldern Afrikas und Südamerikas und kehrte zum bewaffneten Kampf zurück. In den Bergen Boliviens stellte ihn und seine letzten Getreuen ein Jagdkommando der Regierungstruppen und sein Tod machte ihn zum Märtyrer und seinen Namen quasi unsterblich. Die Rückseite der 3-Pesos-Note hält sein Andenken propagandistisch aufrecht. Ein Minister, freiwillig bei der Zuckerrohrernte helfend, dem Gold der Insel, wie auch auf dem Schriftband links unten auf Spanisch zu lesen ist – die schwierige wirtschaftliche Lage ist immer noch Thema. Im Gegensatz zur Ausgabe von 1994 ist der Schein nur noch monochrom und auf einfachem Papier gedruckt, aber mit Wasserzeichen und einer Art Sicherheitsstreifen; er ist beliebt bei Kuba-Touristen aller Herren Länder als Mitbringsel, neben Zigarren und Rum. Falls Sie aber einen solchen kubanischen Geldschein hier online kaufen und bezahlen wollen, berücksichtigen Sie die US-amerikanischen Embargo-Bestimmungen und die am 22. März dieses Jahres im Online-Magazin veröffentlichten Erfahrungen im Beitrag von Herrn Grabowski (Leserpost: „Meine Erfahrungen Ebay & PayPal“). Abb. 4: CUB-127. Che beim freiwilligen Zuckerrohr-Ernteeinsatz, Rückseite, 2004, ähnlich CUB-113. Wechselkurs aktuell 1 CUP = 0,035 EUR. Christian Merker
- ARAN-Notgeld
Was ist denn das? Etwa ein Geldschein, der seinen Wert gleich in drei verschiedenen Währungen angibt: Mark, Fr. (Französische Franc) und cent (US-Dollar)? Genau genommen sind es drei Scheine: einer zu ½ Mark (0,60 Fr. – 12 ½ cent), ein zweiter zu 1 Mark (1,20 Fr. – 25 cent) und ein dritter zu 2 Mark (2,40 Fr. – 50 cent). Mich macht stutzig, dass die Wertrelationen nicht stimmen. Die Scheine sind mit 1. April 1921 datiert, und da mussten für einen US-Dollar bereits 62,60 Mark gezahlt werden, also war eine Mark gerade einmal 1,6 Cents wert. Und was bedeutet ARAN-Notgeld? Wurden die Scheine von einem neuen Staat ausgegeben? Aber nein, Ausgabeort ist Wiesbaden. Wer ist Dr. Freytag, der den Titel „3. Souveraine Arana“ trägt? Nach dem Text der Scheine dienten sie „zur Förderung und Gründung eines Weltverbandes der Universitäten, Hochschulverbände, der Kunst-, Religions u. ethischen Verbände“. Handelt es sich also um Spendenscheine? Dagegen spricht, dass sie erst am 1. April 1922 wertlos werden sollten. Auf jeden Fall geben sie sich international. Auf der Rückseite wird der vorderseitige deutsche Text in englischer und französischer Sprache wiederholt, eingerahmt von den Flaggen Frankreichs, des Saargebietes, der USA, Deutschlands, Belgiens, Luxemburgs, Englands (allerdings nicht korrekt) und der Fahne Aranas. Abb. 1: Dr. Freytag, ARAN-Notgeld, 1. April 1921, ½ Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 2: Dr. Freytag, ARAN-Notgeld, 1. April 1921, 1 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 3: Dr. Freytag, ARAN-Notgeld, 1. April 1921, 2 Mark, Vorder- und Rückseite. Die drei Nominale haben die einheitliche Größe von 108 x 73 mm. Ihr Druck erfolgte auf Papier mit dem Wasserzeichen Hakenmäander, das nur schwer zu erkennen ist. Weder ist der Name der Druckerei bekannt, noch wer den Entwurf anfertigte. Auf der Rückseite findet sich nur das Kürzel „LO.“. Weder konnte ich mit ARAN-Notgeld noch mit 3. Souveraine Arana oder Dr. Freytag etwas anfangen. Also schnell gegoogelt. Es fanden sich auch diverse Eintragungen, aber mit diesen „Geldscheinen“ hatten sie alle garantiert nichts zu tun. Zwar führen auch die einschlägigen Notgeldkataloge die Scheine auf, beantworten jedoch nicht meine Fragen.[1] Einzig der alte Keller-Katalog enthält den kleinen Hinweis: „Phantasieausgabe des geisteskranken Dr. Freytag“. Der Hintergrund der Scheine blieb also weiterhin rätselhaft, bis mir vor einiger Zeit zufällig ein Buch in die Hände fiel, das Licht in die Angelegenheit bringt.[2] Im Februar 1929 nahmen Prozessbeobachter mit Kopfschütteln ein Urteil des Schöffen-gerichts in Jena zur Kenntnis. Der Angeklagte, Oberster Bischof und Erzsuperintendent, Seine Hohe Ehrwürdigkeit Heinz Ferdinand I., besser bekannt unter dem bürgerlichen Namen (Prof. Dr.) Sauermann, wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Ein weiter Angeklagter, Generaldirektor Dr. Becker aus Halle, kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 Reichsmark recht glimpflich davon, und zwei weitere Mitbeschuldigte wurden sogar freigesprochen. Mit „Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. med. vet. et phil. Frederick Freytag, Präsident der Aran Universität in South Dakota, Professor an der Lincoln Western University in den USA, Patron der Universität des Maharadscha von Vizianagram in Indien, Universitätsdozent in Bern, ehemaliger K. K. Primärarzt, Mitglied zahlreicher Akademien und internationaler Institute, Commissioner of Utah, Großmeister aller aranischen Orden und Dritter Souveräner Arana“ stand ein „vielseitiger Gelehrter von Rang“ vor Gericht. Aufgrund seiner krankhaften, überspannten Fantasie – er hatte sich auch den Titel Prinz zugelegt und behauptete, aus dem Geschlecht der Grafen von Foix, einer Seitenlinie der Bourbonen, zu stammen – verfügten die Richter seine Einweisung in eine psychiatrische Anstalt. Bereits 1917 war der Tierarzt Freytag, damals jedoch noch als „Friedrich“, von einem Magdeburger Gericht wegen Geistesschwäche entmündigt worden. Doch scheint ihn dies nicht weiter behindert zu haben, seine zündende Geschäftsidee umzusetzen. Warum sollte man nicht akademische Grade und Adelstitel gegen gutes Geld an eitle Zeitgenossen verkaufen? Also mussten eine eigene Universität und ein eigener Staat her. Als erstes schalteten Prinz Freytag und sein Partner Titularrat R. Birnbaum, Baron und Doktor des Aran an der Universal-University in Siegmar bei Chemnitz ab 1919 in zahlreichen deutschen Zeitungen Anzeigen, in denen sie Wissenschaftler und geistig Tätige zur Gründung von Weltverbänden für Universitäten, Akademien, Kunsthochschulen und Religionsgemeinschaften suchten. Ihnen winkten Adelstitel, Würden eines Doktors und Orden. Freytag und Birnbaum „gründeten“ ferner kurzerhand die Aran University in South Dakota, von der man vor Ort allerdings keine Ahnung hatte. Als ihr Präsident vergab Seine Hohe Exzellenz Doktorhüte. Verlangt wurde dafür, neben einer Prüfungsgebühr in Höhe von 100 US-Dollars, der Nachweis des Abiturs und eines Universitätsstudiums sowie das Einreichen einer Dissertation, wobei Prinz Freytag bei Letzterem keine großen Ansprüche stellte: „Der Dritte Arana konnte, weil er ein Souverän war, alle Bedingungen ändern und mildern oder sogar auf sie verzichten, aber keine Toleranz kannte er bei der Prüfungsgebühr: 100 Dollars, keinen Cent weniger und erst recht kein Äquivalent in Milliarden Papiermark.“ Im offiziellen Organ des Souveränen Aran, der Aran-Zeitung, die unter dem „Lordprotektorat Seiner Kaiserlichen Hoheit Prinz Hossein Khan von Persien“ stand, wurde erläutert, dass der Aran in erster Linie ein souveräner Staat mit Territorialbesitz sei – wo, wurde nicht gesagt – und weitgehende Verbindungen und Beziehungen nach allen Ländern der Erde unterhalte. Wie jeder souveräne Staat könne er Titel verleihen. Wie in einem Versandhauskatalog wurden für jeden Geldbeutel entsprechende Angebote gemacht, die vom einfachen „Titularrat“ über den „Kollegienrat“ bis hin zum „Wirklichen Geheimen Rat“ reichten. Wer es adelig mochte, wurde ebenfalls fündig. Die unterste Stufe war natürlich die Billigste: Als „Armalist“ durfte man ein Wappen mit einer maximal dreizackigen Krone auf seinen Briefbogen drucken. „Für ein erkleckliches Sümmchen mehr wurde aus einem Herrn Schulze schon ein Herr de Schulze oder ein Herr von Schulze mit vierzackiger Krone.“ Ließ man noch mehr springen, war auch der Chevalier oder Seigneur, Baron, Vicomte und Graf möglich. Bei entsprechender Zahlung konnte man auch in den aranischen Hochadel aufsteigen und Pfalzgraf, Marquis, Herzog oder Prinz werden. Neben dem Titel erhielt man das „Recht“, entsprechende, unterschiedlich abgestufte Uniformen zu tragen. 1923 traf Freytag den einstigen ungelernten Landwirtschaftsgehilfen Heinrich Sauermann, den er noch aus seiner Zeit als Tierarzt kannte. Sauermann war gerade aus einer zweijährigen Haft entlassen worden und strebte danach, mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen. Er schien wegen seines pastoralen Gehabes wie geschaffen für Freytags neues Projekt. Beide stifteten eine neue Religionsgemeinschaft und sammelten fleißig Spenden für ihre „Missionstätigkeit“. 1924 stieß Rechtsanwalt Ludwig Zoeller, Staatspräsident a.D. der kurzlebigen Birkenfelder Republik, zum Duo. Ein Jahrzehnt lief alles gut und die Gaunerbande um Seine Hohe Exzellenz Prinz Freytag machte glänzende Geschäfte – bis ein unzufriedener „Kunde“ Strafantrag stellte und das Gericht in Jena tätig wurde. Sauermann, dem Onarchen der Weltkirchenbewegung, konnte lediglich angelastet werden, dass er Gelder der „Deutschen Reisemission“ an den Aran-Staat weitergeleitet bzw. sich persönlich bereichert habe. Dass er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, war wohl eher seinen drei Vorstrafen geschuldet. Mit Friedrich Freytag machte es sich das Gericht leicht und verfügte eine Einweisung in eine psychiatrische Anstalt. „Die geschäftstüchtige Organisation, die er aufgebaut hatte und leitete, und die stets neuen, profitträchtigen Ideen zeugten wohl eher von raffinierter Intelligenz als von Geistesschwäche, und seine überreiche Phantasie rückte ihn höchstens in die Schar der stark akzentuierten Persönlichkeiten, nicht aber in die Gruppe der Irren. Mit seinen klangvollen Titeln lag er, wie Beispiele belegen, nicht allzuviel über dem Niveau anderer Hochstapler jener Jahre,“ so Christian Heermann in seinem Buch. Uwe Bronnert [1] Arnold Keller, Das deutsche Notgeld, Katalog der Kleingeldscheine 1916 – 1922, IV. Teil: Serienscheine, neu bearbeitet v. Albert Pick u. Carl Siemsen, München 1975, S. 229, Nr. 1339. Kai Lindman, Katalog der Serienscheine, Spendenquittungen und Bausteine 1918 – 1922, Sassenburg 1989, S. 308, Nr. 1388. Hans L. Grabowski/Manfred Mehl, Deutsches Notgeld, Band2: Deutsche Serienscheine 1918 – 1922 (L – Z), 3. Überarb. u. erw. Aufl., Regenstauf 2009, S. 927, Nr. 1425. [2] Christian Heermann, Geheimwaffe Fliegende Untertasse, Gauner – Gaukler – Gangster, Ein Kriminalreport über Geschäfte und Verbrechen mit der Dummheit, 2. Aufl., Berlin (Ost) 1983, S. 57 ff.
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 20
Fortsetzungsreihe, Teil 36 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 8 Fotografie Womit wir bei den Fotografien wären, die hauptsächlich nur bis in die 1950er Jahre vorkamen. Das dicke Fotopapier, mit dem der Fälscher sofort aufgefallen wäre, wurde gespalten oder abgeschmirgelt, um dünneres Papier zu erhalten. Es ergaben sich aber meist nur schlechte Reproduktionen. Ein typischer Fall von Fotografiefälschung aus der Zeit nach dem Krieg und der Währungsreform ereignete sich Anfang 1951 bei Stuttgart. In dem Städtchen K. nahe der Metropole sowie in Stuttgart selbst tauchten zu diesem Zeitpunkt gefälschte 5-DM-Scheine der ein Jahr zuvor neu ausgegebenen Serie BdL II mit dem Bild der Entführung der „Europa“ auf dem Stier auf. Aus dem von der Bank deutscher Länder erstellten Gutachten ging hervor, dass es sich bei den Falsifikaten um einen neuen Fälschungstyp handelte, der auf fotografischem Weg hergestellt und mit gewöhnlichen Wasserfarben koloriert worden war. Die Notennummern hatte der Täter mit einem Gummistempel aufgebracht, den jedes Bürofachgeschäft verkaufte. Mittlerweile waren über 20 Stück dieser Fälschung angehalten worden, die meisten davon in K., vier in Stuttgart und weitere drei in entfernteren Orten, die im regulären Zahlungsverkehr unerkannt dorthin gekommen waren, also sogenannte verschleppte Exemplare. Die Ermittler der Landespolizei (später: Landeskriminalamt) gingen daher davon aus, dass in oder in der Nähe von K. der Hersteller zu suchen war, vermutlich ein Berufs- oder ein versierter Hobbyfotograf. Die Überprüfung ergab jedoch, dass keine einschlägig Vorbestraften dort ihren Wohnsitz hatten. Die Geschäftsleute wurden nun mittels Handzettel vor den falschen Fünfern gewarnt, und der Inhaberin eines Lebensmittelgeschäftes gelang es daraufhin, eine Falschnote zu erkennen. Der Verausgeber, der Käufer einer Tafel Schokolade, hatte jedoch bereits das Geschäft verlassen und war außer Sichtweite. Die Geschäftsfrau konnte der Polizei aber eine recht gute Personenbeschreibung liefern. Demnach handelte es sich um einen älteren Mann mit weißem Spitzbart, was dazu führte, dass sich in der Folgezeit manch älterer Herr mit Spitzbart eine Personenkontrolle gefallen lassen musste. Aufgrund einer weiteren Verausgabung eines falschen Fünfers gelang es schließlich nach einigen Wochen, den Gesuchten in einem Dorf in der Nähe von K. aufzuspüren und festzunehmen. Es handelte sich um einen 70-jährigen Flüchtling aus Schlesien, der sich bislang nichts hatte zu Schulden kommen lassen. Die pure Not hatte ihn getrieben. Er lebte, wie so viele heimatvertriebene Menschen in diesen Tagen, in äußerst bescheidenen Verhältnissen. Zur Tatzeit bezog er eine monatliche Invalidenrente von 71 DM sowie 29 DM Soforthilfe. Das von ihm als Berufsfotograf immer noch betriebene kleine Fotogeschäft, das vor der Währungsreform leidlich gut gegangen war, warf im Monat gerade einmal 3 DM Gewinn ab – zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Der Beschuldigte hauste zusammen mit seiner Frau in einer armseligen Dachkammer und konnte sich nach eigener Aussage von dem ihm zur Verfügung stehenden Einkommen meist noch nicht einmal eine Tafel Schokolade leisten, die er doch so gerne essen würde. In der genannten Dachkammer hatte er sich eine primitive Werkstatt eingerichtet, wobei er eigentlich erst durch einen entsprechenden Zeitungsartikel auf die Idee gekommen war Falschgeld herzustellen, um seine finanzielle Situation etwas zu verbessern. Die Fluoreszenzeigenschaften der ehemaligen 100-DM-Note der Ausgabe BBk III im Vergleich echt/falsch. Das Papier des echten Scheins (ganz oben) bleibt dunkelviolett („UV-dunkel“), während dasjenige der Fälschung durch die im Papier enthaltenen Aufheller hellblau leuchtet. Das durch Aufdruck vorgetäuschte „Wasserzeichen“ ist deutlich zu erkennen. Die qualitativ deutlich bessere Druckfälschung der Klasse DF 34 (ganz unten) weist sowohl eine Reaktion des Papiers als auch eine Fluoreszenz auf, die nahezu der echten Banknote entspricht. Die Herstellung an sich war recht primitiv: Er verwendete eine alte 13 x 18 Kamera, die es ihm ermöglichte, die Negative in natürlicher Größe des Banknotendruckbildes zu fertigen. Für die Notenrückseite benutzte er Pigmentpapier, das er selbst herstellte. Die Verwendung von Pigmentpapier, schon zur damaligen Zeit nicht mehr gebräuchlich, hatte auch die Bank deutscher Länder bei ihren Untersuchungen der falschen Scheine erkannt. Daraus folgte eine Anfrage der Kriminalpolizei bei der Firma Hanfstängl in München, die das Monopol für Pigmentpapier besaß, ob in letzter Zeit ein Käufer aufgefallen wäre, was aber mit dem Hinweis verneint wurde, dass Pigmentpapier kaum noch verlangt würde, da dieses Kopierverfahren nur noch alten Fachfotografen geläufig sei und auch von diesen nur noch selten angewendet werden würde. Der Fälscher mischte also einen Teil Plakatschwarz, einen Teil Gelatine und zwei Teile Wasser. Diese Mischung brachte er, leicht angewärmt, auf gewöhnliches Papier auf, das er in nassem Zustand auf eine Glasplatte aufgezogen hatte. Nach dem gleichmäßigen Verteilen und Trocknen der Masse behandelte er diese Schicht mit einer 4%igen Kalium-Bichromat-Lösung, um sie lichtempfindlich zu machen. Eine Handzeichnung der 100-DM-Banknote, Ausgabe II der Bank deutscher Länder. Neben der teils unterschiedlichen Farbgebung fällt der veränderte Gesichtsausdruck des Muffel-Porträts auf. Auf das so hergestellte Pigmentpapier kopierte der Fälscher nun die Rückseite des 5-DM-Scheines auf, legte es nach dem Belichten in Wasser und dann auf den vorher ebenfalls eingeweichten Abzug der Notenvorderseite. Beide Teile wurden dann aus dem Wasser genommen und auf einer flachen Unterlage vorsichtig aufeinandergepresst. Nachdem die beiden Teile etwas angetrocknet waren, wurden sie so lange in lauwarmes Wasser gelegt, bis sich das Pigmentpapier löste. Schließlich wurde der Abzug in klarem Wasser gewässert, bis die Zeichnung sauber erschien und anschließend getrocknet. Das Wasserzeichen hatte er als Negativ unter Durchbelichtung eines echten 5-DM-Scheins auf dünnem Brom-Silberpapier hergestellt. Dieses Negativ kopierte er auf ebenfalls selbst gefertigtes weißes Pigmentpapier und übertrug es im gleichen Verfahren wie oben geschildert auf die Fälschung. Dies ergab zwar keine besonders deutliche Nachahmung des Wasserzeichens, aber es reichte aus, um wenigstens ansatzweise ein solches vorzutäuschen. Nach diesen Arbeitsgängen kolorierte er seine Werke mit ganz normalen Anilinfarben und stempelte anschließend die Notennummern auf. Da jedoch die Stempelfarbe nicht genügend deckte, zog er die Buchstaben und Zahlen mit roter Tusche nach. Den bei echten Noten dieser in England hergestellten Serie vorhandenen metallähnlichen Sicherheitsfaden stellte der Fotograf durch einen feinen Strich mit einer Ziehfeder nach, wozu er Deckweiß verwendete. Der Absatz dieser eigentlich recht primitiven Fälschungen klappte nach Aussage des Täters meist reibungslos. Lediglich beim Einkauf in einem Kolonialwarengeschäft eines kleineren Dorfes sei die Ladeninhaberin misstrauisch geworden und habe gesagt, „der Schein sehe so komisch aus, den nehme sie nicht“. Daraufhin habe er seinen Einkauf mit echtem Geld bezahlt. Der Richter berücksichtigte die Situation und die wirtschaftliche Notlage des Mannes und verhängte die für ein Münzverbrechen relativ niedrige Strafe von nur fünf Monaten Gefängnis. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Vondel I + II
Der Niederländer Robert Deodat Emile Oxenaar (1929 – 2017) schuf in seiner Zeit als führender Grafikdesigner und Hochschullehrer für Produktdesign viele Entwürfe für die Post (PTT) und die Zentralbank der Niederlande (DNB). Sein erster Entwurf 1964 für einen Guldengeldschein führte zu einem solch erfolgreichen Ergebnis (s. Abb. 1), dass alle ganz begeistert waren, außer ihm selber. Das Angebot, neue Scheine in den höheren Stückelungen zu entwerfen, nahm er zwar an, aber nur unter der Maßgabe einer stärkeren Einbindung in den Herstellungsprozess bei der Druckerei Joh. Enschedé und Söhne/Haarlem. Er wollte weg von den traditionellen Porträtscheinen, hin zu mehr Farbe und Lebendigkeit in der Darstellung. Demzufolge kamen die neuen Scheine aus der ersten historischen Serie berühmter einheimischer Persönlichkeiten (erflaters I) mit ihren starken Farben auf weißem Papier und den kräftigen Linienführungen den Niederländern selber und den Geldwechslern im Ausland 1968 zuerst eher wie Spielgeld vor. (s. Abb. 2) Abb. 1a/b: De Nederlandsche Bank, 5 Gulden vom 26.4.1966, Vorder- und Rückseite, Vondel I. Durch die Einführung von Geldzählmaschinen in niederländischen Banken ab 1970 waren die sog. Vondel I-Fünfer nämlich nun auch zur Neugestaltung vorgesehen und „Ootje“ Oxenaar konnte sich endlich bei diesem Schein in der Gestaltung durchsetzen, behielt aber verblüffend viel vom Vorgängermodell bei. Der Kopf von Joost van den Vondel (1587–1679) war zwar zur anderen Seite gedreht und statt des Kupferstichs von Theodor Matham ca. 1641 nach einer Zeichnung von Joachim von Sandrart (1606–1688) hat er wohl den Stich eines J. v. d. Vondel in späteren Jahren verwendet, aber die grundsätzliche Darstellung und Farbgebung blieb ziemlich gleich. Ähnlich die Rückseite. Hier erlaubte er sich sogar den Scherz, die Gedichtzeile aus einem von Vondels Werken „Twee vaten heeft Jupijn“ auf dem späteren Schein Vondel II zu vervollständigen mit „Hij schenckt nu zuur nu zoet“. Mit einer Lupe erkennbar im oberen Rand der Schauburg links der Mitte. Beide Scheine verfügen über das gleiche Wasserzeichen, ein Tintenfass mit eingetunkter Schreibfeder. Abb. 2a/b: De Nederlandsche Bank, 5 Gulden vom 28.3.1973, Vorder- und Rückseite, Vondel II. Oxenaar war bekannt für seine Scherze, etwas im Druckbild des Geldscheins zu verstecken, offiziell um die Fälschungssicherheit zu erhöhen. So war er auch sehr aufgeregt und wissbegierig zu erfahren, wann erste Fälschungen seiner Scheine auftauchten und welche eingebauten persönlichen Kleinigkeiten die Fälscher übersehen hätten. Auf der Rückseite beider Scheine befinden sich links unten auf dem Rand die Anfangsbuchstaben seiner drei offiziellen Vornamen: RDE, sein Familienname, gefolgt von der Bezeichnung für den Erschaffer dieser Banknote „INV“ (lat. inventit - er hat's gemacht). Abb. 3: Ausschnitt Vondel II, Rückseite Neben der Persönlichkeit des Künstlers findet sich dessen Name auf dem Schein, auch etwas, was sich auf Banknoten der Deutschen Bundesbank nicht findet. Die Umlaufzeit der kleinen Note war zu kurz, so dass die steigenden Kosten bei der Herstellung zu einer „stillen Einziehung“ der Note führte, als 1988 – 2001 ein Fünfguldenstück mit dem Bild der Königin Beatrix (1980 – 2013) in einer bronzierten Nickelversion verausgabt wurde. Eingezogene Scheine wurden nicht mehr ersetzt, können aber noch bis 2025 zum Umtausch in Euro eingereicht werden. Christian Merker Abb. 1 –3: Sammlung Jürgen Schilde, Münze: Christian Merker
- Honduras: 200-Lempiras-Noten kommen im September
Die Banco Central de Honduras gab bekannt, im September neue Banknoten über 200 Lempiras in Umlauf zu bringen: Thema dieser Scheine sind das 200-jährige Jubiläum der Unabhängigkeit des Landes, die Bildung und der Umweltschutz. Trotz dieses Jubiläums stellt dieser Schein keine Gedenknote für Sammler dar, sondern wird als Umlaufnote und zweitgrößtes Nominal der aktuellen Banknotenfamilie ausgegeben. Die drei Motivgruppen werden gestalterisch durch das erste Regierungsgebäude der Provinz Honduras – heute das Archäologische Museum von Comayagua –, in dem am 28. September 1821 die Unabhängigkeit erklärt wurde, durch Schulkinder und ein offenes Buch sowie durch zwei Hellrote Aras, Nationalvögel von Honduras, im Flug über das Biosphärenreservat und UNESCO-Weltnaturerbe Río Plátano dargestellt. Ausgestattet sind die neuen Noten mit Sicherheitsmerkmalen wie beispielsweise einem Sicherheitsfaden mit 3D-Effekt, fluoreszierenden Teilen, OVI-Effekten sowie haptischen Erkennungselementen für Menschen mit Sehbehinderung. Der Druck erfolgte durch Giesecke & Devrient. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Georgien: 5- und 20-Lari-Noten aktualisiert
Am 1. Juli 2021 gab die Nationalbank Georgiens eine erneuerte Version der 5- und 20-Lari-Noten in Umlauf. Gestaltung sowie Sicherheitsmerkmale bleiben dieselben, jedoch wurde das Farbschema des Hintergrunds leicht modifiziert, um diese beiden Nominale einfacher voneinander unterscheiden zu können. Die neuen Scheine tragen die Jahresangabe "2021". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Taktile Elemente für Menschen mit Sehbehinderung auf albanischen Noten
Sehr geehrte Damen und Herren, gerade lese ich den Artikel von Kana Totsuka über die neuen Banknoten der Skipetaren, da fällt mir beim Stichwort 200 Leke ein, dass sie schon im Oktober 2019 einen interessanten Bericht über albanische Neuerscheinungen veröffentlicht hatte und bei mir ein 200ter von 2001 im Album steckt (s. Anlagen). Bei einem Tagesausflug mit der Fähre Pfingsten 2009 von Korfu aus nach Sarandra und Burtrint hatte ich den Geldwechsler extra um ein sauberes Exemplar gebeten. Damals natürlich ohne Durchsichtfenster. Vieles von diesem Schein wurde, wie von Totsuka richtig festgestellt, 2017 wieder verwendet. Allerdings nicht die beiden Blindentastpunkte! Deshalb meine Frage, ob man davon generell wieder abgekommen ist – oder gibt es andere Hilfsmerkmale für sehschwache Menschen bei albanischem neuen Geld? C. Merker Antwort der Redaktion Auch die neuen albanischen Noten weisen taktile Elemente auf, die Menschen mit Sehbehinderung eine unproblematische Identifizierung des Nominals gewährleisten sollen. Diesmal sind es jedoch im Gegensatz zur alten Serie keine Punkte, Dreiecke oder Quadrate: Bei den neuen Scheinen handelt es sich um Schräglinien am linken und rechten Rand, deren Anzahl und Anordnung je nach Nominal variieren – wie wir sie beispielsweise auch von den Euro-Banknoten kennen. Kana Totsuka
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 19
Fortsetzungsreihe, Teil 35 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 7 Stichtiefdruck Der beim Druck echter Banknoten angewandte Stichtiefdruck liefert die hochwertigsten, gegen Fälschung am besten geschützten Druckerzeugnisse. Er ist sehr aufwendig, weshalb er beim Fälschen von Banknoten nur in seltenen Fällen angewendet worden ist, dann aber auch sehr gefährliche Nachahmungen produziert hat. Die Technik dieses Druckverfahrens wurde weiter oben bereits beschrieben, sie ist für den Fälscher am schwersten. Die Schwierigkeiten für ihn beginnen bereits beim Fotografieren des Tiefdruckbildes, da die erhaben auf dem als Muster dienenden echten Banknotenbild liegenden Linien Schatten werfen, die ungewollt mitfotografiert werden. Dennoch haben sich in der Vergangenheit einige Fälscher am Tiefdruckverfahren versucht. Wir werden in einem späteren Kapitel den Fälscher Karl Peglow kennenlernen, der mittels selbst gebauter Apparaturen in der Lage war, den Stichtiefdruck echter DM-Banknoten perfekt zu imitieren, sodass selbst die Falschgeldfachleute der seinerzeitigen Bank deutscher Länder zunächst vor einem Rätsel standen. Heute sind die ebenfalls schon ausführlich erwähnten Superdollars ebenfalls im originalen Stichtiefdruck hergestellt. Im Ausland wird diese Druckart meist Intaglio genannt, wobei früher oft auch auf gefeuchtetes Papier gedruckt wurde. Dieses sogenannte Wet-Intaglio wurde bis etwa 1957 bei den amerikanischen Dollarnoten angewendet. Es ergab nach dem Trocknen durch unterschiedlich starkes Zusammenziehen des Papiers oft messbare Größendifferenzen des Druckbildes, die Noten wirkten nicht wie heute völlig druckfrisch, sondern sahen immer leicht „zerknittert“ aus. Ein Beamter des BKA mit einem Druckbogen falscher Hundert-Dollar-Noten des (Kunst-)Fälschers Hans-Jürgen K. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Lexikon: Buschnoten
Buschnoten sind in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda und Burundi) während des Ersten Weltkriegs im Auftrag von General von Lettow-Vorbeck auf dem Rückzug in den Süden des Landes 1917 primitiv hergestellte Scheine der Deutsch Ostafrikanischen Bank. Sie werden so genannt, weil sie im "Busch" ohne Druckerei mit Hilfe von Gummitypen einer Spielzeugdruckerei hergestellt wurden, die auf einer Farm gefunden worden war. Sie gibt es in den Wertstufen zu 1, 5, 10 und 50 Rupien. Beispiele: DOA-38b: 1 Rupie vom 1. Juli 1917, Serie EP, mit Handunterschriften "Stelling/Kirst", Vorder- und Rückseite. DOA-39c: 5 Rupien vom 1. Juli 1917, Serie ER, mit Handunterschriften "Stelling/Kirst", Vorder- und Rückseite. DOA-40a 10 Rupien vom 1. Juli 1917, Serie ER, mit Handunterschriften "Stelling/Kirst", Vorder- und Rückseite. DOA-41: 50 Rupien vom 1. Oktober 1917, ohne Serie, mit Handunterschriften "Stelling/Kirst", Vorder- und Rückseite. Als Druckpapier wurden zum Teil verschiedene Briefbogen benutzt, so dass auf den Scheinen teilweise die Datumzeile des Briefkopfes oder der Briefkopf selbst (sog. Briefkopfnoten, die sehr selten sind), noch zu lesen ist. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Abbildungen: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Zum Shop!
- Blackstone Tactical Opportunities erwirbt die Certified Collectibles Group
Blackstone Tactical Opportunities erwirbt die Certified Collectibles Group, einen führenden Anbieter von technologiegestützten Authentifizierungs-, Bewertungs- und Konservierungsdienstleistungen für die weltweite Sammlerindustrie SARASOTA, FLA. (1. July 2021) - Blackstone (NYSE:BX) gab heute den Beschluss einer Mehrheitsbeteiligung an der Certified Collectibles Group („CCG“) durch den von seinem Geschäftsbereich Tactical Opportunities („Blackstone“) verwalteten Fond bekannt, und zwar in einer Transaktion, die das Unternehmen mit mehr als 500 Millionen US-Dollars bewertet. Mark Salzberg, Gründer von CCG, und Steven R. Eichenbaum, CEO von CCG, werden dabei eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behalten. Zu den weiteren Investoren der heutigen Transaktion gehören Roc Nation; Michael Rubin, Gründer und Executive Chairman von Fanatics; SC.Holdings, eine Growth-Equity-Plattform; Mastry, gegründet von Rudy Cline-Thomas; Andre Iguodala; Daryl Morey, President of Basketball Operations von den Philadelphia 76ers; und Main Street Advisors, eine führende Investment-Beratungsfirma für prominente Athleten, Studiomusiker und andere führende Persönlichkeiten aus der Unterhaltungsbranche und der Wirtschaft. CCG ist ein führender, globaler Anbieter von fachkundigen, unparteiischen und technologie-gestützten Dienstleistungen, die den Wert und die Liquidität von Sammlerstücken erhöhen. Seit 1987 bietet CCG Dienstleistungen in den Bereichen Authentifizierung, Bewertung und Konservierung an, die bereits Milliarden von US-Dollars im Sekundärmarkt freigesetzt haben. Heute steht CCG an der Spitze der schnell wachsenden globalen Sammlerbranche mit Niederlassungen auf drei Kontinenten, vertrauenswürdigen digitalen Angeboten und umfassenden Zertifizierungsdiensten für Sammler. Blackstone hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wachstum von CCG voranzutreiben und das Unternehmen in die Lage zu versetzen, massiv in die Dienstleistungen von heute und morgen zu investieren, neue Mitarbeiter einzustellen und auszubilden, aber auch die geografische, digitale und produktbezogene Präsenz zu erweitern sowie neue Technologien zu erwerben. Blackstone ist eine der weltweit führenden Investmentfirmen mit einem verwalteten Vermögen von knapp 650 Milliarden US-Dollars und einer starken Erfolgsbilanz, die Werte schafft und sich positiv auf die erworbenen Unternehmen und die Gemeinschaften auswirkt, die ihre Dienste nutzen. C. C. Melvin Ike, Leiter von Blackstone, sagt: „Als thematische Investoren suchen wir nach außergewöhnlichen unternehmerischen Teams, die auf wachsenden Märkten erfolgreich sind, und CCG ist ein großartiges Beispiel. Seit mehreren Jahren verfolgen wir aufmerksam den Aufstieg der physischen und digitalen Sammlerbranche auf der ganzen Welt. Was uns dabei besonders gefiel, war die Führungsrolle von CCG in den bedienten Kategorien und das Potenzial von Blackstone, die Plattform durch organische und anorganische Initiativen zu vergrößern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, um das Unternehmen dabei zu unterstützen, seinen beeindruckenden Wachstumskurs fortzusetzen und sogar zu beschleunigen.“ Das Führungsteam von CCG bleibt bestehen und kombiniert seine Erfahrung und Expertise mit den umfangreichen Ressourcen von Blackstone. In den letzten 35 Jahren hat CCG das Segment der Sammlermünzen mit Comics, Banknoten, Zeitschriften, Konzertposter, Brief-marken, Sammelkarten, Sportkarten und Erbstücken erweitert. CCG hat mehr als 62 Millionen dieser Sammlerstücke zertifiziert, die zusammen einen Marktwert von fast 50 Milliarden US-Dollars haben. Mark Salzberg, Gründer von CCG, sagt: „Als ich CCG gründete, hatte ich die Vision, Sammlerstücke in eine Anlageklasse zu verwandeln, der Sammler, Händler und Investoren auf der ganzen Welt vertrauen. Es war ein unglaubliches Gefühl, Teil dieser Reise zu sein, während wir diese Ziele erreichten und dann sogar übertrafen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Blackstone in die nächste Wachstumsphase der CCG und des gesamten Sammlermarkts einzutreten.“ „Wir freuen uns darauf, in dieser bedeutenden Phase, in der unsere Branche weiter an Fahrt gewinnt und neue Sammler und Investoren anzieht, mit Blackstone zusammenarbeiten zu dürfen“, fügt Steven R. Eichenbaum, CEO von CCG, hinzu. „Wir haben von Anfang an, als wir das Blackstone-Team kennenlernten, erkannt, dass wir die gleiche Vision für die Zukunft unseres Unternehmens und der globalen Sammlerbranche teilen.“ Goldman Sachs & Co. LLC fungierte als exklusiver Finanzberater für CCG. Duane Morris ist Rechtsberater der CCG. Weil, Gotshal & Manges war leitender Rechtsberater von Blackstone. Golub Capital führte die Finanzierung der Transaktion an. Über Blackstone Blackstone ist eine der weltweit führenden Investmentfirmen und hat sich zum Ziel gesetzt, positive wirtschaftliche Vorteile und langfristige Werte für Investoren, die finanzierten Unternehmen und die Gemeinschaften, in denen sie arbeiten, zu schaffen. Blackstone tut dies durch den Einsatz außergewöhnlicher Menschen und flexibles Kapital, um Unternehmen bei der Lösung von Problemen zu helfen. Das von Blackstone verwaltete Vermögen in Höhe von 649 Milliarden US-Dollar umfasst Anlagevehikel, die sich auf Private Equity, Immobilien, öffentliches Fremd- und Eigenkapital, Biowissenschaften, Wachstumskapital, opportunistische Kredite, Non-Investment-Grade-Kredite, Real Assets und Sekundärfonds konzentrieren. Weitere Informationen finden Sie unter www.blackstone.com. Über Blackstone Tactical Opportunities Tactical Opportunities (Tac Opps) ist die opportunistische Investmentplattform von Blackstone. Das Tac-Opps-Team investiert weltweit über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen hinweg und hat das Ziel, attraktive, differenzierte Anlagemöglichkeiten zu identifizieren und umzusetzen. Über Certified Collectibles Group (CCG) CCG ist ein weltweit führender Anbieter von fachkundigen, unparteiischen und technologiegestützten Dienstleistungen, die den Wert und die Liquidität von Sammlerstücken erhöhen. Zu den CCG-Unternehmen gehören Numismatic Guaranty Corporation (NGC), Numismatic Conservation Services (NCS), Paper Money Guaranty (PMG), Certified Guaranty Company (CGC), Classic Collectible Services (CCS), Certified Sports Guaranty (CSG), Authenticated Stamp Guaranty (ASG) und Collectibles Authentication Guaranty (CAG). Seit 1987 haben die CCG-Unternehmen mehr als 60 Millionen Münzen, Banknoten, Comics, Sammelkarten, Sportkarten, Briefmarken, Erbstücke und ähnliche Sammlerobjekte zertifiziert. Heute bedient CCG die Welt der Sammler online und in seinen Büros in Sarasota, Florida; London, England; München, Deutschland; Shanghai und Hongkong, China. Weitere Informationen finden Sie unter collectiblesgroup.com. © 2021 Certified Collectibles Group. Alle Rechte vorbehalten. NGC, NCS, PMG, CGC, CCS, CSG, ASG, CAG und CCG sind eingetragene Marken oder nicht eingetragene Marken der Numismatic Guaranty Corporation of America und/oder ihrer verbundenen Unternehmen in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern. Alle anderen Namen und Marken, auf die in dieser Mitteilung Bezug genommen wird, sind die Handelsnamen, Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.
- Altmongolische Schrift auf mongolischen und chinesischen Geldscheinen
Dass auf den mongolischen Geldscheinen neben der „lesbaren“ Beschriftung in kyrillischer Schrift auch Textspalten (keine Zeilen, weil ja senkrecht von oben nach unten geschrieben) in altmongolischer Schrift vorhanden sind, wusste ich. Aber ich kam nie auf den Gedanken, dies enträtseln zu wollen. Und gleich vorweg – die Buchstaben kann ich immer noch nicht lesen, aber einzelne Worte durch Nebeneinanderlegen identifizieren. Mongolisch? Die klassische Form der traditionellen mongolischen Schrift wurde im 17. Jahrhundert fixiert, ist aber etwa 500 Jahre älter. In der Inneren Mongolei (China) wird sie bis heute verwendet. In der Mongolischen Volksrepublik sollte 1930 das lateinische Alphabet eingeführt werden (wie in Aserbaidschan und den mittelasiatischen Republiken der damaligen Sowjetunion), kurze Zeit später wurde das Experiment wieder abgebrochen. 1941 wurde auf sowjetischen Druck das kyrillische Alphabet mit zwei Sonderzeichen für Ö (Ө) und Ü (Ү) eingeführt, wiederum nur kurz nach der entsprechenden Umstellung in den bereits genannten Sowjetrepubliken. Im Wikipedia-Beitrag zur Mongolischen Sprache heißt es, dass ab 1984 die klassische Schrift wieder an den Oberschulen gelehrt, allerdings bis heute überwiegend nur für dekorative Zwecke verwendet wird.[1] Die mongolische Sprache in der Mongolei und in China – hier wird nach wie vor nur die klassische Schriftform benutzt – unterscheidet sich also durch die im Alltag benutzte Schrift und Teile des Wortschatzes. Die Lehnwörter stammen überwiegend aus dem Russischen oder aus dem Chinesischen. Bei Verwendung der kyrillischen Schrift wird auch von Neumongolisch gesprochen. Das Zusatzzeichen „Ө“ kommt in der mongolischen Währungseinheit gleich zweimal vor: „TӨGRӨG“, gesprochen „Tögrög“. In Katalogen heißt es dagegen meist „Tugrik“, vermutlich aus dem Russischen übernommen. Mongolei Die mit den Geldscheinen dokumentierte Politik bezüglich der verwendeten Schrift war sehr wechselhaft. Die Geldscheine 1939 waren laut Katalog ausschließlich altmongolisch, 1941 dominierend altmongolisch beschriftet. Die darauf folgenden Geldscheine der Ausgabe 1955 enthielten dagegen ausschließlich kyrillische Schrift. Ab der Ausgabe 1966 wurden beide Schriften genutzt, allerdings in wechselnden Verhältnissen. Abb. 1a: Mongolische Volksrepublik, 10 Tөgrөg 1981, Vs. Meine Vorstellung möchte ich mit den Geldscheinen der Mongolischen Volksrepublik vom Anfang der 1980er Jahre beginnen, die auch den Ausgangspunkt meiner Erkundungen bildeten. Der abgebildete Schein zu 10 Tөgrөg / Tugrik von 1981 (Abb. 1) ist dominierend kyrillisch („neumongolisch“) beschriftet, auf der Vorderseite ausschließlich – bis auf die Wertzahl rechts in Altmongolisch. Das betrifft Bank- und Wertangabe und die Information über die Deckung des Scheins mit Edelmetallen und Valuta. Und die Abkürzung der Staatsbezeichnung in der obersten Zeile: БНМАУ = BNMAU für Bügd Nairamdach Mongol Ard Uls = Mongolische Volksrepublik. Dazu kommt ein Porträt von Suche-Bator. Auf der Rückseite gibt es neben der Wertangabe und einem zweiten Kleingedruckten in kyrillischer Schrift, vermutlich der Strafsatz, auch zwei identische senkrechte Schriftzeilen – besser Schriftspalten – in Altmongolisch. Abb. 1b,c: Mongolei, 10 Tөgrөg 1981, Rs. und Detailvergrößerung. Nun, bei erneuter Beschäftigung damit, wollte ich zumindest erkunden, was da steht – ob es die Bankbezeichnung oder die Wertangabe ist. Also legte ich mehrere Nominale nebeneinander und verglich die Texte. Und siehe da, ob 3, 5 oder 10 Tөgrөg, das zweite Wort ist stets gleich, das erste ändert sich. Das spricht für die Angabe des Wertes. Beim abgebildeten 10-Tөgrөg-Schein von 1981 heißt das untere Wort also „TӨGRӨG“, während das obere Wort „ARWAN“ (zehn) heißt, wie der Vergleich mit der kyrillischen Schreibweise ergibt. Abb. 2: Staat Mongolei, 5 Tөgrөg 1993, VS und Detail. Nach der politischen Wende hat sich zumindest auf den Geldscheinen die Bedeutung der beiden Sprach- bzw. Schriftvarianten geändert. Beim 5-Tөgrөg-Schein von 1993 (Abb. 2) ist die Vorderseite vollständig in Altmongolisch beschriftet, mit Ausnahme einer „5“, die allerdings auf dem Rahmen sehr schlecht erkennbar ist. Dazu kommen das Porträt des jugendlichen Suche-Bator bzw. Sukhe-Bataar und das Soyombo-Symbol. Die Rückseite ist kyrillisch beschriftet – mit Ausnahme der Wertzahl in altmongolischen Ziffern, dazu eine Gebirgslandschaft mit zwei Pferden. Das Wasserzeichen zeigt das Porträt von Dschingis Khan. In der Ausschnittvergrößerung von der Vorderseite ist die rechte Spalte die Wertangabe, wie der Vergleich mit Abb. 1 zeigt. Das obere Wort lautet „TAWAN“ für „FÜNF“, das untere, also zweite Wort ist „TӨGRӨG“. Republik China Ich erinnerte mich, dass auf den Scheinen der Territorial-Industrie-Bank in China (russ. Titel) bzw. der Bank of Territorial Development (englischer Titel, in vielfacher Wiederholung in einem Netz aus beschrifteten Streifen im Unterdruck) ebenfalls Text in Altmongolisch enthalten war. Und es war so. Vorstellen möchte ich den Schein zu 5 Dollars von 1915 (Abb. 3). Dieser Geldschein wurde in Urga ausgegeben, dem späteren Ulan Bator (ab 1924). Er ist auf den ersten Blick dreisprachig beschriftet: Russisch, Chinesisch und Mongolisch. Eine vierte Sprache – Englisch – findet sich im Kleingedruckten des Unterdrucks auf beiden Seiten. Abb. 3a,b: Territorial-Industrie-Bank in China, 5 Dollar von 1915, Vs. und Rs. Die Mongolei gehörte seit dem Ende des 17. Jahrhunderts zu China. Unter dem Einfluss der Russischen Revolution 1905/07 und in Folge der bürgerlich-demokratischen Revolution 1911 in China gelang es der Mongolei, 1911 die Autonomie zu erkämpfen. China und auch Russland bestätigten mehrfach diese Autonomie. Der Geldschein belegt aber, dass es wohl wirklich nur Autonomie und nicht Unabhängigkeit war. Denn die Bank heißt „Territorial-Industrie-Bank in China“.[2] Und auf der Rückseite nimmt die Datierung Bezug auf die in China übliche Jahreszählung, beginnend mit der Gründung der Republik[3]. Die mongolische Beschriftung wiederum belegt die Anerkennung einer gewissen Autonomie, denn die Sprachen anderer Nationalitäten gab es zu jener Zeit vermutlich nicht auf chinesischen Geldscheinen. Russland hatte in den Grenzregionen Chinas – hier in der Mongolei und auch in den chinesischen Ostprovinzen – starken wirtschaftlichen Einfluss. Die auf der Vorderseite sichtbare Bankbezeichnung lautet im Russischen „Territorial-Industrie-Bank in China“. Die Vorderseite enthält zentral die Wertangabe in Chinesisch, sonst ist die Seite komplett russisch beschriftet. Dies betrifft die Bankbezeichnung, die Wertangabe, die Funktionen der Unterschreibenden – die Unterschriften selbst fehlen auf dem vorliegenden Exemplar – und einen Text zur „Annahme“ des Geldscheins: „Die Territorial-Industrie-Bank in China verpflichtet sich, dem Überbringer in der Bankfiliale in Urga 5 Dollars in örtlichem Münzgeld auszuzahlen“. In den vier Ecken findet sich die Wertangabe in Kurzform „$ 5“. Die Rückseite ist chinesisch und mongolisch beschriftet, dazu kommt wiederum die Angabe „$ 5“. Mongolisch sind die vier Textspalten beiderseits der „$ 5“-Felder, außen zweimal der Name der Stadt in mongolischer Schrift: „Ku Lun“. Rechts und links auf dem Rahmen die aus zwei Zeichen bestehende chinesische Bezeichnung „Urga“. Oben im Bogen die vier chinesischen Zeichen, von rechts gelesen, sind der Bankname „Zhi Bian Yin Hang“. Zhi heißt vermehren, entwickeln. Bian heißt Grenze, wird aber auch für das von einer Grenze umgebene Territorium verwendet. Und Yin Hang ist die Bank. Damit entspricht die chinesische Bezeichnung der englischen und nicht der russischen Bankbezeichnung. Diese Bankbezeichnung wird links im mittleren Rahmen wiederholt. Die untere gerahmte Textzeile gibt das Ausgabejahr an (von rechts): China Republik 4 Jahr = 4. Jahr der Republik China, dem Jahr 1915 entsprechend. Die mongolische Textspalte links vom zentralen Block auf der Rückseite ist die Wertangabe, das obere Wort steht für „FÜNF“ („TAWAN“), das untere Wort heißt „TӨGRӨG“, wie der Vergleich mit den mongolischen Geldscheinen zeigt. Dieses Wort „TӨGRӨG“ steht hier für Dollar. In der chinesischen Wertangabe heißt es demgegenüber Yuan. Offensichtlich steht der Name TӨGRӨG (Mongolisch) genauso wie YUAN (Chinesisch) oder DONG (Vietnamesisch) einfach nur für Geld oder Münze, ohne eine konkrete Währung zu meinen. VR China Als Beispiel sei der 10-Yuan-Schein der Volksbank China von 1980 vorgestellt. Die Vorderseite enthält Wert- und Bankangabe in chinesischer Schrift und zwei Brustbilder in Trachten, ein alter Han-Mann und ein junger mongolischer Mann. Die Rückseite (Abb. 4) enthält die Bank- und Wertangabe in Pinyin sowie in weiteren vier Sprachen, das Wappen sowie Jahreszahl und Unterschriftsstempel / Siegel. Pinyin ist die offizielle Umschrift für die chinesischen Schriftzeichen, basierend auf der Aussprache im Hochchinesischen. Beide Seiten enthalten je dreimal die Wertzahl „10“. Die obere Textzeile auf der Rückseite ZHONGGUO RENMIN YINHANG ist die Transkription der sechs Schriftzeichen auf der Vorderseite. Dabei steht ZHONGGUO für China, RENMIN für Volk und YINHANG für Bank. Die Wertangabe lautet „SHI YUAN“ mit „SHI“ = „Zehn“. Die untere Textzeile auf der Rückseite enthält die Bankbezeichnung und die Wertangabe in vier weiteren Sprachen von Minderheiten, die Wertangabe ist dabei jeweils ein klein wenig abgesetzt. Die erste der vier Sprachen ist Mongolisch, die Sprache der „Meng“, gesprochen im Autonomen Gebiet Innere Mongolei und natürlich in der Mongolischen Republik. Die drei weiteren Sprachen sind Tibetisch, Uigurisch (Sprache der Turkvölker in persischer / arabischer Schrift) und die Sprache der „Zhuang“, gesprochen in der Provinz Guanxi und im Süden Chinas. Die Schrift basiert auf dem lateinischen Alphabet, verwendete damals aber zahlreiche Sonderzeichen. Ab der Ausgabe 1999 sind diese Sonderzeichen entfallen. Insgesamt enthält der Geldschein sehr wenig „Text“. Es fehlen Gültigkeitsvermerk, Strafsatz, Ausgabeort und Informationen zu den abgebildeten Personen, wobei diese Angaben natürlich entbehrlich sind, wie die noch knapper beschrifteten Euro-Banknoten zeigen. Abb. 4 a,b: VR China, 10 Yuan 1980, Rückseite und Detailvergrößerung. Die Detailabbildung zeigt Bankbezeichnung und Wertangabe in Altmongolisch. Die beiden rechten Spalten sind die Wertangabe, links sollte es ARWAN und rechts TӨGRӨG heißen. Die Schwierigkeit beim Erkennen wird dadurch erhöht, dass die Schrift hier sehr klein geworden ist. Ein Wort / eine Textspalte in dieser Schrift hat etwa die gleiche Höhe wie die Buchstaben der anderen drei Schriften. Abb. 5 stellt die zwei Wertangaben vom mongolischen und vom chinesischen Schein, 10 Tөgrөg bzw. 10 Yuan, noch einmal direkt gegenüber. Beide sind gleich, wie gut zu erkennen ist. Das bestätigt die Aussage, dass die chinesische Währung Yuan im Mongolischen als Tөgrөg bezeichnet wird. Noch ein Satz zur chinesischen Währungsbezeichnung. Im SCWPM heißt es Yüan, aber die chinesische Umschrift in lateinischen Buchstaben lautet Yuan! Ein Rückblick: die Ausgabe 1953 der VR China hatte erstmals die Beschriftung in den drei erstgenannten Minderheitensprachen, 1960 waren es dann wie auf dem vorgestellten Schein von 1980 vier Minderheitensprachen. Abb. 5: Gegenüberstellung der zwei Wertangaben links: Mongolei, 10 Tөgrөg 1981 unten: VR China, 10 Yuan 1980, die letzten 2 Textspalten aus dem Detail in Abb. 4 Abb. 1,2,4 und 5: Autor, Abb. 3: Joachim Krüger Anmerkungen [1] Wikipedia-Beitrag zur mongolischen Sprache (März 2021). Nach Dictionary of Languages wurde die kyrillische Schrift 1944 eingeführt. [2] Auch als Bankangabe im Standard Catalog of World Paper Money (SCWPM). [3] Nach Tien Yue Dzen „Das Bankwesen in China“, Berlin 1927, handelt es sich auch um eine chinesische Bank. Rainer Geike
- Geldscheine und Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Kaum ein anderer Komponist ist weltweit so bekannt wie Wolfgang Amadeus Mozart (*27.1.1756 in Salzburg, m. 5.12.1791 in Wien). Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart wurde als siebtes Kind des Salzburgischen fürsterzbischöflichen Hof- und Kammermusikers Leopold Mozart geboren und spielte als Wunderkind mit seiner älteren Schwester Maria Anna, genannt Nannerl, an zahlreichen europäischen Höfen und Akademien. Bereits 1761 soll Mozart nach Berichten seines Vaters erste Kompositionen angefertigt haben. 1772 wurde Mozart als Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle unter Erzbischof Hieronymus von Colloredo angestellt; nach seiner Entlassung ließ er sich 1781 in Wien als freischaffender Komponist nieder, wo er bis zu seinem Tod blieb. Aus seiner Ehe mit der Sopranistin Constanze Weber – Cousine des Carl Maria von Weber – im Jahr 1782 gingen sechs Kinder hervor, von denen nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Kurz nach der Uraufführung der Zauberflöte wurde Mozart bettlägerig und starb am 5.12.1791; sein nicht vollendetes Requiem wurde von Franz Xaver Süßmeyer vervollständigt. Über seine Todesursache wurde bereits kurz nach seinem Lebensende spekuliert. Mozart schuf zahlreiche Opern, wie beispielsweise Die Zauberflöte, Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte, Symphonien, Kirchenmusik-Kompositionen, wie Messen oder das unvollendete Requiem, Konzerte, Kammermusik-, Vokal- und Klavierwerke. Bereits seit den 1950er Jahren stand die Verwendung eines Mozart-Porträts auf österreichischen Banknoten mehrmals zur Debatte, jedoch nie umgesetzt; dies änderte erst der 5000-Schilling-Schein vom 4. Januar 1988. Der Entwurf stammt von Robert Kalina, der auch die erste Serie der Euro-Noten gestaltete. Dieser Schein der Oesterreichischen Nationalbank verwendete als weltweit erste Banknote ein Hologramm als Sicherheitsmerkmal. Republik Österreich, Oesterreichische Nationalbank: 5000 Schilling vom 4. Januar 1988 Vorderseite: Porträt des Mozart vor stilisierter Festung Hohensalzburg und Salzburger Dom. Rückseite: mittig Wiener Staatsoper, rechts Bronzestatue des Tamino und der Pamina vom Wiener Mozartbrunnen, unten Ausschnitt aus Mozarts Autograph der Arie "Non so più cosa son, cosa faccio" des Cherubino aus der Hochzeit des Figaro. Wasserzeichen: Bundesadler. Entwurf: Robert Kalina Druckerei: Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH Format: 160 mm x 78 mm Katalogreferenzen: AUT-153 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III - Modern Issues) Kana Totsuka Abb. Sammlung Josef Gerber












