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- Nanotechnologie trifft Banknoten: Neuer Sicherheitsfaden von G+D sorgt für einzigartige Effekte
München/Maskat, 30. September 2024 – Giesecke+Devrient (G+D) hat auf dem Global Currency Forum 2024 in Oman einen neuen, hochinnovativen Sicherheitsfaden für Banknoten vorgestellt. RollingStar Venus nutzt erstmals Nanotechnologie in Kombination mit Mikrospiegeln und ermöglicht damit zwei völlig neue Effektklassen für eine sichere Authentifizierung. Diese heben die Attraktivität und Sicherheit von Banknoten auf ein neues Niveau. Zentralbanken tragen die Verantwortung dafür, dass die von ihnen ausgegebenen Banknoten im täglichen Gebrauch einfach, schnell und sicher auf ihre Echtheit geprüft werden können. Optisch wechselnde und dynamische Effekte, brillante Farben sowie klare Erkennbarkeit der Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Mit dem RollingStar Venus erweitert die G+D-Tochter Louisenthal ihr umfangreiches Sicherheitsfaden-Portfolio für Banknoten um ein innovatives und zukunftsweisendes Produkt. Auf die hochmodernen Mikrospiegelelemente des Fadens sind zusätzlich Nanostrukturen aufgebracht, die ein extrem präzises Zusammenspiel von Farbgebung und Dynamik erlauben. So entstehen zwei völlig neuartige Effektklassen: „ColorFlip“ und „Color MotifFlip“. Neue Effektklassen sorgen für höchste Fälschungssicherheit Bei direkter Betrachtung zeigt der RollingStar-Venus-Faden ein sicheres, hochpräzises und attraktives zweifarbiges Erscheinungsbild. Wird die Note gekippt, entsteht der dynamische ColorFlip-Effekt: Einzelne farbige Bereiche des Fadens scheinen sich zu bewegen und dabei die Farbe zu ändern. Dieser Effekt wird durch kontrollierte Dynamik und Farbgebung auf jedem einzelnen Mikrometer des Fadens ermöglicht. Der Color-MotifFlip-Effekt zeigt zusätzlich einen dynamischen Wechsel zweier farbiger Motive, was die Wiedererkennung verbessert und die Fälschungssicherheit erheblich erhöht. G+D RollingStar Venus, Vorderseite der Musternote "Kolibri" (Quelle: G+D). G+D RollingStar Venus, Rückseite der Musternote "Kolibri" (Quelle: G+D). G+D demonstriert die neuen Effekte anhand zweier Musternoten, die im Rahmen des Global Currency Forum präsentiert werden. Diese zeigen einen fliegenden Kolibri sowie eine in ihr Spiel vertiefte Pianistin. Der Sicherheitsfaden der Kolibri-Musternote zeigt eine Blüte, die beim Kippen der Note dynamisch zwischen den Komplementärfarben grün und rot wechselt (ColorFlip). Bei der Musternote mit der Pianistin alterniert das Motiv auf dem Sicherheitsfaden zwischen der Zahl 100 und einer Musiknote (Color MotifFlip). Die beiden orangefarbenen Motive wechseln dabei auf einem lilafarbenen Hintergrund, wodurch für den Betrachter ein Display-ähnlicher Eindruck entsteht. G+D RollingStar Venus, Vorderseite der Musternote "Piano" (Quelle: G+D). G+D RollingStar Venus, Rückseite der Musternote "Piano" (Quelle: G+D). Die Millionen Mikrospiegel des Sicherheitsfadens und die darauf aufgebrachten Nanostrukturen reflektieren einen Großteil des einfallenden Lichts. Im Zusammenspiel mit einer hochreflektierenden metallischen Oberfläche gewährleisten sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen optimale Sichtbarkeit. Die Kombination aus Nanoeffekten und modernster Spiegeltechnologie macht RollingStar Venus zu einem hochattraktiven Merkmal, das die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht und die Echtheitsprüfung der Banknote so einfach wie nie zuvor macht. „Unser neuer Sicherheitsfaden RollingStar Venus ist eine bedeutende technologische Innovation, mit der wir die Sicherheit bei Banknoten auf ein neues Niveau heben“, erklärt Clemens Berger, Geschäftsführer von Louisenthal. „Nanotechnologie ermöglicht dynamische und faszinierende Effekte im Banknotendesign. Mit dem Venusfaden nutzen wir diese Effekte, um die Attraktivität und Fälschungssicherheit von Banknoten langfristig zu gewährleisten.“ Patch mit ColourShift-Technologie Neben dem RollingStar-Venus-Sicherheitsfaden präsentiert G+D auf dem Global Currency Forum auch seinen RollingStar Patch mit ColourShift-Technologie. Dieses Sicherheitselement ermöglicht mit seinen dynamischen visuellen Effekten ebenfalls eine intuitive Echtheitsprüfung von Banknoten und wurde erstmals in der neuen 5.000-Tenge-Banknote eingesetzt, die seit Dezember 2023 von der kasachischen Notenbank ausgegeben wird. Beide Innovationen folgen dem bewährten „Security+“-Ansatz von Louisenthal. Das Unternehmen bietet Zentralbanken mit seinen Produkten Merkmale, die nicht nur extrem sicher sind, sondern über den reinen Sicherheitsaspekt weit hinausgehen. Zentralbanken profitieren zusätzlich von wertvollen Extras in Bezug auf Technologie, Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Video: Neue Effekte „ColorFlip“ und „Color MotifFlip“ auf dem Sicherheitsfaden RollingStar Venus Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms and Currency Technology. G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3 Milliarden Euro. G+D ist mit 123 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 40 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com . Pressemitteilung
- Leserpost: Nicht bei Keller – Eine unbekannte Ausführung von 1 Milliarde Mark aus Friedrichshafen 1923
Sehr geehrte Damen und Herren und Leser des Geldschein-Blogs, ich schon wieder... :-)) Der fiel mir heute in die Hände! Unter Nummer 1630c mit dickem, gelblichen, gehämmerten Papier ist bei Keller nur der 5-Milliarden-Mark-Schein gelistet. In dieser Form gibt es aber auch 1 Milliarde Mark. T. Neldner Antwort der Redaktion Vielen Dank für die neue Meldung. Zwar hatte Dr. Arnold Keller in seinem 1958 erschienenen Katalog zum Notgeld der deutschen Inflation 1923 bei den Ausgaben der Stadt Friedrichshafen am Bodensee vom 10. Oktober 1923 nur den Schein zu 5 Milliarden Mark auf dickem, gehämmerten Papier unter 1630c aufgeführt, doch Klaus Karau führte in seinem Band 9/4 zum Papiergeld von Württemberg 2003 auch den Wert zu 1 Milliarde Mark auf gleichem Papier auf. Die Variante war also bereits bekannt. Trotzdem ist die Meldung mit dem Bildnachweis wichtig, da nur wenige Sammler die Kataloge von Karau besitzen dürften und der "Keller-Katalog" bis heute für die Hochinflation als Zitierwerk gilt. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Arnold Keller: Deutsches Notgeld, Band 7+8: Die Notgeldscheine der deutschen Inflation 1923 Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-257-1 Auflage: 2. Auflage 2024, Reprint der Originalausgabe von 1958 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 1236 Preis: 69,00 EUR Leseprobe Zum Shop
- Solidarität mit Vietnam: 1 Dong der Sozialistischen Republik Vietnam von 1976
Am 30. April 1975 endete mit der Eroberung des Präsidentenpalastes in Saigon durch nordvietnamesische Truppen der Vietnamkrieg. Die letzten in Saigon verbliebenen Soldaten der USA verließen das Land am selben Tag. Der Konflikt zwischen Nord- und Südvietnam hatte mehrere Millionen Todesopfer gefordert und hinterließ ein katastrophal zerstörtes Land. Der Vietnamkrieg war ein Stellvertreterkrieg der politischen Systeme, bei dem Nordvietnam durch China, die UdSSR und andere sozialistische Staaten unterstützt wurde, Südvietnam vor allem durch die USA. Politisch wurde Vietnam im Juli 1976 wiedervereinigt. Zu einer einheitlichen Währung kam es erst im Mai 1978. Bis dahin galten in den ehemalig getrennten Landesteilen unterschiedliche Währungen. Die entsprechenden Banknoten für beide Landesteile waren in China gedruckt worden. Die politische Solidarität mit Nordvietnam prägte die Außenpolitik der DDR seit den 1960er-Jahren. Unter der Losung „Solidarität mit Vietnam“ wurden in der DDR zahlreiche Spenden- und Solidaritätsaktionen ausgerufen. Auch in Westdeutschland wurde der Krieg in Vietnam und die Rolle der USA darin seit Ende der 1960er Jahre zunehmend kritisch gesehen, wenngleich die Politik der Bundesrepublik politisch den USA verpflichtet blieb und daher Nordvietnam nicht unterstützte. Auf seiner Sitzung vom 8. Juli 1975 beschäftigte sich das Politbüro der DDR (das höchste politische Führungsgremium der SED) erstmals mit der Frage der Herstellung von Münzen und Banknoten für Vietnam. Kapazitäten dazu fehlten in Vietnam selbst. Die Münzen sollten durch die Staatliche Münze der DDR in Berlin, die Banknoten durch den VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig (DWD) hergestellt werden, und die Produktion bis Ende 1977 abgeschlossen sein. Aufgrund des Beschlusses des Politbüros erfolgten Analysen bezüglich möglicher Fertigstellungsmengen und -daten sowie hinsichtlich der Auswirkung dieses Großauftrags auf den laufenden Druck der Banknoten zu 5, 20 und 100 Mark der DDR, Ausgabe 1975, der im Ergebnis zugunsten des Druckauftrags für Vietnam zurückstehen musste. In der Sitzung des Politbüros vom 24. Februar 1976 wurde schließlich ein Vertrag zwischen dem Finanzministerium der DDR (dem die DWD unterstand) und der Sozialistischen Republik Vietnam abgesegnet, der neben weiteren Wertstufen den Druck von 250 Millionen Scheinen zu 1 Dong vorsah. Die Gestaltungs- und Abbildungsvorlagen dazu lieferte Vietnam, die Herstellung der Druckvorlagen und Druckplatten erfolgte durch die DWD unter Verstärkung von technischem Personal, das aus Vietnam entsandt wurde. Der Druck der Scheine zu 1 Dong begann am 31. Juli 1976, der Versand erfolgte im Herbst 1976 per Schiff über den Ostseehafen Rostock. Bis 1985 fertigte die DWD in Leipzig weitere Banknoten für Vietnam an. Nach Abschluss der jeweiligen Druckaufträge wurden die Druckplatten an Vietnam übergeben. Dort, und in der UdSSR, wurden teilweise Nachauflagen angefertigt. Diese sind an den Varianten der Kontrollziffern zu erkennen. In den Zahlungsverkehr gegeben wurden die in der DDR gedruckten Banknoten mit der Währungsreform ab dem 3. Mai 1978, bei der die bisher in Nord- und Südvietnam umlaufenden Banknoten eingezogen worden. Das Umtauschverhältnis betrug 1:1 für den nordvietnamesischen Dong und 1:0,8 für den 1976 eingeführten südvietnamesischen Dong. Die Umtauschquoten waren begrenzt und unterschieden sich danach, ob eine Familie in der Stadt oder auf dem Land wohnte. Je städtischer Familie durften zwei Familienmitglieder maximal 100 Dong pro Person umtauschen, jedes weitere Familienmitglied höchstens 50 Dong, insgesamt bis zu 500 Dong pro Familie. Für Familien auf dem Land betrugen die Werte 50 Dong für das erste und zweite Familienmitglied, für jedes weitere 30 Dong bis zu einem Gesamtbetrag von 300 Dong. Dieses Umtauschverhältnis kam angesichts der Tatsache, dass Zahlungen im Land in bar geleistet wurden, praktisch einer Enteignung des Bargeldbesitzes gleich. Die Einführung einer staatlichen sozialistischen Wirtschaftsordnung in Vietnam unter Verstaatlichung von Wirtschaft und Landbesitz scheiterte. Die Versorgungslage verschlechterte sich katastrophal, die Inflation erreichte dreistellige Werte. Zugleich nahm der politische Druck auf Andersdenkende ständig zu. Die miserablen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen führten ab 1978 zu einer verstärkten Fluchtbewegung insbesondere aus dem ehemaligen Südvietnam. Viele Menschen wagten sich in offenen Booten auf das Meer in der Hoffnung auf Rettung. Nach dem völligen Zusammenbruch der Wirtschaft setzte die Regierung ab 1986 auf eine behutsame Wiederzulassung marktwirtschaftlicher Elemente. Der vorliegende Schein war bei seiner Außerkurssetzung im September 1985 bedingt durch die hohe Inflation praktisch wertlos. Weiterführende Literatur: Yang Lingyun, Vietnamese Banknotes Printed by GDR, IBNS-Journal 63-2 (2024), S. 13 Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Vietnam (Sozialistische Repubublik seit 1976) Emittent: Staatsbank von Vietnam (Ngân hàng Nhà nước Việt Nam) Nominal: 1 Dong Datierung: 1976 Vorderseite: Wertangabe, Staatswappen Rückseite: Stahlwerk Thai Nguyen im Norden Vietnams Unterschriften: ohne Material: Papier mit Wasserzeichen Format: 115 mm x 57 mm Druck: VEB Deutsche Wertpapierdruckerei, Leipzig Auflage: 250 Millionen Stück Nummerierung: ZL 0191100 (Reservenote) Umlauf: 3. Mai 1978 bis 14. September 1985 Zitate : SCWPM 80a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues) B8 (Linzmayer: The Banknote Book – Vietnam) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .
- Japans neue Banknotenserie, ein genauerer Blick
Am 3. Juli 2024 gab das japanische Finanzministerium eine neue Banknotenserie in den Stückelungen 1000, 5000 und 10.000 Yen heraus, wie HIER im Blog berichtet. Dies waren die ersten neuen Banknoten in Japan seit zwei Jahrzehnten. Der obige Artikel zeigt und beschreibt die neuen Banknoten im Detail und hebt die innovative holografische 3-D-Technologie hervor, die zur Eindämmung von Fälschungen eingesetzt wird. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehört aber auch UV-Fluoreszenz: 1000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Vorderseite). 1000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Rückseite). 5000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Vorderseite). 5000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Rückseite). 10.000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Vorderseite). 10.000 Yen der neuen Serie im Tageslicht und unter UV-Licht (Rückseite). Japanische Banknoten sind für ihre detaillierten Wasserzeichen bekannt, und diese neuen Banknoten sind da keine Ausnahme: Die ausgegebenen Scheine haben die Kontrollnummern 000001 bis 900000. Bei Banknoten mit Kontrollnummern über 900000 handelt es sich um Musterscheine. Für die neue Serie gibt es keine Ersatz- bzw. Austauschnoten (sog. Replacement notes). Weitere Informationen zu der neuen Serie finden Sie HIER auf der Website der Bank of Japan. Die Sicherheitsmerkmale werden HIER im Detail vorgestellt und erläutert. Donald Ludwig
- Neuer Katalog: Billetes Argentinos (Argentinisches Papiergeld)
Eduardo Colantonio Billetes Argentinos 1884 – 2024 2. Auflage Buenos Aires 2024. 249 Seiten, Format 18 x 25,5 cm, Hardcover, durchgehend farbig mit zahlreichen Abbildungen. In spanischer Sprache. ISBN 978-631-00-4255-8 Kosten ca. EUR 45, zu bestellen beim Autor : educolantonio@gmail.com Internationaler Versand ist möglich, Kosten auf Anfrage. Eduardo Colantonio gilt seit vielen Jahren als ausgewiesener Experte für argentinisches Papiergeld. Sein 2016 erstmals erschienener Katalog über argentinisches Papiergeld, der sich schnell zu einem Standardwerk für dieses Sammelgebiet entwickelt hat, wurde jetzt in zweiter aktualisierter und erweiterter Auflage neu herausgegeben. Das Sammelgebiet argentinischer Banknoten hat sowohl dem Sammler mit schmalem Geldbeutel als auch dem Experten einiges zu bieten. Seit 1970 hat das Land nicht weniger als fünf Währungen im Strudel der Inflation versenkt – den Peso Ley, Peso Argentino, Australes, den Peso Convertibles sowie den Peso. Geblieben sind zahlreiche Geldscheine, die in kassenfrischer Erhaltung in der Regel für wenige Euro im Handel erhältlich sind. Heute kaum mehr zu glauben ist, dass Argentinien aufgrund seiner landwirtschaftlichen Exporte einst zu den wohlhabendsten Nationen der Welt gehörte. Aus dieser Zeit stammen die Banknoten der Emissionsbanken mit Staatsgarantie, sowie die ab 1895 ausgegebenen Scheine der Konversionskasse (Caja de Conversión), von denen viele heute gesuchte Seltenheiten sind. Der Katalog von Colantonio beginnt mit den staatlichen Kleingeldausgaben von 1884, behandelt sodann die verschiedenen Ausgaben der Emissionsbanken sowie die Ausgaben der Konversionskasse, bevor sich die ab 1935 ausgegebenen Scheine der Nationalbank anschließen. Dabei verwendet der Autor ein System eigener, fortlaufender Katalognummern. Der Katalog endet mit der ab 7. Mai 2024 herausgegeben, in China gedruckten Banknote zu 10.000 Pesos aus der Serie „Nationalhelden“, die auf der Vorderseite die Portraits von Maria Remedios del Valle und Manuel Belgrano zeigt, auf der Rückseite Soldaten zu Pferd, die der argentinischen Flagge 1812 die Treue schwören – heroische Motive sind auf argentinischen Banknoten weit verbreitet. Den einzelnen Abschnitten werden kurze Einführungen vorangestellt, in denen die Rahmendaten der Ausgabe vorgestellt, sowie Wasserzeichen und Unterschriften abgebildet werden. Das erleichtert den Vergleich und die Zuordnung von Varianten in der eigenen Sammlung. Alle Geldscheine sind farbig mit Vorder- und Rückseite in etwa 50 % der Originalgröße abgebildet und in der Regel in zwei Erhaltungsstufen bewertet – für die ab 1970 ausgegebenen Geldscheine in XF und UNC, für die älteren Noten in VF und XF bzw. Fine und VF. Das macht Sinn, weil gerade bei den Ausgaben bis zur Gründung der Nationalbank 1935 kassenfrische Scheine im Sammlermarkt praktisch nicht auftauchen. Die Bewertungen werden in USD vorgenommen. Die von Colantonio angegebenen Preise spiegeln recht realistisch die aktuellen Händlerverkaufspreise und Auktionsresultate für argentinische Banknoten in Argentinien und den USA wider. Der derzeit umlaufenden Scheine wurden nicht bewertet. Der Katalog enthält viele Informationen, die im Katalog SCWPM oder im Banknotebook fehlen, und die für den interessierten Sammler nützlich sind, so etwa Wasserzeichen- oder Unterschriftenvarianten bei einzelnen Ausgaben, oder die Aufstellung der Kontrollnummernkreise, die jeweils den einzelnen Druckjahren zuzuordnen sind und die Rückschlüsse auf die Ausgabezahlen zulassen, die gerade bei älteren Scheinen höherer Nennwerte oftmals recht niedrig sind. So sind etwa von der Note zu 500 Pesos der Konversionskasse Ausgabe 1935 SCWPM 248c) gerade einmal 570.000 Stück gedruckt worden. Sehr nützlich sind zudem die in der Katalogisierung jedes einzelnen Scheins angegeben Referenzen zu den Katalognummern des SCWPM (Standard Catalogue of World Paper Money) sowie zum Katalog von Roberto Bottero über argentinisches Papiergeld aus dem Jahr 2001. Wer sich ernsthaft mit dem Sammelgebiet der Geldscheine von Argentinien beschäftigen möchte, wird an dem hochwertig gemachten Katalog von Colantonio nicht vorbeikommen. Dr. Sven Gerhard
- Rekordpreis für eine kleinformatige US-Banknote erzielt
Bei der Long Beach Expo US Currency Signature® Auktion 3596 von Heritage Auctions, die vom 11. bis 13. September 2024 in Long Beach, Kalifornien, stattfand, wurde ein neuer Rekord für eine kleinformatige US-Banknote erzielt: Los 22313 : 5000 USD, Jahr 1928, Richmond (E) Federal Reserve District, PMG-gegradet 65EPQ, verkauft für 780.000 USD (einschließlich Aufgeld). Drei weitere 5000-USD-Banknoten wurden in derselben Auktion angeboten: Los 22314 : $5000, Jahr 1928, Kansas City (J) Federal Reserve District, PMG-gegradet 40, verkauft für 228.000 USD (einschließlich Aufgeld). Los 22315 : $5000, Jahr 1934, New York (B) Federal Reserve District, PMG-gegradet 40, verkauft für USD 192.000 (einschließlich Aufgeld). Los 22316 : $5000, Jahr 1934, St. Louis (H) Federal Reserve District, PMG-gegradet 25, verkauft für USD 120.000 (einschließlich Aufgeld). In derselben Auktion wurde auch eine 10.000-USD-Banknote verkauft: Los 22317 : $10.000, Jahr 1928, Richmond (E) Federal Reserve District, PMG-gegradet 53, verkauft für 384.000 USD (einschließlich Aufgeld). Donald Ludwig
- Alles Makulatur?
Einige Sammler legen sich Papiergeldscheine ausschließlich in absolut bankfrischer Erhaltung in ihre Alben. Sie verschließen sich dadurch möglicherweise der Bedeutung von allerlei Abarten bei der Papiergeld-Herstellung. Solche Abarten – keine Varianten – sind bspw. Probedrucke, Farbmuster, Specimen-Scheine, Austauschscheine, Fehldrucke/Fehlschnitte und Fälschungen/Verfälschungen sowie ... Ausschussscheine. Was sind also Makulatur-Scheine? Das sind die Ausschussscheine! Unterscheiden muss man dabei, dass es sich a) um gewollten, b) um nicht beabsichtigten und c) um illegal beschafften Ausschuss handeln kann. Vereinzelt tauchen ganze Druckbogen auf, die zum Einrichten und den gewünschten Stand der Druckformen und Nummerierwerke dienen – auch Teile und Einzelscheine sind bekannt. Abb. 1: 500.000 Mark, Rs., 17. August 1923, Beispiel eines aus einem Druckbogen herausgeschnittenen Scheins – gut zu erkennen, dass der Einrichtebogen mehrmals bedruckt wurde, bis die Nummerierwerke an richtiger Stelle platziert waren (Druckerei: Stengel & Co. GmbH Dresden). Im Hauptstaatsarchiv Dresden/Sächsisches Staatsarchiv befinden sich sog. Einrichtebogen mit 42 Nutzen der 50-RM-Notgeldscheine von 1945. In der Niedersedlitzer Druckerei verwendete man unfertige Bogen mit Karton-Rückseiten von Reklame-Drucken. Ungewollte Makulatur sind alle Scheine, die mit unterschiedlichen Fehlern gedruckt wurden, also alle Fehldrucke. Ein gutes Beispiel sind die hohen Ausschuss-Mengen bei der Herstellung der 5-DM-Banknoten (Europa auf dem Stier). Abb. 2: 5 D-Mark, 9. Dezember 1948, Vs., Fehldruck einer BdL-II-Note, mit sog. Abklatsch, Teile der Rückseite, 1959 hergestellt, nicht entdeckt und in Umlauf gegeben (Bundesdruckerei Westberlin). Abb. 3: Schreiben der Direktion der Bundesdruckerei vom 3. September 1956 über die Verbrennung von 5-DM-Banknoten in einer Menge von 5.036.975 Stück – innerhalb einer Gesamtauflage von 41,0 Mio. Stück (!). In einem Vernichtungsprotokoll von 1961 wird ein Druckausschuss beim Druck der Serie 12 SBst. A...V von weiteren 1.639.800 Stück genannt (!). Abb. 4: Bescheinigung der Direktion der Bundesdruckerei über die Verbrennung von 5-DM-Banknoten in einer Menge von 2.099.880 Stück – innerhalb einer Gesamtauflage von 20,0 Mio. Stück (!). Die hohen Ausschuss-Quoten beim Druck der 5-DM-Banknoten BdL II bei der Bundesdruckerei in den 1950er Jahren ist bemerkenswert. Wie hoch die Menge beim Banknotendruck anderer Firmen war, lässt sich weder schätzen noch genau bestimmen. Nur aus der Registrierung der Kontrollnummern von Austauschscheinen kann man auf dortige, aber ungenaue Ausschussmengen schließen. Fehlerhafte Scheine wurden gefunden: bei den 1-Militärmark-Scheinen 1944 wurden bei einer Auflage von 41,0 Mio. Stück nur 0,4 Mio. Stück Austauschscheine gedruckt; bei den 132,5 Mio. von 2-DM-Banknoten 1948 waren es über 2,0 Mio. fehlerhafte Scheine. Abb. 5: 1 Mark 1944, Vs., Fehldruck ohne Kontrollnummer (Druckerei: Forbes Lith. Mfg. Co.). Abb. 6: 2 D-Mark 1948, Vs., Fehldruck, die Rückseite wurde korrekt gedruckt = falsch platzierte Vorderseiten (Druckerei: Tudor Press Co.). Nach dem kompletten Druck von Banknoten mit entsprechender Nummerierung werden die Bogen und nach dem Zuschnitt nochmals die Einzelscheine auf Druckfehler kontrolliert, entsprechend ausgesondert und durch Austauschscheine ersetzt. Bei aller Gewissenhaftigkeit werden nicht alle Fehldrucke als solche erkannt ... und gelangen somit in den Umlauf. Peinlich sind dann solche Beispiele eines 1-Militärmark-Scheins von 1944 oder eines 5-Mark-Scheins der DDR von 1975. Abb. 7: 1 Mark 1944, Vs., fehlerhafter Herausschnitt eines Austauschscheins (Druckerei: Forbes Lith. Mfg. Co.). Abb. 8: Mark 1975, Vs., fehlerhafte Nummerierung = hängengebliebenes Nummerierwerk (Druckerei: Staatsdruckerei der DDR). Makulatur sind nicht nur schadhafte Druckbogen sondern auch unbrauchbare Einzelscheine. Der Begriff „Makulatur“ bezeichnete ursprünglich ein „beflecktes Papier“ (= lat. „macula“ = dtsch. „Fleck“). Dieser Abfall ist demnach Altpapier im weitesten Sinne, wird aber von Sammlern gern in die Alben genommen – vor allem, wenn er außergewöhnlich ist. Abb. 9: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., mit „entwertet“ gestempelte fehlerhafte Banknote mit zeitgenössischer Perforation und (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Abb. 10: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., ausgesonderter Fehldruck mit farbschwachem Unterdruck (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 11: 1 Rentenmark 30. Januar 1937, Rs., Serie H, Ausschussschein durch umgeschlagenem Bogenteil (Druckerei: Otto Elsner KG Berlin). Abb. 12: 2 Rentenmark 30. Januar 1937 und 5 Reichsmark 1. August 1942, Vs., Teilbogen aus der letzten Lieferung Mitte März 1945 (Druckerei: Albert Fritsch Berlin). Abb. 13: 10 Reichsmark 22. Januar 1929, Rs. mit Übergröße, einseitiger Unterdruck-Abklatsch mit Teilen der Vorderseite (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 14: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., einseitiger Unterdruck-Abklatsch mit Teilen der Rückseite (Reichsdruckerei Berlin). Abb. 15: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., seitenverkehrter Hauptdruck-Abklatsch auf der Vorderseite (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Eine Besonderheit sind die oft vorkommenden unfertigen Banknoten und Teilbogen, die nach dem Krieg von Leuten mitgenommen wurden, die sie dann von Hand zuschnitten und manchmal mit Kontrollnummern versahen. Herbert Seemer [1] ist ein Zitat zuzuschreiben, dass sich das so im brandenburgischen Spechthausen zugetragen hat. „Im zweiten Weltkrieg wurden die Druckmaschinen für Banknoten von Berlin in die Papierfabrik nach Spechthausen ausgelagert. Jetzt wurden die Banknoten auch in Spechthausen gedruckt.“ Und Karin Friese schieb darüber: „Als am 22. April 1945 die sowjetischen Truppen einrückten, hätten ungeschnittene Bogen für Briefmarken und Papiergeld, aber auch halbfertige und fertige Scheine, allerdings ohne Kontrollnummer, im Ort verstreut gelegen.“ Auch von Diebstählen in der Berliner Reichsdruckerei zu Kriegsende wurde berichtet, wo ebenfalls ganze Bogen geplündert wurden. Einige Veröffentlichungen berichteten davon: „Amtsblatt der Reichsbahndirektion Erfurt“, 15. September 1945; „Sächsische Volkszeitung“, Dresden 13. Dezember 1945; „Amtliche Bekanntmachungen für das Bundesland Sachsen“, Dresden 18. März 1946. Eine Berliner Tageszeitung schrieb 1945: „Wer durch Einfügen von Nummern oder anderen Druckteilen versucht, den wertlosen Drucken den Anschein von gültigen Reichsbanknoten zu geben, macht sich des Münzverbrechens schuldig, worauf heute, je nach Schwere der Tat, u. U. auch die Todesstrafe verhängt werden kann.“ [2] Abb. 16: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., unfertiger Schein aus Druckbogen mit Hand ausgeschnitten und handschriftlich ergänzter Kontrollnummer (Druckerei: „Reichsdruckerei“ Spechthausen). Abb. 17: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., unfertiger Schein aus Druckbogen (Druckerei: „Reichsdruckerei“ Spechthausen). Abb. 18: 20 Reichsmark 22. Januar 1929, Vs., Teilbogen mit Z(eile) 1, auch unnummerierte Bogenteile mit Z. 4 bekannt (Druckerei: Ernst Steininger Berlin). Abb. 19: 50 Reichsmark 30. März 1933, Vs., angehaltener unfertiger Schein, mit Stempel „wertlos“ (Druckerei: Reichsdruckerei Berlin). Der Journalist Raymond Daniell kabelte an die „New York Times“ von einem Ereignis, von dem am 4. August 1945 unter der Überschrift „Berliner Fälscherring zerschlagen: US-Soldaten entdecken Betrug“ berichtet wurde: „45 Deutsche sitzen seit heute in Haft. Sie werden beschuldigt, eine riesige Fälscherwerkstatt betrieben zu haben und Reichsmarknoten im Wert von über 100.000 US-Dollar hergestellt zu haben. ... Soldaten der US 2nd Armored Division machten auf Hinweis eines deutschen Zivilisten die Werkstatt im Keller eines Hauses in Berlin-Neukölln ausfindig. ... Dort stellten sie sechs Männer, die von Originalplatten 10- und 20-RM-Banknoten druckten. Die Druckplatten hatten sie offenbar in den chaotischen Tagen nach dem Einmarsch der Roten Armee gestohlen. Sie besaßen auch verschiedene Bogen des Wasserzeichen-Papiers. ... Das Falschgeld wurde noch nicht gezählt, es wird geschätzt, dass bei der Razzia etwa 4 bis 5 Millionen Reichsmark in unfertigen Druckbogen gefunden wurden. ... 29 weitere Personen waren an den Fälschungsaktionen beteiligt. ...“ Bemerkenswert und selten vorkommend sind unfertige oder fertige Druckbogen von Fälschungen, da sie kaum in die Öffentlichkeit gelangen und meist in den Asservatenkammern der zuständigen Behörden liegen. Abb. 20: 20 D-Mark 1948, Vs., Makulatur-Bogenteil von 20-DM-Fälschungen = Plattennummer 31 auf jedem Schein und oberer Schein mit unterschiedlichen Kontrollnummern. Michael H. Schöne Quellen [1] Friese, K.: „Papierfabriken im Finowtal“, S. 242, Eberswalde 2000 [2] Schöne, M. H.: „Berlin 1945: Gestohlene Druckbogen von Reichsmark-Banknoten“, „Der Geldscheinsammler“ Nr. 4, Regenstauf 1991
- Polen: Neue Gedenkbanknote zum "Wunder an der Weichsel"
Dem erst kürzlich veröffentlichten Emissionsplan der Nationalbank Polens für das kommende Jahr 2020 ist zu entnehmen, dass für den August nächsten Jahres die Ausgabe einer neuen Gedenkbanknote vorgesehen ist: Der 20-Zloty-Schein soll in einer Auflage von bis zu 50.000 Exemplaren an die Schlacht von Warschau im Polnisch-Sowjetischen Krieg erinnern, die sich 2020 zum 100. Mal jährt. Das Design der Gedenkbanknote ist noch nicht bekannt. Kana Totsuka Literaturempfehlung: In diesem Zusammenhang sei auf das gerade erst neu erschienene Buch von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt "Der vergessene Sieg" zum Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921 verwiesen. Ein Krieg, der heute kaum noch thematisiert wird, aber entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung Europas hatte. Link zum Buch Hans-Ludwig Grabowski #Nachrichten #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Europa #Polen #Totsuka #Grabowski
- Die Heimschaffung, Teil 2
Wie die Versorgung der Schweiz mit Banknoten während des Zweiten Weltkriegs gelang Fortsetzung von Teil 1 Zunächst war überlegt worden, dass ein Mitglied der Schweizer Gesandtschaft in London die Scheine bei seiner nächsten Reise zurück nach Bern einfach im Kuriergepäck mitnehmen könne. Angesichts der Mengen an Banknoten, die in 20 hölzernen Kisten verpackt auf die Reise in die Schweiz warteten und die insgesamt 2.500 kg wog, erwies sich dieser Vorschlag als völlig unpraktikabel. Die Suche nach einem anderen Transportweg ging weiter. Schließlich verfiel man seitens der SNB im Februar 1941 auf die Idee, die Banco de Portugal und die Bank von England einzuschalten und anzufragen, die Scheine von London zunächst in das neutrale Portugal in die Tresore der Banco de Portugal zu schaffen. Von dort sollten sie per Schiff nach Genua in Italien und weiter per Bahn in die Schweiz reisen. Entsprechend wurde dann auch die Banca d’Italia angeschrieben. Alle angeschriebenen Notenbanken sagten der SNB ihre Unterstützung zu; die Schweizer Gesandtschaften in London, Lissabon und Genua wurden über die Pläne informiert. Die Vorbereitungen zum Versand konnten beginnen. Gebäude der Banco de Portugal in Lissabon, um 1950. Quelle: https://restosdecoleccao.blogspot.com/2010/05/banco-de-portugal.html Auf dem englischen Dampfer „City of Lancaster“, gebaut 1924, traten die Notenformulare den ersten Teil der Reise von Liverpool nach Portugal an. Quelle: https://www.tynebuiltships.co.uk/C-Ships/cityoflancaster1924.html Die Banknoten wurden am 11. Februar 1941 in Gegenwart eines Vertreters der Schweizer Gesandtschaft in London bei Waterlow & Sons verpackt [1] und machten sich am 25. Februar auf die gefährliche Reise zunächst per Zug nach Liverpool und weiter per Schiff „City of Lancaster“ nach Lissabon, wo sie am 10. April 1941 – das Schiff hatte deutliche Verspätung – eintrafen und vom Schweizer Gesandten im Empfang genommen wurden. Von dort ging es am 28. April 1941 in einem verschlossenen Gepäckabteil weiter mit dem portugiesischen Dampfer „Villa Franca“ Richtung Genua; auch hier nahm der Schweizer Gesandte die Sendung in Empfang und begleitete die Zwischenlagerung in die Tresore der örtlichen Filiale der Banca d’Italia. Von Genua aus traten die Noten am 8. Mai 1941 schließlich den letzten Teil ihrer Reise per Zug in die Schweiz an, wo sie am 10. Mai 1941 in Bern eintrafen und als Expressgut an die SNB ausgeliefert wurden. Der Transport hatte 2 ½ Monate gedauert, die Schweizer Gesandschaften in Lissabon und Genua erheblich beschäftigt, und war unverschämt teuer gewesen – die Transport- und Versicherungskosten betrugen 2,7 Rappen je Schein, gut ein Drittel der Druckkosten. Doch immerhin war die erste Notenlieferung aus London seit Mai 1940 sicher in der Schweiz eingetroffen. Zeugnis eines abenteuerlichen Transportes: Frachtbrief für die Beförderung der Noten von Genua per Bahn nach Bern. Quelle: Archiv der Schweizerischen Nationalbank. Der Transportweg über das ebenfalls neutrale Portugal war zwar umständlich und teuer, hatte sich aber grundsätzlich bewährt. Eine Zwischenstation im Krieg führenden Italien wollte die SNB jedoch aus Sicherheitsgründen zukünftig vermeiden. Auch schienen angesichts der Entwicklung der Kriegsverhältnisse die Risiken eines Seetransportes von England nach Portugal zu hoch. Für den folgenden Transport im Mai 1942 [2] wurde daher an der Transportroute über Lissabon festgehalten, allerdings wurden die Scheine nunmehr per Luftfracht von England nach Lissabon verschickt. Der Weitertransport der Scheine von Lissabon nach Bern erfolgte nunmehr bei LKW quer durch das neutrale Spanien sowie durch Südfrankreich. Der Transport verlief reibungslos; die Scheine trafen schließlich am 10. Juni 1942 in Bern ein. Doch auch dieser Transport kam mit Kosten von rund 3,4 Rappen pro Schein insbesondere wegen der Luftfrachtkosten und der hohen Versicherungsprämien der SNB sehr teuer. Nachdem sich dieser Transportweg als belastbar herausgestellt hatte, wurden 1942 weitere Druckaufträge an Waterlow & Sons erteilt, obwohl Bedenken bestanden, dass die Transporte wegen der Kriegsentwicklung zukünftig schwieriger durchzuführen und mit höheren Risiken behaftet sein könnten. Alternativen gab es für die SNB allerdings keine, da man auch in der Folgezeit auf die von Waterlow & Sons gelieferten Noten insbesondere der Wertstufen zu 50 und 100 Franken nicht verzichten konnte, weil sich die Anfertigung einer 50-Frankennote in der Schweiz verzögerte [3] . Diverse weitere Transporte über Lissabon erfolgen ab Juli 1942. Reservenote zu 50 Franken mit Datum 15. März 1945, gedruckt bei Orell Füssli in Zürich. Entwürfe zu diesem Schein lagen ab Ende 1943 vor. Die Note wurde nie ausgegeben. Im April 1943 teilte Waterlow & Sons der SNB mit, dass Luftfrachtkapazitäten nach Lissabon nicht zur Verfügung ständen und nur noch Transporte per Schiff möglich seien, worauf – wegen der Risiken des U-Boot-Krieges – der Versand von Noten aus London erneut unterbrochen wurde. Anfang Oktober 1943 konnten Transporte per Luftfracht von London bis Lissabon wieder aufgenommen werden; sie wurden bis Februar 1944 fortgesetzt. Die Landung alliierter Truppen in Frankreich am 20. Juni 1944 und die dadurch entstehende Westfront mit Kampfhandlungen in Frankreich unterbrachen den Notentransport erneut. Ein Landtransport von Notenformularen durch Frankreich in die Schweiz schien jetzt völlig ausgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt lagerten in Lissabon noch 100.000 Noten zu 1000 sowie 700.000 Noten zu 100 Franken in insgesamt 40 Transportkisten und warteten auf ihren Abtransport in die Schweiz. Wieder wurde bei der SNB überlegt, wie man unter den sich veränderten Kriegsverhältnissen in Westeuropa nunmehr einen sicheren Transport würde bewerkstelligen können. Überlegt wurde, einzelne Kisten per Flugzeug aus Lissabon in die Schweiz bringen zu lassen. Die SNB fragte daraufhin die Swissair an, die unverzüglich ein Angebot unterbreitete. Der Haken daran war: Swissair bediente nicht die Route aus der Schweiz direkt nach Lissabon. Daher schlug Swissair vor, die Notenformulare zunächst auf der von der Deutschen Lufthansa noch bedienten Strecke von Lissabon nach Stuttgart mitnehmen zu lassen, und sie von dort auf der von der Swissair bedienten Route nach Zürich in die Schweiz weiterzubefördern – ein Angebot, dass die SNB angesichts der Kriegsverhältnisse im Sommer 1944 nicht annahm. Man konnte in Bern aktuell nichts weiter tun, als die Entwicklung abzuwarten. Wenige Monate später war Frankreich von deutschen Truppen befreit, dennoch dauerte es, bis sich wieder Transportmöglichkeiten ergaben. Erst Ende März 1945 gelangte ein weiterer Transport von 3,1 Millionen Notenformularen zu 100 Franken, verpackt in 80 Transportkisten von Lissabon nach Bern. Es dürfte sich um große Teile der Serien 12Q bis 13Z mit Ausgabedatum 23. März 1944 gehandelt haben. Obwohl der Transport nur eine Woche dauerte, waren die Transportwege abenteuerlich. Organisiert wurde er erneut von der englischen Firma Machinery & Technical Transport; wieder verlief er auf der Vorkriegsroute mit dem Zug von London bis zur englischen Küste und weiter per Schiff über den Ärmelkanal bis in den französischen Hafen von Dieppe. Das Risiko eines Angriffs durch deutsche U-Boote auf dem Transport über den Ärmelkanal konnte inzwischen vernachlässigt werden, weil deutsche U-Boote keine Bedrohung der Schifffahrt im Kanal mehr darstellten. Nun mussten die Scheine noch von Dieppe nach Bern gelangen. Die verfügbaren Landtransportkapazitäten in Frankreich waren knapp. Es gelang – wohl auch auf Fürsprache der Bank von England – zwei in Dieppe stehende Packwagen mit den Noten zu beladen und an einen für Paris bestimmten Zug des Roten Kreuzes anhängen zu lassen. In Paris wurden die Noten dann auf einen Güterzug in Richtung Bern umgeladen. Die Scheine reisten also als Gast des Roten Kreuzes, und das – wie den Akten der SNB zu entnehmen ist – sogar noch besonders preiswert: Je Serie zu 100.000 Noten betrugen die Transportkosten auf dieser Reise 500 bis 650 Franken, während für die vorherigen Transporte allein bis Lissabon pro Serie Kosten in Höhe von 2.700 bis 2.800 Franken angefallen waren. Reiste mit einem Zug der Roten Kreuzes quer durch Frankreich in die Schweiz: 100-Franken-Note mit Ausgabedatum 23. März 1944, Kontrollnummer 13D 096046. Am 8 Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Die Schweiz hatte ihre politische Neutralität bewahren und die SNB die Banknotenversorgung aufrechterhalten können, ohne dazu auf Scheine aus der Notenreserve zurückgreifen zu müssen. Die Transportwege aus London in die Schweiz begannen sich zu normalisieren, auch wenn Frachtraum zunächst weiter knapp blieb. Die SNB blieb Waterlow & Sons als Notendruckerei treu. Auch den Druck der höheren Wertstufen der ab 1957 ausgegeben 5. Serie vertraute man englischen Druckereien an. Erst seit der Ausgabe der 7. Emission ab Oktober 1976 werden alle Schweizer Banknoten von Orell Füssli in der Schweiz gedruckt. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Es handelte sich laut Packliste um die 50-Frankennoten der Serien 9T bis 9V und die 100-Frankennoten der Serien 9P bis 9R. [2] 50-Frankennoten der Serien 9W bis 10A. [3] Richter/Kunzmann RS9, Pick 42. Im Dezember 1942 dachte das I. Department der SNB sogar über die Einführung einer im Offsetdruck hergestellten 50-Frankennote nach, um eine ausreichende Notenreserve verfügbar zu haben. Da Orell Füssli mit einem Entwurf auf sich warten ließ, zog man man die Beauftragung einer anderen Druckerei in Betracht und schloss dabei auch nicht aus, die Noten in Deutschland drucken zu lassen, was nach Einspruch des II. Departments wieder verworfen wurde. Tatsächlich konnte ein erster Entwurf von Hans Erni erst im November 1943 vorgelegt werden.
- Lexikon: Konsortialnoten
Durch Gesetz vom 30. April 1874 (Konsortialgesetz) wurde in Italien die Ausgabe von privatem Papiergeld verboten und dieses Recht auf die bestehenden sechs Notenbanken beschränkt. Diese Banken, die Banca Nazionale nel Regno Banca Nazionale Toscana Banca Romana Banca Toscana die Credito Banca di Napoli Bonco di Sicilia bildeten ein Konsortium, das einheitliche Noten, die sog. Konsortionalnoten (Biglietti Consorziali), in den Werten ½, 1, 2, 5, 10, 20, 100, 250 und 1000 Lire ausgab. Italien-1: Biglietto Consorziale über 50 Centisimi vom 40. April 1874, Vorder- und Rückseite, Abb. GAP-Weltbanknoten. Über den Gesamtbetrag, den diese Noten ausmachten (1000 Millionen Lire), stellte das Konsortium dem italienischen Staat ein Darlehen zur Verfügung. Die einzelnen Banken durften weiterhin bei Berücksichtigung der Deckungsvorschriften ihre eigenen Noten ausgeben. Am 30. Juni 1881 wurde das Konsortium aufgelöst; die Konsortialnoten wurden zu Staatsnoten erklärt. Der größte Teil dieser Scheine wurde durch Gold- und Silbermünzen ersetzt. Die restlichen Konsortialnoten wurden gegen neue Noten umgetauscht, die die Bezeichnung "Biglietto già consorziale" (ehemalige Konsortialnote) trugen. Die Einlösung der Noten gegen Münzen und Staatspapiergeld erfolgte bis zum 12. April 1888. Danach wurden sie nicht mehr an den öffentlichen Kassen angenommen, jedoch noch bis zum 13. April 1893 bei den Schatzämtern in Metallgeld eingelöst. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Geldscheinporträts: Justus von Liebig – Chemie für die Menschen
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Geburtsname: Justus Liebig Zur Person: Chemiker Nationalität: Deutsch Lebensdaten: 12. Mai 1803 – 18. April 1873 Geburtsort: Darmstadt Sterbeort: München Justus von Liebig. Ölgemälde von Wilhelm Trautschold (1815-1877), circa 1846. Seine Erfindungen sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Bereits der morgendliche Blick in den Spiegel hat mit Justus Liebig zu tun: Er entwickelte ein Verfahren zum Versilbern von Spiegeln, das die Verwendung des giftigen Quecksilbers ersparte. Begibt man sich zum Frühstück in die Küche, wird man erneut viele Erfindungen Justus Liebigs finden. Auf der Suche nach einem Ersatz für die verderbliche Hefe erfand er das Backpulver, das später von August Oetker erfolgreich vermarktet wurde. „Liebigs Fleischextrakt“, der ursprünglich als Nährmittel für Arme und Kranke gedacht war und Sammlern natürlich auch durch die "Liebig-Sammelbilder" ein fester Begriff ist, wurde zum Vorläufer der noch heute beliebten Speisewürzen wie „Maggi“ oder „Knorr“. Justus Liebig wurde 1803 in Darmstadt geboren. Als Sohn eines Drogisten experimentierte er bereits als Kind in der Werkstatt seines Vaters. Mit 16 Jahren begann er ein Chemiestudium in Bonn und wurde schon vier Jahre später, 1823, promoviert. In seiner Dissertation untersuchte er die Verbindung von Mineral- und Pflanzenchemie. Bereits dort legte er den Grundstein für seine späteren Forschungen zu Mineraldüngern. In seinen Studienjahren wurde ihm ein Forschungsaufenthalt an der Pariser Sorbonne ermöglicht. Er kehrte schwer beeindruckt zurück. Nicht nur die theoretische Herangehensweise seiner Lehrer dort faszinierte ihn, sondern auch der „experimentelle Unterricht“. Diese Methoden der Wissensvermittlung baute er auch in seinen eigenen Unterricht ein: Bereits mit 21 Jahren wurde Liebig – auf Empfehlung Alexander von Humboldts– zum Professor in Gießen berufen. Anfangs hatte er dort einen schweren Stand. Er war nicht habilitiert, seine Dissertation erlangte er „in absentia“ und er wurde ohne Zustimmung der anderen Professoren berufen. Dementsprechend gering war seine anfängliche Ausstattung. Justus Liebig musste große Teile seiner Forschung selbst finanzieren. Sein lebendiger Unterricht zog jedoch neue Schüler in Scharen an, und bald kamen auch zahlreiche ausländische Studenten nach Gießen, um Liebigs Vorlesungen zu hören. Das ermöglichte ihm bald erste Großversuche zu seiner „Agrikulturchemie“. Und seine Versuche, die zunächst scheiterten, zahlten sich aus: 1856 waren die ersten Mineralstoffe fertig für den Dünge-Einsatz. Mineraldünger sind noch heute unerlässlich für die Welternährung. Liebig war allerdings auch klar, dass die Lagerstätten an mineralischen Düngestoffen erschöpflich sind und machte sich Gedanken dazu, wie Nährstoffkreisläufe geschlossen werden können und das Prinzip des Düngens auf Dauer funktionieren soll. Deutsche Reichsbank: 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935 (DEU-211, in Umlauf vom 30. Mai 1936 bis zur Währungsreform 1948), gestaltet von Paul Scheurich (1883–1945). Vorderseite: Porträt von Justus von Liebig rechts im Medaillon, Hakenkreuz im Unterdruck. Liebig legte großen Wert darauf, sein Wissen weiterzuvermitteln, sowohl an seine zahlreichen Schüler als auch an die Öffentlichkeit. So gab er beispielsweise die populärwissenschaftlichen „Chemischen Briefe“ heraus, die regelmäßig in der Augsburger Allgemeinen Zeitung erschienen. Auch als Lehrer war er äußerst erfolgreich. Die Blütezeit der Chemie am Ende des 19. Jahrhunderts geht sicherlich zu einem bedeutenden Teil auf Liebig zurück. Unter den ersten 60 Nobelpreisträgern der Chemie waren 42 der Geehrten Nachfolger seiner Schüler. Auch der Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner war Student Liebigs. In dessen Werk hatte Liebig allerdings eine eher unrühmliche Rolle: Angeblich war Justus Liebig Vorbild für den experimentierenden Doktor in Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, der eine strikte Erbsen-Diät verschrieb. Liebig führte derartige Experimente 1833 tatsächlich durch. Er wollte herausfinden, ob sich tierisches Eiweiß nur durch den Verzehr von Hülsenfrüchten ersetzen lässt. Im Jahr 1845 wurde Liebig durch Großherzog Ludwig II. von Hessen für seine Verdienste mit dem Freiherren-Titel geadelt. Vom bayerischen König Maximilian II. nach München berufen, lehrte er hier ab 1852 als Professor für Chemie. Am 18. April 1873 starb Justus von Liebig in München an einer Lungenentzündung. Elias Heindl Literatur/Quellen: Siegfried Schindler (2023): Justus von Liebig. Chemistry, 5 (2), S. 1046-1059 https://de.wikipedia.org/wiki/Justus_von_Liebig Ulrich Thimm (1998): Reformator der Welternährung. Informationsdienst Wissenschaft , Nr. 27, 16.04.1998 Udo Pollmer (2013): Im Erbsenwahn. Deutschlandfunk Kultur , 26.10.2023
- Aus privaten Sammlungen: Majulah Singapura – Die erste 100-Dollars-Note des Stadtstaates Singapur
Am 1. September 1963 erlangte Singapur seine Unabhängigkeit von Großbritannien und schloss sich kurz darauf mit dem bereits seit 1957 unabhängigen Malaysia zusammen. Wegen politischer Spannungen verließ Singapur die Föderation jedoch am 9. August 1965 wieder und ist seitdem ein eigener Stadtstaat. Der Staat Singapur besteht aus einer Hauptinsel, die von Malaysia durch die Straße von Johor getrennt und durch eine Brücke mit Malaysia verbunden ist, sowie einigen kleineren Inseln. Mit nur 729 qkm ist Singapur der flächenmäßig kleinste Staat Südostasiens. Mit dem Auseinanderfallen der Föderation von Singapur und Malaysia endete am 12. Juni 1967 auch die Währungsunion zwischen beiden Staaten. Bis dahin waren auf Dollar lautende Banknoten im Umlauf, die durch das 1954 gegründete Board of Commissioners of Currency, Malaya and British Borneo mit Sitz in Kuala Lumpur ausgegeben worden waren. Am 7. April 1967 gründete Singapur formell das Board of Commissioners of Currency Singapore (BCCS) und begann ab dem 12. Juni 1967 später mit der Ausgabe eigener, auf Dollar lautender Banknoten, deren Gestaltung ab 1965 vorbereitet worden war und deren Druck in England erfolgte. Beibehalten wurde mit Malaysia bis zum 8. Mai 1973 eine Vereinbarung, die umlaufenden Zahlungsmittel gegenseitig im Verhältnis 1:1 anzuerkennen. Eine solche Vereinbarung besteht bis heute zwischen Singapur und Brunei, daher sind Banknoten aus Brunei auch in Singapur im Umlauf zu finden und umgekehrt. Bis 1967 war der Singapur-Dollar zudem in einem festen Verhältnis an das britische Pfund und den US-Dollar gebunden; die Bindung an den US-Dollar (1 US-Dollar = 3,06 Singapur-Dollar) endete 1973. Die Erstausgabe der Banknoten von Singapur in den Wertstufen 1, 5, 10, 50, 100, 500, 1.000 und 10.000 Dollars (später kam ein Nominal zu 25 Dollars hinzu) zeigt auf der Vorderseite Blüten verschiedener Orchideen, die als Nationalpflanzen Singapurs gelten und im feucht-heissen Klima gut gedeihen. Wer Singapur bereist, sollte sich Zeit nehmen für einen Besuch im Nationalen Orchideengarten mit seinen Gewächs- und Kühlhäusern, in dem über 2.000 verschiedene Orchideenarten zu sehen sind. Auf der Rückseite der ersten Banknotenserie sind Szenen aus Singapore zu sehen, die symbolisch für den Stadtstaat stehen sollen. Entsprechend ist auf der Vorderseite neben dem Staatswappen links die Blüte einer Orchidee aus der Familie der Cattleya abgebildet, von der es über 100 Arten gibt und die ursprünglich in Südamerika beheimatet ist. Benannt ist sie nach dem britischen Orchideengärtner William Cattley (1788–1835). Sie wird seit den 1930er Jahren in Kulturen auch in Singapur gezüchtet. Die Rückseite zeigt zwei vor Anker liegende Segelschiffe vor einer idealisierten Darstellung des historischen Hafenbeckens "National Waterfront". Zu erkennen ist ganz rechts die Dachkuppel das Nationalmuseum. Das Bild symbolisiert Singapur als Hafenstadt. Schon zum Ausgabezeitpunkt der Banknote 1967 war die Hafenkulisse allerdings deutlich höher bebaut als auf der Banknote zu sehen ist. Ein aktuelles Bild zeigt, wie Singapur sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Die Skyline von Singapur heute (Quelle: Pixabay). Ursprünglich ein strategisch günstig gelegener, unter Seeleuten als langweilig verschriener Hafen, verfügt Singapur neben einem modernen Hafen, der im Containerumschlag 2022 an zweiter Stelle weltweit lag, über das größte Finanzzentrum in Südostasien. Aufgrund der geografischen Lage, des hohen Sicherheitsstandards und einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur zieht die Stadt jedes Jahr außerdem Millionen von Touristen an. All das macht sich in einem hohen Preisniveau bemerkbar. Alle seit 1967 ausgegeben Banknoten von Singapur sind gesetzliche Zahlungsmittel, was die Seltenheit der höheren Nennwerte gerade der ersten Banknotenserien von Singapur erklärt. Das Sammeln von Banknoten ist in Singapur ein beliebtes Hobby. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Singapur Emittent: Board of Commissioners of Currency Singapore Nominal: 100 Dollars Datierung: ohne (1967) Vorderseite: Wertangabe, Staatswappen, Blüte einer Orchidee aus der Familie der Cattleya. Rückseite: Wertangabe, zwei im Hafen von Singapur vor Anker liegende Segelschiffe. Unterschriften: Lim Kim Sam, Finanzminister von Singapur vom 09.08.1965 bis zum 16.08.1967 Material: Papier mit Wasserzeichen Löwenkopf Format: 160 mm x 95 mm Druck: Bradbury, Wilkinson & Co, New Malden, England Nummerierung: A/1 919747 Umlauf: Ab dem 12. Juni 1967, ab dem 1. Februar 1977 durch die 100-Dollars-Note der Nachfolgeserie „Vögel“ ersetzt Zitate : SCWPM 6 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues) B106 (Linzmayer: The Banknote Book – Singapore) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .












