Altes Schulgeld aus China


An dieser Stelle wurden schon verschiedene Schulgelder vorgestellt, wie sie in modernen Zeiten in chinesischen Banken zum Üben benutzt wurden. Es sind allesamt Scheine, die wirklichen Noten nachgebildet wurden, mit dem chinesischen Vermerk „Muster“ und „Übungsnote“.

Hier möchte ich nun einen alten Schulgeldschein vorstellen. Wenn der Schein auch keinem wirklichen Geldschein direkt nachgebildet ist, so ist er doch auf der Vorderseite nach Art der damals üblichen Geldscheine gestaltet. Oben findet sich ein Bankname, rechts und links finden sich die Wertstufe (拾圓 = 10 Yuan) sowie zwei blaue quadratische Siegel. Nicht zu vergessen die Individualnummer.

Wer allerdings Chinesisch kann, weiß sofort, worum es sich handelt, auch wenn er nur die Vorderseite sieht. Denn der Bankname lautet 北平高商實習銀行, was etwa „Schulbank für höheres Geschäftswesen in Běipíng“ bedeutet. Die Rückseite nennt auf Englisch einen etwas anderen Banknamen: The Municipal Commercial Schoolbank.

20 kleine Zeichen auf der Vorderseite und ein Text im Zentrum der Rückseite bedeuten, dass der Schein von der besagten Bank ausgegeben sei zum Zwecke des Einübens von Banktransaktionen.

Ganz unten auf der Rückseite ist noch die Druckfirma angegeben: 寶增印刷局 = Druckfirma Bǎozēng.

Leider ist kein Ausgabejahr genannt. Aber die Ortsangabe Běipíng/Peiping gibt uns einen Hinweis, war das doch der Name Běijīngs (Pekings) von 1928 bis 1948. Weiter lässt sich der Zeitraum leider nicht eingrenzen.

Das Bild im Zentrum der Vorderseite zeigt eine Pagode, die der „Weißen Pagode“ in Běijīng ähnlich sieht und diese wahrscheinlich darstellt.

Außer der roten 10-Yuan-Note ist mir noch ein grüner 5-Yuan-Schein bekannt.

Interessant ist, dass der Schein an allen vier Ecken auf eine bestimmte Weise eingeschnitten ist. Hier hat man das Entwerten eines Geldscheins geübt. Genau diesen speziellen Entwertungsschnitt kennt man auch von echten Noten.


Erwin Beyer

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