top of page

Aus privaten Sammlungen: US Military Payment Certificate zu 10 Dollars der Serie 521

Das Verrechnungsgeld der US-Streitkräfte – ein Sammelgebiet nicht nur für US-Sammler

Objekttyp: Militär-Verrechnungsschein

Sammlung: Dr. Sven Gerhard


Historischer Kontext:

Zwischen 1946 und 1973 kursierten für den Zahlungsverkehr innerhalb der im Ausland stationierten US-Streitkräfte eigene Zahlungsmittel, die sogenannten Military Payment Certificates (abgekürzt MPC). Es gab sie in Wertstufen zu 5, 10, 25 und 50 US-Cents sowie zu 1, 5 und 10, bei späteren Ausgaben auch zu 20 US-Dollars. Ausgegeben wurden in diesem Zeitraum insgesamt 13 verschiedene Serien.

Grund der Ausgabe waren erhebliche Defizite in der Bilanz der US-Streitkräfte, die dadurch entstanden waren, dass US-amerikanische Besatzungssoldaten in Europa und Asien nach Kriegsende ihren Sold zunächst in Landeswährung erhielten (in Deutschland etwa in Alliierten Militärmarknoten), jedoch unbeschränkt Beträge zum offiziellen Militärwechselkurs in

US-Dollars umtauschen und in die Heimat transferieren durften. Das führte zu erheblichen Schwarzmarktgeschäften der US-Soldaten insbesondere in Deutschland und Österreich. Durch die Ausgabe von MPC sollte dieser Schwarzhandel beendet und die aus dem Umtausch der durch solche Schwarzmarktgeschäfte erworbenen Landeswährung in US-Dollars zu offiziellen Kursen resultierenden finanziellen Verluste im US-Staatshaushalt sollten gestoppt werden. Um zudem den Schwarzhandel mit MPC selbst zu unterbinden, wurden Scheine der umlaufenden Serie nach Ankündigung innerhalb nur eines Tages durch Scheine einer neuen Serie ersetzt, wobei nur US-Militärangehörige MPC der alten gegen solche der neuen Serie umtauschen konnten.

Für die Serie 521, aus der der vorliegende Schein zu 10 Dollars – die höchste Wertstufe dieser Serie – stammt, wurde der offizielle Druckauftrag am 23. Januar 1952 durch das US-Kriegsministerium an die Druckerei Forbes in Boston erteilt. Daher rührt die Serienbezeichnung (19)52 1(.Serie). Der Schein wurde am 25. Mai 1954 erstmals ausgegeben und am 27. Mai 1958 durch den 10-Dollars-Schein der Serie 541 ersetzt. Er blieb damit vier Jahre im Umlauf, ein für eine MPC-Serie verhältnismäßig langer Gültigkeitszeitraum.

Die Scheine der Serie 521 liefen in diversen Ländern um, in denen US-Streitkräfte stationiert waren, so auch in West-Deutschland und West-Berlin, jedoch nicht in den USA selbst.

Das macht diese Scheine auch für Sammler interessant, die Geldscheine eines bestimmten Landes oder mit lokalem Bezug sammeln, etwa weil in der betreffenden Region US-amerikanische Truppen stationiert waren, auch wenn eine Verwendung von MPC nur im Zahlungsverkehr innerhalb der US-Truppen erlaubt, mit der Zivilbevölkerung jedoch verboten war.

 
 

Land/Region/Ort: USA

Umlauf: Umlauf innerhalb der US-amerikanischen Streitkräfte, stationiert in: Belgien, England, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Japan, Jugoslawien, Marokko, Niederlande, Nordirland, Österreich, Philippinen, Schottland, (Süd-)Korea, Triest, West-Deutschland und West-Berlin

Emittent: US War Department (US Kriegsministerium)

Nominal: 10 Dollars

Datierung: ohne (1952)

Vorderseite: Rotbraun auf grünlichem Unterdruck, Guillochenrahmen, Kopf der Ceres, römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit (Entwurf G. F. C Smilie), Plattennummer 48.

Rückseite: Rotbraun auf bläulichem Unterdruck, Guillochenrahmen, Vignette der Justitia (Entwurf Marcus W. Baldwin)

Material: Papier

Wasserzeichen: ohne

Unterschriften: ohne

Druck: Forbes Lithograph Corporation, Boston/Massachusetts, USA, in Bögen zu 50 Scheinen

Format: 155 mm x 66 mm

Nummerierung: E 11977576 E

Auflage: 24.400.000 (zzgl. 285.000 Ersatznoten)

Gültigkeit: 25. Mai 1954 – 27. Mai 1958

Authentizität: Original

Zitate: M35a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues)

B1035 (Linzmayer: The Banknote Book, United States, Military Payment Certificates)

847/1 (Schwan/Smulczenski: Military Payment Certificates)

 

Sven Gerhard

 

Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

Comments


bottom of page