Aus privaten Sammlungen: Eine frühe Werbenote der Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient
- Uwe Bronnert
- vor 5 Stunden
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Bei vielen Sammlern erfreuen sich sog. Werbe-Noten (Promotion Notes) großer Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um geldscheinähnliche Druckerzeugnisse, mit denen Wertzeichendruckereien neue Druckverfahren, Sicherheitsmerkmale u. ä. ihren Kunden vorstellen bzw. über ihre Leistungsfähigkeit informieren. Von fast allen heute tätigen Unternehmen sind solche Werbe-Noten bekannt, so auch von der Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient in München. Weniger bekannt ist, dass diese Druckerei bereits Anfang der 1930er Jahre solche Noten herstellte.
Aus der 1852 durch Hermann Giesecke und Alphonse Devrient in Leipzig gegründeten Druckerei entwickelte sich ein weltweit agierendes Unternehmen, das vor allem Wertpapiere, wie Aktien, Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und Banknoten für zahlreiche Staaten und Unternehmen, druckte. Der deutsche Wirtschaftsaufschwung nach der Inflation von 1923 war vorwiegend durch kurzfristige US-amerikanische Kredite erkauft. Als am 25. Oktober 1929 die überhitzte US-Konjunktur einbrach und es an der New Yorker Börse zum Crash kam, der als „Black Friday“ in die Wirtschaftsgeschichte einging, hatte dies auch für Deutschland katastrophale Folgen. Zwischen September 1929 und Anfang 1933 stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland von 1,3 auf über sechs Millionen. Zahlreiche Firmen mussten Konkurs anmelden und viele Banken gerieten in Schwierigkeiten.
„Giesecke & Devrient ging durch diese Bankenzusammenbrüche zwar eine Reihe von Kunden verloren, das Unternehmen spürte aber zunächst noch keinen Rückgang der Geschäftstätigkeit. Als sich die Krise jedoch weiter verschärfte und die Arbeitslosigkeit stark anstieg, ging auch die Aktivität der Firma Giesecke & Devrient zurück; ein gewisser Ausgleich der sich verringernden Umsätze konnte zunächst noch durch das Auslandsgeschäft erreicht werden, das weiterhin florierte, insbesondere durch Aufträge im Bereich Banknotendruck.“[1]
Wohl um das Inlandsgeschäft zu beleben, druckte man mit Datum vom 20. Juli 1931 eine Anweisung über 5 Mark. Als fiktiver Emittent wird die „Namenlos Aktiengesellschaft“ genannt.


Objekttyp:
Werbe-Note (Promotion-Note), "Anweisung"
Sammlung:
Uwe Bronnert
Authentizität:
Original
Land/Region/Ort:
Deutschland
Emittent:
„Namenlos Aktiengesellschaft“
Nominal:
5 Mark
Datierung:
Juli 1931
Vorderseite:
Der einzige Schmuck auf der Vorderseite besteht aus einem mehrfarbigen Unterdruck, der ein Flächenmuster mit sich vielfach wiederholenden verschlungenen symmetrischen Figuren aus feinen Linien zeigt und in der Mitte eine Guilloche. Der rechte Schaurand wurde mit einem weißen Papier beklebt, das eine große „5“ abbildet und oben und unten den zusätzlichen Aufdruck „FÜNF“ zeigt. Darunter schimmert der Flächenunterdruck durch.
Rückseite:
unbedruckt
Material:
weißes Papier ohne Wasserzeichen
Druck:
Giesecke & Devrient, Leipzig / Berlin
Unterschriften:
das Wort „Facsimile“ als zwei angedeutete Unterschriften
Format:
160 mm x 80 mm
Nummerierung:
Lit. B No 0000000
Donald Ludwig
Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
Anmerkungen
Jan Hendrik Prell und Horst Böttge, Giesecke & Devrient 1852 – 2002, Werte im Wandel der Zeit, Herausgegeben zum Jubiläum des Unternehmens, Stuttgart 2002, S. 64.
