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Lexikon: Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission

Die Gründung einer Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission (IKK, heute Interpol) wurde 1923 auf dem Internationalen Polizeikongress in Wien beschlossen. Die teilnehmenden Länder wurden aufgefordert, nationale Falschgeldzentralstellen zu errichten, die ständig Fühlung zur Zentralstelle hielten, die 1924 mit Sitz in Wien eingerichtet wurde (heute Lyon). Diese Zentralstelle registrierte all Vorkommnisse auf dem Gebiet der Fälschung und Verfälschung von Geldzeichen und von öffentlichen, auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen (auch Kupons und Talons) sowie die Namen der Fälscher und Mitschuldigen und gab hierüber Informationen an die nationalen Stellen weiter.

Jeder Mitgliedsstaat musste an die Zentralstelle eine Beschreibung und Spezimen-Sätze seiner Geldzeichen senden, die dann an alle anderen Mitgliedsstaaten weitergegeben wurden.





"Erkennungszeichen", Blätter vom April 1927 zu einem gefälschten 10-Reichsmark-Schein vom 10. Oktober 1924 mit Abbildungen der Vorder- und Rückseite.



Als selbstständige Beilage des offiziellen Organs "Internationale Öffentliche Sicherheit" wurde die Zeitschrift (Loseblattsammlung) "Erkennungszeichen echter und gefälschter Banknoten und anderer Werte" (kurz "Erkennungszeichen") herausgegeben, die in drei Sprachen erschien: die deutsche Ausgabe in Wien unter Mitarbeit der "Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe Berlin", die französische unter der Bezeichnung "Contrefaçons et Falsifications" (Les Systèmes Keesing, Amsterdam). Polizeibehörden und Emissionsinstitute fast aller Staaten der Erde waren ständige Mitarbeiter des "Erkennungszeichen". In einem 1937 veröffentlichten '"Handbuch der Banknoten und Münzen Europas" (Verfasser Hans Adler, Konsulent des Bankenverbandes) wurden 45 Staaten, Kolonien und Gebiete erfasst.




"Erkennungszeichen" aus den 1990er Jahre, Ordner und ein Blatt zu Frankreich.



Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nur noch eine einheitliche, viersprachige Ausgabe des "Erkennungszeichen" (Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch) veröffentlicht.

Die redaktionelle Arbeit erfolgte durch die "Organisation Internationale de Police Criminelle" in Frankreich. Herausgegeben wurde das "Erkennungszeichen" durch die Editions Keesing Publishers in Amsterdam.


Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

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