Lexikon: Memelgebiet
- Albert Pick

- vor 4 Stunden
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Als Memelgebiet oder auch Memelland wurde der nördlich der Memel gelegene Teil der preußischen Provinz Ostpreußen (2.257 qkm mit rund 140.00 Einwohnern, davon 72,5 % Deutsche) bezeichnet, der nach dem Versailler Diktat 1920 als autonomes Gebiet unter Kontrolle des Völkerbunds mit französischer Verwaltung fiel.


1923 wurde das Memelgebiet von Litauen annektiert. Im März 1939 gab es Litauen unter Druck an das Deutsche Reich zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Memelgebiet Teil der Litauischen SSR und seit deren Austritt aus der Sowjetunion und Unabhängigkeit 1990 der Republik Litauen. Die Stadt Memel heißt heute Klaipeda.




Die Handelskammer des Memelgebiets gab mit Genehmigung der Interalliierten Kommission 1922 Geldscheine über 1/2, 1, 2, 5, 10, 20, 50, 75 und 100 Mark in der Art deutscher Serienscheine aus, deren tatsächlicher Geldcharakter zweifelhaft ist. Sie werden deshalb sowohl als Geldscheine deutscher Gebiete als auch als deutsche Serienscheine katalogisiert und gesammelt. In den Weltpapiergeld-Katalogen (SCWPM und The Banknote Book) findet man die Scheine unter Memel.
Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte




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