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Peru: 20- und 50-Soles-Noten der neuen Banknotenserie

Nach den Noten über 10 und 100 Soles (hier berichtet) gab der Banco Central de Reserva del Perú am 20. Juli 2022 mit den 20- und 50-Soles-Scheinen zwei weitere Nominale der neuen Banknotenserie in Umlauf. Die neue Serie mit aktuellen Sicherheitsmerkmalen präsentiert auf den Vorderseiten berühmte peruanische Persönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts aus unterschiedlichen Bereichen sowie auf den Rückseiten im Hochformat die vielseitige Flora und Fauna des Landes. Die beiden Nominale haben mit 140 x 65 mm dieselben Abmessungen wie die Vorgängernoten und sind auf Baumwollpapier gedruckt; anhand der ertastbaren Schräglinien unterschiedlicher Anzahl an den beiden kurzen Seiten soll außerdem die Identifizierung der Nominale für Menschen mit Sehbehinderung erleichtert werden.



Die neue 20-Soles-Note ehrt den Schriftsteller und Anthropologen José María Arguedas (1911–1969), der eine führende Rolle im Indigenismo spielte: Seine Romane verfasste er auf Spanisch, seine Gedichte hingegen auch auf Quechua. Außerdem widmete er sich als Professor der Erforschung der Quechua-Kultur. Sein bekanntestes Werk ist der Roman Die tiefen Flüsse (Los ríos profundos) aus dem Jahr 1958; außerdem veröffentlichte er 1966 – drei Jahre vor seinem Suizid – die erste spanische Übersetzung des in Quechua verfassten Huarochirí-Manuskripts aus dem 16. Jahrhunderts, das eine detaillierte Beschreibung der Mythen und religiösen Traditionen der indigenen Bevölkerung der Region Huarochirí liefert. José María Arguedas' Porträt wird als Hauptmotiv der Vorderseite wie auch als Wasserzeichen verwendet. Die Rückseite der ockerfarbenen Note thematisiert den Andenkondor und die Nationalblume Kantuta (übernommen von Quechua, quantu).



Der 50-Soles-Schein zeigt die Historikerin María Rostworowski Tovar, die 2016 100-jährig verstarb. Sie erforschte vor allem die Geschichte und Struktur des Inkastaats; ihre Monographie Historia del Tahuantinsuyo ("Geschichte des Inkareichs") ist eines der meistgelesenen Bücher auf diesem Gebiet. Auch ihr Porträt wird als Wasserzeichen wiederholt. Auf der Rückseite sind ein Jaguar und die Puya raimondii, auch Riesenbromelle genannt, dargestellt; den Jaguar untersuchte María Rostworowski im Kontext des mythischen Kosmos der Inkakultur.


Bei beiden Nominalen zeigen ein magnetischer Fenster-Sicherheitsfaden und ein ornamentales Element im unteren rechten Eck der Vorderseite einen Farbverlauf von Grün zu Blau (20 Soles) bzw. Gold zu Grün (50 Soles). Auch erhöhen eine Mikroschrift und unter UV-Licht sichtbare Elemente die Fälschungssicherheit.


Von der neuen Banknotenserie fehlen nunmehr die Stückelungen zu 10 und 200 Soles:

Der 10er wird die Sängerin Chanbuca Granda sowie das Vicuña (höckerloser Neuweltkamel) zeigen, der 200er die Malerin Tilsa Tsuchiya und den Felsenhahn.


Kana Totsuka

Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

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