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Somaliland: De La Rue, den Druckauftrag bitte einstellen!

Aktualisiert: 27. Okt. 2023

Am 6. Oktober 2023 berichtete der somalische Nachrichtensender Hiiraan, dass die Sahamiye-Stiftung (Sahamiye Foundation) De La Rue aufgefordert hat, seinen Vertrag mit der Zentralbank von Somaliland über den Druck von 380 Milliarden SL-Shilin zu überdenken.

Die Stiftung, eine gemeinnützige Organisation, die durch die Förderung von Alphabetisierung und Bildung das Leben am Horn von Afrika verändern will, warnt vor den wirtschaftlichen, ethischen und rechtlichen Auswirkungen, die Armut und Ungleichheit in der Region noch verschärfen könnten.


De La Rue hat den Auftrag erhalten, Banknoten in den Stückelungen 500, 1000, 5000 und 10.000 SL-Shilin zu drucken. Es ist nicht bekannt, auf welchem Substrat der Druck erfolgen soll; dem Hiiraan-Bericht lag jedoch nur das Bild einer 10.000er-Polymerbanknote bei.

Der jetzige Kurs beträgt 1 USD = 8670 SL-Shilin.



Die zusätzliche Ausgabe einer beträchtlichen Menge an Landeswährung in die überwiegend auf dem US-Dollar basierende Wirtschaft Somalilands ist ein zentrales Anliegen. Die Stiftung befürchtet aber, dass dieser Zustrom besonders die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen treffen könnte. Die erwartete Abwertung des SL-Shilins von 8.750 auf über 20.000 pro US-Dollar verstärkt diese Befürchtungen. Der somalische Shilin hat seit Mitte der 1990er-Jahre eine beträchtliche Abwertung erfahren, die auf einen übermäßigen Druck von Geldscheinen zurückzuführen ist. Sie hat sich unverhältnismäßig stark auf die verarmten Menschen ausgewirkt, während Unternehmen wie De La Rue davon profitierten.

Die obligatorische Umrechnung von Transaktionen unter 100 US-Dollars in die Landeswährung hat die Armen ihrer Möglichkeit beraubt, ihr Vermögen vor der ständigen Abwertung zu schützen.


Die Sahamiye-Stiftung stellt die Logik hinter dem Druck zusätzlicher 380 Milliarden SL-Shilin

in Frage, wenn man bedenkt, dass mobiles Geld weit verbreitet ist und die Wirtschaft Somalilands weitgehend bargeldlos funktioniert. Der Verdacht auf Korruption und Gewinnstreben trübt die Absicht des Vertrags und wirft ethische Fragen auf.


Die Vergabe des Auftrags an De La Rue unter Umgehung der üblichen Beschaffungsprotokolle, der Ausschreibung und der parlamentarischen Genehmigung hat Fragen der Transparenz und Rechtmäßigkeit aufgeworfen. Diese Bedenken werden durch die frühere Verwicklung von De La Rue in Korruptionsskandale und Ermittlungen noch verstärkt.



Der Appell der Sahamiye-Stuftung ist ein Aufruf zu ethischem Geschäftsgebaren und zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität Somalilands. Die Stiftung fordert De La Rue nachdrücklich auf, den Vertrag zu kündigen, die für den Druck vorgesehenen 9,6 Millionen US-Dollars zurückzugeben und sich damit für das Wohlergehen der Bevölkerung Somalilands einzusetzen.


Donald Ludwig (www.polymernotes.org)


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