Eesti Raha 100 – Money of Estonia

Aktualisiert: 25. Juni 2018


Allan Tohv: Eesti Raha 100 – Money of Estonia

384 Seiten, durchgängig farbig bebildert,

Format 22,5 cm x 32 cm, Festeinband, Tallin. 2016.

Preis: 95,00 Euro + Versandkosten.

ISBN: 978-9949-81-189-2


Der Numismatikern, insbesondere wenn sich diese für das Baltikum interessieren, nicht unbekannte Autor hat zusammen mit dem Grafik­gestalter Mart Anderson ein Werk geschaffen, das schon jetzt dem 100. Jahrestag der Ausrufung der ersten Republik Estland am 24. Februar 2018 gewidmet und einzigartig gelungen ist.

Dokumentiert werden die Münzen und Geldscheine Estlands von 1918 bis 1940 und für die zweite Republik von 1990 bis 2016. Unter den mehr als 1.600 hochwertigen Farbabbildungen finden sich u.a. Hunderte bisher nicht veröffentlichte Abbildungen von Entwürfen, Mustern, Scheinen mit niedrigen Kontrollnummern und von Fälschungen.

Das in Estnisch und Englisch verfasste Werk dokumentiert zuerst Münz-Entwürfe aus den Jahren 1921 bis 1940, gefolgt von den Mark-Münzen 1922 bis 1926 und denen in Sent und Kronen von 1928 bis 1939. Den Fehlprägungen und Fälschungen aus der Zeit der Ersten Republik folgen Entwürfe und Münzen der Zweiten Republik ab 1990 (ebenfalls mit Fehlprägungen und Fälschungen) bis hin zu den modernen estnischen Euro-Münzen. Den Hauptteil des eindrucksvollen Buchs macht jedoch die Dokumentation des estnischen Papiergelds aus. Auch hier findet man wieder Abbildungen von seltenen Entwürfen, so aus dem Bestand des Estnischen Kunstmuseums und der Estnischen Bank. Das erste Papiergeld nach der Unabhängigkeit waren die 1919/1920 genutzten scheckähn­lichen Gutscheine des Revaler Börsen- Kom­itees und der Revaler Kaufmannskammer in Mark-Währung.

Es folgten Gutscheine der Revaler Abrechnungskammer und verzinsliche Schatzscheine der Republik Estland, die man in solcher Abbildungsvielfalt zuvor nie gesehen hat. Jetzt erst folgen die Kassenscheine der Estnischen Republik, die teils auch dreisprachig in Estnisch, Deutsch und Russisch ausgeführt waren und mit denen die meisten Estland-Sammlungen ab 1919 beginnen. Über viele Seiten kann man Entwürfe und Musterscheine bewundern, die man in keinem Standard-Katalog zu sehen bekommt, vom ersten estnischen Papiergeld bis hin zum letzten vor Einführung des Euro.

Den Abschluss bildet Regionalgeld, wobei die auch für viele deutsche Sammler interessanten Kreditscheine der Zementfabrik „Port-Kunda“ unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg natürlich nicht fehlen dürfen.

Zu jedem Kapitel gibt es einleitende Texte und am Ende noch Übersichtstabellen zu allen estnischen Münzen und Geldscheinen.

Das, was der Autor und ein Grafiker hier auf die Beine gestellt haben, ist aller Ehren wert. Ein ähnliches Werk für deutsche Geldzeichen zu schaffen, wäre ein kaum bezahlbarer Traum.

Interessenten wenden sich bitte direkt an den Autor über E-mail: allan.tohv@gmail.com oder Tel. +3725132812.


Hans-Ludwig Grabowski

Münzen & Sammeln, Ausgabe 2017/01

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