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Travellers’ Money (Reisegeld). Eine illustrierte Geschichte von Bankanweisungen, Reisekreditbriefen und Reiseschecks



Dr. Ilkka Mäkitie:

Travellers’ Money (Reisegeld).

Eine illustrierte Geschichte von Bankanweisungen, Reisekreditbriefen und Reiseschecks



Jerne Ltd., Lahti / Finnland 2026.

Format 21 x 29,7 cm, Hardcover,

188 Seiten, durchgehend farbig illustriert.

In englischer Sprache.

ISBN 978-952-88-1261-6 .

Preis: 20 EUR plus Porto

Zu bestellen beim Autor: ilkka.makitie@saunalahti.fi






Wer heutzutage auf Reisen geht, verlässt sich für Zahlungen vor Ort in der Regel auf mitgeführte Kreditkarten, elektronische Bezahlmöglichkeiten oder seine Smartwatch.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Frage, welche Zahlungsmittel mitzuführen waren,

um auf Reisen vor Ort – insbesondere im Ausland – Hotelkosten, Verkehrsmittel und Restaurantbesuche bezahlen zu können, ein wichtiger Bestandteil der Reiseplanungen.

Man erwarb Fremdwährungen am heimischen Bankschalter, sofern die Einfuhr in das Reiseland erlaubt war, kaufte Reiseschecks und Benzingutscheine; in einigen Ländern Europas konnte mit dem Postsparbuch Geld auf lokalen Postämtern abgehoben werden. Waren die Devisenausfuhr im Heimatland und/oder die Einfuhr von Landeswährung in das Reiseland beschränkt, stellten sich neue Herausforderungen: Man eröffnete Akkreditive zum Bargeldbezug im Ausland bei seiner Bank, beantragte die Zuteilung von Reisedevisen, zahlte bei Schifffahrtslinien einen Betrag für Ausgaben an Bord vorab in seiner Heimatwährung ein und erhielt im Gegenwert Bordanweisungen, die nur während der Schiffsreise an Bord gültig waren. Untersuchungen darüber, welche Zahlungsmittel Reisende im 19. und 20. Jahrhundert mit sich führten, gibt es kaum.


In seinem neuen Buch beschäftigt sich der Auor mit Zahlungsmitteln rund um das Reisen im in dieser Zeit. Er stellt nacheinander die damals geläufigen Reisezahlungsmittel Zahlungsanweisung, Reisekreditbrief und Reisescheck vor, erklärt ihr Aufkommen und ihre genaue Verwendungsweise. Für alle drei Formen dieser Reisezahlungsmittel werden dann nach Ländern sortiert diverse Ausgaben vorgestellt und erläutert.


Während Zahlungsanweisungen im 19. sowie bis zum Beginn des 20. Jahhrhunderts hauptsächlich in England verbreitet waren, wurden Reisekreditbriefe noch bis in die 1970er Jahre von diversen Banken weltweit ausgestellt. Ihre Verwendung war kompliziert, da zur Auszahlung von Geldbeträgen in Landeswährung bei sogenannten Korrespondenzbanken der ausstellenden Bank neben dem Reisekreditbrief eine besondere Ausweiskarte vorzulegen war. Außerdem war es erforderlich, dass die Bank den Betrag des Reisekreditbriefs dem Inhaber als einmaligen Kredit zuvor bewilligt hatte. Als Zahlungsmittel für kleinere Beträge sowie als flexible Bezahlungsmöglichkeit vor Ort schied ein Reisekreditbrief aus. Mit dem Aufkommen von Reiseschecks zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dann die Mitnahme von Reisezahlungsmitteln in flexiblen Beträgen möglich, auch wurden diese Schecks nicht nur von Banken, sondern auch in Hotels und Reisebüros bei Zahlungen akzeptiert. Der Höhepunkt der Verwendung von Reiseschecks lag in 1970er bis 1990er Jahren, bevor sie von Kreditkarten verdrängt wurden.

 

Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit Zahlungsanweisungen an Bord von Schiffen.

Hier werden exemplarisch diverse Bordzahlungsmittel US-amerikanischer, englischer und deutscher Schifffahrtslinien mit diversen Abbildungen vorgestellt. Auch Bordgeld an Bord von Flugzeugen hat es gegeben: Zu einer Zeit, in der etwa eine Reise von London nach Australien auch mit dem Flugzeug mehrere Tage dauerte und mit Zwischenübernachtungen verbunden war, mussten die Reisenden auch mit Zahlungsmitteln während der Reise ausgestattet sein. Ein kurzer Überblick über Hotelgutscheine und Reiseschecks für muslimische Pilger nach Mekka runden das Buch ab.


Man erfährt von Mäkitie viel, was zum Verständnis der Funktionsweise von Reisezahlungsmitteln beiträgt, wer solche Zahlungsmittel ausgegeben hat (neben Banken vor dem Zweiten Weltkrieg oft auch Schifffahrtslinien) und wie sie vor Ort im Zahlungsverkehr eingesetzt wurden.


Reisezahlungsmittel können ein überaus reizvolles Sammelgebiet darstellen. Der Autor gibt in seinem Buch wertvolle Hinweise zum Aufbau einer Sammlung.

Während Zahlungsanweisungen und Reisekreditbriefe, insbesondere tatsächlich gelaufene Exemplare, seltene Einzelstücke bleiben, sind historische Reiseschecks für Sammler grundsätzlich einfacher zugänglich. Auch hier sind aber Exemplare aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg (man erkennt sie in der Regel an den festen Wechselkursen für Fremdwährungen, die auf den Schecks aufgedruckt sind) generell sehr selten, auch Exemplare aus der Zwischenkriegszeit tauchen nicht häufig auf. Aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stehen jedoch dem Sammler eine Vielzahl von Exemplaren aus diversen Ländern sowohl als Musterstücke, als auch in gelaufenem Zustand zur Verfügung, so dass sich mit vertretbaren finanziellen Mitteln eine interessante Sammlung aufbauen lässt.

Die schier unübersehbare Anzahl an Varianten weltweit ausgegebener Reiseschecks zwingt aber zur Fokussierung beispielsweise auf eine Bank, ein Land oder einen Ausgabeort.


Das hochwertig gemachte, reichlich bebilderte Buch von Mäkitie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und enthält keine Katalogpreise, sondern nur einige Einschätzungen zur Seltenheit. Wer einen Katalog für das Sammelgebiet erwerben möchte, dem seien die vom selben Autor veröffentlichen Bücher über Reiseschecks (2. Auflage 2020) sowie über Zahlungsanweisungen und Reisekreditbriefe (neu 2025) ans Herz gelegt. Für Schiffsgeld fehlt leider am Sammlermarkt noch ein umfassendes Katalogwerk.


Es wäre interessant gewesen, wenn auch Reisekreditbriefe und insbesondere Reiseschecks aus den sozialistischen Staaten stärkere Berücksichtigung gefunden hätten (es finden sich nur einzelne Exemplare aus China und Kuba), zumal in diesen Ländern seit den 1970er Jahren über Reiseschecks eine systematische Steuerung der Verteilung von Reisedevisen erfolgte und diese daher im Reiseverkehr eine erhebliche Rolle spielten. Zuweilen hätte man sich auch größere Abbildungen gewünscht, um die Details der abgebildeten Dokumente gerade bei aufwändigen Reisekreditbriefen besser studieren zu können.

Diese Einschränkungen tun dem Werk jedoch keinen Abbruch. Wer eine fundierte Einführung in das Thema Reisezahlungsmittel und Anregungen zum Aufbau einer eigenen Sammlung sucht, ist mit dem neuen und sehr preiswerten Buch von Mäkitie bestens bedient. Sammler erhalten neben viel Grundlagenwissen eine wertvolle Hilfe zum strukturierten Aufbau einer solchen Sammlung.


Dr. Sven Gerhard

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