Wann kursierten die Banknoten der Banca Generala Româna?
- Ştefan Vasiliţă
- vor 6 Stunden
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Unter den während des Ersten Weltkriegs ausgegebenen Besatzungsausgaben befindet sich auch jene Emission, die mit Genehmigung der Mittelmächte von der Rumänischen Generalbank (Banca Generala Româna - BGR) hergestellt wurde (EWK 7-14 = Ro. 472-479); P. M1–M9). Die in Berlin nach den Anweisungen der deutschen Militärbehörden gedruckten Banknoten zirkulierten im besetzten Gebiet Rumäniens ab 1917 und noch eine Zeit lang nach Kriegsende. Bis vor Kurzem galt die Annahme, dass die gesamte Emission zwischen dem
19. oder 29. Januar 1917 und dem 10. Juni 1920 im Umlauf war[1]. Die jüngst ausgewerteten Informationen, darunter auch die einschlägigen Verordnungen zu dieser Ausgabe, ermöglichten uns jedoch die genaue Bestimmung der Daten für die Einführung und Außerkurssetzung.
Rumänien trat am 27. August 1916[2] auf Seiten der Alliierten in den Ersten Weltkrieg ein. Trotz anfänglicher Erfolge führte eine Reihe von Niederlagen im Herbst 1916 dazu, dass der größte Teil des Landes von den Truppen der Mittelmächte unter der Führung von Feldmarschall August von Mackensen besetzt wurde. Die rumänischen Behörden räumten Bukarest, das am 6. Dezember 1916 eingenommen wurde, und zogen sich nach Iași zurück.
Die Verwaltung des besetzten Gebiets, das im Operationsbereich der Heeresgruppe Mackensen lag, wurde der Militärverwaltung in Rumänien übertragen, die vom deutschen General Franz Tülff von Tschepe und Weidenbach als Militärgouverneur geleitet wurde.
Eines der wichtigsten Probleme, das gelöst werden musste, war die Regelung des Geldumlaufs. Zu diesem Zweck richteten die Militärbehörden eine Emissionsabteilung innerhalb einer rumänischen Bank ein, die eigene Banknoten in Umlauf bringen sollte.
Die Rumänische Generalbank (Banca Generala Româna - BGR), gegründet im Jahr 1897, basierte überwiegend auf deutschem Kapital, das größtenteils von der Disconto Gesellschaft und der S. Bleichröder Bank in Berlin gezeichnet worden war. Die Banca Generala Româna entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Banken Rumäniens vor dem Ersten Weltkrieg. Sie wurde von den Deutschen Max Sterling und Otto Petersen geleitet. Als Institut mit deutschem Kapital wurde sie im August 1916 von den rumänischen Behörden unter Zwangsverwaltung gestellt; dennoch nahm die Bank ihre Tätigkeit unter der Leitung von Otto Petersen wieder auf – jenes Mannes, dessen Faksimile-Unterschrift sich auch auf den gedruckten Noten der Bank findet.

Die Banknotenausgabe war durch ein bei der Reichsbank in Berlin hinterlegtes Markendepot gedeckt, und zwar zu einem Kurs von 100 Lei für 80 Mark. Anfang 1917 war ein großer Teil der Emission bereits in Bukarest eingetroffen.
Die Ausgabe erfolgte auf Grundlage der Verordnung Nr. 10 vom 18. Januar 1917[3], unterzeichnet von Feldmarschall August von Mackensen. Diese informierte die Bevölkerung des besetzten rumänischen Gebiets darüber, dass die Emissionsabteilung der Rumänischen Generalbank Banknoten zu 1.000 Lei, 100 Lei, 20 Lei, 1 Leu, 50 und 25 Bani ausgegeben habe. Die Banknoten wurden im besetzten Gebiet zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt und mussten daher von jedem Einwohner zum vollen Nennwert angenommen werden; Geschäfte, die die Annahme verweigerten, sollten geschlossen werden. Der Bevölkerung wurde zugesichert, dass die Kassen des Militärs und die Behörden die Noten ebenfalls zum vollen Nennwert annehmen würden.
Da die Verordnung sofortige Wirkung hatte und am 18. Januar 1917 vollständig veröffentlicht wurde, ergibt sich daraus, dass dies das Datum ist[4], an dem die ersten Banknoten der Rumänischen Generalbank im besetzten Gebiet Rumäniens in Umlauf kamen.
Auffällig am Inhalt der Verordnung Nr. 10 vom 18. Januar 1917 ist, dass nicht alle Nominalwerte der Banknoten erwähnt werden: Es erscheinen nur die Werte zu 25 und 50 Bani, 1 Leu sowie 20, 100 und 1.000 Lei, während die Nominale zu 2 und 5 Lei fehlen. Handelt es sich um einen Schreibfehler, einen Druckfehler, oder wurden diese Banknoten tatsächlich erst später in Umlauf gebracht?
Den gefundenen Informationen zufolge wurden die Banknoten zu 2 und 5 Lei erst Ende des Jahres 1917, genauer gesagt am 3. Dezember 1917, in Umlauf gebracht. Ihre Ausgabe erfolgte auf Grundlage der Verordnung Nr. 341 vom 3. Dezember 1917[5], die festlegte, dass – in Ergänzung zur Verordnung vom 18. Januar 1917 IV a.1135, die Banca Generala Româna ermächtigt (sei) auch Noten in Abschnitten zu 5 Lei und zu 2 Lei auszugeben.





Die spätere Einführung der 2-und 5-Lei-Banknoten erklärt auch die festgestellte Diskrepanz bei der Serienbezeichnung der BGR-Banknoten. In Deutschland gedruckt, entsprach jeder Nennwert einem Buchstaben, beginnend mit dem höchsten: A für 1.000 Lei, B für 100 Lei,
C für 20 Lei. Es ist bemerkenswert, dass der Buchstabe D für 1 Leu verwendet wurde,
E für 50 Bani und F für 25 Bani. Somit trugen die am 18. Januar 1917 in Umlauf gebrachten Banknoten die Serien A, B, C, D, E und F. Die am 3. Dezember 1917 ausgegebenen Banknoten zu 5 und 2 Lei setzten die Reihenfolge mit den Serien G bzw. H fort.


Ein weiterer Serienbuchstabe wurde verwendet, nämlich L für die 20-Lei-Banknote.
Nur die 20-Lei-Note (in der Verordnung vom 18. Januar 1917 erwähnt) ist mit zwei Buchstaben, C und L., anzutreffen. Da mit dem Buchstaben C die ersten 10.000.000 Banknoten versehen wurden, von 0000001 bis 10000000, und anschließend mit dem Buchstaben L weitere 5.000.000 Banknoten, von 0000001 bis 5000000, ergibt sich, dass die Banknoten mit dem Buchstaben L eine zweite Auflage darstellen. Trotz der Überprüfung aller bekannten Verordnungen konnte bisher keine gefunden werden, die die Einführung der 20-Lei-Noten mit dem Buchstaben L regelt; da diese jedoch bereits gemäß der Verordnung vom 18. Januar 1917 hätten umlaufen dürfen, war eine solche Maßnahme auch nicht erforderlich. Angesichts der Tatsache, dass der Buchstabe L höher ist als der bei den am 3. Dezember 1917 in Umlauf gebrachten Banknoten zu 2 Lei und 5 Lei, stellt sich jedoch die Frage, ob diese zweite Auflage des Zwanzigers mit dem Buchstaben L nicht erst im Jahr 1918 ausgegeben wurde.



Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Rückzug der deutschen Truppen am
10. November 1918 wurde der Wert der BGR-Banknoten durch Gerüchte beeinträchtigt, wonach diese von den rumänischen Behörden für ungültig erklärt werden sollten.
Aus verschiedenen Gründen – darunter auch die Rückgewinnung des Gesamtwertes der Emission in Höhe von 2,1 Milliarden Lei, die durch das Depot bei der Reichsbank in Berlin garantiert war – beschlossen die rumänischen Behörden, die Banknoten im Umlauf zu belassen und sie erst dann zurückzuziehen, wenn die Umstände es erlauben würden.
Als sofortige Maßnahme wurde am 18. Dezember 1918 durch das Dekret Nr. 3552[6] die umgehende Abstempelung aller Banknoten der Banca Generala Româna angekündigt.
Diese durften, sofern sie keinen Stempel einer rumänischen zentralen oder lokalen Behörde aus dem ehemals besetzten Gebiet trugen, nur noch bis zum 13. Januar (1. Januar alter Stil) 1919 umlaufen. Das Dekret wurde mehrfach geändert. Kurz nach der Veröffentlichung wurde bekanntgegeben, dass die Banknoten zu 25 und 50 Bani sowie 1 Leu nicht mehr gestempelt würden und weiterhin im Umlauf bleiben könnten. Eine ähnliche Situation ergab sich bei der 2-Lei-Banknote: Sie wurde zwar bis zum Ende der Frist abgestempelt, durfte jedoch auch danach weiter umlaufen, selbst wenn sie keinen Stempel rumänischer Behörden trug.
Auch die Frist für die Abstempelung wurde mehrfach verlängert. So wurde diese durch das Dekret Nr. 12919 bis zum 12. Februar 1919[7] verlängert und durch eine weitere Mitteilung des Finanzministeriums schließlich bis zum 22. März 1919[8], dem Datum, an dem die Zeichnungen für die 5% Einheitsanleihe von 1919 enden sollten; für diese Anleihe wurden auch ungestempelte Banknoten der Rumänischen Generalbank als Zahlungsmittel akzeptiert.
Daher konnten ungestempelte Banknoten zu 5, 20, 100 und 1.000 Lei nur bis zum 22. März 1919 umlaufen, während die Werte zu 25 und 50 Bani sowie 1 Leu und 2 Lei weiterhin ungestempelt im Umlauf blieben.
Die Rücknahme der gestempelten Banknoten der Rumänischen Generalbank erfolgte erst
in den Jahren 1920/21. Als erste wurden die Noten zu 1.000 Lei, dem höchsten Nennwert, eingezogen. Die Bekanntmachung über den Rückzug wurde am 17. Oktober 1920 veröffentlicht[9], und die Frist wurde auf den 6. November 1920 festgesetzt – ein Datum, nach dem diese Scheine nicht mehr für Zahlungen verwendet werden durften; wer nach diesem Zeitpunkt noch im Besitz solcher Banknoten angetroffen wurde, sollte als jemand gelten, der sie durch Schmuggel eingeführt hatte, und entsprechend bestraft werden.
Um jedoch der Bevölkerung den Umtausch dieser Banknoten mit hohem Nennwert zu erleichtern, wurde der Umtausch der von der Rumänischen Generalbank ausgegebenen Tausender auf Antrag bei den Filialen und Agenturen der Rumänischen Nationalbank bis zum 1. Januar 1921 gestattet.
Im folgenden Jahr waren die Banknoten zu 1 Leu, 2 Lei, 5 Lei, 20 Lei und 100 Lei an der Reihe, ab dem 2. Juli 1921 aus dem Verkehr gezogen zu werden[10]. Die Umtauschfrist wurde zunächst auf den 31. Juli 1921 festgelegt, jedoch mit der Bestimmung – offensichtlich zur Beschleunigung des Umtausches – dass ab dem Datum der Rückzugsankündigung niemand mehr verpflichtet war, diese Scheine anzunehmen. Auch im Fall dieser Banknoten wurde die Frist mehrfach verlängert; der endgültige Termin für den Rückzug wurde dann auf den
20. August 1921 festgesetzt.
Im Umlauf verblieben somit nur noch die kleinen Banknoten zu 25 und 50 Bani. Ihr Wert war durch die Inflation stark gesunken, sodass sie hinsichtlich des Gesamtvolumens der Emission kaum noch Bedeutung hatten – jedoch im täglichen Leben wegen des Mangels an Kleingeld weiterhin nützlich waren. Um dieses Problem zu lösen und den Bedürfnissen des Geldumlaufs gerecht zu werden, schlug das rumänische Finanzministerium die Prägung neuer Münzen zu 25 und 50 Bani vor. Das Gesetz zur Prägung dieser Münzen
im Gesamtwert von 20.000.000 Lei wurde im August 1920 vom rumänischen Parlament verabschiedet[11]. Verschiedene Schwierigkeiten verzögerten jedoch die Herstellung der Aluminiummünzen, die erst Ende 1921 bzw. Anfang 1922 fertiggestellt wurden (sie tragen das Jahr 1921). Erst nachdem alle Münzen am 1. März 1922 in Bukarest eingetroffen waren, kündigte das Finanzministerium den Rückzug der Banknoten zu 25 und 50 Bani der Rumänischen Generalbank aus dem Umlauf sowie deren Ersatz durch rumänische Münzen an und setzte den 1. April 1922 als endgültigen Termin für den Umtausch fest. Diese Frist wurde verlängert; bezeichnend ist eine Meldung vom 7. April 1922, wonach in Arad die Finanzverwaltung und die Filiale der Rumänischen Nationalbank die Annahme der von der Generalbank ausgegebenen 50-Bani-Banknoten verweigerten, was dazu führte, dass auch die Bevölkerung sich weigerte, diese Scheine weiter zu verwenden. Die amtlichen Stellen traten dem Gerücht entgegen[12]. Am 20. April 1922 teilte das Finanzministerium mit, dass die kleinen Banknoten zu 25 und 50 Bani weiterhin zum Umtausch angenommen werden mussten – bis zu einer späteren Entscheidung des Ministeriums. Erst Ende November 1922 wurden die kleinen Banknoten endgültig aus dem Verkehr gezogen; ihre Verwendung war nur noch zur Zahlung von Steuern sowie bei Finanzverwaltungen und Steuerämtern gestattet.
Ştefan Vasiliţă
Anmerkungen
[1] Albert Pick, Papiergeld Lexikon, München, Mosaik Verlag, 1978, S. 29; Hans-Ludwig Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, Regenstauf, Battenberg Gietl Verlag,
21. Auflage, 2018, S. 223- 227.
[2] Zu jener Zeit wurde in Rumänien der julianische Kalender verwendet, der auch als alter Stil bekannt ist. Während der Besatzungsjahre 1916-1918 führten die deutschen Behörden die Verwendung des gregorianischen Kalenders, also des neuen Stils, ein. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ging Rumänien im April 1919 offiziell zum gregorianischen Kalender über. Die in diesem Artikel genannten Daten sind im gregorianischen Kalender (neuer Stil) angegeben.
[3] Gr. Pherekyde, Colecțiunea ordonanțelor pentru populația României în cuprinsul administrațiunei militare [Sammlung der Verordnungen für die Bevölkerung Rumäniens im Bereich der Militärverwaltung], Bukarest, Cultura Druckerei, 1918, S. 5.
[4] Die erste Zahlung, in Höhe von 250.0000 lei in 100-Lei-Banknoten, erfolgte am 19. Januar 1917 an Feldintendantur General-Komando 52.
[5] Gr. Pherekyde, Colecțiunea ordonanțelor pentru populația României în cuprinsul administrațiunei militare [Sammlung der Verordnungen für die Bevölkerung Rumäniens im Bereich der Militärverwaltung], Bukarest, Cultura Druckerei, 1918, S. 164.
[6] Veröffentlicht im Monitorul Oficial Nr. 206 vom 5./18. Dezember 1918, S. 3606-3607.
[7] Monitorul Oficial Nr. 229 vom 9./22. Januar 1919, S. 4352.
[8] Monitorul Oficial Nr. 269 vom 28. Februar/18. März 1919, S. 5880.
[9] Monitorul Oficial Nr. 156 vom 17. Oktober 1920, S. 5521.
[10] Monitorul Oficial Nr. 70 vom 2. Juli 1921, S. 2599.
[11] Monitorul Oficial Nr. 125 vom 9. September 1920, S. 4326.
[12] Ultime informații [Neueste Nachrichten], in Dimineața (Bukarest), XIX, 7. April 1922, Nr. 5556, S. 5.




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