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  • Aus privaten Sammlungen: 25 spanische Pesetas vom 31. August 1936

    Joaquín Sorolla y Bastida – „Meister des Lichts“: Das Sorolla-Jahr bringt mehrere temporäre Ausstellungen nach Valencia, der Heimatstadt des Malers. Von seinen Anfängen bis hin zu Meisterwerken können derzeit Besucher die Kunst des „Meisters des Lichts“ bestaunen. Dem Sammler spanischer Banknoten dürfte der Maler kein Unbekannter sein. Verschiedene seiner Gemälde finden sich auf ihnen, beginnend mit einer 25-Pesetas-Note. Es ist erstaunlich, dass diese Banknote, die das Licht des Sonnenuntergangs einfängt und an das Mittelmeer erinnert, auf dem Höhepunkt des spanischen Bürgerkriegs in Umlauf kam. Ihre Herstellung wurde erst am 3. Juni 1937 vom republikanischen Bankrat der Banca de España genehmigte. 20 Millionen Banknoten wurden im Stichtiefdruck- und Lithografieverfahren bei Thomas de la Rue, London in Auftrag gegeben. Der Name der Druckerei erscheint am unteren Rand der Rückseite des Scheins. Die Vorderseite zeigt ein Porträt des Malers Sorolla neben dem Miguelete-Turm in Valencia vor einem Hintergrund mit architektonischen und pflanzlichen Ornamenten in Form eines Rahmens, der die hohe Qualität der Banknote unterstreicht. Die Rückseite zeigt eine Reproduktion des Gemäldes „Sacando la barca“ (Herausziehen des Bootes). Die Gravur der Druckplatten besorgte Camilo Delhom (1894 – 1970), Mitarbeiter der Casa de la Moneda, der in London die Technik des Stichtiefdrucks erlernt hatte. Als Vorlage für das Porträt des Malers diente zweifellos ein Foto, das im Sommer 1916 am Strand von Valencia aufgenommen wurde, also in dem Jahr, als auch das Gemälde entstand. Joaquín Sorolla y Bastida wurde am 27. Februar 1863 in Valencia als Sohn eines kleinen Händlers geboren, der sich auf den Handel mit Decken spezialisiert hatte. Im Alter von zwei Jahre starben seine Eltern an der Cholera und er wuchs mit seiner Schwester Concha bei seiner Tante Isabell auf. Statt in der Schule zu lernen, fertigte er im Unterricht lieber kleine Zeichnungen an. Ein Lehrer erkannte sein Talent und schenkte ihm Papier und Stifte, damit er üben konnte. Nach seinem Schulabschluss begann er zunächst eine Schlosser-Lehre bei seinem Onkel. Zum Glück ließ der sich davon überzeugen, dass der Junge das Zeug zu einem großen Maler hatte. Nachmittags durfte der Junge die „Escuela de Artesanos de Valencia“ besuchen. Zwei Jahre später nahm ihn die Kunstakademie „Real Academia de Bellas Artes de San Carlos“ auf, wo er von den Malern Gonzalo Salvá und Sebastián Asenjo unterrichtet wurde. Im Jahr 1881 reiste er nach Madrid und kam mit den Gemälden des Prado-Museums in Berührung, wo er Kopien von Bildern von Velázquez und Ribera anfertigte. Mit einem Stipendium der Diputación de Valencia zog er 1884 nach Rom und reiste später nach Paris, wo er auf die künstlerische Avantgarde der Zeit traf und den Impressionismus kennenlernte. Sorolla lebte damals in einer künstlerisch sehr interessanten Zeit: Historisten, Impressionisten, Realisten ... – die Vielfalt der oft widersprüchlichen Kunstrichtungen schien unendlich. Er betrachtete sich selbst als Realisten und Naturalisten, obwohl seine Bilder keineswegs einer Fotografie ähneln. Als Maler des Flüchtigen erreichte es Sorolla schließlich mit unvergleichlicher Meisterschaft das Spiel von Licht und Schatten am Meeresufer vor einem Hintergrund aus blauem Himmel und nassem Sand auf die Leinwand zu übertragen. Seine Bilder sind Momentaufnahmen, Schnappschüsse, wie man sie heute mit dem Handy machen würde. (Vgl. Banknotenrückseite und Postkarte). Die Personen, die der Maler auf die Leinwand bannte, sind – mit Ausnahme der Porträts – immer in Aktion und Teil des Spiels aus Licht und Schatten in ihrer Umgebung. Der Maler machte Ausstellungen in ganz Europa und den USA, wurde mit Ehrungen und Auszeichnungen überschüttet, malte Könige und den Präsidenten der Vereinigten Staaten. 1909 und 1911 stellte er in New York aus. Die zweite Ausstellung besuchten 160.000 Kunstfreunde in nur einem Monat. Dieser Erfolg brachte ihm den Auftrag seines Lebens ein. Der Präsident des Kulturzentrums Hispanic Society in New York, Archer Milton Huntington, bestellte vierzehn 3,5 m hohe Tafeln, die einen großen rechteckigen Raum von etwa 60 m Länge schmücken und die einzelnen Provinzen oder Regionen Spaniens darstellen sollten: „La visión de españa“ („Die Vision von Spanien“). Die Arbeiten an dem monumentalen Werk überstiegen Sorollas Kräfte. Von der Arbeit erschöpft wurde er so krank, dass er jahrelang dahinsiechte und schließlich mit 60 Jahren am 10. August 1923 in Cercedilla (Spanien) starb. Objekttyp: Banknote Land/Region/Ort: Spanien, Madrid Emittent: Banco de España Nominal: 25 Pesetas Datierung: 31. August 1936 Vorderseite: Brustbild des Malers Joaquin Sorolla und der Glockenturm „El Miguelete“ der Kathedrale in Valencia. Rückseite: Sorollas Gemälde von 1916 „Sacando la barca“ (Herausziehen des Bootes). Material: Papier, leicht bläulich. Wasserzeichen: Kopfbild des Malers Sorolla. Unterschriften: Luis Nicolau d’Olwer (Gobernador), Adolfo Castaño Orejón (Interventor), Antonio Puch Sanchez (Cajero). Gravur: Camilo Delhom (1894 – 1970). Druck: Thomas de la Rue, London. Format: 121 mm x 80 mm Nummerierung: A5759587 (ohne Serienbezeichnung und mit Serie A (wohl nicht ausgegeben) Auflage: 20.000.000 Im Umlauf: 17. Oktober 1938 – 31. März 1939 in der republikanischen Zone Authentizität: Original-Banknote Sammlung: Uwe Bronnert Zitat: ESP-87a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues) B530 (Linzmayer: The Banknote Book – Spain) Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: Totentanz – Die Schweizer 1000-Frankennote der 5. Emission

    Anfang Oktober 1957 begann die Schweizerische Nationalbank (SNB) damit, die seit September 1911 unverändert umlaufende, vom Schweizer Maler Eugène Burnand entworfen Banknote zu 1000 Franken der 2. Emission durch eine neu gestaltete Banknote zu ersetzen. Der Schein von Eugène Burnand war seit 46 Jahren im Umlauf und hatte zwei Weltkriege, die schwere wirtschaftliche Depression der 1930er-Jahre sowie diverse Regierungen unverändert überstanden. Obwohl auch der Schweizerfranken in diesem Zeitraum an Kaufkraft verloren hatte, war sein Wert im Vergleich zu allen anderen Währungen der Welt sehr stabil geblieben. Zur Ausgabe kam ein Entwurf des Schweizer Grafikers und Malers Pierre Gauchat, geboren am 5. Januar 1902 in Zürich, der auf einen bereits 1948 von der SNB gestalteten künstlerischen Wettbewerb zurückgeht, aus dem er als Sieger für die Notenwerte von 50 bis 1000 Franken hervorging. Da er bereits im Februar 1956 verstorben war, erlebte Pierre Gauchat die Ausgabe der von ihm gestalteten Noten nicht mehr. Der eindrucksvoll großformatige – in Blau und dunklem Violett gehaltene – Schein zeigt auf der Rückseite das Motiv eines Totentanzes. Bei genauerem hinsehen tritt der Tod in dreierlei Gestalt auf: Als Sensenmann mit Totenschädel, der ein junges Kind auf dem Arm hält, sodann als geflügelter Totenengel, der einem älteren Mann die Augen schließt, dessen Lebenszeit abgelaufen ist. Man erkennt es an der heruntergefallenen, neben dem Mann liegenden Sanduhr. Und schließlich als Totenengel, der eine junge Frau im Tanz umschließt. Die Gesichter der beiden Totenengel erkennt man nicht, sie sind durch wallende Umhänge verdeckt. Dieses Motiv kommt uns heute zumindest befremdlich vor. Welche Notenbank würde schon den Tod auf eigenen Geldscheinen abbilden? Insbesondere der Sensenmann, der ein Kind auf dem Arm hält, wirkt verstörend. Man stelle sich vor, diese Banknote würde heute zirkulieren: Dürfte sie ob vielleicht verschreckender Abbildungen überhaupt an Minderjährige abgegeben werden? Müssten Bankkunden vor Auszahlung schriftlich zustimmen, dass ihnen verstörende Bilder gezeigt werden, die seelische Schäden hervorrufen können? Totentanz bedeutet insofern nicht, dass Tote auferstehen (wie das Gegenstand vieler Horrorfilme ist), sondern dass Menschen mit dem Tod konfrontiert werden, der ihnen in Personengestalt begegnet. Der Mensch erkennt, dass er sterblich und sein Leben auf Erden endlich ist. Im Totentanz begegnet der personifizierte Tod den Menschen ohne Ansehen ihres Alters oder gesellschaftlichen Standes in gleicher Weise. Er nimmt Jüngere zu sich (das Kind auf dem Arm des Sensenmannes) genau wie Personen in der Blüte ihres Lebens (die junge, im Tanz umschlungene Frau) und Ältere nach einer erfüllten Lebenszeit. Motive des Totentanzes kommen in der Kunst im späten Mittelalter auf. In der Schweiz bekannt ist etwa die Abbildung eines Totentanzes an der Friedhofsmauer der Predigerkirche in Basel, die 1439/40 entstand, oder die Darstellung eines Totentanzes von Kaspar Meglinger auf der bekannten hölzernen Spreuerbrücke in Luzern, die zwischen 1626 und 1632 entstanden ist. Auch in den folgenden Jahrhunderten haben sich Künstler immer wieder mit diesem Motiv beschäftigt. Der Totentanz als Motiv für Geldscheine? Aus dem Zusammenhang der Zeit betrachtet – ja. Die Zeitung "Berner Tagwacht" etwa lobt in ihrer Ausgabe vom 12. Juni 1957 ausdrücklich die „künstlerische Kühnheit“ der Gestaltung des Scheins. Ein entrüsteter Aufschrei ob des Motivs, die Forderung nach Jugendschutz, der Wunsch, Unangenehmes zu verdrängen –Fehlanzeige. Demut aus der Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit war jedenfalls Ende der 1940er-Jahre kein Grund für gesellschaftliche Verstörung. Die Entscheidung der SNB, dieses Motiv auf den höchsten Nominalwert der umlaufenden Banknoten zu setzen, konnte von einer bestehenden gesellschaftlichen Akzeptanz des Themas Tod ausgehen. Die Zeiten mögen sich gewandelt haben. Das Motiv des Totentanzes auf Papiergeld hat sich meines Wissens nicht wiederholt. Außer bei Notgeldscheinen sind mir keine weiteren Geldscheine bekannt, die ausdrücklich den Tod als Motiv aufweisen. Die 1000-Frankennote mit dem Totentanz als rückseitigem Motiv blieb bis Ende April 1980 im Umlauf. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Schweizer Eidgenossenschaft Emittent: Schweizerische Nationalbank Nominal: 1000 Franken Datierung: 4. Oktober 1957 Vorderseite: Guillochen, Bankname, Wertangabe, Bildnis einer jungen Frau Rückseite: Guillochen, Wertangabe, Bild eines Totentanzes Material: Papier ohne Wasserzeichen, mit Sicherheitsstreifen Unterschriften:  Dr. Alfred Müller, Dr. Otto Kunz, Dr. Walter Schwegler Entwurf: Pierre Gauchat Druck: Kupfertiefdruck und Offsetdruck durch Thomas de la Rue, London Format: 227 mm x 125 mm Nummerierung: 2C 43345 Auflage: 1,5 Millionen Stück (mit diesem Datum) Gültigkeit: 14. Juni 1957 – 1. Mai 1980, wertlos seit 1. Mai 2000 Zitate: CH 4d (Richter/Kunzmann: Die Banknoten der Schweiz) CHE-52 (Standard Catalog of World Paper Money) B336 (Linzmayer: The Banknote Book – Switzerland) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Quellen Jürg Richter, Ruedi Kunzmann: Die Banknoten der Schweiz, Gietl-Verlag Regenstauf 2003 www.Wikipedia.de "Berner Tagwacht", Ausgabe vom 12.6.1957 – abgerufen unter www.e-newspaperarchives.ch

  • Neu: Premium-Mitgliedschaft bei Geldscheine-Online

    Für nur 4,90 Euro pro Monat bieten wir ab sofort eine Premium-Mitgliedschaft an, die folgende Leistungen beinhaltet: derzeit rund 300 Premium-Beiträge zu Themen rund um das Papiergeld wöchentlich weitere Premium-Beiträge (Fachartikel und mehr) Zugang zu PDF-Dokumenten über File-Sharing im Mitgliederbereich Konkordanzliste der deutschen Banknoten mit Sortier- und Suchfunktion über den Menüpunkt KATALOG das Angebot wird ständig erweitert Der überwiegende Teil aller Blog-Beiträge, wie z.B. aktuelle Nachrichten für Banknotensammler, Leserbriefe und weitere Fachartikel, bleibt kostenfrei. Im Juni 2018 startete das Online-Magazin Geldscheine-Online.com mit Nachrichten und Fachartikeln für Geldscheinsammler und alle, die sich für Geld- und Zeitgeschichte interessieren. Der erste kostenlose Newsletter ist am 5. Juli 2018 erschienen. Unser selbst gestecktes Ziel war es, eine Online-Plattform zum Thema Papiergeld zu schaffen, auf der Sammler umfassend informiert werden, durch gebündelte Fachkompetenz ein breites Angebot an Artikeln aus allen Bereichen der Notaphilie zur Verfügung gestellt wird und Leserfragen beantwortet werden. Dieses Ziel haben wir in den vergangenen Jahren mehr als erreicht, wie die stetig steigende Zahl der Leser, Newsletter-Abonnenten und Lesermeinungen beweisen. Mittlerweile sind fast 3000 Blogbeiträge erschienen. Monat für Monat werden derzeit rund 15.000 Blogbeiträge gelesen. Wöchentlich erscheint ein Newsletter, der über die neuesten Nachrichten und Beiträge auf Geldscheine-Online informiert. Seit 2018 wurden bereits 270 Geldschein-Newsletter verschickt. Viele Leserinnen und Leser bestätigen uns, dass mit Geldscheine-Online die beste Seite für Geldscheinsammler im Internet entstanden ist. Das alles ist nur möglich, weil die Autoren hervorragende Arbeit leisten und viel Zeit in die redaktionelle Betreuung und Pflege der Software investiert wird. Hinzu kommen die laufenden Kosten für den Betrieb des Blogs und den Versand der Newsletter sowie die Autorenhonorare, die wir als seriöser Verlag zahlen. Mit einer Premium-Mitgliedschaft unterstützen Sie die Arbeit von Geldscheine-Online.com. Die Einnahmen werden für Autorenhonorare verwendet. Die Premium-Mitgliedschaft kann jederzeit online gekündigt werden. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung im Namen der Redaktion und aller Autoren! Hans-Ludwig Grabowski

  • Das Notgeld der Stadt Limburg/Lahn

    Im Ersten Weltkrieg entdeckte die Kriegswirtschaft die Nickel- und Kupfermünzen als wertvolle Rohstoffreserve. Ihre Prägung wurde daher eingestellt und die Münzen von der Reichsbank aus dem Verkehr gezogen. Zudem flossen große Mengen an Zahlungsmitteln in die von deutschen Truppen besetzten Gebiete, und die Bevölkerung hortete die Silbermünzen wegen ihres Metallwertes. Da die staatlichen Münzanstalten mit der Produktion der Ersatzmünzen aus Eisen, Zink und Aluminium nicht nachkamen, machte sich ab Sommer 1916 ein spürbarer Mangel an Wechselgeld bemerkbar. Auch die Stadt Limburg/Lahn war davon betroffen. Der Mangel zwang die Verantwortlichen zum Handeln. Im Protokollbuch des Magistrats findet sich auf Seite 531 unter dem Datum des 24. Juli 1917 folgender Beratungspunkt: „Verhandlung mit der Firma Du Mont Schauberg in Köln a/Rh., betr. Die Herstellung von Kriegsnotgeld“ und folgender Beschluss: „Auf der Unterschrift des Bürgermeisters im Namenszug und der Herstellung ... Klischees wird bestanden; die [Übernahme] der Kosten der Herstellung der Klischees auf die Stadt wird indessen abgelehnt“. Die Formulierung lässt vermuten, dass Industrielle und Kaufleute die Ausgabe von Notgeld gefordert hatten, die sparsamen Stadtväter aber die Kosten abwälzen wollten. Die Zustände scheinen sich in den folgenden Tagen zugespitzt zu haben, denn am 9. August 1917 stimmten die Stadtverordneten einem Vorschlag des Magistrats vom 6. des Monats zu, bei der Druckerei M. Du Mont Schauberg in "Cöln" Papiernotgeld zu bestellen. Dafür wurde ein Betrag von 850 Mark bzw. 875 Mark genehmigt. Zur Ausgabe gelangten Scheine zu 10, 25 und 50 Pfennig, gedruckt auf Papier mit dem Wasserzeichen „Kölner Waben“ (75). Dieses Papier wurde von Poensgen & Co. in Bergisch Gladbach für M. Du Mont Schauberg hergestellt. Keller beschreibt es wie folgt: „Helle Linien bilden regelmässige Sechsecke von 8 mm Seitenlänge. An diesem genau geometrischen Muster ist die seitliche Verzerrung des Wasserzeichens bisweilen deutlich zu beobachten.“[1] Die Scheine kommen sowohl mit fünf- wie auch sechsstelliger Kontrollnummer vor. Die drei Werte datieren vom 20. Juli 1917 und sind einheitlich gestaltet. Am oberen Rand „Stadt Limburg (Lahn). Darunter links groß die Wertzahl, daneben dreizeilig „GUTSCHEIN / über / Pfennig“ und die Kontrollnummer auf einem Radter aus zwölf Strichen. Darunter dreizeilig. „Dieser Gutschein behält seine Gültigkeit bis drei Monate / nach öffentlicher Aufkündigung in den Limburger Tages- / zeitungen. Die Scheine werden von der Stadtlasse eingelöst.“ Am unteren Rand „Der Magistrat:“, gedruckte faksimilierte Unterschrift (Philipp) Haerten [* 12. Dezember 1869 in Rotterdam; † 4. April 1942 in Münster] und „Bürgermeister“. Der gesamte Text ist eingefasst in einem Zierrahmen. Im Unterdruck in der Mitte der Gutscheine in einem achteckigen Medaillon eine Abbildung des Limburger Doms, der auch auf der Rückseite abgebildet wird. Der Schein zu 10 Pfennig ist orange/gelb und 72 x 50 mm groß, der zu 25 Pfennig ist rosa/rot und hat die gleichen Masse und der Schein zu 50 Pfennig ist blau und 82 x 55 mm groß. Abb. 1.1/2: Stadt Limburg, 20. Juli 1917, 10 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 2.1/2: Stadt Limburg, 20. Juli 1917, 25 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.1/2: Stadt Limburg, 20. Juli 1917, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 4: Wasserzeichen „75 Kölner Waben“[2] Im Herbst 1918 zeichnete sich die Niederlage der Mittelmächte ab und das Vertrauen in die künftige Gestaltung des politischen und wirtschaftlichen Lebens schwand. Am 28. Oktober 1918 war im „Nassauer Boten“ das Folgende zu lesen: „In den letzten Wochen gibt sich das Publikum einer Hamsterei in Banknoten hin, die in volkswirtschaftlichen Belangen unerwünscht ist und ungünstig wirken muß. Von maßgebender Stelle wird auf das Verhängnisvolle dieser Hamsterei aufmerksam gemacht und ihr zu steuern versucht.“ Die Reichsbank gab notgedrungen ihre Reservebestände an Banknoten und die vorhandenen Vorräte an Reichssilbermünzen in den Umlauf. Gleichzeitig erteilte sie weiter Druckaufträge an die Reichsdruckerei, die jedoch die bestellten Mengen nicht annähernd erfüllen konnte, da in den vorhergehenden Wochen eine größere Anzahl ihrer Arbeiter zum Heeresdienst eingezogen worden waren und mehrere Hundert wegen der Erkrankung an der Spanischen Grippe ausfielen. [3] In ihrer Not erteilte die Bankleitung Druckaufträge an mehrere Privatdruckereien. Sie sollten eine neue Reichsbanknote zu 50 Mark im Buchdruckverfahren herstellten. Ferner forderte die Reichsbank die Kommunen auf, die Ausgabe von Notgeldscheinen bis zur Höhe von 20 Mark – später bis zu 50 Mark – mit "möglichster Beschleunigung" vorzubereiten. Sie erklärte sich bereit, die Hälfte der Herstellungskosten zu übernehmen und für mögliche Verluste durch Fälschungen aufzukommen. Zusätzlich wurden durch Bundesratsverordnung vom 22. Oktober 1918 (R.G.Bl. S. 1257) die am 2. Januar 1919 fälligen Zinsscheine der 5%igen Kriegsanleihen bis zu ihrem Fälligkeitstag zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Man erhoffte sich von dieser Maßnahme eine sofortige Entlastung, da die Anleihen gleichmäßig über das ganze Land gezeichnet worden waren. Ferner propagierte die Reichsbank den bargeldlosen Zahlungsverkehr. [4] Auch die Stadtverordneten der Stadt Limburg müssen sich der Problematik bewusst gewesen sein. Denn das Protokollbuch der Stadt führt unter dem Datum vom 9. November 1918 auf, dass die Firma Schleicher & Schüll, Düren, ein Angebot abgegeben habe, betreffend die Herstellung von Papiernotgeld zu 20, 10 und 5 Mark, das von der Finanzkommission nun geprüft werden sollte. Zwischenzeitlich lag auch ein Angebot der Firma C. Naumann’s Druckerei in Frankfurt/Main vor. Danach sollte der Druck der Nominale 3.680 Mark kosten, das vom Magistrat am 18. November 1918 angenommen wurde. Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits am 15. November 1918 die Übernahme der Druckkosten bewilligt. Abb. 5.1/2: Stadt Limburg, 20. November 1918, 5 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: Stadt Limburg, 20. November 1918, 10 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: Stadt Limburg, 20. November 1918, 20 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 8: Wasserzeichen „73 Radmuster“, auch Naumann-Rad-Muster.[5] Die drei Nominale sind einheitlich gestaltet und unterscheiden sich nur in Format und Farbe: Der 5-Mark-Schein in Blau hat das Format 115 x 80 mm, der 10-Mark-Schein in Grün ist 130 x 90 mm und der 20-Mark-Schein in Rotbraun 130 x 90 mm groß. Gedruckt wurden sie auf Wertzeichenpapier mit dem Wasserzeichen „Rad-Muster“. Keller beschreibt das Wasserzeichen wie folgt: „C. Naumanns Muster, aus hellen Linien gebildet, stellt vierteilige Räder dar, deren Drehung durch leichte Biegung der Viertelstücke ausgedrückt wird, welche die Speichen andeuten. Die Speichen sind jeweils durch drei Linien dargestellt, von denen die mittlere als leicht gebogene Wellenlinie von einem Rad zum benachbarten übergeht und dort in der Mitte des Rades in einem kleinen Haken endet. Die äusseren Linien, Innenkanten der Speichen und Innenkranz des Rades darstellend, bilden sphärische Dreiecke. Der äussere Radkranz ist an der Berührungsstelle mit dem Nachbarrad unterbrochen; seine Linie geht in die des Nachbarrades über und bildet mit zwei weiteren Radkanten ein verzogenes Viereck, in dem ein Buchstabe N abwechselnd steht oder liegt. Die Räder sind seitlich etwas zusammengedrückt, also nicht kreisrund.“[5] Die Vorderseite der Notgeldscheine wird von einem Jugendstil-Zierrahmen eingefasst, in deren Ecken jeweils die Wertzahl in Ziffern angeben wird. Der linke Rahmen zeigt in ovalen Medaillons untereinander „L“, „I“, „M“, „B“ und auf der anderen Seite „U“, „R“, „G“ und „L“. Im oberen Rahmen „STADT LIMBURG A. D. L.“ Im Rahmen in der rechten oberen Ecke „No“ fünfstellige rote Kontrollnummer. Der neunzeilige Test lautet: „Gutschein / über / Wert Mark / Obigen Betrag zahlt unsere Stadtkasse dem Inhaber bei / Rückgabe innerhalb der öffentlich bekannt gemachten / Einlösungsfrist, mit deren Ablauf der Gutschein verfällt. / Der Magistrat: / gedruckte faksimilierte Unterschrift des Bürgermeisters Haerten“. In der Mitte unter dem Rahmen „C. Naumann‘ Druckerei, Frankfurt a./M.“ In der Scheinmitte im Unterdruck in einem runden Medaillon das Stadtwappen.[6] Die übrige Fläche wird mit Jugendstil-Ornamenten ausgefüllt. Die Rückseite ist mit einem schlichteren Rahmen im Jugendstil eingefasst; in den Ecken die jeweilige Wertzahl mit „Mk“. Während der Unterdruck zarte Jugendstil-Ornamenten zeigt, steht auf der linken Scheinseite die Darstellung St. Georgs hoch zu Ross den Drachen tötend im Vordergrund, während auf der rechten Seite die auf einem Kalkfelsen thronende Burg und der Dom abgebildet ist. Die Darstellung ist eine Homage an den sieben-türmigen Limburger Dom (damit hat er mehr Türme als jede andere Kirche in Deutschland), der seit 1827 nach seinem Schutzpatron St. Georg auch Georgsdom genannt wird. Leider finden sich in den Akten keine Angaben über die Auflagenhöhe. Aufgrund der Seltenheit der Scheine ist anzunehmen, dass ihre Auflage nicht allzu hoch war. Bereits am 15. November 1918 sprachen sich die Stadtverordneten auch einstimmig dafür aus, weitere 100.000 Kriegs-Notgeldscheine in Stücken zu 10, 25 und 50 Pfennig drucken zu lassen. Diese Scheine datieren vom 1. November 1918 und wurden ebenfalls von der Firma C. Naumann’s Druckerei in Frankfurt/Main auf Papier mit dem Wasserzeichen „Radmuster“ gedruckt. Die drei Werte unterscheiden sich nur in ihrer Farbe und haben die gleiche Größe wie die Scheine aus dem Jahr 1917. Während ihre Rückseite den Scheinen des bereits beschriebenen Großgeldes entspricht (allerdings erscheint hier am unteren Rand der Name der Druckerei), wurde die Vorderseite neu gestaltet. Eingerahmt in einem schmalen Zierrahmen mit Jugendstil-Ornamenten finden sich in der oberen Hälfte drei große Zeilen. In der 1. Zeile heißt es: „Stadt – drei Schmucksymbole – Stadtwappen – Limburg . a. d. Lahn“, in der 2 Zeile „Wertangabe in Ziffern . Pfennig . Wertangabe in Ziffern“ und in der 3. Zeile „No Kennziffer“ fünf oder sechsstellig. In der unteren Hälfte folgt der folgende fünfzeilige Text: „Dieser Gutschein behält seine Gültigkeit bis 3 Monate nach / öffentlicher Aufkündigungen in den Limburger Tageszeitungen. / Die Scheine werden von der Stadtkasse eingelöst. / Limburg (ohne Komma) den 1. November 1918, / DER MAGISTRAT: gedruckte faksimilierte Unterschrift (Haerten) Bürgermeister.“ Abb. 9.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 10 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite ohne Künstlersignatur. Abb. 10.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 25 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite ohne Künstlersignatur. Abb. 11.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite ohne Künstlersignatur. Abb. 12.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 10 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Abb. 13.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 25 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Abb. 14.1/2: Stadt Limburg, 1. November 1918, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Abb. 15.1: Stadt Limburg, 1. November 1918, 25 Pfennig, Kennnummer „A No xxxxxx A“, Vorder- und Rückseite, Rückseite mit Künstlersignatur. Nach einer Meldung des Landrates vom 20. Oktober 1920 an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden waren nach dem 1. April 1919 Notgeldscheine im Wert von 70.000 Mark zu 50 Pfennig, 96.750 Mark zu 25 Pfennig und 41.000 Mark zu 10 Pfennig ausgegeben worden.[7] „Obwohl das Reichsfinanzministerium die Münzstätten veranlasst hatte bis zur äußersten Grenze ihrer Leistungsfähigkeit 5-, 10- und 50-Pfennigstücke aus Metall zu prägen“, bestand namentlich in der ersten Hälfte des Jahres 1920 ein Mangel an Kleingeld. „Im Laufe des zweiten Halbjahres ließ sich die Ausprägung von 50-Pfennigstücken aus Aluminium so weit fördern, daß die Nachfrage des Verkehrs im allgemeinen befriedigt und sogar an die allmähliche Einziehung der noch im Umlauf befindlichen kommunalen Notgeldscheine zu 50 und 25 Pfennig herangetreten werde konnte. Die Herstellung von 10- und 5-Pfennigstücken war indes leider trotz ihrer sehr erheblichen Steigerung in einer dem Bedarf genügenden Menge bisher nicht möglich.“ [8] Am 14. Januar 1921 wandte sich der Magistrat in einem Schreiben an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden mit der Bitte, die Umlauffrist für Ersatzwertzeichen der Stadt Limburg zu verlängern, denn eine preußische Verfügung vom 16. Dezember 1920 sah derer Einziehung vor. Der Magistrat begründete dies so: „Zur Behebung des Kleingeldmangels hat die Stadt Gutscheine zu 10, 25 und 50 Pf. in den Verkehr gebracht. Sie hat sich dazu erst entschlossen, als die Lage bei der hiesigen Geschäftswelt, bei den öffentlichen Kassen und im privaten Verkehr unhaltbar geworden war und man infolgedessen zur Briefmarke und zum privaten Gutschein als Behelfsmittel gegriffen hatte. Bis jetzt hat die Stadt an Gutscheinen ausgegeben: 520.000 Stück je 10 Pf.- 52.000,-- M 437.000 Stück je 25 Pf .- 109.250,-- M 180.000 Stück je 50 Pf.- 90.000,-- M Zus. 251.200,-- M Von dieser Summe sind abzurechnen die inzwischen eingelösten, nicht mehr kursfähigen Gutscheine im Gesamtwert von rund 20.000,-- M. Wie gross der Mangel an kleinen Zahlungsmitteln am hiesigen Platze zur Zeit noch ist, geht schon daraus hervor, dass die letzte Lieferung der Gutscheine vom September v. Js. von 30.000 Stücken schon nach kurzer Zeit vollständig vergriffen war. Die hiesige Eisenbahnstationskasse forderte sogar eine grössere Menge von Gutscheine zu 10 Pf. an, als die Stadt überhaupt in Bestellung gegeben hatte. Die hiesige Reichsbanknebenstelle erklärte auf Anfrage, dass die von ihr verausgabten kleinen Münzen in nennenswerten Mengen nicht zurückfliessen, und sie sei deshalb nicht in der Lage, den Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln zu decken. Der grosse Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln am hiesigen Platze erklärt sich aus der Bedeutung der Stadt als Geschäftsplatz infolge seiner günstigen Eisenbahnverbindungen und seiner guten Lage in Mittelnassau. Sie ist ausserdem der Sitz zahlreicher Behörden, Banken und Sparkassen. Dazu kommt noch, dass von den kreisangehörigen Gemeinden ausser Limburg nur die Stadt Camberg Ersatzwertzeichen in geringen Mengen ausgegeben hat. Der Kreis Limburg hat Ersatzwertzeichen nicht ausgegeben. Die Stadt Limburg hat deshalb, ohne es ursprünglich beabsichtigt zu haben, einen grösseren Umkreis mit kleinen Zahlungsmitteln versorgt. Die täglichen Anforderungen von diesen kleinen Zahlungsmitteln bei unserer Stadtkasse beweisen am besten dass für sie zur Zeit noch ein dringendes Bedürfnis besteht. Im Hinblick auf die angeführten Umstände bitten wir die Umlauffrist der Ersatzwertzeichen der Stadt Limburg zu 10, 25 und 50 Pf. weiterverlängern zu wollen.“[9] Dem Wunsch muss entsprochen worden sein, denn am 24. November 1921 beantragte der Magistrat eine weitere Verlängerung der Umlauffrist. In dem Schreiben nimmt man Stellung zu dem Erlass des Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. Mai 1921. „Der Erlass geht davon aus, dass ein Bedürfnis zur Duldung des weiteren Umlaufs von Ersatzwertzeichen nicht mehr anerkannt werden könne, da die Reichsbankanstalten in der Lage seien, den an sie gestellten Anforderungen an gesetzlichen Zahlungsmitteln zu entsprechen. Es ist zuzugeben, dass von den Reichsbankanstalten grössere Mengen Kleingeld in den Verkehr gebracht werden. Nach unseren Feststellungen kann aber trotzdem noch nicht die Rede davon sein, dass der Kleingeldmangel behoben ist; immerfort werden noch Klagen aus der Industrie und der Geschäftswelt laut. Dass trotz stärkster Steigerung der Münzenprägungen nicht genügend Zahlungsmittel im Verkehr bleiben, kann nur so erklärt werden, dass die Münzen von einem Teil der Bevölkerung immer noch zurückgehalten werden. Es ergibt sich also die Notwendigkeit die systematische Belehrung der Bevölkerung über die Zwecklosigkeit und Schädlichkeit der Kleingeldhamsterei weiter fortzusetzen. Solange aber der Kleingeldmangel tatsächlich noch besteht, halten wir die Einziehung des städt. Notgeldes für bedenklich. Wir bitten zugleich im Namen der Städte Diez, Bad Ems, Niederlahnstein, Westerburg, Hachenburg, Montabaur und Langenschwalbach beim Herrn Minister für Handel und Gewerbe um Verlängerung der Umlauffrist der von diesen Städten ausgegebenen Ersatzwertzeichen unter 1 M zunächst für ein halbes Jahr zu beantragen. Nach Ablauf dieser Frist kann die Einziehung des Notgeldes unverzüglich erfolgen, wenn sich zeigt, dass durch die fortgesetzte Belehrung der Bevölkerung die Kleingeldhamsterei unterbleibt.“[10] Die Akten geben keine Auskunft darüber, ob dem Antrag stattgegeben wurde und auch nicht darüber, wann die Kleingeldscheine endgültig eingezogen wurden. Vergleicht man die Zahlen über die ausgegebenen Kleingeldscheine, so wird deutlich, dass sie in mehreren Auflagen gedruckt wurden. Hierauf sind wohl auch die Farbunterschiede zurückzuführen. Unabhängig davon lassen sich zwei deutliche Emissionen unterscheiden. Zum einen wird der Name des Künstlers „P. ASSMANN“ auf der Rückseite genannt und zum anderen wird er fortgelassen. Peter Assmann war Zeichenlehrer am Limburger Gymnasium. Er wurde 1862 in Meudt geboren und starb 1939 in Limburg. Seine Werke zeigen eine Vielzahl heimatlicher Motive. Bleibt noch anzumerken, dass auch die Limburger Großgeldscheine von ihm entworfen wurden. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Dr. Arnold Keller, Deutsche Wertpapierwasserzeichen, Die Wasserzeichenpapiere des deutschen Notgeldes 1914 – 1948, Abbildungen gezeichnet von Kurt Lehrke, Berlin-Wittenau 1955, S. 30. [2] Ebenda, Tafel 4. [3] Wie viele Opfer die Spanische Grippe insgesamt forderte, ist nicht leicht zu beziffern. „Die höchsten Schätzungen gehen von 20 bis 30 Millionen Toten aus – zwei- bis dreimal mehr, als Soldaten im Ersten Weltkrieg fielen. Allein in Europa zählte man 2,3 Millionen Todesfälle, davon 250.000 in Deutschland.“ Bruno Cabanes und Anne Duménil (Hrsg.), Der Erste Weltkrieg, Eine europäische Katastrophe, Darmstadt 1913, S. 357. [4] Vgl. Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1918, Vorgelegt in der Generalversammlung am 31. März 1919. S. 4 f. [5] Ebenda, S. 30. [6] Die Stadt Limburg führt seit 1908 das folgende Wappen: „Blasonierung: In Blau eine silberne Burg mit drei Zinnentürmen: der Mittelturm belegt mit einem blauen Schild, darin zweireihig von Rot und Silber geschachter Balken, begleitet oben von sieben, unten von sechs waagerechten goldenen Schindeln. Wappenbegründung: Das Wappen zeigt den Mauerring einer Burg mit zwei äußeren Türmen und einem mittleren Torturm, an dem unterhalb der Wehrplattform das Wappen der Herren von Isenburg-Limburg angebracht ist.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Limburg_an_der_Lahn (30.12.2023). [7] Hess. HStA Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6099, Bl. 52. [8] Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1920, Vorgelegt in der Generalversammlung am 31. März 1921. S. 5 f. [9] Hess. HStA Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6099, Bl. 115. [10] Ebenda, Bl. 226.

  • Messe-Gewinnspiel: 3 x 2 Dauerkarten für die NUMISMATA München

    Wir verlosen 3 x jeweils 2 Dauerkarten für die NUMISMATA am 2. und 3. März 2024 in München. Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "München". Einsendeschluss ist der 21. Februar 2024. Später eingehende E-Mails nehmen nicht an der Ziehung teil. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt und erhalten einen Gutschein, den Sie am Veranstaltungstag an der Kasse gegen die Tickets eintauschen können. Bitte geben Sie Ihren vollständigen Namen an, dieser wird im Gewinnfall dem Messeveranstalter mitgeteilt. Verlagsmitarbeiter, deren Angehörige und Gewinnspielservices dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Datenschutzbestimmungen finden Sie hier. Wir wünschen Ihnen viel Glück!

  • Numismata: Die Münzbörse mit dem besonderen Flair

    Vom 2. bis zum 3. März 2024 gibt es in München eine neue Ausgabe der weltweit beliebten NUMISMATA. Angela Modes lädt Sammler und Münzhändler aus aller Welt ein, einmal mehr das umfassende Angebot auf der NUMISMATA zu erleben. Es gibt Münzbörsen, deren Datum steht schon seit Jahrzehnten in der Agenda jedes ernsthaften Münzhändlers. Die NUMISMATA ist eine davon. Der Klassiker unter den deutschen Münzbörsen findet auch dieses Jahr wieder vom 2. bis 3. März 2024 im beliebten MOC Event Center an der Lilienthalallee 40 statt. Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto, die NUMISMATA ist hervorragend erreichbar. Kein Wunder, dass jedes Jahr wieder Besucher aus der ganzen Welt kommen. Dieses Jahr können Sie ab 8.00 Uhr bei vier Kassiererinnen ihr Eintrittsticket zur NUMISMATA erwerben. Foto: Peter Kopitz. ​Ganz gleich, was Sie suchen: Die NUMISMATA hat für alle Besucher das richtige Angebot. Foto: Peter Kopitz. Ein numismatisches Familientreffen Auch wenn jedes Jahr zahlreiche Besucher zum ersten Mal da sind, die große Mehrheit der Anwesenden ist der NUMISMATA seit Jahrzehnten treu. Schließlich ist sie immer einen Besuch wert. Das breitgefächerte Angebot präsentiert von den wichtigsten Münzhändlern Europas und die angenehme Atmosphäre locken jedes Jahr wieder. Die NUMISMATA hat sich eben zu einer Art Selbstläufer entwickelt, der immer für gute An- und Verkäufe sorgt. Und das bedeutet, dass sich viele NUMISMATA-Teilnehmer seit Jahrzehnten kennen und schätzen; und das ist nur einer der Gründe, warum einem die NUMISMATA manchmal wie ein numismatisches Familientreffen vorkommt. Das Team der NUMISMATA freut sich auf Ihren Besuch. Foto: Peter Kopitz. Der andere Grund ist die kompetente Leitung der Veranstaltung durch ein erfahrenes Service-Team, geführt von Angela Modes. Jedes einzelne Mitglied des NUMISMATA-Teams kennt die Gewohnheiten und Vorlieben seiner Kunden seit Jahren und geht deshalb auf spezielle Wünsche gerne ein. Vier Kassiererinnen, und Ticketverkauf ab 8.00 Uhr Um die langen Warteschlangen zu vermeiden, gibt es bei der NUMISMATA erstmals vier Kassiererinnen, bei denen Tickets gekauft werden können. Die Kassen sind bereits ab 8.00 Uhr geöffnet. Einlass in die Halle für Besucher ist ab 9:30 Uhr. Für alle Münchner: Die Tickets sind im Vorverkauf in der Woche vom Montag, dem 26. Februar, bis zum Donnerstag, dem 29. Februar, auch direkt im Ladengeschäft von Münzen Modes zu den Öffnungszeiten zwischen 10 und 17 Uhr erhältlich. Versäumen Sie es also nicht, auch dieses Jahr wieder bei der NUMISMATA in München am 2. und 3. März 2024 dabei zu sein! 54. NUMISMATA München Samstag, 2. März 2024, 9.30-17.30 Sonntag, 3. März 2024, 9.30-15.00 MOC Halle 3 Lilienthalallee 40 80939 München Dauerkarte 15 Euro; Eintritt am Samstag 13 Euro; Eintritt am Sonntag 8 Euro; 10 Euro für Gruppen ab 10 Personen und Münzvereinsmitglieder; Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt Eintrittskarten sind an beiden Messetagen ab 8:00 Uhr an der Kasse am Halleneingang erhältlich. Weitere Informationen bei: NUMISMATA International Münzen Modes Inh. Angela Modes Reichenbachstraße 17 D-80469 München Tel.: +49 (0) 89 260 39 42 Fax: +49 (0) 89 260 90 60 E-Mail: info@numismata.de Internet: www.numismata.de

  • Lexikon: Horse-blanket

    Horse-blanket (Englisch = Pferdedecke, auch "saddle-blanket" = Satteldecke) ist eine volkstümliche Bezeichnung für die US-amerikanischen sog. "Large Size Notes", die bis 1929 in den USA ausgegebenen großformatigen Geldscheinen. USA: Silver Certificate zu 1 US-Dollar von 1923, "Large Size Note", Vorder- und Rückseite. Als horse- oder saddle-blanket wurden in den USA auch die großformatigen Banknoten anderer Länder bezeichnet. Ab 1928 wurden die einheitlich großen Large Size Notes (Format 189 x 80 mm) durch Geldscheine in einem einheitlich kleineren Format (156 x 66 mm), den Small Size Notes, abgelöst. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Das größte Problem der Menschheit!

    Zitate rund ums Geld und Diese Welt: Dieter Hallervorden "Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen." Dieter Jürgen "Didi" Hallervorden (geb. 1935), deutscher Schauspieler, Kabarettist, Sänger, Moderator, Synchronsprecher und Theaterleiter. Anmerkung: Dem ist nichts hinzuzufügen!

  • Liefer- und Ausgabezahlen der Kupons zur Währungsumstellung in der SBZ im Juni 1948

    Am 23. Juni 1948 kündigte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit Befehl 111/48 zum 24. Juni 1948 die Durchführung einer Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone sowie in Groß-Berlin an. Über die Durchführung der Währungsreform sind zahlreiche Artikel publiziert werden[1], so dass hier auf Einzelheiten verzichtet werden kann. Ausgegeben wurden im Umtausch gegen Reichs- und Rentenmark als Übergangslösung zunächst mit Kupons versehene Reichs- und Rentenbankscheine, bevor am 25. Juli 1948 die auf Deutsche Mark lautenden Banknoten der Deutschen Notenbank zur Ausgabe kamen. Die sogenannten Kuponmark-Scheine[2] mussten in wenigen Tagen mit großem manuellem Aufwand beklebt werden. Sowjetische Besatzungszone Deutschlands (SBZ): Spezialkupon über 2 Deutsche Mark 1948 auf 2-Rentenmark-Schein der Deutschen Rentenbank von 1937, Vorderseite, Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Sowjetische Besatzungszone Deutschlands (SBZ): Spezialkupon über 100 Deutsche Mark 1948 auf 100-Reichsmark-Schein der Deutschen Reichsbank von 1935, Vorderseite. Die Kupons zur Beklebung wurden durch die Leipziger Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient[3] gedruckt, und zwar in Markenbogen zu 100 Stück für die Nennwerte 1, 2, 5 und 10 DM sowie zu 50 Stück für die Nennwerte 20, 50 und 100 DM. Die fertigen Kupons wurden durch die Deutsche Emissions- und Girobank[4] Mitte Juni 1948 direkt bei Giesecke & Devrient in Leipzig in Empfang genommen. Erhalten geblieben ist eine per 30. Juni 1948 durch Giesecke & Devrient nachträglich erstellte Übersicht der insgesamt ausgelieferten Kupons: 1.568.500 Bögen zu 100 Marken im Wert von 1,- DM = 156.850.000 Marken im Wert von 156.850.000 DM 523.000 Bögen zu 100 Marken im Wert von 2,- DM = 52.300.000 Marken im Wert von 104.600.000,- DM 531.000 Bögen zu 100 Marken im Wert von 5,- DM = 53.100.000 Marken im Wert von 265.500.000,- DM 634.000 Bögen zu 100 Marken im Wert von 10,- DM = 63.400.000 Marken im Wert von 634.000.000,- DM 1.823.000 Bögen zu 50 Marken im Wert von 20,- DM = 90.925.000 Marken im Wert von 1.823.000.000,- DM 963.500 Bögen zu 50 Marken im Wert von 50,- DM = 48.175.000 Marken im Wert von 2.408.750.000,- DM. 206.500 Bögen zu 50 Marken im Wert von 100,- DM = 10.325.000 Marken im Wert von 1.032.500.000,- DM Nachtäglich erstellter Lieferschein der Druckerei Giesecke & Devrient über die zum Umtausch gelieferten Kupons vom 30. Juni 1948. Quelle: Bundesarchiv. Der Gesamtbetrag der von Giesecke & Devrient gelieferten Kupons betrug demnach 6.425.200.000,- DM. Davon wurden durch die Deutsche Emissions- und Girobank zum bekleben von Geldscheinen Kupons im Gesamtwert von 5.737.300.000,- DM bereitgestellt, und zwar in folgenden Beträgen und Stückzahlen: Kupons zu 1 DM für insgesamt 124.200.000,- DM = 124.200.000 Stück Kupons zu 2 DM für insgesamt 80.600.000,- DM = 40.300.000 Stück Kupons zu 5 DM für insgesamt 240.500.000,- DM = 48.100.000 Stück Kupons zu 10 DM für insgesamt 522.000.000,- DM = 52.200.000 Stück Kupons zu 20 DM für insgesamt 1.690.000.000,- DM = 84.545.000 Stück Kupons zu 50 DM für insgesamt 2.255.000.000,- DM = 45.100.000 Stück Kupons zu 100 DM für insgesamt 825.000.000,- DM = 82.500.000 Stück Nur ein Teil der für den Umtausch zur Verfügung gestellten Kupons wurde im Zuge der Währungsreform dann – auf entsprechende Scheine geklebt – auch tatsächlich ausgegeben. Leider stehen insoweit nur Gesamtwerte und keine Ausgabezahlen nach Notenwerten zur Verfügung. Die nachfolgenden Zahlen zeigen die für den Geldumtausch zur Verfügung gestellten Beträge an Kupons, sowie die tatsächlich ausgegeben Beträge an mit Kupons beklebten Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen für die einzelnen Emissions- und Girobanken der Länder in der SBZ: Sachsen: zur Verfügung gestellte Kupons 1.395.000.000,- DM; tatsächlich ausgegebene Scheine 857.500.000,- DM Sachsen-Anhalt: zur Verfügung gestellte Kupons 1.090.000.000,- DM, tatsächlich ausgegebene Scheine 561.000.000,- DM Thüringen: zur Verfügung gestellte Kupons 826.000.000,- DM, tatsächlich ausgegebene Scheine 414.400.000,- DM Brandenburg: zur Verfügung gestellte Kupons 897.200.000,- DM, tatsächlich ausgegebene Scheine 440.400.000,- DM Mecklenburg: zur Verfügung gestellte Kupons 622.000.000,- DM, tatsächlich ausgegebene Scheine 275.800.000,- DM Das Berliner Stadtkontor wurde mit Kupons im Werte von 673.000.000,- DM zur Beklebung ausgestattet, an beklebten Scheinen wurde im Zuge der Währungsreform hiervon ein Betrag von 467.000.000,- DM tatsächlich ausgegeben. Auch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland erhielt neues Geld, und zwar mit Kupons beklebte Reichs- und Rentenmarknoten als Erstausstattung gemäß Empfangsbescheinigung schon am 18. Juni 1948, also fünf Tage vor Erlass des SMAD-Befehls.  Der Gesamtbetrag an beklebten Noten, der der SMAD zur Verfügung gestellt wurde, betrug 234.100.000,- DM. Wieviel dieser Noten in den Geldumlauf gelangen, ist nach den Unterlagen der Deutschen Notenbank nicht nachzuvollziehen. Der Ausgabetrag im Zuge der Währungsreform am 24. Juni 1948 an Reichsmark und Rentenmark mit aufgeklebten Spezialkupons in den Ländern, in Berlin und an die SMAD betrug danach insgesamt 3.250.200.000,- DM. Das entsprach 50,6 % des tatsächlich hergestellten Betrages an Kupons – nur rund die Hälfte der von Giesecke & Devrient produzierten Kupons gelangte also tatsächlich in den Umlauf. Die Deutsche Emissions- und Girobank behielt nach dem Umtausch zudem einen Kassenbestand von 1.004.900.000,- DM. Man kann darüber spekulieren, warum nur Teilbeträge der Kupons verklebt und ausgegeben wurden. Möglicherweise reichte die kurze Zeit für die Beklebung weiterer Scheine nicht aus; möglicherweise wurden durch die einzelnen Emissions- und Girobanken die tatsächlich erstellten Beträge als für den Zahlungsmittelumlauf ausreichend angesehen. Vielleicht war auch die Menge der bei Giesecke & Devrient bestellten Kupons aufgrund der Kürze der Zeit, unzureichender statistischer Erhebungen über den Bargeldumlauf in der SBZ und Groß-Berlin, sowie aufgrund nicht vorhandener Hochrechnungen des Bargeldbedarfes auf Grundlage der Umtauschvorgaben schlichtweg zu hoch bemessen worden. Beklebt wurden die Scheine im Zeitraum vom 19. bis 23. Juni 1948 durch zahlreiche Freiwillige und dienstverpflichtete Personen in den Ländern der SBZ sowie im sowjetischen Sektor von Berlin[5]. Beklebt wurden[6] die Rentenbankscheine zu 1 und 2 Rentenmark der Ausgabe vom 30. Januar 1937, der Rentenbankschein zu 5 Rentenmark der Ausgabe vom 2. Januar 1926, sowie die Reichsbanknoten zu 5 Reichsmark vom 1. August 1942, zu 10 und 20 Reichsmark vom 22. Januar 1929, zu 50 Reichsmark vom 30. März 1933 und zu 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935[7]. Die zu beklebenden Banknoten wurden aus den Kassenbeständen der Emissions- und Girobanken sowie, in Berlin, des Berliner Stadtkontors zur Verfügung gestellt. Es dürfte sich in der Regel um gebrauchte Scheine aus dem Umlauf gehandelt haben. Der Kupon war auf dem Schaurand bündig zum Druckbild anzubringen[8] – Scheine, bei denen die Klebemarke mitten auf dem Wasserzeichenfeld angebracht ist sind – insbesondere in druckfrischer Erhaltung – in der Regel nachträglich angefertigt und stammen nicht aus dem Umtausch. Der Umtausch selbst fand in den von den Emissions- und Girobanken der Länder bestätigten Umtauschkassen und Kreditinstituten statt. Nicht beklebt wurden die noch umlauffähigen Reichsbanknoten zu 50 und 100 Reichsmark der Ausgabe von 11. Oktober 1924, sowie der „Tirolerschein“ zu 20 Reichsmark vom 16. Juni 1939. Gleiches gilt für Alliierte Militärmarknoten. Im Sammlermarkt tauchen immer wieder mit Kupons beklebten Noten dieser Ausgaben auf. Diese sind nachträglich angefertigt; sie gelangten nicht zur Ausgabe. Auch eine versehentliche oder zufällige Verwendung während des Geldumtauschs ist auszuschließen, da die beklebten Noten vor der Ausgabe einer Kontrolle unterzogen wurden. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Zuletzt sehr ausführlich Michael H. Schöne, Die drei Währungsreformen vor 75 Jahren in Deutschland, gelscheine-online.com vom 21. Juni 2023. [2] Lt. SMAD-Befehl 111/48 und der der Deutschen Wirtschaftskommission vom 21. Juni 1948, ZVOBl 1948 Nr. 20, S. 220) lautete die Bezeichnung offiziell „Reichsmark und Rentenmark alten Musters mit aufgeklebten Spezialkupons“. [3] Im Frühjahr 1948 war die private Firma Giesecke & Devrient in Leipzig enteignet worden; im selben Jahr erfolgte die Umfirmierung in den VEB Deutsche Wertpapierdruckerei. [4] Die Vorgängerbank der Deutschen Notenbank, deren Gründung offiziell am 20. Juni 1948 erfolgte. [5] Die Durchführung der Währungsreform oblag lt. Befehl 111/48 Ziffer 12 der SMAD und der gleichlautenden Verordnung der Deutschen Wirtschaftskommission vom 21. Juni 1948 in den Städten und Kreisen den Bürgermeistern und Landräten, die entsprechendes Personal zur Beklebung der Banknoten rekrutieren mussten. [6] Regelung dazu traf die Anlage zur Verordnung vom 21. Juni 1948 „Beschreibung der Spezialkupons und Regelungen für ihr Aufkleben auf Reichs- und Rentenmarkscheine“, ZVOBl 1948 Nr. 20, S. 223 - 224 [7] Grabowski DEU-222 – 223, DEU 209, DEU-220, DEU 183-184, DEU-210 – 211. [8] Ziff. 6 der Anlage zur Verordnung vom 21. Juni 1948 „Beschreibung der Spezialkupons und Regelungen für ihr Aufkleben auf Reichs- und Rentenmarkscheine“ Abbildungen Banknoten: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski.

  • Leserpost: Wertbeständiges Notgeld des Reichsverkehrsministers mit unedierter Serie

    Auf der World Money Fair vom 2. bis 4. Februar 2024 in Berlin erschien Herr G. Adam am Stand des Battenberg Gietl Verlags, der auch schon Ergänzungen zum Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" gemeldet hatte, und zeigte mir einen stark gebrauchten wertbeständigen Notgeldschein aus einer noch nicht katalogisierten Serie. Anmerkung der Redaktion Es handelt sich um eine Notausgabe zu 0,42 Mark Gold = 1/10 Dollar der Deutschen Reichsbahn im Namen des Reichsverkehrsministers in Berlin, Rudolf Oeser, vom 7. November 1923. Die Scheine des Reichsverkehrsministers wurden an allen Kassen der Deutschen Reichsbahn und zuletzt auch an allen öffentlichen Kassen im gesamten Deutschen Reich angenommen. Katalogisiert ist dieser Wert unter RVM-26a in meinem Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" (nur mit Firmenzeichen, aber ohne Serien) und mit Serien im Katalog "Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost" unter 002.35i. Unter dem Firmenzeichen RA sind hier die Serien 7-21, 24, 27, 29, 34, 35, 37, 41, 45-56, 60 und 64 aufgeführt. Es wurden nur die Serien aufgenommen, die auch belegt sind. Der abgebildete Schein gehört zur Serie 62, die noch nicht verzeichnet ist und daher für eine eventuelle Neuauflage des Katalogs vorgemerkt wird. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Müller/Geiger/Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 13: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-580-0 Auflage: 2. Auflage 2016 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 344 Preis: 39,90 Zur Leseprobe Mehr lesen

  • Die Goldmark-Schuldverschreibungen der Stadt Aschersleben von 1923

    Als in der Hyperinflation des Jahres 1923 die deutsche Markwährung zusammenbrach, mussten viele Kommunen nach kreativen Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld suchen. Eine von vielen seinerzeitigen Finanzinnovationen waren wertbeständige Schuldverschreibungen, die als Notgeld verwendet wurden und ab Mitte 1923 vermehrt in den Umlauf kamen. Die preußische Stadt Aschersleben (Provinz Sachsen) begab hierzu im Dezember 1923 eine Goldmarkanleihe als wertbeständiges Notgeld. Die Notgeldverordnung des Generals von Seeckt vom 12. November 1923 machte im Deutschen Reich unter dem Druck der Not die Ausgabe von auf Gold lautenden Geldes zu einem Recht für die Länder, Provinzen, Städte und Gemeinden. Innerhalb der Ausgabebezirke wurde damit wertbeständiges Notgeld, z. B. zur Beschaffung von Lebensmitteln, zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. So wurden in Aschersleben am 15. Dezember 1923 unverzinsliche Teilschuldverschreibungen als wertbeständiges, auf Gold lautendes Notgeld ausgegeben. Die Emissionswährung war die Goldmark bzw. Mark Gold mit Valutaklausel (4,20 Goldmark = 1 Dollar). Der absichtlich niedrige Nennwert bzw. die Stückelung dieser Teilschuldverschreibung war Zehn Mark Gold. Das Ausgabevolumen ist bis heute unbekannt. Die höchste bekannte Nummerierung ist die Nummer 6154, dies würde einem Volumen von 61.540 Mark Gold entsprechen. Der Nennwert von 10 GM dieser Teilschuldverschreibungen sollte nebst sieben von Hundert Zinsen am 15. Dezember 1924 an den Inhaber mit 10 Mark 70 Pfennig Gold in Mark Reichswährung zurückgezahlt werden (Agio von 7 Prozent). Stadt Aschersleben, Teilschuldverschreibung Nummer 004605 über 10 Mark Gold, ausgegeben am 15. Dezember 1923. Gleichzeitig und parallel zu dieser Emission gelang es im November 1923 mit der Währungsreform und der Ausgabe der Rentenmark die Inflation im Deutschen Reich zu stoppen. Die Ersparnisse weiter Bevölkerungskreise waren zu diesem Zeitpunkt aber bereits vernichtet, Vermögenswerte waren dahingeschmolzen. Am 20. November 1923 war 1 Dollar 4,2 Billionen Papiermark (= 4,20 Rentenmark oder Mark Gold) wert. Eine Rentenmark bzw. eine Mark Gold entsprach an diesem Tag offiziell einer Billion Papiermark. Die Einlösung des wertbeständigen Notgelds erfolgte gebietsweise im Deutschen Reich im Laufe des Jahres 1924 und speziell im Fall der 1923er-Teilschuldverschreibungen der Stadt Aschersleben wohl im Dezember 1924. Die Teilschulverschreibungen wurden bei der Einlösung durch einseitigen oder beidseitigen Aufdruck entwertet. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Dank an Oliver Sens Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • 17. Juni 1953: „Geldscheine“ mit Fake News und Propaganda

    In Kriegen stirbt die Wahrheit zuerst – eine allgemein gültige Feststellung. Aber auch bei Revolutionen und Aufständen war das so! Vor 70 Jahren, im Juni 1953, kam es in Ostberlin und in einigen großen und kleineren Städten der DDR zu Demonstrationen. Hauptursache war der Beschluss des Politbüros auf der 2. Parteikonferenz der SED und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Veränderungen und spürbaren Verschlechterungen der Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung. Parteichef Walter Ulbricht kündigte 1952 den „planmäßigen Aufbau des Sozialismus“ an, der weiter vorangetrieben werden sollte. Die Kollektivierung der Landwirtschaft, die Umwandlung größerer privater Firmen in „volkseigene Betriebe“ und die Stärkung der Schwerindustrie wurden ebenfalls festgelegt. Außerdem beschloss man den Aufbau einer Armee. Die zum 1. Juli 1952 gebildete „Kasernierte Volkspolizei“ sollte zur Nationalen Volksarmee umgebildet werden. Die Proteste in der Bevölkerung richteten sich vor allem gegen den Aufbau der SED zur führenden Partei und Ausschaltung der Opposition, gegen den Ausbau des Ministeriums für Staatssicherheit, gegen die Verschärfung des Kirchenkampfes und gegen die Abschaffung der fünf bis dahin bestehenden Länder samt ihrer Parlamente und die Neugliederung der DDR in 14 Bezirke. Das Fass zum Überlaufen brachte die Arbeitsnormerhöhung bei den Bauarbeitern in Ostberlin. Bei unveränderter Bezahlung war das eine Lohnkürzung, sodass 80 Bauarbeiter in der Stalinallee streikten, weitere solidarisierten sich und die Demonstration wuchs auf über 10.000 Menschen an. Der Streik weitete sich auf 72 Städte und viele Ortschaften in der DDR aus. Die Geschichte ist bekannt: Streik, Widerstand und gewaltsame Niederschlagung durch sowjetische Panzer und sog. Volkspolizisten. Abb. 1: sowjetische Panzerkolonne am 17. Juni 1953 in Ostberlin. Über insgesamt 167 der 217 Kreise in der DDR wurde der Ausnahmezustand verhängt. 55 Todesopfer können durch Quellen belegt werden, etwa 20 weitere Todesfälle sind bis heute ungeklärt. Viele Demonstranten wurden verhaftet – auch Todesurteile wurden ausgesprochen und vollzogen. Insgesamt waren 16 Divisionen der Roten Armee mit rund 20.000 Soldaten sowie etwa 8.000 Angehörige der Kasernierten Volkspolizei im Einsatz. Vom 17. bis 22. Juni 1953 wurden sowjetische Standgerichte eingesetzt, von denen 19 Aufständische zum Tode verurteilt und erschossen wurden. Auch einige Volkspolizisten und Angehörige der Staatssicherheit wurden getötet und auf sowjetischer Seite soll es ebenfalls Tote gegeben haben – man geht von etwa 40 standrechtlich erschossenen Soldaten und Offizieren der Roten Armee aus, die sich einer Beteiligung an der Niederschlagung des Volksaufstands widersetzt haben sollen. Abb. 2: Plakat zum Ausnahmezustand ab 17. Juni 1953 in Ostberlin. Aus dieser Zeit ist ein interessanter geldähnlicher Beleg bekannt: ein Flugblatt in der Form eines Propagandascheins, der ein besonderes Schlaglicht auf das Verhältnis zwischen Ost und West wirft. Spionage und Desinformation im damaligen "Kalten Krieg" waren auf beiden Seiten auf der Tagesordnung. Abb. 3: Vorderseite eines Flugblatts mit einem Aufruf an sowjetische Militärs und an Deutsche zu den Ereignissen vom 17. Juni 1953. Abb. 4: 20 D-Mark/Ost, Ausgabe 1948, Vorderseite, Austauschschein, Moskauer Druck. Die Vorderseite des Flugblatts war dem 20-DM-Schein von 1948 nachempfunden (übrigens eine Austauschnote). Urheber dieser „Scheine“ war der NTS, eine in den 1920-er Jahren gegründete Vereinigung von Exilrussen. Diese Organisation (НТС = Народно-Трудовой Союз российских солидаристов= Bund Russischer Solidaristen) hatte sich dem Kampf gegen den sowjetischen Kommunismus verschrieben. Der russische Text erwähnt einen Flugblatt-Aufruf des NTS („Freunde! Brüder! 18 russische Soldaten weigerten sich, auf unbewaffnete deutsche Arbeiter zu schießen, und halfen ihnen, Gefangene zu befreien und haben dafür mit dem Leben bezahlt“) . In der folgenden Beschreibung des Sowjet-Majors Nikita Ronschin finden sich Einzelheiten: Abb. 5: Rückseite des Flugblatts in russischer und deutscher Sprache, mit rotem Stempel ОБРАЗЕЦ (= Probe) und dem Zeichen des NTS, dem stilisierten Dreizack der Kiewer Rus (russisch Трезубец, ukrainisch Тризуб = Trysub, seit dem 19. Jh. ukrainisches Nationalsymbol). Übersetzung aus dem Russischen: Soldaten und Offiziere! Am 17. Juni 1953 revoltierten die Berliner Arbeiter. Sie widersetzten sich dem kommunistischen Regime. Zwei Tage fegte der Aufstand über die Zone. Die Machthaber reagierten in Panik mit unseren Panzereinheiten gegen die Aufständischen. Nach Aufruf des NTS weigerten sich die Panzerfahrer auf die Aufständischen zu schießen. Unser Volk sympathisiert mit den Deutschen. Er hat darauf gewartet, dass du den Aufstand unterstützt und ihn in deine Heimat bringst. Die Erfahrung des Aufstands vom 17. Juni war nicht umsonst. Jetzt brodelt die Ostzone wieder vor Unzufriedenheit. Ein Volksaufstand könnte jeden Augenblick ausbrechen. Wir müssen ihn unterstützen. Erschießt nicht die Rebellen! Geht mit ihnen ein Militärbündnis gegen einen gemeinsamen Feind ein: die kommunistische Regierung. Das Bündnis deutscher Kämpfer und unserer Soldaten ist der Schlüssel zum Erfolg im Kampf für die Freiheit unseres und des deutschen Volkes. Es lebe die Volksrevolution! NTS / Revolutionsstab für Russland! Am Sonntag, dem 28. Juni 1953, wurden im Sommerlager des 73. Schützenregiments der Roten Armee nahe Magdeburg 18 Soldaten von einem Sonderkommando standrechtlich erschossen. Die Exekution fand auf einer Waldlichtung am Rande eines Massengrabs statt. Unter den Erschossenen waren der Gefreite Aleksander Shcherbina, der Soldat Vasilj Djatkowskij und der Unteroffizier Nikolaj Tjuljakov. Eine Woche nach der Niederschlagung des Aufstands wurde auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Chaussee im Westberliner Ortsteil Nikolassee ein großes Holzkreuz zum Gedenken an die Opfer und die unerschrockenen Kämpfer errichtet. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Zehlendorfer Kleeblattes unweit des ehemaligen Checkpoint Bravo. Der ehemalige Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ehrte im Juni 2003 dort die deutschen Toten und die hingerichteten Sowjetsoldaten. Aber: diese toten Russen hat es nie gegeben! Sie sind Phantome des "Kalten Kriegs". Auch die angeblich durch Genickschuss im ehemaligen Schlachthof Berlin-Friedrichsfelde hingerichteten 23 Rotarmisten gab es nicht! Weder der Historiker Christian Ostermann hat in CIA-Akten oder in denen des US-Außenministeriums Beweise für die Hinrichtungen gefunden. Ebenfalls erfolglos waren die Recherchen der damaligen "Gauck-Behörde" in alten Stasi-Unterlagen. Heute wissen wir, dass das 73. Schützenregiment unmittelbar nach Kriegsende aus Deutschland in die Sowjetunion zurückgeführt und schon im Januar 1947 aufgelöst wurde. So bezweifeln Historiker diese beschriebenen Hinrichtungen und sprechen von bewussten Fehlinformationen. Zu den Hinrichtungen gibt es nur eine Quelle: das Flugblatt des NTS und Major Ronschin, der nach dem Aufstand in den Westen geflüchtet sein soll. Ronschin lief aber schon im April 1953 zu den US-Amerikanern über. Beim CIA in Pullach bei München stieg er zum Kronzeugen der Geschehnisse um die Hinrichtungen auf. Bis zum Herbst 1989, der sog. "Wende" in der DDR, fanden keine Überprüfungen der Angaben von Ronschin statt. Keine anderen deutsche oder sowjetischen Zeitzeugen, noch Angehörige von den Hingerichteten haben sich gemeldet. Der Autor Hans Halter schrieb in seinem SPIEGEL-Beitrag: „Bedauernd hat J. J. Tjulpanow, der Leiter der Rehabilitationsabteilung der Militärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation, der Opfer-,Vereinigung 17. Juni 1953‘ im August 2000 mitgeteilt, dass bei den Informations- und Archivbehörden der Russischen Föderation keine Angaben über die Verfolgung oder Verurteilung sowjetischer Militärangehöriger im Zusammenhang mit dem genannten Fall – die 41 Exekutionen – aufgefunden wurden. Die drei Namen von angeblich Hingerichteten finden sich überhaupt nirgendwo. ... Auch die russischsprachigen Historiker, die aus dem Westen nach Moskau ausgeschwärmt sind, konnten nirgendwo den kleinsten Beleg entdecken. Obwohl russische Archivare grundsätzlich nichts wegwerfen. Nicht einmal in der minutiös geführten Hauptchronik des sowjetischen Generalstabs fand ein Wissenschaftler des bundesdeutschen ,Militärgeschichtlichen Forschungsamtes‘ aus Potsdam irgendeinen Hinweis.“ Also handelt es sich um pure "Fake News" und um einen entsprechenden geldähnlichen Beleg – einen Propagandaschein. In der Literatur (Dr. J. Mader) werden weitere solcher Scheine genannt – z. B. mit Kontrollnummer F 17 6 1953 (die sollte für „Freiheit 17. Juni 1953“ stehen; Abb. bei www.psywarrior.com). Die Vorlage für diesen Propagandaschein war die 20-DM-Banknote mit der Kontrollnummer YA 327752 – wiederum eine Austauschnote aus der 1948-er Serie der Deutschen Notenbank Berlin. Abb. 6: Propagandaschein, Vorderseite – in Form einer geteilten Banknote zu 20 D-Mark/Ost. Der Text der Rückseite ist plump: „Genossen! Jeder gesunde Geldumlauf beginnt und endet in Moskau, hierher kommen die Protestnoten, hierhin gehen auch unsere Banknoten. Wir müssen von ihnen Abschied nehmen, kaum daß wir sie in der Lohntüte rascheln hören. Denn unsere Butter muß uns die Regierung ebenso teuer verkaufen wie ihr nacktes Dasein. Die HO verlangt vom Werktätigen mehr Schein als sein sind: koste es, was es wolle, diesen Wohlstand heißt es um jeden Preis verteidigen. Denn durch die Hilfe unserer sowjetischen Freunde hat die Ostmarkwährung eine Werthöhe erreicht, wo Schwindel unvermeidlich sind. Das kommt von der Deckung, die die Freunde unserer Regierung dafür gaben. Ohne diese Deckung wäre eben ein gesunder Geldumlauf nicht möglich.“ Der NTS hatte möglicherweise eine Vorliebe für Propaganda in Geldform. In einem Beitrag über den NTS in der Zeitung der Landsmannschaft Ostpreußen wird ein anderer Geldschein abgebildet – leider nur die Vorderseite. Abb. 7: Vorderseite eines NTS-Flugblatts in Form und Aussehen der 25-Rubel-Banknote von 1947, abgebildet in „Das Ostpreußenblatt“, Seite 4, vom 25. Dezember 1952. Die Rückseite ist ebenfalls unter www.psywarrior.com einsehbar, der Text richtet sich in russischer Sprache an „Soldat! Unteroffizier! Offizier! Bruder und Kamerad!“ und beginnt mit: „Sie haben diesen Zettel in Ihre Hand genommen. Nein, das ist kein Geld, sondern das Wort der Wahrheit. Ist es nicht wertvoller als Geld? Welchen Wert hat der Rubel in einem Land, das die Kreml-Blutsauger zum ärmsten Ort der Erde gemacht haben? Es gibt kein anderes Volk im Westen, das ärmer lebt als wir. Was bedeutet das? Das Wort der Wahrheit ist wertvoll. Und hier ist sie: Die schicksalhafte und revolutionäre Stunde naht. Der große Feind aller Zeiten und Völker – Stalin – ist bereit, Sie und das Land in das Gemetzel eines neuen und schrecklichen Krieges zu stürzen, eines Krieges, den niemand auf der Welt will, außer ihm, Stalin. Dieses Stück Mensch in Form eines Generalissimus ist verrückt und sucht unersättlich nach Macht um jeden Preis, einschließlich Ihres Blutes. ...“ usw. usf. und das NTS-Zeichen fehlte auch nicht. Der NTS hatte nach Ende des Zweiten Weltkriegs sein Hauptquartier im hessischen Flüchtlingslager Mönchehof bei Kassel eingerichtet, bevor dessen Sitz nach Limburg und später nach Frankfurt am Main verlegt wurde. In Mönchehof waren russische Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht. Aus diesem DP-Lager sind 50-Pfennig-Scheine mit der Abkürzung О.Р.Ю.Р.(O.R.U.R.) bekannt; sie steht für die exil-russische Pfadfinderorganisation Организация Российских Юных Разведчиков. Das Lager Менхегоф (kyrillische Entsprechung für Mönchehof) bestand von 1947 bis 1948. Abb. 8: 50 Pfennig, 15. III. 1948, Vs./Rs., kyrillischer Aufdruck in Schwarz, Wertbezeichnung in Deutsch. Der russischen Emigranten-Organisation NTS gehörten damals einige tausend Mitglieder an: hauptsächlich ehemalige DPs ("Displaced Persons") und frühere Angehörige der mit Hitler gegen die Sowjetunion kämpfenden Wlassow-Armee mit dem Ziel, Russland in eine Demokratie nach westlichem Muster zu entwickeln. Als Ergebnis der Unruhen in der DDR und Ostberlin ist auch die Folgeauflage der Banknoten der Deutschen Notenbank zu werten. Der Notenumlauf hatte im Februar 1954 die Menge der 1948 gedruckten 4,2 Mrd. D-Mark/Ost überschritten; die sozialpolitischen Verbesserungen des Lebensstandards machten die Ausgabe der ab 1951 nachgedruckten Banknoten unumgänglich. Diese wurden mit 7-stelligen Kontrollnummern und sog. Plattennummern nunmehr in der Leipziger Wertpapierdruckerei der DDR hergestellt. Abb. 9: 20 D-Mark/Ost, Ausgabe 1948 (1951), Vorderseite, Leipziger Druck. Abb. 10: Null-Euro-Souvenirschein 2020 „Aufstand 17. Juni“, seit 2015 in Frankreich bei Oberthur Technologies ohne Wertangabe hergestellte Scheine zeigen historische Ereignissen oder touristische Sehenswürdigkeiten (Konzept Richard Faille). Abb. 11: „Dawaitje“ (sinngemäß „haut ab“) riefen angeblich die Sowjetsoldaten aus ihrer Panzerluke den Steinewerfern in der Leipziger Straße in Ostberlin zu. 2023 jährt sich der Aufstand von vor 70 Jahren. Das Motiv des 0-Euro-Souvenirscheins ist das weltweit bekannte Foto von Simon Laird. Zwei Demonstranten werfen Steine auf sowjetische Panzer in der Leipziger Straße in Ostberlin ... und nicht auf der damaligen Charlottenburger Chaussee, der heutigen Straße des 17. Juni. Das abgebildete Straßenschild auf dem Null-Euro-Schein ist irreführend ... und peinlich. Michael H. Schöne Quellen: https://de.wikipedia.org https://pressroom.rferl.org https://sascha313.wordpress.com https://www.academia.edu https://www.grin.com https://www.lpb-mv.de https://www.n-tv.de https://www.spiegel.de (Halter, Hans: „Die Legende von den toten Russen“ 2003) https://www.psywarrior.com

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