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  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Dezember 2022

    Ägypten 20 Pounds Wie EGY-74 (Linzmayer B338a), aber mit Unterschrift "Hassan Abdalla". 100 Pounds Wie EGY-76 (Linzmayer B340c), aber mit Unterschrift "Hassan Abdalla". 200 Pounds Wie EGY-77 (Linzmayer B341b), aber mit Unterschrift "Hassan Abdalla". Mexiko 50 Pesos Wie Linzmayer B714a (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "29 MAR. 2022". Moldau 20 Lei Wie MDA-23 (Linzmayer B119a), aber mit Unterschrift "Octavian Armașu". Nordirland 20 Pounds Wie Linzmayer B941b (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Alison Rose" und Datum "2 December 2021". Vietnam 50.000 Dong Wie VNM-121 (Linzmayer B345m), aber mit Jahr "(20)22". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Neue Varianten: März 2023

    Ägypten 5 Pounds Wie EGY-72 (Linzmayer B336c), aber mit Unterschrift "Hassan Abdalla". Australien 50 Dollars Wie Linzmayer B233c (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr "(20)21". Europäsche Währungsunion 10 Euro Wie EWU-21 (Linzmayer B109n3), aber mit Unterschrift "Christine Lagarde". Fidschi 5 Dollars Wie FJI-115 (Linzmayer B526a), aber mit Unterschrift "Faizul Ariff Ali". Katar 100 Riyals Wie Linzmayer B223a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Abdullah Saud al-Thani/Khalid al-Kuwari" und Jahr 2022. 200 Riyals Wie Linzmayer B224a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Abdullah Saud al-Thani/Khalid al-Kuwari" und Jahr 2022. 500 Riyals Wie Linzmayer B225a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Abdullah Saud al-Thani/Khalid al-Kuwari" und Jahr 2022. Namibia 20 Dollars Wie NAM-17 (Linzmayer B217b), aber mit Unterschrift "Johannes !Gawaxab" und Jahr 2022. 200 Dollars Wie NAM-15 (Linzmayer B213c), aber mit Unterschrift "Johannes !Gawaxab" und Jahr 2022. Rumänien 1 Leu Wie ROU-117 (Linzmayer B286d), aber mit Datum "1 ianuarie 2018/(20)23." Uganda 1000 Shilingi Wie UGA-49 (Linzmayer B154f), aber mit Unterschriften "Michael Atingi-Ego/Susan Wasagali Kanyemibwa" und Jahr 2022. Westafrikanische Staaten – Elfenbeinküste 1000 Francs Wie WAS-118A (Linzmayer B124Av), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Jean-Claude Brou" und Jahr 2023. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Aus privaten Sammlungen: Rumänische Banknote unter deutscher Besatzung im Ersten Weltkrieg

    Objekttyp: (Banknote) Besatzungsausgabe Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Rumänien war schon seit 1883 mit Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien verbündet. Nachdem russische Truppen 1914/1915 dem k. u. k. Heer eine schwere Niederlage auf dem Balkan bereitet hatten, wechselte Rumänien – wie schon 1915 Italien – in Aussicht auf Gebietserweiterungen überraschend die Seiten und trat am 27. August 1916 in den Krieg ein, indem es das ­hauptsächlich von Deutschen bewohnte ungarische Siebenbürgen besetzte. Die deutsch-österreichisch-ungarischen Truppen besiegten Rumänien Anfang Dezember 1916. Das Land blieb bis Kriegsende durch die deutsche Armee Mackensen besetzt. Die Geldversorgung erfolgte ab 29. Januar 1917 durch die Banca Generala Româna, die mit der Reichsbank in Berlin in Verbindung stand. Ihre Notenausgabe war durch Bareinlagen bei der Deutschen Reichsbank gedeckt. Es wurden Werte zu 25 und 50 Bani sowie zu 1 Lei und 2, 5, 20, 100 und 1000 Lei ausgegeben, die vom 29. Januar 1917 bis Ende 1918 kursierten. Mit rumänischen Behördenstempeln versehen, liefen solche Scheine sogar noch bis 10. Juni 1920 in Rumänien um. Zum 31. Juli 1921 wurden sie ungültig. Scheine mit Stempeln sind heute recht selten. Land/Region/Ort: Königreich Rumänien Emittent: Banca Generala Româna Nominal: 20 Lei Datum: ohne Datum (1917) Vorderseite: Ornamente und Guillochen im Unterdruck sowie Text mit Wertangabe. Rückseite: Links Frauen- und rechts Merkurkopf im Medaillon sowie Ornamente, Guillochen, Wertangabe und Strafsatz. Material: Sämisches Papier Wasserzeichen: Kreuz-Ringel-Muster Druck: Berlin, Deutschland Format: 60 mm x 98 mm Nummerierung: L•0901863 Authentizität: Original Zitate: EWK-12 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 – Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine, 22. Auflage 2020/21, Seite 565) Ro./Gra. 477 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) ROM-M6 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) B406 (Linzmayer: The Banknote Book – Romania) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • "Showdown" in Zürich

    An- und Verkaufskurse osteuropäischer Banknoten im Frühjahr 1987 und im Herbst 1989 Der Bankenplatz Zürich war – und ist noch heute – ein traditioneller Handelsplatz für ausländische Währungen. In der Zeit des "Kalten Kriegs" waren die in Zürich in Schweizer Franken notierten Kurse für die Währungen der RGW-Staaten[1] ein Gradmesser nicht nur für die politische Stimmungslage, sondern auch für den tatsächlichen Wert und die reale Kaufkraft der jeweiligen Landeswährung. Abb. 1a/b: Schweiz, 100 Franken der von 1975 bis 1993 ausgegebenen Serie. Quelle: Battenberg Gietl Verlag. Züricher Banken notierten nicht nur Währungskurse, sondern handelten mit den entsprechenden Währungen auch effektiv. Dazu stellten (und stellen) sie sogenannte Notenkurse für den An- und Verkauf. Das bedeutet, dass man an den Schaltern der großen Züricher Banken – Bankverein, Bankgesellschaft, Kreditanstalt und Kantonalbank – Banknoten der entsprechenden Währungen (Münzen wurden nicht gehandelt) effektiv kaufen und auch verkaufen konnte. Für Sammler von Banknoten war daher in den 1980er-Jahren eine Reise nach Zürich durchaus lohnend. Denn es gab dort bei den Banken Geldscheine aus Ländern, die anderswo kaum erhältlich waren. Mit etwas Glück waren gerade aus sozialistischen Ländern höhere Nominale in kassenfrischer Erhaltung verfügbar[2]. Woher diese Scheine kamen und wie sie trotz bestehender Ausfuhrverbote nach Zürich gelangt waren, blieb offiziell ein Geheimnis, war aber Gegenstand wilder Spekulationen. Auch die Schweizer Kreditanstalt (heute: Credit Suisse) war im Notenhandel aktiv und veröffentlichte monatliche Kurslisten. Diese enthielten drei verschiedene Kurse – den Devisen-Mittelkurs in Schweizer Franken, der jedenfalls für die Länder des RGW dem durch diese Länder für die Landeswährung offiziell festgelegten Wechselkurs entsprach, sodann die Notenkurse für den bankseitigen An- und den Verkauf von Banknoten. Zwei Kurslisten mit den Schlusskursen in Schweizer Franken per Ende April 1987 und Ende Oktober 1989 sind nachfolgend abgebildet. Abb. 2: Devisen- und Notenkurstabelle der SKA – Stand 29. April 1987. Abb. 3: Devisen- und Notenkurstabelle der SKA – Stand 31. Oktober 1989. Die darin enthaltenen Informationen zu Devisen- und Notenkursen geben ein gutes Bild davon, wie es um die Währungen in den einzelnen Ländern stand. Es zeigt sich, zu welchen Kursen Banknoten aus den Staaten des RGW tatsächlich handelbar und wie hoch die Differenzen zu den offiziellen Wechselkursen waren. Diese Abweichungen sind teilweise erheblich. Interessant ist es zudem, bei den Notenkursen auch auf den sogenannten "Spread" (Streuung) zu schauen, die Differenz zwischen dem An- und dem Verkaufskurs. Dieser enthält die Gewinnmarge der Bank. Generell gilt, dass ein hoher "Spread" Anzeichen dafür ist, dass der Handel mit Banknoten des betreffenden Landes für die Bank hoch risikobehaftet ist – er drückt das Risiko aus, dass die Bank angekaufte Scheine mangels Nachfrage über einen längeren Zeitraum halten muss und dadurch Verluste entstehen können. Zwischen April 1987 und Oktober 1989 liegt ein Zeitraum von 2 ½ Jahren und eine weltpolitische Zeitenwende. War im Frühjahr 1987 für die Staaten des RGW das gesellschaftliche und wirtschaftliche System nicht grundsätzlich in Frage gestellt, ist die Situation Ende Oktober 1989 eine völlig andere: In Polen hatten im Juni 1989 erstmals freie Wahlen stattgefunden; die wirtschaftliche Lage des Landes war angespannt, der Złoty von einer starken Inflation gebeutelt. Ungarn strich im Oktober 1989 den Titel einer sozialistischen Volksrepublik. Die Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderen Städten der DDR zogen jede Woche Hunderttausende Menschen an. Auch in Prag forderten im Oktober 1989 erstmals Demonstranten mehr bürgerliche Freiheiten. Gravierende gesellschaftliche Veränderungen standen vor der Tür, verbundenen mit großen Unsicherheiten ob der weiteren Entwicklung. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in den Notenkursen der Währungen der RGW-Staaten im Oktober 1989 wider. Zwischen April 1987 und Oktober 1989 gaben die An- und Verkaufskurse der Banknoten der RGW-Staaten deutlich nach, interessanterweise mit Ausnahme Bulgariens. Im selben Zeitraum werte dagegen die DM gegenüber dem Franken um rund 8 % auf. Für Polen fiel bereits der offizielle Wechselkurs für 100 Złotych von 0,61 Franken im April 1987 auf nur noch knapp 0,07 Franken Ende Oktober 1989. Wurden 100 Złotych im April 1987 noch für 0,14 Franken ge- und für 0,21 Franken verkauft (was rund 1/3 des offiziellen Kurses entsprach), erfolgte bereits im Oktober kein Ankauf polnischer Banknoten durch die Kreditanstalt mehr. Der Verkaufskurs für 100 Złotych betrug ganze 0,03 Franken. Abb. 4a/b: Polen, 10.000 Złotych der Ausgabe 1987 (Pick 151a). Im April 1987 betrug der offizielle Wert des Scheins 61 Franken, die Kreditanstalt zahlte 14 Franken im Ankauf und verlangte 21 Franken im Verkauf. Quelle: Sammlung Grabowski. Auch der Kurs der Währung der Tschechoslowakei verfiel zwischen April 1987 und Oktober 1989 deutlich. Betrug der Mittelkurs für 100 Tschechoslowakische Kronen im April 1987 noch 26,58 Franken, waren es Ende Oktober 1987 nur mehr 10,80 Franken. Im Vergleich dazu etwas besser hielten sich die Notenkurse: 100 Tschechoslowakische Kronen wurden 1987 für 5,70 Franken an- und – mit nur geringem "Spread" von 3,5 % – für 5,90 Franken wieder verkauft. 1989 betrug der Ankaufskurs immer noch 3,65 Franken, der Verkaufskurs 3,85 Franken. Tschechoslowakische Kronen schienen in Zürich gut handelbar zu sein. Abb. 5a/b: Tschechoslowakei, 1000 Korun der Ausgabe 1985 (Pick 98a). Im April 1987 betrug der offizielle Wert des Scheins 265,80 Franken, die Kreditanstalt zahlte 57 Franken im Ankauf und verlangte 59 Franken im Verkauf. Quelle: Sammlung Grabowski. Die Notenkurse für rumänische Lei halbierten sich zwischen 1987 und 1989, obwohl der offizielle Wechselkurs in diesem Zeitraum gegenüber Franken und der DM sogar leicht anstieg. Rumänische Banknoten wurden schon im Oktober 1987 nur zu 17 % des offiziellen Wechselkurses angeboten, im Oktober 1989 waren es noch etwas über 7 %. Zwar war das Regime Ceaușescu im Herbst 1989 noch fest im Amt, die wirtschaftliche Lage in Rumänien hatte sich jedoch im Verlauf der 1980er-Jahre zunehmend verschlechtert. Die Versorgungslage der Bevölkerung war Ende der 1980er-Jahre bereits so desaströs, dass für die Landeswährung kaum mehr Waren erhältlich waren. Abb. 6a/b: Rumänien, 100 Lei Ausgabe 1966 (Pick 97) – im Oktober 1989 bei der Kreditanstalt für 1,35 Schweizer Franken (7 % des offiziellen Wechselkurses) erhältlich. Quelle: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Eine ähnliche Entwicklung nahmen auch die Notenkurse für russische Rubel, wobei sich der "Spread" zwischen April 1987 und im Oktober 1989 deutlich vergrößerte – der Handel mit Rubelnoten schien risikoreicher zu werden. Abb. 7a/b: UdSSR, 100 Rubel der Ausgabe 1961 (Pick 236a). Quelle: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Etwas weniger stark in Mitleidenschaft gezogen, dennoch vom Verfall gezeichnet waren die Kurse für Banknoten in Mark der DDR. Zahlte die Kreditanstalt 1987 für 100 Mark 14 Franken (umgerechnet 17,30 DM) und verkaufte diese für 15 Franken, was rund 19 % des offiziellen Wechselkurses und damit einem Verhältnis von rund 1:5 entsprach, waren es Ende Oktober 1989 noch 10 und 11 Franken (umgerechnet 11,40 DM und 12,60 DM) – ein Rückgang um rund 20 %. Abb. 8a/b: DDR, 100 Mark der DDR der Ausgabe 1975 (Pick 31a). Quelle: Sammlung Grabowski. Leidlich stabil hielt sich auch der ungarische Forint. Der Mittelkurs für 100 Forint betrug im April 1987 3,10 Franken, Ende 1989 2,72 Franken. Die An- und Verkaufskurse für ungarische Banknoten betrugen im Vergleich dazu 2,40 zu 2,70 Franken im April 1987, und 1,90 zu 2,10 Franken Ende Oktober 1989. Die Differenz zum offiziellen Wechselkurs war für ungarische Banknoten im Vergleich zu den Währungen anderen Staaten des RGW gering. Abb. 9a/b: Ungarn, 100 Forint der Ausgabe 1980 (Pick 171f). Quelle: Sammlung Grabowski. Kursgewinne konnte man dagegen mit bulgarischen Lewa erzielen. Bekam man für 100 Lewa 1987 nur 40 Franken (rund 24 % des offiziellen Kurses), waren es Ende Oktober 1989 erstaunlicherweise 115 Franken (rund 60 % des offiziellen Kurses). Warum ausgerechnet der bulgarische Lew (Löwe) zwischen 1987 und 1989 im Wert stieg, ist kaum zu erklären. Abb. 10a/b: Bulgarien, 20 Lewa der Ausgabe 1974 (Pick 97a). Quelle: Sammlung Grabowski. Albanische Banknoten wurden dagegen überhaupt nicht gehandelt. Für dieses bis Anfang der 1990er Jahre völlig isolierte Land gab es in Zürich weder ein Angebot, noch eine Nachfrage nach Zahlungsmitteln in Landeswährung. Abb. 11a/b: Albanien, 100 Lekë der Ausgabe 1976, Muster (Pick 46S2). Quelle: Sammlung Grabowski. Mit der Transformation der Wirtschaft in den RGW-Staaten ab 1990 setze dort ein rapider Verfall der Landeswährungen ein. Eine Ausnahme bildete insoweit die Tschechoslowakei. Für die DDR trat am 1. Juli 1990 der Vertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion mit der Bundesrepublik in Kraft, der das Ende der Mark der DDR bedeutete. Wer jedenfalls im Herbst 1989 Banknoten der RGW-Länder erwarb und aufbewahrte, musste in den Folgejahren weitere deutliche Wertverluste hinnehmen. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, gegründet 1949. Mitglied waren neben der UdSSR die Staatshandelsländer Osteuropas einschließlich der DDR sowie Kuba, die Mongolei und Vietnam. [2] Der Autor erinnert sich, 1991 bei der Bankgesellschaft in Zürich kassenfrische 100-Lei-Noten aus Rumänien der Serie 1966 (Pick 97) gekauft zu haben.

  • Neue Varianten: Mai 2023

    Europäische Währungsunion 5 Euro von 2013 (2023) Wie EUR-20 (World Paper Money), B108 (Linzmayer), EUR-8b (Grabowski), doch mit Serienpräfix E (Oberthur Fiduciaire, Chantepie) und mit Unterschrift von Christine Lagarde statt Mario Draghi. 5 Euro von 2013 (2023) Wie EUR-20y (World Paper Money), B108u3 (Linzmayer), EUR-8bU (Grabowski) mit Serienpräfix U (Banque de France), doch mit Unterschrift von Christine Lagarde statt Mario Draghi. 10 Euro von 2014 (2023) Wie EUR-21y (World Paper Money), B109y3 (Linzmayer), EUR-9bY (Grabowski) mit Serienpräfix Y (Bank of Greece), doch mit Unterschrift von Christine Lagarde statt Mario Draghi. Indonesien 1000 Rupiah 2023 Wie B617a (Linzmayer, WPM nicht gelistet), doch mit neuem Datum 2023 (Rückseite links unten). 5000 Rupiah 2023 Wie B619a (Linzmayer, WPM nicht gelistet), doch mit neuem Datum 2023 (Rückseite links unten). Rumänien 10 Lei vom 1. Januar 2018 (2023) Wie ROU-119 (Linzmayer B-288), doch von (20)23 (erste zwei Stellen des Serien-Präfix). Ungarn 1000 Forint von 2023 Wie B588c (Linzmayer, WPM nicht gelistet), doch neues Datum 2023. (Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com) Hans-Ludwig Grabowski

  • Das Truppengeld der Armee Mackensen (1918)

    Die zunehmende Friedenssehnsucht, die von Russland nach dem Frieden von Brest-Litowsk und der Machtergreifung der Kommunisten ausgehende Agitation mit Streiks und Meutereien, die 14-Punkte-Proklamation des US-Präsidenten Wilson mit dem Versprechen auf Selbstbestimmung der Völker und die sich abzeichnende militärische Niederlage der Mittelmächte ließen die k. u. k. Monarchie auseinanderbrechen. Kaiser Karls Manifest vom 16. Oktober 1918, das das Kaiserreich auf eine föderalistisch-nationale Basis stellen wollte, kam zu spät. Am 24. Oktober erklärte sich Ungarn, am 28. Oktober der neue Staat Tschechoslowakei und am 29. Oktober das neu entstandene Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) für unabhängig. Im deutschsprachigen Gebiet konstituierte sich am 21. Oktober eine Provisorische Nationalversammlung, die am 30. Oktober eine provisorische Verfassung beschloss und eine provisorische Regierung unter Karl Renner einsetzte. Am 11. November 1918 verzichtete Kaiser Karl I. auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte, und am 12. November rief das Parlament die Republik Deutschösterreich als Bestandteil der deutschen Republik (also als Teil Gesamtdeutschlands) aus. Am Nachmittag um 3 Uhr des 3. November 1918 unterzeichneten Vertreter des österreichischen Armeeoberkommandos und der Entente in der Villa Giusti in Padua einen Waffenstillstand.[1] Punkt 5 des I. Abschnittes betraf auch die deutschen Truppen. Er verlangte den vollständigen Abzug aller deutschen Truppen innerhalb von 15 Tagen nicht nur von der italienischen und Balkanfront, sondern vom ganzen österreichisch-ungarischen Territorium. Alle deutschen Truppen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in Österreich-Ungarn befinden würden, sollen interniert werden. Punkt 2a) des I. Abschnittes der Durchführungsbestimmungen enthielt darüber hinaus die folgende Bestimmung: „… Jeder Gegenstand, dessen man sich zu Kriegszwecken bedienen kann, oder dessen Bestandteile zu einem solchen Zwecke verwendet werden könnten, ist den verbündeten und vereinten Mächten abzutreten. Die österreichisch-ungarische Armee und die deutschen Truppen sind ermächtigt nur das mitzunehmen, was zur persönlichen Ausrüstung und Bewaffnung der Soldaten gehört …“[2] Abb. 1: Der preußische Generalfeldmarschall August von Mackensen (1849–1945) in der Uniform des 1. Leib-Husaren-Regiments Nr. 1 [3] Im Ganzen betrugen die deutschen Streitkräfte, die den Rückmarsch durch Ungarn antreten sollten, ca. 170.000 Mann: 50.000 Soldaten der XI. Armee unter Kommando des Generals von Steuben sowie 120.000 Soldaten der X. Armee unter dem Kommando des Generalfeldmarschalls August von Mackensen. Allen Beteiligten war klar, dass weder die Zeit zur Räumung ausreichen noch die ungarische Armee in der Lage sein würde, die deutschen Truppen gegen ihren Willen zu entwaffnen und zu internieren. Nach dem Zusammenbruch Bulgariens, der Türkei und Österreich-Ungarns sah man in Deutschland ein, dass die auf dem Balkan stehende Armee rückkehren müsse. Am 10. November 1918 gab Generalfeldmarschall von Mackensen den Befehl zur Räumung der Walachei. Bereits am 2. November hatte General von Steuben der XI. Armee die Weisung erteilt, sich auf die Linie zwischen Tisza (Theisee) – Eisenbahnlinie Fehértemplom (Weisskirchen) – Kanal von Versee zurückzuziehen. Abb. 2: Der Heimzug der Armee des Generalfeldmarschalls von Mackensen durch Ungarn nach dem Zusammenbruch. Béla Barkóczy-Klopsch, S. VII. Am 19. November 1918 lief im Sinne des Waffenstillstandsvertrages von Padua und auch das Belgrader Militärischen Übereinkommens die Frist ab, welch den deutschen Truppen für den Durchzug durch Ungarn bewilligt worden war. Von diesem Tage an waren sie von den Ungarn zu entwaffnen und als Kriegsgefangene zu betrachten. Zu diesem Zeitpunkt schickten sich die deutschen Truppen des Generalfeldmarschalls gerade erst an, Rumänien zu verlassen. In drei Kolonnen marschierend, erreichten sie – den größten Teil des Weges in Fußmärschen zurücklegend – an diesem Tage erst mit ihren Spitzen die ungarische Grenze. Die 1. Kolonne, das 63. Bayrische Korps, rückte über den Sattel von Tömös, Brassío (Kronstadt), Fogaras nach Tövis (Dreykirchen) vor; die 2. Kolonne, die Gruppe des Generals der Infanterie von Scholz stieß über den Vöröstoronyer (Rotenturm) Pass – Nagyzehen (Hermannstadt) – Piski – Lugos nach Arad vor; und die 3. Kolonne, die XI. Armee, welche zur Zeit des Zusammenbruchs zum größten Teil schon am linken Donauufer, zwischen Belgrad und Orsova stand, zog nach Arad und Szeged (Szegedin). Nachdem der Termin für die Räumung längst abgelaufen war, ordnete das Oberkommando der Alliierten Armee Ost an, die noch in Siebenbürgen befindlichen deutschen Truppen zu entwaffnen und zu internieren. Die Ungarn haben diesen Befehl nur halbherzig und die französische Donau-Armee unter dem Kommando Generals Berthelot mangels Truppen gar nicht befolgt. Die letzten deutschen Soldaten überschritten am 3. Januar 1919 die ungarische Grenze. Die ungarische Regierung war also weder in der Lage, die deutschen Truppen schnell außer Landes zu schaffen noch zu verpflegen, daher mussten sie sich selbst im Land versorgen. Mackensens Armee führte jedoch nur Lei-Noten der Banca Generala Româna mit sich, die in Ungarn nicht akzeptiert wurden. Daher wandte sich der deutsche Generalstab am 13. November 1918 nach Ankunft in Nagyszeben (Hermannstadt) an die ungarische Militärbehörde mit der Bitte, gemäß den bestehenden Verträgen für eine gesicherte Geldversorgung in Kronenwährung zu sorgen. Wegen der revolutionären Ereignisse war die Geldversorgung durch die Wiener Hauptverwaltung der Oesterreichisch-Ungarischen Bank gestört. Die in Budapest gedruckten Banknoten reichten für eine Versorgung der deutschen Truppen nicht aus.[4] Auf Weisung der ungarischen Regierung beauftragte die Budapester Hauptanstalt der Oesterreichisch-Ungarischen Bank ihre Filiale in Hermannstadt damit, einen Teil der Lei-Noten der Banca Generala Româna zu stempeln. Diese gestempelten Lei-Noten wurden dadurch zu Kronen-Zahlungsmittel mit gleichem Nomialwert. Mit ihnen konnten nun die durchziehenden deutschen Truppen Einkäufe und Leistungen bei der Bevölkerung bezahlen. Die folgenden Werte mit Stempelaufdruck liegen vor: 50 Bani, 1, 2, 5, 20 und 100 Lei. Eine Stempelung der Noten zu 1000 Lei scheint es nicht gegeben zu haben. Abb. 3.1/2: Armee Mackensen in Ungarn, o. D. (1918), 2 Kronen-Lei, Vorder- und Rückseite. Abb. 4.1/2: Armee Mackensen in Ungarn, o. D. (1918), 5 Kronen-Lei, Vorder- und Rückseite. Abb. 5.1/2: Armee Mackensen in Ungarn, o. D. (1918), 100 Kronen-Lei, Vorder- und Rückseite. Für die Kennzeichnung der Lei-Noten wurden verschiedene runde Stempel verwendet, die sich aber auf zwei Grundtypen zurückführen lassen. Alle zeigen in der Mitte das bekrönte Komitatwappen mit der Umschrift „SZEBEN VÁRMEGYE ALISPÁNJA“ (Vizegespan des Komitats Szeben) oder „SZEBEN VÁRMEGYE ALISPÁNI HIVATALA“ (Vizegespanamt des Komits Szeben). Das Wappen kommt dabei mit und ohne weitere Einfassung vor. Der Durchmesser der Stempel beträgt 31, 33 und 34 mm. Bleibt noch anzumerken, dass es vom letzten Stempel-Typ auch einen ovalen Stempel gibt. Die Aufdrucke haben die Farbe Rot bzw. Blau. Abb. 6: Stempel: SZEBEN VÁRMEGYE ALISPÁNJA. Abb. 7: Stempel: SZEBEN VÁRMEGYE ALISPÁNJA. Abb. 8: Stempel: SZEBEN VÁRMEGYE ALISPÁNI HIVATALA. Diese Kronen-Lei waren ausschließlich für die Armee Mackensen bestimmt und von Mitte November 1918 bis Ende Februar 1919 im Verkehr, ohne dass ihre Ausgabe jemals in irgendeiner Form offiziell veröffentlicht worden wäre. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Das Königreich Ungarn hatte die Realunion mit den österreichischen Ländern mit dem 31. Oktober 1918 beendet, so dass Österreich-Ungarn nicht mehr bestand. Somit war das Armeeoberkommando nach magyarischer Auffassung für den Abschluss eines Waffenstillstands der ungarischen Truppen seit 1. November 1918 nicht mehr zuständig. Es verlangte daher eigene Waffenstillstandsverhandlungen. Diese fanden in Belgrad statt, wobei in der Militärkonvention vom 13. November 1918 den Ungarn noch weiter gehende und schlechtere Bedingungen diktiert wurden. [2] Zur Geschichte der Rückführung der deutschen Truppen: Béla Barkóczy-Klopsch, Der Heimzug der Armee des Generalfeldmarschalls von Mackensen durch Ungarn, nach dem Zusammenbruch, Budapest 1928. [3] https://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Mackensen#/media/Datei:August_von_Mackensen_in_ Uniform_der_Totenkopfhusaren.jpg > (09.06.2023). [4] Vgl. Mihaly Kupa, Mackensen’sches Armeegeld, Kronen-Lei in Ungarn 1918/19, in: money trend 12/1981.

  • Das besondere Motiv: Landwirtschaftliche Maschinen

    Im Gegensatz zu Geldscheinen aus traditionellen Ländern Westeuropas, bei denen historische Personen wie Könige und Künstler oder Entdecker und Philosophen weit verbreitet sind, zeigen kommunistische Länder und Länder der sog. "Dritten Welt" gerne ihre technischen Errungenschaften, mit denen sie sich aus der agrarischen und vor-agrarischen Welt weiterentwickelt haben. Abb. 1a/b: Volksrepublik Rumänien, P-89a, 25 Lei 1952, Rs. Traktor mit metallenen Gleisketten zieht einen Mähdrescher bei der Weizenernte. Das Korn wird in einen LKW umgefüllt. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Abb. 2a/b: Volksrepublik China: einheitlicher Rationskupon über 3 Shìjīn = 1500 Gramm Liáng (Reis bzw. Getreide) von 1966, Vs. Raupenschlepper mit seitlichem Schneidwerk. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Während Karl Marx im 19. Jahrhundert noch davon ausgegangen war, dass die kommunistische Weltrevolution in Ländern mit einem Industrieproletariat ausbrechen müsse, also z. B. in England oder Deutschland, mussten Lenin und Mao Tse-tung im 20. Jahrhundert in Russland und China Theorien für eine hauptsächlich bäuerliche Bevölkerung entwickeln. Lenin prägte z. B. den Satz: "Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes." Zur ausreichenden Produktion von Agrargütern für die Versorgung der sowjetischen Bevölkerung wurden ab 1927 Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS) eingerichtet, wo landwirtschaftliche Betriebe Traktoren und andere Landmaschinen ausleihen konnten. Nach 1945 wurde mit der Machtausdehnung der Sowjetunion nach Westen die Idee der MTS auch in den Ländern übernommen, die in den Machtbereich der Roten Armee geraten und bis Anfang der 1950er-Jahre von kommunistischen Regierungen übernommen worden waren. Ähnliches geschah in Asien. Nach dem Sieg der Kommunisten auf dem chinesischen Festland setzte sich diese Bewegung auch im französischen Kolonialreich Indochina fort und in dem von den Japanern geräumten Korea. Abb. 3a/b: Demokratische Volksrepublik Laos, P-30a, 100 Kip ohne Datum (1979), Vs. Frauen bei der Reisernte mit der Handsichel. Ein Mann bewegt einen kleinen Traktor durch das abgeerntete Feld. Eine Hochspannungsleitung quert das Feld. Rs. Über eine Brücke im Hintergrund fahren Lastkraftwagen. Ein Uniformierter mit einer geschulterten Maschinenpistole AK 47 bewacht große Silos. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Abb. 4a/b: Demokratische Volksrepublik Laos, P-31a, 500 Kip 1988, Vs. mit Hammer und Sichel im Wappen, Rs. Frauen bei der Kaffeebohnen-Ernte. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Der laotische Schein zeigt deutlicher die Errungenschaften der Mechanisierung der Landwirtschaft. In der Mitte der Fluss, links Arbeiter an einer Pumpstation zur Bewässerung der Felder, im Hintergrund Strommasten einer Hochspannungsleitung und rechts drei Traktoren mit Kabinendach bei der Feldarbeit. Die Rückseite zeigt Frauen bei der Kaffeebohnen-Ernte auf dem laotischen Bolaven-Plateau. Handarbeit ohne Maschinen. Abb. 5a/b: Syrien, P-110b, 500 Pounds 1998 (2000, AH 1419), Rs. Traktor bei der Bewässerung eines Feldes. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Die ideologische Prämisse der Verbindung von Arbeitern und Bauern spiegelt sich auch in der Landwirtschaft. Der Fortschritt hat mithilfe der Technik Einzug gehalten. Auf einem Schein des den blockfreien Staaten zugehörigen Syriens zieht ein Traktor eine Beregnungs-Anlage unweit eines Staudamms. Links oben werden die Früchte des Bewässerungsprojektes am Euphrat dargestellt. Abb. 6a/b: Sozialistische Republik Vietnam, P-73a, 5 Dong von 1958, (Vietnamesische Nationalbank, neue Dong, 1958 Abwertung 100 = 1) Vs. Ein großer geschlossener Raupenschlepper mit Metallketten in der Bildmitte wird von zwei kleineren offenen Traktoren begleitet. Rechts lächelt milde "Onkel Ho"[1]. Rs. Bagger belädt LKW beim Straßenbau. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. In den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG)[2] der DDR waren selbstfahrende Erntebergungsmaschinen[3] im Einsatz, wie auf der Rückseite des Fünfers mit Thomas Müntzer abgebildet. Abb. 7a/b: DDR, 5 Mark der Staatsbank der DDR 1975 „Thomas Müntzer“, DDR-23a, Ro. 361, P-27. Rs. Fünf Fortschritt-Mähdrescher E 512 mit geschlossenen Kabinen und ein IFA LKW W 50 bei der Erntearbeit. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Der Realismus der Darstellung der Erntemaschinen wird noch durch die Tatsache unterstrichen, dass sich der Entwerfer ziemlich genau an Fotovorlagen des Herstellers gehalten haben muss, da die Maschinen vermutlich zumindest den Beschäftigten in den LPGs und Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS) ziemlich bekannt gewesen sein müssten, auch wegen der hohen ausgelieferten Stückzahlen.[4] Abb. 8: Junge Frau in der Fahrerkabine eines E 512, LPG Pflanzenproduktion Neukirchen. Bundesarchiv Bild 183-1984-0808-025. Abb. 9: Herstellerprospekt, E 512 ohne Kabine. CC BY-NC-SA @ Mähdrescherarchiv Kühnstetter. Christian Merker Anmerkungen [1] Ho Chi Minh 1890–1969. Führer des Widerstands gegen die französische Kolonialmacht und erster unabhängiger Präsident in Nordvietnam. [2] Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften nach dem erzwungenen, aber als freiwillig deklarierten Zusammenschluss selbstständiger Bauern 1952-1960. [3] Fachausdruck, vgl. Prospekt des Herstellers in: Mähdrescherarchiv Kühnstetter. (2021-11-26). VEB Fortschritt: Erntebergungsmaschinen E512. [4] 1968 bis 1988 wurde 51.412 Mähdrescher vom Typ E 512 produziert.

  • Namibia: Neue Gedenknote

    Eine neue 30-Dollars-Gedenkbanknote der Bank von Namibia feiert den 30. Jahrestag der Unabhängigkeit. Die Polymernote zeigt auf der Vorderseite die Porträts der drei Präsidenten Samuel Nujoma (1990–2005), Hifikepunye Pohamba (2005–2015) und Hage Geingob (seit 2015), während auf der Rückseite Spitzmaul-Nashörner zu sehen sind. Die Bank von Namibia veröffentlichte außerdem auf ihrem YouTube-Kanal das folgende Video zur Erläuterung der Sicherheitsmerkmale. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com) #Nachrichten #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Afrika #Namibia #Dollar #Totsuka

  • Leserpost: Unterschriften auf Noten der Bank deutscher Länder 1948

    Sehr geehrter Herr Grabowski, ich bitte Sie, mir mitzuteilen, welche Unterschriften auf dem 50-Deutsche Mark-Schein vom 9. Dezember 1948 sind. In Ihrem Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" von 2023 stehen die Unterschriften nicht drin. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen H. Jeschonnek BRD-1a: Bank deutscher Länder, Banknote zu 5 DM vom 9. Dezember 1948, Vorderseite. BRD-2: Bank deutscher Länder, Banknote zu 50 DM vom 9. Dezember 1948, Vorderseite. BRD-3: Bank deutscher Länder, Banknote zu 100 DM vom 9. Dezember 1948, Vorderseite. Antwort der Redaktion Auf den Banknoten der Bank deutscher Länder (BdL) mit Datum vom 9. Dezember 1948 (5 DM "Europa auf dem Stier" sowie die sog. "Franzosenscheine" zu 50 und 100 DM) befinden sich die faksimilierten Unterschriften (Nachnamen) des Präsidenten der Bank deutscher Länder Wilhelm Vocke (1886–1973) links und rechts die des Vizepräsidenten Wilhelm Könneker (1898–1984). Vocke war dann auch der erste Präsident der Deutschen Bundesbank, die 1957 aus der Bank deutscher Länder hervorging. Seine Unterschrift findet sich allerdings nicht mehr auf Bundesbanknoten, weil er nur bis Ende 1957 im Amt war. Sein Nachfolger wurde Karl Blessing, dessen Unterschrift wir auf den ersten Noten der Bundesbank von 1960 ("Gemäldeserie") finden. Im Katalog sind die Unterschriften bei den Noten der Deutschen Bundesbank nur deshalb angegeben, weil sie auch der Unterscheidung der verschiedenen Ausgaben dienen. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 EUR Leseprobe Zum Shop

  • Die Wertmarken der Metallwerke Holleischen (MWH) im Zweiten Weltkrieg

    Holleischen (tschechisch: Holýšov) liegt nahe der böhmisch-bayerischen Grenze, wurde nach dem Münchner Abkommen von 1938 mit dem deutschsprachigen Sudetenland Teil des Deutschen Reichs und hatte damals etwa 1.400 Einwohner. Postkarte von Holleischen aus dem Jahr 1913, oben mit der Spiegelglasfabrik Ziegler, in der später die Metallwerke Holleischen entstanden. Die im Ort vorhandenen Gebäude einer 1897 von Andreas Ziegler gegründeten Spiegelglasfabrik baute man nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zum Rüstungsbetrieb Metallwerke Holleischen G.m.b.H. (MWH) um, in dem Munition und Fliegerabwehrkanonen (Flak) produziert wurden. Die Glasfabrik, in der einst bis zu 1.200 Menschen gearbeitet hatten, wurde bereits 1934 stillgelegt, wodurch im Ort eine hohe Arbeitslosigkeit herrschte, was sich mit dem Betrieb der Metallwerke rasch änderte. Bereits 1940 entstand eine eigene Siedlung und ein Kasino für die zivilen Arbeiter des Werks und 1942 kamen ein Bahnhof und mehrere Kriegsgefangenenlager hinzu. 1941 beschäftigte man bereits 3.000 Arbeitskräfte und bis 1944 stieg deren Zahl auf 6.000 an. Ehemalige weibliche Häftlinge 1945 vor dem Lager in Holleischen. Kurz nach der Befreiung wurden Frauen vor dem Gutshof fotografiert, in dem sie eingesperrt waren. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, restauriert. Das im April 1944 auf einem Landgut in der Nähe des Werks errichtete Frauenlager war anfangs dem Konzentrationslager Ravensbrück unterstellt und wurde im Herbst 1944 mit etwa 600 weiblichen Häftlingen Außenlager von Flossenbürg. Die Frauen mussten in Zwölfstunden-Schichten in den Metallwerken in der Munitionsproduktion arbeiten. Daneben bestand ein Männerlager mit etwa 200 Häftlingen, die bei einem Baukommando zur Errichtung eines Schießplatzes eingesetzt waren. Neben den nun bereits 8.000 zivilen Arbeitern waren im Metallwerk etwa 2.000 Kriegsgefangene und Häftlinge im Einsatz. Das Männerlager hat wahrscheinlich nur bis zum 31. Januar 1945 bestanden. Für das Frauenlager wurde noch am 13. April 1945 vom Stammlager eine Liste zur Arbeitseinteilung von 1.091 Häftlingen geführt. Partisanen befreiten das Lager am 3. Mai 1945 und übergaben es zwei Tage später an US-amerikanische Truppen.[1] Nach Kriegsende wurden hier Sudetendeutsche interniert, bevor sie aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Zur Nutzung der Wertmarken der Metallwerke Holleischen durch Häftlinge der Konzentrations-Außenlager von Flossenbürg sind berechtigte Zweifel angebracht, auch wenn diese Wertmarken schon lange als „Lagergeld“ und sogar als „Prämienscheine“ in Katalogen aufgeführt und im Handel angeboten werden. Schon allein deshalb muss auf sie eingegangen werden.[2] Bei Holleischen handelte es sich um ein provisorisches Außenlager für Frauen auf einem Landgut, in dem man lediglich Schlafplätze hergerichtet hatte und das über keine eigene Kantine verfügte. Die Frauen wurden in den Werkskantinen der Metallwerke Holleischen verpflegt. Die MWH-Wertmarken spielten in den Erinnerungen von Zeitzeugen des Lagers keinerlei Rolle.[3] Wahrscheinlicher als der Gebrauch von Wertmarken in vielen Pfennig- und Markbeträgen für nur 600 bis 1.100 weibliche Häftlinge (die 200 Häftlinge des Männerlagers arbeiteten ja in einem Baukommando), die außerdem nichts mit der Stückelung der Prämienvorschrift der SS von 1943[4] zu tun haben und eher an Kleingeldersatz für einen Kantinenbetrieb denn an Prämienscheine erinnern, ist denn auch die Nutzung in dem bereits 1940 für Tausende zivile Arbeiter errichteten Kasino der Metallwerke. Dies würde auch die bis heute anhaltende, relativ große Häufigkeit der Wertmarken und den daraus resultierenden niedrigen Sammlerwert erklären. Als Prämienscheine zur Motivation von Häftlingen zu höheren Arbeitsleistungen in der Kriegswirtschaft wurden in der Regel Scheine zu 50 Reichspfennig sowie 1, 2 und 3 Reichsmark (RM) genutzt. Die durchschnittliche Prämie pro Häftling und Woche lag bei etwa 3 RM. Sog. Funktionshäftlinge erhielten bis zu 10 RM. Zum Vergleich: Ein Soldat der Wehrmacht im Kriegseinsatz erhielt als Wehrsold einen Tagessatz von 50 Reichspfennig = 3,50 RM pro Woche. Kompletter Satz Wertmarken der Metallwerke Holleischen. Die aus perforierten Bogen getrennten Wertmarken der Metallwerke Holleischen haben ein einheitliches Format von ca. 55 mm x 30 mm. Gedruckt wurden sie auf farbigem Karton ohne Wasserzeichen. Im Unterdruck befindet sich jeweils ein wiederholtes farbiges MWH-Firmenlogo. Welche Druckerei die Wertmarken hergestellt hat, ist leider nicht bekannt. Auch nicht bekannt ist, wann sie genau eingeführt wurden. Man kann aber davon ausgehen, dass dies bereits mit dem Bau des Kasinos für die zivilen Arbeit im Jahr 1940 gewesen sein könnte. Im Umlauf waren sie bis Mai 1945. Die Höhe der Auflage ist unbekannt, aber noch heute tauchen immer wieder druckfrische Wertmarken im Handel auf, die aus Restbeständen stammen dürften. Hans-Ludwig Grabowski Anmerkungen [1] Alfons Adam, Holleischen (Holyšov), in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 4, S. 151f. [2] Albert Pick/Carl Siemsen, Das Lagergeld der Konzentrationslager und D.P.-Lager 1933 – 1947, S. 41, sowie: Ray Feller/Steve Feller, Silent Witnesses: Civilian Camp Money of World War II, S. 35 – 36, sowie: Lance K. Campbell, Prisoner of War and Concentration Camp Money of the 20th Century, S. 63, sowie: C. Frederick Schwan/Joseph E. Boling, World War II Remembered: History in your hands – a numismatic study, S. 499. [3] Alexander Schmidt (Leiter der Ausstellung der Gedenkstätte Flossenbürg), Telefonauskunft vom 11. Juni 2008. [4] Dienstvorschrift für die Gewährung von Vergünstigungen an Häftlinge (Prämien-Vorschrift) des Chefs des SS-Wirtschaftsverwaltung-Hauptamtes (Oskar Pohl), gültig ab 15. Mai 1943. Buchempfehlung Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld des Terrors Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Gettos 1933 bis 1945. Mit Dokumenten aus der Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. Hardcover: 456 Seiten Format: 17 x 24 cm ISBN: 978-3-86646-040-9 Preis: 19,90 Euro Leseprobe Zum Shop Mit dem "totalen Krieg" und dem massenhaften Einsatz von Häftlingen als Arbeitssklaven – vor allem in der Rüstungsindustrie – erreichte die Verwendung von Geldersatz in den Lagern und Ghettos des Dritten Reichs ihren Höhepunkt. Schon zuvor hatte es spezielle Zahlungsmittel gegeben, doch nahmen die sogenannten Prämienscheine, die dann in fast allen Konzentrationslagern genutzt wurden, um Gefangene aus ganz Europa zu immer höheren Leistungen zu motivieren, eine herausragende Stellung ein. Die Rolle von Geld und Geldersatz in den Lagern und Ghettos wird erstmals nicht nur in Form einer umfangreichen Katalogisierung behandelt. Im vorliegenden Band steht sie im Mittelpunkt einer ausführlicheren Arbeit zu den historischen Hintergründen und Fakten, die in dieser Form erstmalig präsentiert werden können. Als Grundlage für die längst überfällige Aufarbeitung dieses Kapitels der deutschen und internationalen Währungsgeschichte diente dem Autor nicht nur die bedeutende zeitgeschichtliche Sammlung des bekannten Berliner Sammlers und Forschers Wolfgang Haney. Zusammen mit historischen Belegen aus weiteren Sammlungen und Archiven konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden. Dadurch ist eine völlig neuartige Dokumentation zu einem wichtigen Baustein im System des nationalsozialistischen Terrors entstanden, die für überraschende Einblicke und erschütternde Momentaufnahmen aus den Erinnerungen von Zeitzeugen und der Bürokratie der Vernichtung sorgt. Als Anfang 1945 mit über 700.000 Häftlingen in deutschen Konzentrationslagern der Höhepunkt erreicht war, stand das System bereits vor dem Aus. Das Geld des Terrors blieb als stummes Zeugnis bis heute erhalten.

  • Lexikon: Kerenski, Alexander Fjodorowitsch

    Alexander Fjodorowitsch Kerenski (4. Mai 1881 – 11. Juni 1970) war ein russischer Politiker der Trudowiki (Sozialrevolutionäre). Nach der Februarrevolution in Russland und der Abdankung des Zaren war er von März bis April 1917 Justizminister, von Mai bis September 1917 Kriegs- und Marineminister und seit der Niederschlagung des Juliaufstands bis zur Machtübernahme der Bolschewiki während der Oktoberrevolution am 7. November 1917 letzter Ministerpräsident der Provisorischen Regierung in Russland. Foto: Alexander Fjodorowitsch Kerenski (Datum unbekannt), George Grantham Bain-Sammlung der Library of Congress, Wikimedia Commons, restauriert. RUS-37a: Staatlicher Kreditschein über 1000 Rubel von 1917, Vorderseite mit Swastika im Unterdruck und Rückseite mit dem Gebäude der staatlichen Duma. Sog. "Kerenski-Rubel", Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Die in seiner Regierungszeit ausgegebenen Geldscheine wurden im Unterschied zu den Scheinen aus der Zarenzeit als "Kerenski-Rubel" bezeichnet. Die provisorische Regierung war wegen anhaltendem Kleingeldmangel (Russland befand sich immer noch im Krieg) gezwungen, das bereits zuvor verwendete "Briefmarkengeld" – jetzt ohne dem Zarenadler auf den Rückseiten – zu verwenden. Anschließend kamen Nach- bzw. Neudrucke von Rubel-Scheinen in Umlauf. Die niedrigen Werte stammten noch aus der Zarenzeit, die beiden hohen Werte zu 250 und 1000 Rubel (siehe Abb.) nannte man "Kerenski-Rubel". Der Kreditschein zu 250 Rubel zeigt auf der Rückseite den russischen Doppeladler ohne Krone mit Swastika im Unterdruck. Der Druck dieser Scheine wurde unter der Sowjetmacht zunächst fortgeführt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Grabowski / Huschka / Schamberg: Ausländische Geldscheine unter deutscher Besatzung im Ersten und Zweiten Weltkrieg Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-505-3 Auflage: 1. Auflage 2006 Format: 14,8 cm x 21 cm Abbildungen: zahlreiche farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 320 Preis: 14,90 EUR Leseprobe Zum Shop

  • Military Payment Certifikates der US-Armee in Deutschland 1946 – 1958

    Die Verwendung von Military Payment Certifikates durch die US-amerikanische Armee in Deutschland (16. September 1946 – 27. Mai 1958) 1945: Deutschland lag am Boden, die deutsche Bevölkerung hungerte. Nur auf dem Schwarzmarkt ließen sich heiß begehrte Waren eingetauscht. Hier waren in den Westzonen auch die alliierten Soldaten zu finden. Hier wechselten Fotoapparate, Uhren, Silberbestecke und andere vor der Kriegszerstörung gerettete Güter gegen Lebensmittel und Zigaretten den Besitzer. Besonders begehrt waren US-amerikanische Zigaretten als Tauschware. Sie traten vielfach an die Stelle der wertlos gewordenen Reichsmark. Der Verkauf von Zigaretten auf dem Schwarzmarkt bot US-Soldaten ungeahnte Verdienstmöglichkeiten. So importierten viele Gis Zigaretten aus den USA. Geschätzt die Hälfte der Millionen Paketen, die jeden Monat mit der Militärpost in Deutschland eintrafen, waren Zigarettenlieferungen. In den PX-Läden[1] kostete eine Stange Lucky Strike einen US-Dollar. Auf dem Schwarzmarkt erzielte man dafür über 1000 Reichsmark. Dieses Geld tauschten die US-Soldaten wie ihren Sold, den sie in Marknoten der Alliierten Militärbehörde ausbezahlt bekamen, in US-Geld zum Kurs von 10 Mark pro US-Dollar. Abb. 1.1: Alliierte Militärbehörde, Serie 1944, 10 Mark, Vorderseite. Abb. 1.2: Alliierte Militärbehörde, Serie 1944, 10 Mark, Rückseite. Der GI lebte nicht nur gut und hatte praktisch keine Ausgaben, sondern schickte auch enorme Summen nach Hause. In einem einzigen Monat im Jahr 1945 überwiesen die in Berlin stationierten Soldaten allein 3.163.519 US-Dollars, das waren über 100.000 US-Dollars mehr als der ausgezahlte Sold und dies selbst, nachdem sie etwa 300.000 US-Dollar in den PX-Läden ausgegeben hatten! Die in Deutschland stationierten Soldaten überwiesen eine halbe Milliarde Dollar, euphemistisch „Pokergewinne“ genannt, nach Hause.[2] Das War Department (Kriegsministerium) war hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch die gegenwärtigen und zukünftigen Interessen der US-amerikanischen Soldaten zu schützen und der Notwendigkeit mit der wachsenden finanziellen Belastung für den US-Steuerzahler umzugehen. Die US-Militärverwaltung schränkte daher ab November 1945 den unbeschränkten Umtausch von Reichsmark in US-Dollar ein und ließ Überweisungen nur noch in Höhe des Soldes zu. Zudem verbot die US-Armee am 26. Mai 1947 die kostenlose Einfuhr von Zigaretten aus den USA durch ihre Soldaten im besetzten Deutschland. Der Secretary of the Treasur (Finanzminister) Fred M. Vinson führte in einem Schreiben vom 18. Februar 1946 an das Kriegsministerium aus: „Die Unfähigkeit der US-Armee, den Umtausch von Fremdwährungen in Dollar zu verhindern, die die Soldaten auf unerlaubtem Weg erworben haben und die mangelnde Bereitschaft des Kriegsministeriums wirksame Kontrollen einzuführen, die das Finanzministerium in der Vergangenheit vorgeschlagen hat, haben zu einer ernsthaften Verschlimmerung der Situation geführt.“ Vinson forderte „drastische Maßnahmen, die den Umtausch der Armee überflüssig machen und damit beseitigen würde.“ Nur widerwillig akzeptierte das Kriegsministerium den Plan, eine „Sonderwährung“, ähnlich dem Kantinengeld der deutschen Wehrmacht (Behelfszahlungsmittel) auf dem Balkan, einzuführen. Petrov zitiert einen Studenten, der die Notwendigkeit für die Einführung des Kantinengeldes wie folgt ausdrückte: „Kantinengeld ist die verspätete Anerkennung der Tatsache, daß bei einer Invasion oder Besetzung drei getrennte Devisenbereiche beteiligt sind: das eroberte Land, das Heimatland und das Militär, wobei das Militär ein eigenes System von wirtschaftlichen und finanziellen Transaktionen bildet. Die Transaktionen zwischen diesen drei Gemeinschaften müssen wirksam kontrolliert werden, wenn die Devisenreserven einer der drei Gemeinschaften nicht unnötig aufgebraucht werden sollen.“ [3] Noch aber blieb die Frage offen, was mit dem bereits aufgelaufenen Defizit geschehen sollte. Der normale Weg wäre gewesen, den US-Kongress um zusätzliche Mittel zu bitten. Das Kriegsministerium scheute diesen Weg, da die Republikaner den Kongress kontrollierten und von dort eine ablehnende Haltung zu erwarten war. Außerdem waren die Anhörungen in den Bewilligungsausschüssen öffentlich, somit wäre unweigerlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die finanziellen Unternehmungen der Truppen in Deutschland und Japan gelenkt worden. Dies wollte das Kriegsministerium auf jeden Fall vermeiden. Stattdessen beschlossen Kriegsministerium und Finanzministerium, das ebenfalls öffentlichkeitsscheu war, das Defizit mit „internen Mitteln“ zu beseitigen. Dazu sollten die Preise der Waren in den PX-Läden erhöht werden und deutsche und japanische Verwaltungsstellen einen Teil der Besatzungskosten tragen. All dies reichte aber bei Weitem nicht aus. Im Kriegsministerium keimte die Idee, dass die deutschen und japanischen Kriegsgefangenen für die Gewinne der US-amerikanischen Schwarzhändler zahlen sollten. Gemäß Artikel 23 und 24 der Genfer Konvention von 1929 hatten die deutschen Kriegsgefangenen in den US-amerikanischen Lagern Anspruch auf einen bestimmten Lohn, der auf Konten gutgeschrieben wurden. Die dafür benötigten 150 bis 200 Millionen US-Dollars hatte der Kongress bewilligt. Als Anfang 1946 Kriegsgefangene entlassen wurden und nach Deutschland zurückkehrten, erhielten sie Bescheinigungen des Finanzministeriums, in denen der noch zustehende Lohn in US-Dollars angegeben wurde. Abb. 2.1: Military Disbursing Officers of the United States, Payment Order vom 15. Juni 1946 über $22,95, Vorderseite. Abb. 2.2: Military Disbursing Officers of the United States, Payment Order vom 15. Juni 1946 über $22,95, Rückseite. Hätten die ehemaligen Kriegsgefangenen in Deutschland diesen Betrag in US-Dollars ausgezahlt bekommen, wären ansehnliche Beträge zusammengekommen. Der Preis für einen US-Dollar auf dem Schwarzmarkt lag zu diesem Zeitpunkt bereits weit über 200 Reichsmark. Stattdessen beschloss man in der US-Militärverwaltung diese Anweisungen in Mark auszuzahlen. General Clay sprach sich nachdrücklich dagegen aus, den bei der Truppe verwendeten Umtauschsatz von 1 US-Dollar gleich 10 RM anzuwenden, da dies „den ehemaligen Kriegsgefangenen eine unangemessene Kaufkraft verleihen und die Inflationsgefahr erhöhen“ würde. Er empfahl einen Kurs von 2,5:1, der die relative Kaufkraft der beiden Währungen besser widerspiegeln würde. Die Finanzbeamten der US-Armee stellten jedoch fest, dass die Briten den ehemaligen Kriegsgefangenen, die in ihre Zone zurückkehrten, einen um 50 Prozent höheren Satz zahlten. Da dies zu Schwierigkeiten in der Bevölkerung hätte führen können, bat General McNarney das Kriegsministerium, den Umtauschsatz für die Kriegsgefangenenscheine des Schatzamtes auf der Grundlage 3 US-Dollar gleich 10 Mark auszahlen zu dürfen. Nach langem Hin und Her wurde die Zustimmung erteilt. Damit trugen die Kriegsgefangenen einen wesentlichen Beitrag zum Abbau des Defizits der Armee bei. Dennoch dauerte es Jahre, bis die Schulden getilgt waren.[4] Abb. 3.1: Military Payment Certificates, Series 461, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 3.2: Military Payment Certificates, Series 461, 1 Dollar, Rückseite. Ab 16. September 1946 erfolgte die Soldzahlung an die GIs nur noch in auf US-Dollar lautende „Military Payment Certificates“ (MPC). Die sieben Nominale (5, 10, 25 und 50 Cents sowie 1, 5 und 10 US-Dollars) wurden gleichzeitig in 18 Staaten/Gebieten in Umlauf gesetzt. Alle Scheine tragen die Serienbezeichnung 461. Die Scheine wurden im Lithografie-Druckverfahren und nicht im Tiefdruckverfahren – dem sonst üblichen Druckverfahren bei Banknoten – von Tudor Press Incorporated, Boston, Massachusetts, gedruckt. Hauptgrund für die Wahl dieses Druckverfahrens waren natürlich die geringeren Herstellungskosten. Dafür nahm man den geringeren Fälschungsschutz in Kauf. Da die Scheine bereits nach kurzer Umlaufzeit gegen eine neue Serie ausgetauscht werden sollten, schien dies akzeptabel. Als Schutz gegen Fälschungen wurde Planchetten-Papier verwendet, d. h. in dem Papier waren kleine Plättchen aus farbigem Papier eingearbeitet. Obwohl die Anzahl der Planchetten von Schein zu Schein variierte und es statistisch gesehen möglich ist, dass ein Schein keine Planchetten enthält, ist dies nicht wahrscheinlich. Bei abgenutzten Scheinen kann es schwierig sein, die Planchetten zu lokalisieren, aber in der Regel lassen sich bei sorgfältiger Prüfung einige von ihnen finden. Viele gefälschte Geldscheine haben aufgedruckte farbige Punkte, die die Planchetten nachbilden sollen. Der Unterschied zwischen echten Planchetten und Fälschungen wird in der Regel unter Vergrößerung oder durch Halten der Banknote in ein starkes Licht sichtbar. Eine echte Planchette macht die Banknote dicker und lässt sie an diesen Stellen im Gegenlicht dunkel erscheinen. Auch die Wahl der Druckfarben diente dem Schutz vor Fälschungen. Die Farben werden gedruckt, indem eine Farbe über eine andere gelegt wird, wobei der Verbund das komplette Design des Scheins ergibt. Sobald die Farben übereinander gedruckt sind, ist es für einen Fälscher schwierig, die Farben für seinen eigenen illegalen Druck zu trennen. Das Problem wird in den meisten Fällen durch eine sorgfältige Auswahl der Farbkombinationen noch verschärft. Darüber hinaus wurde mit der Einführung der Serie 461 eine Tinte verwendet, die auf ultraviolettes Licht reagiert. Diese Tinte ist unter normalem Licht nicht als etwas Ungewöhnliches zu erkennen, hebt sich aber unter ultraviolettem Licht deutlich ab. Dieses Sicherheitsverfahren ist heute in vielen Ländern üblich, war jedoch neu, als es erstmals für den Druck von Militärgeldsscheinen verwendet wurde. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen tauchten bereits drei Wochen nach Ausgabe der Scheine die ersten Falsifikate auf. Abb. 4.1: Military Payment Certificates, Series 471, 10 Cents, Vorderseite. Abb. 4.2: Military Payment Certificates, Series 471, 10 Cents, Rückseite. Abb. 5.1: Military Payment Certificates, Series 471, 50 Cents, Vorderseite. Abb. 5.2: Military Payment Certificates, Series 471, 50 Cents, Rückseite. Bereits am 10. März 1947 wurde die Serie 461 durch die Serie 471 (gedruckt bei Tudor Press und nummeriert beim Bureau of Engraving and Printing) abgelöst. Abb. 6.1: Military Payment Certificates, Series 472, 10 Cents, Vorderseite. Abb. 6.2: Military Payment Certificates, Series 472, 10 Cents, Rückseite. Abb. 7.1: Military Payment Certificates, Series 472, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 7.2: Military Payment Certificates, Series 472, 1 Dollar, Rückseite. Abb. 8.1: Military Payment Certificates, Series 472, 5 Dollars, Vorderseite. Abb. 8.2: Military Payment Certificates, Series 472, 5 Dollars, Rückseite. Abb. 9.1: Military Payment Certificates, Series 481, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 9.2: Military Payment Certificates, Series 481, 1 Dollar, Rückseite. Abb. 10.1: Military Payment Certificates, Series 481, 10 Dollars, Vorderseite. Abb. 10.2: Military Payment Certificates, Series 481, 10 Dollars, Rückseite. Am 22. März 1948 folgte die Serie 472, am 20. Juni 1951 die Serie 481 und am 25. Mai 1954 die Serie 521 – gedruckt bei Forbes Lithograph Corporation, Bosten, Massachusetts. Sie blieben bis zum 27. Mai 1958 im Umlauf. Danach wurden Military Payment Certificates nicht mehr in Deutschland verwendet. Abb. 11.1: Military Payment Certificates, Series 521, 5 Cents, Vorderseite. Abb. 11.2: Military Payment Certificates, Series 521, 5 Cents, Rückseite. Abb. 12.1: Military Payment Certificates, Series 521, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 12.2: Military Payment Certificates, Series 521, 1 Dollar, Rückseite. Zwischen 1946 und 1973 ließ das U.S. Department of Defense 15 Serien der Military Payment Certificates drucken, von denen 13 ausgegeben wurden. In den 27 Jahren nutzte die U.S. Army diese Geldzeichen in 22 Staaten. Bei den letzten 5 Serien, beginnend mit der Serie 661, wurde ein zusätzlicher Wert – 20 Dollars – hinzugefügt. 0.1 Übersicht der MPC-Ausgaben[5] Leider geben nur wenige offizielle Quellen Einblicke in die Entwicklung und Gestaltung der MPC. Die Untersuchung der Entwürfe zeigt deutlich einen Übergang von sehr einfachen zu aufwändigen und farbenfrohen Designs. Obwohl bei der Gestaltung der Militärzahlungsscheine eine Reihe von Originalvignetten verwendet wurden, wurden auch zahlreiche Gestaltungselemente aus anderen Quellen übernommen, z. B. Vignetten und Designelemente von Papiergeld der Vereinigten Staaten, der Philippinen und Westdeutschlands, sowie von Post- und Steuermarken der Vereinigten Staaten. Auch viele ornamentale Umrandungen, Ziffern und ähnliche Elemente anderer Wertzeichen wurden bei den MPCs übernommen. Ein Blick in den Katalog von Schwan gibt hierüber Auskunft.[6] Was hat es mit der dreistelligen Serienbezeichnung für eine Bewandtnis? Die ersten beiden Stellen geben Auskunft über das Druckjahr (46 also 1946), während die dritte Zahl über die Ausgabe Auskunft gibt. Die meisten Serien enden auf 1, weil nur eine Ausgabe in diesem Jahr gedruckt wurde. Eine zweite Serie wurde nur 1947 (Serie 472) und 1969 (Serie 692) hergestellt. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass einige Serien der MPC in mehreren Auflagen gedruckt wurden. Der offensichtliche Grund dafür war, dass der Bedarf falsch eingeschätzt wurde. Das ist sicherlich leicht zu verstehen. In den 1940er Jahren konnten die Planer nicht die Aufgaben abschätzen, die die Besatzung in Asien und Europa mit sich brachten. Selbst mit Erfahrung war es nicht immer möglich, richtig zu planen. Die sich rasch ausdehnenden Operationen während des Koreakriegs und später in Vietnam erforderten mehrere Drucke.[7] Auch bei der Herstellung der MPC kamen fehlerhafte Drucke vor, die gegen Austauschnoten ausgewechselt wurden. Sie sind leicht am fehlenden Suffix-Buchstaben in der Kennziffer zu erkennen. Lautete z. B. die Standardnummer „A 01234567 A“, so war auf der Austauschnote nur „A 01234567“ zu lesen.[8] Die Serie 692 war bis zum 15. März 1973 in Vietnam im Gebrauch. Danach wurden keine MPC mehr ausgegeben. Die Serien 691 und 701 wurden zwar gedruckt, aber nicht mehr ausgegeben. Von der Serie 721 existieren nur Entwürfe. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] „PX“ steht für „Post Exchange“ und bezeichnet ein Einkaufszentrum mit amerikanischem Angebot, das nur von US-Soldaten und deren Angehörigen mit speziellen Ausweisen besucht werden kann. [2] Loren Gatch: From Black Market to Barter Mart in Postwar Germany, (20.12.2022) [3] Vladimir Petrov: Money and Conquest, Allied Occupation Currencies in World War II, Baltimor 1967, S. 215. [4] Vgl. Vladimir Petrov, S. 217 f. [5] BEP History Fact Sheet, Military Payment Certificates 1946 – 1973, (12.12.2023) [6] Fred Schwan, Comprehensive Catalog of Military Payment Certificates, Port Clinton, Ohio 1997, S. 68 ff. [7] Fred Schwan u. Larry Smulczenski, Comprehensive Catalog of Military Payment Certificates, 5th Edition, Port Clinton, Ohio 2023, S. 20 f. [8] Fred Schwan, S. 62 f.

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