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- Leserpost: Fälschung zu 100 Billionen Mark von 1923
In dem Artikel "Hyperinflationen der 1920er Jahre als Folge des Ersten Weltkriegs, Teil 1" von Herrn Bronnert in Ihrem Newsletter 06/2022 ist eine Fälschung der Reichsbanknote vom 26. Oktober 1923 zu 100 Billionen Mark abgebildet. Ich besitze auch so einen Schein, den ich als Fälschung erworben habe. Eine Kopie der Vorder- und Rückseite (siehe Abbildungen) füge ich bei. Der Schein macht einen recht gebrauchten Eindruck und hat ziemliche Ähnlichkeit mit dem in Ihrem Beitrag abgebildeten Schein. Gibt es auffällige Merkmale der Fälschung? W. Reiß Originale DEU-153a: Echte Reichsbanknote (Reichsdruck) zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923, Sammlung Gerber. DEU-153M2: Echte Reichsbanknote (Muster eines Firmendrucks) zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923, Sammlung Gerber. Fälschungen Abbildung einer Fälschung ohne Nummerierung, Sammlung Gerber. Abbildung der Fälschung aus dem Artikel von Uwe Bronnert mit Kontrollnummer, aber ohne Serie bzw. Firmenzeichen. Antwort der Redaktion Was sofort ins Auge fällt, ist die abweichende Farbe der Nummerierung. Ich habe mal zwei Originale (Reichs- und Firmendruck) sowie eine weitere Fälschung zum Vergleich mit abgebildet. Bei Ihrem Schein wird ein Firmenzeichen (L) angegeben, während beim Schein von Uwe Bronnert nur eine Kontrollnummer vorhanden ist, eine Serie bzw. ein Firmenzeichen fehlt jedoch. Bei der abgebildeten Fälschung aus der Sammlung Gerber haben wir überhaupt keine Nummerierung. Allen drei Fälschungen ist aber gemein, dass die rechte Randeinfärbung deutlich sichtbar lediglich aufgedruckt ist und sich nicht im Papier befindet. Ebenso sind die Fasereinlagen, die sich bei Originalen im Papier befinden, bei den Fälschungen durch Aufdruck lediglich nachgeahmt. In der Randeinfärbung befindet sich bei den Originalen außerdem ein Distelstreifen als Wasserzeichen. Das ist bei den Fälschungen lediglich durch Aufdruck angedeutet, was am deutlichsten bei der Fälschung von Uwe Bronnert zu sehen ist. Damit haben wir schon die wichtigsten und offensichtlichsten Merkmale von Originalen und Fälschungen zusammengefasst. Dass Ihre Fälschung trotzdem so deutliche Gebrauchsspuren aufweist, ist nicht verwunderlich. Während der Inflation sind zahlreiche Fälschungen zum Teil auch lange in Umlauf gewesen. Durch die kaum zu überschauende Flut von immer neuen Ausgaben von Banknoten und Notgeldscheinen liefen sogar handgezeichnete Fälschungen und Fantasiescheine um, weil sich die Menschen kaum mehr die Mühe machte, Scheine auf Echtheit und Authentizität zu prüfen. Die Devise in der Zeit der Hyperinflation vor nunmehr 100 Jahren lautete, das Geld so schnell wie möglich auszugeben, bevor es erneut an Wert verloren hat. Aus diesem sehr einfachen, aber für jeden nachvollziehbaren Grund wurde die Hochzeit der Inflation auch als "Tanz auf dem Vulkan" bezeichnet. Hans-Ludwig Grabowski
- Allgäuer Milchgeld 1923
Dieses Geld ist ausgegeben vom Milchwirtschaftlichen Landesverband e.V. aufgrund einer Vereinbarung mit dem unterzeichneten Verband im Benehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft. Allgäuer Milchgeld über 0,50 Mark Gold, Vorder- und Rückseite. Zunächst frage ich die Künstliche Intelligenz (KI) ChatGPT: Was ist Allgäuer Milchgeld von 1923. Die Antwort erfolgt innerhalb 5 Sekunden: „Allgäuer Milchgeld“ bezieht sich auf einen historischen Vorgang in Deutschland im Jahr 1923. In diesem Jahr kam es aufgrund von Hyperinflation zu einem Zusammenbruch des deutschen Währungssystems, was zur Folge hatte, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen sprunghaft anstiegen. Das „Allgäuer Milchgeld“ war ein Symbol für die Auswirkungen der Hyperinflation auf die Lebenshaltungskosten der Menschen. Es bezog sich auf die Situation im Allgäu, einer Region in Süddeutschland, in der Milchbauern ihre Milch zu einem Preis von einer Milliarde Mark pro Liter verkauften. Das Allgäuer Milchgeld war also der Betrag, den die Milchbauern für ihre Milch erhielten, und es verdeutlichte die Absurdität der Hyperinflation und die enorme Wertlosigkeit der damaligen deutschen Währung. Die Antwort ist im Wesentlichen richtig, dennoch etwas kryptisch vom Verständnis her. Aber ich versuche es Mal mit meiner Natürlichen Intelligenz (NI): Eine großangelegte Notgeldaktion zur Sicherstellung der Milch- und Getreidebelieferung der Städte kam auf Betreiben des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums zustande, auf dessen Veranlassung die Bayerische Landwirtschaftsbank e.G.m.b.H., München, und die Allgäuer Vereinsbank e.G.m.b.H., Kaufbeuren, ab dem 19. November 1923 Geldscheine über 4.20 Mark Gold bzw. über 0.50, 1 und 4 Mark Gold herausbrachten (Goldmark mit Dollar-Valutaklausel). Allgäuer Vereinsbank e.G.m.b.H., Notgeldschein über 1 Mark Gold = 10/42 Dollar. Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsminister der Finanzen und gedeckt durch Hinterlegung von 6% wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches. Dieser Schein kommt zum 15. Dezember 1923 zum Aufruf. Der Inhaber kann binnen Monatsfrist nach Aufruf den Umtausch in Schatzanweisungen der wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reiches oder gegen Aushändigung des Scheines die Zahlung eines gleichwertigen Barbetrages, umgerechnet nach dem Berliner Mittelkurs für Auszahlung New-York, bei den unten genannten Geschäftsstellen der Allgäuer Vereinsbank verlangen (Günzburg a.D., Jettingen, Kaufbeuren, Kempten, Landsberg am Lech, Mindelheim, Pfronten-Ried, Schwabmünchen, Türkheim, Waal, Weitnau, Wörishofen). Ausgestellt in Kaufbeuren am 19. November 1923. Allgäuer Milchgeld über 4 Mark Gold, Vorder- und Rückseite. Beide Banken durften ihr Notgeld nur an die vom Landwirtschaftsministerium bezeichneten landwirtschaftlichen Kreise abgeben; damit blieb es im Umlauf auf den mit der Milchversorgung der größeren Bedarfsorte befassten Großhandel, auf die mit milchwirtschaftlichen Erzeugnissen handelnden Wirtschaftskreise und auf das Müllereigewerbe des schwäbisch-oberbayerischen Gebites beschränkt. Mit dem Notgeld sollten die Erzeuger bezahlt werden. Die Händler mussten sich dagegen verpflichten, auch Papiermark in Zahlung zu nehmen. Bayerische Landwirtschaftsbank e.G.m.b.H.: Wertbeständiger Notgeldschein über 4.20 Mark Gold = 1 Dollar, ausgegeben in München am 19. November 1923. Für den Fall bestimmungswidriger Verwendung des Goldmarknotgeldes wurde Entzug der Handelserlaubnis angedroht. Die Scheine der Allgäuer Vereinsbank haben vor allem im Allgäu Verbreitung gefunden und liefen dort unter dem Namen „Allgäuer Milchgeld“ um. Das Notgeld beider Banken war vom Reichsfinanzministerium genehmigt. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Lexikon: Geldscheinsammler
"DER GELDSCHEINSAMMLER" war lange Zeit die einzige deutschsprachige Zeitschrift, die sich ausschließlich mit dem Papiergeld (nebst verwandten Gebieten) und dem Geldscheinsammeln beschäftigte. Die Erstausgabe erschien im November 1986. "DER GELDSCHEINSAMMLER", Titel der Erstausgabe vom November 1986. Die Fachzeitschrift erschien anfänglich zweimonatlich beim damaligen Heinrich Gietl Verlag in Regenstauf (heute Battenberg Gietl Verlag). Verantwortlicher Redakteur der ersten Stunde war Dr. Alexander Persijn. Bis 2001 blieb "DER GELDSCHEINSAMMLER" mit zuletzt neun Ausgaben pro Jahr eine eigenständige Zeitschrift. Ab 2002 wurde sie fester Bestandteil der Zeitschrift "MÜNZEN & PAPIERGELD", heute "MUNZEN & SAMMELN" mit elf Ausgaben im Jahr. Verantwortlicher Redakteur für die Rubrik "DER GELDSCHEINSAMMLER" in "Münzen & Sammeln" ist seither Hans-Ludwig Grabowski, der bereits ab 1998 redaktionelle Aufgaben für "DER GELDSCHEINSAMMLER" übernommen hatte. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Leserpost: Geldscheine von Monaco und Tansania?
Bei einer Auktion bekam ich kürzlich drei Geldscheine, die ich nicht recht zuordnen kann. Im Katalog "World Paper Money" ab 1961 finde ich sie nicht. Bei Monaco handelt es sich um eine Testnote zu 20 Francs von 2018 mit Porträt von Fürstin Gracia Patricia. Ist das ein offizielles Zahlungsmittel? Bei Tansania geht es um zwei Noten 50 Shillings und 50 Yuan zugunsten des Nationalparks "Serengeti". Die Unterschriften sind jeweils gleich. Sind es Umlaufscheine für den Nationalpark mit entsprechenden Abbildungen oder "nur" Eintrittskarten? Beide Scheine zeigen in englischer Sprache: Serie "R 2018". H.S. Antwort der Redaktion Nicht alles, was aus Papier – oder inzwischen auch aus Polymer-Kunststoff – ist und nach Geld aussieht, ist ein Geldschein und schon gar keine Banknote. Leider wird der Begriff Banknote immer wieder falsch verwendet, sogar von Mitarbeitern in Museen. Streng genommen sind Banknoten lediglich Noten konzessionierter Notenbanken (z. B. einer Zentralbank oder Staatsbank). Staatspapiergeld wird oft von staatlichen Kassen oder Behörden ausgegeben, weshalb es eigentlich nicht mit Banknoten gleichgesetzt werden kann. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden solche Kassenscheine aber auch als Banknoten bezeichnet. Auf keinen Fall Banknoten ist aber alles andere, also z. B. Notgeldscheine oder eben auch Fantasiescheine, um was es sich bei Ihren drei Scheinen handelt. Monaco selbst hatte, abgesehen von Notausgaben aus dem Jahr 1920, keine eigenen Geldscheine. Heute gilt hier der Euro und davor liefen die Noten der Banque de France um. Das ist der Grund, warum der Geldkünstler Matej Gábriš aus Bratislava 2018 einen sehr schönen Fantasieschein über 20 Francs mit Porträt der vormaligen monegassischen Fürstin Gracia Patricia (Grace Kelly) auf der Vorderseite und dem Opernhaus von Monte Carlo auf der Rückseite schuf. Gábriš ist sehr kreativ und gestaltete bereits eine Vielzahl von Fantasiescheinen, so auch für Lappland und die nicht mehr existierende DDR. Sogar Scheine aus Kunststoff hat er schon geschaffen, wie z. B. für die kleine Insel Pitcairn, die in der Realität gerade einmal 50 Einwohner hat und den meisten nur als letzter Zufluchtsort der Meuterer von der "Bounty" bekannt wurde. Er selbst bezeichnet seine Arbeiten als Geldkunst und 2019 erschien sogar ein eigener Katalog zu seinen Scheinen, der sehr gern von Sammlern gekauft werden. Wer genau hinschaut, der findet auf seinen Scheinen aber immer auch einen Hinweis zur nicht vorhandenen Gültigkeit als Zahlungsmittel, hier "Non remboursable" (Nicht erstattungsfähig), bei anderen Scheine auch Begriffe wie "ESSAY", "SPECIMEN" "TEST" usw. Mehr zur Geldkunst von Matej Gábriš können Sie hier im Blog lesen: https://www.geldscheine-online.com/post/money-art-notes-as-a-way-of-expression https://www.geldscheine-online.com/post/die-geld-kunst-des-matej-g%C3%A1bri%C5%A1 https://www.geldscheine-online.com/post/noch-mehr-geld-kunst-des-matej-g%C3%A1bri%C5%A1 Die beiden anderen Scheine sind ebenfalls Fantasiescheine, die zum Verkauf an Sammler bestimmt sind. Beide Scheine stammen aus der Serie R von 2018, die sich ganz offensichtlich dem Thema Nationalparks in aller Welt widmet. Nur der Schein zum Serengeti-Nationalpark hat dabei etwas mit Tansania zu tun und verwendet deswegen auch die offizielle Währung Tansanias, den Shilling (Shilingi). Der andere Schein bezieht sich, wie übrigens auch so angegeben, auf das Naturschutzgebiet Jiuzhaigou in der chinesischen Provinz Sichuan, weshalb hier auch die Yuan-Währung verwendet wird und ein Panda zu sehen ist. Beides sind Fantasiescheine, die durch ihre schönen Motive Käufer unter den Sammlern finden sollen. Wir kenne andere Fantasiescheine aus den USA, von der Antarktis und von den Galapagos-Inseln und ungezählte mehr. In der Regel sind solche Scheine preiswert zu haben, handelt es sich doch um kein echtes Geld, weshalb es auch nicht in Standardkatalogen zu den Banknoten aus aller Welt zu finden ist. Viele Sammler haben aber trotzdem einige Fantasiescheine in ihrer Sammlung. Einen umfassenden Katalog zu weltweit allen Fantasiescheinen gibt es aber nicht und wird es wohl auch nie geben. Unter dem Schlagwort "Fantasiescheine" findet man noch mehr Beiträge zu diesem Thema hier im Blog: https://www.geldscheine-online.com/blog/tags/fantasiescheine Hans-Ludwig Grabowski
- Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 15
Vielleicht ist dies etwas für Ihren Blog: Serie DM-Geldscheine 1993/96 mit Kontrollnummer 1, die normalerweise für den Bundesbankpräsidenten reserviert sind. Die Banknoten mit der Seriennummer 1 sind Bestandteil unserer nächsten Auktion am 24. Juni 2023. Erik Masuch MÜNZEN GUT-LYNT GmbH https://www.gut-lynt.de/ BRD-47a: 10 DM vom 1. Oktober 1993 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. BRD-48a: 20 DM vom 1. Oktober 1993 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. BRD-49a: 50 DM vom 1. Oktober 1993 mit KN 1000001, Vorder- und Rückseite. BRD-50a: 100 DM vom 1. Oktober 1993 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. BRD-54a: 100 DM vom 2. Januar 1996 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. BRD-55a: 200 DM vom 2. Januar 1996 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. BRD-51a: 500 DM vom 1. Oktober 1993 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. BRD-52a: 1000 DM vom 1. Oktober 1993 mit KN 0000001, Vorder- und Rückseite. Anmerkung der Redaktion So etwas bekommt man wahrlich selten zu sehen! Neben einem Reichskassenschein über 50 Mark von 1874 (DEU-47) in der mit Abstand besten Erhaltung von nur einer Handvoll bekannter Scheine, sind die Bundesbanknoten mit der Kontrollnummer 1 ganz sicher ein Highlight der kommenden Auktion von Münzen Gut-Lynt, in dessen Banknotenauktion am 24. Juni 2023 rund 1000 Lose angeboten werden. Auch wenn das Auktionshaus noch relativ jung ist, bietet die Partnerschaft mit den Firmen Dr. Busso Peus in Frankfurt am Main (gegründet 1870 und damit älteste deutsche Münzhandelsfirma), mit der SINCONA AG Zürich, der Frankfurter Münzhandlung sowie der Münzhandlung Frank aus Nürnberg einen starken Verbund, den sich Sammler merken sollten. So werden etwa sämtlichen Banknotenlose (außer Banknoten der Schweiz) der SINCONA AG nur noch über Münzen Gut-Lynt versteigert. Besonders wichtig ist, dass mit einem bei 20 Euro beginnenden Ausruf auch viele Lose angeboten werden, die auf Sammler und den kleinen Geldbeutel zugeschnitten sind, während sonst oft nur teuere und große Lose für Händler bei Auktionen zu finden sind. Hier geht es zur Auktionsvorschau auf die Geldschein-Auktion von Gut-Lynt! Hier geht es direkt zur Geldschein-Auktion von Gut-Lynt! Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: Schatzanweisung des Volksstaates Hessen über 4,20 Goldmark von 1923
Objekttyp: Schatzanweisung (wertbeständiges Notgeld) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Mit der Ausgabe wertbeständigen Notgelds sollte 1923 die rasant fortschreitende Hyperinflation in Deutschland gebremst werden. Ab 23. Oktober 1923 hatte die Reichsregierung Unternehmen und Kommunen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld gestattet, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese gedeckt war. Doch bereits ab Mitte 1923 wurde erstes wertbeständiges Notgeld ausgegeben. Der Volksstaat Hessen, der nach dem Ende der Monarchie aus dem ehemaligen Großherzogtum Hessen entstanden war und aus zwei größeren, räumlich voneinander getrennten Gebietsteilen (inkl. Rheinhessen) sowie mehreren kleineren Exklaven bestand (gesamt 7.692 qkm mit 1,347 Millionen Einwohnern, 1919), gab mit Datum vom 20. Oktober 1923, das sich auf die Bekanntmachung des hessischen Gesamtministeriums bezieht, Schatzanweisungen aus, die durch eine Bürgschaft der Hessischen Landesbank gegen Verpfändung von staatlichem Waldbesitz gedeckt waren, was sie zu Besonderheiten unter den Notausgaben der deutschen Länder macht. Als Reihe A wurden Schatzanweisungen zu 4,20 Mark Gold = 1 Dollar im Wert von 250.000 Dollars, also 250.000 Stück im Gesamtwert von 1,05 Millionen Goldmark, ausgegeben, die durch staatlichen Waldbesitz der Oberförsterei Eudorf in Oberhessen gedeckt waren. Dieser Waldbestand umfasste rund 760 ha und stellte einen Gegenwert in Höhe von 2,1 Millionen Goldmark dar. Die Schatzanweisungen, die wie Geld umliefen, sollten zum 18. Oktober 1926 zu 120% des Nennwerts eingelöst werden. Die Ausgabe war so erfolgreich, dass als Reihe B mit gleichem Datum neue Schatzanweisungen in Nennwerten zu 1,05, 2,10, 4,20 und 21 Mark Gold im Gesamtwert von ebenfalls 250.000 Dollars ausgegeben wurden, die durch staatlichen Waldbesitz der Oberförsterei Bad Salzhausen in Oberhessen gedeckt waren. Dieser Waldbestand der Gemarkung Harbwald umfasste rund 650 ha und hatte einen Goldwert in Höhe von 2,08 Millionen Mark. Die Schatzanweisungen der Reihe B sollten ebenfalls zum 18. Oktober 1926 zu 120% ihres Nennwerts eingelöst werden. Heute kommen fast nur durch Lochung entwertete Stücke vor. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Darmstadt Emittent: Hessische Staatsschuldenverwaltung Nominal: 4,20 Mark Gold = 1 Dollar Datierung: 20. Oktober 1923 Vorderseite: Schwarz auf Grün, Mitte oben hessisches Landeswappen mit Laubkrone, Text im Zierrahmen auf Unterdruckmuster, links unten Prägestempel. Ohne Nummerierung und handschriftliche Unterschrift für die Ausfertigung. Rückseite: Text Material: Papier Wasserzeichen: H-H-B-Muster Druck: H. Hohmann, Darmstadt Format: 146 mm x 88 mm Nummerierung: ohne (Reststück, nicht ausgegeben) Auflage: 250.000 Im Umlauf: 20. Oktober 1923 bis 18. Oktober 1926 Authentizität: Original-Schatzanweisung (entwertetes Blanko-Reststück) Zitat: HES-14bE (Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Juni 2023, Teil 1
Indonesien 2000 Rupiah von 2023 Wie Linzmayer B618a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (2023, Rs. links unten). Malawi 200 Kwacha vom 1. Januar 2022 Wie Linzmayer B160e, aber mit neuem Datum (1. Januar 2022). 1000 Kwacha vom 1. Januar 2022 Wie Linzmayer B162e, aber mit neuem Datum (1. Januar 2022). Mauritius 200 Rupees von 2022 Wie Linzmayer B427c, aber mit neuen Unterschriften (Yerukunondu/Seegolam/Sewraj-Gopal) und neuem Datum (2022). Michael Kurt Sonntag (Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com)
- Lexikon: Geldscheine besonderer Art
Geldscheine besonderer Art sind Scheine, die sich durch die Art des Materials oder durch ihren Aufdruck vom "normalen" Papiergeld unterscheiden. Da diese Scheine auch bei den nichtsammelnden Betrachtern Beachtung finden und besonders bestaunt werden, haben viele Sammler solche Stücke zu einer Spezialsammlung zusammengefasst. Zahlungsmittel, die aus einem anderen Material als Papier bestehen, müssen bedruckt oder handbeschrieben sein, um noch zum Sammelgebiet des Papiergelds gerechnet werden zu können. Geprägte Stücke gehören dagegen in eine Münzsammlung. Beispiele für Stücke in Stoff, sogenannte "Textil-Scheine", gibt es in großer Zahl. Schon die Chinesen kannten im 13. Jahrhundert solche Scheine. Die während des Ersten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit in Deutschland ausgegebenen Scheine dieser Art würden einen eigenen Katalog füllen. Bekannt wurden vor allem das Bielefelder Stoffgeld aus Leinen, Seide und Samt, deren Geldcharakter allerdings zweifelhaft ist, weil sie vor allem für Sammler hergestellt wurden. Gra. 31: 100 Mark der Stadtsparkasse Bielefeld vom 15.7.1921, Vs. Seide gelb, mit Bogenrand, Vorder- und Rückseite. Gedrucktes Ledergeld wurde erst im 19. Jahrhundert bekannt (Baltikum und Alaska). Die Stadt Pößneck in Thüringen gab nach dem Ersten Weltkrieg Lederscheine (Pößnecker Ledergeld) aus, die als Inflationsgeld und auch als wertbeständiges Notgeld zirkulierten. Gra. 450: Stadt Pößneck, 5 Millionen Mark vom 11. August 1923 auf hellbraunem Schafleder, Vorder- und Rückseite. Aus Pergament waren die 1791 von der Compagnie de Commission in Paris ausgegebenen "Billets de confiance" und die während des spanischen Bürgerkriegs 1937 in der Gemeinde Selva de Mar (Katalonien) hergestellten Notgeldscheine. Aber auch die Stadt Pößneck gab 1922 Notgeld auf dickem Pergament aus. Gutschein der Stadt Pößneck über 100 Mark vom 13. September 1922 aus dickem Pergament, Gültigkeit durch Stempel verlängert bis 5. Februar 1923, Druck einseitig. Holzgeld gab es in verschiedenen Arten im 19. Jahrhundert in Amerika. Interessant sind die in Reichenberg (Böhmen) 1848 als Geld in Umlauf gebrachten Damebrettsteine mit Siegelabdruck oder aufgeklebten Zetteln. Die "Wooden Nickels" in den USA entwickelten sich zu einem eigenen Sammelgebiet. Leicht zu erwerben ist auch heute noch des Hadersfelder (Österreich) Notgeld aus Sperrholzplatten. In Passau gab ein Gasthaus nach dem Zweiten Weltkrieg Notgeld auf dünnem Sperrholz von Streichholzschachteln aus. Abb. 29/30: Passau, Gasthaus zum "Dreiflusseck": 50 Bierpfennige ohne Datum (1946/47) auf dünnem Sperrholz einer Streichholzschachtel, Vorder- und Rückseite. Während der Inflation 1922/23 gab es in Deutschland Scheine auf Aluminiumfolie, die von der Stadt Teningen, dem dortigen Breisgauwalzwerk und von den Vereinigten Aluminiumwerken in Lautawerk ausgegeben wurden. Abb. 33/34 Teningen, Gemeinde: 100 Milliarden Mark vom 1. November 1923 auf goldfarbener Aluminiumfolie, Vorder- und Rückseite. Weitere Materialarten, die für die Herstellung von gedrucktem Geld Verwendung fanden, waren: Eisen: Lissabon (Portugal) 1937, Abel Pereira da Fonseca; Zelluloid: Calaf (Spanien) 1937, Falset (Spanien) 1937; Kunststoff: Neufelden (Österreich) 1920, Großbritannien, Militär- und Lagergeld nach dem Zweiten Weltkrieg. Nicht unerwähnt sollen die zwischenzeitlich in vielen Ländern ausgegeben modernen Banknoten aus Polymer-Kunststoff bleiben, die zu einem eigenen beliebten Sammelgebiet geworden sind. Die Zelluloid-Kapseln mit eingelegten Briefmarken gehören zum "Briefmarkengeld". Beads to bytes – Canada's national currency collection, Seite 58 mit Abbildungen und Informationen zum kanadischen Spielkartengeld. In Not- und Inflationszeiten verwendete man, wenn geeignetes Papier fehlte, zur Herstellung von Geld oft auch ein ursprünglich für einen anderen Zweck bestimmtes oder aber bereits bedrucktes Papier, z. B. Spielkarten, alte Aktien, Schuldverschreibungen, Gewinnanteilscheine und Zinskupons, Anteilscheine der Kriegsanleihe, Lotterielose, Sparkarten und Sparmarken, Fahrscheine der Straßen- und Eisenbahn, Post- oder Postscheckformulare, Lebensmittelmarken, Ansichts- und Postkarten, Kalenderblätter, Briefbogen, Quittungen, Geschäftskarten, Prospekte u.a. Aus der Vielzahl dieser Ausgaben können hier nur einige Beispiele aufgeführt werden: Spielkarten: Französisch-Kanada, 17. und 18. Jahrhundert, von 15 Sols bis 100 Livres; Aktien: Hannover-Linden, Hanomag 1923, 5, 50, 100, 200, 300 Millionen sowie 10 und 20 Milliarden Mark Schuldverschreibungen: Marburg, Stadt 1923, 50 Millionen Mark Gewinnanteilscheine: Chemnitz, Sächs. Werkzeugmaschinen-Fabrik B. Fischer 1923, 1 Million Mark; Einbeck, A. Stukenbrock 1923, 10, 20, 50, 100 Milliarden Mark; Leipzig, Hupfeld 1923, 1, 2, 3 Millionen Mark. Zinskupons: Crefeld, Stadt 1918, 10, 20 40 Mark; Düsseldorf, Stadt 1918, 10, 20, 100 Mark Lotterielose: Husum, Stadt 1923, Lose der Nordmark-Lotterie, 500.000, 10, 20, 50 Milliarden Mark; Neukirchen (Österreich), Gemeinde 1920, Lose der österreichischen Klassenlotterie, 6 x 50 Heller Sparkarten: Braunschweig, Sparkasse 1918, Notausgaben der Herzoglichen Leihhauskasse, 2 bis 500 Mark Sparmarken: Gronau, Stadt 1918, 10-, 20-, 50-Pfennig-Marken auf Karton geklebt Fahrscheine der Straßenbahn: Aachen, Straßenbahn- und Energie A.G. 1947, 10, 20 Pfennig; Ansfelden (Österreich), Gemeinde 1920, 20, 30, 50 Heller; Lodsch (Polen), Kolej Elektryczne 1916-1918, verschiedene Werte Fahrscheine der Eisenbahn: Hamm, Riecke 1918, 10, 25, 50 Pfennig; Passau, Wirtschaft "Dreieckfluss" 1917, 1, 5, 10, 25, 50 Bierpfennige; Recklinghausen und Witten, Reichsbahnhauptwerke 1923, 1 bis 100 Millionen Mark Postformulare: Bischofswerda, Kämmereikasse 1917, 50 Pfennig auf Telefongebührenzettel; Braunschweig, Pfankuch 1920, 10, 30 Pfennig, 1 Mark auf Reichspoststreifbändern Postscheckformulare: Oberpostdirektionen Berlin, Frankfurt a.M., Leipzig, Magdeburg, München, Stettin, Stuttgart, 500.000 bis 50 Billionen Mark auf Auszahlungs- oder Überweisungsformularen Lebensmittelmarken: Attendorn, Stadt 1923, 2 Milliarden bis 1 Billion Mark auf Milchkarten; München, K. O. Meier, 1 Pfennig auf Brotmarken, Südrussland (General Denikin) 1918, 5 Rubel auf russischen Brotmarken; Österreich kannte 1920 Scheine dieser Art von über 40 Städten und Gemeinden. Ansichtskarten: Frankfurt, Grundstückverwertungsgesellschaft 1918-1919, 10, 50 Pfennig; Altenmark (Österreich), Gemeinde 1920, 15, 20, 30, 50 Heller; Buch (Österreich), Gemeinde 1920, 20, 30, 50 Heller Postkarten: Niklasdorf (Österreich), Gemeinde 1920, 5, 10, 20, 50 Heller; Steinakirchen (Österreich), A. Aigner 1920, 10, 20, 40, 50 Heller; Grigoriopol (Sowjetunion) Konsum "EPO" 1920, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 Kopeken, 1, 2 Rubel Kalenderblätter: Inzersdorf (Österreich), Gemeinde 1920, 5, 10, 20, 50 Heller Briefbogen: Deutsch-Ostafrikanische Bank 1917, 1 Rupie (Buschnote); Neustadt, Internationale Baumaschinenfabrik 1923, 500.000, 1, 2, 5, 10 Millionen Mark Quittungen: Idar, Elektrizitätswerk 1923, 1, 2 Millionen Mark; Thale, Stadt 1922, 5 x 50 Pfennig Geschäftskarten: Alt-Thann, Pienoz-Kachler 1914, 1/2, 1, 2, 3, 5, 10, 20 Mark; Geraberg, Just & Co 1923, 1, 2, 5 Millionen Mark; Mülheim, O. Habicht 1923, 500.000, 1, 3, 5 Millionen Mark Prospekte: Lichtenfels, Hourdeaux-Bergmann 1923, 20.000 bis 1 Millionen Mark; Simferopol (Sowjetunion), Theaterkomitee 1920, 1, 2, 5 Rubel. BRS-17cE: Braunschweig, Herzogliche Leihhauskasse, Notausgabe zu 150 Mark vom 1. November 1918 auf Sparkarte der Herzoglich Braunschweigischen Sparkasse, "Unverzinsliches Kriegsnotgeld", Vorder- und Rückseite, mit Entwertung durch Eckabschnitt. Groß-Graben (Schlesien), Hugo Heimann, Kolonialwaren: Notgeld zu 10 Pfennig ohne Datum auf Fahrkartenkarton der Deutschen Reichsbahn. Reichspostministerium Abt. München: Gutschein über 10 Millionen Mark vom 22. August 1923 auf Überweisungsformular des Postscheckamts München, Vorder- und Rückseite. Deutsch-Ostafrikanische Bank, 1 Rupie vom 1. Juli 1917, Rückseite auf einem Briefbogen des Kaiserlichen Hauptzollamts (sog. Briefkopfnote). Einen besonderen Platz nehmen die Scheine ein, die auf unbedruckten Rückseiten von alten Geldscheinen gedruckt wurden. Hier überwiegen nordamerikanische Ausgaben. Als Beispiele seien genannt: Bank of Augusta 1863: 5, 10, 25, 50, 75 Cents auf 1, 2, 3, 4 Dollar von 1836 Fluvanna, County 1862: 1 Dollar auf 1 Dollar von Washington Louisiana, State 1862: 1, 2, 3 Dollars auf Noten der Commercial and Agricultural Bank of Texas North Carolina, State 1861-1863: 25 Cents, 1, 2 Dollars auf älteren Noten Auch die erste Ausgabe der Belagerungsscheine von Mainz (1793) gehört hierher, da es sich um französische Assignaten handelt, die auf der Rückseite aufgewertet und als Belagerungsscheine von Mainz gekennzeichnet wurden. Mainz, Festung, französische Belagerung: 50 Livres vom Mai 1793 auf der Rückseite eines französischen Assignats über 25 Livres vom 24. Oktober 1792, Vorder- und Rückseite. In Düren benutzte man 1921 den fertiggestellten 100-Mark-Schein, zerschnitt ihn in drei Teile, die man überdruckte und als 25-, 50- und 75-Pfennig-Scheine ausgab. Die Stadt Kahla in Thüringen überdruckte einen Restbestand an 5- und 20-Mark-Scheinen von Offenburg zu 500.000 und 1-Million-Mark-Scheinen. Durch Aufdruck aufgewertete Scheine gab es sogar unter den Reichsbanknoten (1 Milliarde auf 1000 Mark und 500 Milliarden auf 5000 Mark). Außerdem existieren zahlreiche aufgewertete Notgeldscheine. Die Scheine von Rastenburg in Ostpreußen gab es sogar mit einem zweimaligen Aufwertungsdruck ( aus 10, 20 und 50 Mark wurden 500.000, 1 und 2 Millionen Mark und später 10, 20 und 50 Milliarden Mark). Häufig findet man Notgeldscheine, die auf einer ausgefallenen, ursprünglich für einen anderen Verwendungszweck gedachten Papiersorte gedruckt sind. So wurden viele von der Druckerei Himmer, Augsburg, hergestellte Scheine auf dem sog. "Tauenglanzpapier" gedruckt, das eigentlich für Umschläge von Schulbüchern und als besseres Packpapier verwendet werden sollte. Ebersberg, Marktmagistrat, Gutschein über 50 Pfennig vom 15. Dezember 1916 auf Tauenglanzpapier, Druck: J. P. Himmer, Augsburg, Vorder- und Rückseite. Weitere Scheine auf ungewöhnlichem Papier sind z. B.: Deutsch-Ostafrikanische Bank 1916, 1 Rupie (Buchst. L, M, N) auf durchscheinendem Ölpapier, das als Einwickelpapier für Munitionskästen gedacht war; Kolberg, W. Anhalt 1923, 500.000, 1 und 5 Millionen Mark auf farbigem Vorsatzpapier für Bücher. In Österreich gab es viele Scheine unter den Spezialausgaben (Sonderserien), die auf Glanzpapier gedruckt wurden. Zu erwähnen wären auch die Scheine, die aufgrund ihres improvisierten Fälschungsschutzes als ungewöhnlich anzusehen sind. Unter den französischen Assignaten befanden sich Ausgaben, bei denen die Oberfläche des Prägestempels durch Sprünge verändert wurde, was die Fälschung dieser Stempel erschweren sollte. Auch den polnischen Scheinen von 1794 wollte man auf diese Weise einen verstärkten Fälschungsschutz geben. Absichtlich eingedruckte Druckfehler sollten den Fälscher täuschen. Scheine dieser Art waren Herforder Notgeldscheine von 1917. Als wirklich originell kann man die Scheine mit einem Fingerabdruck bezeichnen. Wir kennen solche Notgeldscheine von den Kreisen Aurich, Hildburghausen, Olpe und Soldin und den Städten Hasslinghausen, Mohrungen und Münster. Mohrungen (Ostpreußen), Stadt: Geldersatzschein zu 5 Milliarden Mark vom 25. Oktober 1923 mit Fingerabdruck als Fälschungsschutzmerkmal. Lesen Sie hierzu auch folgenden Fachartikel: Ein Fingerabdruck als Sicherheitsmerkmal – Notgeld aus dem ostpreußischen Mohrungen Das sog. Schwundgeld weist eine Vielzahl von ungewöhnlichen Merkmalen auf, die dort erwähnt sind. Im Gegensatz zum Schwundgeld steht das verzinsliche Geld, das vor allem durch frühe Papiergeldarten bekannt wurde, die jedoch oft mehr den Charakter von Obligationen hatten (z. B. die österreichischen Obligationen von 1761-1794, die ohne Indossament übertragbar waren und auch als Papiergeld angesehen wurden). Die ersten französischen Assignaten von 1790 (200, 300 und 1000 Livres) waren zunächst mit 5%, dann mit 3% verzinslich und schließlich unverzinslich. Weitere Ausgaben verzinslicher Scheine sind: Argentinien: Confederacion Argentina in Paraná von 1861 Konföderierte Staaten von Amerika: verschiedene Ausgaben von 1861/62 Brasilien: verschiedene Notausgaben von 1895/96, wie die Pernambuco, Alagoas und Parahyba Belgien: Notgeldscheine von 1914-1916 aus verschiedenen Orten wie Diepenbeek, Hasselt und St. Truiden Österreich: Leitmeritz 1914, 1 Krone Deutschland: Breslau, Dorndorf 1923, 1, 2, 5 Millionen Mark; Grund, Stadt 1923, 100, 250 Millionen Mark; Lägerdorf, Gemeinde 1923, 1000, 1 Million Mark; Meinigen, Städtische Sparkasse 1923, 1, 5 Milliarden Mark; Ottmachau, Zuckerfabrik 1923, 50, 100 Milliarden, 1 Billion Mark. Vom Schwundgeld her sind bereits die Klebemarken auf Scheinen bekannt. Bei Währungsreformen nutzte man solche Marken, um den Scheinen einen Wert in der neuen Währung zu geben, so in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1948 und in Japan 1947. In der Tschechoslowakei und in Jugoslawien wollte man mit Marken die zugelassenen Noten des eigenen Landes von den sonst gleichen in anderen Ländern der früheren Österreichisch-Ungarischen Monarchie unterscheiden. Die Marken auf den ungarischen Noten der Inflation von 1945 waren Steuermarken, mit denen die im Wert reduzierten Noten ihren ursprünglichen Wert wieder zurückerhielten. Deutsches Freigeld (Schwundgeld) über 100 Mark vom 1. Januar 1933, Vorderseite mit Porträt von Silvio Gesell und Rückseite mit Klebemarken. Lesen Sie hierzu auch folgenden Fachartikel: Das Geld der Zukunft – Silvio Gesell und sein „Freigeld“ Ungarn, Magyar Nemzeti Bank: 10.000 Pengö vom 15. Juli 1945 mit Steuermarke. Das teilbare Geld entwickelte sich aus der im 19. Jahrhundert in einigen Ländern praktizierten Ersatzleistung für beschädigtes Papiergeld. Man zahlte nur für den noch vorhandenen Teil des Scheines im Verhältnis zum Nennwert des unbeschädigten Scheines. Ein halbierter Schein hatte also nur noch den halben Nominalwert. Die amtliche Teilung von Scheinen war meist mit einer Abwertung verbunden, wie z. B. in Finnland 1945, Griechenland 1922 und Indonesien 1950. Es gab außerdem auch geteilte Scheine mit einem halben Wertaufdruck, so in Polen 1924 (1 und 5 Groszy auf einer Hälfte des 500.000- bzw. 10-Millionen-Marek-Scheins), in Kolumbien 1942 (1/2 Peso auf einer Hälfte des 1-Peso-Scheins) und in Zypern 1943 (3 Piaster auf einer Hälfte des 1-Shilling-Scheins). Die zahlreichen Reklame- und Propaganda-, Theater-, Spiel-, Fantasie- und Scherzscheine und andere Papiere, die wie Geldscheine aussehen, jedoch nie die Funktion des Geldes ausgeübt haben, werden von vielen Sammlern auch mit zu den Geldscheinen besonderer Art gezählt. Fantasieschein über 50 Deutsche Mark vom 24. Oktober 2018 mit Porträt von Willy Brandt, Geldkunst von Matej Gábriš. Lesen Sie hierzu auch folgenden Fachartikel: Die Geld-Kunst des Matej Gábriš Noch mehr Geld-Kunst des Matej Gábriš Auch die als Zahlungsmittel vorgesehenen, aber nicht fertiggestellten oder nicht ausgegebenen Scheine, die sog. "verhinderten Geldscheine" können in diese Spezialsammlung eingeordnet werden. Polen, Narodowy Bank Polski: Nicht ausgegebene Banknote zu 20 Zlotych vom 1. März 1990, Vorderseite mit dem Krantor in Danzig, Druck: Giesecke + Devrient. Zum Schluss wäre noch das Briefmarkengeld zu erwähnen, das einen großen Raum im Rahmen dieses Spezialgebietes einnimmt und das mit seinen verschiedenen Arten nicht nur den Papiergeldsammler interessiert, sondern auch von vielen Briefmarken- und Münzsammlern (Kapselgeld) gesammelt wird. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Goldmark-Anteilscheine von Eschwege 1923
Als in der Hyperinflation vor 100 Jahren die deutsche Markwährung zusammenbrach, mussten viele Kommunen nach kreativen Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Anleihekapital oder Notgeld suchen. Eine von vielen seinerzeitigen Finanz-Innovationen waren wertbeständige Goldmarkanleihen, die auch als wertbeständiges Notgeld verwendet wurden und ab Mitte 1923 vermehrt in den Umlauf kamen. Die hessische Stadt Eschwege begab hierzu im Oktober 1923 eine Goldmarkanleihe deren Anteilscheine als wertbeständiges Notgeld umlief. Stadt Eschwege, Anteilschein Nummer 8822 zur 5%igen Goldanleihe aus dem Jahr 1923 über 1 Goldmark = 10/42 Dollar, ausgestellt am 25. Oktober 1923. Die Stadt Eschwege begab im Oktober 1923 eine 5%ige Goldanleihe über 200.000 Goldmark im Betrage von 21, 42 oder 105 Goldmark mit Valutaklausel (Goldmark 4,20 = 1 Dollar). Aus dieser Anleihe wurden als wertbeständiges Notgeld am 25. Oktober 1923 in der Stückelung von 1 Goldmark (= 10/42 Dollar) 9200 Anteilscheine abgeleitet. Die Inhaber dieser Scheine waren berechtigt, gegen entsprechende Anzahl Schuldverschreibungen in die Eschweger Goldanleihe nebst Zinsscheinbogen ohne jede Legitimation einzutauschen. Die Stadt Eschwege kaufte die Schuldverschreibungen der 5% Goldanleihe von 1923 und die davon abgeleiteten Anteilscheine außerhalb der geplanten, regulären Tilgungs- und Umtauschfristen ab Anfang 1924 zurück. Denn die mit 200.000 Goldmark geplante Anleihe konnte seinerzeit über die Anleihe und Anteilscheine nur mit insgesamt 27.300 Goldmark platziert werden, was die Erwartungen der Kommune bei Weitem nicht erfüllt hatte. Die Eschweger Goldmark-Anteilscheine liefen von Oktober 1923 bis Anfang 1924 als wertbeständiges Notgeld um. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Dank an N. K. (4/2023). Literaturnachweis: Klüßendorf, Dr. Niklot: Kreativität in der Finanzkrise – Die Goldmarkanleihe der Stadt Eschwege von 1923, Sonderdruck aus Eschweger Geschichtsblätter, 25. Jahrgang, Seite 47-66, Eschwege, 2014. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Macau: Neue Gedenkbanknoten zu 10 Patacas
Ende Mai 2023 verausgabten die Banco da China und die Banco Nacional Ultramarino Banknoten zu 10 Patacas, von denen es Varianten mit Blume und Hase sowie Blume und Tiger gibt. Die beiden Banken können auf der Basis des Dekrets 30/2011 in den Jahren 2012 bis 2023 jährlich bis zu 20 Millionen Gedenkbanknoten zu je 10 Patacas zum jeweiligen Mondjahr ausgeben, hier also zum chinesischen Jahr des Tigers (2022) sowie zum Jahr des Hasen (2023). Banco da China 10 Patacas vom 1.1.2022 – Blume und Tiger (Linzmayer: B229) Rot, Orange und Grün Vorderseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Blume und Tiger, chinesischer Tierkreis, Bank Logo, 10 in Funken, chinesische Laterne. Rückseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Hauptgebäude der Banco da China in Macao; Kinder mit Feuerwerk außerhalb des Templo de A-Má, Blume und Tiger. 4 mm weiter Fenster-Sicherheitsfaden mit offengelegter 10; Wasserzeichen: Lotusblume und elektrotypische 10. Drucker: (Hong Kong Note Printing Limited) 138 mm x 69 mm. Papier. 10 Patacas vom 1.1.2023 – Blume und Hase (Linzmayer: B230) Rot, Orange und Grün Vorderseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Blume und Hase, chinesischer Tierkreis, Bank Logo, 10 in Funken, chinesische Laterne. Rückseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Hauptgebäude der Banco da China in Macao; Kinder mit Feuerwerk außerhalb des Templo de A-Má, Blume und Tiger. 4 mm weiter Fenster-Sicherheitsfaden mit offengelegter 10; Wasserzeichen: Lotusblume und elektrotypische 10. Drucker: (Hong Kong Note Printing Limited) 138 mm x 69 mm. Papier. Banco Nacional Ultramarino 10 Patacas vom 1.1.2022 – Blume und Tiger (Linzmayer: B084a) Rot, orange und grün Vorderseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Blume und Tiger, chinesischer Tierkreis, Bank Logo, 10 in Funken, chinesische Laterne. Rückseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Hauptgebäude der Banco da China in Macao; Kinder mit Feuerwerk außerhalb des Templo de A-Má, Blume und Tiger. 4 mm weiter Fenster-Sicherheitsfaden mit offengelegter 10; Wasserzeichen: Lotusblume und elektrotypische 10. Drucker: (Hong Kong Note Printing Limited) 138 mm x 69 mm. Papier. Quelle: Claudio Marana 10 Patacas vom 1.1.2023 – Blume und Hase (Linzmayer: B085a) Rot, Orange und Grün Vorderseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Blume und Hase, chinesischer Tierkreis, Bank Logo, 10 in Funken, chinesische Laterne. Rückseite: Chinesischer und portugiesischer Text, Hauptgebäude der Banco da China in Macao; Kinder mit Feuerwerk außerhalb des Templo de A-Má, Blume und Tiger. 4 mm weiter Fenster-Sicherheitsfaden mit offengelegter 10; Wasserzeichen: Lotusblume und elektrotypische 10. Drucker: (Hong Kong Note Printing Limited) 138 mm x 69 mm. Papier. Michael Kurt Sonntag
- Die Rendsburger Festmarkscheine von 1923
Als in der Hyperinflation vor 100 Jahren die deutsche Markwährung zusammenbrach, wurden spezielle Finanzinstitute gegründet, die kreative Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld anboten. Ein Beispiel hierfür war die Deutsche Festmarkbank GmbH in Berlin. Die Festmarkbank emittierte 1923 in größeren Stückzahlen als wertbeständiges Notgeld Gutscheine auf Dollarbasis (Festmarkscheine) – in Fachkreisen auch Goldwechselscheine genannt. Auch der Landkreis Rendsburg emittierte im Oktober 1923 in der Währungseinheit „Festmark“ Gutschriftscheine seiner Goldkasse. Dr. Rudolf Wilhelmy berichtet 1962 in seiner Doktorarbeit: „Interessant ist die Entstehungsgeschichte der Festmarkscheine über 1 und 5 Festmark des Kreises Rendsburg vom 25. Oktober 1923. Das Hamburger Exporthaus Schlubach, Thiemer & Co., das schon zeitig in der Inflation in Anknüpfung an die alte Hamburger Bankomark-Tradition einen „Mark-Banco“-Verkehr eingerichtet hatte, verfügte zwar laufend über Devisen, konnte dafür aber Goldanleihestücke und Hamburger wertbeständiges Notgeld nicht immer in genügender Menge erhalten. Zur Zahlung der Löhne und Gehälter und der hohen Frachtrechnungen war man daher auf größere Papiermark-Beträge angewiesen. Papiermark wurde aber mit fortschreitender Entwertung wegen der Verzögerung beim Druck neuer, höherwertiger Noten immer knapper. Man fand einen Ausweg: Dr. Roderich Schlubach, der Inhaber des Exporthauses, war befreundet mit dem Landrat des Kreises Rendsburg, Theodor Steltzer, der mit Sorge die Annahmeverweigerung der Papiermark durch die Bauern seines überwiegend landwirtschaftlich geprägten Kreises verfolgte. Zur Behebung der beiderseitigen Nöte wurde beim Kreisausschuss eine Goldmarkkasse errichtet. Hier gaben Unternehmer und Bauern ihre nicht sofort benötigten Papiermarkbeträge gegen Goldmarkgutschrift zum Dollarkurs des folgenden Tages ab. Bis zum nächsten Tag wurden die Papiermarkbeträge zu Schlubach, Thiemer & Co. nach Hamburg gebracht und mit der Goldmarkkasse zum Tageskurs gutgeschrieben. Von allen Seiten wurde spesenfrei gearbeitet; nur das Hamburger Exporthaus hatte einen geringen Zins an die Goldmarkkasse zu entrichten. Anfangs verfügten die Einleger in Rendsburg nur auf dem Giroweg über ihre Kontoguthaben. Als aber der Ruf nach wertbeständigen Zahlungsmitteln immer lauter wurde, ließ die Goldmarkkasse am 25.Oktober wertbeständiges Notgeld drucken, das sie den Guthabeninhabern in Höhe ihrer Salden am 25.10.1923 aushändigte. Diese verwendeten es auf Ersuchen der Gewerkschaften zu Lohnzahlungen, womit es Eingang in den allgemeinen Zahlungsverkehr fand. Bald stellte sich ein Mangel heraus: es fehlte das Kleingeld zu den Scheinen über 1 und 5 Festmark (1 Festmark war gleich 1 Goldmark: 4,2 Goldmark = 1 Dollar). Daraufhin gaben mehrere Industriebetriebe und Händler „Gutscheine zum wertbeständigen Kreisgeld“ in verschiedenen Wertstufen zwischen 1 und 50 (Gold)-Pfennigen heraus. Aus Rendsburg und Büdelsdorf sind insgesamt zehn solcher Kleingeldausgaben bekannt, darunter von der Aktiengesellschaft der Holler'schen Carlshütte bei Rendsburg und von zwei Konsumvereinen. Insgesamt ist unter Bürgschaft des Kreises für rund 500.000 Goldmark wertbeständiges Kreisgeld ausgegeben worden; es war vom Regierungspräsidenten, nicht aber vom Reichsminister der Finanzen genehmigt.“ Gutschriftschein Nummer 209541 der Goldmarkkasse des Kreises Rendsburg über eine Festmark (Goldmark), ausgestellt am 25. Oktober 1923 durch den Kreisausschuss Kreis Rendsburg. Die Konditionen der Gutschriftscheine werden vorderseitig wie folgt beschrieben: „Über die Festmarkkonten der Goldmarkkasse kann mit täglicher Kündigung verfügt werden. Die Festmarkkonten sind durch kurzfristig realisierbare Sicherheiten gedeckt, außerdem haftet für sie der Kreis Rendsburg. Die Goldmarkkasse des Kreises Rendsburg schreibt dem Einlieferer dieses Gutschriftscheines (1 Goldmark) auf Festmarkkonto gut. Dieser Gutschein erlischt 30 Tage nach öffentlicher Aufrufung. Eine Festmark ist die im Münzgesetz vom 1.6.1909 festgesetzte Mark deutschen Reichsgoldgeldes. Diese Festmark „Deutsche Goldmark“ entspricht dem Verhältnis 1 Golddollar nordamerikanischer Währung: 4.20 = 1 Festmark.“ Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Dank an Privat Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Die Iwein-Sage auf Serienscheinen von Schmalkalden
Die an Geschichte reiche Fachwerkstadt Schmalkalden – denken wir nur an den 1530/31 hier gegründeten Schmalkaldischen Bund – liegt im fränkisch geprägten Süden Thüringens und wurde bereits im Jahr 874 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort entstand in fränkischer Zeit an einer wichtigen Passstraße über den Thüringer Wald und stand bereits vor 1115 unter der Herrschaft der Ludowinger, der späteren Landgrafen von Thüringen, die große Teile des heutigen Thüringens und Hessens beherrschten. In Schmalkalden ist im Keller eines mittelalterlichen Hauses ein Schatz verborgen, von dem viele noch nie gehört haben, der aber bereits 1921 für eine ganze Serie von Notgeldscheinen des Kreises Herrschaft Schmalkalden die Motive bot. Es handelt sich um die Darstellung des romantischen Iwein-Epos in mittelalterlichen Wandmalereien im sog. "Hessenhof", bei denen es sich um nicht weniger als eine der ältesten profanen Wandmalereien nördlich der Alpen handelt. Um ihre Herrschaftsansprüche auf die Region zu sichern, bauten die Ludowinger Schmalkalden zur Stadt mit einer eigenen Burg (Walrabsburg) und Umwehrung aus. 1203 wurde Schmalkalden während der Kämpfe zwischen dem Stauferkönig Philipp von Schwaben und dessen Gegenkönig aus dem Hause der Welfen Otto IV. von Philipps Truppen schwer zerstört. Die Thüringer bauten die Stadt aber rasch wieder auf und es entstand ein landgräflicher Hof, der als Stadtresidenz diente. Hier soll zeitweise auch die Heilige Elisabeth von Thüringen residiert und 1227 ihren Gemahl Ludwig IV. von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen in den Kreuzzug verabschiedet haben, aus dem er nicht mehr zurückkehrte. Nach dem Tod von Heinrich Raspe, des letzten ludowingischen Landgrafen von Thüringen und im Verlauf des daraufhin einsetzenden thüringisch-hessischen Erbfolgekriegs fiel Schmalkalden 1247 an die Grafen von Henneberg. 1360 verkauften die Henneberger die ideelle Hälfte an die Landgrafen von Hessen, womit eine bis 1583 andauernde Doppelherrschaft über Schmalkalden begann. Ab 1360 wurde damit aus dem einstigen thüringischen Landgrafenhof der sog. "Hessenhof". Ab 1583 gehörte die Region um Schmalkalden vollständig zur Landgrafschaft Hessen bzw. Hessen-Kassel. Nachdem Hessen-Kassel 1866 an Preußen fiel, gehörte das Gebiet ab 1868 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau. Als Landkreis Herrschaft Schmalkalden bestand es als hessische bzw. preußische Exklave im Süden Thüringens noch bis 1944. Mit der Auflösung der Provinz Hessen-Nassau und der Zusammenlegung thüringischer Gebiete kam der Kreis ab 1. Juli 1944 zusammen mit dem preußischen Regierungsbezirk Erfurt zum Gau Thüringen. Der Landkreis Herrschaft Schmalkalden war 280 qkm groß und hatte 1905 rund 41.000 und 1939 rund 52.000 Einwohner. Der "Hessenhof" im 16. Jahrhundert. Rekonstruktionszeichnung aus der Sammlung des Museums Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden. Erinnerungstafel am "Hessenhof" in Schmalkalden. Szene aus den insgesamt 26 mittelalterlichen Fresken im Keller des "Hessenhofes", die die Iwein-Sage darstellen. Erstmals in den Fokus der Öffentlichkeit gerieten die Wandmalereien durch eine Veröffentlichung von C. W. Hase aus dem Jahr 1893, der die Szenen aber fälschlich mit der Heiligen Elisabeth von Thüringen in Verbindung brachte. Erst eine Veröffentlichung von Paul Weber aus dem Jahr 1906 eröffnete eine weitreichende Interpretation der mittelalterlichen Iwein-Sage. "Her Hartman vo Owe" (Herr Hartmann von Aue), idealisierte Miniatur im Codex Manesse, um 1300) Das Iwein-Epos Autor der immerhin 8.166 Verse umfassenden Iwein-Saga war Hartmann von Aue (geb. 1160 bis 1170, gest. zwischen 1210 und 1220). Er verfasste das Epos Ende des 12. Jahrhunderts in einer Zeit, als die höfische Dichtung auf dem Höhepunkt war und ritterliche Ideale und Abenteuer der Stoff, aus dem die Helden sind. Er gehörte neben Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach zu den bekanntesten Vertretern der mittelhochdeutschen Literatur seiner Zeit. Chrétien de Troyes (um 1140 bis um 1190) gilt als Begründer des Höfischen Romans und war einer der bedeutendsten Autoren der altfranzösischen Literatur. Er schuf Vers-Romane, die die europäische Literatur nachhaltig beeinflusst haben. Um 1160 bis 1170 entstand seine Erzählung "Erec et Enide" mit 7.000 Versen als sein erster Artus-Roman, basierend auf der Artus-Sage, die wiederum keltische Wurzeln hat und auf die Kämpfe der Kelten gegen sächsische Eroberer zurückgeht. Zwischen 1177 und 1190 entstand sein Roman "Yvain ou Le Chevalier au lion" (Iwein oder der Löwenritter, kurz auch "Yvain") in 6.818 Versen. Diese beiden französischen Artus-Erzählungen von Chrétien de Troyes dienten Hartmann von Aue als Vorlagen für sein Iwein-Epos, in dem er beide Erzählungen miteinander verband. Iwein, der Held der Sage, ist ein Ritter der Tafelrunde am Hofe von König Artus. Durch die gesamte Handlung ziehen sich ritterliche Tugenden wie Tapferkeit und Treue, Anstand und Mäßigung, Minne (Verehrung der Frauen) und Frömmigkeit. Die Wandmalereien beziehen sich auf die erste Hälfte des Vers-Romans. Rudolf Zießler beschrieb in seiner Arbeit "Die Iweinmalereien im Hessenhof zu Schmalkalden" diesen Teil der Iwein-Sage wie folgt: König Artus und seine Gemahlin hielten Hof auf der Burg Karidol, um mit vielen vornehmen Rittern und Frauen gemeinsam das Pfingstfest zu begehen. Sechs Ritter sitzen in einem Raum vor der königlichen Schlafkammer beisammen und erzählen sich ihre Abenteuer. Kalogreant berichtete von einem seltsamen Erlebnis im Walde von Breziljan in der Bretagne, das er vor Jahren hatte. Nach beschwerlichem Ritt durch dichten Wald war er zu einer Burg gelangt und dort gut aufgenommen worden. Folgenden Tages kam er mitten im Urwald zu einem großen Hof, wo sich wilde Tiere gegenseitig bekämpften. Mitten unter ihnen, von den Tieren unbehelligt, saß ein Waldmensch mit großer Keule. Von Kalogreant befragt, ob und wo es Abenteuer zu bestehen gäbe, verwies ihn dieser auf einen etwa drei Meilen entfernten Zauberbrunnen, wo er Wasser zu schöpfen und auf einen Stein auszugießen habe. Kalogreant fand den Brunnen im Schatten einer Linde, auf deren Ästen unzählige Vögel saßen. Er schöpfte Wasser und goß es aus. In diesem Moment blitzte, donnerte und hagelte es, so daß die Vögel erschreckt davonflogen. Das Unwetter hatte sich kaum gelegt, als ein Ritter ungestüm heranritt, Kalogreant zum Kampf aufforderte und diesen vom Sattel stach. Ohne sich um den abgeworfenen Kalogreant weiter zu kümmern, ritt er davon, das Pferd des Besiegten mit sich führend. Auch König Artus wurde von dem Abenteuer berichtet. Er war davon so fasziniert, daß er beschloß, binnen zwei Wochen mit seinen Rittern in diesen Wald zu reiten und den Brunnen und den geheimnisvollen Ritter zu suchen. Iwein aber hatte für sich schon früher den Entschluß gefaßt, dieses Abenteuer zu bestehen. Ganz heimlich traf er seine Vorkehrungen und machte sich auf den Weg. Er fand alles so, wie es Kalogreant beschrieben hatte. Kaum hatte er das Wasser geschöpft und auf die Steinplatte gegossen, setzte das Unwetter ein und der Herr des Brunnens, Askalon, sprengte heran. Im Kampf verletzte Iwein Askalon tödlich. Dieser floh auf seine Burg, von Iwein hart verfolgt. Konnte Askalon den rettenden Burghof erreichen, so wurde Iwein im Burgtor von herabfallenden Gattern überrascht und gefangen. In seiner Not kam Iwein Lunete zu Hilfe, die Kammerfräulein von Askalons Gemahlin Laudine war und Mitleid mit dem ihr bekannten jungen Ritter hatte. Sie reichten ihm einen Zauberring, der ihn unsichtbar machte. Später verbarg sie ihn in einem anderen Raum der Burg. Derweilen suchten Askalons Gefolgsleute überall nach dem Mörder ihres Herrn, jedoch vergeblich. Iwein sah Laudine, die ihren Gemahl betrauerte, und wurde von jäher Liebe zu ihr ergriffen. Lunete wußte um diese Liebe und bewog ihre Herrin zur Heirat mit Iwein. Diese willigte schließlich ein, war ihr doch bewußt, ohne männlichen Schutz den Brunnen, das Land und die Ehre zu verlieren. Laudine beriet sich mit den Würdenträgern ihres Landes, sie fand auch deren Zustimmung. Zu Iwein sagte sie: Wenn Ihr auch meinen Mann erschlagen habt, so habt Ihr Euch doch als tapfer erwiesen. Mit Gottes Hilfe bin ich nun durch Euch von aller fremder Anmaßung beschützt. Ich mag Euch gerne, mögt Ihr mich?" So wurden beide vermählt und die Hochzeit gefeiert. Wenige Tage danach kam König Artus mit seinem Gefolge zum Brunnen. Iwein als neuer Herr des Brunnens zog zum Kampf aus und schlug Key, der anstelle des Königs zum Kampf antrat, aus dem Sattel. Iwein gab sich Artus zu erkennen. Danach wurden der König und die Ritter herzlich auf die Burg eingeladen. Artus und sein Gefolge nahmen nach Tagen des Feierns Abschied. Auch Iwein, von seinem Gefährten Gawein überredet, nahm von seiner Gemahlin Laudine auf ein Jahr Urlaub, um neue Abenteuer zu suchen. Das Jahr verstrich unvermerkt. Iwein wurde zu spät bewußt, sein Versprechen gegenüber Laudine auf pünktliche Rückkehr nicht gehalten und damit seine Ritterehre verloren zu haben. Es befiel ihn Schwermut und Wahnsinn, er irrte umher. Er ist nackt und verwildert. Schlafend wird Iwein von Frauen gefunden, erkannt und von seinem Wahnsinn geheilt und in die Gesellschaft zurückgeführt. Als Dank besiegt er Graf Aliers, der seine Retterin, Frau von Narison, und deren Land bedrohte. Bald danach begegnet ihm in einem Wald ein Löwe, der mit einem Drachen kämpfte. Iwein tötete den Drachen, der Löwe dankte ihm mit Anhänglichkeit und Treue und wurde sein ständiger Begleiter (Iwein, der Ritter mit dem Löwen). Sein Weg führte ihn wieder zum Zauberbrunnen. Dort fand er Lunete gefesselt. Sie war seinetwegen der Treulosigkeit gegenüber ihrer Herrin Laudine beschuldigt und zum Feuertod verurteilt. Iwein besiegte den Truchseß und deren Brüder, Lunete wurde wieder ehrbar. Zuvor hatte er noch – im Wettlauf mit der Zeit – einen Kampf mit dem Riesen Harpin erfolgreich bestritten und unschuldige Kinder vor dem sicheren Tod bewahrt. Später war er über zwei weitere Riesen erfolgreich und befreite 300 Jungfrauen von schamloser Ausbeutung und Erniedrigung. Den letzten großen Kampf bestritt er gegen seinen Freund Gawein in einem Erbstreit der Töchter des Grafen vom Schwarzen Dorn. Es war ein gleichwertiger Kampf, beide Ritter stritten bis zur Erschöpfung. Schließlich gaben sie sich zu erkennen. In edler Großmut und im Freundesdienst wollte jeder der Besiegte sein. König Artus legte endlich den Streit der Schwestern durch Schiedsspruch bei. Iwein zeigt sich als wahrer Ritter mit edler Gesinnung. Er schlägt alle Belohnungen und Ehrenbezeugungen aus, er verzehrt sich in Liebe zu seiner Frau Laudine, die er schließlich mit Lunetes Hilfe erneut gewinnt. Im "Hessenhof" in Schmalkalden werden insgesamt 26 Szenen der Iwein-Sage in sieben Bildstreifen an einem Tonnengewölbe dargestellt. Die Szenen der Wandmalereien im "Hessenhof" Pfingstfest am Hofe von König Artus / Artus und Gemahlin pflegen der Ruhe / im Nebenraum unterhalten sich Gawein, Iwein, Dodines, Segremors, Key und Kalogreant Iwein reitet auf Abenteuer aus Iwein begegnet dem Riese mit den wilden Tieren Iwein am Zauberbrunnen Iweins Kampf mit Askalon Iwein verfolgt Askalon auf seine Burg Iwein als Gefangener zwischen den beiden Toren, Lunete überreicht den Zauberring Laudine betrauert den auf dem Totenbett liegenden Askalon Askalons Mannen suchen Iwein Lunete berät Laudine Iwein wird zu Laudine gebracht Laudine berät sich mit den Würdenträgern ihres Landes Das Eheversprechen (Verlöbnis) Das Beilager Hochzeitsmahl König Artus am Zauberbrunnen Iwein sticht Key vom Pferd Iwein kehrt zur Burg zurück Begrüßung der Gäste auf der Burg Iweins Iwein reitet durch den Wald Iwein hilft dem Löwen im Kampf gegen den Drachen Die Szenen 22 bis 26 sind leider nicht mehr bestimmbar, da kaum noch erhalten. Szenen der Wandmalereien auf Serienscheinen Der Kreis Herrschaft Schmalkalden gab mit Datum vom 1. Juli 1921 und Gültigkeit bis 30. September 1922 eine Serie von sechs Scheinen zu je 50 Pfennig mit Szenen aus den Wandmalereien zur Iwen-Sage aus dem "Hessenhof" als "Reihe 2" aus (siehe Grabowski/Mehl 1184.2). Die Versandtütchen der drei Reihen Serienscheine des Kreises Herrschaft Schmalkalden vom Juli 1921. Rückseite des Versandtütchens der Reihe 2 zur Iwein-Sage. Als Reihe 1 waren "Schmalkalder Landschaftsbilder" und als Reihe 3 "Führer des Schmalkalder Bundes 1537" mit gleichen Nominalen sowie gleichem Ausgabedatum und Ablauf der Gültigkeit erschienen. Wie auf den Scheinen aller drei Reihen angegeben, stammten die Entwurfszeichnungen von Kurt Jäckel und der Druck erfolgte bei der Firma Feodor Wilisch in Schmalkalden. Eine wichtige Erkenntnis aus dem Studium der Iwein-Sage ist, dass die bisher in der Literatur angegebene Reihenfolge der Scheine innerhalb der Serie korrigiert werden muss. Auf den Scheinen selbst ist keine Reihenfolge angegeben, also z. B. "Bild 1" usw. Man muss die Scheine demnach konsequent nach den Szenen der Wandbilder aus dem "Hessenhof" und damit nach der Handlung der Sage selbst sortieren. 1. Iwein am Zauberbronnen / Speerkampf Szenen 4 (Iwein am Zauberbrunnen) und 5 (Iweins Kampf mit Askalon) der Wandmalereien, richtig Schein 1 und nicht 5 der Serie! Kreis Herrschaft Schmalkalden: 50 Pfennig vom 1. Juli 1921 (Reihe 2), einheitliche Vorderseite und Rückseite mit den Szenen "Iwein am Zauberbronnen" und 5 "Speerkampf". 2. Lunete reicht Iwein den Zauberring / Askalon auf dem Totenbett Szenen 7 (Iwein als Gefangener zwischen den beiden Toren, Lunete überreicht den Zauberring) und 8 (Laudine betrauert den auf dem Totenbett liegenden Askalon) der Wandmalereien, richtig Schein 2 und nicht 1 der Serie! Kreis Herrschaft Schmalkalden: 50 Pfennig vom 1. Juli 1921 (Reihe 2), einheitliche Vorderseite und Rückseite mit den Szenen "Lunete reicht Iwein den Zauberring" und "Askalon auf dem Totenbett". 3. Die Mannen suchen Iwein / Lunete berät Laudine Szenen 9 (Askalons Mannen suchen Iwein) und 10 (Lunete berät Laudine) der Wandmalereien, richtig Schein 3 der Serie. Kreis Herrschaft Schmalkalden: 50 Pfennig vom 1. Juli 1921 (Reihe 2), einheitliche Vorderseite und Rückseite mit den Szenen "Die Mannen suchen Iwein" und "Lunete berät Laudine". 4. Laudine verkündet ihre Wahl Szene 12 der Wandmalereien (Laudine berät sich mit den Würdenträgern ihres Landes), richtig Schein 4 und nicht 2 der Serie! Kreis Herrschaft Schmalkalden: 50 Pfennig vom 1. Juli 1921 (Reihe 2), einheitliche Vorderseite und Rückseite mit "Laudine verkündet ihre Wahl". 5. Das grosse Festmahl Szene 15 (Hochzeitsmahl) der Wandmalereien, richtig Schein 5 und nicht 6 der Serie. Kreis Herrschaft Schmalkalden: 50 Pfennig vom 1. Juli 1921 (Reihe 2), einheitliche Vorderseite und Rückseite mit "Das grosse Festmahl". 6. Speerkampf Iweins mit Key Szene 17 (Iwein sticht Key vom Pferd) der Wandmalereien, richtig Schein 6 und nicht 4 der Serie! Kreis Herrschaft Schmalkalden: 50 Pfennig vom 1. Juli 1921 (Reihe 2), einheitliche Vorderseite und Rückseite mit "Speerkampf Iweins mit Key". Ein Schein behält also seinen Platz in der Serie, die anderen fünf sollten umsortiert werden. Dr. Keller hatte keine Reihenfolge angegeben, Kai Lindman (Werner Kieselbach) hatte sich wohl nicht intensiv mit der Iwein-Sage beschäftigt und ich habe seine falsche Reihenfolge übernommen. Man wusste es eben nicht besser. Ein Fehler, der nun korrigiert werden kann. Rekonstruiertes Kellergewölbe mit Fresken der Iwein-Sage (Abb. Museum Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden) Die Wandmalereien heute Wer jetzt Lust bekommen hat, die originalen Wandmalereien selbst in Augenschein zu nehmen, der muss enttäuscht werden. Leider sind die Kellerräume im "Hessenhof" nicht öffentlich zugänglich, um so die wertvollen Fresken vor weiterem Verfall zu bewahren. Damit sich Besucher dennoch einen Eindruck davon machen können, wurde aber eine Kopie des Kellergewölbes mit den Wandmalereien unter der Schlosskirche der Wilhelmsburg in Schmalkalden angefertigt. Hierzu haben Spezialisten verschiedenste Strukturen des Putzes und der Farben getestet, um eine möglichst originalgetreue Darstellung zu erreichen. Schmalkalden ist auf jeden Fall eine Reise wert, nicht nur wegen der Wandbilder. Bei der Gelegenheit sollte man sich auch die Wilhelmsburg, eines der schönsten Renaissance-Schlösser Deutschlands, und die Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern nicht entgehen lassen. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Geldscheine (Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski)












