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- Peru: 20- und 50-Soles-Noten der neuen Banknotenserie
Nach den Noten über 10 und 100 Soles (hier berichtet) gab der Banco Central de Reserva del Perú am 20. Juli 2022 mit den 20- und 50-Soles-Scheinen zwei weitere Nominale der neuen Banknotenserie in Umlauf. Die neue Serie mit aktuellen Sicherheitsmerkmalen präsentiert auf den Vorderseiten berühmte peruanische Persönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts aus unterschiedlichen Bereichen sowie auf den Rückseiten im Hochformat die vielseitige Flora und Fauna des Landes. Die beiden Nominale haben mit 140 x 65 mm dieselben Abmessungen wie die Vorgängernoten und sind auf Baumwollpapier gedruckt; anhand der ertastbaren Schräglinien unterschiedlicher Anzahl an den beiden kurzen Seiten soll außerdem die Identifizierung der Nominale für Menschen mit Sehbehinderung erleichtert werden. Die neue 20-Soles-Note ehrt den Schriftsteller und Anthropologen José María Arguedas (1911–1969), der eine führende Rolle im Indigenismo spielte: Seine Romane verfasste er auf Spanisch, seine Gedichte hingegen auch auf Quechua. Außerdem widmete er sich als Professor der Erforschung der Quechua-Kultur. Sein bekanntestes Werk ist der Roman Die tiefen Flüsse (Los ríos profundos) aus dem Jahr 1958; außerdem veröffentlichte er 1966 – drei Jahre vor seinem Suizid – die erste spanische Übersetzung des in Quechua verfassten Huarochirí-Manuskripts aus dem 16. Jahrhunderts, das eine detaillierte Beschreibung der Mythen und religiösen Traditionen der indigenen Bevölkerung der Region Huarochirí liefert. José María Arguedas' Porträt wird als Hauptmotiv der Vorderseite wie auch als Wasserzeichen verwendet. Die Rückseite der ockerfarbenen Note thematisiert den Andenkondor und die Nationalblume Kantuta (übernommen von Quechua, quantu). Der 50-Soles-Schein zeigt die Historikerin María Rostworowski Tovar, die 2016 100-jährig verstarb. Sie erforschte vor allem die Geschichte und Struktur des Inkastaats; ihre Monographie Historia del Tahuantinsuyo ("Geschichte des Inkareichs") ist eines der meistgelesenen Bücher auf diesem Gebiet. Auch ihr Porträt wird als Wasserzeichen wiederholt. Auf der Rückseite sind ein Jaguar und die Puya raimondii, auch Riesenbromelle genannt, dargestellt; den Jaguar untersuchte María Rostworowski im Kontext des mythischen Kosmos der Inkakultur. Bei beiden Nominalen zeigen ein magnetischer Fenster-Sicherheitsfaden und ein ornamentales Element im unteren rechten Eck der Vorderseite einen Farbverlauf von Grün zu Blau (20 Soles) bzw. Gold zu Grün (50 Soles). Auch erhöhen eine Mikroschrift und unter UV-Licht sichtbare Elemente die Fälschungssicherheit. Von der neuen Banknotenserie fehlen nunmehr die Stückelungen zu 10 und 200 Soles: Der 10er wird die Sängerin Chanbuca Granda sowie das Vicuña (höckerloser Neuweltkamel) zeigen, der 200er die Malerin Tilsa Tsuchiya und den Felsenhahn. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 29
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 538 Mark Scovell Geboren 1946 in Windsor, England. Studierte Technische Illustration und Grafikdesign an der Kunsthochschule von Portsmouth. 1976 begann er seine berufliche Laufbahn als Banknotendesigner für die Firma Bradbury Wilkinson, wo er Aufträge für Afrika und den Nahen Osten annahm. 1986 bis 1997 entwarf er Banknoten und Sicherheitsdokumente für Komori Currency Technology. Er war dann als Industriedesigner und Grafiker tätig und seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen in Großbritannien zu sehen. Die Firma Komori Currency Technology liefert Druckmaschinen mit höchstem Sicherheitsstandards sowie Hilfsgeräte für Sicherheitsanbieter im Druckbereich weltweit. 5 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt und antike Fliesenmuster; Rückseite: Kapitell, antike Skulptur und Innenraum mit Säulen. 10 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt, Ornamente von Friesen und Kapitellen; Rückseite: Säulen, Bögen und Kandelaber mit Ornamenten aus Kirchen des 12. Jahrhunderts. 20 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt und kirchliche Ornamentik; Rückseite: Kapitell und gotisches Kirchenfenster. 50 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt der Renaissance sowie Muster; Rückseite: stilisierter Innenraum eines Palastes im Rom, Eckpilaster und Fries von Bramante. 100 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt das an Gemälde von Gainsborough, Rubens und Watteau erinnert sowie barockes Muster; Rückseite: Kirche mit Kachelmustern, eisernem Torpfosten und Barockdecke. 200 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt nach frühen viktorianischen Fotografien sowie Detail eines schmiedeeisernen Geländers; Rückseite: Eisenkonstruktion nach Fotografien eines Bahnhofs, schmiedeeiserne Verzierung und Kristallglasmotiv. 500 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt einer Frau im Jugendstil; Rückseite: moderne Architektur, abstrakte Formen, Art-déco-Figur und strahlenförmige Muster. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Aus privaten Sammlungen: 50 Francs der Banque de l'Afrique Occidentale von 1929
Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Josef Gerber Historischer Kontext: Im Laufe des 17. Jahrhunderts etablierten sich die Franzosen als führende Kolonialmacht im heutigen Senegal. Von dort aus weiteten sie ihre Einflüsse in Westafrika aus; bis 1891 lag unter anderem das gesamte heutige Staatsgebiet Senegals in französischer Hand. In den Jahren 1895 bis 1960 bestand die Föderation Französisch-Westafrika: Sie umfasste die acht Kolonien Dahomey (heutiges Benin), Elfenbeinküste, Französisch-Guinea, Mauretanien, Niger, Obervolta (heutiges Burkina Faso), Senegal und Französisch-Sudan (heutiges Mali). Hauptstadt Französisch-Westafrikas war ab 1902 die atlantische Hafenstadt Dakar im Senegal, die im Jahr 1857 rund um ein französisches Fort entstanden war. Während Guinea bereits 1958 seine Unabhängigkeit erlangte, wurden die restlichen sieben Kolonien im selben Jahr zu autonomen Republiken innerhalb der Communauté française und schließlich im "Afrikanischen Jahr" 1960 von Frankreich unabhängig, was natürlich auch das Ende Französisch-Westafrikas bedeutete. Die Banque de l'Afrique Occidentale wurde am 29. Juni 1901 gegründet und war unter anderem für eine einheitliche Notenemission für alle Teile Französisch-Westafrikas zuständig. Land/Region/Ort: Französisch-Westafrika, Senegal, Dakar Emittent: Banque de l'Afrique Occidentale Nominal: 50 Francs Datum: 14.3.1929 Vorderseite: Palme und Baum am Strand vor Sonnenuntergang, im Hintergrund Dampfschiff, in den unteren Ecken Elefantenköpfe; Legende unter Gallischem Hahn, Wertzahl in den Ecken, Ornamente Rückseite: Legende auf Arabisch und Wolof, geometrische Ornamente Wasserzeichen: Löwenkopf Format: 203 mm x 120 mm Entwurf: Henri Bellery-Desfontaines (Vs.), Georges Duval (Rs.) Gravur: Ernest und Frédéric Florian (Vs.), Georges Duval (Rs.) Druck: Banque de France Material: Papier Nummerierung: S.229 / 680 / KN 05717680 Authentizität: Original Zitate: FWA-9Bc (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B103De (Owen W. Linzmayer, The Banknote Book – French West Africa) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Leserpost: Chinesischer Schein mit Lenin-Porträt
Ich besitze einen chinesischen Lenin-Schein (moderner Druck) und habe mal versucht, den Schein zu bestimmen. Mit meinen praktisch nicht vorhandenen Chinesisch-Kenntnissen konnte ich folgendes identifizieren: Chinese Soviet Republic National Bank / Hunan-West Hupei Special Brunch 1 Chiao = 10 Cents von 1931 Ein solcher Schein mit Porträt Lenins steht aber nicht im Katalog, ich nehme also an, dass es sich um einen Fantasieschein handeln wird. Oder liege ich hier völlig falsch? G. Ernst Antwort der Redaktion Zu dem „Lenin-Schein“ kann ich sagen: Der chinesische Titel auf der Note heißt (von rechts nach links gelesen) 中華蘇維埃共和國國家銀行湘鄂西特區分行 = Nationalbank der chinesischen Sowjetrepublik – Filiale der Sonderzone Hunan-Westhubei. Vom ins Deutsche übersetzten Titel her ist das „Chinese Sowjet Republic National Bank – Hunan West-Hupei Special Branch“ Pick S3273 bis S3274. Aber der chinesische Titel wird im Standard Catalog of World Paper Money falsch wiedergegeben. Wenn man den Titel hier ins Deutsche übersetzt steht da in der 1. Zeile „Nationalbank der Chinesischen Volksrepublik – Filiale Hunan – Guangxi“! Genau wie richtigerweise bei den Noten S3274A und folgende. Die Note ist, wie bereits von Ihnen vermutet, ein Fantasieschein. Die echte 1-Jiao-Note von 1931 mit dem auf diesem Schein befindlichen Titel müsste schwarz sein und ein Gebäude zeigen. Erwin Beyer
- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 4 – Zum Geldwesen des Estado Español (1936–1939)
Am 18. Juli 1936 putschte eine Gruppe konservativer, republikfeindlicher Generäle gegen die gewählte Regierung. Obwohl sich die überwältigende Mehrheit der Armee und der Guardia Civil den Aufständischen anschloss, blieb der erwartete Erfolg des Staatsstreiches aus. Es folgte ein fast drei Jahre dauernder Bürgerkrieg, in dem sich die Republik verzweifelt wehrte. „Viva la muerte“, der Wahlspruch der spanischen Fremdenlegion ist bezeichnend für den Blutrausch, in den Spanien während der drei Jahre des Bürgerkriegs verfiel. Bereits am 30. Juli 1936 installierten die Aufständischen in Burgos eine „nationale“ Gegenregierung, an deren Spitze am 20. September 1936 General Franco trat. Die innerspanischen Auseinandersetzungen wurden schnell zu einem internationalen Konflikt. Mit der Legion Condor1) griff Hitler auf Seiten der Franquisten ein, das faschistische Italien Mussolini‘s entsandte 50.000 Mann, während Stalin aufseiten der „roten“ Republik direkt intervenierte, was alle drei Diktatoren allerdings nicht daran hinderte, sich verbal der von Frankreich angeregten und von Großbritannien streng gehüteten Nichteinmischungspolitik anzuschließen. Aus mehr als fünfzig Staaten eilten Freiwillige der Republik zur Hilfe und bildeten im Oktober 1936 die „Internationalen Brigaden". Die militärischen Aktionen des Spanischen Bürgerkrieges lassen sich schnell auf einen Nenner bringen: stetiger Vormarsch der „nationalen“ Verbände, denen es aber nicht gelingt, die Hauptstadt Madrid einzunehmen. Bereits wenige Tage nach dem Putsch ordneten die aufständischen Machthaber an, „dass die den Banken zur Aufbewahrung anvertrauten Kapitalien oder Wertpapiere nicht ohne Erlaubnis des Ausschusses für die Nationale Verteidigung abgehoben werden dürfen.“2) Eine am 27. Juli 1936 erlassene Verordnung bestimmte, dass Kontokorrentkonten-Inhaber monatlich über einen Betrag von bis zu 2000 Peseten frei verfügen konnten, wenn damit Löhne oder Material bezahlt wurden. Bei höheren Beträgen war die Zustimmung des örtlichen Militärgouverneurs nötig. Über Guthaben, die erst nach dem Tag der „Nationalen Erhebung“ bei den Banken und Sparkassen entstanden waren, konnte dagegen frei verfügt werden. Weil viele Verkehrswege während der ersten Kriegstage unterbrochen waren, wurde auch die Verfallzeit bei Wechseln verlängert. Schon im September 1936 zeichnete sich ab, dass sich Spanien auf dem Weg zu zwei getrennten Währungsgebieten befand. Neben der „republikanischen“ Banco de España in Madrid etablierte sich durch Dekret vom 8. September 1936 in Burgos, dem Sitz des Ausschusses für die Nationale Verteidigung, eine „nationale“ Banco de España. Am 12. November ordnete die Regierung in Salamanca die Kennzeichnung der in ihrem Herrschaftsgebiet umlaufenden Banknoten mit einem Prägestempel an. Zur Stempelung waren aber nur Banknoten zu gelassen, die sich am 18. Juli 1936 bereits im Umlauf befunden hatten (s. Tabelle 1). Banknoten, die nach diesem Zeitpunkt in Verkehr gesetzt wurden, waren ungültig. Aus dieser Verordnung ging die „peseta nacional“ als Geldeinheit im Gegensatz zu der „peseta republicana“ oder „peseta roja“ hervor. „Vor dieser Verordnung waren die von dem Republikanischen Spanien in Umlauf gesetzten Banknoten der spanischen Staatsbank auch im Nationalen Spanien im Gebrauch gewesen; und wenn von den nationalen Truppen Provinzen und Städte neu besetzt wurden, so genossen die in diesen Städten kursierenden Banknoten weiterhin freien Umlauf, auch selbst in allen anderen Städten des Nationalen Spaniens. So war es z. B. nach der Eroberung von Cáceres, San Sebastian, Toledo und anderen Provinzen und Städten. Nach November 1936 wurden dann aber, wenn ein Ort von der Nationalen Front besetzt worden war, nur diejenigen Banknoten der spanischen Staatsbank als gültig angesehen, die vor dem 18. Juli 1936 in Umlauf gewesen waren, weshalb sie auch zum Abstempeln vorgelegt werden mußten. Die übrigen Banknoten dagegen, die nach diesem Zeitpunkt von dem Feind in Umlauf gesetzt worden waren, wurden von den Behörden eingezogen und hatten weiterhin keinen Geldwert, und ihre Inhaber erhielten keinerlei Gegenleistung dafür.“3) Abb. 1: Trockenstempel: „ESTADO ESPAÑA . BURGOS .“ Die Stempelung erfolgte im Inland innerhalb von 15 Arbeitstagen. Für Scheine, die aus dem Ausland vorgelegt wurden, galt eine Frist von 30 Tagen. Die Banco de España in Burgos stellte den 70 an der Aktion beteiligten Einrichtungen die notwendigen Prägestempel zur Verfügung. Der Trockenstempel hat einen Durchmesser von 30 mm. Die Umschrift lautet „ESTADO ESPAÑA . BURGOS .“. Im inneren Kreis eine Mauerkrone. Der Prägestempel wurde meistens mittig am oberen Rand angebracht. Wie schon bei der Stempelung 1931 ist auch dieser Stempel, nur schwer auf dem Papier zu erkennen. Anzumerken ist, dass Scheine mit beiden Stempeln gleichzeitig – also auch mit dem von 1931 – vorkommen. Die von den Franquisten gestempelten Banknoten wurden nun auf dem Gebiet der Republik nicht mehr anerkannt. Etwa 1993 tauchten auf den Märkten in Sevilla und Extremadura 25-Pesetas-Noten der Ausgaben von 1906, 1907 und 1927, 100er der Ausgaben 1906, 1907 und 1925, Noten zu 500 Pesetas der Emissionen vom Juli 1907 und 1927 sowie 1000er des Jahres 1925 mit einem roten Stempel-Aufdruck des offiziellen Wappens des spanischen Staates auf, wie er von 1938 bis 1976 benutzt wurde. Er hat die Maße 66 x 45 mm (Abstände zwischen Krone und Schwanz und Enden der Flügelspitzen). Diese Scheine wurden als Vorläufer-Noten der vorher beschriebenen Stempelaktion angepriesen. Dies kann jedoch nicht sein, da das abgewandelte Wappen von Carlos III. (Águila de San Juan) erst am 2. Februar 1938 offizielles Staatsemblem wurde. Bei den immer wieder angebotenen Stücken dürfte es sich daher um Sammlerfälschungen handeln.4) Abb. 2: Vorderseite der 100 Pesetas-Note vom 19. Juli 1925 mit dem Wappen „Águila de San Juan“. Eine häufig angebotene Fantasiefälschung. Natürlich konnten die gestempelten Noten nur eine vorübergehende Maßnahme sein. Deshalb bestellte die Banco de España in Burgos eigene Banknoten bei Giesecke & Devrient in Deutschland. Am 9. März 1937 kündigte eine Verordnung die Ausgabe der neuen Noten zu 25, 50, 100, 500 und 1000 Pesetas an, sodass die gestempelten Noten eingezogen werden konnten. Die ersten drei Werte gelangten am 15. März in Umlauf, die beiden anderen genau einen Monat später. Diese Scheine datieren vom 21. November 1936 und sind im typischen Stil der Leipziger Druckerei gestaltet. Die Vorderseite wird von einem einfachen Rahmen eingefasst. Am oberen Rand die Angabe des Emittenten, darunter rechts die große Wertangabe in Buchstaben und Ausgabeort und –datum sowie drei Unterschriften; auf der linken Seite eine Guilloche mit Wertzahl in Ziffern. Auf dem rechten Schaurand nochmals die Wertangabe in Ziffern in einer länglichen Guilloche. Die Rückseite zeigt in einem einfachen Rahmen bildliche Darstellungen und in den vier Ecken jeweils die Wertangabe in Ziffern. Auf dem linken Schaurand die Wertzahl und jeweils gebogen PESETAS. Im Papier sind kleine Seidenpapierstreifen mit Mikroschrift „BANCO DE ESPAÑA“ eingelassen, zusätzlich enthält das Papier das Wasserzeichen „Kleine G&D-Stimmgabel“. Während die Rückseite der 25-Pesetas-Banknote ein Medaillon mit der Seitenansicht eines Soldaten mit Stahlhelm abbildet, sehen wir beim Wert zu 50 Pesetas zwei Medaillons mit je einer Seitenansicht eines Frauenkopfes. Der Hunderter gibt die Kathedrale von Burgos wieder, der Wert zu 500 Pesetas die Kathedrale von Salamanca und der Tausender den Alcázar de Toledo. Abb. 3.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 3.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 4.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 5.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 6.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 6.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 7.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 1000 Pesetas, Vorderseite. Abb. 7.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 1000 Pesetas, Rückseite. Unter demselben Datum druckte M. Portabella, Zaragoza, Scheine zu 5 und 10 Pesetas. Beide Nominale sind bildgleich. Sie zeigen auf der Vorderseite in der rechten oberen Ecke das gekrönte spanische Wappen. Auf der Rückseite wird in Ornamenten verziert der Wert in Buchstaben wiedergegeben. Beide Werte gelangten ab 14. Juni 1937 in Umlauf. Da keine großen Druckmaschinen vorhanden waren, wurden sie ausschließlich im Lithographie-Druck hergestellt. Die Druckfarben und das Wasserzeichen-Papier stammten aus Deutschland. Beide Geldscheine kommen auch ohne Kontrollnummer im Handel vor. Gelaufene Stücke sind meist nur stark gebraucht zu bekommen und werden auch dann noch zu recht hohen Preisen gehandelt. Noch eine weitere Banknote, die 1937 in den Zahlungsverkehr kam, stammt aus diesem Haus. Die Vorderseite der Note zu 5 Pesetas (18. Juli 1937) schmückt eine Handel und Industrie symbolisierende Allegorie. Die reich verzierte Rückseite zeigt in einem ausgesparten Kreis das Wappen König Carlos I. Abb. 8.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 8.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 9.1: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 9.2: Banco de España, Burgos, 21. November 1936, 10 Pesetas, Rückseite. Abb. 10.1: Banco de España, Burgos, 18. Juli 1937, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 10.2: Banco de España, Burgos, 18. Juli 1937, 5 Pesetas, Rückseite. Mit Datum vom 12. Oktober 1937 folgten zwei Werte der Mailänder Druckerei Coen y Cartevalori. Auf der Vorderseite der Note zu einer Peseta wird ein Wappen und bei der zu 2 Pesetas das Arco (Tor) de Santa María und die Kathedrale in Burgos abbildet. Von dem gleichen Unternehmen folgten zwei Noten zu einer Peseta (28. Februar 1938 und 30. April 1938). Auf beiden Wertzeichen findet sich nun das offizielle Staatswappen (Águila de San Juan). Die 2-Pesetas-Note unter dem letzten Datum ist fast identisch mit der Note vom 12. Oktober 1937. Abb. 11.1: Banco de España, Burgos, 12. Oktober 1937, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 11.2: Banco de España, Burgos, 12. Oktober 1937, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 12.1: Banco de España, Burgos, 12. Oktober 1937, 2 Pesetas, Vorderseite. Abb. 12.2: Banco de España, Burgos, 12. Oktober 1937, 2 Pesetas, Rückseite. Abb. 13.1: Banco de España, Burgos, 28. Februar 1938, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 13.2: Banco de España, Burgos, 28. Februar 1938, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 14.1: Banco de España, Burgos, 30. April 1938, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 14.2: Banco de España, Burgos, 30. April 1938, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 15.1: Banco de España, Burgos, 30. April 1938, 2 Pesetas, Vorderseite. Abb. 15.2: Banco de España, Burgos, 30. April 1938, 2 Pesetas, Rückseite. Erst Anfang 1939 wurden die von Giesecke & Devrient (Ausgabedatum: 20. Mai 1938) produzierten Geldscheine ausgegeben. Im Unterdruck der reich verzierten Vorderseite befindet sich diesmal das Staatswappen. Im Zentrum der Rückseite der 25-Pesetas-Note steht die Giralda,5) während die Abbildung des Castillo de Olite fast die gesamte Rückseite des 50ers einnimmt.6) Die 100 Pesetas bilden das Casa del Cordón in Burgos ab.7) Der Wert zu 500 Pesetas zeigt die Kathedrale von Santiago de Compostela.8) Der Tausender weicht von den übrigen Scheinen ab, indem ein historisches Bild „Defensa del púlpito de San Agustín“ reproduziert wird.9) Bei allen Werten wurde auf einen Schaurand verzichtet. Im Papier sind wie bei den Wertzeichen aus dem Hause Giesecke & Devrient dieser Zeit üblich kleine Seidenpapierstreifen mit Mikroschrift „BANCO DE ESPAÑA“ eingelassen. Letzteres gilt auch für die 5-Pesetas-Banknote vom 10. August 1938, deren Gestaltung an die Emission vom 21. November 1936 erinnert. Abb. 16.1: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 16.2: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 17.1: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 17.2: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 18.1: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 18.2: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 19.1: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 19.2: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 20.1: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 1000 Pesetas, Vorderseite. Abb. 20.2: Banco de España, Burgos, 20. Mai 1938, 1000 Pesetas, Rückseite. Abb. 21.1: Banco de España, Burgos, 10. August 1938, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 21.2: Banco de España, Burgos, 10. August 1938, 5 Pesetas, Rückseite. Alle Banknoten vom 30. April, 20. Mai und 10. August 1938 wurden nach einer Verordnung des Finanzministeriums vom 22. April 1939 für den Umlauf in Spanisch-Marokko mit einem jeweils unterschiedlich langem roten Aufdruck „AFRICA“ versehen, um das Schmuggeln von Waren aus Tanger zu erschweren. Beim Erwerb dieser Noten ist äußerste Vorsicht geboten, da der Aufdruck zum Schaden der Sammler gefälscht wird. Auch auf dem Gebiet des nationalen Spaniens zirkulierten die alten Silber- und Kupfermünzen der Provisorischen Regierung und der Monarchen Amadeo I., Alfons XII. und Alfons XIII. weiter. Dem Beispiel der Republik folgend, ließ der „Nationale Verteidigungsrat“ 60 Millionen Kupfer-Nickel-Münzen zu 25 Céntimos in der staatlichen Münze in Wien prägen. Die Entwürfe hierzu stammen vom spanischen Kupferstecher José Luis Sánchez-Toda und dem Ingenieur Víctor Villanueva. Ihre Initialen „TS“ und „VV“ befinden sich auf der Rückseite der Münze. Die Rohlinge lieferte die Berndorfer Metallwarenfabrik AG, Berndorf. Mit 25 mm Durchmesser und 7 g Gewicht entsprach diese Münze der republikanischen Prägung. Am 5. April 1938 setzte sie der "Nationale Verteidigungsrat" in Burgos in Umlauf. Vierzehn Jahre später, 1951, zwang der Anstieg des Nickelpreises den sofortigen Einzug der Nickelmünzen, da der Metallwert seinen Nennwert überstieg. Die Münze verlor am 1. Juli 1951 die Gültigkeit.11) Abb. 22.1/2: España, 1937, 25 Céntimos, Vorder- und Rückseite. Das Herrschaftsgebiet des „nationalen“ Spaniens vergrößerte sich ständig, bis es am 1. April 1939 das ganze spanische Staatsgebiet umfasste und Franco das Ende des Bürgerkriegs verkündete: „Am heutigen Tage wurde die rote Streitmacht gefangengesetzt und entwaffnet, und die nationalen Truppen haben ihre militärischen Endziele erreicht. Der Krieg ist beendet.“12) Was geschah mit den republikanischen Banknoten und Bankguthaben, wenn die nationalen Truppen Städte besetzten und als der Krieg zu Ende war? Mit der Emission vom 21. November 1936 führte die Banco de España in Burgos ein Zahlungsmittel ein, das mit dem Geldumlauf der Republik nichts mehr zu tun hatte. „Sobald neue Städte durch das nationale Heer besetzt wurden, wurden die in diesen Städten noch kursierenden Banknoten von vor dem 18. Juli gegen die neuen von der Bank in Burgos emittierten Banknoten eingetauscht, wobei der Umtausch zum Parikurs erfolgte.“13) Alle anderen Noten wurden ersatzlos eingezogen. Mit diesen Regelungen versuchte man einerseits die Inflation, die im republikanischen Gebiet spürbar höher war, einzudämmen und andererseits die dortige Wirtschaft zu untergraben, zu stören. Obwohl die Bankguthaben auf dem Gebiet der Republik seit Kriegsbeginn in vielen Fällen stark zugenommen hatten (s. Tabelle 3), ließ man diese zunächst unangetastet. Seit der Eroberung Bilbaos im Juni 1937 wurden dann die Bankkonten gesperrt und auch die republikanischen Banknoten für ungültig erklärt. Durch Dekret vom 12. Oktober 1938 trat dahingehend eine Änderung ein, dass über Guthaben frei verfügt werden konnten, wenn sie bereits vor dem 18. Juli 1936 bestanden. Dies galt aber nicht, wenn das Guthaben in der Folgezeit aufgebraucht wurde und durch Einzahlungen in der Zeit vom 1. November 1938 bis zur Besetzung der Stadt durch nationale Verbände ersetzt wurde.15) Obwohl die Kontensperrung nur eine vorübergehende Maßnahme sein sollte, wurde erst am 7. Dezember 1939 ein Gesetz erlassen, das die Kontenblockade aufhob und den Wert der Guthaben aus republikanischer Zeit festlegte. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, wollte man auf ihre Berechnung eingehen. Je nach Entstehungszeitpunkt wurde das Verhältnis der republikanischen zur nationalen Peseta bestimmt (s. Tabelle 4). „Diese Tabelle ist so zu verstehen, daß z. B. 100 Peseten, die in der Zeit vom 19. Juli 1936 bis zum 31. Oktober 1936 in den Banken des Republikanischen Spanien eingegangen waren, nach dem Gesetz mit 90 nationalen Peseten auf dem Konto anerkannt wurden, von denen die Interessenten freien Gebrauch machen konnten. In den Fällen, in denen Geschäfte erst im letzten Kriegsabschnitt zustande gekommen waren, wurden für 100 republikanische Peseten nur 5 nationale Peseten berechnet. … Durch diese Methode wurden die Einnahmen auf den Bankkonten während der republikanischen Regierung und in den Banken, die in dem feindlichen Gebiet gegründet worden waren, nach dem Realwert der Kaufkraft, d. h. im Verhältnis zur nationalen Peseta ermittelt.“17) Ein Umtausch der abgelieferten Banknoten fand nicht mehr statt. Abb. 23: Bescheinigung über die Ablieferung republikanischer Banknoten. Mit Gesetz vom 20. Januar 1939 ordnete Generalissimus Franco den Einzug der Gold- und Silbermünzen an. Obwohl die Bevölkerung unter Androhung schwerer Strafen zur Ablieferung aufgefordert wurde, zeigen die veröffentlichten Daten der Banco de España von 1965, dass bis zu diesem Zeitpunkt nur 47 % der Münzen abgeliefert wurden. Dies waren 2.800 der 5.921 Tonnen Silbermünzen, die seit der Einführung der Peseta 1868, geprägt wurden.18) Die Kupfermünzen zu 1, 2, 5 und 10 Céntimos, die seit der Einführung der Peseta als Währung 1868 geprägt wurden, wurden durch Dekret vom 29. Oktober 1941 in weniger als fünf Monaten eingezogen: 600 Millionen der mehr als eine Milliarde Münzen. Einige dieser Münzen hatten mehr als siebzig Jahre im Umlauf hinter sich; wegen der übermäßigen Abnutzung war oft nicht einmal mehr ihre Identifizierung möglich.19) Die Bilanz der militärischen Auseinandersetzungen: etwa 110.000 Gefallene auf „nationaler“ und rund 175.000 auf republikanischer Seite, rund 16.000 bei Luftangriffen ums Leben gekommene Zivilpersonen und weitere 25.000 tote Zivilisten durch Krankheit und Hunger. Die Rache der Sieger war furchtbar. Rund zwei Millionen Spanier sollen bis 1942 in Gefängnisse und Lager gebracht worden sein. Schätzungen sprechen für die Zeit von 1939 bis 1944 von etwa zweihunderttausend Todesurteilen, hierbei sind noch nicht die von der Armee vorgenommenen Aburteilungen berücksichtigt. Hunderttausende verließen ihre Heimat, um Francos Rache zu entgehen. Zehntausende in Frankreich internierte ehemalige Republikaner starben später im Konzentrationslager Mauthausen. Bis heute sind die Wunden des Bürgerkriegs in der spanischen Gesellschaft nicht verheilt. Uwe Bronnert Anmerkungen Offiziell handelte es sich um deutsche Freiwillige. In Wirklichkeit waren es ausgesuchte Offiziere und Mannschaften der Luftwaffe (10.000 Mann), die zum Kampfeinsatz nach Spanien abkommandiert wurden. Das traurigste Kapitel der deutschen Intervention in Spanien ist die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica. Der Welt wurde hier erstmals das Inferno des modernen Luftkriegs vorgeführt. Dr. Higinio Paris Eguilaz, Die Währungspolitik während des spanischen Befreiungskrieges und ihre Auswirkung auf die spanische Volkswirtschaft, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Zeitschrift des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, 52. Band (1940 II), Jena 1940, S. 334. Ebenda, S. 336. Dieses Wappen findet sich offiziell erstmals auf der 1-Peseta-Note vom 28. Februar 1938. Die Giralda ist das ehemalige Minarett der Hauptmoschee von Sevilla (Andalusien), die nach der christlichen Rückeroberung („Reconquista“) der Stadt im Jahre 1248 zunächst als Kirche „Santa Maria la Mayor“ weitergenutzt wurde, bevor sie im 15. Jahrhundert niedergerissen und als spätgotische Kathedrale neu erbaut wurde. Der Palacio Real de Olite ist ein ehemaliger königlicher Palast in Olite, einer Stadt in der spanischen Comunidad Foral Navarra, der ursprünglich im 13. Jahrhundert begonnen wurde. In diesem gotischen Stadtpalais der Kronfeldherren empfingen 1497 die Katholischen Könige Isabella und Ferdinand den Entdecker Christoph Kolumbus nach dessen zweiter Amerikafahrt. Sie steht über einer Grabstätte, die dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird, und ist Ziel des Jakobswegs. Das abgebildete Ölgemälde (488 x 378 cm) wurde von César Álvarez Dumont (1866 – 1945) im Jahre 1887 gemalt. Es stellt den heroischen Kampf auf der Kanzel der Kirche von San Agustín de Zaragoza 1809 dar. FILABO (Hrsg.), Enciclopedia de Billetes de España,Tomo II, Secunda Edición, Sant Joan Despí (Barcelona) 2006. Vgl. José María Aledón, La Peseta, Catálogo Básico, La Moneda Española desde 1868 y los Billetes desde 1783, Edición 1997, Valencia, S. 126 f. https://de.wikipedia.org/wiki/Franquismus, Stand: 06.04.2018, 13.30 Uhr. Dr. Higinio Paris Eguilaz, S. 336. Ebenda, S. 343. Ebenda, S. 341 f. Ebenda, S. 346. Ebenda, S. 347. Vgl. José María Aledón, S. 127 f. Vgl. ebenda, S. 130 f.
- Asperg: Lagergeld von 1946/47
Für die etwa 5000 Einwohner zählende württembergische Kleinstadt Asperg war am 21. April 1945 der Krieg vorbei. Truppen der 1. Franz. Armee besetzten die Stadt und das Gefängnis Hohenasperg. Entsprechend den alliierten Abmachungen über die endgültige Festlegung der Besatzungszonen rückte die US-Armee am 16. Juli 1945 in Asperg ein. Viele Jahrhunderte war die Festung Hohenasperg fast immer auch eine Haftanstalt gewesen. Seit den Bauernkriegen wurden auf dem Hügel Menschen aus politischen Gründen gefangen gehalten. Bekannt ist das Wegsperren der Revolutionäre des Vormärz sowie der Revolution von 1848. Abb. 1: Asperg mit der Festung Hohenasperg – seit dem 19. Jahrhundert auch als „Demokratenhügel“ bekannt. Später folgten Kriegsgefangene des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871 und des Ersten Weltkriegs 1914–1918. Aus dieser Zeit ist eine undatierte Serie von Lagergeld Hohenasperg mit rückseitigem Zeilenstempel „Kriegsgefangenenlager / Hohenasperg / Kasse“ bekannt. Abb. 2/3: Kantinengeld des Gefangenenlagers Hohenasperg im Ersten Weltkrieg zu 1 und 5 Pfennig (auch 2, 10 und 50 Pfennig bekannt). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs internierten die US-amerikanische Besatzungsbehörde aufgrund ihrer Direktive JCS Nr. 1067 (in der Fassung vom 26. April 1945) etwa 120.000 Personen in ihrer Zone – 3 Lager in Hessen, 11 Lager in Bayern und 10 in Württemberg-Baden. Im Großraum Stuttgart waren es im April 1947 noch die Lager mit den Nummern: 72 Ludwigsburg-O.weil, Krabbenloch-Kaserne 73 Kornwestheim, Hindenburg-Kaserne 74 Ludwigsburg-O.weil, Flak-Kaserne 75 Kornwestheim, Ludendorff-Kaserne 76 Asperg, Haftanstalt Hohenasperg 77 Ludwigsburg, Fromann-Kaserne 78 Stuttgart-Zuffenhausen, Grenadier-Kaserne Strafverfolgung, Entnazifizierung und Umerziehung waren die Hauptgründe der Verhaftungen. Das Internierungslager der Festung Hohenasperg (C. I. E. 76 = Civilian Internment Enclosures) bestand von Juli 1945 bis Juli 1947 und hieß intern 3rd Army Internment Camp 76/Germany (später 5th Army ...). Interniert wurden Personen (zu 50 Prozent Angehörige der SS), die im Verdacht standen, Kriegsverbrechen begangen zu haben sowie belastete Beamte der NSDAP, der Gestapo, der Diplomatie sowie Offiziere der deutschen Wehrmacht. Aber auch Einzelpersonen, ganze Familien mit Kindern von Deutsch-Amerikanern, die aus den USA ausgewiesen wurden, obwohl sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besaßen, wurden in die Lager repatriiert.* Internierte, die nicht von den Alliierten in den Nürnberger und Nachfolge-Prozessen abgeurteilt wurden, übergab man im April 1948 den deutschen Behörden. Diese Personen wurden in vier Kategorien eingeteilt: Beweisführung und Aburteilung im Lager, Übergabe von Belasteten in andere Besatzungszonen, Verhandlung vor deutschen sog. „Heimatspruchkammern“ und Entlassung ohne Verhandlung in ihre Heimatgemeinden. Nur aus dem Lager 76 sind einseitige Geldersatz-Scheine auf gelblichen Papier bekannt. Sie wurden spätestens ab 1946 in drei Wertstufen in Gesamthöhe von etwa 1.280 Reichsmark ausgegeben und zeigen maschinenschriftlich das Ungültgkeitsdatum „10.2.47“ bzw. „10.2.1947“. Und es sind Varianten „RM –.50“ und „50 Pfennig“ nachweisbar. Mit der „Instruction No. 85“ forderten die US-Militärbehörden am 4. September 1945 vom Asperger Bürgermeister Hermann Käser bis zum 8. September 1945 drei gebrauchsfähige Schreibmaschinen abzuliefern. Auf den Asperger Lagergeldscheinen sind tatsächlich drei unterschiedliche Schreibmaschinentypen festzustellen. Die Scheine wurden zum 10. Februar 1947 ungültig, der Umlauf danach mit einem Datumstempel „10.MRZ. 1947“ verlängert. In der Literatur wird auch ein Verlängerungsstempel „3.MRZ. 1947“ erwähnt, der auf Scheinen bis heute aber nicht belegt ist. Ob es sich um eine Fehleinstellung des Stempels oder um ein früheres Ungültigkeitsdatum handelte ist unklar. Abb. 4: Lagergeld „50 Pfennig“ mit Verlängerungsstempel. Abb. 5: Lagergeld „Eine RM“ mit Verlängerungsstempel. Abb. 6: Lagergeld „RM –.50“ mit Verlängerungsstempel. Abb. 7: Lagergeld „Zwei RM“ mit Verlängerungsstempel. Von den nicht häufig und heute noch vorkommenden Scheinen sind die ohne Verlängerungsstempel seltener und schwer zu finden. Die 50-Pfennig-Scheine sind am seltensten, gefolgt von den RM –.50-Scheinen; die Eine-RM-Scheine sind am ehesten zu beschaffen. Insgesamt sollten von allen Ausgaben noch etwa 100 Stück auf dem Sammlermarkt verfügbar sein. Die korrekten Abmessungen sollten 52 mm × 74 mm sein; man beschrieb 60 DIN-A4-Seiten (ohne Wasserzeichen) zu 16 „Nutzen“ (4 × 4) im Hochformat, kennzeichnete die jeweiligen Werstufen mit unterschiedlichen Buntstiften. Danach wurden die Blätter mehr oder weniger genau zerschnitten und mit einer paginierten 5-stelligen Kontrollnummern in Schwarz gestempelt. Anschließend wurden die Scheine mit einem Großbuchstaben B (handschriftlich in Sütterlinschrift) versehen, der für den Lagerkommandanten Billing steht. Die Schreibmaschinen-Typen lassen sich in drei Varianten unterscheiden – besonders beim Datum gut erkennbar: gerade Eins mit Serifen/geschlossene Vier gerade Eins mit Serifen/offene Vier spitze Eins ohne Serifen/geschlossene Vier Menge der hergestellten Lagergeld-Scheine: Eine RM auf 25 Blatt DIN A4: 1 × Grün/senkrecht, KN: 00001 bis 00400 (bekannt 00001 ... 00390) Zwei RM auf 25 Blatt DIN A4: 1 × Rot/waagerecht, KN: 01001 bis 01400 (bekannt 01008 ... 01392) RM –.50 auf 5 Blatt DIN A4: 2 × Blau/senkrecht sowie 50 Pfennig auf 5 Blatt DIN A4: 2 × Blau/senkrecht, KN: 05001 bis 05160 (bekannt 05003 ... 05138) Aufgrund der verwendeten Schreibmaschinen und der ungleich beschriebenen DIN-A4-Seiten sind mannigfache Abarten auszumachen: einige mit überschriebenen Tippfehlern, ungleichen Absätzen, mangelhafter Nummerierung oder schlechtem Schnitt. Abb. 8: Lagergeld „Zwei RM“ ohne Verlängerungsstempel, fehlerhaft, mit „r“ übertipptes „e“ in „Lagergeld“, auch bei „50 Pfennig“ KN 05123. Abb. 9: Lagergeld „Eine RM“ mit Verlängerungsstempel, schlecht zentriert ausgeschnitten, auch bei „Eine RM“ KN 00139 sowie bei „Zwei RM“ KN 01269. Abb. 10: Lagergeld „Zwei RM“ mit Verlängerungsstempel und zweifacher Kontrollnummer = oben „01007/8“ und darunter korrekt „01008“. Abb. 11: Lagergeld „Eine RM“ ohne Verlängerungsstempel, fehlerhaft, KN 00108. Aber: Vorsicht! Im Mai 2022 wurden bei eBay zwei Asperger Scheine für je 69,00 Euro eingestellt ... und glücklicherweise nicht verkauft. Das waren gefährliche Fälschungen! Da stimmte nichts! Das Papierformat und der Stempel sind falsch, die Kontrollnummer stimmt nicht und das Namenskürzel ebenso. Die Schreibmaschinentypen weichen ebenfalls von den Originalen ab. Auch der Datumstempel ist nicht original. Man hat sich sogar eine neue Wertstufe mit der Bezeichnung „,RM –.25“ ausgedacht. Dafür haben sich der oder die Fälscher eine zusätzliche Kennung einfallen lassen: zwei waagerechte violette Linien. Als Beweis für die Echtheit hat man ein Komma der Wertbezeichnung vorangestellt – abgeschaut von einem „RM –.50“-Schein (siehe Abb. 6). Eine dreiste und gefährliche Fälschung, die man Jahre später als solche nicht mehr erkennen dürfte ... Abb. 12: Lagergeld „Zwei RM“ – Fälschung. / Abb. 13: Lagergeld „RM –.25“ – Fälschung. Die Asperger Lagergeld-Scheine sind deshalb besonders, weil sie die einzigen sind, die in einem Internierungslager der Alliierten nach dem Krieg verwendet wurden. Es hat in allen vier Besatzungszonen um die 65 Internment Camps, Camps d‘internement bzw. Spezlagerija (Speziallager) gegeben. Es existierten aber auch Lager mit internierten Deutschen außerhalb der vier Besatzungszonen. * Schicksal eines Jugendlichen aus New York, der auf Ellis Island, in Texas und später auf Hohenasperg interniert wurde, und heute 89jährig wieder in den USA lebt: Im Jahr 1928 Jahren wanderten Lambert Dietrich Jacobs (20) und Paula Knissel (22) in die USA aus. Sie kamen getrennt aus Deutschland, trafen sich und heirateten später in New York, wo ihre Söhne Walter am 1. Oktober 1931 und Arthur am 4. Februar 1933 geboren wurden. Am 15. Juni 1943 standen FBI-Agenten vor ihrer Wohnungstür im Stadtteil Brooklyn und verhafteten den Vater, durchsuchten die Wohnung, verhörten ihn und entließen ihn wieder nach Hause. Die Beamten warfen dem Vater vor, Sympathisant der Nazis zu sein, dem unter Fritz Julius Kuhn und seinem Amerikadeutschen Volksbund in den USA über 6000 Nazi-Mitglieder folgten.** Der als Techniker auf Long Island beschäftigte L. D. Jacobs wurde am 18. Februar 1944 erneut verhaftet; der Anhörungsausschuss fand jedoch keine Beweise für seine Nähe zu den amerikanischen Nazis. Entsprechend dem „Alien Enemies Act“ von 1798 wurden nach Kriegseintritt der USA von 1941 bis 1948 etwa 11.500 beschuldigte Deutsche bzw. Deutschstämmige in amerikanische Internierungslager eingewiesen. Sie wurden als feindliche Ausländer eingestuft. Die andere Wahrheit ist aber auch, daß man die internierten Menschen als Faustpfand für einen möglichen Austausch mit amerikanischen Kriegsgefangene ansah. Im November 1944 entschied der Direktor der Alien Enemy Control Unit Edward J. Ennis über den Kopf des Komitees hinweg und ließ die vierköpfige Familie Jacobs am 27. Februar 1945 auf Ellis Island internieren; die Familie wollte zusammen bleiben und so kamen sie am 26. April 1945 mit weiteren Internierten ins Internment Camp Crystal City nach Texas. Dort lebten sie mit japanischen und italienischen Internierten. Abb. 15: 1 Dollar o. J., Kantinengeld Crystal City Internment Camp, Texas . I. & . N. Service (= Immigration and Naturalization Service). Der 2. Weltkrieg war zu Ende und so bestimmte der damalige US-Präsident Truman, da längst keine Notwendigkeit eines „Geiselaustauschs“ mehr bestand, „laßt uns sie nach Deutschland schicken, zum Teufel damit.“ Was die Jacobs und Tausende anderer deutsch-amerikanischer Familien nicht wußten: das US-Außenministerium hatte eine geheime Einheit namens „Special War Problems Division“ geschaffen, „feindliche“ Familien als Geiseln zu internieren und für gefangene Amerikaner auszutauschen. Am 9. November 1945 wurde Lambert Jacobs nach Deutschland gebracht: repatriiert. Im Dezember 1945 folgte ihm der Rest der Familie und einen Monat später internierte man die Familie getrennt auf Hohenasperg und im Lager 77. Die Haft war besonders für den 12jährigen Sohn Arthur schlimm und schwer auszuhalten. Das Regime der US-Bewacher war hart und demütigend. Sie beschimpften ihn regelmäßig als Nazi und drohten mit dem Strang, sollte er Regeln und Anordnungen in der Haftanstalt mißachten. Er erklärte immer wieder, daß er Amerikaner sei; er sprach nur ein paar Worte Deutsch, der Nahrungsmangel und die nasse Kälte in seiner ungeheizten Zelle ließen ihn fast aufgeben. Aus einem Interview mit William McWhorter vom 12. April 2010 im Rahmen der Workshop-Reihe „Here and There: Recollections of Texas in World War II Oral History Training“: McWhorter: „Wie haben Sie gemerkt, daß Sie dort nicht hingehören?“ Abb. 16: Eingangsbereich zum Internment Camp 76, um 1946. Abb. 17: Ansicht mit Wachturm, Stacheldraht und Graben, um 1946. Jacobs: „Ich weiß es nicht. Ich sagte ihnen immer wieder: ,Ich bin Amerikaner’, der Typ sagte ,Halt die Klappe! Wenn Du den Henkersbaum dort unten siehst, wenn Du nicht brav bist, werden wir Dich daran aufhängen. Wenn das nicht funktioniert, erschießen wir Dich.’ Das waren also die Grüße von meinen amerikanischen Mitbürgern. Das nehme ich ihnen nicht übel. Sie folgten nur Befehlen. Und wir aßen im Stehen, wir liefen mit den Händen auf dem Kopf. Es war ein miserabler Ort. Ich ... besuchte ihn nochmals im September 2004. Der Direktor führte mich durch das Gefängnis.“ Schon im Februar/März 1946 wurde die Familie aus der Haft entlassen; die Amerikaner hatten herausgefunden, daß die Jacobs unschuldig und die Brüder zudem US-Bürger waren. Im Delmenhorster Ortsteil Stickgras konnten sie bei den Großeltern unterkommen. Nun in der britischen Besatzungszone gestrandet, schlich er sich aus Hunger immer wieder in die US-Enklave Bremen, um Arbeit und Lebensmittel zu finden. Er war völlig desillusioniert; das Verhältnis zu den fremden Großeltern war angespannt. Eines Tages lief Arthur wieder auf der Straße ins etwa 13 Kilometer entfernte Bremen. Seinen Erinnerungen zufolge, wollte er sich einfach in den Schnee legen und sterben. Als ein Truck der US Army an ihm vorbeifuhr, hob er seinen Arm und zeigte mit dem ausgestreckten Daumen, daß er mitfahren wollte. Hitch-hiking war in dieser Art in Deutschland unbekannt. Die Amis hielten an, staunten über den mit Brooklyner Akzent sprechenden Jungen ... sein Schicksal änderte sich von da ab. Bremen galt bei den Amerikanern als „GI’s Paradise“. Sie versorgten den New Yorker Jungen und nahmen ihn mit in die verschiedensten Bremer Lokale, in GI Joe’s No. 1, ARC River Club u. a., aber eines Tages verbot ihm ein Major, sich in solchen Clubs aufzuhalten, da er ihn für einen Deutschen hielt. Abb. 18: Kantinengeld des Army Exchange Service, 1 Bier = . Mark = 5 Cents. Abb. 19: Kantinengeld des Army Exchange Service, . Mark = 5 Cents = 1 Bier o. Cola. Auf deutschen Ämtern sprach er stets in dem Bemühen vor, seine Familie wieder in die Staaten zurück zu bringen. Unermüdlich versuchte Arthur Jacobs an Bord von Schiffen nach New York zu kommen. Vergebens. Doch Mary Simmons, die Ehefrau eines der Schiffskapitäne, hörte sich seine Geschichte an und nahm Verbindung zu einer Familie Dreyer in Topeka/Kansas auf, die die Jacobs-Brüder aus humanistischen Gründen gern aufnehmen wollten. Arthur und Mildred Dreyer waren Farmersleute im Shawnee County und übernahmen eine Bürgschaft für die beiden Jacobs-Brüder, mußten zudem etwa 600 US-Dollar für die Schiffspassage nach den USA bezahlen. So kamen Arthur und Walter im November 1947 zurück nach New York und in den Mittleren Westen. Sie wuchsen nun gemeinsam mit den Dreyer-Töchtern Velda und Maxine auf und besuchten fortan die High School. Seine Eltern blieben in Deutschland. 1953 hatte der Bruder Walter erreicht, daß sich Paula und Lambert Jacobs ihre US-Reisepässe in einem amerikanischen Konsulat in Bremen abholen konnten. Der Mitarbeiter sagte dem Vater bei der Aushändigung des Passes auf Deutsch: „Wenn Sie in die Vereinigten Staaten zurückkehren, werden Sie es dieses Mal anders machen?“ Der Vater war empört, schmiß seinen neuen Pass mit den Worten „Behalte deinen Pass“ auf den Tresen und ging fort; Arthurs Mutter brach in Tränen aus. Auch aus einer gewissen Dankbarkeit an die US-Soldaten, die ihm in Bremen Abwechslung und einige Annehmlichkeiten bereiteten, trat Arthur Jacobs 1951 in die United States Air Force ein. Er diente in der USAF auf Guam, in Marokko und bis 1973 in Wiesbaden auf der Lindsay Air Station. Abb. 20: Imbiss-Gutschein des ARC auf Guam (Agana heute Hagåtña). Abb. 21: US-Milit.rgeld zu 5 Dollar, Serie 521/E (1954–1958), Verwendung auch auf der Sidi Slimane Air Base, Marokko. Abb. 22: Major der US Air Force Art Jacobs 1972, seit 1962 Träger der Meritorious Service Medal. Abb. 23/24: 25 Cents und 50 Cents, Kantinengeld der US-Luftwaffe in Hessen. 1960 wurde Art Jacobs für das Airman Education and Commissioning Program ausgewählt. Bis 1973 diente er in der Air Force und ging als Major in den Ruhestand. Nach seinem Militärdienst trat er ab 1977 der Fakultät der Arizona State University in Tempe bei, wo er bis zu seine Pensionierung arbeitete. Während seiner Zeit an der ASU reichte er Klage gegen die Regierung der Vereinigten Staaten ein (Jacobs gegen Barr). Er stritt für seine Rehabilitierung, gegen seine Internierung und für eine Entschädigung. 1988 verabschiedete der US-Kongress den „Civil Liberties Act“, der Entschädigungen in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar an japanische Internierte vorsah. Aber die deutschen und italienischen Internierten blieben völlig außen vor. Im Gegensatz zu den rehabilitierten Japanern, die bis zu 20.000 Dollar Entschädigungen erhielten, verwehrte man auch Arthur Jacobs eine Abfindung. Seine Klage auf Rehabilitierung und Wiedergutmachung war ergebnislos. Auch ein US-Berufungsgericht wies eine erneute Klage im März 1992 ab, ebenso der Oberste Gerichtshof der USA im Oktober 1992 – kommentarlos. Die Entschuldigung und Wiedergutmachung für ethnische Japaner und Aleuten führten zu Wut und Frustration unter den europäischstämmigen Internierten und ihren Familien, von denen keiner eine Entschuldigung oder Entschädigung bis heute erhalten hat. Abb. 25: Art Jacobs 2004 vor dem Gefängniseingang auf Hohenasperg. Die Sammlung von Arthur D. Jacobs enthält leider keine Lagergeld-Scheine, die in Asperg verwendet wurden. Nach seiner Aussage hat er die Ausgaben weder gesehen noch von ihnen gehört. Abb. 26: Titel des seltenen Buches von US Cpl. Edward Bierman „76, 3rd Army Internment Camp, Hohen- Asperg“, 1945 in Stuttgart gedruckt. ** Ende 1939 kam Kuhn in den USA in Haft, am 1. Juni 1943 wurde ihm die 1934 erhaltene US-Staatsbürgerschaft aberkannt, am 21. Juni 1943 als „Enemy Alien“ erneut festgenommen und ins Internment Camp Crystal City gebracht. Nach Kriegsende internierten die US-Behörden F. Kuhn auf Ellis Island und deportierte ihn am 15. September 1945 nach Deutschland ... ins Camp 76 – später nach Dachau und Trier. Michael H. Schöne Verwendete Quellen: Karau, Klaus: „Das Lagergeld nach Ende des 2. Weltkrieges“ Württemberg 1849 –1947, Band 13, o. J. Jacobs, Arthur D.: „The Prison Called Hohenasperg: An American boy betrayed by his Government during World War II“, 1999 Jacobs, Arthur D. „Interview on Freedoms Phoenix“, 2016 Jacobs/Schöne: e-Mail-Verkehr Mai/Juni 2022
- Polen: Neue Gedenknote zur "Verteidigung der Ostgrenze"
Am 19. Juli 2022 gab die Narodowy Bank Polski eine neue 20-Złotych-Gedenknote zum Thema "Verteidigung der polnischen Ostgrenze" in einer Auflage von 80.000 Exemplaren aus. Mit dieser Note sollen nach Angaben der Bank Angehörige von Grenzwache, Polizei und Militär, die im Osten des Landes zur Verteidigung der Grenze zu Weißrussland und indirekt zu Russland stationiert sind, geehrt werden. Somit korrespondieren diese Noten mit der im Januar dieses Jahres von der Nationalbank ausgegebenen Silber-Gedenkmünze zum halben Nennwert. Der Entwurf der 150 x 77 mm großen Papiernote stammt von Agnieszka Próchniak. Auf der Vorderseite sind ein Grenzschutzbeamter und ein Soldat dargestellt, die über die abgebildeten Umrisse der polnischen Ostgrenze schauen, und die Rückseite illustriert einen Kampfjet und einen Helikopter. Die Gedenknote weist einen Fenster-Sicherheitsfaden in Grün-Gold sowie das Banklogo als Wasserzeichen auf; die Wertzahl 20 auf der Vorderseite ist mit OVI-Effekt ausgeführt. Auch werden einige Elemente unter UV-Licht sichtbar. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Malawi: Neue 2000- und 5000-Kwacha-Noten
Die Reserve Bank of Malawi gab am 24. Februar 2022 Neue Noten über 2000 und 5000 Kwacha in Umlauf. Die von Giesecke & Devrient gedruckten Scheine stellen die höchsten Nominale der malawischen Banknoten dar. Die Gestaltung der beiden Noten ähnelt Scheinen der Vorgängerserie: Der auf dem neuen 2000er dargestellte Missionar John Chilembwe war seit 2016 auf den Noten desselben Nominals sowie davor auf den 500-Kwacha-Scheinen zu finden, und ebenso erscheint der Diktator Hastings Kamuzu Banda von der alten 1000-Kwacha-Note auf dem neuen 5000er. Nur das Gebäude auf der Rückseite hat sich geändert: Nun sieht man auf dem 2000er das Magistratsgericht in Blantyre sowie die Reserve-Bank-Zweigstelle in Blantyre auf dem 5000er. Beide Nominale sind mit Hologramm-Elementen und einem Fenster-Sicherheitsfaden mit Farbverlauf von Grün auf Gold ausgestattet. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Iran: Neue Noten zu 10.000 bis 50.000 Rials
Noch im Jahr 2021 gab die Iranische Zentralbank neue Noten über 10.000, 20.000 und 50.000 Rials in Umlauf. Die drei Wertstufen in Grau, Hellblau und Violett zeigen wieder auf der Vorderseite das Porträt des Ruhollah Chomeini (Ayatollah Khomeini) mit unterschiedlichen Ornamentmustern im Hintergrund sowie auf der Rückseite jeweils ein bekanntes Gebäude: Auf der 10.000-Rials-Note ist das Mausoleum des Arztes und neuplatonisch beeinflussten Philosophen Avicenna in der Stadt Hamadan im Westen des Landes dargestellt, auf dem 20.000er das Grabmal der Poeten in Tabriz aus den 1970er Jahren und auf dem 50.000-Rials-Schein das Grab des Hafis in Schiraz im Süden. Die Noten weisen einen 2.5 mm breiten Fenster-Sicherheitsfaden auf und zeigen das Porträt des Chomeini im Wasserzeichen. Wohl in Vorbereitung auf die bereits vom Parlament beschlossene Einführung der alten Währungsbezeichnung Toman – diesmal als Äquivalent für 10.000 Rials – erscheinen auf diesen Scheinen bei der Wertzahl im oberen Eck die vier letzten Nullen nur noch in einer hellen Farbe, während die Ziffer davor in einer dunklen Farbe ausgeführt ist; noch dazu zeigt die Wertzahl in den unteren Ecken nur noch die Zahl ab der Zehntausender-Potenz: So präsentiert sich der 10.000-Rials-Schein mit der neuen Wertzahl 1, der 20.000er mit der 2 und der 50.000er mit der 5. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Usbekistan: Neues Höchstnominal eingeführt
Am 15. Juli 2022 gab die Zentralbank der Republik Usbekistan Noten über 200.000 So'm in Umlauf, die nun den 2019 eingeführten 100.000-So'm-Schein als Höchstnominal ablösen. Anfang dieses Jahres war angekündigt worden, die Bank plane mit der Emission der 200.000er erst 2024. Zur Ausgabe kam es wohl aufgrund des Bargeldmangels in Usbekistan. Die 152 x 69 mm große 200,000-So'm-Note aus Papier zeigt auf der Vorderseite den Palast des Xudayar Khan in der Stadt Kokand im Ferghana-Tal, der von 1863–1873 für den vorletzten Herrscher des Khanats Kokand erbaut wurde. Eine Umrisskarte von Usbekistan sowie traditionelle Teppichmuster runden auch bei diesem Nominal die Gestaltung ab. Auf der Rückseite sind neben Keramiken die Ruinen von Aksikent im Ferghana-Tal abgebildet; die ältesten Teile der Stadt stammen aus dem 3. Jahrhundert. Zu den Sicherheitsmerkmalen zählen ein RollingStar-i+-Fenster-Sicherheitsfaden mit Farbwechsel von Grün zu Gold, ein Wasserzeichen mit einem Kamel, SPARK-Elemente und ertastbare Linien und Punkte an den seitlichen Rändern. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Aus privaten Sammlungen: 10 Thaler der Weimarischen Bank von 1854
Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Hensengerth Historischer Kontext: In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland eine Gründungswelle von Notenbanken, damals oft Zettelbanken genannt. Hierzu gehörte auch die 1853 konzessionierte Weimarische Bank in dem beschaulichen Residenzstädtchen Weimar in Thüringen. Die Bank gab Noten in Stückelungen zu 10, 20, 50 und 100 Thaler im damals gängigen preußischen 14-Thaler-Fuß aus. Gedruckt wurden sie von der heute noch tätigen, damals aber gerade erst gegründeten Firma Giesecke & Devrient in Leipzig. Die Frauenbüste auf der Rückseite der Banknoten mit einer Burg als krönende Kopfbedeckung sollte das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach versinnbildlichen. Das Notenrecht der Bank war auf fünf Millionen Thaler begrenzt. Der Notenumlauf erreichte bereits 1856 mit 4,3 Millionen Thaler seinen Höchstwert, sank dann im Zuge der Handels- und Bankenkrise 1857 auf 2,3 Millionen Thaler. Mit dem Wirtschaftsboom nach der Reichsgründung von 1871 nahm der Notenumlauf der Bank noch einmal kräftig von 2,4 Millionen Thaler Ende 1870 bis auf 3,9 Millionen Thaler Ende 1872 zu. 1874 gab die Weimarische Bank eine Banknote zu 100 Mark „Deutscher Reichswährung“ in Umlauf. Nachdem das Bankgesetz vom 14. März 1875 den Geschäftskreis für Notenbanken erheblich einschränkte, verzichtete die Bank am 11. Dezember 1875 auf ihr Notenrecht. Land/Region/Ort: Deutscher Bund, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Weimar Emittent: Weimarische Bank Nominal: 10 Thaler Datum: 4. Februar 1854 Vorderseite: Wappenschild mit dem Thüringer Löwen Rückseite: Weibliche Allegorie mit Löwen auf Burgkrone über Ährenbündeln Format: 146 mm x 94 mm Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig Material: Papier Nummerierung: Lit. L (bisher nicht katalogisiert), SER. 120, FOL. 1196 Authentizität: Original Zitate: GK-644 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) A 462 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S726 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Dr. Bernd Sprenger Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 28
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt/Modern, Vorschlag M 253 Sandrine-Ludmilla Jung Geboren 1970 in Niederhelfenschwill in der Schweiz. Von 1987 bis 1992 absolvierte sie eine Grafikausbildung in einer Agentur. 1992 und 1993 freiberufliche Arbeit als Designerin für Agenturen. Entwarf von 1994 bis 1999 Banknoten bei der KBA-Giori S. A. Die KBA-Giori S. A. im schweizer Lausanne liefert weltweit Sicherheitsdrucksysteme an die Banknotenindustrie. 5 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt und sich ständig wandelnde Strukturen, die das Bild europäischer Städte prägen; Rückseite: Verschmelzung von Kultur und Architektur. 10 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt, Verbindung zwischen Mensch und Natur, Bergkristall; Rückseite: Schliff eines Edelsteins als Symbol für die Gestaltung Europas. 20 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt und weibliche Form als Symbol für Übereinstimmung und Geduld und der Fischfang als Lohn der Geduld; Rückseite: Reichtum der europäischen Wasserwelt. 50 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt und Zeit als konstante Triebkraft im Leben; Rückseite: Zahnräder eines Uhrwerks und verschiedene Lichtquellen. 100 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt und die Beschaulichkeit der Natur, Blüte; Rückseite: eine sich öffnende Irisblüte als Symbol für eine neue Währungsepoche in Europa. 200 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt und Eule für Europas vielfältige Flora und Fauna; Rückseite: Vogel und Wolf als Symbol für Weisheit und Entschlossenheit. 500 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt und Sternwarte als Symbol für die europäische Zusammenarbeit in der Forschung; Rückseite: Mond und Teleskop für den Blick in die Zukunft. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)












