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- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.1 – Bilbao
Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen: Bilbao Die Emissionen der Banco de España – Bilbao vom 30. August 1936 und 1. Januar 1937 Am 18. Juli 1936 wurde bekannt, dass die Garnisonen auf den Kanarischen Inseln, in Sevilla, Córdoba, Málaga, Jaca, San Ferando (Cádiz) und Spanisch-Marokko gegen die republikanische Regierung in Madrid rebellierten. Dies war der Auftakt zum Spanischen Bürgerkrieg. Am folgenden Tag bestätigten zahlreiche Nachrichten, dass sich der Aufstand auf Navarra, Katalonien, Altkastilien und den Norden ausgeweitet habe. Allerdings scheiterten die Aufständischen in den Industrieregionen und in fast allen großen Städten. Dennoch kontrollierten sie bald ein Drittel des Staatsgebiets und ein Viertel der Bevölkerung, die Getreideanbaugebiete, den Fischfang in Galicien, die Verbindungswege von Aragonien nach Frankreich, fast die gesamte portugiesische Grenze, die galicische und die andalusische Atlantikküste. Die Offensive der nationalistischen Truppen unter dem Befehl von General Mola richtete sich gegen die baskische Provinz Guipúzcoa und die Stadt Irún. Während des gesamten Monats August bemühten sich die republikanischen Behörden, die Frontlinie an der Grenzen zu Guipúzcoa, Àlava und Burgos zu verstärken. Am 4. September 1936 erreichten die Franquisten den Atlantik und isolierten so das autonome Baskenland (País Vaco) von Frankreich.1) Die Einnahme Madrids galt den Putschisten als vorrangiges Ziel, und Anfang November 1936 stand eine Vorhut bereits vier Kilometer vor der Stadt. Ihr Fall schien unmittelbar bevorzustehen. Aber den republikanischen Truppen und den Verbänden der Internationalen Brigaden gelang es, die spanische Hauptstadt bis Ende März 1939 zu halten. Daher wandten sich Francos Truppen im April 1937 stattdessen verstärkt den industrialisierten Nordprovinzen zu. Dieser Landesteil war bereits vom Gebiet der übrigen Republik isoliert und befand sich militärisch in einer denkbar schlechten Lage. Als die Nachricht vom Putsch der Generäle eintraf, bildeten sich in San Sebastián und Bilbao Komitees der Volksfront unter dem Vorsitz von Zivilgouverneuren der Provinz. In Vizcaya (Bilbao) schlossen sich die Volksfront-Parteien in einem Verteidigungsausschuss zusammen, dem die Mehrheitspartei in der PNV-Region2) beitrat. Während in Asturien die Parteien der Regionalregierung alle der Linken angehörten und von den Gewerkschaften der CNT3) und der FAI4) unterstützt wurden, regierte im Baskenland die christlich-demokratische Mehrheitspartei, deren Ursprung in Asturien lag. Wegen des Zahlungsmittelmangels ordnete der Verteidigungsrat der Provinz Vizcaya am 30. August 1936 die Ausgabe von Inhaberscheinen zu 5, 25, 50 und 100 Peseten an. Hierzu wurden die Privatbanken in Bilbao herangezogen, die Hilfsbanknoten zu 5 Pesetas mit ihrem Namen und Unterschrift für Rechnung der Banco de España drucken ließen. Am 21. Oktober 1936 genehmigte die Regierung des Baskenlandes die Ausgabe von insgesamt 130.000.000 Peseten. Die ersten Wertzeichen wurden wahrscheinlich am 24. Oktober 1936 ausgegeben. Beim Wert zu 5 Pesetas waren acht Banken (s. Tabelle 1) beteiligten. Der Schein, der Ähnlichkeit mit einem Scheck hat, datiert vom 30. August 1936 und hat die Maße 120 x 63 mm. Der rote Aufdruck hebt sich deutlich vom gelben Unterdruck mit der großen Wertzahl 5 ab. Nur die beiden Kontrollnummern und die gedruckte/n, Unterschrift/en sind schwarz. Zur besseren Kontrolle wurden die Scheine mit einem Doppeltalon gedruckt, wobei die linke Seite gezähnt ist, während die rechte mit einer Schere geschnitten wurde. Der rückseitige zweizeilige Aufdruck „Tiene fondos / BANCO DE ESPAÑA, BILBAO“ und die gedruckte Unterschrift des Bankbeamten, ist als Bestätigung der spanischen Notenbank zu betrachten. Mit dem Talon lebte ein alter Brauch auf. Er diente dazu, die Echtheit eingelieferter Banknoten zu prüfen. Da jede Note individuell geschnitten wurde, musste der beim Emittenten aufbewahrte abgetrennte Teil des Talons genau zur vorgelegten Note passen. Bei der großen Zahl der ausgegebenen Geldscheine, dürfte diese Praxis aber kaum durchführbar gewesen sein. In gleicher Ausführung, nur mit einem A vor No., gaben vier Banken eine zweite Serie zu 5 Pesetas aus. Nach dem Stempel auf den Scheinen der Banco de Bilbao müsste dies am 19. Dezember gewesen sein. Da die Unterschriftsbefugnisse bei den beteiligten Banken verschieden geregelt waren, ist ihre Angabe auf den Noten unterschiedlich: Banco de Bilbao: “Por el Banco de Bilbao El Director-Gerente”; Banco Central: “Sucursal de Bilbao”; Banco del Comercio: “Por Poder”; Banco Guipuzcoano: “Por el Banco Guipuzcoano Sucursal de Bilbao el Gerente”; Banco Hispano-Americano: “Banco Hispano Americano Por Poder”; Banco Urquijo Vascongado: “Banco Urquijo Vascongado Director-Gerente”; Banco Vizcaya: “Por el Banco de Vizcaya el Sub-Director”; Caja de Ahorros y monte de Piedad Municipal de Bilbao: “Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao El Director, El Contador, P. El Cajero”; Caja de Ahorros Vizcaina: “Caja Ahorros Vizcaina”. In ähnlicher Ausführung wurden auch die Scheine zu 25 (braun), 50 (grün) und 100 Pesetas (schiefergrau) emittiert. Sie haben die Maße 165 x 73 mm. Das Datum und die ausgebende Bank wurden hier gestempelt und die Unterschrift manuell geleistet. Dies gilt auch für die diversen Unterschriften auf den Rückseiten, mit denen die Notenbank die Garantie übernahm. Das früheste Datum ist bei diesen Scheinen der 1. September 1936 (er kommt auch am häufigsten vor), das späteste bekannte der 17. März 1937. Aufgrund der Vielzahl der verwendeten Bank-Stempel und der vorkommenden Unterschriften bietet sich hier für den Sammler ein weites Betätigungsfeld.5) Die Bedeutung der manchmal vorkommenden drei gestempelten, violetten Großbuchstaben – z. B. „EPE“ oder „EPM“ – bei Noten der der Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao auf der Rückseite ist nicht bekannt.6) Man vermutet, dass sie in Verbindung mit den handschriftlichen Unterschriften stehen. Tabelle 1: Ausgaben von 1936. Abb. 1.1: Banco de España – Banco de Vizcaya, 30. August 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 1.2: Banco de España – Banco de Vizcaya, 30. August 1936, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 2.1: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 2.2: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 30. August 1936, Rückseite. Abb. 3: Banco de España – Banco de Bilbao, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 4: Banco de España – Banco Hispano Americano, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 5: Banco de España – Caja de Ahorros Vizcaina, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 6: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 7.1: Banco de España – Banco Central, 1. September 1936, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 7.2: Banco de España – Banco Central, 1. September 1936, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 8: Banco de España – Banco Guipuzcoano, 2. Dezember 1936, Pesetas, Vorderseite. Abb. 9: Banco de España – Banco Central, 1. September 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb.10: Banco de España – Banco de Vizcaya, 19. Januar 1937, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb.11.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 25. September 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb.11.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 25. September 1936, 100 Pesetas, Rückseite mit Stempel „E P E“. Obwohl am 14. Januar 1937 das Finanzministerium der Zentralregierung den Zweigniederlassungen der Banco de España verbot, Notausgaben mit ihren Unterschriften zu bestätigen, wurden die Praxis beibehalten. Am 16. April erließ die Regierung von Euzkadi sogar eine Verordnung, die in der „Official Gazette" des folgenden Tages erschien, in der die Ausgabe neuer Hilfsbanknoten und von 6 Millionen Münzen zu einer Peseta und 2 Millionen zu 2 Pesetas ankündigte wurde. Nach anderer Quelle sollen die Münzen schon Ende Februar 1937 in Umlauf gelangt sein.7) Die Nickelmünzen wurden in der königlichen Münze in Brüssel geprägt. Das Münzavers gibt in einen Blätterkranz, den Wert und die Jahreszahl 1937 wieder, während das Revers einen Frauenkopf mit Jakobinermütze und der getrennten Randschrift „GOBIERNO DE EUZKADI“ zeigt. Abb. 23.1/2: Gobierno de Euzkadi, 1937, 1 Peseta, Vorder- und Rückseite. Abb. 24: Gobierno de Euzkadi, 1937, 2 Pesetas, Vorderseite. Die 2. Ausgabe mit dem Datum vom 1. Januar 1937 bestand aus den Nominalen 5, 10, 25, 50 und 100 Pesetas. Gedruckt wurden aber auch Scheine zu 500 und 1000 Pesetas. Sie sollten die Geldscheine der 1. Ausgabe ersetzen und galten auf dem Gebiet der Regierung von Euzkadi als gesetzliche Zahlungsmittel. Sie waren daher von der Stempelsteuer befreit und Fälschungen wurden mit der Höchststrafe geahndet. Die Entwürfe der Nominale stammen von dem baskischen Künstler Nicolás Martínez Ortiz de Zárate8), den Tiefdruck mit roter Nummerierung besorgte „Huecograbado, Arte y Editorial Vasca, S. A.“. Während die Vorderseiten einheitlich mit Schaurahmen und Schrift (der Unterdruck zeigt das Wappen von Vizcaya) gestaltet wurden, wählte man für die Rückseiten baskische Motive. Die Rückseite des 5ers zeigt einen Hirten mit seiner Herde, der 10er die päpstliche Universität von Oñate, der Wert zu 25 Pesetas Arbeiter an einem Schmelzofen, der 50er baskische Fischer, der 100er einen pflügenden Bauern mit seinem Ochsengespann, der 500er den Ría de Bilbao und der 1000er einen Hochofen. Vorder- und Rückseite sind jeweils in verschiedenen Hauptfarben ausgeführt: 5 Pesetas in Grün/Blau, 10 Pesetas in Braun/Grün, 25 Pesetas in Braun/Grau, 50 Pesetas in Blau/Violett, 100 Pesetas in Grün/Braun, 500 Pesetas in Braun/Violett und 1000 Pesetas in Violett/Grün. Mit steigendem Wert nimmt auch die Größe der Scheine zu. Auch diese Scheine wurden mit Doppeltalon gedruckt. Die einzelnen Noten haben die Maße: 5 Pesetas 98 x 54 mm 10 Peseta 110 x 60 mm 25 Pesetas 120 x 68 mm 50 Pesetas 130 x 77 mm 100 Pesetas 140 x 87 mm 500 Pesetas 150 x 95 mm 1000 Pesetas 160 x 106 mm Insgesamt beteiligten sich bis zu neun Banken bei der Emission, allerdings nicht bei allen Werten. Bankangabe und Unterschriften wurden nun ausschließlich gedruckt. Die Bestätigung der Banco de España finden wir auf der linken unteren Seite schräg aufgedruckt. Tabelle 2: Ausgaben vom 1. Enero 1937. Die Noten zu 5 Pesetas wurden in Bögen zu 16 Nutzen gedruckt, jeweils vier Exemplare für die Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao, Caja de Ahorros Vizcaina, Banco de Bilbao und Banco de Vizcaya. Das Gesagte gilt auch für die Serie „A“. Die vier Banken sind: Banco Hispano Americano, Banco Central, Banco Guipuzcoano und Banco Urquijo Vascongado. Allerdings wurden nur die Noten der beiden letztgenannten Banken nummeriert und ausgegeben. Fast die gleiche Menge wurden bei den 10 Pesetas-Noten ausgebracht, je 4 Exemplare für die Banco de Bilbao und Banco de Vizcaya sowie jeweils 2 Exemplare für die Caja de Ahorros Vizcaina, Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao und Caja de Ahorros Vizcaina. Aus den Druckbögen der 25-Pesetas-Note ließen sich 12 Noten herstellen, 6 für die Caja de Ahorros Vizcaina, 4 für die Banco del Comercio und je 1 Exemplar für Banco Urquijo Vascongado und Banco Hispano Americano. Auf die Bögen der 50-Pesetas-Note passten 8 Exemplare, 3 für Banco Vizcaya, je 2 für Banco Bilbao und Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao und 1 Exemplar für Caja de Ahorros Vizcaína. Die gleiche Anzahl gilt auf für die 100 Pesetas und zwar je 3 für Banco Bilbao und Banco Vizcaya sowie 2 für Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao. Die nicht ausgegebenen Noten zu 500 Pesetas wurden in Bögen zu 6 Stücken gedruckt, je 1 Exemplar für Banco de Vizcaya, Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao, Banco Central, Banco del Comercio, Banco de Bilbao und Banco Urquijo Vascongado. Ebenso der Wert zu 1000 Pesetas, 2 Exemplare für die Banco del Comercio und je 1 Exemplar für Banco de Vizcaya, Banco Central, Banco Urquijo Vascongado und Banco de Bilbao. Weder die Noten zu 500 Pesetas noch die zu 1000 Pesetas wurden ausgegeben und sind auch nicht nummeriert. Abb. 12.1: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 12.2: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 13: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, Blankette, Vorderseite. Abb. 14.1: Banco de España – Banco de Vizcaya, 1. Januar 1937, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 14.2: Banco de España – Banco de Vizcaya, 1. Januar 1937, 10 Pesetas, Rückseite. Abb. 15.1: Banco de España – Banco Hispano Americano, 1. Januar 1937, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 15.2: Banco de España – Banco Hispano Americano, 1. Januar 1937, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 16.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 1. Januar 1937, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 16.2: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 1. Januar 1937, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 17.1: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 17.2: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 18.1: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 1000 Pesetas, Blankette, Vorderseite. Abb. 18.2: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 1000 Pesetas, Blankette, Rückseite. Abb. 19: Wasserzeichen der Noten zu 5 – 1000 Pesetas. Im spanischen Bürgerkrieg war Bilbao ein Zentrum des baskisch-republikanischen Widerstands. Luftangriffe durch Flugzeuge der Legion Condor fügten der Stadt schwere Schäden zu. Im Mai 1937 belagerte schließlich Francos Armee die Stadt und nahm sie nach heftigen Kämpfen am 19. Juni ein. Die baskische Regierung suchte daher Zuflucht in Barcelona: Paseo de Gracia Nr. 60. Die katalanische Regierung stimmte dem Umlauf der baskischen Scheine in ihrem Gebiet zu. Zu diesem Zweck wurden sie mit einem 45 mm großem Stempel versehen, der in der Mitte das mit Lorbeer gerahmte Wappen von Vizcaya zeigt, umschlossen von der Umschrift „DELEGACIÓN DE HACIENDA DEL GOBIERNO DE EUZKADI EN CATALUÑA”. Der Stempelabdruck ist meist rot, seltener blau oder schwarz. Ferner wurden Scheine mit violetter Tinte und der Legende „EUZKADIKO CATALUNYA - ORDEZKARITZA – ZENBATZKA“ gestempelt. Dieser Stempel hat ebenfalls einen Durchmesser von 45 mm. Desgleichen sind Stücke mit einem 28 mm bzw. 31 mm großem Rundstempel in violetter Farbe und dem Vizcaya-Wappen mit der Umschrift „Gobierno de Euzkadi – Euzkadi‘ko Jauriartza – HACIENDA“ bekannt. Die Stempelabdrücke sind jeweils mittig auf der Vorderseite angebracht. Die gestempelte Noten sind heute nur schwer zu finden und dementsprechend teuer. Zu den großen Raritäten gehören gestempelte Scheine der ersten Emission von 1936.9) Abb. 20.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, mit Stempel „DELEGACIÓN DE HACIENDA DEL GOBIERNO DE EUZKADI EN CATALUÑA”, Vorderseite. Abb. 20.2: Stempel: „DELEGACIÓN DE HACIENDA DEL GOBIERNO DE EUZKADI EN CATALUÑA“. Abb. 21: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, mit Stempel „EUZKADIKO CATALUNYA - ORDEZKARITZA – ZENBATZKA“, Vorderseite. Abb. 22.1: Banco de España – Banco de Vizcaya, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, mit Stempel „Gobierno de Euzkadi – Euzkadi‘ko Jauriartza – HACIENDA“ ”, Vorderseite. Abb. 22.2: Stempel: „Gobierno de Euzkadi – Euzkadi‘ko Jauriartza – HACIENDA“. Uwe Bronnert Anmerkungen: Das autonome Baskenland besteht aus den drei Provinzen Álava mit der Hauptstadt Vitoria, Guipúzcoa mit der Hauptstadt San Sebastián und Vizcaya mit der Hauptstadt Bilbao. PNV meint die Nationalpartei des Baskenlandes (Eusko Alderdi Jeltzalea – Partido Nacionalista Vasco) Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine Konföderation anarchosyndikalistischer Gewerkschaften in Spanien. Die Federación Anarquista Ibérica (FAI) (deutsch: Iberische Anarchistische Föderation) ist eine Anarchistische Föderation und der Zusammenschluss der União Anarquista Portuguesa (deutsch: Anarchistische Portugiesische Union) und der Federación Nacional de Grupos Anarquistas de España (deutsch: Nationalföderation der Anarchistischen Gruppen in Spanien). Juan Montaner Amorós, Catálogo Billetes,Emisión Guerra Civil, Banco de España, 1a Parte,Valencia 2001, S. 14 ff. nennt folgende Unterschiede bei den einzelnen Werten: Bei den Noten zu 5 Pesetas gibt es jeweils nur eine gedruckte Form! Bei den Noten zu 25 Pesetas kommen mit verschiedenen Formen vor: • Banco Vizcaya, Por Poder (groß und klein), Banco Vizcaya, El Secretario; Banco Vizcaya, El Subdirector; Banco Vizcaya, El Contador; Banco Vizcaya, El Director Gerente; Banco Vizcaya, El Consejero Delgado Director Gerente. • Caja de Ahorros Vizcaya (groß und klein) • Banco Central, Sucursal de Bilbao. • Banco del Comercio, Por Poder (groß und klein). Bei den Noten zu 50 Pesetas sind folgend Unterschiede bekannt: • Banco Vizcaya, Por Poder (groß und klein), Banco Vizcaya, Pore l Banco de Vizcaya, El Subdirector; Pore l Banco de Vizcaya, El Contador; Banco Vizcaya. El Director Gerente; Banco de Vizcaya. El Vocal del Consejo; Banco Vizcaya, El Consejero Delgado Director General; Banco de Vizcaya. El Inspector Jefe de Sucursales; Banco Vizcaya. E l Subdirector. • Caja de Ahorros Vizcaina mit einer oder zwei Unterschriften. Bei den Noten zu 100 Pesetas sind folgende Unterschiede bekannt: • Banco Vizcaya. Por Poder (groß und klein), Por el Banco de Vizcaya . El Contador (groß und klein); Por el Banco de Vizcaya . El Subdirector (groß und klein); Por el Banco de Vizcaya . El Secretario; Banco de Vizcaya . El Vocal del Consejo. • Caja de Ahorros Vizcaina (groß und klein). • Banco Guipuzcoano. Por Poder; Banco Guipuzcoano. El Gerente. Die Ausgaben der Caja de Ahorros y Monte Municipal de Bilbao wurden jeweils von drei Personen unterschireben . Es kommen vor: “El Director - El Contador - P El Cajero”, “El Subdirector - El Contador - P El Cajero”, “El Subdirector - P El Contador - P El Cajero.” Weitere Formen sind denkbar. Die Stempelabdrücke kommen sowohl in schwarzer, blauer und roter Farbe vor. Juan Montaner Amorós nennt bei Noten der Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao folgende Buchstaben-Aufdrucke auf der Notenrückseite.: • bei 25 Pesetas: UDE, EME, EAE, UMD, EPV • bei 50 Pesetas: APE,APM, EAE, EPV, EPE • bei 100 Pesetas: AMV, EPM, EAE, EPV (auch EPE). Vgl. http://blognumismatico.com/2012/11/23/las-monedas-de-euzkadi-de-1937/, Stand: 21.03.2018, 11.41 Uhr Vgl. http://historiasdearteyguerra.blogspot.de/2013/09/los-billetes-de-nicolas-martinez-ortiz.html#!/2013/09/los-billetes-de-nicolas-martinez-ortiz.html, Stand: 21.03.2018, 13.13 Uhr. Juan Montaner Amorós bildet auf Seite 20 je einen Schein zu 25 und 100 Pesetas ab.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 24
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 142 Inge Madlé 1963 in Amsterdam geboren. Studierte an der Niederländischen Technischen Hochschule für Gold- und Silberschmiede und spezialisierte sich auf Gravurtechniken. Außerdem studierte sie Porträtgravur in der Schweiz. Ab 1985 Hausdesignerin für die Frima Joh. Enschedé in Haarlem. Entwarf bzw. gravierte u. a. Banknoten für Armenien, Aruba, Hongkong und die Niederlande. 5 Euro, Vorderseite: Häuserarchitektur der niederländischen Stijl-Bewegung; Rückseite: stilisierte moderne Architektur. 10 Euro, Vorderseite: gusseiserne Brücke; Rückseite: stilisierte gusseiserne Hängebrücke. 20 Euro, Vorderseite: Silbervase aus der Zeit des Barock; Rückseite: barocker Gebäudegrundriss. 50 Euro, Vorderseite: anatomische Studie aus der Zeit der Renaissance; Rückseite: stilisierter Grundriss einer Stadt. 100 Euro, Vorderseite: Teil einer gotischen Kathedrale; Rückseite: stilisierter Grundriss einer gotischen Kathedrale. 200 Euro, Vorderseite: Schriftzeichen eines Mönchs (CC = 200 in römischen Zahlen); Rückseite: stilisierte Kolonnade mit keltischen und skandinavischen Elementen. 500 Euro, Vorderseite: antike Maske und griechische Töpferkunst; Rückseite: stilisiertes Amphitheater. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Ural-Franken
Am 31. Dezember 1991, Punkt Mitternacht, hörte die Sowjetunion auf zu existieren. Vorausgegangen war am 7. Dezember 1991 ein Treffen in einer Staatsdatscha in Wiskuli, nahe der polnischen Grenze. An ihr nahmen auf Einladung des belarussischen Parlamentschefs Stanislaw Schuschkewitsch die Präsidenten von Russland und der Ukraine, Boris Jelzin und Leonid Krawtschuk, teil, um über das weitere Schicksal der UdSSR zu entscheiden. Einen Tag später ist die „Scheidung“ besiegelt. In einem 14 Artikel umfassenden Vertrag wurde unter anderem festgelegt, dass die drei Staaten gegenseitig ihre territoriale Integrität anerkennen und die Atomwaffen unter gemeinsame Kontrolle stellen werden. Damit fand ein mehrjähriger Prozess sein Ende. Ab 1989 entglitt der Führung der UdSSR zunehmend die Kontrolle über das Land. Unionsrepubliken agierten immer selbstständiger und separatistische Kräfte gewannen die Oberhand. Zwischen dem 11. März 1990 und dem 31. Dezember 1991 schieden 15 sowjetische Unionsrepubliken aus dem Staatsverband aus.[1] Mit der staatlichen Auflösung ging auch der Niedergang der Wirtschaft einher. Die Betriebe im Ural waren davon besonders stark betroffen, denn sie produzierten vor allem für den Staat, der kaum noch funktionierte und faktisch zahlungsunfähig war. Das Land litt unter einer Hyperinflation. 1992 betrug die jährliche Inflationsrate 213 %, 1993 kletterte sie auf 840 % und betrug 1994 immer noch 224 %. Erhielt man 1991 für 100 Rubel noch einen US-Dollar, so waren 1999 dafür 30.000 Rubel aufzuwenden.[2] Die ungewisse Zukunft der Währung und des russischen Staates veranlassten Unternehmer und Politiker der Region Swerdlowsk (bis 1924 und ab 1991 wieder Jekaterinburg) um den Geschäftsmann Anton Aleksejewitsch Bakov die Ausgabe von parallel zum Rubel umlaufendem Privatgeld zu projektieren, zumal dies explizit kein russisches Gesetz verbot. Aber wie sollte die neue Währung heißen? Ural-Rubel? Ural-Dollar? Der Rubel war diskreditiert und die Bezeichnung Dollar schien wegen des Antiamerikanismus nicht ratsam. In Anlehnung an den Schweizer Franken, Inbegriff der Stabilität und Zuverlässigkeit, tauften die Initiatoren die neue Währung „Ural-Franken“. Das Vorhaben wurde sogar vom Ministerpräsidenten Egor Gajdar, also von höchster Stelle in Moskau, befürwortet und das russische Finanzministerium genehmigte die neuen Zahlungsmittel mit Schreiben Nr. 01/2a-106 vom 4. September 1991. Sofya Demidova war erst 1990 nach langer Abwesenheit in ihre Heimatstadt Swerdlowsk zurückgekehrt. Die Architektin hatte begonnen, historische Ansichten der Stadt zu zeichnen. Ihre Zeichnungen erregten Aufmerksamkeit, denn ein junger Geschäftsmann aus dem Umfeld des Gouverneurs machte ihr den Vorschlag, Skizzen für ein neues Ural-Geld anzufertigen. Das Angebot schien eigentlich zu fantastisch. Obwohl die Künstlerin dem Ansinnen skeptisch gegenüberstand, stimmte sie zu. Entsprechend der Anzahl der geplanten Nominale waren innerhalb von nur zwei Wochen Entwürfe anzufertigen. Sie erinnert sich an die schwierigen Lebensbedingungen der damaligen Zeit: „In diesem Sommer (1991) lebte ich mit meiner dreijährigen Enkelin in einer entfernten Datscha in der Region Perm. Der Strom im Haus war oft ausgeschaltet, wir mussten weit für Wasser gehen, und dann gab es einen Garten, den mein Mann und ich zum ersten und letzten Mal in unserem Leben bearbeiteten. Den ganzen Sommer über kamen Freunde zu Besuch. Ich arbeitete in der Nacht, nachdem die Gäste zu Bett gegangen waren, fast bis zum Morgen. Natürlich hatte ich damals keinen Computer, nur Stifte, Tinte und Papier.“[3] Sie erinnert sich nicht mehr genau, wie viel sie für ihre Arbeit erhielt. Die 1.500 oder 2.000 Rubel waren eher symbolisch. Die Ural-Franken wurden in der Wertzeichendruckerei „Goznak“ in Perm gedruckt. Die Künstlerin bemerkt in diesem Zusammenhang: „Zu dieser Zeit hatte ich absolut keine Ahnung von der Technologie des Wertzeichendrucks, den technischen Anforderungen für die Zeichnung, den Standards für die künstlerische Gestaltung von Banknoten. Es gab keine Zeit, das alles herauszufinden. Ich erinnere mich, dass ich enttäuscht war, dass auf den fertigen Geldscheinen meine ‚modernen‘ Rahmen fehlten, die ich so fleißig von Hand auf jeden Entwurf gezeichnet hatte. Auch die Inschrift auf meinen Skizzen waren viel eleganter – auf den Geldscheinen erscheint die Schrift primitiv. Die Zeichnungen wurden dagegen vom Graveur in der Fabrik nicht geändert, einzig an einigen Stellen zusätzlich Schraffuren hinzugefügt.“[4] Abb. 1.1: Entwurf der Vorderseite des Scheins zu 20 Ural-Franken von Sofya Demidova. Abb. 1.2: Entwurf der Rückseite des Scheins zu 20 Ural-Franken von Sofya Demidova. Quelle: (12.03.2022) Insgesamt wurden 1.930.000 Scheine im Gesamtwert von 56 Millionen Ural-Franken gedruckt.[5] Die Kosten der gesamten Arbeit beliefen sich auf 20.000 US-Dollar.[6] Es wurden Nominale zu 1, 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Ural-Franken in einem einheitlichen Format von 145 mm x 80 mm auf Wasserzeichenpapier gedruckt. Die Gestaltung der Scheine erfolgte nach einheitlichen Gesichtspunkten. Vorder- und Rückseiten sind jeweils von einem Schmuckrahmen eingefasst. In den Ecken der Vorderseiten befinden sich in einem Kreis der Wert in Ziffern. In der Mitte wird in einem Oval das Brustbild einer Persönlichkeit der Region gezeigt. Auf beiden Seiten dieser Darstellung wird nochmals der Wert in Ziffern angegeben. Unterhalb der linken Wertangabe befindet sich die sechsstellige Kontrollnummer (KN) mit der vorgesetzten Abkürzung „No“, darunter die Unterschrift des Vorstandsvorsitzenden A. Nazarov. Rechts befindet sich diese KN oberhalb der Wertziffer, darunter die Jahreszahl „1991“ und die Unterschrift des Schatzmeisters Ponomarev. Am unteren Rand zweizeilig Text mit der Wertangabe; z. B. „ТОВАРНОЕ ДОСТОИНСТВО (Handelswert) / ТЫСЯЧА УРАЛЬСКИХ ФРАНКОВ (Tausend Ural-Franken)“. Am oberen Rand wird der Emittent genannt. Der zweizeilige Text lautet „ТОВАРИЩЕСТВО „УРАЛЬСКИЙ РЫНОК“ (Partnerschaft „Ural-Markt“) / ТОВАРНО-РАСЧЕТНЫЍ ЧЕК (Waren-Abrechnungs-Scheck)“. Zwei weitere Informationen befinden sich klein unterhalb dieser Angabe. Links neben dem Oval dreizeilig: „ПЕРДАЧА, ПРОДАЖА, ОБМЕН / ЧЕКОВ ОСУЩЕСТВЛЯЕТСЯ ЧЕРЕЗ / ТОВАРИЩЕСТВО (Übertragung, Verkauf, Austausch von Schecks werden durch die Partnerschaft durchgeführt)“ und auf der anderen Seite „ГАРАНТИРУЕТСЯ ТОВАРНОЕ / ОБЕСПЕЧЕНИЕ / НА УКАЗАННУЮ СУММУ (Der Wert des angegebenen Betrages wird garantiert)“. Die Rückseiten zeigen in der Mitte die Zeichnung eines bekannten Gebäudes der Region. Die Randschriften der Vorderseiten werden auf den Rückseiten wiederholt. Zu den einzelnen Nominalen ist anzumerken: Der Schein zu 1000 Ural-Franken bildet auf der Vorderseite Pjotr Iljitsch Tschaikowski (Пётр Ильи́ч Чайко́вский) ab. Der Komponist wurde am 25. April jul. / 7. Mai 1840 greg. in Wotkinsk geboren und starb am 25. Oktober jul. / 6. November 1893 greg. in Sankt Petersburg.[7] Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen die drei letzten Sinfonien, das Violinkonzert, sein erstes Klavierkonzert (1875, in B-Moll), die Ouvertüre 1812 und seine Oper Eugen Onegin. Mit Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker verfasste er zudem drei der berühmtesten Ballette der Musikgeschichte. Die Rückseite zeigt das Geburtshaus des Komponisten. Heute befindet sich dort ein Museum, das ihm gewidmet ist. Abb. 2.1: 1000 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 2.2: 1000 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Sergei Pawlowitsch Djagilew (Сергей Павлович Дягилев), dessen Brustbild der Schein zu 500 Ural-Franken zeigt, war ein vielseitig interessierter Kunstliebhaber, Herausgeber, Kunstkritiker, Kurator und Förderer des Balletts; geboren am 19. März jul. / 31. März 1872 greg. in Selischtschi, im Perevoskij Rajon im Oblast Nischni Nowgorod und gestorben am 19. August 1929 in Venedig. Auf der Rückseite eine Zeichnung des Djagilew-Hauses in Perm, das heute als Museum und Kulturzentrum genutzt wird. Abb. 3.1: 500 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 3.2: 500 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Der Wert zu 100 Ural-Franken ist dem Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejew (Дмитрий Иванович Менделеев), geboren in Tobolsk am 27. Januar jul. / 8. Februar 1834 greg. und gestorben am 20. Januar jul. / 2. Februar 1907 greg. in Sankt Petersburg. Er schuf das System der chemischen Elemente, das er periodische Gesetzmäßigkeit nannte. Die Rückseite zeigt das wichtigste Wahrzeichen seiner Geburtsstadt, den steinernen Kreml, dessen Bau Peter der Große anordnete. Tobolsk gilt als die älteste russische Stadt in Sibirien. Sie wurde 1586 vom Kosaken Jermak Timofejevic als Festung Ostrog gegründet. Abb. 4.1: 100 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 4.2: 100 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Der Maler Michail Wassiljewitsch Nesterow (Михаил Васильевич Нестеров), geboren am 19. Mai jul. / 31. Mai 1862 greg. in Ufa und gestorben am 18. Oktober 1942 in Moskau war ein bedeutender Vertreter des religiösen Symbolismus in der russischen Malerei. Sein Brustbild befindet sich auf dem Schein zu 50 Ural-Franken. Die Rückseite zeigt ein Gebäude des 19. Jahrhunderts in Ufa, das Gymnasium für Mädchen. Abb. 5.1: 50 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 5.2: 50 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Auf der Vorderseite des Scheins zu 20 Ural-Franken befindet sich das Brustbild des Schriftstellers Dmitri Narkissowitsch Mamin-Sibirjak (Дмитрий Наркисович Мамин-Сибиряк), der am 25. Oktober jul. / 6. November 1852 greg. in Wisim, Gouvernement Perm geboren wurde und am 2. November jul. / 15. November 1912 greg. in Sankt Petersburg starb. Als Vertreter des Naturalismus handeln seine Novellen und Erzählungen meist vom ländlichen Leben im Ural. Das Haus in Jekaterinburg, das auf der Rückseite des Scheins abgebildet ist, erlangte traurige Berühmtheit. Im Ipatjew-Haus, benannt nach seinem ehemaligen Besitzer, Ingenieur Nikolai Nikolajewitsch Ipatjew, wurden Zar Nikolaus II. und seine Familie monatelang gefangen gehalten und in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 erschossen. 1977 wurde das Haus auf Anordnung des Politbüros abgerissen. Abb. 6.1: 20 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 6.2: 20 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Vom 10-Ural-Franken-Schein blickt der Bergbauingenieur und Metallurg Pawel Petrowitsch Anossow (Па́вел Петро́вич Ано́сов; * 29. Juni jul. / 10. Juli 1796 greg. in Twer; † 13. Mai jul. / 25. Mai 1851 greg. in Omsk). Anossow gewann weltweite Anerkennung durch seine Veröffentlichungen über die Herstellung von Eisen und die Wiederentdeckung des Herstellungsverfahrens des Damaszener Stahls. Seine Erkenntnisse bildeten die Grundlage für das Verständnis der Qualitätsstähle. Fälschlicherweise wurden die Initialen „А. Б.“ unter dem Porträt angegeben; richtig müsste es „П. П.“ heißen. Die Rückseite bildet ein Gebäude in Zlatoust ab, das als Arsenal zur Aufbewahrung von Munition und Waffen diente und von 1825 bis 1833 nach den Plänen des St. Petersburger Architekten A. I. Posnikow errichtet wurde. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Fabrikmuseum. Es ist eines der wenigen erhaltenen Denkmäler der Industriearchitektur des frühen 19. Jahrhunderts im Ural. Abb. 7.1: 10 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 7.2: 10 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Nikita Akinfijewitsch Demidow (Никита Акинфиевич Демидов; * 8. September jul. / 19. September 1724 greg. in Tula; † 16. Dezember jul. / 27. Dezember 1789 greg. in Tula) war ein russischer Industrieller und der Begründer der erfolgreichen Industriellen-Familie der Demidows. Er ist auf dem Schein zu 5 Ural-Franken abgebildet. Auf der Rückseite wird etwas gezeigt, das nicht nur in Pisa die Touristen anlockt. Beim Schiefen Turm von Newjansk weicht die Achse des etwa 57,5 Meter hohen und 9 Meter breiten Turms an der Spitze um 1, 85 Meter von der Vertikalen ab. Dies entspricht etwa 1,84 Grad. Bei dem um 1732 fertiggestellten Gebäude handelt es sich um ein besonders frühes Bauwerk mit einer durchgängigen Eisen- und Stahlkonstruktion. Abb. 8.1: 5 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 8.2: 5 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Während alle anderen Dargestellten auf den Noten die neuere russische Geschichte repräsentieren, bildet der 1-Ural-Franken-Schein das Konterfeit von Ibak Khan († 1495) ab. Er regierte Ende des 15. Jahrhunderts ein tatarisches Khanat im Südwesten Sibiriens. Das Gebiet des Khanats war einst ein Bestandteil des Mongolischen Reichs. Die Rückseitendarstellung korrespondiert nicht mit der der Vorderseite. Abgebildet wird ein Gebäude in Tjumen, das die Kaufleute der ersten Gilde der Kolokolnikows Anfang des 20. Jahrhunderts als Handelsschule errichten ließen. Abb. 9.1: 1 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 9.2: 1 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Die fertigen Geldscheine wurden im Februar 1992 unter Bewachung mit einem Militärhubschrauber von Perm nach Jekaterinburg gebracht und bei der Leninsky-Filiale der Sverdlsotsbank eingelagert. Die Ausgabe der Scheine verzögerte sich, den aus irgendeinem Grund mischte sich die Verwaltung der Region Swerdlowsk ein. Und dann wurde im Dezember 1993 die neue russische Verfassung verabschiedet, nach der die Zentralbank der Russischen Föderation das ausschließlich Recht zur Ausgabe von Geld erhielt. Nach Artikel 87.1 wurden Verstößen mit Freiheitsstrafen zwischen fünf und zehn Jahren bedroht. Etwa zur gleichen Zeit verfolgte man in Jekaterinburg den Plan eine autonome Republik Ural zu errichten. Von verschiedener Seite wurde die Meinung vertreten, dass die Ural-Franken als Währung dieser Republik gedacht gewesen seien. Die Vertreter des Republik-Gedankens stritten dies aber kategorisch ab und verwiesen darauf, dass das Papiergeld schon viel früher gedruckt worden sei. Im Februar 1993 hatte ein Bevollmächtigter der Ural-Markt LLP die Ural-Franken-Scheine bei der Bank abgeholt und so nahm man an, dass sie vernichtet worden seien. Doch 1997 wurden Scheine der Werte 1, 5, 10 und 20 Ural-Franken in der Stadt Serov als Werksgeld des Unternehmens „Metallurgical Plant“ (Hüttenwerk) – wo Bakov Direktor war – in Umlauf gesetzt. Mit ihnen konnten die Mitarbeiter in den Fabrikläden, Kantinen und Buffets bezahlen. Die Staatsanwaltschaft sah darin einen Verstoß gegen das Ausgabeverbot von privaten Geldzeichen und ermittelte gegen die Verantwortlichen. Erst nachdem die Scheine mit einem entsprechenden Stempel gekennzeichnet wurden, dass es sich bei ihnen um Lebensmittelmarken handele, wurde das Verfahren eingestellt. Zuerst wurden sie mit einem Stempel des Hüttenwerks versehen, dann mit dem der städtischen Einrichtung „Technograd Serverny“ und schließlich mit dem der Gemeinde „Werchoturskij Bezirk“. Abb. 10: Stempel auf einer 20-Ural-Franken-Note Quelle: (19.03.2022) Die Scheine wurden in den Fabrikkantinen und Geschäften unabhängig vom aufgedruckten Nominalwert mit 7.000 Rubel in Zahlung genommen. Ihr Wert entsprach damals also etwa einem US-Dollar. Bakov rechtfertigte die Verwendung der Ural-Franken-Scheinen als Firmengeld damit, dass das Unternehmen nur so die Löhne der Arbeiter habe zahlen können. Insgesamt soll der Direktion des Hüttenwerkes eine Million Ural-Franken zur Verfügung gestanden haben. Im Jahr 2000 schlug die Staatsmacht zu und verhaftete Bakov, der auch den Posten des Werksdirektors verlor. Am 2. November stellte die neue Werksverwaltung den Umlauf des Ural-Franken im Werk ein. Noten im Nominalwert von 500.000 Ural-Franken wurden beschlagnahmt.[8] Zur Erinnerung an das Ural-Franken-Projekt ließ 2021 Anton Bakov 500 Medaillen aus 925er Feinsilber und einem Gewicht von je 20 Gramm mit dem „Nennwert eines Ural-Franken“ prägen. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Anstelle der UdSSR trat die „Gemeinschaft unabhängiger Staaten“ (GUS). Am 21. Dezember 1991 unterzeichneten in der kasachischen Hauptstadt Alma Ata Boris Jelzin, Leonid Krawtschuk, Stanislaw Schuschkewitsch sowie der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew die Gründungsakte, der insgesamt elf ehemalige Sowjetrepubliken beitraten. Als Verwaltungssitz der GUS wurde die belarussische Hauptstadt Minsk bestimmt. [2] (09.11.2012) [3] (12.03.2022) [4] Ebenda. [5] Anton Bakov meinte sich 2019 daran zu erinnern, das 2,2 Millionen Banknoten gedruckt worden seien. (19.03.2022) [6] (12.03.2022) [7] In Russland erfolgte die Zeitrechnung bis ins 20. Jahrhundert nach dem julianischen Kalender (jul.), während wir das Datum nach dem gregorianischen Kalender (greg.) angeben. [8] (19.03.2022)
- Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 12
Hier mal wieder einen Schein mit der Kontrollnummer 1 für das Geldscheine-Online-Portal aus meiner Sammlung. Josef Gerber Ägypten, Finanzminister: Staatlicher Kleingeldschein zu 5 Piastres ohne Datum (Gesetz No. 50/1940) mit Unterschrift von Mahmoud Salah Eldin Hamed (als Finanzminister vom 9.11.1976 bis 5.10.1978), Vorder- und Rückseite, EGY-182f (SCWPM), B226f (Linzmayer: The Banknote Book: Egypt) Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: 1 Pfund der National Bank of Egypt von 1899
Objekttyp: Banknote Sammlung: Josef Gerber Historischer Kontext: Die letzten Jahrzehnte des osmanischen Khedivats Ägypten waren gezeichnet von einer vermehrten Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich einerseits und einem zunehmenden Einfluss europäischer Großmächte auf das praktisch bankrotte Ägypten andererseits. So schrieb beispielsweise das Liquidationsgesetz von 1880 die Aufwendung der Hälfte der Staatseinnahmen für die Tilgung der immensen Schulden vor, die Ägypten vor allem für die Finanzierung des Baus des Suezkanals bei den Briten und Franzosen aufgenommen hatte. Gegen die europäische Finanzkontrolle entstand die nationalistische Urabi-Bewegung, benannt nach dem Oberst Ahmed Urabi, der für das Motto "Ägypten den Ägyptern" bekannt wurde. Den Aufstand der Urabi-Bewegung im Jahr 1882, im Zuge dessen der Zugang nach Indien über den Suezkanal bedroht wurde, nutzte Großbritannien als Vorwand, um in Ägypten einzumarschieren: Auch nach der Zerschlagung der Urabi-Truppen blieben die Briten in Ägypten, das 1914 offiziell als Sultanat Ägypten ein britisches Protektorat wurde. 1898 wurde die Nationalbank von Ägypten in Kairo gegründet und mit einem exklusiven Notenrecht für Ägypten ausgestattet, das für 50 Jahre Gültigkeit haben sollte. Die ersten Noten emittierte die neu gegründete Bank ab 3.4.1899 per Dekret vom 25.6.1898. Diese Noten konnten noch bis 1914 in Gold umgetauscht werden. Land/Region/Ort: Khedivat Ägypten, Kairo Emittent: National Bank of Egypt Nominal: 1 Egyptian Pound Datierung: 5. Januar 1899 (1906 eingeführt) Vorderseite: Mittig zwei Kamele; Legende in englischer und arabischer Sprache. Rückseite: Guillochen Format: 158 mm x 81 mm Material: Papier Wasserzeichen: ohne Druck: Bradbury, Wilkinson & Comp. Ltd., London Nummerierung: No. B/1 252836 Unterschrift: Frederick Rowlatt Authentizität: Original Zitate: • EGY-2b (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) • B102b (Owen W. Linzmayer, The Banknote Book – Egypt) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Neue Varianten: Juni 2022 (Teil 2)
Bangladesch 50 Taka Wie Linzmayer B351.5a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2021. Belize 5 Dollars Wie BLZ-67 (Linzmayer B325g), aber mit Datum "1st MAY 2020" und Unterschriften "Audrey Joy Gant/Joseph Waight/Nestor Vasquez". 20 Dollars Wie BLZ-69 (Linzmayer B327f), aber mit Datum "1st SEPTEMBER 2020" und Unterschriften "Audrey Joy Gant/Joseph Waight/Nestor Vasquez". Madagaskar 500 Ariary Wie MDG-99 (Linzmayer B334a), aber mit Unterschrift "Henri Edmond Rabarijohn". Pakistan 10 Rupees Wie PAK-45 (Linzmayer B231u), aber mit Jahr 2022 und Unterschrift "Reza Baqir". Westafrikanische Staaten – Elfenbeinküste 500 Francs Wie WAS-119A (Linzmayer B120Aj) aber mit Jahr "(20)22/2012" und Unterschriften "Tiemoko Meyliet Koné/Sani Yaya". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Lexikon: Druckfehler
Fehler in der Druckform (Plattenfehler), im Satz oder im Klischee, die bei Druckbeginn vorhanden waren und nicht erst während des Druckvorgangs entstanden sind. Sie können beim Druck bemerkt und dann geändert oder auch nach dem Druck und mit einer neuen Auflage abgeändert werden. Beispiele: Österreich 20 Schilling 1950: im Unterdruck "OESTERREICHISCEE" Russland 5000 Rubel 1921: "PROLETAPIER" statt "PROLETARIER" Niederlande 10 Gulden 1945: falsche Jahreszahl 1788, wurde für eine neue Auflage in 1772 geändert Polen 2 Millionen Zloty 1992: Rückseite "KONSTYTUCYJY" , wurde mit Serie B in "KONSTYTUCYJNY" korrigiert Polen, 2 Millionen Zloty, Serie A mit Druckfehler, Vorderseite. Polen, 2 Millionen Zloty, Serie A mit Druckfehler, Rückseite. Polen, 2 Millionen Zloty, Serie B korrigiert, Vorderseite. Polen, 2 Millionen Zloty, Serie B korrigiert, Rückseite. Druckfehler sind nicht zu verwechseln mit Fehldruck, Druckzufälligkeiten oder Makulatur. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 23
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Modern/Abstrakt, Vorschlag M 643 Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato S.p.A. Polygraphisches Institut und Staatliche Münze GmbH, Italien 5 Euro, Vorderseite: Kopf eines griechischen Athleten; Rückseite: Motiv mit den zwölf Sternen der Europäischen Union. 10 Euro, Vorderseite: mittelalterliche Darstellung eines Adlers; Rückseite: Fantasiemuster. 20 Euro, Vorderseite: mittelalterlicher italienischer Paradehelm; Rückseite: Muster mit mittelalterlichen Schriftzeichen. 50 Euro, Vorderseite: klassisches Motiv; Rückseite: Fantasiemuster. 100 Euro, Vorderseite: Barockskulptur von Sankt Georg und der Prinzessin aus Neapel; Rückseite: Skulptur "Die Verzückung der heiligen Theresa" von Bernini. 200 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt; Rückseite: Fantasiemuster. 500 Euro, Vorderseite: menschliches Kaleidoskop; Rückseite: moderne Architektur. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 1 – Zweite Republik
Zum Geldwesen der zweiten spanischen Republik 1931 bis 1939 Die spanische Gesellschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war gekennzeichnet durch unüberbrückbare Gegensätze. Auf der einen Seite die ebenso dünne wie dünkelhafte Oberschicht von meist adligen Großgrundbesitzern, die auf Kosten einer verelendeten Masse von landlosen Tagelöhnern von einstiger kolonialer Größe träumten, auf der anderen Seite das aufstrebende Bürgertum, das an liberalen Ideen interessiert war. Diese Spannungen hatten ihr Ventil in Spanisch-Marokko, das als Ersatz für die verloren Kolonien (1898) herhalten musste. 1921 erlitt die schlecht ausgerüstete Armee, deren Offiziere Verpflegung und Waffen an den Feind verramschten, eine vernichtende Niederlage gegen die Rifkabylen, deren Führer Abd el-Karim bei Melilla 15.000 Spanier aufs Grausamste niedermetzeln ließ. Dieselben Generäle, die diese Niederlage verschuldeten, putschten nun und Miguel Primo de Rivera, Generalkapitän von Katalonien, verwandelte mit Einverständnis des Königs, Alfons XIII., die konstitutionelle Monarchie in eine Diktatur. 1930 trat Rivera nach siebenjährigem Bemühen um eine grundlegende Erneuerung Spaniens zurück. Der überraschende Sieg der republikanischen Parteien bei den Gemeindewahlen ein Jahr später veranlasste den König, das Land zu verlassen. Spanien wurde Republik. Der Wechsel von der Monarchie zur Republik am 14. April 1931 zeigte sich im Geldwesen zunächst nur bei der Banknote zu 50 Pesetas mit dem Ausgabedatum vom 17. Mai 1927, die das Kopfbildnis des vertriebenen Königs auf der Vorderseite zeigt. Es wurde durch einen ovalen, 54 x 37 mm großen violetten, blauen oder roten Handstempel abgedeckt. In der Mitte als republikanisches Symbol die vierzackige Mauerkrone über dem fünfgeteilten Wappenschild. Das goldene Kastell auf rotem Grund im 1. Feld steht für das Königreich Kastilien, der purpurrote Löwe auf silbernem Grund im 2. Feld für das Königreich León, die vier roten Längsstreifen auf goldenem Grund im 3. Feld für die Krone von Aragón und die goldenen Ketten auf rotem Grund im 4. Feld für Navarra. Das Feld in der Wappenspitze zeigt einen grünblättrigen Granatapfel auf silbernem Grund und steht für das ehemalige Königreich Granada. Über dem Wappen „REPÚBLICA“ und darunter „ESPAÑOLA“. Abb. 1: Ovaler, 54 x 37 mm großer Tintenstempel. Abb. 2: Banco de España, (17. Mai 1927), 50 Pesetas, Vorderseite mit Tintenstempel. Nach einem Dekret vom 23. Juli 1931 sollten auch die anderen umlaufenden Noten gekennzeichnet werden. Ein runder Prägestempel mit 28 mm Durchmesser wurde auf der linken Scheinseite angebracht, bei den 500 und 1000 Pesetas auf der rechten. Die Umschrift des Stempels lautet: „GOBIERNO PROVISIONAL DE LA REPUBLICA . 14 ABRIL 1931 .“ Im inneren Kreis das bereits beschriebene Wappen mit Mauerkrone und links und rechts jeweils ein Olivenzweig. Die Stempelabdrucke sind meist nur sehr schwer erkennbar. Angesichts der Schwierigkeiten, die die Stempelaktion mit sich brachte, wurde sie durch Dekret vom 17. Dezember 1932 wieder aufgegeben. Es kommen daher alle Scheine, die in dieser Zeit im Umlauf waren, mit und ohne Stempel vor (Tabelle 1). Tabelle 1: Banknoten der Banco de España, die bei Ausrufen der Republik im Umlauf waren:1) Abb. 3: Prägestempel nach dem Dekret vom 23. Juli 1931, Ø 28 mm. Abb. 4: Ausschnitt der Rückseite der 50-Pesetas-Note (17. Mai 1927) mit dem schwer erkennbaren Prägestempel in der rechten oberen Ecke. Die liberale Verfassung der Republik sah eine Trennung von Kirche und Staat vor. Das wiederum machte für den großen Anhang der klerikal-konservativen Kräfte die liberale Republik suspekt. Andererseits ging der radikalen Linken der Fortschritt nicht weit genug. 1933 errangen die Rechtsparteien einen überraschenden Sieg bei den Wahlen zum Cortes (Parlament). Arbeiterunruhen in Asturien wurden durch das Militär blutig niedergeschlagen worden und eine schwere politische Krise erschütterte das Land. Im Februar 1936 siegten bei erneuten Wahlen die vereinigten linken Kräfte der „Volksfront“. Das spanische Volk war zerrissener denn je. Die politischen Lager standen sich in schier unüberwindbaren Fronten gegenüber. Wieder putschte das Militär. Am 18. Juli 1936 stellte sich eine Gruppe konservativer, republikfeindlicher Generäle gegen die gewählte Regierung. Obwohl sich die überwältigende Mehrheit der Armee und der Guardia Civil den Aufständischen anschloss, blieb der erwartete Erfolg des Staatsstreichs aus. Es folgte ein fast drei Jahre dauernder Bürgerkrieg, in dem sich die Republik verzweifelt wehrte. Bereits am 30. Juli 1936 installierten die Aufständischen in Burgos eine Gegenregierung, an deren Spitze am 20. September 1936 General Franco trat. Neben der „republikanischen“ Banco de España in Madrid etablierte sich durch Dekret vom 8. September 1936 in Burgos, dem Sitz des Ausschusses für die Nationale Verteidigung, eine „nationale“ Banco de España, die ab November die umlaufenden Banknoten mit einem Prägestempel kennzeichnete. Zur Stempelung waren jedoch nur Banknoten zu gelassen, die bereits am 18. Juli 1936 im Umlauf waren. Später ausgegebene Geldscheine waren im aufständischen Gebiet ungültig. Als Folge des Kriegs zerfiel Spanien nun in zwei Währungsgebiete: der republikanischen Zone mit der Banco de España in Madrid mit der „peseta republicana“ oder „peseta roja“ und dem nationalen Spanien der Putschisten mit der Banco de España in Burgos mit der „peseta nacional“. Im Folgenden wird nur die Währungsgeschichte der Republik betrachtet. Spanien im Bürgerkrieg Das Misslingen des Staatsstreichs hatte direkte Auswirkungen auf die Finanz- und Währungsentwicklung. Die republikanische Regierung reagierte mit der Schließung der Börsen. Des Weiteren wurde für Handelseffekte ein 48-stündiger Zahlungsaufschub verkündet, der später bis zum 19. August 1936 verlängert wurde, ferner wurden die Zins- und Tilgungszahlungen für öffentliche Schulden ausgesetzt. Am 14. August verbot die republikanische Regierung den Verkauf von Immobilien und beweglichen Werten, um ungerechtfertigte Wertminderungen zu unterbinden. Um eine Kapitalflucht zu verhindern und das Bankenwesen vor dem Zusammenbruch zu bewahren, verfügte die Regierung am 19. Juli, dass innerhalb einer Frist von 48 Stunden von Giro- und Sparkonten nicht mehr als 2.000 Pesetas abgehoben werden konnten. Diese Regelung wurde in der Folgezeit immer wieder verlängert. Ausnahmen wurden nur für Lohn- und Steuerzahlungen zu gelassen.3) Durch Dekret vom 3. Oktober 1936 ordnete die republikanische Regierung an, Goldbestände bei den Zweigstellen der Nationalbank abzuliefern. 1937 wurde die Abgabepflicht auch auf Schmuck, Juwelen, Edelmetall und Devisen ausgedehnt. Ferner wurde der Besitz von Banknoten auf einen maximalen Betrag begrenzt. Die Banco de España und das Ministerio de Hacienda wiesen im Juli für ganz Spanien die folgenden Banknoten- und Münzbestände einschließlich der umlaufenden Wertzeichen (Tabelle 2.1 und 2.2) im Werte von ca. 10,5 Milliarden Pesetas aus. Tabelle 2.1: Im Juli 1936 betrug der gesamte Banknotenbestand der Banco de España einschließlich der umlaufenden Noten:4) Tabelle 2.2: Im Juli 1936 betrug der gesamte Bestand an Münzen des Ministerio de Hacienda einschließlich der umlaufenden Münzen:5) In der Zeit vor dem Bürgerkrieg emittierte die Notenbank nur zwei Banknoten. Im Juli 1932 die Note zu 50 Pesetas und im April 1933 die zu 25 Pesetas, beide mit dem Emissionsdatum 15. August 1928. Die Ausgabe der Nominale zu 100, 500 und 1000 Pesetas erfolgte erst 1937 bzw. 1938. Die Banknotenserie, die bei Bradbury Wilkinson and Comp., New Malden, London, gedruckt wurde, hat ein einheitliches Erscheinungsbild mit Abbildungen spanischer Persönlichkeiten aus Kultur und Politik auf der Vorderseite sowie die Wiedergabe korrespondierender Gemälde auf der Rückseite.6) Die Note zu 25 Pesetas ist dem Dramatiker Pedro Calderón de la Barca (1600–1681) gewidmet. Rechts auf der Vorderseite sein Brustbild und in der Mitte das Denkmal zu seinen Ehren auf der Plaza de Santa Ana in Madrid, rückseitig eine Szene aus seinem Drama „La devoción de la Cruz“ (Die Andacht am Kreuz). Der 50er zeigt das Porträt des Malers Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599–1660) und eine Außenansicht des Prado-Museums in Madrid, auf der Rückseite ein Gemälde des Malers „La rendición de Breda“ (Die Übergabe von Breda). Die Note zu 100 Pesetas ehrt den Dichter Miguel de Cervantes Saavedra (1547–1616) mit Brustbild auf der linken Scheinseite und seinem Denkmal auf der Plaza de España in Madrid in der Mitte, rückseitig passend zu seinem Hauptwerk das Gemälde „Encuentro de Don Quijote con los Duques“ (Treffen von Don Quijote mit den Herzögen) von Luis Menéndes Pidal (1861–1932). Der Wert zu 500 Pesetas würdigt Cardenal Cisneros mit seinem Brustbild und einer Abbildung seiner Haupt-Wirkungsstätte, der Kathedrale von Toledo.7) Auf der Rückseite ein Gemälde von Francisco Jover y Casanova (1836–1890) „Liberación de los cautivos de Túnez“ (Die Befreiung aus tunesischer Gefangenschaft). Das Brustbild Fernando III. und die Darstellung der Kathedrale von Sevilla ist auf dem 1000er zu sehen.8) Die Rückseite schmückt ein Gemälde von Alejandro Ferrant y Fischermans (1843–1917), das den König bei der heiligen Kommunion zeigt. Fast zeitgleich kamen auch die Noten mit Datum vom 25. April 1931 in Umlauf. Sie wurden ebenfalls bei Bradbury and Wilkinson gedruckt und ähneln der vorherigen Serie. Das Selbstbildnis des Malers Vicente López Portaña (1772–1850) zeigt die Note zu 25 Pesetas, während die Rückseite nach einem Bild des Malers, die Musik darstellend, gestaltet wurde. Auch die Note zu 50 Pesetas bildet das Porträt eines Malers ab: Eduardo Rosales (1836–1873); rückseitig sein Gemälde „La muerte de Lucrecia“ (Der Tod der Lucrecia). Gonzalo Fernándes de Córdoba ist auf der Vorderseite des Hunderters zu sehen9), während die Rückseite ein Gemälde von José Casado de Alisal (1832–1886) wiedergibt: „Der große Kapitän (Fernándes) findet am Tag nach der Schlacht von Ceriñola die Leiche seines Feindes, des Herzogs von Nemours“. Vom 500er blickt der Entdecker Juan Sebastián Elcano (1486/1487–1526). Hierzu entspricht die Rückseite mit dem Bild von Elías Salaverría (1883–1952) „Desembarco de Elcano en Sevilla“ (Die Landung von Elcano in Sevilla). Die Banknote zu 1000 Pesetas wurde als Reservenote nicht ausgegeben. Von der Vorderseite blickt uns das Brustbild des Dichters José Zorrilla y Moral (1817 1893) entgegen und auf der Rückseite liest der Dichter im Atelier des Malers Antonio María Esquivel (1806–1857), von dem auch die Vorlage hierzu stammt. Die Tradition der Druckerei Bradbury & Wilkinson setzte Thomas de La Rue fort. Ab August 1938 gelangten ihre Noten, beginnend mit dem Nominal zu 500 Pesetas, in Umlauf. Sie datiert vom 7. Januar 1935. Nach einem Stich von Camilo Delhom wird das Brustbild des Konquistador Hernán Cortes de Monroy i Pizarro Altamirano (1485–1547) sowie der Palast des Eroberers in Mexiko dargestellt. Das Gemälde „Hernán Cortes verbrennt seine Schiffe“ von Francisco Sans Cabot (1828–1881) nimmt eine historische Begebenheit auf. Auch das Brustbildnis des Arztes und Nobelpreisträgers Santiago Felipe Ramón y Cajal (1851–1934) beim Wert zu 50 Pesetas vom 22. Juli 1935 stammt vom Stecher Camilo Delhom. Die Rückseite zeigt das Denkmal zu Ehren des Wissenschaftlers im Retiro-Park in Madrid. Es wurde vom Bildhauer Victorio Macho (1887–1966) geschaffen. Häufig wird diese Banknote, deren Vorderseite vorwiegend Brauntöne aufweist, auch in blauer und roter Farbe angeboten. Sie dürften chemisch manipuliert worden sein. Das Brustbild des Malers Joaquín Sorolla (1863 – 1923) auf der dritten Note zu 25 Pesetas vom 31. August 1936 wurde ebenfalls von Camilo Delhom gestochen. Zusätzlich befindet sich auf der Vorderseite eine Abbildung des „El Miguelete“ in Valencia. Die Rückseite mit „Regreso de la pesca“ (Rückkehr der Fischer), einem typischen impressionistischen Werke des Malers, ist für mich die schönste Darstellung auf einer spanischen Banknote. Tabelle 3: Banknoten der Banco de España und Staatsscheine, die während der Zeit der Republik ausgegeben wurden:1) Abb. 5.1: Banco de España, 15. August 1928, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Banco de España, 15. August 1928, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 6.1: Banco de España, 15. August 1928, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 6.2: Banco de España, 15. August 1928, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 7.1: Banco de España, 15. August 1928, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 7.2: Banco de España, 15. August 1928, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 8.1: Banco de España, 15. August 1928, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 8.2: Banco de España, 15. August 1928, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 9.1: Banco de España, 15. August 1928, 1000 Pesetas, Vorderseite. Abb. 9.2: Banco de España, 15. August 1928, 1000 Pesetas, Rückseite. Abb. 10.1: Banco de España, 25. April 1931, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 10.2: Banco de España, 25. April 1931, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 11.1: Banco de España, 25. April 1931, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 11.2: Banco de España, 25. April 1931, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 12.1: Banco de España, 25. April 1931, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 12.2: Banco de España, 25. April 1931, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 13.1: Banco de España, 25. April 1931, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 13.2: Banco de España, 25. April 1931, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 14.1: Banco de España, 25. April 1931, 1000 Pesetas, Reservenote (nicht ausgegeben), Vorderseite. Abb. 14.2: Banco de España, 25. April 1931, 1000 Pesetas, Reservenote (nicht ausgegeben), Rückseite. Abb. 15.1: Banco de España, 7. Januar 1935, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 15.2: Banco de España, 7. Januar 1935, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 16.1: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 16.2: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 16.3: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, „blauer Druck“, Vorderseite. Abb. 16.4: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, „roter Druck“, Vorderseite. Abb. 17.1: Banco de España, 31. August 1936, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 17.2: Banco de España, 31. August 1936, 25 Pesetas, Rückseite. Die Kupfermünzen zu 1, 2, 5 und 10 Céntimos sowie die Silbermünzen zu 50 Céntimes, 1 Peseta, 2 und 5 Pesetas, die nach der Reform von 1868 in Spanien geprägt wurden und teilweise seit mehr als einem Dreivierteljahrhundert im Umlauf waren, blieben weiter gültig. Das Gleiche gilt für die Kupfer-Nickelmünzen zu 25 Céntimos von 1925 und 1927. Mit der Jahreszahl 1933 ließ die Republik eine Peseta-Münze in Silber prägen sowie mit der Jahreszahl 1934 25-Céntimos-Stücke in Kupfer-Nickel. Abb.18.1/2: Republica Española, 1933, 1 Peseta, Vorder- und Rückseite. Obwohl die Republik nun schon seit einigen Jahren etabliert war, gelang es ihr nicht, die in den Tresoren der Banco de España liegenden 5-Peseta-Münzen aus der Zeit der Monarchie umzuprägen. Daher beauftragte man der Notendruckerei Bradbury & Wilkinson mit der Herstellung von zunächst je 10 Millionen Silberzertifikaten zu 5 und 10 Pesetas. Am 13. Oktober 1936 ordnete der Finanzminister den Einzug der Silbermünzen an.10 Im Gegenzug ermächtigte er die Banco de España für die eingezogenen Silbermünzen Certificado de Plata (Silberzertifikate) über 5 und 10 Pesetas auszugeben. Ab 17. Oktober 1936 wurden sie in Verkehr gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Banknote zu 25 Pesetas das niedrigste Nominal der spanischen Nationalbank. Während der Wert zu 5 Pesetas auf der linken Vorderseite das Ideal-Brustbild einer jungen Frau abbildet, zeigt der Schein zu 10 Pesetas eine Allegorie der España mit der sog. Volkskrone. Abb. 19.1: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 19.2: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 20.1: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 20.2: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 10 Pesetas, Rückseite. Im November 1936 drohte die Einnahme Madrids durch Francos Truppen. Die republikanische Regierung und die Banco de España verlegten daher ihren Sitz zunächst nach Valencia. Auch die Geldproduktion der „Fábrica Nacional de Moneda y Timbre“ wurde aus Madrid in sichere Gebiete verlagert. Als Factoría B eröffnete in Valencia eine Druckerei. Von März bis Oktober 1938 wurden hier im Auftrag des Finanzministeriums die „Certificados Provisionales de Moneda Divisionaria“ zu 50 Céntimos, einer Peseta und zwei Pesetas gedruckt. Sie sollten ab 18. Januar 1938 das fehlende Kleingeld ersetzen. Abb. 21.1: Ministerio de Hacienda, 1937, 50 Céntimos, Vorderseite. Abb. 21.2: Ministerio de Hacienda, 1937, 50 Céntimos, Rückseite. Abb. 22.1: Ministerio de Hacienda, 1937, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 22.2: Ministerio de Hacienda, 1937, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 23.1: Ministerio de Hacienda, 1938, 2 Pesetas, Vorderseite. Abb. 23.2: Ministerio de Hacienda, 1938, 2 Pesetas, Rückseite. Im Februar 1937 nahm die neue Münze als Factoría C ihre Arbeit in Castellón de la Plana auf. Diese improvisierte „Casa de Moneda“ prägte etwas mehr als ein Jahr Münzen mit der Jahreszahl 1937 zu 5 Céntimos in Eisen, 50 Céntimos in Kupfer und einer Peseta in Bronze. 10-Céntimos-Münzen in Eisen wurde nur in wenigen Stücken hergestellt und müssen wohl als Proben angesehen werden. Wegen der Kriegsereignisse musste die Münze im April 1938 nach Aspe (Alicante) verlegt werden. Als Factoría D arbeitete sie von Juli 1938 bis März 1939. Geprägt wurden hier Kupfermünzen zu 25 Céntimos mit der Jahreszahl 1938. Nach der Schließung der Factoría B in Valencia übernahm man ab November 1938 den Druck der Kleingeldscheine. Mit zunehmender Dauer des Krieges nahm der Mangel an Wechselgeld zu, da ein großer Teil der Münzen eingezogen und eingeschmolzen wurden, um den wachsenden Bedarf der Kriegsindustrie an Metallen zu decken. Auf der anderen Seite hortete die Bevölkerung die Münzen, immerhin hatten sie einen bestimmten Metallwert. Zuerst verschwanden die Silbermünzen, später die Münzen aus Kupfernickel und schließlich die aus Bronze. Abb. 24.1/2: Republica Española, 1937, 50 Céntimos, Vorder- und Rückseite. Abb. 25.1/2: Republica Española, 1937, 1 Peseta, Vorder- und Rückseite. Betriebe, Genossenschaften, Gewerkschaften, Geschäfte und sogar Privatpersonen konnten bei den täglichen Zahlungsvorgängen nur dann Wechselgeld herausgeben, wenn sie eigene Gutscheine ausstellten. Straßenbahn- und Busunternehmen, Bars und Cafeterias bedienten sich ebenso des Notgelds, das grundsätzlich nur bei der ausgebenden Stelle wieder eingelöst werden konnte. So hatten die Bürger Taschen voller Geldscheine für jeden denkbaren Zahlungsanlass. Natürlich war diese Situation unhaltbar. Die zahlreichen Beschwerden der Bevölkerung veranlassten Stadträte, sich des Problems anzunehmen und kommunales Notgeld – meist mit Werten zwischen 25 Céntimos und 5 Pesetas – auszugeben. Bis Ende 1937 hatten mehr als zweitausend Gemeinden und Organisationen fast siebentausend verschiedene Scheine und fünfzig Metallmünzen ausgegeben.11) „Der Gesamtwert des auf diese Weise in Umlauf gebrachten Geldes betrug 22,7 Millionen Peseten.“12) Abb. 26.1: Denia, Comité de Enlace, September 1936, 2 Pesetas, Blankete, Vorderseite. Abb. 26.2: Denia, Comité de Enlace, September 1936, 2 Pesetas, Blankete, Rückseite. Abb. 27.1: Lorca, Consejo Municipal, September 1937-09, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 27.2: Lorca, Consejo Municipal, September 1937-09, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 28.1: Mont-ral, Consell Municipal, 15. Juni 1937, 25 Centims, Vorderseite. Abb. 28.2: Mont-ral, Consell Municipal, 15. Juni 1937, 25 Centims, Rückseite. Abb. 29.1: 502 Batallón, 28 División, 126 Brigda Mixta, o. D., 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 29.2: 502 Batallón, 28 División, 126 Brigda Mixta, o. D., 1 Peseta, Rückseite. Abb. 30.1: Alcoy, Fàbrica de Paper de Fumar Bambú, o. D., 25 cts., Material: Celluloid , Ø 32 mm, Vorderseite. Da auch diese Notgeldausgaben das staatliche Münzmonopol und das Monopol der Banknotenausgabe der Notenbank gefährdeten, ordnete Finanzminister Juan Negrín Lopez mit Dekret vom 6. Januar 1938 den Einzug des Notgelds bis zum 28 Februar an. Gleichzeitig wurden von der Regierung weitere Druck- und Prägeaufträge vergeben. Da trotzdem nicht genügend Münzen zur Verfügung standen, autorisierte die Regierung durch Dekret vom 24. Februar 1938 die Banco de España Pappscheiben mit aufgeklebten Marken als Geldersatz auszugeben (Cartón-mondea). Die runden, rotbraunen Kartons haben bei einem Gewicht von etwa 5 g einen Durchmesser von 35 mm. Der einseitige schwarze Druck zeigt in einem Kreis das spanische Wappen mit der Volkskrone, flankiert von den Säulen des Herkules mit einem Band, auf dem der Wahlspruch „PLUS ULTRA“ zu lesen ist. Gedruckt wurden sie in der Factoría D in Aspe. Auf die freie Seite waren die entsprechenden „Wert“-Marken aufzukleben. Bei den Nominalen zu 5 und 25 Céntimos waren Briefmarken (sello de correos) der „republikanischen“ Post zu verwenden. Sie tragen die Aufschrift „Republica Española – Correos“. Da keine bestimmten Briefmarken vorgeschrieben waren, können dabei alle damals gültigen Marken vorkommen, sodass es eine große Zahl verschiedener Ausgaben gibt. Die Werte zu 10 und 15 Céntimos waren mit Gebührenmarken (timbre móvil) zu versehen. Sie haben die Aufschrift „Especial Movil“. Die Marken mit dem beschriebenen Wappen zu 10 Céntimos sind in braunem, die zu 15 Céntimos in rotem Druck ausgeführt.13) Ein Dekret vom 22. Oktober 1938 bestimmte, dass anstelle der Gebührenmarken zu 10 Céntimos Briefmarken treten sollten, da es in der Vergangenheit häufig zu Verwechselungen mit der Marke zu 15 Céntimos gekommen sei. In der Praxis sah es so aus, dass die Pappscheiben nicht nur, wie amtlich vorgeschrieben, mit Marken zu 5, 10, 15 und 25 Céntimos beklebt wurden, sondern es wurden auch andere Werte, wie z. B. zu 20, 30, 45, … Céntimos, aufgeklebt. Statt der Gebührenmarken wurden auch Briefmarken benutzt. Wie lässt sich dies erklären? Die Banco de España gab die leeren Pappschreiben an die Geschäftsbanken weiter, die sie mit den Marken beklebten und dann als Wechselgeld an das Publikum abgaben. Möglicherweise verfuhren die Banken ihrerseits ähnlich wie die Notenbank und überließen das Bekleben den Bankkunden. Abb. 31: Cartón-mondea, o. D., mit Briefmarke zu 5 Céntimos, Vorderseite. Abb. 32: Cartón-mondea, o. D., mit Steuermarke „especial movil“ zu 15 Céntimos, Vorderseite. Abb. 33: Cartón-mondea, o. D., gemeinsame Rückseite . Da die Republik über keine nennenswerten Devisenreserven verfügte, um Kriegsgüter im Ausland zu kaufen, begann die Regierung in Madrid bereits am 24. Juli 1936 damit, Gold an die Banque de France zu verkaufen. Als im März 1937 diese Goldverkäufe an die französische Notenbank eingestellt wurden, war die Goldreserve bereits um ein Viertel gesunken. „Während Franco zunehmend auf die Hilfe des Dritten Reiches angewiesen war, geriet die republikanische Regierung in immer größere Abhängigkeit von Moskau. Das lag nicht allein daran, daß die Verteidigung Madrids und die Weiterführung des Krieges von der Unterstützung des Kremls abhingen. Im Oktober trafen Largo Caballero und sein Finanzminister Juan Negrín außerdem die folgenschwere Entscheidung, die Goldreserven der Banco de España (…), die die wirtschaftliche Grundlage für die Fortführung des Krieges bildeten, in Moskau zu deponieren.“14) Am 15. Oktober 1936, ein Tag nachdem die sowjetischen T-26-Panzer eingetroffen waren, fragte Largo Caballero offiziell bei Botschafter Rosenberg an, ob die sowjetische Regierung bereit sei, ca. 500 Tonnen spanischen Goldes in Verwahrung zu nehmen. Schon wenige Tage später übermittelte der Leiter des NKWD, Nikolai Jeshow, seinem Agenten in Spanien, Alexander Orlow, die persönliche Anordnung Stalins mit der Botschaft an Largo Caballero und dem sowjetischen Botschafter, den Goldtransport unter strengsten Geheimhaltungsmaßnahmen vorzubereiten. Der Goldschatz war schon Wochen vorher aus dem umkämpften Madrid nach Cartagena in das Pulvermagazin von La Algameca evakuiert worden. Ganz in der Nähe ankerten sowjetische Schiffe, die Hilfsgüter nach Spanien transportiert hatten. In der Nacht des 23. Oktober 1936 begann man mit dem Verladen des Goldes und am 25. Oktober stachen vier Schiffe in folgender Reihenfolge in See: die Jruso mit 2000 Kisten, die Neva mit 2697 Kisten, die Kim mit 2100 Kisten und die Wolgores mit 983 Kisten an Bord. Auf jedem der Schiffe reiste ein Schlüsselmeister des Banco de España mit. Nach einer Woche erreichten die Schiffe am 2. November Odessa, mit Ausnahme der Jruso, die wegen Maschinenschadens erst einige Tage später einlief. Von Odessa aus wurde unverzüglich der Weittransport nach Moskau organisiert. Zeitgleich reichte die nationale Regierung von Burgos aus Klage in Frankreich ein, um die Goldverkäufe zu stoppen. Indirekt beschwerte man sich auch bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Im Januar 1937 berieten die Mitglieder des „Komitees für Nichteinmischung in die Angelegenheiten Spaniens“15) in London die Angelegenheit. Der deutsche und der italienische Vertreter verurteilten das Goldgeschäft als indirekte Einmischung. Die republikanische Regierung gab zu, mit einem Teil des Goldes Auslandsschulden beglichen zu haben, bestritt ansonsten, Goldreserven außer Landes gebracht zu haben. Auch in den nächsten Monaten kam der Ausschuss in dieser Angelegenheit nicht weiter. Seit Februar 1937 konnten Largo Caballero und Negrín über das Gold verfügen, dessen Zählung am 24. Januar beendet war. Danach waren etwas mehr als 510 t Gold nach Moskau gelangt, fast ausschließlich in 16 verschiedenen Münzsorten. Sie hatten ein Feingewicht von 460,5 t und ihr Gegenwert entsprach damals 518 Millionen US-Dollars. In der Zeit vom 16. Februar bis 23. April 1937 wurden sechs Verkäufe getätigt. Die Aufträge unterzeichneten Largo Caballero und Negrín gemeinsam. Spätere Aufträge unterschrieb Negrín alleine, da er ab dem 17. Mai als Ministerpräsident sowie als Finanz- und Wirtschaftsminister die alleinige Verantwortung trug. Als Francisco Méndez Aspe das Ministerium am 5. April 1938 übernahm, wurde der letzte Verkaufsauftrag, der 19. vom 28. April 1938, von beiden unterzeichnet. Ein Auftrag vom 15. September 1937 konnte nur dank der noch existierenden Feingoldbestände ausgeführt werden, die durch frühere Schmelzungen von Münzgold in Feingold vorhanden waren. Mit ihrem Gegenwert in Devisen bezahlte die Republik die erste sowjetische Militärhilfe. Der Rest wurde auf die unter sowjetischer Kontrolle stehende Banque Commerciale pour l’Europe du Nord in Paris transferiert. Von dort aus wurden die Devisen zur Begleichung von Kriegs- und Nichtkriegs-Güterimporten verwendet, die weder durch Exporte noch auf andere Weise beglichen werden konnten. Die fehlenden Gold- und Devisenreserven zwangen die Regierung der Republik, immer mehr Banknoten ohne entsprechende Edelmetall-Deckung zu emittieren. In dem von ihr kontrollierten Gebiet betrug am 30. April 1938 der Wert der ausgegebenen Banknoten 12.754 Millionen Peseten. Dies entsprach einem Zuwachs von 265,8 % gegenüber dem Umlauf von 3.486 Millionen Pesetas am 17. Juli 1936. Im nationalistisch kontrollierten Gebiet waren zu diesem Zeitpunkt etwa 2.000 Millionen Pesetas im Umlauf. Während die Preise im nationalistisch kontrollierten Gebiet lediglich um 40 % stiegen, explodierten sie in den republikanischen Gebieten um bis zu 1.500 %. Auch international fiel der Wert der „peseta republicana“ kontinuierlich. In Paris notiert sie:16) im Januar 1937: 0,863 Francs, im Januar 1938: 0,322 Francs, im Mai 1937: 0,724 Francs, im Mai 1938: 0,232 Francs, im September 1937: 0,520 Francs, im September 1938: 0,164 Francs, im Dezember 1937: 0,357 Francs, im Dezember 1938: 0,091 Francs. Ihr Wertverlust an den europäischen Börsen war sehr viel größer als die der „peseta nacional“: Ende 1938 erreichte sie 97,56 % gegenüber 27,2 % der Letzteren.17) Ein Vergleich des Kurses der republikanischen zur nationalen Peseta an der Pariser Börse ergibt folgendes Bild: Im Januar 1937 betrug der Wert der republikanischen Peseta noch 66 % der nationalen Peseta, im März 64 %, im Juni 42 %, im Januar 1938 noch 20 %, im Juni 17 %, im Oktober 15 % und schließlich im Dezember nur noch 9 %.18) Die Sitzverlegung der Banco de España im September 1937 von Valencia nach Barcelona dokumentieren auch drei weitere Banknoten, die jedoch nicht mehr zur Ausgabe gelangten. Da der Seeweg unterbrochen war, lieferte Thomas de la Rue die bestellten Banknoten zu 100 Pesetas mit dem Emissionsort Barcelona und dem Emissionsdatum vom 11. März 1938 an die Filiale der Banco de España in Paris. Auf dem Landweg wurden die Noten dann nach Barcelona gebracht. Hier trafen die ersten am 21. Juni 1938 ein. Wie üblich zeigt auch diese Note ein Brustbild, dieses Mal die Büste der Dame von Elche sowie ein phönizisches Segelschiff. Die Darstellung der Huerto del Cura (Palmgarten in Elche) nimmt die Rückseite ein. Die von der Madrider Druckerei Gráficas Reunidas hergestellten 100-Pesetas-Noten mit Datum vom 15. August 1938 wurden ebenfalls in Barcelona eingelagert. Nach dem rückseitigen Aufdruck „Provisional y Valedero por dos Años“ sollte sie nur zwei Jahre gültig sein. Der Einzug der Nationaltruppen in Barcelona am 28. Januar 1939 verhinderte die Ausgabe der „Barcelona“-Noten und führte zu ihrer vollständigen Vernichtung. Zur Deckung der beiden Noten zu 100 Pesetas diente die nicht ausgegebene Note zu 1000 Pesetas vom 25. April 1931. Die zunehmende Inflation zwang die republikanische Notenbank, Banknoten mit höherem Nennwert in Auftrag zu geben. Von den 2 Millionen bei Bradbury & Wilkinson bestellten 5000-Pesetas-Banknoten (11. Juni 1938) wurden vermutlich 1.320.000 nummerierte Geldscheine an die Filiale in Paris geliefert, wo sie nach Kriegsende vernichtet wurden. Von dieser Note sind nur wenige „Specimen“ erhalten. Auf der Vorderseite Selbstbildnis des Malers Mariano Fortuny (1838–1874) und auf der Rückseite sein Gemälde „La Vicaría“ (Das Pfarrhaus). Nach der Einnahme Madrids durch Francos Truppen am 28. März 1939 brach der Widerstand der republikanischen Verbände endgültig zusammen und wenige Tage später war das ganze Land in der Hand der Putschisten. Geldpolitisch hatte dies weitreichende Folgen. Übernacht wurde das Geld der Republik ungültig. Die Banknoten der Banco de España mit Ausgabeort Madrid mussten gegen Quittung abgeliefert werden. Ein Umtausch in Noten der Banco de España mit Ausgabeort Burgos erfolgte nicht. Fortsetzung folgt … Uwe Bronnert Anmerkungen: Angaben nach FILABO (Hrsg.), Enciclopedia de Billetes de España,Tomo II, Secunda Edición, Sant Joan Despí (Barcelona) 2006. EDIFIL (Hrsg.), Catálogo Especializado de Billets de España, 3a edición, Madrid 2002. Banco de España (Hrsg.), Los Billetes del Banco de España 1782-1979, 3a edición, Madrid 1979. FILABO. Vgl. Josep M. Bricall, Die spanische Wirtschaft, in: Der Spanische Bürgerkrieg, Eine Bestandsaufnahme von Manuel Tuñón de Lara, Julio Aróstegui, Ángel Viñas, Gabriel Cardona und Josep M. Bricall, Frankfurt am Main 1987, S. 566 ff. José M. Santacreu Soler, La Crisis Monetaria Española de 1937, Moneda y Municipios en la Provincia de Alicante durante la Guerra Civil Española, Universidad de Alicante 1988, S. 34. Ebenda. Zum Design der spanischen Banknoten siehe: SAFEI Inversiones y Estudios Financieros, S.A. (Hrsg.), La Peseta y el Arte, imágenes en billetes anteriores al euro, Madrid 1999. Gonzalo Jiménez de Cisneros, später Francisco Kardinal Jiménez de Cisneros (1436 – 1517) war seit 1495 Erzbischof von Toledo und Großinquisitor, inquisidor general de Castilla. Ferdinand el Santo, genannt der Heilige (1199 – 1252 in Sevilla) war als Ferdinand II. König von Kastilien und ab 1230 als Ferdinand III. König von Kastilien und León. Wegen seiner Verdienste um den katholischen Glauben wurde er 1671 von Papst Klemens X. kanonisiert. Gonzalo Fernández de Córdoba y Aguilar (1453 – 1515) war ein spanischer General und Staatsmann im Dienste der „Katholischen Könige“. Das Dekret scheint nicht den erhofften Erfolg gehabt zu haben, denn der Einzug der Silbermünzen wurde am 19. Januar 1937 und am 23. Februar 1937 nochmals angeordnet. Diese Notgeldausgaben werden in einer Anzahl von Katalogen gelistet. Hier eine Auswahl: Kenneth Graeber, Local Paper Money issued during th Spanish Civil War, Paper Money of the 20th Century, IBNS 1978. Andreu Garí Berges und Juan Montaner Amorós, Catálogo de Billetes Municipales de España, Emisiones de la Guerra Civil 1936 – 1939, 2a Edición, Ampliada y corregida, o. O. und Jahr. Antoni Turró I Martínez, El Paper Moneda del País Valencià 1936-1939 (I alters signes monetaris emesos durant la Guerra 1936 – 1939), Catàleg General Històrico-Descriptiu, Catarroja – Barcelona – Palma 1995. Antoni Turró I Martínez, Les Emissions Monetàries Oficials de la Guerra Civil 81936-1939), I: Andorra, Illes Balears I Catalunya (Generalitat i Locals), Barcelona 2007. Josep M. Bricall, S. 572. S. Juan Bta. Miró Agulló, El Sello Moneda de la República, Monografía del Sello Moneda durante la Guerra Civil 1936-1939, Alcoy Febrero 2008. Ángel Viñas, Der internationale Kontext, in: Der Spanische Bürgerkrieg, S. 234 f. Das Komitee war ein vom französischen Präsidenten Albert Lebrun ins Leben gerufener internationaler Ausschuss, der die europäischen Großmächte von einem Eingreifen in den Spanischen Bürgerkrieg abhalten sollte. Dem Ausschuss gehörten Vertreter Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Italiens, der Sowjetunion und 22 weiter Staaten an. Er trat am 9. September 1936 erstmals in London zusammen. Er war Teil der Appeasement-Politik gegenüber Hitler und Mussolini. Das Komitee verhinderte nicht, dass das Deutsche Reich und Italien militärisch Franco unterstützen und die Sowjetunion die Republik, während Großbritannien und Frankreich strikte Neutralität verfolgten. Der Nichteinmischungsausschuss tagte ausdauernd, ergebnislos und erfolglos. In seiner dreißigsten Sitzung am 19. Mai 1939 stellte der Ausschuss fest, dass die Feindseligkeiten beendet seien. Nach Antoni Turró i Martínez, El Paper Moneda del País Valencià 1936 – 1939, S. 20. Andere Autoren nennen noch höherer Wertverluste. S. José Ramón Gracía Gandía, Guerra y Moneda, La Fábrica Nacional de Moneda y Timbre en Aspe, VIII Premio de Investigación Manuel Cremades 2010, Ayuntamento de Aspe, S. 51. Josep M. Bricall, S. 570 f.
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Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948 Die Banknoten und Notgeldscheine der deutschen Länder, Provinzen und Bezirke 3. Auflge 2022 ca. 750 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Format 14,8 cm x 21 cm, Broschur, ISBN: 978-3-86646-581-7 Preis: 59,80 Euro Erscheinungstermin: Anfang November 2022 Zum Inhalt Der reich und erstmals komplett farbig bebilderte Spezialkatalog umfasst die Geldscheine der privaten Notenbanken, der Ländernotenbanken, der Landesregierungen sowie der Provinzial- und Bezirksverwaltungen der deutschen Länder von der Reichsgründung 1871 bis hin zu den Notausgaben nach dem Zweiten Weltkrieg. Aufgenommen wurden auch die überregional gültigen Ausgaben von Handels- und Landwirtschaftskammern. Bis auf die Ausgaben der Ländernotenbanken, handelt es sich bei den allermeisten Ausgaben um Ländernotgeld aus der Zeit der deutschen Inflation. Alle Ausgaben und Varianten sind ausführlich beschrieben und mit aktuellen Marktpreisen bewertet. Erläuterungen zur Geschichte der Länder und Provinzen bieten nützliche Hilfestellungen zum historischen Kontext. Bitte um Unterstützung Ziel ist es, möglichst alle aufgenommenen Ausgaben farbig mit Vorder- und Rückseiten abbilden zu können. Hierzu müssen von allen Scheinen neue Scans gefertigt werden, weil die von der ersten Auflage von 1999 nur in Schwarzweiß vorliegen und auch die zweite Auflage von 2006 nur in Schwarzweiß erschien. Alle Scheine aus der eigenen Sammlung sind bereits gescannt, doch niemand kann alle im Katalog verzeichneten Scheine und Varianten haben, auch ich als Autor nicht. Darüber hinaus liegen mir weitere Farbabbildungen vor, die im Laufe der Zeit angefertigt wurden. Ich würde mich freuen, wenn Leser das Projekt durch Bereitstellung von Abbildungen unterstützen würden. Gerne können sich Sammler per E-Mail an mich wenden, wenn sie Abbildungen seltener Scheine bereitstellen möchten. Ich kann bei gegebener Zeit eine Liste der Scheine veröffentlichen, von denen noch Abbildungen fehlen. Unabhängig von den Abbildungen freue ich mich natürlich auch über alle belastbaren Korrektur- und Ergänzungsmeldungen, die ich gern bei der Überarbeitung berücksichtige. Auch begründete Vorschläge für die zu aktualisierenden Katalogpreise sind willkommen. Wie bei meinen Publikationen üblich, werden alle Unterstützer in einer Danksagung im Buch erwähnt und ab einem gewissem Umfang der Unterstützung gibt es auch signierte Freiexemplare. Email: info@geldscheine-online.com Hans-Ludwig Grabowski
- Congratulations Queen Elizabeth II.
In diesen Tagen feierte Großbritannien und das Commonwealth of Nations das Platinjubiläum von Königin Elisabeth II. Es ist das erste Mal, dass ein britischer Monarch ein Platinjubiläum auf dem Thron beging. Elisabeth II. wurde am 21. April 1926 als Elizabeth Alexandra Mary Windsor in Mayfair, London geboren. In den 1930er Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann Prinz Philip von Griechenland und Dänemark kennen, dessen Mutter aus dem Haus Battenberg stammte. Sie heirateten am 20. November 1947 in der Westminster Abbey, am 14. November 1948 wurde ihr erstes Kind, Prinz Charles, geboren und am 15. August 1950 folgte Prinzessin Anne. Nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. am 6. Februar 1952 trat sie das Thronerbe an. Die Krönung fand dann am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt. Bei der Zeremonie waren rund 8.000 Gäste anwesend und 300 Millionen Zuschauer in der ganzen Welt verfolgten das Ereignis in dem noch neuen Medium Fernsehen. Ihre Herrschaft ist von bedeutenden politischen Umwälzungen geprägt: Entkolonialisierung des Britischen Weltreichs, der Kalte Krieg, der Nordirlandkonflikt und sowohl der Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Union als auch der Brexit. Trotz zunehmender Kritik der Massenmedien an der Königsfamilie und wachsender Zustimmung zur republikanischen Staatsform – insbesondere in Australien – genießt die Monarchie unter Königin Elisabeth II. weiterhin breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Queen Elizabeth ist derzeit nicht nur das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und den britischen Überseegebieten (z. B. Bermuda, Falkland-Inseln, Gibraltar, St. Helena …), sondern auch von 14 weiteren, als Commonwealth Realms bezeichneten souveränen Staaten (Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Salomonen und Tuvalu) einschließlich deren Territorien und abhängigen Gebieten. Darüber hinaus ist sie das Oberhaupt des 54 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations, Lehnsherrin der britischen Kronbesitzungen (Guernsey, Jersey und der Isle of Man) sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche von England. Während ihrer Regentschaft variierte die Zahl der Commonwealth Realms, da die meisten britische Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangten und mehrere dieser Staaten sich zu Republiken erklärten. Daher war Elisabeth II. zeitweilig auch Königin von Barbados, Ceylon, Fidschi, Gambia, Ghana, Guyana, Hongkong, Kenia, Malawi, Malta, Mauritius, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone, der Südafrikanischen Union, von Tanganjika, Trinidad und Tobago sowie Uganda. Seit mehr als 70 Jahren findet sich weltweit das Konterfeit Queen Elizabeth II. auf Geldscheinen. Özgür Honça führt in seinem 2021 im Selbstverlag erschienen „Catalog of Queen Elizabeth II Paper Money“ 1.728 verschiedene Noten auf. Damit dürfte sie die meist abgebildete Person auf Geldscheinen sein. Je nach zählweise gaben mehr als 30 Länder bzw. Ausgabestellen Noten mit ihrem Bildnis aus. Natürlich hat sich die Darstellung der Königin im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Mehr als 30 verschiedene Kopf- und Brustbilder wurden dabei verwendet; einige nur bei einer Emission, andere gleich dreizehnmal. Weiyi Cai und Adam Taylor veröffentlichten unter dem Titel „The evolution of Queen Elizabeth II, as shown by banknotes“ in „The Washington Post“ 2015 eine Übersicht der bis dahin verwendeten Bildnisse der Königin. Abb. 1: The evolution of Queen Elizabeth II, as shown by banknotes. Erstmals begegnet uns Elisabeth auf einer 20-Dollars-Note der Bank of Canada, die am 11. März 1935 emittiert wurde. Sie zeigt die achtjährige Prinzessin. Die Banknote wurde in zwei Ausführungen ausgegeben: mit englischem bzw. mit französischem Text. Die Aufnahme des Originalporträts stammt von Marcus Adams, dem offiziellen Fotografen der königlichen Kinder. Edwin Gunn, der bei der Canadian Banknote Company Ltd. beschäftigt war, besorgte die Gravur der Druckplatten. Abb. 2: Bank of Canada, 1935, 20 Dollar, Vorderseite. Prinzessin Elizabeth im Alter von acht Jahren. Damals konnte noch niemand ahnen, dass dieses Kind eines Tages Königin sein würde, denn sie stand „nur“ an dritter Stelle der Thronfolge. Bereits kurze Zeit nach der Thronbesteigung gaben verschiedene Emittenten Geldscheine mit der Abbildung der neuen Königin aus. Die Bank of Canada beauftragte die British American Bank Note Company mit dem Druck einer neuen Banknoten-Serie, bestehend aus den Nominalen 1, 2, 5, 10, 20, 100 und 1000 Dollars. Alle Noten zeigen das Porträt der jungen Königin. Es basiert auf einem Foto des kanadischen Fotografen Yousuf Karsh und wurde 1951, ein Jahr vor der Thronbesteigung, während eines Fototermins aufgenommen. Viele Fotos zeigen die spätere Königin mit einem Diadem. Die Bank of Canada wählte für ihre Banknotenserie von 1954 jedoch ein Foto aus, das sie ohne Diadem zeigt. Auffallend ist auch die Halskette aus Diamantenblüten und -blättern, einem Hochzeitsgeschenk des Nizam von Hyderabad und Berar. Entworfen wurde die Serie von George Gundersen. Die Scheine sorgten für Aufregung. Aufmerksame Betrachter meinten, auf ihnen eine Teufelsfratze zu erkennen. Deutlich ist im Haar der Königin rechts neben ihrem linken Ohr eine große Nase, der Schatten einer dicken Lippe und zwei wulstige Augenbrauen zu sehen. Die Bank ließ bei den späteren Ausgaben die Zeichnung des Haars überarbeiten. Abb. 3.1: Bank of Canada, 1954, 20 Dollar, Vorderseite. Queen Elizabeth im Alter von 25 Jahren. Die Noten wurden unter dem Namen „Devil’s Face“ bekannt. Abb. 3.2: Der rote Ausschnitt zeigt die Teufelsfratze. Dorothy Wilding war die erste Frau, die zum offiziellen königlichen Fotografen ernannt wurde. Von ihr stammen fast alle Porträts der jungen Königin, die bei den Geldscheinen der folgenden Jahre verwendet wurden. Das Foto aus dem Jahr 1952 zeigt die junge Queen mit dem Staatsdiadem Georgs IV. auf dem Kopf. Diese Darstellung wurde bis in die 1970er Jahre auf Banknoten vieler Ländern verwendet. Die Krone wurde 1820 für König Georg gefertigt. Der Gold- und Silberrahmen mit einer Höhe von 7,5 Zentimetern und einem Durchmesser von 19 Zentimetern ist mit 1.333 Diamanten mit insgesamt 320 Karat (64 g) verziert, darunter ein gelber Diamant mit vier Karat. Anstelle der heraldischen Lilie, die normalerweise auf britischen Kronen zu sehen ist, hat das Diadem vier Blumensträuße aus Rosen, Disteln und Kleeblättern, die Blumensymbole von England, Schottland und Irland, abwechselnd mit vier Kreuzen auf der Oberseite der Basis. Es wurde von jeder Königin und Königlichen Gemahlin ab Königin Adelaide, der Frau von William IV., getragen. Königin Elisabeth II. trug das Diadem in der Prozession zu ihrer Krönung im Jahr 1953, desgleichen bei der Prozession der jährlichen Eröffnung des Parlaments. Abb. 4: Government of Hongkong, 1. Juli 1959, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 5: Commonwealth of Australia, o. D., 1 Pound, Vorderseite. Die drei folgenden Beispiele zeigen weitere Porträtfotos der Fotografin, die auf Geldscheinen verwendet wurden: Abb. 6: Bank of Jamaica, 1960, 1 Pound, Vorderseite. Abb. 7: Bermuda Government, 1. Mai 1957, 5 Shillings, Vorderseite. Abb. 8: The Government of the Falkland Islands, 10. April 1960, 10 Shillings, Vorderseite. Während einige Darstellungen nur ein oder wenige Male verwendet wurden, wurde das Porträt nach einem Gemälde von Pietro Annigoni über viele Jahre bei einer größeren Zahl von Ausgaben genutzt. Das Government of Seychelles emittierte zwischen 1968 und 1972 seinen ersten vollständigen Banknotensatz (5, 10, 20, 50 und 100 Rupees). Diese Banknoten hatten die Fauna und Flora der Inseln zum Thema. Entworfen wurde die Serie von zwei britischen Banknoten-Gestalterinnen und die renommierte Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue & Company Ltd. in London besorgte den Druck. Der Wert zu 50 Rupees sorgte für Aufregung. Auf der rechten Hälfte der Vorderseite ist die Queen nach einem Gemälde von Pietro Annigoni unmittelbar neben einer malerischen Strandkulisse mit Palmen abgebildet. Jedoch fiel niemanden an der Fertigung Beteiligten auf, dass die Palmwedel so angeordnet waren, dass deutlich das Wort „SEX“ zu lesen ist. Die Inselregierung entschied kurzerhand, die ausgegebenen Noten einzuziehen und durch neue weniger kontroverse Banknoten zu ersetzen. Heute sind diese "SEX-Noten" begehrte Sammelobjekte. Betrug ihr Wert bei Ausgabe ca. 3,50 Euro, so sind sie heute über 500 Euro wert. Abb. 9.1: Government of Seychelles, 1. Januar 1972, 50 Rupees, Vorderseite. Abb. 9.2: Der Ausschnitt zeigt deutlich das Wort „SEX“. Das Gemälde Annigonis wurde von insgesamt neun Emittenten genutzt. Abb. 10: Bank of Mauritius, o. D., 5 Rupees, Vorderseite. Abb. 11: East Caribbean Currency Authority, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Obwohl die folgenden drei Banknoten der Bank of England die Königin in ihren 30ern zeigen, wurde die erste Note 1960 ausgegeben, die zweite 1963 und die letzte sogar erst 1970. Zu diesem Zeitpunkt war Elizabeth bereits 49 Jahre alt. Als Vorlage dienten (in der Reihe ihrer Verwendung) Zeichnungen von Robert Austin, Reynolds Stone und Harry Eccleston. Abb. 12: Bank of England, o. D., 1 Pound, Vorderseite. Abb. 13: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite. Abb. 14: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite. Abb. 15: Cayman Islands Currency Board, 1974, 100 Dollars, Vorderseite. Abb. 16: Reserve Bank of New Zealand, o. D., 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 17: Bank of Canada, 1973, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 18: Reserve Bank of Australia, o. D., 1 Dollar, Vorderseite. 1977 feierte die Queen ihr Silberjubiläum. Zu dieser Zeit war sie 51 Jahre und ihr Konterfeit wurde auf den Banknoten dem Alter angepasst: Abb. 19: Isle of Man Government, o. D., 50 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 51 Jahren. Abb. 20: The State of Jersey, o. D., 20 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 52 Jahren. Abb. 21: Reserve Bank of Australia, o. D., 5 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 58 Jahren. Das am häufigsten verwendete Bild der älteren Königin auf Banknoten ist das Porträt, das Terry O'Neil als offizielles Foto 1992 im Buckingham Palace aufnahm. Abb. 22: Bank of England, o. D., 5 Pounds, Vorderseite. Abb. 23: Central Bank of Belize, 1. Februar 2009, 50 Dollars, Vorderseite. Abb. 24: Government of Gibraltar, 1. Juli 1995, 50 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 66 Jahren. Anlässlich des 50. Thronjubiläums der Königin 2002 gab die Royal Bank of Scotland plc eine 5-Pounds-Gedenknote aus. Sie zeigt auf der Rückseite ein Alters- und ein „Jugend“-Porträt der Königin. Die Auflage der Note betrug 2 Millionen Stück. Abb. 25: Royal Bank of Scotland, o. D., 5 Pounds, Rückseite. Im September 2016 informierte die Bank of England die Öffentlichkeit darüber, dass die Briten künftig mit Banknoten aus Kunststoff zahlen würden. Als erster Wert wurde das Nominal zu 5 Pounds ausgegeben. Er bildet auf der Vorderseite Königin Elisabeth und auf der Rückseite Ex-Premierminister Winston Churchill ab. Auf ihrer Internetseite erläuterte die Notenbank die Vorteile, die sich aus der Verwendung von Polymer-Kunststoff bei der Herstellung der Noten ergeben würden. Sie seien sauberer, sicherer und hätten eine viel längere Lebensdauer als herkömmliche Papierscheine. Schon wenige Wochen später forderten etwa 135.000 Personen im Namen von Veganern, Vegetariern und Religionsgemeinschaften in einer Online-Petition von der Bank, die Ausgabe der Scheine zu stoppen, da Recherchen ergeben hätten, dass bei der Herstellung des Kunststoffs Schweinefett verwendet würde. Einzelne Läden kündigten an, die neuen Scheine nicht zu akzeptieren. Die Bank of England bestritt die Aussage keineswegs, hielt aber trotz der Kritik an ihren neuen Fünf-Pfund-Noten fest. Die Kosten, um sie zu ersetzen, seien zu hoch. Außerdem sei die Versorgung mit Bargeld gefährdet, würden die Scheine nun aus dem Verkehr gezogen. Auch die Einführung einer neuen Zehn-Pounds-Note fand wie geplant statt. Die Bank versprach aber bei der neuen Note zu 20 Pfund über die Lösung des Problems nachzudenken. Abb. 26: Bank of England, o. D., 5 Pounds, Vorderseite. Im Folgenden werden noch einige Beispiel mit Altersporträts der Queen gezeigt. Abb. 27: Reserve Bank of Fiji, o. D., 5 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 73 Jahren. Abb. 28: States of Jersey, o. D., 50 Pounds, Vorderseite. Abb. 29: Bank of Canada, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Abb. 30: States of Jersey, (2012 – anlässlich des 60. Thronjubiläums), 100 Pounds, Vorderseite. Abb. 31: Bank of Canada, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 85 Jahren. Abb. 32: HM Government of Gibraltar, 21. August 2020, Vorderseite. Abschließend ist festzustellen, dass die Kopf- und Brustbild-Darstellungen der Königin bei Emission der Wertzeichen häufig nicht ihrem tatsächlichen Alter entsprachen. Einzelne Abbildungen wurden sogar Jahrzehnte verwendet. Uwe Bronnert Abbildungsverzeichnis Wenn nicht anders angegeben, stammen die Abbildungen aus der Online-Verkaufsliste der Firma Worbes in Berlin Abbildungen 1, 6, 10, 15, 19, 20, 21, 24, 27, 30, 31: https://www.awesomeinventions.com/banknotes-queen-elizabeth-ii-age-progression/ Abbildung 25: Hans-Ludwig Grabowski u. Josef Gerber: Gedenkbanknoten der Welt, Katalog mit aktuellen Bewertungen, Regenstauf 2011
- Aus privaten Sammlungen: 10 Milliarden Mark des Giro-Verbands für Ost- und Westpreußen von 1923
Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Während der Hochinflation 1923 gab neben dem Provinzialverband Ostpreußen auch der Giro-Verband für Ost- und Westpreußen eigene Notgeldscheine aus, die für die gesamte preußische Provinz Ostpreußen Gültigkeit besaßen. Verbandsvorsteher war der damalige Oberbürgermeister der ostpreußischen Hauptstadt Königsberg i. Pr., Hans Lohmeyer (1881–1968), dessen gedruckte Unterschrift sich auch auf den Scheinen findet. Mit Westpreußen im Namen des Giro-Verbands wird allerdings nur der bei Deutschland nach dem Versailler Vertrag verbliebene und Ostpreußen angeschlossene östliche Teil Westpreußens (Regierungsbezirk Westpreußen mit der Hauptstadt Marienwerder) und nicht die gleichnamige frühere preußische Provinz bezeichnet. Interessant ist, dass es sich zu Beginn um Überdruckausgaben handelt. Vorbereitet waren demnach Werte zu 500.000 sowie 1, 5 und 10 Millionen Mark mit Datum vom 22. August 1923, die aber so nie in Umlauf kamen, weil die Inflation sie längst überholt hatte. Die Scheine wurden dann provisorisch mit neuen Wertbezeichnungen zu 5, 10, 50 und 100 Milliarden Mark überdruckt und wahrscheinlich Anfang Oktober 1923 in den Verkehr gegeben. Mit Datum vom 30. Oktober bzw. 11. November 1923 gab der Giro-Verband dann noch neue Scheine zu 100 und 200 Milliarden bzw. 1 und 5 Billionen Mark aus. Alle Scheine des Giro-Verbands für Ost- und Westpreußen sind selten und gesuchte Sammlerstücke. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Königsberg i. Pr. Emittent: Giro-Verband für Ost- und Westpreußen Nominal: 10 Milliarden Mark Datierung: 22. August 1923 (altes Datum) Vorderseite: Provisorischer diagonaler roter Überdruck "10 Milliarden Mark" auf eine 1 Million Mark, Prägestempel mit Adler und Umschrift Rückseite: Emittent, Wertbezeichnung, Gültigkeitsvermerk und Straftext Format: 125 mm x 79 mm Material: Papier Wasserzeichen: Verschlungene Quadrate Nummerierung: C (Lit.) Nr. 49305 Authentizität: Original Zitate: OPR-30b (Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948) 23.32 (Karpinski: Ostpreussisches Papiergeld vom 19. Jahrhundert bis 1923) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












