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  • Macau: Neue Gedenknote zu den 24. Olympischen Winterspielen in Peking

    Die Bank of China in Macau brachte eine neue 20-Patacas-Gedenknote mit Datum vom 26. April 2021 in Umlauf. Diese thematisiert die 24. Olympischen Winterspiele, die vom 4. bis 20. Februar 2022 in Peking stattfinden sollen. Die Gedenkbanknote im Format 143 x 71,4 mm wurde von der Hong Kong Note Printing Ltd. gedruckt und zeigt auf der Vorderseite den Hauptsitz der Bank vor dem Hintergrund einer Schneeflocke; mittig ist das Logo der Olympischen Winterspiele in Peking zu sehen. Auf der Rückseite sind zwei Eisschnellläufer über der für die Olympischen Spiele errichteten Eisschnelllaufhalle in Peking abgebildet sowie im Hintergrund die Ruinen der Pauluskirche in der Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Kehler Notgeldschein über 300 Mark

    Die Stückelung deutscher Banknoten war seit Reichsbankzeiten eigentlich immer gleich: 5, 10, 20, 50, 100 und 1000 Mark, wobei die kleineren Scheine ursprünglich Reichskassenscheine waren. „Krumme“ Zahlen erlaubt man sich hingegen eher auf Juxnoten oder in Karikaturen über Geldfälscher. In Zeiten des Notgelds nach dem Ersten Weltkrieg tauchte jedoch auch eine Dreihunderter-Note im von Frankreich besetzen Brückenkopf Kehl am Rhein auf. Dr. Gustav Weis: Porträt als Direktor a. D. der ÖVA. Der Kehler Bürgermeister Dr. Gustav Weis (1882–1969) nahm 1914 kurz vor dem Tag des Attentats von Sarajevo und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs seine Amtsgeschäfte auf und musste nach dem Waffenstillstand am 29. Januar 1919[1] den Einmarsch der Franzosen erleben. Der Divisionsgeneral Auguste Eduard Hirschauer (1857–1943), ein gebürtiger Lothringer, verlas ihm und dem versammelten Gemeinderat auf dem Kehler Marktplatz vor der Friedenskirche die Proklamation der Besetzung persönlich hoch zu Ross[2]. Die Franzosen hatten einen Lieblingsplan des Kardinals Armand Jean du Plessis, Duc de Richelieu (1585–1647) verwirklicht[3], nämlich einen Brückenkopf nach Deutschland zu schaffen; fünf Monate später ließen sie sich diesen in Versailles vertraglich absichern. Als ehemaliger Finanzrat verfügte Weis über die notwendigen Fachkenntnisse, das besetzte Kehl bis zu seinem Wechsel 1925 in die Direktion der neugegründeten Öffentlichen Versicherungsanstalt der Badischen Sparkassen Mannheim durch die schwierigen Nachkriegsjahre zu bringen. Dazu zählten für ihn auch körperliche Fähigkeiten, da er die öffentlichen Gelder für Kehl persönlich im unbesetzten Baden abholen und im Rucksack durch die französische Postenkette schmuggeln musste, um dadurch die Stadtkasse aufzufüllen und die bis zu 80% arbeitslose Kehler Bevölkerung zu unterstützen. Dazu kamen die vielen Flüchtlinge, die sich auf der Durchreise von Frankreich aus befanden. Die sogenannten „Altdeutschen“ mussten nach einer vierstufigen Klassifikation durch Commissions du Triage 1919 die wieder an Frankreich gefallenen Gebiete Elsass und Lothringen mit maximal 30 kg Gepäck sowie höchstens 2000 Mark verlassen. Von den über 100.000 Betroffenen kam eine große Anzahl auch über die Kehler Rheinbrücke. Bis zu 2000 Personen trafen täglich ein und mussten die besetzte Stadt nach drei bis vier Tagen wieder verlassen. Die hohen Reparationslasten und die bestehenden eigenen Kriegskosten der Deutschen aus der Finanzierung des verlorenen Krieges über Kriegsanleihen führte deutschlandweit zu einer Haushaltsführung über die Druckerpresse und zum Beginn einer allgemeinen Inflation. Ernest Hemingway (1899–1961) berichtete am 19. September 1922 aus Straßburg an den kanadischen Toronto Daily Star, für den er in Europa unterwegs war, in einer seiner 49 Depeschen über die Inflation in Deutschland: „Es war kein deutsches Geld in Straßburg zu bekommen. Der anwachsende Bedarf hatte Tage zuvor die Kassen der Bank erschöpft und wir wechselten ein paar Francs im Bahnhof in Kehl. Für 10 Francs bekamen wir 670 Mark. 10 Francs sind ungefähr 90 Cents in kanadischem Geld. Diese 90 Cents reichten für meine Frau und mich den ganzen Tag und wir leisteten uns eine ganze Menge. Am Ende hatten wir noch 120 Mark übrig.“[4] In Kehl stellte die Gemeindeverwaltung inzwischen eigenes Geld her – auf nicht besonderem Papier gedruckte Geldscheine ohne Wasserzeichen über 300 und 500 Mark mit simpel angefertigten, typischen regionalen Motiven, aber noch mit bedruckter Vorder- und Rückseite und der Unterschrift des Bürgermeisters. Abb. 1 Abb. 2 Bald schon waren auch diese Scheine nur noch Makulatur, als Anfang 1923 französisches und belgisches Militär zusätzlich das Ruhrgebiet besetzte aufgrund u.a. nicht getätigter Holzlieferungen[5] durch das Deutsche Reich. Der sogenannte Ruhrkampf begann. Kumpel und Arbeiter im Revier bekamen ihre Löhne weiterhin vom Staat, aber sie förderten kaum noch Kohle oder produzierten noch Stahl. Es entstand eine Hyperinflation, die erst mit Beendigung des Ruhrkampfes und der Einführung der Rentenmark im November 1923 endete. Danach waren die Scheine nur noch z. B. als Brennstoff oder billige Tapete zu gebrauchen. Für Kehl endeten die französische Besetzung und die Einquartierungen im Jahr 1930 und begannen 1945 wieder, bis 1953 sämtliche Zonen geräumt waren. Beim Wiederaufbau Kehls flossen Gelder auch aus dem Notopferfond Berlin, gespeist durch die kleinen blauen 2-Pfennig-Marken auf jeder Postsendung in der jungen Bonner Republik. Abb. 3 Die Erfahrungen mit den Franzosen 1919–1924 kamen Dr. Gustav Weis bis über das Ende seiner Berufstätigkeit in der Versicherungswirtschaft 1951 hinaus immer wieder zugute: Im Zweiten Weltkrieg war er von 1940 bis 1944 im von den Deutschen besetzten Frankreich Vermögensverwalter von 70 französischen Versicherungsunternehmen. 1952 wurde er als deutsches Mitglied der Commission mixte berufen, die in Paris das Abrechnungsverfahren von Geschäftsvorfällen aus der deutschen Besatzungszeit festlegen sollte, und 1953 bis 1955 war er Mitglied eines deutsch-französischen Schlichtungsgerichts in Paris zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen deutschen und französischen Versicherungsunternehmen. Christian Merker Anmerkungen [1] SWR 2, Stefan Fuchs, Zeitwort 428, Dienstag, 29. Januar 2019, 6.20 Uhr. [2] „[ …] der Gemeinde Kehl erkläre ich folgendes: Sie haben die strengste Ordnung aufrecht zu halten. Es werden keinerlei Straßendemonstrationen sowie keine politische Versammlung irgendwelcher Art von mir geduldet. Bei geringster Ruhestörung werden die öffentlichen Lokale, Wirtshäuser, Kinos usw. gesperrt. Jeder Unruhestifter wird verhaftet, eingesperrt und nach den Kriegsgesetzen behandelt […].“ Text nach der plakatierten Bekanntmachung Hirschauers vom 30.1.1919 im Stadtarchiv Kehl. [3] Memoires du Cardinal Richelieu sur le regne de Louis XIII., 1610–1638, veröffentlicht 1837: „[…] pour acquérir une entrée dans l´ Allemagne“ (1629). [4] Ernest Hemingway, 49 Depeschen. Hamburg 1962, S. 29f. [5] Außer im Krieg um Troja soll Holz weder vorher noch nachher eine solch entscheidende Rolle gespielt haben. Abbildungen Abb. 1: Vorderseite, Format 160 x 93 mm. Links eine Dampflokomotive auf der zweigleisigen Bahnstrecke Appenweier–Kehl–Straßburg. Kehl war wieder Grenzbahnhof geworden. Rechts der Kran im Kehler Hafen mit dem Kamin und dem Säureturm der Firma Trick. Ein lethargischer Mann in Werktagskleidung, schmalkrempigem Hut, mit der Hand in der Hosentasche und eine sorgenvolle Frau in traditioneller Hanauer Tracht mit großem Kappenschlupf und einem leeren Einkaufskorb stützen sich auf ein Gestell, in dem sich der Textteil mit einer aufgestempelten vierstelligen Zahl und der Unterschrift von Bürgermeister Weis befindet. Abb. 2: Rückseite, oben das Kehler Wappen mit Rad und Anker, rechts die Kirche St. Nepomuk, die am 28. Juni 1914 – dem Tag der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Erzherzogs Franz Ferdinand (1863–1914) in Sarajevo, der den Ersten Weltkrieg auslösen sollte – feierlich auf der neu bebauten Kommissionsinsel durch Weis eröffnet worden war. Links Spitzpappeln, die früher an der Rheinpromenade standen. Links unten im Eck eine apathische Frau und gegenüber sitzend ein ebensolcher Mann, beide kaum bekleidet. Abb. 3: Format 21,48 x 12,75 mm. Steuermarke Notopfer Berlin über 2 Pfennige (1948–1956), Zusatzmarke zur Inlandspost. Die Einnahmen wurden für Berlin und Kehl verwendet gemäß Landesgesetz zur Erhebung einer Abgabe „Notopfer Berlin und Kehl“ vom 21. Juni 1949 § 2 Satz 3, Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 28/1949 (Dokumente deutscher Kriegsschäden Band IV/3, Helgoland – Westliche Grenzprobleme – Kehl. Bonn 1971, S. 679 ff).

  • Nachbesprechung zu den SINCONA Auktionen 71-74 vom 21.-23. November 2021

    SINCONA, das Auktionshaus in Zürich, schaut auf eine außergewöhnliche und spannende Serie von Versteigerungen in den letzten zehn Jahren zurück, und das im Mai erschienene Jubiläumsbuch zeigt, wie stolz das Team auf seine Leistungen ist. In der Tat hat sich im Lauf dieses Jahrzehnts viel getan – waren zu Anfang noch Saal-Auktionen in Hotels mit persönlich anwesenden Bieterinnen und Bietern Normalität, so hat heute das Internet mit dem Live Bidding einen kaum mehr wegzudenkenden Platz bei Versteigerungen eingenommen. Innovation, Fachwissen, neue technische Angebote, Zertifizierung durch spezialisierte Grading-Firmen und besondere Versteigerungsformen, wie die SINCONA Edelmetallauktionen, haben Hochkonjunktur; die Fachleute in Zürich sind immer aktuell am Puls des internationalen, numismatischen Geschehens. Vier Kataloge, verschiedene Themenkapitel und eine Erfolgsgeschichte nach der anderen – so könnte man die Herbstauktionen von SINCONA auch beschreiben. Bei einer Gesamtschätzung der 3800 Lots von beinahe 6,1 Millionen Franken und einem Schlussergebnis von 16,55 Millionen Franken zeigt sich das eindrücklich. Mehr als 90% aller Nummern waren nach diesen drei Tagen verkauft. Hier ein Überblick, der keinen Liebhaber der Numismatik gleichgültig lässt: Auktion 73 vom 22. und 23. November 2021 – Münzen und Medaillen aus aller Welt, SINCONA-Edelmetall/Bullion Auktion, Banknoten, sowie Münzen und Medaillen der Schweiz Nach der bekannten Edelmetall-Auktion folgte das Kapitel Banknoten mit größeren Teilen aus Albanien, China (2. Teil ab 1948), Italien, Polen, und besonders erwähnenswert sind die Abschnitte Österreich und Schweiz. Genießen Sie drei Beispiele. Los 3124: China, Volksrepublik. 50.000 Yuan 1950. Pick 855. Von größter Seltenheit. Schätzpreis 1.500 CHF. Erzielter Preis 8.000 CHF. Los 3284: Österreich Kaiserreich. 500 Gulden 1800. Sehr selten und vorzüglich. Schätzpreis 3.500 CHF. Erzielter Preis 24.000 CHF. Los 3417: Schweiz. Nationalbank. Reserveserie. 1000 Franken 1950, Entwurf von Hans Erni. Specimen. Von größter Seltenheit. Schätzpreis 10.000 CHF. Erzielter Preis 21.000 CHF. SINCONA AG www.sincona.com

  • Neue Varianten: November 2021 (Teil 1)

    Bangladesch 500 Taka Wie BGD-58g (Linzmayer B353l), aber mit Jahr 2021. 1000 Taka Wie BGD-59g (Linzmayer B354k), aber mit und Jahr 2021 und neuem Sicherheitsfaden. Dominikanische Republik 500 Pesos Wie DOM-195 (Linzmayer B726a), aber mit Wertzahl 500 auf OVI-Banklogo (Grün-Gold). Gambia 200 Dalasis Wie Linzmayer B240a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. Indonesien 1000 Rupiah Wie IDN-154 (Linzmayer B609e), aber mit Jahr 2021. 100.000 Rupiah Wie IDN-160 (Linzmayer B615f), aber mit Jahr 2021. Malawi 1000 Kwacha Wie MWI-67 (Linzmayer B162c), aber mit Unterschrift "Dalitso Kabambe", Datum "1st JANUARY 2020" und Fisch im SPARK Live auf der Vorderseite links unten. Philippinen 50 Piso Wie Linzmayer B1085f (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2021. Ungarn 10.000 Forint Wie HUN-206 (Linzmayer B591d), aber mit Unterschriften "Mihály Patai/György Matolcsy/Csaba Kandrács/Virág Barnabás" und Jahr 2021. Westafrikanische Staaten – Mali 5000 Francs Wie WAS-417D (Linzmayer B123Dt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr 2021. 10.000 Francs Wie WAS-418D (Linzmayer B124Dt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr 2021. Westafrikanische Staaten – Niger 500 Francs Wie WAS-619H (Linzmayer B120Hi), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr 2021. 1000 Francs Wie WAS-615H (Linzmayer B121Ht), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr 2021. 5000 Francs Wie WAS-617H (Linzmayer B123Ht), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr 2021. 10.000 Francs Wie WAS-618H (Linzmayer B124Ht), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr 2021. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Sicherheitselemente – Sicherheit durch ein Fenster? Mit Gewinnspiel!

    Sind Banknoten nur durch ein Fenstermerkmal sicher? Das kürzlich veröffentlichte Fogra White Paper kommt zu einem interessanten Schluss. In Ausschreibungen für Sicherheitsdokumente wird immer häufiger das Vorhandensein eines durchsichtigen Fensters verlangt. Ein Fenstermerkmal ist ein definierter transparenter Bereich in einem Sicherheitsdokument oder einer Banknote. Wichtig für die Charakterisierung ist die Randschärfe des Fensters sowie der Gradient der Opazität im Randbereich. Es wird davon ausgegangen, dass ein durchsichtiges Fenster zu einem hohen Maß an Einzigartigkeit und Fälschungssicherheit beiträgt. Im kürzlich erschienenen Fogra White Paper Nr. 2 wird untersucht, ob diese Annahme richtig ist. Es kann zusammengefasst werden, dass ein durchsichtiges Fenster kein wesentliches Sicherheitsmerkmal von Banknoten und ID-Dokumenten darstellt. Vielmehr muss es durch weitere mehrschichtige Sicherheitsmerkmale ergänzt werden. Diese Erkenntnis ergibt sich aus zwei Perspektiven: Zum einen werden Messtechniken zur Charakterisierung der Transparenz-Eigenschaften von durchsichtigen Fenstern und/oder der Opazität von überdruckten Folien untersucht. Zum anderen werden Systemverfügbarkeiten zur Erzeugung von Überdrucken auf durchsichtigen Fenstern und ihre potenziellen Druckqualitäten für Fälschungen beschrieben. Sowohl Originalprodukte (z. B. Banknoten und Ausweisdokumente) mit durchsichtigen Fenstern als auch verschiedene Testdrucke auf Klarsichtfolien werden für die experimentellen Untersuchungen herangezogen. Angewandte Messmethoden werden dargestellt und hinsichtlich ihrer visuellen Eigenschaften charakterisiert. Darüber hinaus werden – nach umfassender Recherche im Internet und mithilfe von Herstellerkontakten – verfügbare Drucksysteme aufgelistet. White Paper der Fogra liefern grundlegendes Wissen und Forschungsergebnisse für die Prüfung und Gestaltung von Sicherheitsdokumenten. Das neue White Paper Nr. 2 auf englischer Sprache ist kostenlos als PDF verfügbar: Hier herunterladen Gewinnspiel von Geldscheine-Online: Beurteilen Sie selbst: Welche der vier Teile des Bildes gehören zu einer Originalbanknote? Tipp: Zwei Details gehören zu einer Banknote und zwei nicht! Schicken Sie uns Ihre Lösung per E-Mail an: info@geldscheine-online.com Unter allen Einsendern der richtigen Lösung verlosen wir drei aktuelle Kataloge: Die deutschen Banknoten ab 1871 im Wert von je 39,90 Euro. Einsendeschluss ist Freitag, der 10.12.2021. Viel Glück! Über das Fogra-Prüflabor für Sicherheitsanwendungen Das Fogra-Prüflabor für Sicherheitsanwendungen wurde 1992 gegründet. Seitdem wurden über 20.000 Prüfungen durchgeführt. Das Labor betreut 220 Kunden aus 50 Ländern und bietet mehr als 100 akkreditierte Prüfungen für Pässe und Smart Cards an. Seit gut 25 Jahren ist das Prüflabor für Sicherheitsanwendungen nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Damit wird die Qualität der Prüfergebnisse sowie die technische Glaubwürdigkeit und Kompetenz sichergestellt. Im Bereich der Sicherheitsanwendungen werden Mitglieder und Kunden mit individuellen Prüfleistungen unterstützt. Das Prüflabor für Sicherheitsanwendungen ist weltweit das einzige akkreditierte Labor mit allen drei flexiblen Akkreditierungsstufen für sämtliche Prüfungen von Pässen und Karten. Über das Forschungsinstitut für Medientechnologien (Fogra) Die Fogra betreibt anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten der Druck- und Medientechnologien und konnte schon oft Standards für Prozesse und Qualitätsprüfungen schaffen. Die internationalen Mitglieder der Fogra sind Unternehmen aus dem gesamten Branchenspektrum, von der Produktion von Print- und elektronischen Medien bis zum Anlagenbau. Die Fogra versteht sich als moderner Dienstleister, der aussagekräftige Prüfungen und Zertifizierungen durchführt, Unternehmen zu Qualitätsfragen berät und in fachlichen Streitfällen schlichtet. Ihr Kapital ist ein großes Fachwissen in Verbindung mit hoher technologischer Kompetenz und genauen Kenntnissen über aktuelle Entwicklungen. In allem, was die Fogra tut, orientiert sie sich an ihren Werten: wissenschaftlich, unabhängig und vertrauenswürdig. Monika Lohmaier Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V. Einsteinring 1a 85609 Aschheim bei München Tel. +49 89 431 82-251 www.fogra.org

  • Liberia: Neue Banknotenfamilie ab Dezember 2021

    Die Zentralbank von Liberia gab am 12. November 2021 bekannt, im Dezember dieses Jahres neue 100-Dollars-Noten im Wert von insgesamt 4 Mrd. Dollars in Umlauf zu geben; eine weitere Tranche der Noten im selben Ausmaß soll im ersten Quartal von 2022 in Umlauf kommen. Diese Hunderter sind das erste Nominal einer neuen Banknotenfamilie, deren weitere Stückelungen von 20, 50, 500 und 1000 Dollars – gemeinsam mit Münzen zu 5 und 10 Dollars – in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 eingeführt werden sollen. Die im Umlauf befindlichen Noten sollen mit den neuen Scheinen zunächst parallel kursieren; für den Zeitraum von 2022 bis 2024 ist deren vollständiger Austausch geplant. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Rund um den Rennsteig – ein neuer Katalog zum Notgeld aus dem Thüringer Wald

    Martin Sommer: Rund um den Rennsteig Teil 1: Eisenach bis Bermbach Notgeld aus Papier und Metall, Marken und Zeichen aus dem Thüringer Wald 316 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Harteinband, Kremmen, 2021. Preis: 28,00 Euro + 5,00 Euro Versand. ISBN: ohne Der Gedanke an eine Art numismatischen Reiseführer, einen Leitfaden für Notgeld- und Heimatsammler oder einen Regionalkatalog, hatte den Autor schon seit einigen Jahren nicht mehr losgelassen. Inspiriert und motiviert durch andere in den letzten Jahren erschienene Regionalkataloge, entschloss er sich im Sommer 2018 seine im Laufe der Jahre zusammengetragenen Stücke aufzubereiten. Mit einem weiteren Sammler holte er sich einen echten Thüringer ins Boot, aus dessen Sammlung viele der abgebildeten Stücke stammen. Wichtig war es dem Autor, möglichst viel Hintergrundinformationen einzubinden und damit regionalgeschichtlich interessierten Lesern zugänglich zu machen. Entstanden ist ein beeindruckendes und komplett farbig illustriertes Werk, dem man die Liebe zum Detail anmerkt. Zwar sind alle Notgeldscheine und Notmünzen katalogisiert und ausführlich beschrieben, doch aus der Vielzahl der Firmengelder der Region, in der traditionell eine umfangreiche metallverarbeitende Industrie mit Werkzeug- und Waffenfabriken heimisch war, kann nur das gezeigt werden, das vorhanden war. Nach einer Einleitung mit Wissenswertem zur Region, zum Notgeld sowie zu Münzen, Marken und Zeichen folgt der Katalogteil, der sich wie folgt gliedert: Papiernotgeld Metall- und Porzellannotgeld Lagergeld Briefmarken- und Kapselgeld Belege aus Papier bis 1945 Wert- und Kontrollmarken bis 1945 Belege aus Papier 1945 bis 1990 Wert- und Kontrollmarken 1945 bis 1990 Der Katalog umfasst damit Belege beginnend bei Notgeldausgaben und dem Kriegsgefangenenlagergeld (Ohrdruf) des Ersten Weltkriegs und endet bei Hotelgeld und Marken und Zeichen aus der Zeit der DDR. Wie der Autor selbst feststellt, bildet seine Arbeit ein Fundament, auf dem in der Zukunft weiter geforscht werden kann, was weitere Bände möglich macht. Die aufgeführten Stücke wurden bewusst nicht bewertet, es wurde aber eine grobe Einschätzung über die Verfügbarkeit am Markt vorgenommen. Der Katalog soll Sammlern von Notgeldscheinen, Notmünzen, Wertmarken und sonstigen Belegen mit Geld- oder Sachbezug aus dem Thüringer Wald und dem angrenzenden Thüringer Schiefergebirge hauptsächlich zur Orientierung und als Anregung dienen. Zusätzlich zur Abbildung der numismatischen Objekte finden sich zahlreiche Abbildungen von Serienschein-Verpackungen, von historischen Postkarten der Orte in der Region sowie von Firmenwerbung und zeitgenössischer Firmenpost als Belege zur hiesigen Wirtschaftsgeschichte. Das sehr reichhaltig bebilderte und liebevoll gestaltete Buch wird jedem Numismatiker und Heimatsammler, der mit der Region am Rennsteig – Deutschlands ältestem Höhenwanderweg – im Thüringer Wald verbunden ist oder sich für sie interessiert, empfohlen. Laut Auskunft des Autors werden vermutlich insgesamt drei Bände entstehen, wobei die Teile 2 und 3 seiner Schätzung nach mit jeweils ca. 200 Seiten etwas dünner ausfallen werden. Der zweite Teil ist bereits in Arbeit, da geht es dann mit Abschweifungen in alle Himmelsrichtungen von Benshausen über Zella-Mehlis, Oberhof und Suhl nach Ilmenau oder eventuell noch Stützerbach. Allein das Papiernotgeld aus Zella-Mehlis umfasst knapp 90 Seiten. Bestellungen bitte direkt an den Autor, E-Mail: rennsteig-numismatik@web.de Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 54

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 8: Die „Andreas“-Angelegenheit und das „Unternehmen Bernhard“ Amt VI des Reichssicherheitshauptamtes war der deutsche Auslandsgeheimdienst. Von hier aus wurden die Fälscheraktionen der Nazis koordiniert. Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) Reinhard Heydrich wusste, dass seine unheimliche Machtfülle nicht überall und nicht von jedem bedingungslos akzeptiert wurde, dass er Neider hatte, die ihm seine Position und seinen schnellen Aufstieg schon in relativ jungen Jahren innerhalb des NS-Machtapparates missgönnten. Außerdem kamen sich SD und Gestapo immer häufiger ins Gehege, da sie auf den gleichen oder ähnlichen Gebieten arbeiteten. Kompetenzstreitigkeiten waren an der Tagesordnung, beide Organisationen versuchten, ihren Einflussbereich und ihre Machtposition auszudehnen und behinderten und störten sich gegenseitig. Heydrich erkannte das Gefahrenpotential, das sich hierin verbarg und versuchte, eine exakte Aufgabenteilung zwischen dem SD und der Gestapo vorzunehmen. Mittels des sogenannten Funktionstrennungs-Erlasses vom 1. Juli 1937 sollten die Aufgabengebiete der beiden Konkurrenten deutlicher voneinander abgegrenzt und festgeschrieben sowie die gegenseitige Ergänzung, nicht aber Doppelarbeit, Konkurrenzneid, Über- oder Unterordnung manifestiert werden. Danach hatte die Gestapo die Sachgebiete Marxismus, Landesverrat und Emigranten zu bearbeiten, der Sicherheitsdienst war zuständig für Wissenschaft, Volkstum und Volkskunde, Kunst, Erziehung, Verfassung, Verwaltung, Partei und Staat, Freimaurerei, Vereinswesen und Ausland. Gemeinsam zu erforschen waren: Kirchen, Sekten, religiöse Gemeinschaften, Pazifismus, Judentum, Wirtschaft, Presse, staatsfeindliche Gruppierungen, wobei der SD alle allgemeinen und grundsätzlichen Fragen, die Gestapo alle Fälle, in denen staatspolizeiliche Vollzugsmaßnahmen zu ergreifen waren, zu bearbeiten hatte. So blieben auch weiterhin genügend Punkte übrig, die zu Reibereien und Eifersüchteleien zwischen den beiden Dienststellen führten. Die führenden Männer des SD ließen sich durch die minutiöse Aufzählung ihrer Aufgabengebiete nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie immer noch in Gefahr waren, durch die Gestapo in relativ unbedeutende Positionen abgedrängt zu werden; sie beanspruchten nach wie vor die Führungsrolle des SD. Der SD verlegte sich daher zusätzlich auf ein Gebiet, das ihm zum einen gestattete, die Regimegegner bis ins Ausland zu verfolgen, zum anderen noch unerforscht war und voller Möglichkeiten schien, Image und Profil aufzupolieren und seinen Führungsanspruch zu festigen: die Auslandsspionage. Dies war zudem so recht nach dem Geschmack der SD-Leute, denn schon von Anfang an hatte sie die Agententätigkeit besonders fasziniert, erfüllte sie doch das „Spion spielen“ mit einer fast infantilen Freude. Allen voran Reinhard Heydrich, der ein begeisterter Kriminalroman-Leser war. Aus dieser Lektüre bezog er die Kenntnis, dass sich der Chef des englischen Secret Service, des MI6 (Military Intelligence Section 6, der 1911 gegründete britische Auslandsgeheimdienst) angeblich stets mit „C“ (= Chief) titulieren ließ. Freudig übernahm er diese Paraphe, so dass fortan das Kürzel „C“ auch durch die Amtsstuben des SD geisterte: „C“ hat befohlen..., „C“ wünscht...“, „C“ ist der Meinung, usw. Selbst auf Geheimdokumenten und Schriftverkehr erschien nun zum Beispiel „Sofort C vorlegen“ und ähnliche Vermerke. Bald war „C“ ein auch offiziell zu verwendendes Pseudonym für den Leiter des Sicherheitsdienstes und der Sicherheitspolizei. Im Spionage-Geschäft aber gab es ebenfalls Konfliktpotential. Die Wehrmacht versuchte mittels ihres OKW-Amtes „Ausland/Abwehr“ in die ihm offiziell verbotene politische Berichterstattung einzudringen und dem SD und der Gestapo Regimegegner vor der Nase wegzuschnappen. Gleichzeitig setzte man im Oberkommando der Wehrmacht alles daran, den Polizei- und Geheimdienstapparat der SS von der Armee fernzuhalten. Die Missgunst gegen seine Person, die ständigen Rangeleien und Reibereien mit der militärischen Abwehr des Admirals Wilhelm Canaris, insbesondere aber auch das große Misstrauen vieler Parteifunktionäre gegen den SD, der, wie schon berichtet, trotz offiziellen Verbots auch diese ausspionierte und beurteilende Dossiers über sie verfasste, ließen Heydrich zu der Überzeugung kommen, dass sein Machtapparat nicht unverwundbar war und einer grundlegenden Konsolidierung und noch stärkeren Zentralisierung bedurfte. Hinzu war ein unter anderem durch die Fritsch-Affäre 1938 ausgelöster gewisser „Prestigeverlust“ der Gestapo gekommen: Durch eine Verwechslung war der General Fritsch in den Verdacht geraten, homosexuelle Neigungen zu haben, die exakte Schilderung der Einzelheiten des Skandals würde an dieser Stelle aber zu weit führen. In Reinhard Heydrich reifte der Plan, die beiden tragenden Säulen seines Überwachungs- und Terrorapparates zu einer zentralen, einheitlichen Kommandostelle zu verschmelzen, um seine Position und die Stellung der politischen Polizei im Reich weiter zu festigen. SD und Sicherheitspolizei sollten zu einem einheitlichen Reichssicherheitsdienst vereinigt werden. Bei seinem Chef Heinrich Himmler rannte er dabei offene Türen ein, denn dieser hatte mit einem Erlass vom Juni 1938 bereits ebenfalls ein großes Projekt konzipiert: Die endgültige Verschmelzung von SS und Polizei zu einem einheitlich ausgerichteten Staatsschutzkorps des Deutschen Reiches. Nach diesem Konzept hatten die Beamten der Ordnungspolizei in die allgemeine SS einzutreten, diejenige der Sicherheitspolizei in den SD. Damit wäre die endgültige, untrennbare Vereinigung von Parteidienststellen mit Staatsbehörden vollzogen worden! Schon im Herbst 1936 hatte Himmler die Führer der SD-Oberabschnitte zu Inspekteuren der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes ernannt. Sie sollten das Zusammenwachsen von Gestapo, Kripo und SD forcieren. Ende 1937 waren dann die Führer der SS-Oberabschnitte zu sogenannten „Höheren SS- und Polizeiführern (HSSPF)“ ernannt worden, die in ihrem Wehrkreis die SS-, Ordnungspolizei- und Sicherheitspolizeieinheiten leiteten. Nun aber kamen den „alten Kämpfern“ des SD Bedenken, sie könnten ihre Eigenständigkeit und ihre Position vollends einbüßen. Denn in die SS wechselten vorwiegend Beamte aus der Gestapo über, ein vollkommen anderer Typus als er im SD heimisch war. Nicht nur, dass diese Leute eine Konkurrenz hinsichtlich der dienstlichen Tätigkeiten bedeuteten. Es waren traditionelle Polizeibeamte mit Pensionsanspruch, die da den SD-Angehörigen begegneten und Neid auslösten ob der Tatsache, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes einer Parteiformation mit mehr oder weniger willkürlich gestalteten Laufbahnregeln und keinesfalls gesicherter Altersversorgung angehörten. Auch wurden die Dienstgrade der in den SD übernommenen „Frischlinge“ sofort bei Eintritt angeglichen. So wurde aus einem Kriminalobersekretär etwa ein Hauptscharführer, aus einem Kriminalhauptkommissar ein Hauptsturmführer oder aus einem Kriminalrat ein Sturmbannführer, während sich viele der SD-Angehörigen „von ganz unten“ hatten hochdienen müssen. Diese Ungerechtigkeiten waren durchaus auch Heydrich ein Dorn im Auge. So verwundert es nicht, dass er durch die Fusion der Sipo und des SD letzteren verstaatlichen, damit seine Mitarbeiter denen anderer staatlicher Stellen gleichstellen und die Abhängigkeit von der Partei und die daraus resultierende ständige Geldknappheit beenden wollte. Heydrich beauftragte daher seinen engen Mitarbeiter Walter Schellenberg (wir werden diesen als Gruppenführer und Chef des Amtes VI ab 1942 noch näher kennenlernen) mit einer Ausarbeitung, die die Zusammenlegung von SD und Sipo zum Thema hatte. Darin war neben Himmlers Vorstellung eines Staatsschutzkorps aus Ordnungspolizei und SS der neue Reichssicherheitsdienst aus SD und Sicherheitspolizei konzipiert. Schellenberg legte dar, wie das SD-Hauptamt (also die Partei-Einrichtung) mit dem Hauptamt Sipo (der Staatsdienststelle) zu einem neuen Machtzentrum der politischen Polizei, dem Reichssicherheitshauptamt, vereinigt werden konnte. Allerdings plante Schellenberg, dass der Sicherheitsdienst nicht gänzlich in der Sipo aufgehen, sondern seinen „arteigenen Charakter“, wie er es formulierte, behalten sollte. Damit gedachte er, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Einerseits wollte man – auch im Hinblick auf den Etat und die Finanzierung – alle Vorteile einer staatlichen Stelle erreichen, sich aber andererseits im Handeln eine möglichst große Unabhängigkeit von überkommenen Beamten-Konventionen und verwaltungsjuristischen, formalen Denkweisen bewahren. Doch die konsequente Umsetzung des Heydrich/Schellenberg-Planes scheiterte letztendlich an der Ängstlichkeit Heinrich Himmlers, mit der dieser der Parteiführung gegenübertrat und den Plan eines einheitlichen Reichssicherheitsdienstes vertrat oder besser: nicht bzw. nicht konsequent genug vertrat. Hier kam die Tatsache wieder zum Tragen, dass die NSDAP-Führung niemals zugestimmt hätte, eine Parteieinrichtung mit einer staatlichen Dienststelle zu einer gemeinsamen Behörde zu vereinigen. Eine diesbezügliche vorsichtige Anfrage Himmlers bei Rudolf Heß hatte dem SS-Führer einen gewaltigen Nasenstüber eingebracht, hatte doch Heß unmissverständlich erklärt, dass er es nie zulassen würde, dass eine Staatsstelle Einblick in elementare Partei-Angelegenheiten erhalten würde. Auch Martin Bormann, Leiter der Parteikanzlei, Hitlers Sekretär und getreuester Paladin sowie Intimfeind Himmlers, hätte solche Ansinnen mit aller Macht verhindert. Aus heutiger Sicht mag dies verwundern, war doch ansonsten Nazi-Deutschland geprägt durch Gleichschaltung und Zentralisierung von Macht und Einfluss. So entstand durch entsprechenden Erlass des „Reichsführers SS“ am 27. September 1939 aus den Abteilungen des SD-Hauptamtes und des Hauptamtes Sipo eine Reichssicherheitshauptamt (RSHA) genannte Zentralstelle, die neben die anderen SS-Hauptämter trat, aber in der Öffentlichkeit so gut wie nie unter diesem Namen in Erscheinung trat. Chef des RSHA und natürlich weiterhin unmittelbar Heinrich Himmler unterstellt: Obergruppenführer Reinhard Heydrich. Nur im internen Schriftverkehr wurden der Begriff und der Briefkopf „Reichssicherheitshauptamt“ verwendet, im Schriftverkehr mit anderen Behörden und Personen durfte ein solcher Absender dagegen nicht benutzt werden, wie eine auf Befehl Himmlers gegebene Anweisung Heydrichs vorschrieb. Nach außen hin waren also ein RSHA und sein Leiter nicht existent, es gab weiterhin nur den Briefkopf „Der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes“. Die Ämter, aus denen es gebildet worden war, wurden nicht aufgelöst, sie führten ihr Eigenleben als Partei- oder Staatsdienststelle, je nachdem, zunächst weiter, wenngleich sie zum Teil zusätzliche Bezeichnungen zu ihren seitherigen erhielten. Im Erlass Himmlers „die Errichtung des Reichssicherheitshauptamtes betreffend“ heißt es unter der Textziffer 1 unter anderem, dass „durch die Zusammenfassung die Stellung dieser (seitherigen, d.Verf.) Ämter in der Partei und in der staatlichen Verwaltung nicht geändert (wird)“. Im Verkehr mit anderen Dienststellen firmierte zum Beispiel das neue RSHA-Amt IV immer noch als „Geheimes Staatspolizeiamt“, hieß aber nach neuer Bezeichnung „Gegnerbekämpfung“. Wenngleich Heydrich das ursprüngliche Ziel, eine bedingungslose und vollkommene Vereinigung von SD und Sipo zu einem einzigen, homogenen und von Parteiweisungen vollkommen unabhängigen Reichssicherheitsdienst in der gewünschten Form nicht verwirklicht sah, so war doch mit der organisatorischen Zusammenlegung der beiden Dienste im RSHA die Zusammenballung aller polizeilichen Macht im Staate manifestiert worden. Eine Zentrale, von der aus die geheimen und offiziellen Polizei- und Sicherheitsorgane des Reiches gelenkt wurden und die mit schier unbegrenzten Vollmachten ausgestattet war, war geschaffen worden. Der SD aber blieb weiterhin auf Gedeih und Verderb abhängig von der Partei. Es gab auch kein zentrales Gebäude des RSHA, seine Ämter und Dienststellen waren über das ganze Stadtgebiet verteilt, wenngleich sich Zentrale und Sitz des Chefs in der Prinz-Albrecht-Straße Nr. 8 in Berlin SW 11 befanden und sich auch einige weitere wesentliche Stellen des RSHA auf das Prinz-Albrecht-Gelände konzentrierten. Insgesamt belegte das RSHA mehr als 30 Gebäude zwischen Weißensee und Wannsee. Das RSHA, dieses „Verwaltungsbüro“ der verschiedenen parteieigenen und staatlichen Dienststellen, war die absolute Zentrale des Terrors und des Machtmissbrauchs im nationalsozialistischen Deutschland. Reinhard Heydrich, ein hochintelligenter Mann, der in Bruchteilen von Sekunden eine Situation erfasste und blitzschnell kombinieren konnte, dabei aber kühl, berechnend und äußerst skrupellos war, übernahm am 29. September 1941 auf Anordnung Hitlers als Stellvertretender („statthaltender“) Reichsprotektor von Böhmen und Mähren die Amtsgeschäfte des eigentlichen Reichsprotektors Konstantin Freiherr von Neurath, was selbst für eingeweihte Nazis überraschend kam. Der Hintergrund in aller Kürze: Heydrich wollte zeigen, dass er auch öffentlichen Verwaltungsaufgaben gewachsen war und die Position des stellvertretenden Reichsprotektors schien ihm dazu geeignet. Zu was? Heydrich trug sich schon eine ganze Weile mit dem Gedanken, einer der ersten Männer (wenn nicht sogar der Erste!) im Reich zu werden. Auf dieses Ziel arbeitete er mit generalstabsmäßiger Planung hin. So wusste er den „Führer“ zu überzeugen, dass der farblose Freiherr von Neurath in Prag unbedingt eine „Unterstützung“ brauche und Hitler willigte ein. Auch Heinrich Himmler war klar, dass ihm in Reinhard Heydrich ein ernstzunehmender, eiskalt und gnadenlos berechnend vorgehender Konkurrent erwachsen war, der ihn über kurz oder lang auszubooten gedachte. Er war deshalb nicht unfroh, ihn zumindest für die nächste Zeit nicht mehr in unmittelbarer Nähe zu haben. Zunächst gab es daher auch keinen Nachfolger als Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Heinrich Himmler selbst kümmerte sich um dessen Leitung, und er war entschlossen, auf keinen Fall einen Mann zum Nachfolger zu bestimmen, der ihm ähnlich gefährlich werden konnte wie Heydrich. Letzerer wurde am 27. Mai 1942 durch ein Attentat tschechischer Patrioten, die von der Exilregierung in London beauftragt worden waren, schwer verletzt und starb am 4. Juni. So dauerte es bis zum 29. Mai 1943, als Obergruppenführer Dr. jur. Ernst Kaltenbrunner als Nachfolger Heydrichs zum Leiter des RSHA ernannt wurde. Damit war ein Mann Chef des Hauptamtes geworden, der auch nicht annähernd das Format eines Reinhard Heydrich besaß. Für Himmler war dies eine gewisse Garantie der „Existenzsicherung“. Mit der Ernennung Kaltenbrunners hatte niemand gerechnet, da dieser Rechtsanwalt und Höhere Polizei- und SS-Führer von Wien weder die polizeiliche Facherfahrung für ein solches Amt besaß, noch über besondere persönliche Beziehungen verfügte, mittels derer man im Dritten Reich üblicherweise zu Rang und Würden kam. Die Gerüchte, dass es bei der Ermordung Heydrichs nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll und diese nicht die Tat von Exil-Tschechen gewesen war, sondern das Ergebnis eines SS-internen Machtkampfes, bei dem unter Umständen Heinrich Himmler die treibende Kraft gewesen sein könnte, wollten lange Zeit nicht verstummen. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. 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  • Leserpost: 50 Mark von 1919 – KN mit Komma

    Zur Ergänzung für den Folgekatalog: DEU-71b: Reihe 2, AM b, KN mit Komma! DEU-71c: Reihe 3, AM b, KN mit Komma! L. Kühn Antwort der Redaktion Mit der 21. Auflage wurde eine neue Katalogisierung eingeführt, deren Nummerierung Sie bereits verwenden. Bei den beiden Varianten b und c (Reihen 2 und 3 mit Drucken von der Staatsdruckerei Wien bzw. der Druckerei W. Büxenstein aus Berlin) wird in der Beschreibung angegeben, dass hier Kontrollnummern mit einer Komma-Trennung verwendet werden. Die Serie AM ist ebenfalls nicht unbekannt, da bei beiden Varianten ein Seriennummernkreis von AA bis AU angegeben wird. Diese Informationen findet man auch so in der neuesten 22. Auflage von 2020/2021. Neue Erkenntnisse kann ich somit nicht aus Ihren beiden Kopien gewinnen. Hier noch ein Scann eines Fünfzigers der Deutschen Reichsbank vom 24. Juni 1916 aus der in Wien gedruckten Reihe 2 mit dem gleichen Merkmal (KN mit Komma) aus meiner Sammlung zum Vergleich. Ich wünschen Ihnen noch viel Spaß beim Sammeln und bleiben Sie gesund. Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: Behelfszahlungsmittel für die Deutsche Wehrmacht zu 1 Reichspfennig 1940

    Objekttyp: Militärgeldschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Mit Behelfszahlungsmitteln wurden Wehrmachtsangehörige und diesen gleichgestellte Personen in ­solchen Ländern bezahlt, in denen Beschränkungen zur Landeswährung bestanden. Eine erste und heute besonders seltene Ausgabe stammt aus der Mitte des Jahres 1940 und wurde im besetzten Teil Frankreichs und dann in Rumänien und Bulgarien genutzt. Eine komplette Serie wurde dann aber erst 1942 eingeführt. Die Scheine waren keine öffentlichen Zahlungsmittel, sondern nur für den Geldverkehr innerhalb der Wehrmacht bestimmt. Um den Gebrauch außerhalb der Wehrmacht zu unterbinden, betrug der Nennwert der Scheine nur ein Zehntel des wahren Werts. Ein Schein über 1 Reichspfennig entsprach also 10 Reichspfennig Warenwert. Alle Scheine sind nur einseitig bedruckt und tragen keine Kontrollnummer. Sie wurden Ende 1944 eingezogen und durch Verrechnungsscheine ersetzt. Land/Region/Ort: Deutsches Reich Emittent: Deutsche Wehrmacht Nominal: 1 Reichspfennig Datierung: ohne Datum Umlauf: 1940/1941 Zitate: DWM-1 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871), 500 (Rosenberg/Grabowski), GER-M31 (SCWPM) Vorderseite: Hakenkreuz im Unterdruck, links unten Hoheitsadler und rechts unten Hakenkreuz, jeweils mit der Umschrift "Deutsche Wehrmacht". Links und rechts Wertangabe in Ovalen. Rückseite: Druck einseitig Unterschriften: ohne Wasserzeichen: Krone über Blütenornament Format: 100 x 50 mm Material: Papier Herstellung: Druck Nummerierung: ohne Authentizität: Original Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • Lexikon: Deichmann-Bons

    Als "Deichmann-Bon" wird Militärgeld des Ersten Weltkriegs bezeichnet, das von der deutschen 2. Armee im besetzten französischen Gebiet ausgegeben wurde. Es sollte die davor üblichen Requisitionsscheine (Bons de réquisition) ersetzen. Sie waren nach dem Leiter des Wirtschaftsausschusses der 2. Armee, dem Rittmeister und späteren Major Deichmann, benannt. Sog. "Deichmann-Bon" über 10 Francs (EWK-58), ausgestellt in Etreux, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Es gab Werte zu 5, 10, 20, 50 und 100 Francs, die von der Firma Du-Mont-Schauberg in Köln gedruckt wurden und den Dienststempel einer deutschen Militärstelle sowie einen französischen Gemeindestempel tragen mussten. Da die Haftungsfrage für die Einlösung der Scheine nicht geklärt werden konnte, wurde ihre weitere Ausgabe mit Verfügung vom 14.1.1915 verboten. Die Deichmann-Bons sind gesuchte Sammelobjekte und sehr selten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • COLIDO – die zuverlässige Online-Lösung zur Verwaltung Ihrer Sammlung

    Die Motive zur Katalogisierung der eigenen Sammlung sind vielfältig: Den Überblick behalten, Bilder und Informationen griffbereit haben, eine Dokumentation für Versicherungszwecke erstellen oder auch den Verkauf bzw. die Weitergabe vorbereiten sind nur einige davon. In jedem Einzelfall stellt sich aber immer schnell die Frage nach geeigneten Methoden und Mitteln. Immerhin müssen meist Hunderte oder sogar Tausende Objekte erfasst werden – dieser Zeitaufwand will gut überlegt sein. Colido gibt genau hierauf die passende Antwort: Eine aus der Perspektive des Privatsammlers einfach zu bedienende, optisch ansprechende und dennoch umfassende Sammlungsverwaltung, die Datensicherheit mit den Vorteilen einer Internet-basierten Lösung verbindet. Zwar steht auch hier am Anfang das Einpflegen der Informationen, aber die intuitive und selbst erklärende Benutzeroberfläche vereinfacht diese Aufgabe erheblich. Der sehr detaillierte Erfassungsdialog lässt sich individualisieren, sodass je nach Belieben nur Basisinformationen oder aber sehr spezifische Merkmale zu jedem Objekt abgefragt werden. Neben den Objektdaten können auch Fotos und Dokumente wie PDF- oder DOC-Dateien hinzugefügt werden. Sind die Daten einmal erfasst, bieten sich dem Sammler vielfältige Optionen zur Darstellung oder Ausgabe in Form von Listen und Labels bis hin zur Freigabe ausgewählter Informationen in Form von Galerien für Dritte per Link. Eine in Colido angelegte Geldscheinsammlung. Eine Volltextsuche und die Filterfunktion sorgen dafür, auch in sehr großen Sammlungen sekundenschnell das gewünschte Objekt zu finden. Die in der Plus-Version zusätzlich verfügbare Standortverwaltung ermöglicht eine virtuelle Darstellung des eigenen Aufbewahrungssystems und die entsprechende Objektzuordnung. Durch die Erstellung von sogenannten „Sets“ lassen sich Objekte beliebig gruppieren, bspw. nach Regionen, Alter, Zustand oder jedem anderen selbstgewählten Kriterium. Ursprünglich wurde Colido zur Erfassung von Mineraliensammlungen entwickelt, bietet inzwischen aber auch sehr detaillierte Katalogvorlagen für Münzen, Geldscheine und Kunst. Wer seine Sammlung bereits digital erfasst hat, kann diese über eine Import-Funktion als csv-Datei in Colido übernehmen. Ebenso lässt sich der eigene Katalog jederzeit als csv-Datei z.B. zu Sicherungszwecken wieder exportieren. Colido ist eine sogenannte Cloud-Lösung, das heisst, dass alle Daten auf gesicherten Servern in Deutschland abgelegt sind. Der Zugang zur eigenen Sammlung ist passwortgeschützt und auch unterwegs von Tablets oder Smartphones aus möglich. Die Anmeldung erfolgt über die Website www.colido.de app.colido.de. In der kostenlosen Basisversion stehen bereits zahlreiche Funktionen und 250MB Speicherplatz zur Verfügung. Je nach Größe der hochgeladenen Bilder reicht das für bis zu 1.000 Objekte. Die Plus-Version kostet neun Euro pro Monat und bietet 2GB Speicher sowie erweiterte Möglichkeiten zur Erfassung und Ausgabe. Bei technischen Fragen steht in beiden Versionen ein Email-Support zur Verfügung, der innerhalb von 24 Stunden Hilfestellung leistet. Natürlich kann man seine Sammlungskataloge dann auch als PDF erstellen lassen und Labels für jedes Objekt drucken. Die Colido GmbH mit Sitz in München ist als Anbieter der Online-Sammlungsverwaltung seit 2014 am Markt. Nach Auskunft des Unternehmens nutzen bereits über 1.000 Sammler in Deutschland die Software. Weitere Informationen finden Sie unter www.colido.de. Jens Rödel

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